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Die Frauen des 20. Jahrhunderts

Facharbeit (Schule) 2004 17 Seiten

Didaktik - Deutsch - Erörterungen und Aufsätze

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Die Welt der Frauen im 20. Jahrhundert
- 1890 - 1920
- 1920 - 1950
- 1950 - 1968
- 1968 - 1992

3. Frauen in der Literatur
- Simone de Beauvoir
- Joyce Carol Oates
- Elfriede Jelinek
- Ingeborg Bachmann

4. .Berühmte Frauen des 20. Jahrhunderts:
- Marie Curie
- Josephine Baker
- Audrey Hepburn
- Mutter Theresa

EINLEITUNG UND FAZIT

Der Grund weshalb ich dieses Thema für meine Maturaarbeit gewählt habe hat nichts damit zu tun dass mir Frauen bedeutender oder wichtiger erscheinen als Männer. Woher dann das Interesse kommt gerade über Frauen zu schreiben kann ich nicht genau sagen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich während meiner Kindheit die Anwesenheit von sehr guten und lieben Frauen genießen durfte.

Frauen sind -zumindest die die ich kenne- auf der einen Seite manchmal hysterisch, manchmal unglaublich aufbrausend, manchmal unberechenbar. Auf der anderen Seite haben Frauen eine unglaublich große Liebe zu geben, sind wahnsinnig fürsorglich und zerbrechlich.

Die Frau erscheint mir vielleicht deshalb so interessant, weil sie selber in mir steckt und mir deshalb erklärbarer und auf eine Art und Weise weniger fern und unheimlich ist als der Mann. Im Grunde genommen könnte man sagen, dass ich dieses Thema gewählt habe um mehr über mich selber zu erfahren. Um zu wissen, woher „wir“ kommen, was „wir“ geleistet haben, was „wir“ durchlitten haben.

Im Endeffekt habe ich durch diese Arbeit gesehen, dass die Frauen nicht nur „Frauen“ sind. Tausend Mal mehr als Männer mussten sie kämpfen. Türen die den Männern von vornherein, einzig und allein auf Grund eines Chromosomes offen standen, all das was für sie als Selbstverständlichkeit galt, blieb den Frauen von vornherein verschlossen. Bis jetzt habe ich meine Rechte und Möglichkeiten als eine Selbstverständlichkeit gesehen. Obwohl es ja im Grunde eine Selbstverständlichkeit ist, dass Frauen und Männer gleichwertig sind. Nur war mir nie bewusst, welche Leiden, welche Verluste, welche Anstrengungen es meinen Vorfahrinnen abverlangt hat, um meiner Generation Sachen zu ermöglichen, wie dass ich heute hier sitze, an einem Computer und es mit überhaupt gestattet ist diese Arbeit zu schreiben.

Leider habe ich nicht alles was mir wichtig erschienen ist in diese Arbeit stecken können, da ich sonst zu sehr ins Detail gegangen wäre aber ich bin mir sicher dass der Abschluss dieser Arbeit nicht der Abschluss „meiner Arbeit“ sein wird. Die vier Frauen habe ich unabhängig von der Tatsache ihrer Leistungen für die Menschheit gewählt. Marie Curie weil es ihre Intelligenz war, die die Aufmerksamkeit der Menschen erregt hat, Josephine Baker weil es ihr Talent war dass sie aus ihrem Leben befreit hat, Audrey Hepburn weil sie durch ihre Art und Weise -egal was sie gemacht hat, und ihre Filme waren fast immer ein Erfolg obwohl die Kritiken fast immer miserabel waren- mit ihrem Feuer alle Menschen verzaubert hat und Mutter Theresa weil sie durch ihr Handeln die Welt -oder zumindest die Welt vieler Menschen- verbessert hat.

DIE WELT DER FRAUEN IM 20. JAHRHUNDERT1

1. 1890 - 1920

Die Jahre vor und nach 1900 sind als eine Zeitspanne von Veränderung, Entwicklung und Modernisierung zu erkennen. Für die Frauen waren dies die aufregendsten und bewegensten Jahrzehnte. In den 35 Jahren, die zwischen 1890 und 1925 vergingen wurde der Startschuss für die Urbanisierung gegeben. Der Anteil der Großstadtbevölkerung verdoppelte sich. Die Menschen waren auf der Suche nach Arbeit. Sie hatten den Drang etwas neues, etwas besseres zu tun und ihren gewohnten, seit Generationen gleic h bleibenden Lebensrythmus zu verändern. Auf die Frauen bezogen kam dies daher, dass sie sich mehr und mehr aus den landwirtschaftlichen Berufen zurück zogen um in der Industrie zu arbeiten. Nun war die Industrie jedoch in den städtischen Gebieten anzutreffen, was die Motivation der Frauen begründet, in die Stadt zu ziehen. Jedoch selbst bei den bereits in der Stadt lebenden Frauen konnte man eine Umschichtung erkennen. Während in der Stadt der Anteil der Frauen die als Dienstmädchen arbeiteten sank, stieg der Anteil der Frauen im Bereich des Industrie- Handels- und Dienstleistungsbereiches.

Langsam aber doch war zu erkennen, dass der Lebensrythmus der Männer und der Frauen sich mehr und mehr zu ähneln begann, wären da nicht zwei Punkte gewesen die sie noch immer drastisch voneinander unterschied: Immer noch waren viel mehr Frauen im häuslichen Dienst präsent, ebenso wie bei der Kathegorie der „mithelfenden Familienangehörigen“.

Dazu muss erklärt werden, dass der Begriff der „mithelfenden Familienangehöri gen“ damals ein offizieller, gesetzlich beschlossener Begriff war. Das kam daher, dass es als verheiratete Frau damals unüblich war, einen Beruf auszuüben. Nun war dies jedoch ganz anders war man Frau eines Landwirtes, Gastwirtes, Handwerkers oder Kleinhändlers. In diesen Berufen war jede Hilfe eine Notwendigkeit und unumgänglich. Aus diesem Grund wurde ein Gesetz erlassen, dass die Frauen dazu verpflichtete, im Geschäfte des Mannes mit zu arbeiten. Diese Gruppe arbeitender Frauen und Töchter wurden offiziell „mithelfende Familienangehörige“ genannt. Abschließend kann man nur sagen, dass man in diesen Jahrzehnten von einer deutlichen Veränderung der Frauen im Berufsleben reden kann, die Art und Stärke dieser Veränderung jedoch noch stark von Familie und Ehe beeinflusst war.

