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Hermaphroditismus und Pseudohermaphroditismus

Facharbeit (Schule) 2004 34 Seiten

Biologie - Humanbiologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Medizinisches Kurzlexikon
I. Hermaphroditos, Gestalt der griechischen Mythologi
II. Hermaphroditismus und Pseudohermaphroditis
1. Geschlechtsentwicklun
1.1. normale pränatale Entwicklung des äußeren und inne Genital
1.1.1. Festlegung des chromosomalen Geschlecht
1.1.2. Determination des gonadalen Geschlecht
1.1.3. Differenzierung des somatischen Geschlech
1.2. Fehlentwicklung
2. Formen intersexueller Genitalentwicklungen
2.1. Definition der Intersexualitä
2.2. Hermaphroditismus veru
2.2.1. Karyo
2.2.2. Gonaden
2.2.3. äußeres Geni
2.2.4. andere Sympto
2.3. Pseudohermaphroditismus femini
2.3.1. Transplacentare Virilisierung durch exogene Steroi
2.3.2. Komplexe Urogenitalmissbildun
2.3.3. Adrenogenitales Syndr
2.4. Pseudohermaphroditismus maskulinus
2.4.1. Komplette testikuläre Feminisierung
2.4.2. Inkomplette testikuläre Feminisier
3. Medizinische und psychologische Behandlu
3.1. Konservative Therap
3.2. Chirurgische Therapi
3.2.1. Operationen zur Rekonstruktion eines weiblic Geschlec
3.2.1.1. Funktionelle Klitorisredukti
3.2.1.2. Vaginalplast
3.2.2. Operationen zur Rekonstruktion eines männlichen Geschlec
3.2.2.1. Schaftaufrichtung
3.2.2.2. Harnröhrenaufba
3.2.2.3. Gonadenextripat
3.3. Kritik von Ärzten und Betroffe
3.4. Psychologische Betreuun
4. Rechtliche Grundl
4.1. Personenstandsges
4.2. Grundges
5. Zusammenfassung an Fallbeispie
5.1. Sven/Bianca Mülle
5.2. Simon/Simone Polzin
III. Viele Fragen bleiben off

Literaturverzeich

Bildquellennachweis

Erklär

Medizinisches Kurzlexikon

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die hier aufgeführten Begriffe sind im fortlaufenden Text, wenn sie zum ersten Mal vorkommen, durch Kursivschreibung gekennzeichnet.

Grundlage:

Pschyrembel, Willibald (Begr.); Zink, Christoph (Bearb.); Dornblüth, Otto (Begr.): Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter, Berlin und New York, 1986

I. Hermaphroditos, Gestalt der griechischen Mythologie

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Abb. 1: Verwandlung des Hermaphroditos Salmicis

Hermaphroditos, so berichtet die griechische Mythologie, war der Sohn der hellenischen Gottheiten Hermes und Aphrodite, der die Schönheit beider in sich trug. Im Alter von 15 Jahren gelangte er während seiner Wanderschaften nach Karien und traf dort auf die Quellennymphe Salmacis, die in tiefer Liebe zu ihm entbrannte. Da sie vergeblich auf die Erwiderung dieser Liebe hoffte, flehte sie die Götter an, Hermaphroditos ewig an sie zu binden. Diesem Wunsch kamen die Götter nach, indem sie die beiden zu einem Körper, halb Frau, halb Mann, verschmelzen ließen. Als Hermaphroditos die Quelle verlassen hatte, musste er feststellen, dass „das klare Wasser, in welches als Mann er niedergestiegen, die Glieder ihm weibisch gemacht und der Mannheit Hälfte entzogen hat“.1 Darüber war er so voller Entsetzen, dass er sich verzweifelt an seine Eltern wandte und sie darum bat, dass jeder andere Mann, welcher je die Quelle der Salmacis betreten würde, auch in eine Zwittergestalt verwandelt werden sollte. Hermaphroditos Name, in Verbindung mit seiner geschlechtlichen Besonderheit steht nun in der modernen Medizin Pate für das Krankheitsbild des Hermaphroditismus.2, 3, 4

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Abb. 2: Hermaphroditos nach seiner Verwandlung

II. Hermaphroditismus und Pseudohermaphroditismus

Das Ziel dieser Arbeit ist es nun, die Krankheitsbilder des Hermaphroditismus verus, des Pseudohermaphroditismus femininus und des Pseudohermaphroditismus maskulinus als Teilbereiche der Intersexualität in ihrer Entstehung und ihrem Verlauf, deren medizinische, chirurgische und psychologische Behandlung und ihre Rechtslage darzustellen.

1. Geschlechtsentwicklung

Da sowohl der Hermaphroditismus verus als auch beide Formen des Pseudohermaphroditismus auf Störungen und Fehlentwicklungen der pränatalen Entstehung eines Menschen basieren, wird zunächst der normale Entstehungsprozess erläutert und danach auf die möglichen Fehler eingegangen.

1.1. Normale pränatale Entwicklung des äußeren und inneren Genitals

Der normale Verlauf der embryonalen Geschlechtsentwicklung eines Menschen teilt sich in drei Teilschritte auf:

1.1.1. Festlegung des chromosomalen Geschlechts

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Abb. 3: X- und Y-Chromosom

Die Festlegung des genetischen oder chromosomalen Geschlechts geschieht während der Befruchtung. So tragen das X- bzw. Y-Chromosom die Informationen zur Geschlechtsdifferenzierung. Dabei steht der Karyotyp 46XX für eine Entwicklung in weibliche, der Karyotyp 46XY für eine Entwicklung in männliche Richtung. Die notwendigen Informationen zur Geschlechtsdifferenzierung sind allerdings nicht ausschließlich auf den Gonosomen zu finden, sondern auch auf manchen Autosomen.5

1.1.2. Determination des gonadalen Geschlechts

Die geschlechtsdeterminierenden Gene führen dann zur Ausbildung der Gonadenanlagen, die bisher weder weiblich noch männlich sind. Hierfür verantwortlich ist das TDF-Gen, das am kurzen Arm des Y-Chromosoms lokalisiert ist. Das Gewebe des Testes bildet sich bereits in der 6. Schwangerschaftswoche, das Gewebe der Ovarien erst in der 10. – 12. Woche.6

1.1.3. Differenzierung des somatischen Geschlechts

Zwei Gangsysteme bilden bei beiden Geschlechtern das innere Genital: Der Wollf’sche Gang und der Müller’sche Gang.7

Die Entstehung des somatischen bzw. phänotypischen Geschlechts ist abhängig von der Art und der Funktion der Gonaden. So bilden sich bei einem männlichen Embryonen unter dem Einfluss von Testosteron die Nebenhoden, der Samenleiter und die Samenblase aus dem Wollf’schen Gang, wohingegen sich der Müller’sche Gang unter dem Einfluss des Anti-Müller-Hormons zurückbilde, um die Entwicklung von Eileiter, Gebärmutter und einem Teil der Vagina zu verhindern. Bei weiblichen Embryonen bildet sich der Wollf’sche Gang, nach seiner Beteiligung an der Entstehung der Vagina, bis auf kleine Überreste zurück, wohingegen aus dem Müller’schen Gang die Eileiter, die Gebärmutter und der obere Teil der Vagina entstehen. Die Differenzierung des weiblichen inneren Genitals vollzieht sich ohne die Einwirkung von Hormonen. 8

