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Von der Arbeitslosigkeit. Ein problematisches Thema in den Regierungserklärungen französischer Premierminister seit 1997.

Hausarbeit 2005 25 Seiten

Romanistik - Französisch - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Corpus und die Analyseinstrumente

Schlüsselwörter im Corpus

Semantische Felder: recherche générique

chômage im Corpus

Résumé

Quellenverzeichnis

Einleitung

Zwei Tage nach dem Referendum vom 29. Mai 2005, war der Rücktritt von Premierminister Raffarin, der erst gut ein Jahr zuvor nach den Regionalwahlen eine neue Regierung gebildet hatte, gewiss eine Reaktion auf die Ablehnung des EU-Verfassungsvertrags. Wurde doch das „Non“ der französischen Wähler weitgehend auf eine Ablehnung der Regierung Raffarin zurückgeführt. Da nun aber die neue Regierung von derselben Parlaments-mehrheit getragen werden muss und also nur eine konservative aus den Reihen der Union pour un mouvement populaire (UMP) sein kann, ist es durchaus interessant, wie sich der neue Premier de Villepin im Spannungsfeld von Wandel und Kontinuität positioniert.

Programmatischen Charakter trägt in dieser Hinsicht immer die Regierungserklärung des Premiers. Mit Hilfe der Analyse de discours politique, genauer: der Lexikometrie will ich mich dieser Fragestellung nähern – dabei soll der Themenzusammenhang Arbeit/Arbeitslosigkeit im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Schließlich ist es genau diese Problematik, und die einhergehenden Maßnahmen im Bereich der Sozialversicherungen, die seit mehr mehr als zwei Jahrzehnten die nationale Politik bloßstellt und seit 1995 immer wieder Anlass war zu sozialen Auseinandersetzungen, die so manche Regierung ins Wanken brachten.

Die Diskursanalyse bietet sich dazu als linguistisches Instrumentarium geradezu an, steht sie doch für die Hinwendung zur sozialen Rolle der Sprache und ihrer Produktionsbedingungen. Das schließt die bisweilen banale Aussage mit ein, dass die Sprache kein abgeschlossenes und von der Gesellschaft unabhängiges System ist, dem sich die Sprecher zu unterwerfen hätten. Denn gerade der politische Diskurs, also die Praxis seiner Sprecher, zeichnet sich dadurch aus, Begriffe zu besetzen bzw. zu prägen und die Sprachwirklichkeit also zu verändern.

Ich werde hier „travailler sur des textes politiques définis comme politiques[1], da es sich ja darum handelt, die Attitude der Premierminister bzw. der Regierung zu beleuchten – der Untersuchung liegt also der engere Begriff von Analyse de Discours zugrunde. Dabei werde ich mich vor allem auf die Lexikometrie stützen, eine Weiterentwicklung der Analyse de discours à l’entrée lexicale von Louis Gilbert. Es handelt sich aber um nicht mehr als ein Experiment, inwieweit diese vorwiegend quantitativ fundierte Methode fruchtbar zu machen ist für die Textanalyse – ist es doch mein erster Versuch, die Lexikometrie praktisch anzuwenden. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei, was in einem Text, einer „succession d’occurrences des mots“[2] zur Bestimmung eines Schlüsselwortes beiträgt. Dabei ist der Satz selbstverständlich der grundlegende Rahmen, in dessen Innerem die Beziehungen verschiedener Wörter zueinander untersucht werden. Die Situation des Gebrauchs, die ein Wort bestimmt, beschränkt sich aber nicht auf den Satz – also zieht auch die Lexikometrie nicht nur den Satz eines Okkurrenten in Betracht. Die Grenzen der Satzanalyse werden nicht erst im „rekursiven Lexikogramm“ überwunden, sondern schon in der ersten Aufstellung der meist verwendeten Wörter.

Zugegebenermaßen fiel es mir nicht leicht, mittels der vorliegenden Literatur einen methodischen Zugang zu finden. Das war etwa dann der Fall, wenn ich mir keine Klarheit verschaffen konnte über die Kategorien wie „hapax“[3], oder wenn es bei Heiden/Tournier bspw. heißt, „de restreindre les calculs effectifs à une population réduite de formes considérées a priori comme ‚lexicales‘.“[4]

Mir blieb dennoch nichts anderes übrig, als mich zunächst an den Arbeiten von Serge Heiden sowie Heiden/Tournier und ihrer „analyse des couples de mots en cooccurrence et ses réprésentations graphiques“[5] als den konkretesten Texten zu orientieren, obwohl ich keinen Zugang zu der von den Autoren verwandten Software hatte. Mithilfe des Programms Lexiko3 konnte ich viele, aber nicht alle Untersuchungen automatisiert durchführen. Da ich aber nicht auf Lexikogramm, Co-Fréquence, Distance moyenne, etc. verzichten wollte, kann der Corpus des Intertextes nicht so umfangreich sein, wie es in der gegenwärtigen Forschung möglich ist. Dennoch hoffe ich, dass der Text nicht „trop restreint“[6] ist und dass man auch mit einfach zugänglichen Mitteln eine erkenntnisträchtige Analyse der „Textoberfläche“ vorlegen kann – und vielleicht ist es gerade die Zugänglichkeit der Mittel, die diesem Essai seinen Wert verleiht.