Wie schon gesagt stand die Familie im Mittelpunkt der weiblichen Welt. Diese Welt ließ sich noch sehr von der männlichen beeinflussen. Der Prozentsatz der Eheschließungen stieg deutlich, da man in dieser damals die weibliche Bestimmung sah. Jedoch sank die Geburtsrate. Noch vor kurzem hatte eine Familie im Durchschnitt 4,6 Kinder. In dieser Zeit sank die durchschnittliche Kinderzahl in einer Familie auf die Hälfte. Diese Geburtenminderung war zunächst vor allem in den gesellschaftlichen Schichten der Beamten- und Angestellten zu erkennen, zwei Jahrzehnte später dann auch bei Bauern- und Arbeiterfamilien.

Während man früher sein letztes Kind erst dann gebar, wenn das erste ausgezogen war, schrumpfe die Zeit in der die Mutter mit der Kindererziehung beschäftigt war auf rund ein Jahrzehnt. Das kam daher, dass sich die Standarts der Erziehung und Kinderpflege erhöhten, und den Frauen eine immer stärker werdende Intensität bei der Kindererziehung abverlangt wurde.

Mütter waren nicht mehr nur Mütter, sondern sie waren verantwortlich für Charakter und Lebensweise des Mannes und der Kinder. In ihrer Verantwortung stand es, den Mann gesund und glücklich zu halten, sowie die Kinder zu psychisch stabilen Menschen mit den bestmöglichen Zukunftsperspe ktiven zu erziehen. Der Aufbruch der in die Moderne bedeutet nichts anderes, als die Intensivierung und verstärkte Profilierung der Frau in die Mutter- sowie in die Hausfrauenrolle. Hier ist in keinster Weise die Rede von Emanzipierung, sondern viel mehr die Förderung des Familienbundes um den Komfort und den Lebensstandart durch die mütterliche Arbeit.

Jedoch wurden in dieser Zeit dennoch die ersten Schritte zur Emanzipation der Frau getätigt.

Vor allem die jungen Mädchen gewannen an Freiheit, als die außerhäusliche Erwerbsarbeit für Schulabgängerinnen zur Normalität und Selbstverständlichkeit wurde.

Durch verschiedene geschlechterübergreifende Vereine wurden den Frauen die Möglichkeit gegeben, kurzzeitig aus ihrer Familie auszubrechen sowie neue, geschlechterübergreifende Erfahrungen zu sammeln. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Frauen mit Hilfe von Kleidern so sehr verhüllt, dass niemand ahnen konnte was darunter sei. Alles wurde verhüllt, Unmengen von Rüschen verdeckten die letzten Reste nackter Haut. Di es änderte sich nun mit dem neuen „garconne -Stil“. Die Röcke wurden beinfrei, man verzichtete auf Rüschen- und Stofffülle, die weiblichen Sillhouetten wurden schmaler aber schnürten den Damen nicht mehr die Luft ab.

Weibliche und männliche Lebensstile gl ichen sich immer mehr, das Verhältnis zwischen Frau und Mann verlor mehr und mehr an Krampfhaftigkeit und so kam es, dass man beim Verhältnis zwischen Frau und Mann fast ein wenig Kameradschaftlichkeit erkennen konnte.

Gleichzeitig oder vielleicht sogar deswegen stieg die Scheidungsrate.

Die Bildungs- und Erwerbschancen der Frauen fingen an sich zu verbessern und die Universitäten wurden trotz männlicher Widerstände für Frauen geöffnet. Das hatte die Auswirkung dass Frauen immer mehr für sich selbst, anstatt für andere einem Beruf nach gingen.

2. 1920 - 1950

Kurz nach dem ersten Weltkrieg erhielten die Frauen das Recht zu wählen und waren ab diesem Zeitpunkt vollwertige Staatsbürgerinnen. Frauen fingen an zu wählen und selber aktiv in der Politik mit zu reden. Frauen in der Politik waren vor allem im Bereich der Kultur- und Sozialpolitik anzutreffen, wo sie einige wichtige Reformen bewirken konnten die sich unmittelbar auf das tägliche Leben der Frauen auswirkten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Des öfteren wurde versucht das Familienrecht zu reformieren, was aber immer wieder scheiterte. Der Mann verfügte immer noch über Körper, Vermögen und Gehalt seiner Ehefrau.

Als Adolf Hitler die Macht übernahm, wurden sämtliche Frauenbewegungen, aufgelöst. Frauen waren damals hauptsächlich in den linken Parteien engagi ert. Diese wurden ebenfalls von Hitler aufgelöst. Im Jahr 1933 hatte man das Ziel, Frauen komplett aus der Politik zu entfernen um ihnen zu helfen, ihr Augenmerk wieder auf ihre Berufung, der Hausfrau und Mutter zu lenken.

Erst ab 1945 bildeten sich in den Großstädten langsam wieder Frauenausschüsse. 1948 fanden sich die „Mütter des Grundgesetzes“. Sie hießen

- Elisabeth Selbert
- Friederike Nadig
- Helene Weber und
- Helene Wessel

Mann und Frau wurden nun auch in der Ehe für gleichberechtigt erklärt.

Schon im ersten Weltkrieg staunte die Bevölkerung, als sie sah, dass die Männer an der Front durch Frauen ersetzt wurde. Auch im täglichen Leben mussten die Frauen während ihre Männer im Krieg kämpften, die Arbeit ihrer Männer einnehmen und auch nach Kriegsende blieb der Anteil der erwerbstätigen Frauen überraschend hoch. Fast überall gab es nun mehr Frauen als Männer, meist im Alter von 20 - 40, verwitwet oder manchmal nur wegen Männermangel unverheiratet geblieben.

Das neue Frauenbild zeigte sie als selbstbewus st und sexuell emanzipiert. Im täglichen Leben sah es aber noch anders aus. Frauen waren immer noch schlechter ausgebildet, verdienten immer noch zwischen 20 und 40 % weniger als ihre männlichen Kollegen. Über die weibliche Erwerbsarbeit spalteten sich die Meinungen.

Einerseits beklagten sich -vorrangig nat. die Männer- über die berufstätigen Frauen die den Männern die Arbeit weg nahmen, andererseits wurde sie geduldet, sobald sie wirtschaftlich unumgängig war.

