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Die Schlacht von Hastings im Jahre 1066. Die Repräsentation der Hauptakteure in Geschichte und Literatur

Magisterarbeit 2005 128 Seiten

Anglistik - Kultur und Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Historische Betrachtung

I. Historische Überlieferung
I.1. Zeitgenössische Überlieferungen
I.1.1. Angelsächsische Quellen
a) Anglo – Saxon Chronicle
b) Vita Eadwardi Regis qui apud Westmonasterium requiescit
I.1.2. Normannische Quellen
a) Wilhelm von Jumièges: Gesta Normannorum Ducum
b) Wilhelm von Poitiers: Gesta Guillemi ducis Normannorum et regis Anglorum
c) Carmen de Hastingae Proelio
d) Der Bildteppich von Bayeux
I.2. Überlieferungen des 12. Jahrhunderts
a) Chronik des John von Worcester
b) Ordericus Vitalis: Historia Ecclesiastica
c) Wilhelm von Malmesbury: Gesta Regum Anglorum
d) Wace: Roman de Rou
I.3. Nordische Überlieferungen : Skaldenlyrik, Königssagas, Snorri Sturluson
a) Skaldenlyrik
b) Königssagas
c) Snorri Sturluson: Heimskringla
I.4. Vita Haroldi
I.5. Europäische Sichtweisen: kontinentale und skandinavische Berichte

II. Die Schlacht von Hastings: Die historische Betrachtung der Hauptakteure
II.1. Eduard der Bekenner und die Vertreter des Hauses Godwin: Ursprünge und Entwicklung
a) Die frühen Jahre
b) Das Ringen um die Herrschaft
II.2. Kampf um die Vormachtstellung:
Die Vertreibung und Rückkehr des Hauses Godwin
II.3. Die Frage der Nachfolge
II.4. Die Aufstiege Harold Godwinssons und Wilhelms von der Normandie
II.5. Der Eid
II.6. Das Ende einer Herrschaft: Der Tod Eduard des Bekenners
II.7. Rex Haroldus
II.8. Die Schlacht von Stamford Bridge
II.9. Die Schlacht von Hastings
II.10. Schilderungen über das Fortleben König Harolds II.

III. Die historische Darstellung der Schlacht von Hastings und ihrer Hauptakteure bis in die Moderne

Literarische Betrachtung

IV. Der viktorianische historische Roman: Die Schlacht von Hastings bei Edward Bulwer – Lytton und Charles Kingsley
a) Edward Bulwer – Lytton: Harold, der letzte Sachsenkönig (1848)
b) Charles Kingsley: Hereward the Wake (1866)

V. Das viktorianische Drama: Alfred Tennysons „Harold, a Drama“(1876)

VI. Darstellung von Historie im Kinderbuch:
Die Schlacht von Hastings in Rudyard Kiplings
„Puck of Pook´s Hill“(1910) und „Rewards and Fairies“(1913)

VII. ‘Comic Histories’:
Die humorvolle Darstellung von Historie in Punch und dessen Ablegern

VIII. Der historische Roman im 20. Jahrhundert:
Die Schlacht von Hastings bei Hope Muntz und Julian Rathbone
a) Hope Muntz: Der Goldene Reiter (1949)
b) Julian Rathbone: Der letzte englische König (1997)

Abschluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

„Der Herzog fuhr wohl über das Meer,

Er fuhr nach Engelland mit gewaltigem Heer.

Er sprang vom Schiffe, da fiel er auf die Hand:

‘Hei’ – rief er - ‘faß´ und ergreife dich, Engelland!’“[1]

(Ludwig Uhland: Taillefer)

Der 14. Oktober 1066 markierte einen der bedeutenden Wendepunkte in der englischen Geschichte. Nach dem Tode des kinderlosen König Eduard – des Bekenners – aus der angestammten Dynastie Cerdics hatten drei nicht diesem Haus angehörenden Bewerber – Harold Godwinsson (Earl von Wessex), Harald Hardraada (König von Norwegen), Wilhelm (Herzog der Normandie) – Anspruch auf den Thron Englands erhoben.