Zunächst werde ich die Ausgangslage der Analyse, also Corpus und Software, sowie meine Vorgehensweise in der Bearbeitung des Textes schildern. Anschließend stelle ich die Ergebnisse der lexikometrischen Untersuchung, die Schlüsselwörter des Corpus vor. In einem dritten Schritt will ich mir einige semantische Felder im Umfeld von „chômage“ näher ansehen, bevor ich eine genauere Untersuchung des Kontextes von „chômage“ vornehme und versuche, „[de faire] apparaitre des stratégies dans la mise en place des mots“[7].

Der Corpus und die Analyseinstrumente

Die erste Aufgabe war es, die textliche Grundlage der Analyse zu schaffen, denn „la recherche de ces liens (cooccurrences) exige un corpus de données textuelles homogène, c’est-à-dire dépendant de forts invariants énonciatifs.“[8] Mit den vier jüngsten Regierungserklärungen französischer Premierminister will ich also einen Ausschnitt des politischen Diskurses untersuchen, den die déclarations de politique générale der 19 Regierungen der V. Republik[9] bilden.

Die vier Sprecher waren Lionel Jospin am 19.6.1997 (34.891 Zeichen ohne Leerzeichen), Jean-Pierre Raffarin am 3.7.2002 (46.985 Zeichen), noch einmal Jean-Pierre Raffarin am 6.4.2004 (18.671 Zeichen) und Dominique de Villepin am 8.6.2005 (33.276 Zeichen). Die Konstanten der Aussagesituation garantieren die Homogenität des Corpus, den ich aus den genannten vier Erklärungen zusammensetzt habe:

Alle Erklärungen wurden von verschiedenen Personen in derselben Funktion (Premierminister) vor dem nationalen Parlament, der Assemblée nationale abgegeben und richteten sich sowohl an die Abgeordneten wie auch an die Bevölkerung – es steht also zu vermuten, dass die Texte vorwiegend integrativen und persuasiven Charakter tragen.

Direkt nach der Regierungsbildung, findet der Sprecher den Zeitpunkt seiner (diskursiv) größten Souveränität, legt sich mit seinem Ausspruch aber für die kommenden Monate gewissermaßen fest – der jeweilige Text ist also von höchster Bedeutung, denn er dient als Maßstab und Referenz (auch für Kritiker).

So ist denn, ungeachtet der ungleichen Länge der Regierungserklärungen, das Ziel immer dasselbe: der neuen Regierung eine stabile Grundlage im politischen Diskurs der Gegenwart zu schaffen. Insbesondere im Problemfeld der Arbeitslosigkeit kommt es darauf an, Verunsicherung zu kanalisieren und die Bevölkerung von der Kompetenz der Regierung zu überzeugen, was situationsbedingt auch immer prospektive Argumentationslinien evoziert.

Meine Arbeitsinstrumente waren das Textverarbeitungsprogramm Microsoft Word und Lexico3 vom Centre de Lexicométrie (Université Paris III), mit denen ich eine Teilautomatisierung der Untersuchung bewerkstelligen konnte. Zwecks der Zählung der occurrences entfernte ich den Paratext (Überschriften, Zwischenüberschriften, Quellenangabe, etc.)[10] und fügte hinter alle Apostrophe ein Leerzeichen ein[11] – denn beide Programme zählen die Wörter, also „les unités en présence“[12], nach den Zeichen zwischen zwei Leerstellen. Nachdem die Abkürzung für Monsieur, M. durch M ersetzt war, war es mir mit der Word -Funktion „Ersetzen“ möglich, die Sätze zu zählen: die Anzahl der ersetzten Satzzeichen addiert, erbachte die Zahl der „intervalles entre deux ponctuations ‚fortes‘„[13]. Für die Analyse mit Lexico3 fügte ich außerdem in die Basisdatei (corpus.txt) die Codierungs-marken <Auteur=Name> sowie <An=Jahr> ein – auf die Umformung von Großbuchstaben (B) in „*b“ verzichtete ich, da die Unterscheidung auch so gegeben war.[14]

Das Ergebnis der allerersten statistischen Erhebungen für die „limites quantitatives globales du corpus“[15] und der Sprecher ist folgendes:

MS Word

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Tab.1 nach „Wörter zählen ...“ und „Suchen/Ersetzen“ von ?.!

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Tab.2 nach „Principales caractéristiques de la partion: Auteur“ und „Résultat de la segmentation du fichier: corpus.TXT“

Aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine linguistische Software handelt, lege ich der Untersuchung in der Folge das Resultat von Lexico3 zugrunde, und werde also das minimal abweichende Ergebnis mit MS Word außer Acht lassen.[16] Das Corpus umfasst 26.184 Okkurrenzen, 26.184 Wörter[17] in 4.085 Formen in 1.376 Sätzen – die am häufigsten auftretenden Form (f = 1.480)[18] heißt „de“ und ist also auf die französische Grammatik zurückzuführen.

In der Zeile „Okkurrenzen“ ist der Umfang jeder einzelnen Rede ablesbar: Die wenigsten Worte machte Raffarin2 (2004) mit 3.690 occurences in 203 Sätzen, gefolgt von Villepin mit 6.595 Okkurrenzen in 350 Sätzen, darauf Jospin mit 6.708 Okkurrenzen in 348 Sätzen und schließlich Raffarin1 (2002) mit 9.191 Wörtern in 475 Sätzen. Die Zeile „Formen“ zeigt die Größe des Vokabulars des jeweiligen Sprechers und des Corpus an – den relativ größten Wortschatz findet man bei Raffarin2.

