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Mary Wollstonecrafts -A Vindication of the Rights of Woman- als Dokument des Feminismus

Seminararbeit 1999 10 Seiten

Anglistik - Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Mary Wollstonecraft: Eine kurze Biographie
1.2. Definition: Feminismus

2. Die Rolle der Frau im 18. Jahrhundert
2.1. Gesellschaftliche Stellung
2.2. Ehefrau und Mutter
2.3. Die Frau in der Literatur

3. Reformvorschläge
3.1. Bildungsreform
3.2. Finanzielle Unabhängigkeit

4. Die Wirkung des Werkes

5. Der feministische Gedanke im 20. Jahrhundert

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die französische Revolution forderte vor zweihundert Jahren ‘Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit‘ für die Menschen. J.J. Rousseau, Ideologe der Zeit, stellte fest: „Der Mensch ist frei geboren und überall in Ketten!“[1] Dieser Grundsatz galt aber nur für die Männer.

Mary Wollstonecraft wendet in ihrem Werk A Vindication of the Rights of Woman den revolutionären Gedanken auch auf die Situation der Frau an und plädiert leidenschaftlich für ihre Rechte. Sie dehnt ihre politische Analyse und sozialen Reformvorschläge aus und setzt sich mit der Rolle der Frau auseinander.

Es soll im Folgenden dargestellt werden, in wieweit diese Reformschrift die ersten feministischen Grundgedanken dokumentiert und welche Auswirkungen das Werk auf die spätere Frauenbewegung hatte. Zunächst steht die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau im Vordergrund. Auf dieser Basis sollen die Reformvorschläge der Autorin in das Licht der Zeit gerückt werden. Eine vollständige Dokumentation der feministischen Entwicklungen bis ins 20. Jahrhundert ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich. Vielmehr soll aufgezeigt werden, was Mary Wollstonecraft als Frauenrechtlerin in ihrer Zeit leistete.

1.1. Mary Wollstonecraft: Eine kurze Biographie

Mary Wollstonecraft wurde am 27. April 1759 in London geboren. Schon in früher Jugend zeigte sie Zeichen eines klaren Verstandes und großer Willensstärke. Im Gegensatz zu ihren Brüdern erhielt sie keinen Unterricht und mußte statt dessen den Haushalt führen. Gewalt beherrschte ihre Kindheit und seit jeher war die persönliche Unabhängigkeit ihr Lebensziel. Sie arbeitete zunächst als Gesellschafterin, dann als Erzieherin und kannte die Schwierigkeiten alleinstehender Frauen, den Lebensunterhalt zu verdienen. Als Lehrerin gewann sie Einblicke in die Fehler des Systems, die sie in ihrem Werk Thougts on the Education of Daughters veröffentlichte. Sie erhielt eine Anstellung bei einem angesehenem Londoner Verlag und wurde Mittelpunkt eines literarischen Kreises (zusammen mit Thomas Paine und William Blake).

1792 entstand unter dem Einfluß der französischen Revolution ihr berühmtestes Werk, die politisch – feministische Streitschrift A Vindication of the Rights of Woman.

Nach ihrer Heirat mit William Godwin 1797 brachte sie ihre Tochter Mary zur Welt und starb kurz Zeit später am 10. September 1792 an einer Infektion.[2]

1.2. Definition: Feminismus

Feminismus bezeichnet die Theorie der Frauenbewegung. Sie richtet sich gegen die gesellschaftliche Dominanz der Männer und kämpft für die Gleichberechtigung der Frauen. Sie setzt sich dafür ein, daß die traditionelle, gesellschaftliche Rolle der Frau geändert wird.[3]

2. Die Rolle der Frau im 18. Jahrhundert

Die Autorin Mary Wollstonecraft lernte schon in ihrer Kindheit das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Mann und Frau kennen. Ihre Mutter zeigte ihr ein untrügliches Beispiel für die Unterwürfigkeit der Frau. Ihr Vater übte auf brutalste Weise seine Macht aus und tyrannisierte die Familie. Geboren in eine von Männern regierten Welt, erlangte sie selbst, erst nach großen Mühen, ihre persönliche Unabhängigkeit. Mit dem Werk A Vindication of the Rights of Woman versucht sie nun auch anderen Frauen zu zeigen, wie man die eigene Selbstachtung und Unabhängigkeit erlangt. In ihrer Argumentation wendet sie sich den Frauen der Mittelklasse zu. Aristokratische Damen der Oberschicht sind in ihren Augen zu weit vom natürlichen Zustand entfernt und leben nur, um sich die Zeit zu vertreiben. „I pay particular attention to those in the middle class, because they appear to be in the most natural state.“[4]

2.1. Gesellschaftliche Stellung

Insbesondere im zweiten Kapitel setzt sich die Autorin umfangreich mit der traditionellen Vorstellung von der Rolle und dem Wesen der Frau des 18. Jahrhunderts auseinander. In den Augen der Gesellschaft ist die Frau dem Mann physisch und intellektuell unterlegen. Während die körperliche Dominanz des Mannes von Natur aus gegeben ist, wird die Frau lediglich zu einem Lustobjekt degradiert. Ihre Bildung wird mit Absicht oberflächlich gehalten. „A degree of physical superiority cannot, therefore,) - be denied...But ...men endeavour to sink us still lower, merely the render us alluring objects...“[5]. Die Mädchen werden von ihren Müttern dazu erzogen, ihre körperlichen Vorzüge in den Vordergrund zu spielen, um dem Mann zu gefallen und ihre Rolle als Geliebte auszufüllen. Die Heirat gilt als glückliches Lebensziel. Aber trotz ihrer aussichtslosen Lage akzeptieren die meisten Frauen ihre untergeordnete Rolle, ohne sich zu beklagen. Sie sind Herablassung und Verachtung von Seiten der Männer gewöhnt und verhalten sich dementsprechend unterwürfig. Sie sehen ihre Abhängigkeit als Schicksal.

[...]


[1] Kluwe, Weibliche Radikalität, S. 30

[2] Angaben zur Biographie vgl. Norton Anthology, S. 98 - 101

[3] Definition vgl. „Feminismus“, Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie

[4] Mary Wollstonecraft, „A Vindication of the Rights of Woman“, S. 75

[5] Mary Wollstonecraft, „A Vindication of the Rights of Woman“, S. 74

Details

Seiten
10
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638171960
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10891
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal – Sprach- und Literaturwissenschaft: Anglistik
Note
1,0
Schlagworte
Mary Wollstonecrafts Vindication Rights Woman- Dokument Feminismus Grundlagenseminar Literaturwissenschaft

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