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Abb. 4: Indifferenter Genitalhöcker in der 7. Schwangerschaftswoche

Auch das äußere Genital ist zu Beginn der Schwangerschaft zunächst weder weiblich noch männlich. Der indifferente Genitalhöcker wächst durch die Vereinigung mit der Harnröhrenfalte entweder zu einem Penis mit Harnröhre oder zur Klitoris und den kleinen Schamlippen. Zusätzlich entstehen aus den Genitalwülsten beim männlichen Embryo die Hodensackwülste, beim weiblichen Embryo die großen Schamlippen.9

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Abb. 4: Indifferenter Genitalhöcker in der 7. Schwangerschaftswoche

1.2. Fehlentwicklungen

Störungen wie ein pathologischer Gonosomensatz, Einwirkung von männlichen Sexualhormonen auf weibliche Embryonen, das Fehlen des Anti-Müller-Hormons bei männlichen Embryonen, Wirkungsschwierigkeiten der Sexualhormone oder das Fehlen von Rezeptoren für eben diese, Störungen der Testosteronsynthese oder eine Hormoneinwirkung zum falschen Zeitpunkt können zu verschiedenen Formen der Intersexualität führen. 10

2. Formen intersexueller Genitalentwicklungen

Die Bandbreite der oben genannten Störungen führt zu vielen Variationsmöglichkeiten der Intersexualität.11 Im Folgenden werden nun drei Formen vorgestellt.

2.1. Definition der Intersexualität

Im engeren Sinne bedeutet Intersexualität das Vorhandensein eines äußeren Geschlechtsorgans, das weder eindeutig männlich, noch eindeutig weiblich ist (=intersexuell). Darüber hinaus werden unter diesem Begriff alle Störungen der Geschlechtsgänge und Keimdrüsen zusammengefasst, die während der pränatalen Geschlechtsentwicklung auftreten. 12

Bei einem von 2000 Neugeborenen kann das Geschlecht nicht eindeutig bestimmt werden. Insgesamt dürften 20 000 bis 30 000 Intersexuelle in Deutschland leben.13

2.2. Hermaphroditismus verus

Dem Hermaphroditismus verus liegen Fehlbildungen des chromosomalen und des gonadalen Geschlechts zu Grunde. 14

2.2.1. Karyotyp

Dem Krankheitsbild des Hermaphroditismus verus können mehrere Karyotypen zugeordnet werden. So lässt sich bei der Hälfte der Patienten ein 46XX, bei 20% ein 46XY Chromosomensatz feststellen. 30% der Betroffenen haben einen Mosaikchromosomensatz z.B. 46XY/46XX oder in selteneren Fällen 46XX/46XY/47XXY. Ein HY-Antigen bei Erkrankten mit 46XX Chromosomensatz führt durch das Vorhandensein von Y-Chromosomenmaterial zur Entstehung von testikulärem Gewebe. 15

2.2.2. Gonaden

Das kennzeichnende Merkmal der Hermaphroditismus verus, im Volksmund auch echter Zwitter genannt, ist das Vorhandensein sowohl von testikulärem, als auch von ovariellem Gewebe. Auch hier gibt es verschiedene Kombinationsvarianten. Unter der bilateralen Form, die in 25% der Fälle vorliegt, versteht man einen beidseitigen Ovotestes (= Gonaden, die sowohl testikuläre als auch ovarielle Strukturen enthalten). In weiteren 25% aller Fälle liegt die alternierende Form des Hermaphroditismus verus vor, d.h. die Gonaden bestehen aus einem normalen Hoden auf der einen und aus einem normalen Eierstock auf der anderen Seite. Bei der Hälfte aller Patienten aber findet man die unilaterale Form: Einseitiger Ovotestes in Verbindung mit einem Hoden oder einem Eierstock auf der anderen Seite.16

2.2.3. äußeres Genital

Das äußere Genital entspricht in den meisten Fällen dem eines Mannes, wobei der Penis nur minder entwickelt ist. Als Erscheinungsbild ist sowohl ein rein männlicher als auch ein rein weiblicher Phänotyp möglich.17

2.2.4. andere Symptome

Da bei den meisten Fällen eine mehr oder minder ausgebildete Gebärmutter vorhanden ist, menstruiert die Hälfte aller echten Hermaphroditen. Dieser Vorgang wird bei den männlichen Individuen unter ihnen Blutharnen genannt. In der pubertären Phase der Patienten entwickelt ein Großteil eine Vergrößerung der Brustdrüsen. 18

2.3. Pseudohermaphroditismus femininus

Dem Pseudohermaphroditismus femininus liegen Fehlbildungen des somatischen Geschlechts zu Grunde. Menschen mit diesem Krankheitsbild haben ein männliches oder intersexuelles äußeres Genital trotz normalen Eierstöcken und einem weiblichen Karyotyp. Für die Vermännlichung des äußeren Genitals gibt es verschiedene Ursachen: 19

2.3.1. Transplacentare Virilisierung durch exogene Steroide

Es gibt zwei Arten der Vermännlichung des äußeren Genitals durch Steroide. Zum einen durch die Einnahme von Steroiden während der Schwangerschaft (enthalten in Medikamenten zur Vermeidung eines Abgangs) oder in sehr seltenen Fällen durch einen steroideproduzierenden Tumor der Mutter.20

2.3.2. Komplexe Urogenitalmissbildung

Bei dieser Form ist der Pseudohermaphroditismus femininus nur eine Art Begleiterscheinung. So ist das Krankheitsbild auch durch andere Entwicklungsstörungen wie anorektale Missbildungen oder solche der Nieren geprägt.21

2.3.3. Adrenogenitales Syndrom (AGS)

Das AGS ist ein Gendefekt, der autosomal rezessiv vererbt wird. Biochemisch gesehen handelt es sich um Defekte an verschiedenen Enzymen, die zur Virilisierung des weiblichen Genitals und zu weiteren Symptomen führen. Man unterscheidet aufgrund der unterschiedlichen Ausmaße der Virilisierung drei verschiedene klinische Formen des Adrenogenitalen Syndroms. Neben dem AGS mit Salzverlust (in Verbindung mit einem Elektrolyseverlust und der Addison-Krankheit) und der nichtklassischen Form der AGS (Virilisierung der Mädchen erst in der Pubertät) ist das unkomplizierte AGS die typischste Form:22

Unkompliziertes oder kompensiertes AGS:

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Abb. 5: Klitorishypertrophie eines Säuglings

Bei dieser Form des AGS verursacht eine erhöhte Produktion von männlichen Sexualhormonen eine Virilisierung des äußeren Geschlechts, die als Klitorishypertrophie oder sogar als vollständige Maskulinisierung vorliegen kann. Bei Betroffenen ist eine somatische und sexuelle Frühreife zu beobachten. Somit kommt es zur vorzeitigen Scham-, Achsel- und Körperbehaarung. „Durch eine negative Feedbackhemmung der Gonadotropine kommt es zur Beeinträchtigung der Gonadenreifung“23, die sich bei Mädchen in einer Unterentwicklung der Brustdrüsen und im Ausbleiben der Periode und bei Jungen in einer Unstimmigkeit zwischen Penisgröße und der Entwicklung der Hoden zeigt.24