Dies war vor allem dann der Fall, wenn es einen Mangel an Arbeitskräften gabund die Frauen in dieser Zeit Haupternährer der Familien waren.Das lässt erkennen, das diese Erwerbsarbeit nicht als Zeichen der Emanzipation angesehen werden kann, sondern einzig und allein als Zeichen der Not. Ganz im Gegensatz dazu konnte man langsam einen Anstieg der Frauen in höheren Positionen beobachten. Immer öfters traf man auf Frauen, die akademischen Berufen -v.a. Medizin- nachgingen. Da das Dritte Reich Frauen aus Universitäten und gehobenen Posten aufgrund ihrer Ideologie „Frauen = Kinder, Küche und Kirche“ vertrieb, sank die Zahl der Studentinnen 1939 um die Hälfte.

In allen westeuropäischen Ländern zeichnete sich der Trend zur Kleinfamilie ab.

Während die Kinderzahl pro Familie sich weiter minimierte, stieg di e Anzahl der Heiraten. Die meisten Frauen profitierten von der Geburtenregelung, denn kleinere Familien bedeuteten mehr Zeit für die eigenen Interessen und die Karriere , einen höheren Lebensstandart. Weiters verloren die Frauen ihre Angst vor unerwünschte n Folgen und die meisten verspürten zum ersten Mal sexuelle Befriedigung. Ehe - und Sexualberatungsstellen boomten seit den 20er Jahren. Frauen aus der Arbeiterschicht wurden von einer proletarischen Bewegung ambulant versorgt, Abtreibung war ein geläufiges Mittel um die Kinderzahl zu regulieren. Die Politik betrachtete diesen Trend mit Unmut. Sie setzten Reformen ein, die Frauen mit mehr Kindern begünstigten um die Qualität des Nachwuchses mittel staatlichen Förderungen zu steigern. Das Hebammenwesen und die Schwangerschaftsvorsorge wurde reformiert.

Im Dritten reich gab es dann eine eugenische Zwangsauslese damit sich erbgesunde Kinder vermehrten. Auf der anderen Seite verhinderte man die Geburtenrate erbkranker Kinder mittels Zwangssterilisationen die rund 200.000 x angewendet wurde.

Nach Kriegsende dauerte es 20 Jahre bis wieder ein liberales Abtreibungsgesetz eingeführt wurde. Der Grund dafür war der Schock, den die nationalsozialistischen Tötungsinstitute bewirkt hatten.

3. 1950 - 1968

Die Länder der Nachkriegszeit waren Länder der Frauen. Sie waren in fast allen Gebieten des Lebens auf sich allein gestellt, egal welche Arbeit, man mutete ihnen alles zu. Viele verloren ihre Männer, fast alle sogar ihre gesamte Existenz. Es waren großteils Frauenhände die die neuen Städte wieder aufbauten.

Die Frauen haben alle hartes Training im Alleinsein und Alleinhandeln hinter sich. Sie haben mit ihren Kindern die Bombenn ä chte, die Evakuierung, den Verlust von Heimat oder Besitz durchleben m ü ssen. Sie haben sich oft unter den schwierigsten Umst ä nden eine neue Existenz aufgebaut. Sie haben die m ä nnliche Rolle des Besch ü tzers und Ern ä hrers vereint mit der weiblichen Rolle der Erzieherin und Betreuerin der Kinder. Sie haben also buchst ä blich f ü r zwei gearbeitet - nein f ü r vier oder sechs - denn sie hatten es zweimal, dreimal so schwer,

wie es in normalen Zeiten ein Ehepaar mit Kindern hatte “ 2

Die Wirtschaft musste angekurbelt werden. Es gab eine Verordnung über die Leistung von Pflichtarbeit. Das bedeutete dass man die Frauen überall dort einsetzte, wo davor nur Männer gearbeitet hatten. Man achtete weniger auf die Qualifikation der Mitarbeiter, dadurch wurden die Löhne niedriger, es gab fast keine Ruhepausen und die meisten Tätigkeiten waren gesundheitsgefärdend.

Der Anteil der berufstätigen Frauen stieg um 1/3 bei den Arbeiterinnen, um das Doppelte bei den Angestellten. Von Frauen besonders hoch besetzt waren die Sektoren der Industrie, der Textilverarbeitung, der Nahrungs - und der Genussmittelherstellung. Man achtete darauf, möglichst viel Profit aus der Frauenarbeit heraus zu schlagen was das Qualifikationsprofil immer mehr senkte. Dies hatte zur Folge, dass der Facharbeiteranteil immer mehr sank und der Anteil an Ungelernten immer stärker stieg. Aus diesem Grund wurden die Frauenlöhne legitimiert. Jedoch nur bis zum Jahr 1955. Im Grunde brachte dies jedoch nichts, da die Frauen nach Verbot der Frauenlöhne noch immer nicht mehr verdienten, da es ab 1955 die Lohngruppen gab, bei denen die Frauen meist in den Gruppen 1 - 3 zu finden waren, den Gruppen der „leichten“ Arbeit.

Nach wie vor verband man die Frau jedoch mit der Rolle der Familienhüterin.

„ Das Haus, in dem die Frau die K ö nigin ist, bildet das Zentrum und die St ä tte ihres haupts ä chlichen Wirkens “ 3

In Deutschland hatte vor allem die Kirche großes Bedenken was die Rolle der Frau anging. Die letzten Jahre waren durch den Krieg besonders geburtenschwach gewesen.

Franz - Josef Wuermling war Leiter des Familienministeriums und war Gegner arbeitender Mütter.

Aus diesem Grund war es ganz und gar nicht in seinem Sinn, Kindergärten, Kindertagesstätten und Krippen bereitzustellen.

In der gleichen Zeit propagierte man in den Bereichen Film, Schlager, Mode und Illustrierteneinen Typus Frau der einzig und allein im häuslichen Leben seine Bestimmung sah.

„ Die Frauen haben es satt, praktisch, m ä nnlich und sportlich zu sein. Sie wollen weiblich, gepflegt und anschmiegsam sein. “ 4

Grace Kelly oder Audrey Hepburn waren Leitfiguren dieses Frauenbildes. 1966 erschien in Deutschland der „Bericht der Bundesregierung über die Situation der Frau in Beruf, Familie und Gesellschaft, der von Frauenkreisen verspottet wurde. Das vermittelte Frauenbild sah folgendermaßen aus: Die Frau sollte Pflegerin, Trösterin und Sinnbild besche idener Harmonie verkörpern. Sie galt als Ordnungsfaktor der einzig verlässlichen Welt des Privaten.

