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Das Just-In-Time-Konzept. Kostenersparnis durch die Opitmierung von Produktionsabläufen

Hausarbeit 2004 10 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriff Just-in-Time
2.1 Begriffserläuterung
2.2 Definition und Zuordnung

3. Anstoß zur Entwicklung

4. Voraussetzungen

5. Ziele/Vorteile

6. Nachteile

7. Umweltpolitische Betrachtung

8. Abschlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Abkürzungen

1. Einleitung

Verfolgt man jahrelange Entwicklungen von Unternehmen bzw. Betrieben, die auch heute noch kon-kurrenzfähig sind, so kommt man zu der Erkenntnis, dass sich mit der Zeit auch die verschiedensten Strukturen, vorzugsweise in der Produktionslogistik und der Materialbeschaffung (Beschaffungslogistik), weit verändert haben. Dies lässt sich hauptsächlich in der sich zunehmend verschärfenden Markt-situation und dem ständig steigenden Kostendruck begründen. Um auch in der Zukunft noch marktfähig zu sein, ist es langfristig gesehen, für viele Unternehmen notwendig, Kosten einzusparen. Genau an dieser Stelle öffnet sich für viele Unternehmen die Möglichkeit konkurrenzfähig zu bleiben oder ihre Marktsituation zu verbessern, indem sie ihre Lagerhaltung und die damit verbundenen Kosten weitest-gehend durch eine Einführung des Just-in-Time-Konzeptes minimieren.

2. Begriff Just-in-Time

2.1 Begriffserläuterung

Wörtlich übersetzt heißt der Begriff „Just-in-Time“ (JIT): „Gerade rechtzeitig“ [HÜB-00, S.125][1]. Obwohl dieser Begriff breiten Kreisen der Bevölkerung vertraut geworden ist, viel darüber geschrieben und diskutiert wurde, sind in der Literatur bezüglich JIT klare Abgrenzungen selten [EHR-03, S.304][2]. Ins-besondere ist das Verhältnis zu den Begriffen Lean-Management, Lean-Produktion und Synchrones Produktionssystem zu nennen. Diese werden inhaltlich häufig synonym gebraucht, wobei Unterschiede allenfalls in der Weite der Auslegung liegen.

2.2 Definition und Zuordnung

Die Definition der Begründer, Väter und Pioniere des JIT, Taiichi Ohno und Shigeo Shingo, lautet:

„Just-in-Time“ bedeutet, dass in einem Fließverfahren die richtigen Teile, die zur Montage benötigt werden, zur rechten Zeit und in der benötigten Menge am Fließband ankommen [MAJ- 95, S.7ff][3].

Im vermeintlich gleichem Sinne formuliert Wildemann[4] folgende jüngere Definition: „Ein moderner Ansatz, die Kosten zu senken, ist die Realisierung niedriger Durchlaufzeiten und Bestände bei hoher Flexibilität sowie gleichzeitiger Verringerung des Umlaufvermögens zugunsten des Anlagevermögens“ [EHR-03, S.304][5].