2.4. Pseudohermaphroditismus maskulinus

Dem Pseudohermaphroditismus maskulinus liegen Fehlbildungen des somatischen Geschlechts zu Grunde. Menschen mit diesem Krankheitsbild haben ein weibliches oder intersexuelles äußeres Genital trotz Hoden und einem normalen männlichen Karyotyp.25

Enzymdefekte, Mangel des Müllerian Inhibition Hormons und/oder Störungen der Testosteronsynthese sind mögliche Ursachen dieser Krankheit. Häufiger jedoch sind Androgenrezeptordefekte.26 Dabei verfügen die Zielgeweben über eine Androgenresistenz, die auf einen fehlenden oder defekten Rezeptor basiert, d.h. die Androgene gelangen nicht in die Körperzellen. Die männlichen Hormone bleiben wirkungslos, da das Schlüssel-Schloss-Prinzip (Schlüssel = Androgene, Schloss = Rezeptor) nicht funktioniert.27 Ein solcher Rezeptordefekt kann zu zwei verschiedenen Krankheitsbildern führen, die neben einigen anderen unter dem Begriff des Pseudohermaphroditismus maskulinus zusammengefasst werden: Die komplette und die inkomplette testikuläre Feminisierung.

2.4.1. Komplette testikuläre Feminisierung

Dieses x-chromosomal rezessiv vererbte Krankheitsbild ist das extremste Beispiel für eine Feminisierung bzw. für eine gestörte Virilisierung. Dabei weisen die Patienten trotz ihres 46XY Karyotyps einen weiblichen Phänotyp auf. Das innere Genital in Form von Hoden ist dabei meist in der Bauchhöhle oder in der Leiste lokalisiert. In den Hodenkanälchen findet man aber keinerlei Ursamenzellen. Das äußere Genital ist hingegen rein weiblich mit einer kurzen, blindendenden Vagina, normalentwickelten Schamlippen und einer Klitoris. Nur bei 10% aller Neugeborenen mit dieser Form des Pseudohermaphroditismus maskulinus diagnostiziert man ein intersexuelles Genital. Die weitere Entwicklung der Patienten mit kompletter testikulärer Feminisierung verläuft weiblich: Brust, Körperbau, Stimme und Psyche entwickeln sich ebenso wie bei gesunden Mädchen im gleichen Alter. Nur die Periode bleibt aus und bei einem Drittel der Patienten fehlt jegliche Sekundärbehaarung.28 Die Häufigkeit dieser Krankheit wird mit 1: 25 000 angegeben.29

2.4.2. Inkomplette testikuläre Feminisierung

Auch diese Form des Pseudohermaphroditismus maskulinus scheint x-chromosomal rezessiv vererbt zu werden. Sie tritt in manchen Fällen aber auch spontan auf. Auch hier liegt das innere Genital in Form von Hoden vor, allerdings befinden sie sich meist deszendiert im Hodensack. Das äußere Genital entspricht dem der kompletten testikulären Feminisierung. Die weitere Entwicklung der Patienten kann in verschiedene Richtungen gehen. Entweder erfolgt eine weibliche Pubertät mit mäßiger Brustentwicklung aber normaler Sekundärbehaarung oder eine männliche Pubertät mit einer meist rein männlichen phänotypischen Entwicklung.30

Beide Formen der testikulären Feminisierung machen etwa 15-20% aller möglichen Formen der Intersexualität aus.31

3. Medizinische und psychologische Behandlung

Die Meinungen zu den Fragen, ob, wann und wie ein Patient mit intersexuellem Genital chirurgisch bzw. hormonell behandelt werden soll, gehen in der Literatur zum Teil weit auseinander. Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass die Frage, ob eine plastische Operation durchgeführt werden soll, bereits in den ersten Lebensmonaten entschieden wird, um eine normale psychische Entwicklung des/der Patient(in) zu gewährleisten. Dabei richtet sich die Festlegung des Geschlechts zuerst nach der Beschaffenheit des äußeren Geschlechtsorgans. Demnach sollten Kinder mit rein weiblichem Genital als Mädchen aufgezogen werden, Kinder mit rein männlichem Genital als Jungen. Handelt es sich um ein intersexuelles Genital, sollten die Ärzte und Eltern sich auf ein Geschlecht einigen, ungeachtet des chromosomalen und gonadalen Geschlechts aufgrund der derzeitigen wissenschaftlichen Meinung, „dass die Art der Gonaden und der Karyotyp bei der psychosexuellen Entwicklung nur eine untergeordnete Rolle spielen“32. Aus diesen Ansichten ergeben sich die im Folgenden dargestellten Behandlungsmethoden der verschiedenen Formen der Intersexualität.33

3.1. Konservative Therapie

Lässt sich bereits pränatal eine Chromosomenvariation feststellen, wird in vielen Fällen zum Schwangerschaftsabbruch geraten. Ist Intersexualität in ihrer Familie schon mal vorgekommen, wird einer Mutter während der Schwangerschaft eine hohe Hormondosis verabreicht, um eine Virilisierung des Embryos bereits in der Gebärmutter zu vermeiden. Der Erfolg einer solchen Vorgehensweise liegt bei 66 Prozent.34

Im Pubertätsalter wird die Konservative Therapie in Form einer Hormonsubstitutionstherapie bei Kindern mit fehlenden oder nicht funktionstüchtigen Gonaden angewendet, um die Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale zu erreichen. Bei weiblichen Kindern bewirkt eine Substitution mit einer Kombination aus Ethinylöstradiol und einem Progesteronderivat eine regelmäßige Periode und eine gute Entwicklung der sekundären Geschlechtesmerkmale. Eine Hormonsubstitution bei männlichen Kindern wird in der Regel durch intramuskuläre Injektionen von Depottestosteron durchgeführt.35

3.2. Chirurgische Therapie

In den meisten Fällen ist eine operative Therapie neben der Hormonsubstitution unabdingbar. Die AGGPG (AG gegen Gewalt in der Pädiatrie und Gynäkologie) schätzt, dass pro Jahr 600 genitale Eingriffe an Intersexuellen vorgenommen werden.36 Dabei ist es generell einfacher ein weibliches Genital zu formen, da der Erfolg einer Operation in männliche Richtung aufgrund der Größe und der Art des Schwellkörpers nur sehr begrenzt ist.37

3.2.1. Operationen zur Rekonstruktion eines weiblichen Geschlechts

Operationen in weibliche Richtung reichen von einer einfachen Reduktion einer leicht vergrößerten Klitoris bei Kindern mit Prader Typ I bis hin zu einer Vaginalplastik mit Erweiterung des Scheideneingangs (Bougierung) bei Kindern mit Prader Typ IV - V.38

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Abb. 6: Klassifikation des intersexuellen Genitale nach Prader

3.2.1.1. Funktionelle Klitorisreduktion

Das Ziel der funktionellen Klitorisreduktion oder -resektion ist es, die Sensibilität dieser zu erhalten. Dabei unterscheidet man drei funktionserhaltende Klitoriskorrekturen.39