Der Earl von Wessex erlangte raschen Zugriff auf die Königswürde. Doch innerhalb weniger Monate wurde das Inselreich durch Invasionen der beiden anderen Prätendenten in einen verhängnisvollen Zweifrontenkrieg hineingezogen. Während der norwegische König in der Schlacht von Stamford Bridge (25.09.1066) besiegt werden konnte, unterlagen die überanstrengten angelsächsischen Fußtruppen an der Südküste bei Hastings dem aus Reiterei, Bogenschützen und anderen Fußsoldaten zusammengesetzten Lehns – und Söldnerheer des Normannenherzogs. Harold von Wessex hatte seine Machtmittel und Kriegskunst überschätzt und fand in der berüchtigten Schlacht von Hastings seinen Tod. Diese Schlacht bildete die Grundlage der so genannten „normannischen Eroberung“ Englands, die die Vereinigung von insularem und kontinentalen Herrschaftsbereichs des Herzogs beinhaltete. Der normannische Herzog nahm am Weihnachtstag des Jahres 1066 in der Grabeskirche des Bekenners zu Westminster die Königswürde der Angelsachsen auf und baute eine zentralistische Herrschaft über das gewonnene Land und seine Leute auf. Das Königtum Wilhelm I. des Eroberers (1066 – 1087) leitete darüber hinaus eine zukunftsweisende enge Verflechtung zwischen England und dem „lateinischen“ Europa ein. Das Inselreich löste sich damit aus seinen traditionellen Bindungen an das wikingische Skandinavien.

Diese Arbeit versucht, die Hintergründe jenes epochalen Ereignisses zu erklären. Im Zentrum der Darstellung sollen jedoch die Handlungsträger, ihre Verflechtungen und schicksalhafte Bindungen stehen. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, die Charakteristika und Persönlichkeitsprofile der Akteure, auf Grundlage der historischen Quellenlage und ihrer fiktiven Bearbeitungen in verschiedenen literarischen Genres, zu ermitteln.

Hierbei werden im ersten Abschnitt, in der historischen Betrachtung, die jeweiligen Personen und Ereignisse in Form von Episoden in chronologischer Reihenfolge interpretiert. Die Basis hierfür sind die zeitgenössischen (angelsächsischen und normannischen) Überlieferungen und die Quellen des 12. und 13. Jahrhunderts. Darüber hinaus soll ein kurzer Ausblick auf die Bewertung der Schlacht und ihrer Hauptakteure aus europäischer Sicht erfolgen.

Die Schilderung fokussiert sich auf Eduard den Bekenner, sein Verhältnis zu den Vertretern des Hauses Godwin, das zu jener Zeit ein wichtiges Machtzentrum Englands darstellte, und die Beziehungen beider Parteien zu Wilhelm von der Normandie. Von diesem Ausgangspunkt aus soll dann die weitere Entwicklung der Personendarstellungen in den historischen Werken bis in die die Moderne nachgezeichnet werden.

Im zweiten Teil, der literarischen Betrachtung, wird dann anhand ausgewählter Werke auch versucht, die historischen Persönlichkeiten im fiktiven Kontext näher zu beleuchten.

Die meisten literarischen Darstellungen basieren im Wesentlichen auf den vorher angeführten historischen Überlieferungen. Aus diesem Grund ist es auch interessant, die Bearbeitung des historischen Stoffes genauer zu betrachten. Zudem sollen auch hier mögliche Tendenzen sichtbar gemacht werden.

Die Repräsentation der Hauptakteure der Schlacht von Hastings in Geschichte und Literatur verkörpert eine Thematik, die, in den jeweiligen Betrachtungsweisen, Stoff für viele Kontroversen gab. Im gleichen Maße jedoch ist dies ein unerschöpflicher Bereich. Die Darstellung der individuellen Charakterzüge der einzelnen historischen Persönlichkeiten war immer abhängig von Zeit, Kontext und Umständen. Somit wird hierin untersucht, wie einzelne Entwicklungen und Tendenzen in den historischen und literarischen Betrachtungen die Bilder der einzelnen Hauptakteure prägten.[2]

Historische Betrachtung

I. Historische Überlieferung

Die nun folgende Darstellung enthält die wichtigsten historischen Überlieferungen für eine Charakterisierung der Schlacht von Hastings im Jahre 1066 und ihrer Hauptakteure.