Vergleicht man nun allein diese beiden Definitionen, so ist auf den ersten Blick nicht transparent, dass es sich hierbei um ein und denselben zu beschreibenden Begriff handelt. Verfolgt man aber nun Wildemanns ältere Definitionen zurück, so wird schnell klar, dass der eigentliche Kern, nämlich zeitlich präzise und punktgenaue Lieferung zur sofortigen Weiterverarbeitung des Materials, gleich bleibend ist. Nun, Definitionen des JIT entwickelten sich zweigleisig, zum einen nahm die Abstraktion deutlich, wie bei Wildemann, zu, zum anderen reichen sie weit über die eigentliche „Essenz“ hinaus. So empfinden es andere Autoren wiederum für notwendig, Kostenersparnis, Hol-System [KUP-94, S.5][6], Wirtschaft-lichkeit, Bestandsreduzierung [HÜB-00, S.124f][7] oder auch laut Ehrmann den Informationsfluss mit zu definieren [EHR-03, S.304]8. Wobei man meinen sollte, dass letzteres unbedingt dazu gehört. Ehrmann fährt weiter fort, dass das JIT-Konzept über den reinen Logistikbereich hinaus reicht und als eine eigene Philosophie angesehen werden kann. Viele sehen auch im „JIT“ ein „Logistik-Leitbild“ [EHR-03, S.304][8]. Geht es aber um die Entstehung des Konzeptes, so sind sich alle Autoren wiederum einig, dass es sich hierbei um eine Erfindung der modernen Logistik der 80er und 90er Jahre handelt und es sowohl in der Beschaffungslogistik als auch in der Produktionslogistik eingesetzt werden kann. Wobei die Beschaffung und die Produktion eine sehr enge Schnittstelle aufweisen. Anwendungen in der Distributionslogistik, wie sie Ehrmann dazuzählt, werden generell aber eher selten erwähnt.

Im Großen und Ganzen lässt sich demnach der Begriff aus verschiedenster Literatur zusammenfassend einem Organisations- und Logistikkonzept zur Reduzierung von Kosten und Durchlaufzeiten in der Wertschöpfungskette, mit dem Ziel Anlieferung und Fertigung erst bei Bedarf, zuordnen.

Mit der Anwendung des JIT-Konzeptes in einem Unternehmen erfolgt über alle Stufen des Produktions-prozesses eine Optimierung der Bereitstellung der Teile und des Materials und die Realisierung der Produktion mit geringstem Aufwand an Lager und Puffer. Hat der Kunde nun einen Bedarf an einem Artikel und hegt auch dessen Kaufwunsch, so produziert bzw. beschafft das Unternehmen erst dann den gewünschten Artikel.

3. Anstoß zur Entwicklung

Die Entwicklung des Just-in-Time-Konzeptes geht auf das von der Toyota Motor Company in den fünfziger Jahren entwickelte Kanban-System zurück, wonach der Materialfluss in der Produktion nach dem „Supermarkt-Prinzip“ (Eine Ware wird entnommen, es entsteht eine Lücke, diese Lücke wird bemerkt und wieder aufgefüllt) organisiert wurde. Dieses Produktionskonzept etablierte sich in den siebziger Jahren in japanischen Unternehmen. Auslöser war die so genannte Ölkrise im Jahre 1973, die die Schwächen der herkömmlichen Produktionskonzepte (starr festgelegte Produktionsprogramme und langfristig disponiertes Material) offenbarte und zu hohen Überbeständen mit zum Teil geringen Ver-wertungsmöglichkeiten führte [HÜB-00, S.124f]7.

Aus dieser Erkenntnis heraus wurden hohe Anforderungen an die Entwicklung eines neuen organi-satorischen Produktionskonzeptes gestellt. Zum einen sind natürlich Kostengründe, die mit dem stark umkämpften Markt verbunden sind, zu nennen. In der heutigen Wirtschaft, die von harten Konkur-renzkämpfen und globalen Märkten geprägt ist, müssen viele Unternehmen versuchen, sich durch Kostenminimierung auf dem Markt zu behaupten. Nicht zuletzt waren es zu hohe Lagerbestände, schwarze Bestände, zu große Bestellmengen, übergroße Reichweiten oder zu lange Reaktionszeiten wegen langer Wege zwischen unübersichtlichen zersplitterten Lagerbereichen, die zu einer Erneuerung der erforderlichen Strukturen zwangen [KUP-94, S.27]6. Zum anderen könnte das JIT-Konzept einen wichtigen Fortschritt in dem Problem des Platzmangels schaffen. Platz zum Bauen, Lagern und Abstellen in unserem Zeitalter ist ein sehr gefragtes und auch sehr kostspieliges Gut. Hier versuchen viele Unternehmen ihren Bedarf auf ein Minimum zu reduzieren. Dies geschieht in erster Linie dadurch, dass man Lager und Abstellplätze auf öffentliche Straßen verlagert und somit kostenlos nutzen kann.