Bei der Reduktions- oder Relokalisationsplastik wird der Geschlechtshöcker unter einer Hautbrücke durchgezogen und die Eichelspitze oberhalb der Harnröhrenöffnung platziert. Dieses Verfahren wird bei kleinen Schwellkörpern, in Fällen, bei denen ein stetiges Klitoriswachstum nicht zu erwarten ist und im Falle von AGS mit optimaler Hormoneinstellung angewandt.40

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Querschnitt durch den Schwellkörper

Bei stärkerer Vergrößerung der Klitoris wird die Corpora-cavernosa-Resektion angewandt. Hierbei werden die Schwellkörper unter Erhaltung der Eichel ausgeschnitten. Die Schwierigkeit dieser Technik besteht darin, wichtige Nervenbündel nicht zu beschädigen.41

Eine einfachere Methode stellt da die Corpora-cavernosa-Raffung dar. Dabei wird der Schwellkörper durch zwei seitliche Ziehharmonikanähte in die Höhle unterhalb der Schambeinfuge gerafft, um eine Unterbindung der Gefäßversorgung im Vornherein auszuschließen.42

3.2.1.2 Vaginalplastik

Bei Vaginalrekonstruktionen von Intersexen handelt es sich in der Regel um partielle Vaginalplastiken, da meist eine rudimentäre Vagina vorhanden ist. Dabei unterscheidet man drei Grundverfahren.43

Die Cutback-Methode ermöglicht eine einzeitige Gesamtkorrektur (d.h., Klitorisplastik, Bougierung und Vaginalplastik werden in einem operativen Eingriff vorgenommen44 ). Dabei wird die Scheidenöffnung durch einen Längsschnitt und eine Quernaht auf eine altersgemäße Größe gebracht.45

Liegt eine höhergradige Virilisierung vor, muss die Cutback-Methode durch die Perineale Hautlappenplastik erweitert werden. Bei dieser Methode wird der Sinus urogenitalis bis zur Einmündungsstelle der Vagina in die Harnröhre gespalten. Dann wird ein mit bogenförmiger Schnittführung präparierter Perinealhautlappen nach weiterer Schnitteröffnung der Vagina in die Schleimhautgrenze eingenäht. Diese Methode ist allerdings nur erfolgreich, wenn die Vagina außerhalb des Schließmuskelbereichs des Blasenhalses mündet.46

Ist dies nicht der Fall greift die Methode der Perinealen Durchzugsoperation. Dabei wird die Abtragungsstelle der Vagina von der Harnröhre durch einen eingeschobenen Ballonkatheter markiert. Durch perineale Schnittführung entstehen vier Hautläppchen die der Vagina entgegenkommen sollen. Danach wird die markierte Vagina vom Sinus urogenitalis abgetrennt. Dabei ist zu beachten, dass eine ungespannte Verbindung zwischen der Vagina und den Hautlappen möglich ist. Der durch die Ablösung der Vagina entstandene Harnröhrendefekt wird mit Einzelknopfnähten verschlossen. Da diese Form der Vaginalplastiken häufig sehr eng und die Schrumpfungstendenz dieser sehr groß ist, sind weitere Bougierungsoperationen meist unumgänglich.47

Soll in der Pubertät eine Neubildung oder Erweiterung der Vagina (zum Beispiel bei einer testikulären Feminisierung) erzielt werden, empfiehlt sich das Verfahren der Kolponeopoese nach Radzuweit. Dabei wird der Scheideneingang durch zwei waagrechtangelegte Scherenschläge im Bereich des Hymens erweitert. Danach wird die Haut der Vaginalgrube quer gespalten und die Neovagina unter Abschieben von Harnblase und Mastdarm eingesetzt. Anschließend werden Peritonealblätter zirkulär an die Haut des Scheideneingangs genäht und zum Verschluss des oberen Scheidenpols sagitale Nähte gelegt. Dabei sollte eine Scheidenlänge von 12-15 cm angestrebt werden, um nach der post operativen Schrumpfung eine Gesamtlänge von 10-12 cm zu erreichen, damit weitere Bougierungen weitestgehend ausgeschlossen werden können.48

3.2.2. Operationen zur Rekonstruktion eines männlichen Geschlechts

Bei der Entscheidung, eine vermännlichende Operation durchzuführen, sollte Zurückhaltung gezeigt werden. Der Erfolg eines solchen Eingriffs ist stark begrenzt. „It’s easier to make a hole than to build a pole (es ist leichter ein Loch zu machen als einen Stab zu bauen)“49 Entscheidet man sich dennoch für diesen Schritt, sollte die Vermännlichung in mehreren Schritten, also nicht einzeitig, vorgenommen werden. Nach der Schaftaufrichtung folgen der Harnröhrenaufbau und eventuell eine Gonadenextripation.50

3.2.2.1. Schaftaufrichtung

Postoperativ und auch während der einzelnen operativen Schritte ist zu empfehlen ein Größenwachstum des Schwellkörpers durch eine konservative Therapie in Form einer Testosteron- oder HCG-Therapie (HCG = human chorionic gonadotropine) zu erreichen. Um den verkrümmten Penisschaft aufzurichten, muss die Chorda, eine bindegewebige derbe Platte außerhalb des hypospaden Ganges, komplett ausgeschnitten werden. Besteht noch eine Restkrümmung wird die Scheidenwand zwischen den beiden Corporae cavernosae längs eingeschnitten.51

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Abb. 8: chirurgische Konstruktion des Phallus in vier Schritten (A-D)

3.2.2.2. Harnröhrenaufbau

Zur Formung einer Harnröhre gibt es grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten. Eine ästhetisch unschöne ist dabei die Bildung des Harnröhrenganges durch gestielte Insellappen mit freien Transplantaten anderer Körperregionen. Das beste Ergebnis kann mit einer Transplantation der Blasenschleimhaut erzielt werden.52

3.2.2.3. Gonadenextripation

Da bei Hoden von Intersexen das Risiko von Hodenhochstand und bösartigen Tumoren aufgrund von zu kurzen Gefäßen sehr hoch ist, sollten sie, wenn sie im Leistenkanal oder intraabdominal liegen, scrotumwärts verlagert werden.53

3.3. Kritik von Ärzten und Betroffenen

Genitale Korrekturen beschreiben Betroffene in den meisten fällen als sehr einschneidende Erlebnisse, die die Möglichkeit auf eine erfüllte Sexualität für immer zerstören. So verursachen operative Eingriffe an der Klitoris und Schamlippenreduzierungen, bei denen oft Teile der Klitoris entfernt werden, einen erheblichen Sensibilitätsverlust, Taubheit oder sogar langzeitige Schmerzen. Kaum zu verwundern ist daher, dass sich 15% aller Zugewiesenen eine Revision wünschen.54

