Lade Inhalt...

Weimarer Klassik

Hausarbeit 2005 19 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literaturgeschichte, Epochen

Leseprobe

Gliederung

1. Begriffserklärung

2. Merkmale und Tendenzen
2.1. Ziele
2.2. Aufbau und Merkmale des klassischen Dramas
2.3. Aufbau und Merkmale der Lyrik
2.4. Aufbau und Merkmale der Epik

3. Historischer Hintergründe

4. Erfindungen und Entdeckungen

5. Zeitliche Einordnung der Weimarer Klassik
5.1. Vergleich der Klassik und Romantik

6. Hauptvertreter
6.1. Goethe
6.2. Schiller
6.3. Die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller

7. weitere Künstler und Werke der Weimarer Klassik

8. Schlussbemärkung

9. Quellenangaben

1. Begriffserklärung

Der Begriff Klassik wird allgemein für geistliche Epochen verwendet, die rückblickend als vorbildlich und normbildend bewertet werden. Demzufolge besitzen die verschiedenen Nationalliteraturen ihre eigene klassische Periode. In Italien zum Beispiel wird das 14. Jahrhundert mit Dante Alighieri als klassisch angesehen, in Frankreich gilt das 17. Jahrhundert und in Spanien ist es die Zeit des 16./17. Jahrhundert als die Klassik. In der deutschen Literatur meint der Begriff „Weimarer Klassik“ im engeren Sinne die Freundschaft und die gemeinsame Schaffensperiode von Johann Wolfgang Goethe ( 1749 – 1832 ) und Friedrich Schiller ( 1759 – 1805 ) zwischen 1794 bis 1805. Ein Wegbereiter der Weimarer Klassik war Immanuel Kant ( 1724 – 1804 ), der bedeutendste Philosoph der deutschen Aufklärung. Er wirkte mit seinen Gedanken weit über die Epoche hinaus. Mit seinen philosophischen Hauptwerken in der Zeit 1780 bis 1790 erschienen sind, begründete er den „transzendentalen“ oder auch „kritischen Idealismus“, der die Welt- und Kunstauffassung von Klassik und Romantik, ihre Idee eines zweckfreien, die Realität überschreitenden Raums für die Kunst, entscheidend beeinflusste.

Das Wort „klassisch“ stammt vom lateinischen classicus ( erstrangig, mustergültig ) mit dem man Angehörige der höchsten Steuerklasse bezeichnete. Die Weimarer Klassik orientierte sich an der griechischen und römischen Antike, die den Klassikern als eine ideale Zeit erschien. Heute ist die Klassik die Bezeichnung für einen kulturellen Höhepunkt eines Landes. In Deutschland war der Höhepunkt die gemeinsame Schaffensperiode von Goethe und Schiller. Die Weimarer Klassik begannt 1786 mit der Italienreise von Goethe und endete mit seinen Tod 1832.

Es lassen sich folgende zwei Begriffsfelder voneinander abstecken:

- „Klassik“ bezeichnet einmal eine zeitlich und räumlich festlegbare Epoche, in der ein Volk das „Maximum seiner Bildung“ erreicht und damit Kunstwerke hervorbringt, die diese Ära als künstlerische fruchtbarste einer Nation erscheinen lassen.

- „Klassisch“ bedeutet zum anderen so viel wie „absolut vollkommen“, gemessen an der Antike. Dieser Begriff ist nicht an eine bestimmte Zeit gebunden.

2. Merkmale und Tendenzen

Die Deutsche Klassik steht mit der Klassik der Antike in Verbindung, da sie eine Anknüpfung an das Humanitätsideal der Renaissance ist. Der Weimarer Klassik wurden bestimmte ästhetisch Leitideen und geschichtsphilosophische Konzepte zugeschrieben: Dazu gehörten die Orientierung an der Antike, das Streben nach Gestaltung von Typischen, dem Einklang von Verstand und Gefühl, Geist und Natur geformtes harmonisches Welt- und Menschenbild. Die Idealvorstellung in der Weimarer Klassik waren Menschlichkeit, Toleranz, Übereinstim- mung von Mensch und Natur, Übereinstimmung von Individuum und Gesellschaft, Versöhnung von Natur und Freiheit. Die wichtigste Gattung ist das Drama, wobei Lyrik und Epik nebensächlich bleiben. Typisch war eine wohlgestaltete Sprache. Die Epoche der Klassik kann man als zeitlos ansehen, indem sie Gegenstände zur Betrachtung wählt, die „über allen Einfluss der Zeiten erhaben“ sind.