Die durchschnittliche Satzlänge liegt bei 19,03 Wörtern. Die durchschnitt-liche Satzlänge nach Sprechern in aufsteigender Reihenfolge - Raffarin2 18,17; Villepin 18,84; Jospin: 19,27; Raffarin1 19,35 – gibt erstaunlicherweise dasselbe Bild wie der Vergleich nach Okkurrenzen: die Satzlänge steigt hier also mit der Textlänge.

Schlüsselwörter im Corpus

Bevor ich mich dem eigentlichen Studienobjekt, dem semantischen Feld der Arbeitslosigkeit, widme, erscheint es mir angezeigt, „la surface graphique du discours de chaque locuteur“[19] zu untersuchen. Denn: „La méthode lexicométrique procède d’une démarche d’analyse à la fois descriptive et interprétative de divers corpus textuels à l’aide de l’ordinateur sur la base d’indices quantitatifs de divers fonctionnements discursifs.“[20] So können wir uns ein ungefähres Bild von den Grundpfeilern der vier Regierungserklärungen machen.

Für Tabelle 3 ermittelte ich die am häufigsten auftretenden Substantive (Frequenz größer als 9), Schlüsselwörter also, der einzelnen Sprecher. So werden auf einen Blick unterschiedliche und gemeinsame Gewichtungen deutlich: Es ist wenig erstaunlich, dass bei allen vier Sprechern France auf einem der ersten drei Ränge liegt; bei drei von vier Sprechern findet sich dort immerhin auch État. Schließlich müssen alle Sprecher danach trachten, diese zentralen politischen Begriffe mit der eigenen Person bzw. Regierung zu verknüpfen, um ihre Position als Premier zu stabilisieren.

Bemerkenswert auch die starke Verwendung von emploi seitens de Villepin (f=44), der diesen Begriff öfter im Munde führte als seine drei Vorgänger zusammen. Dieser hier offensichtliche Bedeutungszuwachs rechtfertigt meine eingangs getroffene Entscheidung, den Themenkomplex Arbeitslosigkeit, oder Arbeitsplatzmangel ins Zentrum zu rücken.

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Tab.3: Okkurrenzen substantivischer Formen nach Sprechern (f>9), nach „Dictionnaire“ in Lexico3 auf Basis der einzelnen Texte

Eine erste Vermutung würde nahelegen, in diesem Bedeutungszuwachs von emploi ein Moment des Wandels im Diskurs des Premierministers auch über die Arbeitslosigkeit zu sehen. Freilich wäre die Ursache dieses Wandels nicht in der statistischen Realität zu suchen, denn die hat sich sogar leicht gebessert[21] - allenfalls mag das Problem in seiner Permanenz dringlicher geworden sein. Mit Hinblick auf eine gewiss existierende Diskursstrategie ist es indes kaum verwunderlich, dass der negativ belegte Begriff chômage nicht zu den Schlagwörtern gehört.

In Tabelle 4 wurden die Schlüsselbegriffe eines jeden Sprechers nach ihrer Frequenz im Corpus hierarchisiert, um (von einer Form ausgehend) einen unmittelbaren Vergleich zwischen den Sprechern anzustellen. Dabei wurde (wie schon bei Tab.3) ein näherer Blick auf bspw. politique notwendig.[22]

Anzumerken bleibt, dass aus dieser Tabelle all jene Substantive mit ähnlich hoher Frequenz im Corpus herausfallen, die von den einzelnen Sprechern weniger als je 10 Mal verwendet wurden: sens (30), an (29), droit (25), justice (24), partenaires (24), ministre (23), respect (22), ambition (21), services (21), etc.

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Tab. 4 Okkurrenzen substantivischer Formen (f>9 in min. 1 Partition)

Ohne sie in rechnerischer Wahrscheinlichkeit angeben zu können, meine ich dem Augenschein nach eine überdurchschnittliche Verwendung von Gouvernement durch Jospin, France / Français durch Raffarin1 und von emploi durch Villepin feststellen zu können.

Auffällig ist in Tab.4, dass sich mit emploi ein Begriff auf dem zweiten Rang befindet, der nicht in erster Linie der politischen Sphäre zuzuschreiben wäre, der gewissermaßen etwas fremd ist unter France, Etat, Français, pays, politique, Gouvernement, loi und République. Vorrangig wirtschaftliche Termini sammeln sich eher im unteren Drittel in Form von croissance, travail, développement, emplois, salariés und entreprise.

Semantische Felder: recherche générique

Nach diesem ersten Überblick wählte ich, um auf die Fragestellung zurückzukommen, zunächst einige semantische Felder aus, die zum direkten Umfeld von Arbeit/Arbeitslosigkeit gehören: Zunächst ist da der chômage selbst, sowie sein Gegenteil, der emploi. Fehlen darf nicht das Feld des travail, „placé par la société au fondement de son existence, à la fois moyen cardinal et but suprême. [...] celui que nous ‚avons’, ‚cherchons’, ‚offrons’“[23]. Weil erst durch die „société salariale“ die Arbeitslosigkeit zum schier unüberwindbaren Problem wird, darf meines Erachtens auch das Feld von salarié. Dieser Rückgriff auf extra-linguistische Kategorien sei erlaubt, ist für die Analyse der Reden doch eine Perspektive auf Arbeitslosigkeit als sozio-ökonomische Problematik notwendig.