Der Wunsch einer Rückgängigmachung herrscht aber meist nicht nur aufgrund physischer Probleme. Studien mit intersexuellen Patienten ergaben, dass bereits pränatal Hormone auf das Gehirn der Föten einwirken und diesen bereits als Junge oder Mädchen prägen. Folgt nun eine Operation in die entgegengesetzte geschlechtliche Richtung, führt dies in späteren Jahren zu erheblichen Identifikationsproblemen (siehe Fallbeispiele). Diese Erkenntnisse stehen im direkten Widerspruch mit der Theorie des Sexualforschers John Money, die besagt, dass Kinder bis zum Ende ihres 2. Lebensjahres sexuell neutral seien und erst durch erzieherische und soziale Einflüsse geprägt würden. Unterstützung erhalten Betroffenen hingegen von der Münchner Kinderendokrinologin Ursula Kuhnle-Krahl und dem Naturwissenschaftler Milton Diamond, dem bekanntesten Kritiker der operativen Behandlungsweisen. Beide sind der Meinung, dass man auf jeden Fall auf die irreversiblen Genitalkorrekturen im Säuglings- und Kindesalter verzichten sollte, da es weder Folgestudien über den Erfolg der derzeitigen Therapiemethoden noch eine sichere Methode gibt, ein Kind ohne jeden Zweifel einem Geschlecht zuzuordnen, um somit spätere Identitätskrisen auszuschließen. Auch vom gesundheitlichen Standpunkt aus sehen sie keine Notwenigkeit der operativen Eingriffe. So seien ein Mikropenis, eine hypertrophe Klitoris und eine enge Vagina meist ungefährlich und verursachen bei den Patienten keine Beschwerden. Dennoch plädieren die beiden dafür, die Kinder nach der Geburt einem sozialen und juristischem Geschlecht zuzuweisen und sie dann entweder als Jungen oder als Mädchen groß zu ziehen.55, 56

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Abb. 9: Sexualforscher John Money

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Abb. 10: Prof. Dr. Ursula Kuhnle-Kral

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Abb. 11: Naturwissenschaftler Milton Diamond

Die Ansicht, dass nicht alle Fälle von Intersexualität operativ behandelt werden müssen, teilt auch Wolfgang Sippell, Leiter der Endokrinologie der Universitätskinderklinik in Kiel. Jedoch sieht er medizinischen Handlungsbedarf, wenn ein späteres normales Sexualleben nicht gegeben zu sein scheint und plädiert für eine möglichst schnelle operative Korrektur. Ebenfalls für frühe Genitalangleichungen spricht sich, wie fast alle Kinderärzte, Chirurgen und Endokrinologen, Hans Peter Schwarz, Leiter der Endokrinologie der Universitätskinderklinik in München, aus, wenn auch aus einem anderen Beweggrund. Er ist der Meinung, dass unsere Gesellschaft einfach noch nicht so weit sei, damit umgehen zu können, wenn ein Kind als ein „es“, als ein Zwitter belassen werden würde.57

3.4. Psychologische Betreuung

Genau diese Argumentation lassen Betroffene oftmals nicht gelten. Im Gegenteil, sie beschreiben geschlechtliche Zwangszuweisungen an nicht einwilligungsfähigen intersexuellen Kindern als vielfach schädigender als es eine soziale Ablehnung seitens der Gesellschaft je sein könnte.58

Schwere Operationen, egal welcher Art, sind für Menschen immer eine starke Belastung. Besonders schwer ist es für kleine Kinder, weil sie den Sinn der Operation nicht nachvollziehen können. Erschwerend kommt außerdem hinzu, dass intersexuelle Kinder vor dem Eingriff normalerweise keine Beschwerden haben, ihnen also nichts „weh“ tut. Sie fühlen sich nicht krank. Schmerzen spüren sie erst nach der Operation. Diese Erfahrung wirkt sich auch negativ auf den Bezug der Kinder zu deren Eltern aus. Sie verstehen nicht, warum diese zulassen, dass Ärzte ihnen scheinbar grundlos wehtun. Psychische Belastungen beschränken sich allerdings nicht nur auf die frühe Kindheit der Betroffenen. Vor allem in der Pubertät zeigt sich ein sehr gespaltenes Verhältnis zu ihrer Sexualität. Durch zahlreiche Kontrolluntersuchungen der Genitalien seitens der Ärzte, die sie angefasst, penetriert und fotografiert haben und auch durch das unübliche Interesse der Eltern an ihrem Intimbereich entwickeln viele Jugendliche eine gestörte Beziehung zu ihrem Körper. Die Folge ist oftmals ein Rückzug vom sozialen Umfeld (auch von den Eltern) und Verachtung gegenüber dem eigenen Körper.59

Auch eine Tabuisierung bzw. das Totschweigen des geschlechtlichen „Anderssein“ ist für Kinder und Jugendliche eine starke psychische Belastung. Dadurch wird ihnen der Eindruck vermittelt, mit ihrem Körper sei irgendetwas so schlimmes nicht in Ordnung, dass niemand darüber sprechen will und es auch möglichst niemand anderes erfahren darf. Hinter diesem Verhalten der Eltern steckt in der Regel nur eine sehr wohlwollende Absicht. Sie denken, ihr Kind würde den Eingriff, die Tortur der Behandlungen leichter vergessen, wenn sie mit ihnen und anderen nicht darüber sprechen. Dass sie durch ihr Schweigen dem Kind aber auch die Möglichkeit verwehren, ihre Erlebnisse und Ängste durch Gespräche zu verarbeiten, ist ihnen meist nicht bewusst. So kommt es in vielen Fällen ohne böswilligem Hinzutun zu einer Entfremdung der Kinder gegenüber ihren Eltern.60

Doch nicht nur betroffene intersexuelle Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind einer großen psychologischen Belastung ausgesetzt. Auch ihre Eltern sind, vor allem gleich nach der Geburt und in der Zeit der Entscheidung für oder gegen eine Geschlechtsangleichung ihres Kindes in einer sehr schwierigen Situation. In ihrer Hilflosigkeit, ihrem Unwissen und ihrer Scham wegen der „Anomalie“ ihres Kindes wissen sie nicht was sie tun oder wie sie sich entscheiden sollen. Sie übernehmen deshalb meist unkritisch die Meinung der Ärzte und willigen vorschnell in eine angleichende Operation ein, die ihnen Normalität in ihr und in das Leben ihres Neugeborenen/Kindes (zurück)bringen soll.61

Um den Betroffenen und deren Eltern in ihren schweren Lebenslagen jederzeit psychologischen Beistand garantieren zu können, wäre ein detailliertes Betreuungskonzept von Nöten. Doch genau dieses fehlt bisher in Deutschland. Hier zu Lande gibt es nur einen einzeigen Therapeuten, der sich auf die Behandlung von intersexuellen Kindern und deren Eltern spezialisiert hat. Der Berliner Psychologe Knut Werner-Rosen. Er betreut Patienten jahrzehntelang durch regelmäßige Gespräche in größeren zeitlichen Abständen oder in besonders schweren Zeiten auch in wöchentlichen Sitzungen, um mit ihnen gegen ihren Selbstzweifel und ihre Verwirrung anzugehen.62

Da die meisten angeglichenen Intersexuellen niemals die Chance hatten, sich einer – auf ihre „Krankheit“ zugeschnittenen – Psychotherapie zu unterziehen, blieben und bleiben viele mit ihren Depressionen, Intimitäts- und Identifikationsproblemen allein. So verwundert es nicht, dass Recherchen der AGGPG ergaben, dass ca. 60% aller Intersexuellen mindestens einmal in ihrem Leben Suizid versucht haben. Tragischerweise waren davon etwa 20% erfolgreich.63