Hierbei erfolgt zunächst eine zeitliche Einordnung der Quellen und ihrer Verfasser. Darüber hinaus ist es von Bedeutung, die jeweiligen Zeugnisse lokal zu bestimmen, um Hintergründe und mögliche Tendenz genauer betrachten zu können.

Im Besonderen ist dabei der Unterschied zwischen angelsächsischem und normannischem Raum zu beachten, da gerade in der unmittelbaren Zeit nach der Eroberung die normannische Propagandamaschinerie ein historisches Bild der Ereignisse prägte, das bis in die Moderne hineinwirkte und angelsächsische Darstellungen im Wesentlichen verdrängte. Zudem ist die historische Zuverlässigkeit der einzelnen Werke ein Faktor, der zu bestimmen ist.

Außerdem spielen Königssagas und Skaldendichtung des nordischen Kulturkreises (Island, Skandinavien) auf den Nebenschauplätzen eine Rolle, da sie oftmals eine ganz spezifische Betrachtungsweise der damaligen Geschehnisse in England haben.

Hinzu kommt ein, von seiner Gewichtigkeit sekundär, nur bestimmte Ausschnitte betrachtendes, aber informatives Zeugnis (Vita Haroldi).

Den Abschluss bildet dann ein Ausblick auf die Sichtweise der Schlacht von Hastings im Rest Europas. Hierbei ist der Artikel The Norman Conquest through European Eyes von Elisabeth van Houts eine kritisch – informative Grundlage.[3]

Die zwei wichtigsten zeitgenössischen Quellen des angelsächsischen Raumes sind die Anglo – Saxon Chronicle und die Vita Eadwardi Regis. Die letztere wurde ausführlich durch Frank Barlow in der Edition The Life of King Edward who rests at Westminster und in seinem Buch Edward the Confessor bearbeitet.

Auf normannischer Seite sind die Darstellungen von Wilhelm von Jumièges und Wilhelm von Poitiers typische Repräsentanten der normannischen Propaganda. Während Wilhelm von Poitiers Gesta Guillelmi ducis Normannorum et Regis Anglorum eine Art Vita Wilhelms des Eroberers ist, behandelt Wilhelm von Jumièges in seiner Gesta Normannorum Ducum Wilhelm als einen Repräsentanten in einer Reihe von normannischen Herzögen.

Viele Kontroversen erzeugte hingegen das Carmen de Hastingae Proelio. Besonders in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts stritten sich bedeutende Historiker über Autor, Abfassungszeitraum und historischen Wert der Überlieferung.[4]

Die einzige bildliche Darstellung der normannischen Eroberung Englands ist der Bildteppich von Bayeux. Er stellt die unmittelbare Vorgeschichte und den Schlachtverlauf ausführlich dar. Aber auch um ihn drehen sich zahllose Diskussionen, da natürlich die Illustrationen und kurzen Textauszüge nicht immer eindeutig sind. Zudem sind auch Entstehungsort, - zeit, Künstler und mögliche Bezugsquellen nebulös.[5]

Die historischen Zeugnisse des zwölften Jahrhunderts sind gekennzeichnet durch ihren zeitlichen Abstand zu den Geschehnissen, was oftmals zu einer Verschmelzung mit den zeitgenössischen Charakterisierungen führt.

Während sich die Chronik des John von Worcester noch sehr nah an der Darstellung der Anglo – Saxon Chronicle orientiert, sind Ordericus Vitalis´ Historia Ecclesiastica und Wilhelm von Malmesburys Gesta Regum Anglorum von dem Merkmal der Verschmelzung (auch beider Kulturbereiche) geprägt, was manchmal zu eigentümlichen Anmerkungen führt. Waces Roman de Rou hingegen weicht durch seine gewählte literarische Gattungs - und Sprachform insofern von den anderen ab, da er sich neben den historischen Quellen auch an der Tradition der Chansons de Geste bediente.

Der Ausblick auf die nordischen Überlieferungen ist u.a. bedeutend für die frühmittelalterliche Verschränkung des anglo – skandinavischen Kulturkreises. Skaldenlyrik und Königssagas lassen noch einmal den Heldenmythos hochleben und ermöglichen einen begrenzten Einblick in die damalige Kultur. Außerdem sind sie meistens in Kompilationen erhalten, die aus unterschiedlichsten Quellen gespeist sind.