Örtliches Zentrum der Klassik ist die kleine Residenzstadt Weimar, die durch den von der Herzogin Anna Amalia begründeten und von ihrem Sohn Herzog Karl August fortgeführten

„Weimarer Musenhof“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1. Ziele

Die Klassiker erstrebten die Erziehung und Bildung des Menschen zu einer harmonischen, in sich widerspruchsfreien Persönlichkeit. Das Bildungsmittel sollte die Kunst sein. Es wurde ein neuer Begriff der Kunst entwickelt: Nicht mehr die schöpferische Willkür des Kraftgenies der Sturm und Drang Zeit, das sich keinem Gesetz, keiner Regel unterwirft, war das künstlerische Glaubensbekenntnis, sondern das Erkennen und Erfüllen der als zeitlos verstandenen objektiven Gesetze der Kunst. Diese Gesetze erschienen den Klassikern in den Werken der Antike am besten verwirklicht. Goethe und Schiller waren überzeugt, dass die Menschen des klassischen Altertums ihr Leben heiter und glücklich gelebt haben. Geist und Natur, sittliches Verhalten und ungezwungene Sinnhaftigkeit waren, nach ihrer Vorstellung, bei den Griechen noch nicht auseinandergefallen sind, sondern bildeten eine beglückende Harmonie. Zu dieser Harmonie wollten die Klassiker den innerlich zerrissenen Menschen ihrer Zeit mit Hilfe der Kunst führen.

2.2. Aufbau und Merkmale des klassischen Dramas

Der Mythos von Zeitlosigkeit und unbedingten Mustergültigkeit der antiken Kunst bestimmte auch das Drama. Das deutsche klassische Drama folgt einem strengen Aufbauschema, dass in der Anlehnung an die Dramen der griechischen Antike liegt. Die Architektur dieser Dramen ist sparsam und streng durchkomponiert und sie konzentriert sich auf wenige Grundlinien, denn es werden nach Aristoteles, Einheit der Handlung, der Zeit und des Ortes gefordert. Es wird zwischen „Zieldrama“ ( Synthetischer Aufbau: Handlung beginnt mit dem konfliktauslösenden Ereignis und strebt zeitlich fortlaufend dem Ende zu ) und „Enthüllungsdrama“ ( Analytisches Drama: Die konflikt-

auslösenden Ereignisses setzen bereits vor der Bühnendarstellung ein und sind keinem bekannt. Die Ereignisse werden schrittweise rückschauend enthüllt. ) unterschieden. Das klassische Drama ist ein geschlossenes Drama, das symmetrisch aufgebaut ist und meist 5 Akte hat.:

1.Akt: Exposition ( Situation, wichtige Figuren )

2.Akt: steigende Handlung, sog. Erregendes Moment, Konflikt ist dem Zuschauer jetzt klar

3.Akt: Höhepunkt, das Geschehen spitzt sich zu und erreicht gleichzeitig seinen dramatischen Wendepunkt

4.Akt: fallende Handlung, zeigt die Folgen der Tat und die Ausweglosigkeit der Hauptperson

5.Akt: Katastrophe, die tragische Hauptperson sühnt seine Tat mit dem Tot

Das klassische Drama will die Menschen zum besseren erziehen, damit er nicht seinen Leidenschaften und Trieben zum Oper fällt, sondern aus Einsicht in das Gute besser handelt.