4. Rechtliche Grundlagen

Intersexuelle die sich entschlossen haben, ihr Schicksal anzunehmen und für ihre menschlichen und gesellschaftlichen Rechte zu kämpfen, scheiterten bisher leider an der Durchsetzung dieser:

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Abb. 13: Justitia

4.1. Personenstandsgesetz

Bis ins 18. Jahrhundert war es rechtliche Praxis, Hermaphroditen auf Wunsch ihre Zweigeschlechtlichkeit zuzugestehen oder sie selbst entscheiden zu lassen, welchem Geschlecht, Mann oder Frau, sie angehören wollen. Dieses Recht herrscht in manchen nichteuropäischen Ländern auch heute noch.64

In Deutschland wurde es ab 1830, basierend auf dem Preußischen Allgemeinen Landrecht, insofern eingeschränkt, als dass Intersexuelle nun bis zu ihrem 18. Geburtstag selbst entscheiden müssen, welchem sozialen Geschlecht sie zugeordnet werden wollen. Ein Leben zwischen den Geschlechtern wurde ihnen nicht mehr zugestanden.65

Später, ca. 1895, wurden Hermaphroditen im Bundesgesetzbuch juristisch für nicht existent erklärt.66

Diese Gesetzeslage herrscht bis heute vor. In den deutschen Gesetzbüchern findet man keine Vorschriften, die den Umgang oder die Registrierung von Intersexuellen regeln würden. Der Grund dafür liegt im Verständnis der Politik, dass die Intersexualität als medizinisches Problem, also als Krankheit, zu gelten hat und somit nicht in den politischen/rechtlichen Zuständigkeitsbereich fällt.67

Dieser Standpunkt geht auch aus einer Stellungnahme der derzeitigen rot-grünen Regierung hervor: Intersexualität muss „als eine Abweichung von der Norm betrachtet werden, unter der die Betroffenen schon wegen ihres Andersein leiden.“68

Darüber hinaus zwingt das Personenstandsgesetz Ärzte, Hebammen und Eltern sich nach der Geburt, bzw. spätestens bis zum 6. Tag danach, sich auf ein Geschlecht des Kindes festzulegen, dass im Stammbuch eingetragen werden soll. Dadurch wird den Betroffenen die Möglichkeit genommen, diese Entscheidung selbst in der Pubertät oder im Erwachsenenalter zu treffen oder sich als Hermaphrodit eintragen zu lassen.69

Eine Änderung des Personenstandsgesetzes lehnt die Bundesregierung so lange ab, bis nicht eindeutig bewiesen ist, dass es zum Wohle der Betroffenen sei, ihre Zweigeschlechtlichkeit bzw. ihre Ungeschlechtlichkeit als Eintragungsmöglichkeit bei der amtlichen Registrierung aufzunehmen. Bedauerlicherweise hat die Regierung aber auch noch keine Untersuchungen bzw. Nachforschungen veranlasst, die zur Erlangung dieser Kenntnisse von Nöten wären.70

4.2. Grundgesetz

Doch selbst wenn eine Änderung des Personenstandsgesetztes durchgesetzt werden könnte, läge dieses dann nicht mehr konform mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik:

„Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetzt gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechts (...) benachteiligt oder bevorzugt werden. (...)“71

Könnten sich also Menschen, ihr Geschlecht betreffend, rechtlich als Hermaphroditen oder sogar als geschlechtslos definieren, würde für sie dieser Artikel des Grundgesetztes und dessen Schutzfunktion nicht mehr gänzlich gelten. Nach Abschaffung des Mann-Frau-Modells in der amtlichen Registratur müsste also auch das Grundgesetz geändert werden.

Organisationen wie die AGGPG kämpfen aber nicht nur für die Änderung des Personenstandsgesetzes, sondern auch gegen medizinische Eingriffe an von der Norm abweichenden, also intersexuellen Genitalien von Neugeborenen und Kleinkindern. Sie setzen solche Operationen mit Genitalverstümmelungen gleich, wie sie z.B. in Afrika an Frauen verübt werden.72

Als Grundlage für die Forderung eines Verbots solcher Eingriffe könnte Artikel 2, Absatz 2 des Grundgesetzes dienen:

„Jeder hat das recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.“73

Da im Wortlaut dieses Gesetzestextes nicht die Rede davon ist, dass es nur für Frauen, Männer und Erwachsene, sondern für jeden gilt, schließt es auch intersexuelle Neugeborene und Kinder nicht aus.

Gegen den Erlass eines Verbotes von Geschlechtsangleichungen von kindlichen Genitalien würde aber Artikel 6, Absatz 2 des Grundgesetzes sprechen:

Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“74

Demzufolge kann der Staat erst gegen solche Eingriffe vorgehen, wenn diese nicht mehr als medizinisch und psychologisch notwendig, sondern nur als kosmetische Korrekturen angesehen werden würden.

5. Zusammenfassung an Fallbeispielen

Wie stark Intersexuelle unter ihrem Anderssein leiden oder eben nicht, zeigt sich am Besten, wenn man Einzelschicksale genauer betrachtet. Im Folgenden sollen nun zwei Lebengeschichten zum besseren Verständnis der Thematik nacherzählt werden.

5.1. Sven/Bianca Müller

Sven Müller wurde 1954 geboren. Er wuchs als rebellischer Junge auf, der sich stets weigerte in das „normale“ Verhaltensmuster Gleichaltriger zu schlüpfen. Mit sechs Jahren zog er heimlich die Kleider seiner Mutter an und kaufte sich sogar eigene, von seinem mühsam zusammengekratztem Taschengeld. Als seine Mutter dahinter kam, hagelte es Prügel und Vorwürfe. Sie beschimpfte ihren Sohn als pervers. Sven litt sehr unter den Schuldgefühlen, die ihm seine Mutter auflud. Doch das Versteckspiel ging weiter. Der Junge verbarg seine Kleider in einem doppelten Boden seines Kleiderschrankes. Als seine Mutter das Versteck entdeckte, warf sie ihm dessen Inhalt im Beisein eines Mitschülers und mit wüsten Beschimpfungen vor die Füße. Von da an wurde der mittlerweile Zehnjährige in der Schule gemieden und als „schwule Sau“ beschimpft. Es folgte ein Selbstmordversuch mit Schlaftabletten seiner Mutter. Der erste von über hundert folgenden in seinem Leben. Als in der Pubertät Stimmbruch und Bartwuchs ausblieben, musste Sven Hormone nehmen. Seine Mutter erzählte ihm, die Pillen seien lebenswichtige Stärkungsmittel. Nach der Schule entschloss sich Sven Pilot zu werden. Obwohl er beim Eignungstest als Bester abschnitt, wurde er nach der medizinischen Untersuchung abgelehnt. Eine Begründung dafür bekam er nicht. Daraufhin wird er Kommissar im gehobenen Dienst. Nach Feierabend schlüpfte Sven hinter verschlossenen Jalousien in eine Rolle als Frau. Er hielt sich für homosexuell. Als er dreißig wurde, setzte er die Hormone ab. Es begann ihm ein Busen zu wachsen. Nach weiteren vier Jahren Versteckspiel entschloss sich Sven zu einer Geschlechtsumwandlung in einer Londoner Klinik, um nun für immer auch in der Öffentlichkeit als Frau zu leben. Den Tag der OP bezeichnet Bianca Müller, so ihr neuer Name, als den Tag ihrer inneren Befreiung. Zurück in Berlin plagten sie starke Unterleibsschmerzen. Zum ersten Mal wurde eine Computertomografie ihres Unterleibes durchgeführt. Darauf erfolgte die unglaubliche Nachricht: Bianca war schon immer eine Frau gewesen. Zumindest fast. Sie war als Hermaphrodit mit intersexuellem Genital geboren worden, wurde dann aber dem männlichen Geschlecht auf Wunsch der Mutter – die immer schon einen Jungen haben wollte – durch eine Operation angeglichen. Auf Anraten der Ärzte hatten Svens bzw. Biancas Eltern ihrem Kind fast vierzig Jahre verschwiegen, dass es mit intersexuellen Genitalien zur Welt kam. Nach der Geschlechtsumwandlung gab die Mutter endlich zu, dass sie, rein genetisch gesehen, eine Tochter geboren hatte. Ihre Rechtfertigung: „Aber wir wollten doch einen Jungen!“ und bat ihr Kind: „Sei doch bitte wieder mein Sohn!“75