Andererseits gestand man in diesem Bericht der Frau die Dankbarkeit über ihre Hilfe zur Steigerung des Bruttosozialproduktes. Jedoch vorrangig betonte man, dass man die Hausarbeit als qualifizierte Tätigkeit anerkennen müsse. Teilweise war sogar von einer unternehmerischen Leistung die Rede. Die Erwerbsarbeit der 10 Mio. Frauen nannte man eine bedauernswerte Abweichung von der Norm.

4. 1968 - 1992

Die Frauenbewegung der 70er Jahre und der Begriff der Studentenbewegungen sind nicht auseinander zudenken. Diese Frauenbewegungen in den USA und in Westeuropa zogen private Themen und Probleme der persönlichen Beziehungen in das Zentrum ihrer Kritik und ihres Widerstandes.

Es ging um vor allem um die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und die Verfügung über den weiblichen Körper. Aber auch Liebe, um Sexualität, Kinderwunsch, Hausarbeit und Beziehungsmuster hatten einen Stellenwert. Weitere Gründe für diese weltweite Frauenbewegung waren die Ausbeutung und Entmündigung der Frauen in der Dritten Welt.

Die politischen Rahmenbedingungen änderten sich zum Vorteil sämtlicher Frauen der westlichen Industrienationen. Die Bildungsreform entstand und Gesellschaft und politische Kultur zeigten sich kompromissfreudig was Kritik und Vorschläge für neue Lebensformen betraf. 1955 wurde zB. In den USA das Gleichstellunsgesetz zum rechtlichen Schutz von Minderheiten erlassen.

Das neue Bild der Frau wurde von Parolen wie: „Mein Bauch gehört mir!“, oder „Frauen gemeinsam sind stark!“ unterstrichen. Ein heiß umstrittenes Thema war damals „Gewalt gegen Frauen“ in dessen Zusammenhang das Buch von Erin Pizzey „Schrei leise“ große Aufregung verursachte. Mittlerweile war es gelungen, d er ignoranten Bevölkerung dieses Problem der Gewalt endlich bewusst zu machen. Bisher galten Übergriffe auf Frauen als legitim und dank dieser Frauenbewegungen gibt es mittlerweile mehrere hundert Frauenhäuser, Notruf - sowie Selbsthilfegruppen. Die Gewalt gegen Frauen nahm dadurch nicht merkbar ab, jedoch war der Schritt des Wachrüttelns der Bevölkerung getan.

Nebenei wurde auch viel Kritik an den Macht- und Eigentumsverhältnissen im Kapitalismus ausgeübt.

Nun fing man an sich ganz genau mit der Diskriminierung von Frauen auseinanderzusetzen, sie zu analysieren. Die Bewegung wurde durch internationale Impulse verstärkt und so wurde das Jahr 1975 zum Jahr der Frau.

Frauenhäuser, Frauenzeitschriften, Frauenbands, Frauenkabaretts, Frauentheater und Frauenfil mgruppen, Frauencafés und Frauenkneipen, Frauenferienhäuser, Frauentherapie- und Gesundheitszentren, sämtliche Institutionen dieser Art schossen aus dem Boden.

Es kam zu einer regelrechten Ablehnung männlicher Werte. Genau hier lässt sich der Unterschied zwischen der ersten Frauenbewegung um 1900 (Suffragetten, etc) erkennen. Während damals die Idee jene war, die männliche Welt durch die weibliche zu ergänzen um ein höheres Ganzes zu erlangen, so lehnten die 68er Frauen sämtlichen männlichen Werte ab. Es ging darum dass die Frauen eine eigene Kultur aufbauen wollten, genauso eine eigene Politik, sie wollten sich etwas eigenes schaffen. Leider ging dieser Plan nie ganz auf, da es zu einer regelrechten Verherrlichung des Weiblichen kam, und man nicht daran dachte dass es auch in Frauengruppen das Problem des Macht- und Konkurrenzkampfes zu beachten gab.

In den 80er Jahren kam es zu einer konservativen Wende. Man nahm politische Reformen zurück (zB. Scheidungsfolgerecht von 1986, Gleichstellungspläne in den USA,...) und beschloss neue (zB. Antidiskriminierungsgesetz, Frauenförderpläne,...). Es war ein stetiges Fort- und Rückschreiten in der Frauenpolitik.

Fazit:

Wenige der Ziele wurden erreicht. Es gelang nicht die weibliche Altersarmut, die Gewalt gegen Frauen, die Diskriminierung der Frauen abzuschaffen. Also zu was war das alles gut?

War das alles umsonst? Nein, ganz und gar nicht. Es hatte den Sinn, den westlichen Demokraten den Spiegel vors Gesicht zu halten und die Bevölkerung aufzurütteln. Man machte auf sich aufmerksam und stoppte somit das Stillschweigen der von Diskriminierung, Gewalt, etc. betroffenen Frauen.

„ Emanzipation und die Bewegung von Frauen sind als st ä ndige Herausforderung zu sehen und als ein m ü hsamer Prozess gegen vielf ä ltigste Widerst ä nde - ä u ß ere wie innere -, der davon abh ä ngen wird, wie mutig und selbstbewusst, hartn ä ckig und ungeduldig, stur, solidarisch und frech Frauen f ü r ihre Rechte eintreten werden. Dass dies k ü nftig gemeinsam mit Frauen und M ä nnern von ü berall her getan werden kann, ist eine Hoffnung f ü r die Zukunft.“5

FRAUEN IN DER LITERATUR

Auffallend bei der von Frauen geschriebenen Literatur ist die Tendenz zur Autobiographie. Die Grundstimmung ist meist sehr schwermütig, erwartungs - und hoffnungslos. Das Grundthema ist sehr oft die Verweigerung. Wichtig zu erwähnen ist, dass einige Schriftstellerinnen nicht mit dem Feminismus in Verbindung bringen lassen wollen mit folgendem Grund: „Das was wir schreiben ist künstlerische Umsetzung von weiblichen Erfahrungen, aber nicht die Verarbeitung feministischer Themen“

Simone de Beauvoir wurde am 9. Jänner 1908 unter dem Namen Simone -Lucie-Ernestine-Marie-Bertrand de Beauvoir in Paris geboren. Sie wuchs in sehr gutem Hause auf, jedoch erlaubte sie es sich nie, dies zu genießen. Im Gegenteil, Simone de Beauvoir rebellierte noch ihr ganzes restliches Leben gegen den Konformismus6.