2.3. Aufbau und Merkmale der Lyrik

Im Vergleich zur Lyrik der Sturm und Drang Zeit sind die Gedichte der Klassik stiller, sanfter, ruhiger und distanzierter. Der Satzbau ist regelmäßig und regelmäßige Versmaße werden bevorzugt. Augenblicke und Ereignisse werden zum Inhalt, Liebe, Natur und Erschütterungen des Lebens werden poetisch verarbeitet. Die Themen in der Lyrik der Weimarer Klassik waren: Ordnung der menschlichen Gesellschaft, Gesetzlichkeit des Lebens, sittliche Verantwortung des Menschen und geschichts- und kulturphilosophische Betrachtung. Es werden zwischen 2 Formen der Lyrik unterschieden, in der Gedankenlyrik und den Balladen. Die Balladenrichtung kann man auch in 2 Formen unterteilen, in die Geisterballade oder numinose Ballade ( Der Zauberlehrling ) und in die Ideenballade ( die Bürgschaft ).

2.4. Aufbau und Merkmale der Epik

Richtungsweisend für die deutsche Epik ist das Antike Versepos, da man danach strebte, eine Angleichung an klassische Prinzipien zu erreichen. Ausschlaggebend für die Wesenbestimmung des Epischen, im besonderen für die Mustergültigkeit des Versepos, war die hohe Auffassung von Humor und die Tendenz des Zeitalters zur Entwicklung jeder Gattung nach ihren eigenen Charakteristika.

3. Historischer Hintergründe

1789 fand die französische Revolution statt, aus diesen Grund traten die Generalstände zusammen und der dritte Stand wählte eine Nationalversammlung. Am 14. Juli 1789 wurde die Bastille gestürmt. Einen Monat später wurden die Menschen- und Bürgerrechte erklärt

und gleichzeitig wurden auch die Adelsprivilegien abgeschafft. 1790 wurden dann Partein gebildet ( Girondisten Montagnards unter ihnen die später herrschenden Jakobiner ). 1791 trat die Verfassung in kraft und Frankreich wird eine konstitutionelle Monarchie. Ludwig der XVI unternahm 1791 ein Fluchtversuch und wurde 1793 durch die Guillotine hingerichtet dies löst in fast allen europäischen Nationen, Empörung und Bestürzung aus, dies hatte zur Folge, dass fast alle europäischen Mächte in ein Kriegsbündnis gegen Frankreich eintraten. 1792 wird die königliche Familie festgesetzt. Die Herrschaft der Jakobiner bricht an. Am 20.04.1792 beginnen die Koalitionskriege, Nationalversammlung erklärte Preußen und Österreich den Krieg. Die Monarchie in Frankreich wurde 1792 abgelöst und durch die Schreckensherrschaft Robespierres ersetzt, die bis 1794 ging wo er gestürzt wurde. In der Zeit von 1795 – 1799 ist in Frankreich eine Direktorialregierung eingesetzt. 1799 kommt Napoleon Bonapartes durch einen Staatsstreich an die Macht, wodurch er 1804 zum Kaiser gekrönt wurde. 1804 wird das bürgerliche Gesetzbuch ( Code civil ) zum Vorbild für die rechtstaatliche Entwicklung im 19. Jahrhundert. 1805 beginnen die Kriege Napoleons um die Vorherrschaft in Europa bis er 1815 in der Schlacht bei Waterloo endgültig besiegt wurde ( 1805 Sieg Frankreichs gegen Österreicher und Russen bei Austerlitz; 1806 beginn der Kontinentalsperre gegen England und Gründung des Rheinbundes und Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen; 1806 Zerschlagung des preußischen Heeres bei Jena und Auerstedt; 1812 Angriff auf Russland bis er sich 1813 zurück zieht; 1813 – 1815 Befreiungskriege gegen Napoleon ).

In den Jahren 1807 – 1814 werden in Preußen wichtige Reformen durch geführt, die wichtige Auswirkungen auf die Gesellschaft hatten ( Bauernbefreiung, Selbstverwaltung der Städte, Gewerbefreiheit, Judenemanzipation, Bildungs- und Heeresreform ). 1815 regelt der Wiener Kongress die Neuordnung Europas. Es kommt zur Gründung der „Heiligen Allianz“ ( Russland, Österreich und Preußen ) und der Gründung des Deutschen Bundes. Die Prinzipien der Neuordnung Europas, wie Restauration, Legitimität und Solidarität, bestimmen die nächsten Jahrzehnte in Deutschland.