4. Voraussetzungen

„Für Just-in-Time-Prozesse müssen alle Beteiligten auf Achse sein: Grundvoraussetzung für funktionie-rende Lieferketten ist die absolute Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Schnelligkeit der eingebundenen Spedition“ [LOG-99, S.86][9]. Auch in diesem Punkt stößt man bezüglich der Literatur auf weitestgehende Einigkeit der Autoren.

Soll nun ein JIT-Konzept erfolgreich ablaufen, so müssen weitere Hauptvoraussetzungen erfüllt sein:

- eine gute Verkehrsinfrastruktur (sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens),
- Informations- und Materialflussoptimierung (der Lieferant oder das Unternehmen müssen kurzfristige Änderungen bzw. Bestellungen aufgeben können),
- Fertigung kleiner Losgrößen (Ziel: Losgröße 1, um Bestände niedrig zu halten, bzw. gegen Null zu senken),
- Flexibilität des Lieferers sowie räumliche Nähe zwischen Unternehmen und Lieferer,
- Höchste Qualitätssicherheit und hohes Vertrauen in den Lieferanten,
- spezielle Vertragsgestaltung (eine enge Beziehung zwischen Lieferanten und Unternehmen muss entsprechend vertraglich abgesichert und abgezeichnet sein),
- möglichst gemeinsame Bestandsführung mit prozessgerechten Produkten [EHR-03, S.307][10].

5. Ziele/Vorteile

Werden diese Voraussetzungen von einem Unternehmen bedingungslos erfüllt, so können sich mit der Anwendung des JIT-Konzeptes folgende Ziele und Vorteile des Abnehmers ergeben:

- Kostensenkung (Lager-, Personal-, Transport- und Verwaltungskosten; Schätzungen zufolge bis 80% bei den Beständen, bis 65% bei den Flächen und bis 50% beim Handling) [EHR-03, S.309]10 ,

- Minimierung der Durchlaufzeiten von Beschaffung zur Auslieferung (Verkürzung der Lagerdauer und der Lieferzeit; es wird eine bis ca. 70%ige Verbesserung der Durchlaufzeit erklärt),

- Flexibilität auf dem Beschaffungs- und Absatzmarkt/schnelle Umsetzung von Produktideen (schnellere Reaktion/Anpassung auf die Marktsituation, durch entfallende Lageraufnahme der Waren),

- Produkte ohne Zeitverzug fertigen (es ist eine gesamte Steigerung der Produktivität um 25% festgestellt worden) [OLF-03, S.484][11],

- erhöhte Liquidität (weniger Kapital ist in Lagerwaren gebunden und steht somit für Investitionen zur Verfügung),

- Risikominderung (Risiken der Lagerung, des Transportes und des Lieferverzuges fallen auf den Lieferanten; auch das Verschrottungsrisiko mindert sich) [KUP-94, S.51f][12].

6. Nachteile

„Je mehr Ware der Handel vorhält, umso sicherer ist es, dass alle Kundenwünsche erfüllt werden kön-nen, doch die Lagerkosten sind dabei sehr hoch. Bei geringen Lagerbeständen ist wiederum die Gefahr sehr groß, dass Kundenwünsche nicht erfüllt werden, was Umsatzverluste, vielleicht sogar Kunden-verluste oder Konventionalstrafen nach sich ziehen kann“ [BRE-03, S.62][13].

Nicht nur der Kundenservice des eigenen Unternehmens könnte unter dem Konzept leiden. Es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass Risiken auch für den Zulieferer entstehen, und das nicht nur weil Probleme und Verantwortung des Abnehmers auf sie verlagert werden [EHR-03, S. 309][14]. Eine der größten Nachteile sowohl für den Zulieferer als auch für den Abnehmer ist die Gefahr, in Abhängigkeit voneinander zu geraten. Wenn sich die Auftragslage des Abnehmers verschlechtert, so wirkt sich dies sofort auf den Zulieferer aus. Andererseits kann auch der Lieferant nicht für eine reibungslose und pünktliche Lieferung garantieren (siehe auch S.6, 6.). In der Automobilindustrie werden fehlende Schrau-ben deshalb schon mal mit dem Hubschrauber eingeflogen [ZEI-04, S.23][15].