Sie war 17 Jahre alt, als sie an der Ecole Supérieure Normale begann Literatur und Mathematik zu studieren. Ein Jahr später, 1926 fing sie an sich bei der Partie Socialiste zu engagieren. Gleichzeitig studierte sie Philosophie an der Sorbonne. Nach ihrem Abschluss -sie war nach Sartre die Jahrgangszweite - war sie eine der ersten Philosophielehrerinnen Frankreichs.

1943 gelang ihr ihr erster Durchbruch mit dem Buch „Sie kam und blieb“. Zwei Jahre später, 1945, gelang ihr ihr zweiter Erfolg: „Das Blut der anderen“

Bei ihrem Studium an der Sorbonne lernte sie ihren Lebensgefährten - Jean-Paul-Sartre - kennen. Beide lebten im Quartier Montparnasse, wenn auch in getrennten Wohnungen.

1949 machte sie ihr Welterfolg „Das andere Geschlecht“ zur Vorzeigeintellektuellen Frankreichs. Durch jenes Image lernte sie die Welt kennen.

Gemeinsam mit Jean-Paul-Sartre setzte sie sich gegen den Vietnam und den Algerienkrieg ein. Ab den 70-er Jahren stellte sie sich der internationalen Frauenbewegung zur Verfügung und setzte sich als eine der ersten Frauen für die Straffreiheit der Abtreibung ein.

Jean-Paul Sartre wurde schwer krank. Simone de Beauvoir kümmerte sich bis zu seinem Tod intensiv um ihm und veröffentlichte im Jahr seines Todes „Die Zeremonie des Abschiedes. Sie selbst schloss am 14. April 1986 zum letzten Mal ihre Augen und ruht seither auf dem „Cimetière du Montparnasse“ in Paris.

Joyce Carol Oates erblickte 1938 in den USA als Tochter eines Arbeiters geboren und wuchs bei ihren Großeltern am Land auf. Ein Stipendium ermöglichte es ihr verschiedene Universitäten zu besuchen. Mit dem Magister in Englisch ließ sie diesen Lebensabschnitt bald hinter sich und unter richtet seit dem an verschiedenen Universitäten in den USA und in Kanada.

Sehr deutlich ist sind ihre Romane durch einen realistischen Erzählstil mit autobiographischen Zügen gekennzeichnet. In fast allen ihrer ersten Romane handelt die Geschchte von dem Suchen nach Glück und von dem Scheitern an dem Bösen. (Beispiele: „Schauder des Fallens“ oder „Ein Garten irdischer Freuden“)

Oates Leidenschaft sind Kurzgeschichten, die sie als „in Worte gekleidete Träume“ beschreibt. Bis jetzt hat sie mehr als 300 Kurzgeschichten verfasst.

Elfriede Jelinek wurde am 20. Oktober 1946 in der Steiermark geboren. Ihr Vater arbeitete vor 1945 in kriegsdienlicher Forschung und erlitt aufgrund dieser Tätigkeit eine psychische Erkrankung. Doch Elfride Jelinek ging dennoch - oder gerade deswegen zügig auf ihr Ziel zu. Bereits während ihrer Schulzeit fing sie am Wiener Konservatorium an Orgel, Blockflöte und Komposition zu studieren. 1964 begann sie Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte zu studieren, musste dieses aber schon nach einigen Semestern wegen einer kritischen psychischen Verfassung abbrechen. Daraufhin verbrachte sie ein ganzes Jahr in absoluter Isolation und verließ das Elternhaus für keinen Tag. Ein Jahr danach starb ihr Vater in einer psychiatrischen Klinik und im selben Jahr entschied sie sich wieder aktiv ins Leben einzutreten und fing an sich bei einer Studentenbewegung sowie in Literaturdiskussionen um die Zeitschrift „manuskripte“ zu engagieren. Zwei Jahre später schloss sie ihr Orgelstudium am Wiener Konservatorium mit sehr gutem Erfolg ab. Elfriede Jelinek kreierte eines der ersten Hörspiele „wenn die sonne sinkt ist für manche schon büroschluss“, welches von der Presse zum erfolgreichsten Hörspiel des Jahres erklärt wurde.1974 heiratete sie Gottfried Hüngs berg und trat in die Kommunistische Partei Österreichs ein. Beispiele für Werke von Elfriede Jelinek:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zwischen den Jahren 1969 und 2004 wurde Elfriede Jelinek mit über 21 Preisen ausgezeichnet. Den Nobelpreis im Jahr 2004 erhielt sie für "den musikalischen Flu ß von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdit ä t und zwingende Macht der sozialen Klischees enth ü llen".

Ingeborg Bachmann erblickte am 25. Juni 1926 in Klagenfurt zum ersten Mal das Licht der Welt.

Meine Existenz ist eine andere, ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe. “

Das Schreiben war für sie oft eine Art Vergangenheitsbewältigung, vor allem was ihr Erlebnis bezüglich dem Einmarsch Hitlers Truppen betrifft - ihre erste Begegnung mit der Todesangst.

Ingeborg Bachmann studierte zwischen 1945 und 1950 Philosophie, Psychologie und Germanistik in Wien, Innsbruck und in Graz, was sie mit einer Dissertation7 über Martin Heidegger ab. Zwischen 1951 und 1953 arbeitete sie als Redakteurin in der Sendergruppe Rot-Weiß-Rot in Wien. Danach arbeitete sie als freie Schriftstellerin. Nach einer Lesung der Gruppe 47 wurde sie für ihren ersten Gedichtband ausgezeichnet. Einige Preise waren der Literaturpreis der Freien Ha nsestadt Bremen (1957) und der Georg Büchner Preis (1964). Nach Ingeborg Bachmann ist ein Preis benannt. Er wird jährlich von der Stadt Klagenfurt und dem ORF für das beste noch unveröffentlichte Manuskript vergeben.

Ingeborg Bachmann stirbt am 17. Oktobe 1973 in Rom. Ihr Tod - sie erleidet in Rom im Bett schwerste, tödliche Verbrennungen- ist noch bis heute ungeklärt.