1787 Erklärte England Australien zur Strafkolonie. 25.09.1789 Trat in der USA die Verfassung in kraft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Erfindungen und Entdeckungen

1788 Raddampfer in England, Schraubendampfschiff in den USA

1795 Beginn der Erforschung Innerafrikas

1796 Steindruck

1799 erste Dampfmaschinen im Bergbau des Ruhrgebietes

1801 Unterwasserboot „Nautilus“ ( Robert Fulton )

1804 erste einsatzfähige Dampflokomotive in England

1807 Dampfschiff mit Schaufelrädern in den USA

1808 Mechanischer Webstuhl in Frankreich

1812 Buchdruckschnellpresse ( Koenig )

1820 Elektromagnetismus ( Oersted )

1831 Elektromagnetische Induktion

5. Zeitliche Einordnung der Weimarer Klassik

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://www.teachsam.de

Klassik:

Bezeichnung für geistesgeschichtliche Epochen, die von den nachfolgenden Zeiten als vorbildhaft und normbildend anerkannt werden, im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet als Bezeichnung für Reife- oder Blütezeit.

Weimarer Klassik:

Bezeichnung für die Epoche zwischen Goethes erstem Aufenthalt am Hof von Weimar ( 1775 bis 1787 ) bzw. seine Italienreise ( 1786 ) und Schillers Tod ( 1805 ) „Bündnis Goethe/Schiller“.

5.1. Vergleich der Klassik und Romantik

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6. Hauptvertreter

6.1. Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang Goethe wurde am 28.August 1749 als Sohn des kaiserlichen Rates Johann Kaspar Goethe und Katharina Elisabeth in Frankfurt am Main geboren. Er verbrach dort seine Jugend mit seiner Schwester Cornelia und seinen Eltern. Er erhielt weltmännische Ausbildung durch seinen Vater und später durch einen Privatlehrer. Sein Vater bat ihn stark, ein Jurastudium zu absolvieren, welches er 1865 in Leipzig begann. 1868 musste er es aber wegen einer schweren Krankheit abbrechen. 1770 setzte er das Studium fort und belegte es 1771 mit einem Doktortitel. Während des Studiums hatte Goethe eine Begegnung mit Herder, die ihn stark beeindruckt und prägte. Er verliebte sich 1771 in die Pfarrerstochter Friederike Brion aus Sesenheim. 1772 wurde Goethe Praktikant im Reichskammergericht in Wetzlar, lernte dort Charlotte Buff kennen. Er nahm sie als Vorbild der Lotte in dem Werk „Leiden des jungen Werthers“. Gemeinsame literarische Interessen verbanden Goethe mit Johann Heinrich Merck und dem „Dramstädter Kreis“,einem musisch-literarischen Freundeskreis um die hessische Landgräfin Karoline. 1775 bekam er eine Berufung am Hof des Herzogs Karl August nach Weimar, wo er freundschaftliche Beziehungen mit der Herzogin Anna Amalia, zu Wieland, Schiller, Herder und Friedrich Heinrich Jacobi hatte. Außerdem hatte er in Weimar eine Freundin, Charlotte von Stein, mit der er eine starke Liebesverbindung hatte. Goethe hatte an dem Hof verschiedene hohe Positionen: Er war 1776 geheimer Legationsrat, 1779 Erzieher der fürstlichen Kinder, Staatsrat, Minister und Kriegskommissär. Außerdem war er Direktor des Wegebaus und Leiter der obersten Finanzbehörde. 1782 wurde Goethe geadelt. 1786 – 1788 führte Goethe seine erst Italienreise durch, eine Flucht aus menschlicher ( Frau von Stein ) und beruflicher Enge. Dort verfolgte er seine schriftstellerischen Arbeiten und führte umfangreiche naturwissenschaftlichen Studien durch. Die Reise nach Italien prägte seine künstlerische Entwicklung sehr stark. Nach seiner Heimkehr begegnete er Schiller, den er in der „Sturm und Drang“ – Zeit ablehnte. Nachdem Goethe von seiner 2. Italienreise nach Hause kam, wurde er 1791 Generaldirektor des Weimarer Hoftheaters, nahm 1792 am Feldzug gegen Frankreich und 1793 an der Belagerung von Mainz teil. 1806 heiratete Goethe Christiane Vulpius, die er schon seit dem Treffen mit Schiller kannte. Goethe und Christiane bekamen 1789 einen Sohn, August. 1808 begegnete Goethe Napoleon, dem Kaiser von Frankreich. Goethe verstarb am 22. März 1832 in Weimar und wurde, wie sein Freund Schiller zuvor, in der Weimarer Fürstengruft beigesetzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://www.literaturwelt.com