Weiterhin muss sich der Abnehmer nicht nur auf die Qualität der Produkte verlassen können (da Kontrollen während der Produktion teuer und zeitaufwendig sind), sondern er kann sich auch zu Zeiten, in denen der Preis „im Keller“ liegt, nicht auf Vorrat eindecken. Das heißt auch, dass Lagerkapazitäten im Falle eines Produktionsausfalles (um Produkte zwischen zu lagern) zu klein wären.

Weitere Nachteile sieht man in der Gefahr des Qualitätsverlustes, da dem Abnehmer durch die Verkürzung der Durchlaufzeiten keine Zeit für Eingangsqualitätskontrollen bleibt. Er muss sich also sicher sein, dass die Qualität seinen Anforderungen entspricht [KUP-94, S.51f]13. Bedenkt man nun, dass die „Blütezeit“ der Just-in-Time-Produktion in Deutschland Ende der 80er war [TEC-99, S.18][16] und verfolgt neueste Berichte aus Fachzeitschriften, so wird man feststellen, dass sich Lieferanten heutzutage nicht immer, aufgrund des hohen Versorgungsrisikos, gemäß JIT anbinden [LOG-04, S.36][17], denn die Gefahr, dass JIT zu einem „Lieferantensterben“ führen kann, darf nicht übersehen werden.

7. Umweltpolitische Betrachtung

„Der ADAC meldet täglich 750 Staus von zusammen über 1000 Kilometer Länge. Ein Stillstand, der jedes Jahr mehrere Milliarden Euro kostet“ [IMP-00, S.60][18]. Leider wird ein solch hohes Verkehrsaufkommen auch durch eine hohe Transporthäufigkeit der Just-in-Time-Produktion hervorgerufen. Daher ist dies auch alles andere als umweltfreundlich. Nach Schätzungen von Speditionsverbänden sind täglich tausende LKWs als rollende Lager auf bundesdeutschen Straßen unterwegs (jährl. ca. 600 Mio. Tonnen Güter). Da heißt es oft „Just im Stau“! Es werden hierbei nicht nur Milliarden Liter Treibstoff verbraucht und somit ein nicht erneuerbarer Rohstoff, sondern es verlieren auch die Auto- und LKW-Fahrer jährlich Milliarden an Stunden auf überlasteten Straßen [KUP-94, S.52-57][19].

Bisher konnten Leertransporte häufig dadurch vermieden werden, dass der Lieferant mehr Organisationsspielraum hatte seine Lieferung so zu disponieren, dass der LKW mehrere Lieferungen in einer Tour fahren konnte (Optimale Nutzung des Transportraumes). Da aber JIT auf immer kürzere Lieferzeiten zielt, hat der Lieferant auch keine Möglichkeit mehr, seine Auslieferungen so optimal zu disponieren.