5.2. Simon/Simone Polzin

Ähnliche Züge hat auch das Schicksal von Simone Polzin. Anders ist, dass ihre Geschichte aus der Sicht ihrer Mutter Mareike geschildert wird:

Die pränatalen Untersuchungen kündigten der werdenden Mutter einen Jungen an. Simon sollte er heißen. Doch als das Kind zur Welt kam, hing zwischen seinem Beinchen nur ein kleines Hautläppchen statt einem kleinen Penis. Die Ärzte rieten Mareike Polzin, ihr Kind als Mädchen aufzuziehen, da später für einen Jungen Geschlechtsverkehr mit dem unterentwickelten Penis kaum möglich wäre. Obwohl Mareike spürte, dass die Ärzte ihrer Sache auch nicht sicher waren, blieben ihre Zweifel unausgesprochen. Aus Simon wurde dank chirurgischer Hilfe Simone. Als besonders verletzend empfand die Mutter das Verhalten mancher Ärzte: Der Professor wollte ihr Kind sofort seinen Studenten vorführen und Fotos machen. Eine Ärztin riet ihr ganz lapidar, sie solle ihrem Kind doch einfach Ohrringe stechen lassen, dann würde es schon als Mädchen aufwachsen. Dass es so einfach nicht ist, wurde der Mutter schnell bewusst: Ihre Kindheit verbrachte Simone fast wie ein kleiner Junge: Latzhosen, kurze Haare, Raufereien. Kleider und Lackschuhe wollte sie nie tragen. Einen Wandel brachte allerdings eine Hormontherapie in der Pubertät. Simone bekam weibliche Formen und ließ sich die Haare wachsen. Trotzdem beschleichen ihre Mutter noch heute Zweifel: Ist Simone nur deshalb ein so hübsches Mädchen, weil sie Hormone nimmt? Was geschähe, wenn sie die Medikamente absetzen würde? Mareikes Anliegen ist, immer möglichst offen mit ihrer Tochter zu sein. So wusste Simone schon früh, warum sie Hormone nehmen muss. Mit anderen spricht sie ganz offen darüber, dass sie nie Kinder haben kann. Fast eine wenig zu offen, findet ihre Mutter. Ihr scheint aber, als wäre ihre Tochter fast eine wenig stolz, etwas Anderes, nämlich etwas Besonderes zu sein.76

III. Viele Fragen bleiben offen

Ziel dieser Arbeit war es, den Hermaphroditismus und den Pseudohermaphroditismus als medizinisches Krankheitsbild, die damit einhergehende psychische Belastung der Betroffenen und ihrer Angehörigen und ihre derzeitige Rechtslage in verschiedenen Aspekten darzustellen. Als ich dieses Thema für meine Facharbeit ausgewählt hatte, war mir nicht im Geringsten bewusst, was auf mich zukommen würde. Diese Thematik ist mit soviel Leid der Betroffenen, Unstimmigkeit unter den Ärzten und Psychologen und gesellschaftlicher Tabuisierung behaftet, dass man mehrere Bücher füllen müsste, um jedem Aspekt in seiner Gänze gerecht zu werden. Wirklich Stellung beziehen konnte ich für keine Einzelmeinung der hier wiedergegebenen. Zu entscheiden, was richtig oder falsch oder abnorm ist, liegt nicht in der Macht eines einzelnen. Ich denke, dass es in Zukunft noch viele Diskussionen rund um dieses Thema geben wird und geben muss. Eine tatsächliche Konsensfindung wird aber, sehr zu meinem Bedauern, nahezu unmöglich sein.

„Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn wir auch die Fragen leben, leben wir Vielleicht auch allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antwort hinein.“77

Literaturverzeichnis

Bildquellennachweis

Titelseite

Leonard, Zoe: Man with a dog. In: GEO Wissen – Frau & Mann Alte Mythen neue Rollen, 2000, Nr. 26, S.11

Abb. 1

http://www.woop.de/zg_ht4.asp?sessionid=Verwandlung%20Hermaphroditos% 20Salmicis@18482&Bild_Nr=mwm03974&Künstler_Nr=133&usernr=1&userpas s=a1 Aufrufsdatum: 26. Oktober 2003

Abb. 2

http://www.symposion.com/ijt/benjamin/photos02.htm Aufrufdatum: 26. Oktober 2003

Abb. 3

Bachmann, Klaus: Die Natur will die Frau. In: GEO Wissen – Frau & Mann Alte Mythen neue Rollen, 2000, Nr. 26, S.22

Abb. 4

Bachmann, Klaus: Die Natur will die Frau. In: GEO Wissen – Frau & Mann Alte Mythen neue Rollen, 2000, Nr. 26, S.25

Abb. 5

http://www.vghtpe.gov.tw/~peds/lecture/pedsintr/74.jpg Aufrufdatum: 24. Januar 2004

Abb. 6

http://uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/II/urol-029.htm Aufrufdatum: 24. Januar 2004

Abb. 7

http://www.suur.ee/public/tutvustus/peenis-loige.gif Aufrufdatum: 24. Januar 2004

Abb. 8

http://kutlusevin.com/tur/hipospadias1.html Aufrufdatum: 24. Januar 2004

Abb. 9

http://ai.eecs.umich.edu/people/conway/TS/JohnMoney1s.jpg Aufrufdatum: 24. Januar 2004

Abb. 10

http://www.kinderaerzteimnetz.de/ aerzte/page_648_3.html Aufrufdatum: 24. Januar 2004

Abb. 11

http://ai.eecs.umich.edu/people/ conway/TS/TS.html Aufrufdatum: 24. Januar 2004

Abb. 12

http://www.hauptstadtkongress.de/2002/referenten560.html Aufrufdatum: 24. Januar 2004

Abb. 13

http://www.indymedia.de/images/ 2002/10/31718.jpg Aufrufdatum: 24. Januar 2004

[...]