einpaar Werke:

Die Leiden des jungen Werther ( 1774 )

Iphigenie auf Tauris ( 1786 )

Egmont ( 1788 )

Torquato Tasso ( 1789 )

Die Metamorphose der Pflanzen ( 1790 )

Faust, ein Fragment ( 1790 )

Wilhelm Meisters Lehrjahre ( 1796 )

Faust, erster Teil ( 1806 )

Farbenlehre ( 1810 )

Italienische Reise, erster und zweiter Teil ( 1816 )

West-östlicher Divan ( 1819 )

Wilhelm Meisters Wanderjahre ( 1829 )

Faust, zweiter Teil ( 1831 )

einpaar Balladen:

Der Erlkönig ( 1778 )

Der Fischer ( 1779 )

Der Zauberlehrling ( 1797 )

Der Totentanz ( 1813 )

6.2. Friedrich Schiller

Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 während des 7 jährigen Krieges in Marbach am Neckar geboren. Die Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen, da der Vater ein Werbeoffizier, welcher nicht viel Geld verdiente, war. Friedrich Schiller besuchte ab 1767 die Lateinschule, wo er 1772 die ersten Dramenversuche schrieb. Er ging gerne in das Ludwigsburger Hoftheater, um sich dort Stücke anzusehen. 1772 bis 1780 besuchte er die militärische Pflanzschule, auch Karlsschule genannt, welche für ihre strengen Erziehungsmethoden bekannt war. Er studierte während dieser Zeit Jura und Medizin, schrieb 1777 aus Zorn gegen den Gründer der Schule, Karl Eugen das Werk „ Die Räuber“. Da er 1779 die 1. medizinische Arbeit mit einer schlechten Zensur belegte, musste er noch ein weiteres Jahr auf der Karlsschule verbringen, bis er 1780 entlassen wurde. Im gleichen Jahr zog Friedrich Schiller nach Stuttgart und verdiente sein Geld als Regimentsarzt, welches er für den Druck des Werkes „Die Räuber“ benötigte. Am 13.01.1782 wurde das Stück am Mannheimer Theater uraufgeführt und wurde ein riesengroßer Erfolg. Wegen des starken Erfolges verbot ihm der Herzog weitere schriftstellerische Aktivitäten. Daraufhin floh Schiller mit seinen Freund Andreas Streicher aus Stuttgart, ließ sich aber vom schreiben nicht ablenken und schrieb 1783 zwei weitere Werke, darunter auch „Kabale und Liebe“. Da er damit den Befehl des Herzogs nicht befolgte, wurde er nun durch den Herzog verfolgt. Im gleichen Jahr, 1783 wurde Schiller Theaterdichter in Mannheim, hatte dort großen Erfolg, gab aber den Job auf. Nun hatte Schiller große finanzielle Nöte, reiste am 09.04.1785 nach Leipzig aufgrund der Einladung Körners. Dadurch bildete sich eine Lebenslange Freundschaft zwischen den beiden. Am 11.11.1785 reiste er nach Dresden ab. 1 Jahr nach Ausbruch der französischen Revolution siedelte Schiller am 11.Mai 1789 nach Jena über und machte aufreibende Gerichtsstudien, um sich seine Existenz zu sichern. Am 26.Mai hielt er eine Antrittsvorlesung als Professor und verlobte sich am 03.08.1789 mit Charlotte von Lengefeld, welche er am 22.02.1790 heiratete. 1791 erkrankte Schiller an einer schweren Krankheit, von der er sich bis zu seinem Tode nicht erholte. In den letzten Lebensjahren war Schiller noch einmal sehr produktiv, verstarb 1805 an den Folgen einer schweren Lungenentzündung, wurde auf dem Friedhof der St.–Jakobs-Kirche beerdigt und 1827 in der Fürstengruft zu Weimar bestattet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://www.literaturwelt.com

einpaar Werke:

Die Räuber ( 1781 )

Kabale und Liebe ( 1783 )

Don Carlos ( 1783 )

Über Anmut und Würde ( 1793 )

Vom Erhabenen ( 1793 )

Wallenstein ( 1796 – 1799 )

Maria Stuart ( 1800 )

Die Jungfrau von Orleans ( 1801 )

Die Braut von Messina ( 1803 )

Wilhelm Tell ( 1804 )

einpaar Balladen:

Der Handschuh ( 1797 )

Der Taucher ( 1797 )

Ritter Toggenburg ( 1797 )

Das Lied von der Glocke ( 1797 )

Die Bürgschaft ( 1798 )

Das Siegesfest ( 1802 )

Kassandra ( 1802 )

6.3. Die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller

Die Freundschaft bildete sich in der Zeit, in der Goethe sehr niedergeschlagen war. 1794 trafen sich beide in Jena in der „Naturforschenden Gesellschaft“ wo beide Mitglieder war. Kurze Zeit später konnte Schiller Goethe durch einen Brief an Goethe, zu dessen Mitarbeit an der Zeitschrift der „Die Horen“ gewinnen. Zu diesem Zeitpunkt war Schiller 35 und Goethe 45 Jahre alt. Damit war der Grundstein für die sich später entwickelnde Freundschaft gelegt. Durch diese Annährung entwickelte sich ein intensiver schriftlicher und verbaler Gedankenaustausch, den beide viel Freunde und Nutzen brachte. 1796 erschienen die aus gemeinsamer Arbeit zwischen beiden resultierten Xenien in Schillers Muselalmanach. Das Jahr 1797 war das Balladenjahr, in dem Goethe und Schiller im Wettstreit und in gegenseitiger Unterstützung ihre größten Werke schrieben. Dies waren zum Beispiel: Der Zauberlehrling, Der Taucher, Der Handschuh und Die Braut von Korinth etc. Besonders wird die Freundschaft und Beeinflussung zwischen Goethe und Schiller beim Gestalten des Kranich – Motivs des Werkes „Die Kraniche des Ibykus“ deutlich: Goethe, der den Stoff eigentlich selbst verwenden wollte, überlässt das Sujet im Juli 1797 Schiller, der Goethe bereits am 17.August 1797 den ersten Entwurf der Ballade schickt. 1805 wo beide schwer erkrankten sollte sich alles ändern, denn der Gedankenaustausch war unterbrochen bzw. unmöglich geworden. Am 9.Mai 1805 stirbt Schiller, dieses Ereignis nimmt einen tiefen Schnitt in das Leben Goethes, dass bis dahin von einer intensiven Freundschaft und geistigen Beziehung der beiden geprägt war. Die entstandenen Werke von Schiller und Goethe dieser Zeit orientierten sich an der Antike und Renaissance und prägte den Stil der „Weimarer Klassik“. Wenn man die Briefe Goethes und Schillers liest, kann man feststellen, wie wichtig der Rat des anderen für den einen war, da sie sich gegenseitig als ihre größten Kritiker sahen. Die Freundschaft der beiden, in der ganz natürlicherweise Schiller anfänglich mehr der Werbende und Lernende war, stellte den Gipfelpunkt der deutschen klassischen Literatur dar, sie ist die bedeutendste Tatsache der deutschen Kulturgeschichte um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert. Schon allein die Nennung solcher Titel wie „Faust“, „Wilhelm Meister“, „Hermann und Dorothea“, „Wallenstein“, „Die Jungfrau von Orleans“ und „Tell“, von Werken also, in denen, neben den Gedichten die gegenseitige geistige Anregung und Mitarbeit der beiden Männer fruchtbar wurde, offenbart die einzige Bedeutung der Zusammenarbeit Goethes und Schillers für die Entwicklung der deutschen Nationalliteratur.