BERÜHMTE FRAUEN DES 20. JAHRHUNDERTS

Marie Curie wurde am 7. November 1867 als Tochter eines Mathematikers und einer Leiterin eines Mädchenpension in Warschau geboren und auf den Namen Marya Sklodowska - Curie getauft. Sie war das jüngste von fünf Kindern, wobei alle fünf eine gute Schulbildung genossen. Durch dies und die Möglichkeit uneingeschränkt an Bücher zu kommen, wurde ihr Interesse für die Technik und die Physik entfacht. Da Polen zum Zeitpunkt ihrer Kindheit unter russischer Herrschaft stand, war es verboten während der Unterrichtszeit polnisch zu reden, sowie etwas über die polnische Geschichte zu lernen. Aus diesem Grund musste sie im geheimen polnischen Sprach- und Geschichsunterricht lernen, was ihr sehr unangenehm war als sie -um ein staatlich anerkanntes Zeugnis zu erhalten- auf eine russische Mädchenoberschule wechseln musste.

Schon mit 15 Jahren hatte sie das Gymnasium mit Auszeichnung abgeschlossen und wurde sogar mit einer goldenen Medaille geehrt. Danach wurde sie -laut ihrem Vater- aus psychischen und physischen Mängeln aufs Land geschickt.

Nach dem sie einige Zeit bei ihren Verwandten am Land gelebt hatte, verspürte sie den Drang eine Universität zu besuchen. Dies war zu jener Zeit in Polen jedoch nur für Männer gestattet woraufhin Marya Sklodowska beschloss, nach Frankreich zu ziehen. Dort studierte sie dann Chemie und Physik an der Pariser Sorbonne, wo sie 1893 das Physikdiplom als Jahrgangsbeste sowie ein Jahr später das Mathematikdiplom als Zweitbeste eriehlt. Die Studienzeit war keine leichte Zeit für Marya. Sie hatte kein Geld und zu wenig Zeit zum kochen, daher ernährte sie sich von Zwieback und Obst. Weiters fehlte ihr das Geld um ihre Mansarde zu heizen, was zur Folge hatte dass sie die Vorbereitungen für die Prüfungen in eisiger Kälte treffen musste. Wie schon erwähnt bestand sie dennoch all ihre Prüfungen mit Auszeichnung und auf Grund dessen wurden die Mens chen langsam aber doch aufmerksam und man vertraute ihr die ersten selbstständigen Arbeiten an.

Mittlerweile hatte sich Marya Ziele gesetzt. Sie wollte die radioaktiven Elemente erforschen. Vorerst aber hatte sie eine schwere Entscheidung zu treffen. Sollte sie nicht langsam wieder zurück zu ihrer Familie nach Polen? Oder wäre es nicht wichtiger in Paris zu bleiben um weiter zu forschen?

Die Entscheidung wurde ihr etwas erleichtert als sie Pierre Curie kennen lernte. Sie blieb. Sie heiratete. So kam es dazu, dass Marya Sklodowska ab dem Jahr 1895 den Namen „Marie Curie“ trug unter welchem sie bald weltweites Ansehen erhalten sollte.

Zwei Jahre später, 1897 kam ihre erste Tochter Irene zur Welt. Weiters begann sie im selben Jahr ihre Doktorarbeit über Uranstrahlen. Wieder hatte sie es nicht leicht. Für diese Arbeit bekam sie zwar einen Raum zur Verfügung gestellt, jedoch war er winzig und wieder ungeheizt.

Auch die Genauigkeit der Apparate ließ zu wünschen übrig. Dennoch stand sie bald an der Schwelle eine r großen wissenschaftlichen Entdeckung und 1898 fand sie das neue Element „Polnium“, dass sie nach ihrem Heimatland benannte und kurz darauf ein zweites radioaktives Element: das Radium. 1902 erhielt sie für diese Errungenschaft den Doktortitel und begann an der École Normale Supérieure des jeunes filles in Sèvres bei Paris die Fächer Physik und Chemie zu unterrichten. Im darauffolgenden Jahr erhielt sie als erste Frau der Welt den Nobelpreis.

Ab diesem Zeitpunkt wurde ihr durch das Preisgeld das Leben etwas erleichtert. Sie schaffte sich bessere Apparate an und gönnte sich den ersten Luxus ihres Lebens. Ein eigenes Bad. Dank ihrer Forschungen über die Radioaktivität hatte man ein Heilmittel gegen Krebs entdeckt. Es schien wie eine Welle des Glücks, vor al lem als ihr 1904 ihre zweite Tochter Eve geschenkt wurde.

1906 wurde ihr Mann Pierre Curie von einem Pferdewagen überfahren, ein Schicksalsschlag den Marie nie wieder überwand. Sie verschanzte sich hinter ihren Arbeiten und wurde außerhalb ihres Labors fa st nicht mehr gesichtet. Doch es lohnte sich. 1911 wurde ihr für die Reindarstellung des Elements Radium der Nobelpreis in Chemie überreicht. Sie war der einzige Mensch, der mit dem Nobelpreis in zwei verschiedenen Bereichen ausgezeichnet wurde.

1929 reist wird sie ins weiße Haus eingeladen wo ihr für das polnische Radiuminstitut in Warschau von Präsident Hoover $ 250.000 überreicht werden.

4. Juli 1934. Auf Grund des jahrelangen Kontakts mit radioaktiven Stoffen war sie an Leukämie erkrankt und ließ ihr Leben hinter sich.

Joséphine Baker wurde am 3. Juni 1906 unter dem Namen Joséphine Freda MacDonald in den Slums von St. Louis/Missouri geboren. Zu dieser Zeit stand es sehr schlecht um die schwarze Bevölkerung, denn sie hatten kaum Rechte. Joséphine erlebte ihre Kindheit als älteste von drei Geschwistern in ärmlichen Verhälntissen ohne Vater. Im Alter von 8 Jahren ist sie aus Hungersnot gezwungen eine Stelle als Dienstmädchen anzunehmen. Als sie glaubt eine Gelegenheit zu erkennen, die ihr hilft sie aus dieser Misserie zu befreien, ergreift sie die Chance. So heiratet sie sich als 13-jähriges Kind einer Wandertruppe an. Kurze Zeit danach trennt sich das Paar. 1921 steckt Joséphine bereits in ihrer zweiten Ehe die ebenfalls zum Scheitern verurteilt ist. Nach dieser Trennung zieht sie nach New York wo sie ein Engagement in der New Yorker Musik Hall mit der Tanzkomödie

„Shuffle Along“ auftritt. Unter den Zuschauern sitzt eine gewisse Caroline Reagan. Sie ist nicht nur eine weiße, wohlhabende Frau sondern auch Förderin der schwarzen Musik und bietet Joséphine ein Engagement an. Diese Auftritte in der „Revue Nègre“ sind der Beginn einer fast unnachahmbaren Karriere. Joséphine ist verantwortlich dafür, dass der Charleston in Europa so bekannt wurde.