Um alle Formen, die im Corpus vorkommen, ungeachtet von Prä- bzw. Suffix, Wortart, etc. zu erfassen, griff ich auf die Lexico3- Funktion „Groupes de formes“ zurück. Damit kann man „occurrences de formes graphiques différentes liées par une propriété commune“[24] aufführen, was der recherche générique von Heiden[25] entspricht. Die Basis der Berechnung, die die ganze Wortfamilie umfassen soll, bildet ein Wortstamm:

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Tab.5 nach Lexico3 – Groupes de formes „.*Wortstamm.*“

Es tritt in dieser Liste aller Formen noch einmal das deutlich zutage, was sich bereits in den vorherigen Tabellen abgezeichnet hatte: Der vorwiegend pejorative, sozial problematische Begriff des Arbeitsmangels[26], des chômage steht in seiner Frequenz (f=17) eindeutig hinter denen der positiven Begriff (emploi, travail, salaire, etc.; f=149) zurück. Außerdem fällt ein quantitatives Übergewicht nicht nur der Substantive (f=206) gegenüber den Verben (f=13) auf. In der ersten Gruppe lässt sich eine weitere Differenzierung machen: abstrakte und/oder apersonale Begriffe (f=169) übertreffen die Subjektbezeichnungen (chômeur, employeur, salarié; f=40) bei weitem. Und selbst unter den Subjektbezeichnungen sind zwei Passivformen mit f=32 überwiegend präsent – der Begriff salarié hat seine Synonyme employé, travailleur oder gar ouvrier abgelöst. Schauen wir uns nun die Verteilung der Okkurrenten in Relation zu den Sprechern an.

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Tab.6 nach Lexico3 – Concordances regroupées par Auteur

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Tab.7 nach Lexico3 – Concordances regroupées par Auteur

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Tab.8 nach Lexico3 – Concordances regroupées par Auteur

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Tab.9 nach Lexico3 – Concordances regroupées par Auteur

Zunächst einmal bestätigt sich, was bereits aus der einfachen recherche générique (Tab.5) abzulesen war: Die Begriffe sind überrepräsentiert in der Welt, wie sie von den Premierministern dargestellt wird[27]. Bemerkenswert ist allenfalls, dass Begriffe, die ein Kollektiv bezeichnen, wie „salariés“, „chômeurs“ und „travailleurs“ eher von den konservativen Sprechern verwandt werden; ließen sie sich doch vor historischem Hintergrund der sozialistischen Arbeiterbewegung eher bei einem Premierminister aus dem Parti socialiste verorten. Aufschlussreich sind also bisweilen auch die Wörter, die nicht Eingang in den Text gefunden haben: in Referenz zu den entsprechenden Lemmata im Micro Robert „fehlen“ im vorliegenden Corpus die Wörter „chômer“, „employé, ée“, „travailloter“ und „salariat“. Gemeinsam ist den vier Sprechern also, politisch eher nonkonforme Begriffe zu meiden.

Analog zu Tab.3 ist festzustellen, dass die Thematik Arbeitslosigkeit von de Villepin vorzüglicher behandelt wird als von den anderen Sprechern: deren f-Durchschnitt in Tab.6 liegt bei 3,3 gegenüber f=11 bei Villepin. Ebenso verhält es sich in Tab.7 (21 : 52) und Tab.9 (4,3 : 25). Eine Ausnahme bildet hier einzig das Feld .*trava.* (Tab.8), das in etwa gleich bleibendem Maße Eingang in die Reden fand. Es ist also ein Zusammenhang herzustellen zwischen chômage und emploi, wie ich bereits vermutete. Ersichtlich wird er in der Ähnlichkeit untenstehender Kurven:

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Tab.10 relative Verteilung der Formen aus den Feldern

.*chôm.* und .*emplo.* nach Sprechern (Lexico3)

Es davon auszugehen, dass vorrangig das Schaffen bzw. das Suchen und Finden von Arbeitsplätzen verhandelt wird, wenn von emploi die Rede ist. Die Analyse der prädikativen Bestimmungen in den 78 Sätzen (cf>1) zeigt die überschwängliche Tendenz: créer (de l’emploi), favoriser (l’emploi), soutenir (l’emploi), lever les obstacles (à l’emploi), permettre d’occuper (un emploi). Es geht nicht auch um die Bedingungen am Arbeitsplatz, sondern um den emploi an sich. Das heißt aber auch, dass das eigentliche Problem für die Sprecher, dass chômage in semantischer Dimension stark unterrepräsentiert ist.

Was die Stellung im Satz anbelangt, ist festzustellen, dass sich chômage eher in der vorderen Hälfte des Satzes findet als in der hinteren; während sich emploi mehrheitlich im hinteren Satzteil steht und als „point d’aboutissement“[28] fungiert, als Bekenntnis und Normsetzung zugleich. Ersichtlich wird das beispielsweise an der Äußerung Jospins: „Trouver sa place dans la société, c'est d'abord avoir un emploi.“ Diese duale Motiva-tion wäre auch eine bessere Erklärung für das Schweigen über die (massen-hafte) Normverletzung als eine psychologisierende, dass man nicht über Probleme sprechen wolle – sie werden zumeist unausgesprochen thematisiert.

chômage im Corpus

Unberührt von den möglichen Formen einer Wortbasis, „l’interpretation de chacune [occurrence] de ses réalisations ne peut, au final, s’effectuer qu’en contexte“[29]. Dabei gibt es unterschiedliche Varianten, den Kontext zu bestimmen: Zum einen ist da der grammatikalische Kontext, der Satz. Zum anderen könnte man auch ganze Absätze untersuchen, deren Fixierung sich aufgrund der Textform der Rede[30] aber als nicht einfach erweist. Zum dritten bleibt eine strikt statistische Herangehensweise, in der man einen numerischen Radius festlegt und dabei syntaktische bzw. morphologische Einheiten vollkommen außer Acht lässt.