7. weitere Künstler und Werke

- Johann Gottfried Herder ( 1744 – 1803 ) - Philosoph

Christliche Schriften – 1796 - 1799

Briefe zur Beförderung der Humanität – 1791 - 1797

- Friedrich Hölderlin ( 1770 – 1843 )

Hymnen - 1792

Der Tod des Empedokles ( Fragmente ) – 1798

Lyrik der Spätzeit – 1801/08

- Immanuel Kant ( 1724 – 1804 ) - Philosoph

Kritik der praktischen Vernunft – 1788

Kritik der Urteilskraft – 1790

Zum ewigen Frieden - 1795

- Friedrich Heinrich Jacobi ( 1743 – 1819 ) - Philosoph

Sendschreiben an Fichte – 1799

Über gelehrte Gesellschaften, ihren Geist und Zweck - 1804

- Friedrich von Schlegel ( 1772 – 1829 )

Alarkos - 1802

- Jean Paul ( 1763 – 1825 )

Siebenkäs ( Roman ) – 1796

Titan - 1802

- Christoph Martin Wieland

Oberon ( Gedicht ) - 1780

- August Wilhelm Iffland ( 1759 – 1814 )

Die Kokkarden ( Drama ) – 1791

Der Spieler - 1795

- Wolfgang Amadeus Mozart ( 1756 – 1791 ) – Komponist/Musiker

Don Giovanni ( Oper ) - 1788

Eine kleine Nachtmusik ( Oper ) – 1787

- Joseph Haydn ( 1732 – 1809 ) - Komponist/Musiker

92. Sinfonie

- Ludwig van Beethoven ( 1770 – 1827 ) – Komponist/Musiker

Eroica – 1804

7. Symphonie – 1812

5. Symphonie

- Claude – Nicolas Ledoux ( Frankreich, 1736 – 1806 ) – Baumeister

- Jean Auguste Dominique Ingres ( Frankreich, 1780 – 1867 ) – Maler

- Antonio Canova ( Italien, 1757 – 1822 ) - Bildhauer

8. Schlussbemärkung

Abschließen möchte ich mit einem Auszug aus Goethes Gedicht „Das Göttliche“ zeigen, dass dieses Gedicht wie kein anderes das Menschenideal der Klassik definiert:

„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!

Denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen,

die wir kennen.“

9. Quellenangaben

Literatur

„Deutsche Literaturgeschichte – Band 3“

Die Weimarer Klassik, Goethes Spätwerk

Erika und Ernst von Borries

Deutscher Taschenbuch Verlag

Nördlingen, 2001

„Klassik – Erläuterung zur deutschen Klassik“

Dr. Johannes Mittenzwei, Günter Albrecht

Volk und Wissen Volkseigener Verlag

Berlin, 1962

„Schiller – ein Lesebuch“

Hans Dietrich Dahnke, Walther Voctor

Aufbau – Verlag

Berlin und Weimar, 1986

„Goethe – Lesebuch“

Walther Victor

Thüringer Volksverlag

Weimar, 1953

„Deutsche Literaturgeschichte – In einem Band“

Dr. Sigrid Bock, Dr. Klaus Jarmatz, Dr. Hermann Kähler

Volk und Wissen Volkseigener Verlag

Berlin, 1966

„Weimarer Klassik – Porträt einer Epoche“

A. Borchmeyer

Weinheim, 1998

Internet

www.wikipedia.org

www.literaturwelt.com

www.pausenhof.de

www.fundus.org

www.lehrer.uni-karlsruhe.de

www.teachsam.de

www.friedrich-von-schiller.de

www.sewanee.edu

www.ikg.rt.bw.schule.de

www.gutenberg.spiegel.de

www.liebesgedichte.siteware.ch

www.berg.heim.at

www.lettern.de

www.anabell.de

www.fo-net.de

www.netschool.de

www.schoolunity.de

Details

Seiten
19
Jahr
2005
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v109861
Note
Schlagworte
Weimarer Klassik

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Weimarer Klassik