Nicht alles was gold ist glänzt:

Erfahrungen und Erlebnisse während ihrer Tournee durch Europa lassen Josephine erkennen dass die Rassentrennung in Amerika kein Einzelfall sind. Hier, in Wien wurde ihr 1928 anlässlich eines ihrer Gastspiele ein Sondergottesdienst gewidmet: „als Buße für schwere Verstöße gegen die Moral, begangen von Joséphine Baker“. In Deutschland werden die Auftritte „eines Halbaffens“ verboten und in St. Moritz -während eines Urlaubs- bittet man sie doch freundlicherweise den Dienstboteneingang zu benutzen.

Als sie 1937 ihren dritten Mann, den jüdischen Makler Jean Lion heiratet nimmt sie die französische Staatsbürgerschaft an. Als die Deutschen drei Jahre später Paris besetzen, wird sie zu einem Teil der Résistance und dem französischen Geheimdienst. Zum Dank ihrer Dienste wird sie mit dem „Croix de Guerre“ ausgezeichnet.

Ihren vierten Mann heiratet sie genau zehn Jahre nach ihrem dritten, also 1947. Er ist Musiker und trägt den Namen Jo Boullion. Mit ihm adoptiert sie aufgrund ihrer Unfruchtbarkeit 12 Kinder mit unterschiedlicher Hautfarbe und Religion als ein Zeichen für die Möglichkeit des Friedens in unterschiedlichen Kulturen („Regenbogenfamilie“). Bereits im Jahr 1956 trennt sie sich von Jo Boullion, ihrem letzten Mann bevor sie mit ihren Kindern nach Monacco zieht. Ihr Vorhaben sich aus dem Showgeschäft zurück zu ziehen scheitert an der Geldnot. 1975, im Alter von fast 69 Jahren feiert sie in Paris ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Einen Tag nach der Premiere erleidet sie einen Herzanfall. Joséphine Baker stirbt am 12. April 1975.

Audrey Hepburn kam am 4.05.1929 in Brüssel/Belgien unter dem Namen „Eddla Kathleen van Heemstra Hepburn-Ruston“ zur Welt. Sie war Tochter der Holländischen Baronin Ella van Heemstra und des irischen Bankiers John Victor Anthony Hepburn-Ruston.

„ Sie ergriff meine Hand und strahlte mich mit einem L ä cheln an, das Gott dazu geschaffen hatte, die Herzen sterblicher M ä nner zu schmelzen /.../ Und sie sprach mit einer Stimme, die voll von diesem L ä cheln war. “ 8

Schon in Kindheitsjahren musste Edda die Trennung ihrer Eltern miterleben die sich über längere Zeit hinaus zögerte. Der zweite Weltkrieg zerrüttelte zum zweiten Mal ihre Kindheit, als sie im Alter von 15 Jahren mit ihrer Familie vor den Deutschen flüchten mus ste. Edda war unterernährt und erkrankte an Gelbsucht von der sie sich eine chronische Magersucht zu zog von der sie sich nie wieder gänzlich erholen sollte. Nach dem Krieg wurde es Edda von ihrer Mutter ermöglicht Balettunterricht bei einer bekannten Ba lettlehrerin - ihr Name war Madame Gaskell- zu nehmen, durch welchen sie von dem Dokumentarfilmer Chalres Huguenot van der Linden entdeckt wurde. Sie bekam von ihm eine kleine Rolle in einem Hollandwerbefilm. Als sie 1948 mit ihrer Mutter nach England ging, änderte sie ihren Namen in den uns bekannten: Audrey Hepburn. In England nahm sie zahlreiche Stellen, ua. Als Zahnarztassistentin, Büroangestellte oder Model für Modefotografen an und erhielt ihre erste Rolle in dem Musical „High Button Shoes“. Es folgte n weitere und erhielt vom Theater- Impresarios Cecile Landeau Schauspielunterricht bei dem Charakterdarsteller Felix Aylmer. 1950 wurde der Startschuss ihrer Filmkarriere gefeuert. Sie wurde von dem Caster Director Robert Lennard entdeckt und spielte in der Komödie „Wer zuletzt lacht“ ihre erste Rolle. Mehrere belanglosere Filme folgten, bis eines Tages die französische Schriftstellerin Colette in ihr Leben trat durch die sie in dem Broadwaymusical „Gigi“ in der Hauptrolle brillierte. Folgende bekannte Filme in denen Audrey mitwirkte waren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie man hier merken kann, hatte diese zarte, kleine Frau, mit den dunkel leuchtenden Augen und dem herzförmigen Gesicht die Welt Hollywoods im Eiltempo verzaubert.

Audrey Hepburn war die Verkörperung der damaligen Teenagerträume und bestimmte ein Schönheitsideal der damaligen Zeit. Alle Welt trug auf einmal weite, wippende Röcke und das Nickytuch wurde populär. Enge, knöchellange Hosen und die flachen Ballerinaschuhe prägten die Mode der damaligen Zeit.

„ Keine Buttercremetorte, nein danke! Mitten in der wohlgeformte, weibliche Formen liebenden Wirtschaftswunderwelt der 50-er Jahre wollte ich eine grazile Elfe sein “ 9

Während der proben zu dem Theaterstück „underline“ lernte sie Mel Ferrer kennen den sie im September 1954 das „Ja-Wort“ gab und mit dem sie zwei Jahre später in dem Epos „Krieg und Frieden“ spielte. Mit Ende 30 zog sich Audey Hepburn aus dem Filmge schäft zurück und lebte dann überwiegend in Europa bis sie 1975 als Partnerin von Sean Connery in „Robin und Marian“ noch ein letztes Mal die Kinoleinwand schmückte. 1968 trennte sie sich von Mel Ferrer um 1969 ihren zweiten Mann, Andrea Dotty zu heiraten von dem sie sich Jahre später ( 1980) ebenfalls trennte. Im März 1988 wurde sie Sonderbotschafterin der UNESCO. Sie reiste in die Armuts- und Katastrophenregionen der Welt um auf das Elend der hungernden Kinder aufmerksam zu machen. Für dies wurde sie 1993 von der amerikanischen Filmakademie mit dem Jean Hersholt Humanitarian Award ausgezeichnet, denn sie jedoch nicht mehr entgegen nehmen konnte, da sie am 20.01.1993 in ihrer Wahlheimat Schweiz dem Krebs erlag.

