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Analyse des Gedichts "Zum Schluß des 1648sten Jahres" von Andreas Gryphius, "Ein netter Kerl" von Gabriele Wohmann und 'San Salvador' von Peter Bichsel

Referat / Aufsatz (Schule) 2006 3 Seiten

Deutsch - Sonstiges

Leseprobe

Das Gedicht „Schluss des 1648sten Jahres“ von Andreas Gryphius, einem der bekanntesten Lyriker der Epoche des Barock lebte von 1616-1664, handelt von dem Ende des 30jährigen Krieges und der Hoffnung auf ein neues, friedliches Leben durch Gottes Hilfe. Inhaltlich wird die Situation am Ende des 1648 Jahres beschrieben: Kurz nach dem offiziellen Ende des dreißigjährigen Krieges, wünscht sich das lyrische Ich ein neues friedliches Leben und appelliert dabei an Gott. Zu Beginn wird durch eine Anapher im Imperativ sehr eindringlich klargestellt welches Leid das lyrische Ich gelitten hat und das damit nun endlich Schluss sein muss. Im weiteren Verlauf versucht das lyrische Ich klarzustellen, dass das Leben noch einen weiteren Sinn haben muss, als nur für den Krieg gelebt zu haben. Der Schluss beinhaltet die Bitte vom lyrischen Ich an Gott, noch weitere friedvolle Jahre zu gewähren, um noch vor dem Tod dem Leben etwas Unvergängliches zu geben. Das Gedicht ist in der, im Barock sehr beliebten und häufig verwendeten, Sonettform verfasst. Es besteht aus einem Oktett, das in zwei Quartette aufgeteilt ist und aus einem Sextett, das sich in zwei Terzette aufgliedert. Das Reimschema der Quartette lautet: abba, abba. Es handelt sich also um einen umschließenden Reim. Das Reimschema der Terzette lautet: ccd, eed, somit ein Schweifreim. Zu Beginn des Sonetts befindet sich eine Anapher und eine Akkumulation von sinnverwandten Nomen, welche die Kriegsfolgen eindringlich beschreiben. Am Ende der ersten Strophe spricht das lyrische Ich eine Person an, welche zunächst nicht genannt wird, aber sich schon hier vermuten lässt, dass es sich dabei um Gott handelt, mit der Bitte das lyrische Ich von den seelischen Folgen des Krieges zu befreien: „Und führe mit dir weg die Last von diesem Herzen!“ (V.4). In der zweiten Strophe wird die Bitte an Gott deutlicher und so stellt das lyrische Ich Gott die rhetorische Frage, ob diese Zeit so vergänglich sei „ wie ein verschmelzter Schnee?“ (V.6). Hier möchte somit zum Ausdruck gebracht werden, dass das bisher Erlebte im Krieg ohne jeglichen Sinn war und das Leben so nicht zu Ende gehen darf. Bekräftigt wird diese Aussage mit einem Vergleich wie „ausgebrannten Kerzen“ (V.8). In der dritten Strophe wird das lyrische Ich noch ein wenig eindringlicher, in der Wortwahl. So bittet es: „Gib doch nun etwas Frist, dass ich mich recht bedenke!“ Hier wird also darum gebeten ihm noch etwas Zeit zu geben, damit er sich noch um etwas anderes im Leben kümmern kann als zur Zeit des Krieges. Worum er sich kümmern möchte, wird in der letzten Strophe deutlich: „Froh wird eins vor meiner Bahre“ (V.13). Das lyrische Ich möchte vor dem Tod noch das Leid überwinden und so noch etwas Freud während des restlichen Lebens erfahren. Das Gedicht schließt mit einem Litotes ab, in dem das lyrische Ich davon spricht: „Mißgönne mir doch nicht dein liebliches Geschenk“ (V.14). Er appelliert also ein letztes Mal eindringlich an Gott, durch die Doppelverneinung bestärkt, wie wichtig ihm es ist, sein Leben nun glücklich fortzuführen und seine schlimme Vergangenheit zu verarbeiten. Das Gedicht weist die typischen Barockmuster auf. „in memento mori“ spiegelt sich in der Kriegsbeschreibung in der 1. Strophe wieder, in dem das lyrische Ich den dreißigjährigen Krieg beschreibt und an die „Leichen“ (V.3) denkt. Aber auch „vanitas“ ein weiteres Barockstilmittel lässt sich in dem Gedicht wieder finden. Das lyrische Ich hat Angst davor den Tod zu finden, ohne vorher noch einmal glücklich geworden zu sein. Denn es will nicht „untergehn gleich ausgebrannten Kerzen“ (V.8)

Details

Seiten
3
Jahr
2006
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110059
Note
1- / 2
Schlagworte
Analyse Gedichts Schluß Jahres Andreas Gryphius Kerl Gabriele Wohmann Salvador Peter Bichsel

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Titel: Analyse des Gedichts "Zum Schluß des 1648sten Jahres" von Andreas Gryphius,  "Ein netter Kerl"  von   Gabriele Wohmann und   'San Salvador'  von  Peter Bichsel