1 Ovidius, Publius Naso, Metamorphosen, Liber IV. In: Breitenbach, H. (Hg.): Metamorphosen. Artemis-Verlag, Zürich, 1958, S.244-255

2 vgl. Meyers Konversationslexikon http://susi.e-technik.uni- ulm.de:8080/meyers/servlet/showSeite?ID=1058602474712&BandNr=8 Stand: Jan. 2004 Aufrufdatum: 02. Januar 2004

3 vgl. http://www.ken.ch/fach/gesch/pgs/kunstherma.htm Aufrufdatum: 02. Januar 2004

4 vgl. Krob, Gabriele: Hermaphroditismus verus. Dissertation. Medizinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München, 1995, S.3f

5 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.9

6 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.9f

7 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.10

8 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.10f

9 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.11

10 vgl. Schweiger, Monika: Zur Chirurgie der Intersexualität. Dissertation. Medizinische Fakultät der Universität zu München, 1982, S.4

11 vgl. Schweiger, Monika: Zur Chirurgie der Intersexualität. Dissertation. Medizinische Fakultät der Universität zu München, 1982, S.4

12 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.13

13 vgl. Spiewak, Martin http://www.zeit.de/200040_intersexneu.html Stand: 2000 Aufrufdatum: 19. November 2003

14 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.13+18

15 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.17

16 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.17

17 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.17

18 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.17

19 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.19f

20 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.20

21 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.20

22 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.20ff

23 Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.22

24 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.22

25 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.23

26 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.31

27 vgl. Groenewold, Uwe, http://www.mu-luebeck.de/aktuelles/intersex.htm Stand: 29. Januar 2002 Aufrufdatum: 19. November 2003

28 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.32f

29 vgl. Dr. med Hebold, Markus: Testikuläre Feminisierung mit Vaginalaplasie – eine Indikation zur Kolponeopoese (nach Radzuweit). In: Brandenburgisches Ärzteblatt, 13. Jg. 2003, H.11, S.350

30 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.34f

31 vgl. Dr. med Hebold, Markus: Testikuläre Feminisierung mit Vaginalaplasie – eine Indikation zur Kolponeopoese (nach Radzuweit). In: Brandenburgisches Ärzteblatt, 13. Jg. 2003, H.11, S.350

32 Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.44

33 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.44

34 vgl. Reiter, Birgit Michel, http://www.nadir.org/nadir/initiativ/kombo/k_34isar.htm Aufrufdatum: 24.Januar 2004

35 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.45

36 vgl. Reiter, Birgit Michel, http://www.nadir.org/nadir/initiativ/kombo/k_34isar.htm Aufrufdatum: 24.Januar 2004

37 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.46

38 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.47

39 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.47

40 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.47

41 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.47f

42 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.48

43 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.49

44 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.48

45 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.49

46 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.49

47 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.49f

48 vgl. Dr. med Hebold, Markus: Testikuläre Feminisierung mit Vaginalaplasie – eine Indikation zur Kolponeopoese (nach Radzuweit). In: Brandenburgisches Ärzteblatt, 13. Jg. 2003, H.11, S.350

49 vgl. Reiter, Birgit Michel, http://www.nadir.org/nadir/initiativ/kombo/k_34isar.htm Aufrufdatum: 24.Januar 2004

50 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.50

51 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.50f

52 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.51f

53 vgl. Leitsch, Dominik: Die Intersexualität. Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht. Dissertation. Hohe Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, 1996, S.52

54 vgl. Reiter, Birgit Michel, http://www.nadir.org/nadir/initiativ/kombo/k_34isar.htm Aufrufdatum: 24.Januar 2004

55 vgl. Hummel, Katrin: Er, sie, es. Intersexuelle werden nach der Geburt zu Jungen oder Mädchen operiert – viele leiden darunter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2003, Nr. 12, S.7

56 vgl. Spiewak, Martin http://www.zeit.de/200040_intersexneu.html Stand: 2000 Aufrufdatum: 19. November 2003

57 vgl. Hummel, Katrin: Er, sie, es. Intersexuelle werden nach der Geburt zu Jungen oder Mädchen operiert – viele leiden darunter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2003, Nr. 12, S.7

58 vgl. Reiter, Birgit Michel, http://www.nadir.org/nadir/initiativ/kombo/k_34isar.htm Aufrufdatum: 24.Januar 2004

59 vgl. Weiß, A. http://www.postgender.de/postgender/psych.htm Aufrufdatum: 26. Oktober 2003

60 vgl. Alexander, Tamara http://www.postgender.de/postgender/med_dt2.htm Aufrufdatum: 26. Oktober 2003

61 vgl. Hummel, Katrin: Er, sie, es. Intersexuelle werden nach der Geburt zu Jungen oder Mädchen operiert – viele leiden darunter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2003, Nr. 12, S.7

62 vgl. Spiewak, Martin http://www.zeit.de/200040_intersexneu.html Stand: 2000 Aufrufdatum: 19. November 2003

63 vgl. Reiter, Birgit Michel, http://www.nadir.org/nadir/initiativ/kombo/k_34isar.htm Aufrufdatum: 24.Januar 2004

64 vgl. Taschwer, Klaus http://www.falter.at/heureka/archiv/98_6/17barbin.htm Aufrufdatum: 26. Oktober 2003

65 vgl. Hummel, Katrin: Er, sie, es. Intersexuelle werden nach der Geburt zu Jungen oder Mädchen operiert – viele leiden darunter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2003, Nr. 12, S.7

66 vgl. Reiter, Birgit Michel, http://www.nadir.org/nadir/initiativ/kombo/k_34isar.htm Aufrufdatum: 24.Januar 2004

67 vgl. Schenk, Christina http://www.postgender.de/postgender/1bt.html Aufrufdatum: 27. Oktober 2003

68 Klöppel, Ulrike http://www.postgender.de/postgender/kloeppel.htm Aufrufdatum: 30. Oktober 2003

69 vgl. Videodokumentation „Das verordnete Geschlecht“ Ein Film von Oliver Tolmein und Bertram Rotermund

70 vgl. Schenk, Christina http://www.postgender.de/postgender/1bt.html Aufrufdatum: 27. Oktober 2003

71 Stollreither, Konrad (Bearb.): Verfassung des Freistaates Bayern/ Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH, 1999, S. 111f

72 vgl. Reiter, Birgit Michel, http://www.nadir.org/nadir/initiativ/kombo/k_34isar.htm Aufrufdatum: 24.Januar 2004

73 Stollreither, Konrad (Bearb.): Verfassung des Freistaates Bayern/ Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH, 1999, S. 111

74 Stollreither, Konrad (Bearb.): Verfassung des Freistaates Bayern/ Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. ADV-Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH, 1999, S. 111

75 vgl. Kunert, Heike http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/04.12.2002/333961.asp Aufrufdatum: 5. Januar 2004

76 vgl. Spiewak, Martin http://www.zeit.de/200040_intersexneu.html Stand: 2000 Aufrufdatum: 19. November 2003

77 Die anarchistischen Entgrenzerinnen http://www.postgender.de/postgender/pol_walp.html Aufrufdatum: 27. Oktober 2003

Details

Seiten
34
Jahr
2004
Dateigröße
879 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110024
Note
13 Punkte
Schlagworte
Hermaphroditismus Pseudohermaphroditismus

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Titel: Hermaphroditismus und Pseudohermaphroditismus