Um den Kontext eines semantischen Feldes im Corpus zu untersuchen und letztlich seine Beziehungen auszuleuchten, entschied ich mich für den am wenigsten umfassenden: .*chôm.* mit ingesamt 21 Okkurrenzen in drei Formen. So ist es denn auch möglich, alle Erscheinungskontexte für die Wörter chômage, chômeur und chômeurs im gesamten Corpus anzuführen, die für eine „analyse effective du champ“[31] unerlässlich sind.

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Tab.11 nach Lexico3 – Concordances „chômage“ regroupées par Auteur

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Tab.12 nach Lexico3 – Concordances „chômeur“ regroupées par Auteur

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Tab.13 nach Lexico3 – Concordances „chômeurs“ regroupées par Auteur

Die Tabellen 11 bis 13 wurden mittels der Lexico3 -Funktion „Concordances“ erstellt[32] - der Darstellbarkeit halber legte ich den Radius (mit „Largeur“) auf 40 Zeichen fest. Leider gibt es keine (frei verfügbare) Funktion zur Ermittlung weiterer Parameter (Co-fréquence, Distance moyenne, probabilité), um „d’établir une liste homogène de couples en forte ‚attirance‘.“[33] Außerdem beschränkt sich bei Lexico3 die Verortung des Kontextes im Corpus auf die Partition, bzw. den Sprecher – eine genauere Referenz wäre schließlich mit der Zeilennummerierung in MS Word möglich[34].

Die Concordances lassen sich jedoch nicht nur nach Sprechern ordnen, sondern auch alphabetisch nach vorhergehenden oder nachfolgenden Wörtern – in allererster Linie werden damit „segments répétés“ wie „le chômage“ deutlich, die auf die grammatikalische Struktur verweisen. Bei einem so überschaubaren Umfang der Untersuchung ist es jedoch leicht möglich, die Attributierungen und die prädikativen Bestimmungen zu erfassen.

Die prädikativen Bestimmungen von „chômage“ sind, wie nicht anders zu erwarten, eindeutig negativ: Menschen sind damit „confrontés“ und davon „frappés“, die Arbeitslosigkeit „touche“, „atteint“ und „a beaucoup progressé“. Die häufigste Cooccurrence (5) besteht allerdings im prospektiven Bereich mit „reculer“: zentral ist dabei „[de] faire reculer le chômage“ oder (nachdrücklicher von konservativer Seite) „[de] faire reculer durablement le chômage“. Raffarin formuliert 2004 die Hoffnung, dass „le chômage commence à reculer“. Das verbale Umfeld bestimmt sich also zwischen zwei semantischen Polen: dem Aufstreben bzw. der Macht der Arbeitslosigkeit und ihrem Rückgang.

Ähnlich zweigeteilt verhält es sich mit dem substantivischen Umfeld: Einerseits findet sich Vokabular aus der Verwaltungssprache, eine Zustands- oder Phänomenalbeschreibung: „La montée du chômage“, „le taux de chômage“, „complément d’allocations chômage“, „les premiers mois de chômage“, „les personnes au chômage depuis plus d’ un an“, „jeunes au chômage depuis plus d’ un an“. Die „Arbeitslosigkeit“ tritt also als Attribut in Erscheinung. Andererseits taucht das Wort mehrmals als ein Schlagwort neben anderen auf, das keine Attribute kennt: entweder in einer Reihenfolge wie „le chômage, la pauvreté, la précarité, les inégalités“ und „au chômage et à la précarité“, oder aber in Abgrenzung zueinander wie „le chômage: le service militaire adapté“ und „combat contre le chômage“. Auch die Fragmente aus der Verwaltungssprache finden sich häufig in einem prospektiven Kontext, sollen neben dem Skandal „chômage“ aber wohl auch Konkretion und Sachverstand implizieren. Dabei wirken die teils formelhaften énoncés, die auf offizielle Sprachregelungen zurückgehen, stabilisierend-regulativ: wenn Demazière/Pignoni schreiben, dass „[d]ans la codification officielle, le chômage demeure irrémédiablement temporaire et provisoire“[35], dann mögen ihnen die Formulierungen „personnes au chômage“, „jeunes au chômage“ vor Augen gestanden haben. Und das, so führen sie weiter aus, „rend difficile la formation d’un groupe organisé de chômeurs“[36] ; womit zu erklären wäre, dass die „augmentation du nombre de chômeurs n’a pas accru leur visibilité“[37]. Diese diskursiven Verhältnisse stützen auch die vier Sprecher, bei denen die Subjektformen (insofern sie überhaupt vorkommen) als Objekte verwendet, die begleitet und denen geholfen werden müsse – damit bestärken sie die „identité négative et stigmatisée“[38] und bestreiten gleichzeitig die Legitimität etwaiger Forderungen der Arbeitlosen. Außerdem nehmen sie eine „redéfinition de l’expérience du chômage“[39] vor, handelt es sich bei der Wiedereingliederung Erwerbsloser doch nicht in erster Linie um eine Hilfestellung, sondern um eine zwingende Vorschrift, der nachgekommen zu sein das Individuum immer wieder zu belegen hat. Die prospektive Rede vom „chômage“ zielt also auf eine Stabilisierung der politischen Situation.