Mutter Theresa

Agnes Gonxha Bojaxhiu wurde am 26. August 1910 in Skopje, in Jugoslawien als Tochter eines Geschäftsmannes und Unternehmers und einer sehr gläubigen Frau geboren. Agnes war das älteste von drei Kidnern. Im Alter von 9 Jahren starb ihr Vater sehr unerwartet und ab diesem Zeitpunkt mus ste ihre Mutter Drana die Kinder alleine groß ziehen. Ihre Mutter erzog die Kinder sehr gläubig, sie gingen täglich zur Kirche, beteten mehrmals am Tag und kümmerten sich um kranke oder hilfsbedürftige Nachbarn.

Agnes verbrachte viel Zeit in der Kirche und der Legion of Mary. Sie war eine große Hilfe für den Pater, der Probleme mit der dortigen Sprache hatte. Aus diesem Grund kam es dazu dass Agnes viel über kroatische Missionare in Indien zu lesen begann. Sie war im Alter von 12 Jahren als sie zum ersten Mal den Drang verspürte, für Gott zu arbeiten und zu leben. Doch sie wusste nicht ob sie sich sicher sein konnte. Deshalb betete sie viel und fragte den Pater um Hilfe der ihr sagte:

„ Die tiefe innere Freude, die du f ü hlst, ist der Kompass, der deine Richtung im Leben anzeigt. “

Im September 1928 reiste sie zur Abtei bei Dublin, wo sie lernte Englisch zu sprechen und den Namen Theresa wählte, in Gedanken an die Saint Théreèse de Lisiuex. Im Dezember reiste sie zum ersten Mal nach Indien wo sie ihr Training -zusammen mit anderen Schwestern des Ordens „The Order of the sisters of our lady of Loreto“ - antrat. Im Mai 1929 wurde sie als Novozin akzeptiert und in ein Krankenhaus in Bengali geschickt, um sich um Kranke, Verhungerte und hilflose Mütter zu kümmern.

Dann ging sie zum studium nach Calcutta, wurde nach Abschluss dieses Studiums Lehrerin. Sie kümmerte sich so intensiv und engagiert um die Kinder dass sie bald alle „Mutter“ nannten. Im Mai 1937 legte sie ihr letztes Gelübte ab und wurde zur Schulleiterin einer Schule für mittelklassige Bengali-Mädchen in Calcutta. Sie unterrichtete Geschichte und Geographie. Regelmäßig ging sie mit ihren Schülerinnen in Krankenhäuser und in die Slums und unter die Armen. Es wurde gebetet, geredet und gehandelt.

September 1937. Theresa verlässt Calcutta und besucht einen Zufluchtsort in Darjeeling, was sie als die wichtigste Reise ihres Lebens bezeichnet. Sie berichtete, dass sie auf dieser Reise zum ersten Mal die Stimme Gottes gehört hatte. Nun war sie innerlich gesichert. Im August 1948 erhält Theresa nach langem Warten die Erlaubnis die Loretogemeinschaft zu verlassen. So nahm sie im Alter von 38 Jahren an einem Krankenschwestertraining teil. Alles was Theresa ab nun an Hab und Gut hatte war ein Stück Seife und fünf Gewänder. Sie kümmerte sich um die Menschen in den Slums von Calcutta und bald konnten die armen Kinder lesen und schreiben, lernten etwas über Hygiene und wurden liebevoll von Theresa umsorgt. Einige Zeit später hatte es Mutter Theresa geschafft, eine Schule zu gründen. Immer mehr Mädchen und Frauen schlossen sich Theresa an, im Mai waren es drei, im November fünf und im nächsten Jahr sieben und irgendwann wusste Theresa, dass sie über die Gründung einer neuen Kirchengemeinde nachdenken konnte.Im frühen He rbst kam die päpstliche Erlaubnis an. Es war vollbracht. Die Gemeinschaft nannte sich: „The Constitutions of the Society of the Missionaries of Charity“. Weil sowohl die Zahl der Hilfesuchenden als auch die Zahl der Hilfeanbietenden wuchs, kauften sie ein neues, größeres Haus, das berühmte „Mutter Haus“, Lower Circular Road 54 A. Theresa bereiste die ganze Welt und trotz ihres Alters war sie nicht zu bremsen.

1979 erhielt sie für die Gründung der „Gemeinschaft der Missionarinnen der Nächstenliebe“ den Friedensnobelpreis, doch nach zwei Herzinfarkten im Jahr 1996 äußerte sie den Wunsch abzudanken. Ein halbes Jahr nachdem Schwester Nirmala zu Theresas Nachfolgerin gewählt wurde, stirbt Mutter Theresa am 5. September 1997 im Mutter-Haus in Calcutta.

„ Ein fr ö hliches Herz entsteht normalerweise nur aus einem Herzen, das vor Liebe brennt. “ 10 „ Einsamkeit und das Gef ü hl unerw ü nscht zu sein, ist die schlimmste Armut “ 11

[...]


1 Quelle: Die Chronik der Frauen; Anette Kuhn; Chronik Verlag; Dortmund; 1992

2 Ingrid Langer; Politikprofessorin; Marburg

3 Papst Pius XII

4 Zitat; Heinz Oestergaard; Couturier

5 Zitat; Birgit Meyer, Die Chronik der Frauen, S. 568; letzter Absatz

6 ein Verhalten, das eine übermäßige Anpassung an die geltenden Normen anstrebt

7 Eine Dissertation oder Doktorarbeit (abgekürzt auch Diss) ist eine wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung eines Doktogrades an einer Universität.

8 Zitat; Bob Willoughby; Filmfotograf; 1953

9 Zitat; Hepburn, Audrey

10 Zitat; Mutter Theresa

11 Zitat; Mutter Theresa

Details

Seiten
17
Jahr
2004
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v109238
Note
3
Schlagworte
Frauen Jahrhunderts Matura Thema Big mouth and ugly girl

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Titel: Die Frauen des 20. Jahrhunderts