8. Abschlussbemerkung

In vielen Industrieunternehmen verfolgen Logistiker seit Jahren den „Just-in-Time-Gedanken“. Kürzere Umrüst- und Durchlaufzeiten, die Reduzierung der Lagerhaltung, Verringerung von Materialbeständen sowie die Flexibilisierung von Produktionsabläufen versprechen eine deutliche Kosteneinsparung. Dennoch kann die Umstellung auf diese Art Produktion z.B. die Autoindustrie sehr verwundbar machen. 1997 fehlten beispielsweise den Autoschmieden von Opel und VW wichtige Bauteile der Zulieferer wegen Streiks der spanischen Fernfahrer - die Montagestraßen standen still, da aus Kostenersparnis das Produktionssystem auf JIT umgestellt worden war. Trotz Streiks und Produktionsausfällen in Millionenhöhe kann die deutsche Autoindustrie schon aus Wettbewerbsgründen auf die „Just-in-Time-Produktion“ nicht mehr verzichten. Die Lagerkosten wären bedeutend höher, als es das Risiko des Produktionsausfalles durch Lieferengpässe rechtfertigen würde. Größere Produktionsrisiken sehen die Autoschmieden vielmehr in dem so genannten „Single-Sourcing“, der Anhängigkeit von nur einem einzigen Zulieferer. Die negativen Folgen bekam der japanische Autobauer Toyota drastisch zu spüren, als ein Feuer das Werk des Bremsenzulieferers zerstörte und die fünf Toyota Werke ihre Pforten mehrere Tage schließen mussten [RHE-97][20]. Für welches Unternehmen sich nun die Umstellung auf JIT lohnt, kann im Allgemeinen nicht beantwortet werden. Man wird es aber überwiegend in den Branchen der Automobil-, Lebensmittel- und der schnelllebigen Multimediaindustrie vorfinden. Da es nun auch nicht mehr zu den neuesten Logistikkonzepten gehört, sollte jedes Unternehmen für sich individuell herausfinden, ob eine Umstellung Sinn macht.

Literaturverzeichnis

BIC-00 Bichler, K., Praxisorientierte Logistik. 2. Auflage.

Schröter, N. Stuttgart, Berlin, Köln: Kohlhammer, 2000

BRE-03 Brecht, W., Spezialwissen Handelsfachwirte.

Müller, F., Troisdorf: Bildungsverlag EINS, 2003

Richter, D.,

Schulemann-Adloch, S.,

Zimmermann, T.

EHR-03 Ehrmann, H. Logistik, Kompendium der praktischen

Betriebswirtschaft. 4. Auflage.

Hemsbach: Friedrich Kiehl Verlag, 2003

HÜB-00 Hübner, H., Management – Technologie als strategischer

Jahnes, S. Erfolgsfaktor. Berlin, New York: de Gruyter,

1998

IMP-00 Das Geld liegt auf der Straße. In: Impulse.

2000, Heft 9: S. 60-62

KUP-94 Kupfer, K.-H. Just-in-Time - Praxis, Vorteile und Risiken des

Konzeptes. Düsseldorf: VDI-Verlag, 1994

LOG-04 Hartel, H. Lieferanten richtig anbinden. In: Logistik-Heute.

2004, Heft 1-2: S. 36-37

LOG-99 Die Straße als Lager. In: Logistik-Heute. 1999,

Heft 9: S. 86-88

MAJ-95 Majima, I. JIT - Kostensenkung durch Just-in-Time-

Produktion. Frankfurt/M, Berlin: Ullstein, 1995

OLF-03 Olfert, K., Organisation, Kompendium der praktischen

Steinbuch, P.A. Betriebswirtschaft. 13.Auflage.

Hemsbach: Friedrich Kiehl Verlag, 2003

RHE-97 Magnus, J. Die Pipeline muss laufen. In: Rhein-Zeitung.

19.02.1997

TEC-99 Moll, P.P. Trends in der Automobilindustrie. In:

Technologie und Management. 1999, Heft 4: S. 18-20

ZEI-04 Rauner, M. Langsamer ist schneller. In: Die Zeit. 2004,

Heft 25: S.23

Verzeichnis der Abkürzungen

JIT Just-in-Time

Gesonderter An hang

Eigene Stellungnahme zur Hausarbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit wurde als schriftliche Hausarbeit in der Lehrveranstaltung Fallstudie Integration Technik und Wirtschaft angefertigt. Die Aufgabe bestand darin, einen betriebswirtschaftlichen vorgegebenen Begriff (Just-in-Time-Produktion) auf der Basis wissenschaftlich anerkannter Quellen präzise zu definieren und zu erläutern. Dazu wurde eine vergleichende Literaturrecherche mit dem Ziel Methoden- und Fachkompetenz zu entwickeln, durchgeführt. Es galt, sich nicht nur mit anderen wissenschaftlichen Auffassungen auseinanderzusetzen, sondern auch eigene Gedankengänge zu entwickeln und unter Einhaltung formaler Regeln darzustellen.