Wenden wir den Blick nun vom engeren Umfeld ab und richten ihn wieder auf statistische Verbindungen von chômage innerhalb der Sätze. Zu diesem Zwecke weite ich den Radius (Largeur=200) aus und übertrage die vollständigen Sätze manuell in eine Word -Tabelle. Auf dieser Basis kann ich nicht nur Zahl und Form der Co-Okkurrenten feststellen, sondern auch die Satzlänge: 475 Okkurrenzen[40] in 245 Formen. Die durchschnittliche Satzlänge liegt mit 27,94 Wörtern deutlich über dem Corpus-Durchschnitt von 19,03 Okkurrenten.

Das folgende Lexikogramm, „une synthèse des collocations gauches et droites d’un mot, à l’intérieur de toutes les phrases où il apparaît“[41], habe ich manuell erstellt, indem ich die entsprechenden Sätze in eine .txt-Datei übertrug und mit Lexico3 untersuchte. Es handelt sich nicht um ein probabilistisches Modell[42], weil in der vorliegenden Literatur keine Gleichung zur Wahrscheinlichkeitskalkulation angegeben ist – das ist jedoch kein Hindernis, denn in „aucun cas il s’agit d’essayer d’interpréter une ‚réalité’ sous-jacente calculée par la machine, mais plutôt d’opérer un parcours interprétatif en ‚filtrant’ à la demande la richesse de l’espace de cooccurrence du corpus utilisé.“[43] Daher habe ich ein Lexikogramm mit dem pivot (Pol) chômage über die Beziehung zu den Schlüsselwörtern (Tab.4) aufgebaut und nach der Distance moyenne (dm) geordnet. Aufgrund der geringen Co-Frequenzen (cf) kann aber nur bei Tab.15 von einer „durchschnittlichen Distanz“ im eigentlichen Sinne die Rede sein:

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Tab.14 – Lexikogramm „chômage“, F=17, f>9 in min. 1 Partition, cf>0

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Tab. 15 – Lexikogramm „chômage“, F=17, f>9 in min. 1 Partition, cf>1

In den 17 Sätzen mit chômage findet sich also 28 Mal eines der Schlüsselwörter der verschiedenen Sprecher. Von diesen 36 Formen finden sich 16, also 44,44 Prozent mindestens einmal im engeren Kontext von chômage wieder. Dabei ist zu beachten, dass eine geringe durchschnittliche Distanz eher auf lexikalische bzw. syntagmatische Zusammenhänge verweist, während eine große Distanz eher auf einen diskursiven bzw. thematischen Connex schließen lässt.[44] Rückschlüsse über eine besondere Relation zwischen einzelnen Schlüsselwörtern und dem pivot lassen sich aufgrund der geringen Quantität (F=17) wohl kaum ziehen.

Wollte man jedoch eine relative Häufigkeit der Kookkurrenz von chômage mit einem der Schlüsselwörter veranschaulichen, könnte man auf die Formel „f : cf = x“ zugreifen: „x = 1“ bedeutete, dass beide Wörter ausschließlich in Verbindung miteinander ausgesprochen werden. Für die fünf Formen aus Tab.15 ist dieser Parameter zwischen 13,66 und 42 anzusiedeln, während folgende Worte mit viel geringerer Frequenz sehr viel engere Verbindungen zum pivot chômage aufweisen[45]: chômeurs (x = 1,5), accompagnement (3), reclassement (3), contrat (4) und précarité (4,5). Sicherlich wären das die pivots, deren Lexikogramm zu erstellen sich lohnte, um mehr über das assoziierte Umfeld des „chômage“ zu erfahren.

Über die Grenzen der Sätze hinaus verweist ein rekursives Lexikogramm. Um ein solches (Tab.16) zusammenzustellen und das diskursive Umfeld von chômage zu veranschaulichen, erstellte ich je ein Lexikogramm der Okkurrenten aus Tab. 15 (cf>1), die dunkelgrau unterlegt sind. Ich be-schränkte die Untersuchung im zweiten „palier“ (pl)[46] auf Substantive – um ein umfassenderes Bild abzugeben, finden sich darin aber nicht nur die Hauptwörter aus Tab.4, gleichzeitig habe ich der Übersichtlichkeit halber die Schwelle der Kofrequenz auf cf>2 angehoben.

Der Versuch einer Deutung: Sowohl croissance als auch emploi führen zu der „Zukunft“, von der die Premiers sprechen. Diese avenir ist damit nicht so weitläufig wie das Umfeld von pays, sondern eingebunden in den Verweisungszusammenhang von emploi, der wie kein zweiter mit der Ebene von jeunes verbunden ist. Diese letztgenannten Verbindungen sind auf das besondere Problem der Jugendarbeitslosigkeit zurückzuführen und bilden aufgrund ihrer Kofrequenz bzw. ihrer Frequenz im Corpus die bestimmenden Koordinaten für die „Arbeitslosigkeit“. Die Verbindung croissance–conditions könnte interpretiert werden als Hinweis auf den grundlegenden Glauben an die politische Machbarkeit der „bataille pour l’emploi“. Das grundlegende Argumentationsmuster ließe sich linear so darstellen:

chômage + jeunes -> moyens + service + croissance -> emploi(s) + travail + avenir

Sekundiert wird diese logische Kette, die sich offenbar nicht so einfach verwirklichen lässt, durch hochgradig ideologische Wertbegriffe wie verité, aber auch travail. Für Raffarin (2002) gilt es, „la valeur travail“ wiederherzustellen. Via emploi ist die „Arbeit“ mit Aktiva wie formation und activité konnotiert, und den „Jugendlichen“ werden eine qualification und ein contrat verheißen.

Mit Arbeit und Vertrag kann man sich immerhin auf eine lange Tradition beziehen, die zumindest bis in die Aufklärung reicht und die eigene Position festigt, um damit Angriffe von Kritikern wie André Gorz jahrelang abzuwehren. Jener schrieb schon 1988: „ l’économie n’a plus besoin – et aura de moins en moins besoin – du travail de tous et de toutes. [...] par conséquent, la ‚société de travail‘ est caduque: le travail ne peut plus servir de fondement à l’intégration sociale.“[47]

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Tab. 16 – rekursives Lexikogramm um den Pol „chômage“ im Corpus.

Distance moyenne am Pfeil, jener verläuft von links nach rechts.

Grau unterlegt die Okkurrenten aus Tab.4. pl1: cf>1; pl2: cf>2.

Resumé

Ich habe in dieser Studie versucht, mittels der Diskursanalyse den Begriff „Arbeitslosigkeit“ in vier Regierungserklärungen französischer Premier-minister zu untersuchen. Dabei richtete ich mein Augenmerk von Anfang an auf die Lexikometrie als Mittel objektiver Einschätzung und Vermessung. Allein, die begrenzten Mittel – in Form der Software Lexiko3 bzw. MS Word – beraubten die Methode ihrer Effektivität.

Zwar konnte ich begriffliche Unterschiede zwischen den Sprechern offen-legen, die aber einerseits gering, und andererseits selten überraschend waren. Freilich ist dieser Befund sicher auch auf die Homogeneität der politischen Klasse in Frankreich zurückzuführen, wie sie auch von Labbé festgestellt worden ist: „En France, il n'y a pas d'écart significatif entre les discours de gauche et de droite [...]. La seule différence tient à la solidité du gouvernement [...].“[48] Es war mir jedoch nur unzureichend möglich, in der Tiefe, und nicht nur an der „surface graphique du discours“ (Heiden) Schlussfolgerungen zu ziehen – Erkenntnisse also, die nicht auch durch intensive Lektüre zu gewinnen gewesen wären.

Meines Erachtens lag diese Unergiebigkeit der Untersuchung an zwei Faktoren, falls ich mich nicht zu sehr auf die Lexikometrie borniert habe: 1) Die vorliegende Literatur zum Thema behandelt vorrangig die Präsentation der lexikometrischen Methode (und zwar mit Weblex) und hält sich sehr bedeckt, was die Interpretation der Ergebnisse angeht – und konnte mir diesbezüglich also kaum Anleitung sein. 2) Der Umfang des Corpus (26.184 Okkurrenzen) war wohl oder übel zu gering, um diskursiv bestimmte „attirances“ zu entdecken. Profunde Rückschlüsse auf eine Diskursstrategie, die sich aus Beziehungen zwischen Begriffen/Feldern ziehen lassen, sind also mit den frei zugänglichen Instrumenten der Lexikometrie kaum möglich.

Deutlich wurde zumindest, dass sich de Villepin sehr viel extensiver mit der Thema Arbeitslosigkeit auseinandersetzt, obwohl die Arbeitslosen-quote leicht zurückgegangen ist. Damit deutet er nicht nur auf ein verstärktes Engagement seiner Regierung hin; unter dem Banner des „combat contre le chômage“ befestigt er auch seine Politik, er verbindet sie mit einem allgemein anerkannten Ziel. Die Argumentationsmuster und Aussagen unterscheiden sich hingegen nicht grundlegend von denen seiner Vorgänger: „Arbeitslosigkeit“ ist ein gefährliches gesellschaftliches Phänomen, das man „au bénéfice de tous“, so de Villepin, zurückdrängen muss. Dies hat mit allen zu Gebote stehenden Mitteln des Staates zu geschehen, seien diese nun finanzieller oder anderer Natur. Die Betroffenen aber finden nur als unselbständige Individuen, und nicht als soziales Subjekt Erwähnung.

Quellenverzeichnis

BARRY, Alpha Ousmane: Les outils théoriques en analyse de discours. Laboratoire de Semio-Linguistique, Didactique et Informatique, Université de France-Comte, http://laseldi.univ-fcomte.fr/utilisateur/abarry/ f_activite.htm

BOCHMANN, Klaus; ERFURT, Jürgen; HOPFER, Reinhard: Der politische Text – sprachlich-kommunikatives Wesen und Voraussetzungen seiner sprachwissenschaftlichen Analyse. In: „Eigenschaften und linguistische Analyse politischer Texte“, Bochmann, Klaus (Hg.), Linguistische Studien, Reihe A, Arbeitsberichte 152, Zentralinstitut für Sprachwissenschaften, Akademie der Wissenschaften der DDR, 1984.