Zunächst einmal möchte ich mit wenigen Worten etwas zu dem gesamten Arbeitsauftrag anführen.

Trotz zahlreicher Belegarbeiten, Referate und sonstiger Hausarbeiten während der Schulzeit, empfand ich diese Hausarbeit als eine besondere Herausforderung, da der Focus hierbei insbesondere auf das wissenschaftliche Arbeiten gelegt wurde. Ich persönlich habe mich bisher noch keiner Aufgabe diesem Maße stellen können. Dennoch erachte diese Hausaufgabe als ein sehr nützliches Instrument für den weiteren Verlauf eines WIW-Studiums.

Die Auseinandersetzung mit Fachliteratur, wie es bisher noch nicht von mir gefordert wurde, gestaltete sich sehr interessant und aufschlussreich. Sie fiel mir anfangs nicht sehr leicht, doch durch intensives Lesen (und dem Willen zum Verstehen) integrierte ich mich langsam in diese Materie und es wandelte sich zu einer Art „Ehrgeiz“ diese Arbeit als bestmöglich zu präsentieren.

Hat man einmal den Punkt erreicht, in dem man die Anfangsschwierigkeiten überwunden hat, speziell den Einstieg betreffend, ergeben sich viele, zunächst angenommene Unschlüssigkeiten, im Laufe der weiteren Analyse, und das Limit von maximal fünf Seiten ist schnell erreicht. Es ist z.B., so würde ich behaupten, eine der schwierigsten Aufgaben, neben dem wissenschaftliches Arbeiten, in den vorgegebenen fünf Seiten den Begriff so exakt zu erläutern, als dass ein Laie den Kontext als schlüssig und verständlich empfindet.

Da ich zu Beginn der Arbeit mehr als 14 Bücher diverser Bibliotheken entliehen habe, ereilt einen schnell die Informationsflut. Es galt von nun an zu filtern, zusammenzufassen und dabei das Wesentliche nicht außer Acht zulassen. So ergab sich folglich die Anordnung des Textes und der Quellen, die natürlich in diesem Ausmaß vorher nie geplant hätte werden können. Betrachte ich nun einmal allein die verwendeten Quellengaben, so stelle ich fest, dass einige Bücher öfter verwendet wurden als andere.

Persönliche Bewertung verwendeter Quellen

Die Tatsache, dass Ehrmann relativ oft angeführt wurde war so von vornherein nicht beabsichtigt. Nachträglich bin ich der Meinung, dass es wahrscheinlich nicht nur an der Aktualität des Buches liegt, sondern überwiegend an der Objektivität, der guten Strukturierung, Verständlichkeit und der Übersicht-lichkeit. Da ich die Arbeit mit solcher Literatur als sehr angenehm empfinde, denke ich, habe ich daraus die meisten Kenntnisse gewinnen können. Weiterhin konnte ich auch mit meiner anfänglichen Anschau-ung über Just-in-Time mit Ehrman konform gehen, was mir bei anderen Autoren wiederum schwerer fiel. So ist beispielsweise das Buch von Ichito Majima mir mehr und mehr aus der Hand geglitten, da es viel mehr betriebswirtschaftliches Wissen erforderte und es zudem sehr subjektiv wirkte. Sicherlich kann man davon ausgehen, dass man gerade in der japanischen Literatur noch mehr Wahrheit entdeckt, als man es hier zulande findet. Doch um die Sache auf den Punkt zu bringen, was nützt mir „fachjapanisch“, wenn ich nicht in Lage bin es zu verstehen, so zu deuten wie es ursprünglich gemeint ist, und es sich in diesem Buch um mehr Geschichte als um den technisch/wirtschaftlichen Faktor handelt? Daher habe ich auch nur die Begriffsdefinition aus dem Buch entnommen, da ich es als sehr wichtig empfinde, den Begriff anhand des Erfinders zu definieren und zu interpretieren.