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RAFFARIN, Jean-Pierre: Déclaration de politique générale, 5.4.2004. http://discours-publics.vie-publique.fr/rechlogos/servlet/RechServlet?_page =RESULTAT&_mode=AVANCEE&_texte=UD1&_numDoc=2&_refDoc=full/2004/d3/1000/0430009510101U.xml&_pageNum=1&_docRef=%3C!--%20Cannot%20expand%20$doc.DocRef%20 at%20/LOGOS/WEBLOGOS/templates/recherche/liste.wm:233.236:%20Value%20is%20null%20--%3E&_docUd=%3C!--%20Cannot%20expand%20$doc.DocUd%20at%20/LOGOS/WEBL OGOS/templates/recherche/liste.wm:233.255:%20Value%20is%20null%20--%3E

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Alle Internetquellen geprüft und fast alle intakt befunden am 24.09.05.

Die Erklärung von Raffarin (2002) liegt mir digital vor.

[...]


[1] ) Kerbrat-Orecchioni, 131

[2] ) Heiden, 2002, 11

[3] ) Es blieb dem Handbuch zu Lexico3 vorbehalten, die Bedeutung zu klären: „On appelle hapax toute forme n’ayant qu’une seule occurrence sur l’ensemble du corpus.“ Fracchiolla et al., 15

[4] ) Heiden/Tournier, 2 (Hervorhebungen von mir)

[5] ) Heiden/Tournier, 1

[6] ) Heiden/Tournier, 2

[7] ) Heiden/Tournier, 11

[8] ) Heiden/Tournier, 2

[9] ) Vgl.: Christadler/Uterwedde (Hg.): Länderbericht Frankreich. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1999. S. 619: Staatspräsidenten und Premierminister der V. Republik, 1958-1999

[10] ) vgl. Genette, Gérard: Palimpseste. Suhrkamp, Frankfurt/M., 1993. S. 11

[11] ) MS-Word-Funktion: Ersetzen „’“ durch „’ “

[12] ) Heiden/Tournier, 2

[13] ) ebd.

[14] ) Codierung nach: Fracchiolla et al., 11 f.

[15] ) Heiden, 2003, 1

[16] ) Davon ausgenommen sei die Zahl der Sätze. Lexico3 gibt in „Section – Délimiteurs:!.?“ 1.377 Sätze an, bei der Kontrolle in Word erwies sich ein „!“ jedoch als Exklamations- und nicht als Satzzeichen. Die Abweichung bei den Okkurrenzen vermag ich nicht zu erklären.

[17] ) Heiden, 2003, 1

[18] ) Die Schreibweise übernehme ich von Heiden, 2003: f = Frequenz, cf = Kofrenquenz, dm = durchschnittliche Distanz

[19] ) Heiden, 2003, 2

[20] ) Heiden, 2003, 1

[21] ) Arbeitslosenquote laut OECD. 1997: 12,3%; 2002: 8,9%; 2004/05: 9,7%

[22] ) Zahlenangaben modifiziert: politique (-2 vie politique, -1 police politique, -1 vide politique, -1 impuissance politique), jeunes (-2 contrats jeunes, -2 les plus jeunes), Français (-0)

[23] ) Gorz, 30 f.

[24] ) Fracchiolla et al., 22

[25] ) Heiden, 2003, 2f.

[26] ) „1. Interruption du travail. […] 2. Inactivité forcée (des personnes) dues au manque de travail, d’emploi. […]“ Rey, 221

[27] ) vgl. insbesondere Tab. 6 und Tab. 7

[28] ) Heiden/Tournier, 7

[29] ) Heiden, 2003, 4

[30] ) und aufgrund der uneinheitlichen Darstellung im Internet

[31] ) Heiden, 2003, 4

[32] ) Man erhält hier eine ähnliche Darstellung wie mit der Weblex -Funktion „Concordance KWIC“; Heiden, 2003, 8

[33] ) Heiden/Tournier, 3

[34] ) Für einen Überblick ist auch die „Carte des paragraphes“ in Lexico3 ganz nützlich, in der sich die Darstellung der Okkurrenten in Sätzen auch nach Partitionen untergliedern lässt. Es allerdings nicht möglich, von dieser Ansicht direkt in den Kontext zu wechseln.

[35] ) Demazière/Pignoni, 34

[36] ) ebd.

[37] ) ebd., 9

[38] ) ebd., 15

[39] ) ebd., 19

[40] ) links 219 Okkurrenzen, rechts 239 Okkurrenzen

[41] ) Heiden, 2003, 8

[42] ) Heiden, 2003, 8

[43] ) Heiden, 2003, 9

[44] ) Heiden, 2003, 9

[45] ) Es handelt sich dabei ausschließlich um cooccurrences droits, cf>1.

[46] ) Die Tiefe, bzw. Ebene der Untersuchung. Bsp.: „chômage“ und seine Kookkurrenzen bilden den ersten palier. Heiden, 2003, 15

[47] ) Gorz, 119

[48] ) Labbé, Bibliographie, S. 2, Verweis auf Labbé/Monière: „Le vocabulaire gouvernemental. Canada, Québec, France (1945-2000)“, 2003.

Details

Seiten
25
Jahr
2005
Dateigröße
959 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v109955
Institution / Hochschule
Universität Leipzig
Note
1,0
Schlagworte
Arbeitslosigkeit Thema Regierungserklärungen Premierminister Texte“

Autor

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Titel: Von der Arbeitslosigkeit. Ein problematisches Thema in den Regierungserklärungen französischer Premierminister seit 1997.