An dieser Stelle möchte ich des weiteren das Buch „Spezialwissen Handelsfachwirte“ in Erwägung ziehen, denn da es als eine Art Lehrbuch aufgemacht ist, bleiben präzise und erklärende Worte meist unangetastet. Hierbei stößt man eher auf relativ allgemeine Begriffsdefinitionen, die aber nicht einen gemeinsamen Wortlaut mit dem Erfinder Taiichi Ohno gemein haben. Dies kann schnell in eine „Sackgasse“ führen, wenn man an dieser Stelle nicht die Übersichtlichkeit behält.

Mein Leitfaden in dieser Arbeit war die soeben genannte Definition von Taiichi Ohno. Damit die Arbeit auch in sich schlüssig ist und es keine zu großen Abschweifungen gibt, lehnte ich alle weiteren Angaben und Erläuterungen an diese Definition. Wobei ich aber feststellen musste, dass kein Autor derart von dem Kern der Sache abwich, als dass ich ihn nicht hätte anführen können, weil es nicht ins Konzept passt. Oft sind es einfache Satzformulierungen bzw. -konstruktionen, die Fragen aufwerfen, weil man sich wichtige Zusammenhänge nicht erklären kann. Daher heißt es wahrscheinlich auch „Fach“literatur.

Alles in allem bin ich mit der verwendeten Literatur sehr gut zurechtgekommen. Ich kann hiermit auch nur eine sehr subjektive und persönliche Meinung bzw. Bewertung der Quellen abgeben. Da ich der Meinung bin, dass es reine Ansichtssache ist, wie jeder einzelne mit den gleichen Quellen umgehen würde, möchte ich mich auch von einer konkreten Benotung distanzieren.

[...]


[1] vgl. Hübner/Jahnes: Management - Technologie als strategischer Erfolgsfaktor

[2] vgl. Ehrmann: Logistik (Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft)

[3] vgl. Majima: JIT - Kostensenkung durch Just-in-Time-Produktion

[4] Univ.-Prof. Dr. Dr. habil. Dr. h.c. Horst Wildemann: Auf ihn ist im wesentlichen die Verbreitung des JIT-Kozeptes in der

deutschen Literatur zurückzuführen.

[5] Ehrmann: Logistik (Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft)

[6] vgl. Kupfer: Just-in-time - Praxis, Vorteile und Risiken des Konzeptes

[7] vgl. Hübner/Jahnes: Management - Technologie als strategischer Erfolgsfaktor

[8] vgl. Ehrmann: Logistik (Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft)

[9] Die Straße als Lager. In: Logistik-Heute

[10] vgl. Ehrmann: Logistik (Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft)

[11] vgl. Olfert/Steinbuch: Organisation (Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft)

[12] vgl. Kupfer: Just-in-time - Praxis, Vorteile und Risiken des Konzeptes

[13] Brecht, Müller, Richter, Schulemann-Adloch, Zimmermann: Spezialwissen Handelsfachwirte

[14] vgl. Ehrmann: Logistik (Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft)

[15] vgl. Rauner: Langsamer ist schneller. In: Die Zeit

[16] vgl. Moll: Trends in der Automobilindustrie. In: Technologie und Management

[17] vgl. Hartel: Lieferanten richtig anbinden. In: Logistik-Heute

[18] Das Geld liegt auf der Straße. In: Impulse

[19] vgl. Kupfer: Just-in-time - Praxis, Vorteile und Risiken des Konzeptes

[20] vgl. Magnus: Die Pipeline muss laufen. In: Rhein-Zeitung

Details

Seiten
10
Jahr
2004
DOI
10.3239/9783640072545
Dateigröße
375 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v109069
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Note
Schlagworte
Just-In-Time Fallstudie

Autor

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