Abschließend wurde die Vita Haroldi gewählt, da sie teilweise von der allgemein anerkannten Darstellung der Ereignisse abweicht, aber gleichzeitig andere Sichtweisen punktuell hervorhebt.

I.1. Zeitgenössische Überlieferungen

I.1.1 Angelsächsische Quellen

a) Anglo – Saxon Chronicle

Die Anglo – Saxon Chronicle gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Überlieferungen aus dem angelsächsischen Raum.

Ihre Bezeichnung bezieht sich hierbei auf eine Sammlung von Annalen mit meist unbekanntem Verfasser, Abfassungsort und –zeit.

Der Ursprung der so genannten Chronik lässt sich bis in die Regierungszeit Alfred des Großen im neunten Jahrhundert zurückverfolgen. Die darin enthaltenen Zeugnisse zogen ihre Informationen anfangs aus unterschiedlichen Quellen, wie Bedas Historia Ecclesiastica. Erst danach entwickelten sich fortwährend eigenständigere Schreibarten. Dabei ist aber zu beachten, dass die jeweiligen Kompilatoren weder objektiv, noch unbeeinflusst ihre Berichte verfassten, sondern oftmals ihren Standpunkt der Ereignisse darlegten.[6]

Überdies sind durch die verschiedenen Abfassungsorte fünf Versionen (MSS A – E) mit teilweise abweichenden Darstellungen heute erhalten.

Der ausführlichste Bericht der Schlacht von Hastings ist im Manuskript D enthalten.

Auch ist der Standpunkt dieser Version bezüglich der Persönlichkeiten und Ereignisse relativ neutral, währen z.B. Manuskript C, kompiliert in Abingdon, eine royalistische Haltung einnimmt; oder Manuskript E, kompiliert in Canterbury, eher der Godwin – Familie zugeneigt ist.[7]

Aus diesem Grund, repräsentiert die D – Version der Anglo – Saxon Chronicle eines der wertvollsten Zeugnisse bezüglich der angelsächsischen Sichtweise des Geschehens.

Die oftmals mangelnde Zuverlässigkeit in der Betrachtungsweise erschwert daher die Herausfilterung objektiver Informationen, aber in der Auseinandersetzung mit anderen, davon unabhängigen, zeitgenössischen Zeugnissen, können Tendenzen sichtbar gemacht werden.

b) Vita Eadwardi Regis qui apud Westmonasterium requiescit

Bei der Vita Eadwardi handelt es sich um ein Werk mit anonymem Verfasser, das eine Lobeshymne auf Königin Edith und ihrer Familie darstellt, aber auch hagiografische Elemente zugunsten Eduard des Bekenners aufweist.

Es besteht aus zwei Teilen (Buch I und Buch II) mit jeweils eigenen Prologen, geschrieben in elegischen Versen. Auch die jeweiligen Abschlüsse enden mit entsprechenden Dialogen zwischen Poet und Muse.[8]

Buch I stellt einen historischen Essay dar, gestaltet als Ablauf von Episoden oder Akten, die durch dichterische Elemente sowohl unterbrochen als auch verbunden werden.

Im Prolog wird die Absicht des Autors deutlich – instruiert durch seine Muse will er ein Werk zu Ehren der Königin, ihrer großartigen Familie, und ihres Gatten, König Eduard, verfassen.

Hierbei werden in den folgenden Kapiteln die Ursprünge, Entwicklungen und Charakteristika der Familienmitglieder gezeigt. Dies ist alles eingebettet im Lauf der Geschichte und der Ereignisse mit einem katastrophalen Ende für die Godwin – Dynastie. Das Buch schließt mit dem Tod Eduards und der Feststellung, dass es nicht in einer solchen Tragödie enden sollte.[9]

Buch II betrachtet dann das religiöse – und Heilsleben Eduards. Hierbei erklärt der Autor ausdrücklich, dass ihn die Ereignisse zu einer Änderung seines Vorhabens zwangen. Das im vorherigen Buch dargestellte tragische Ende all seiner Hauptakteure veranlasste ihn, sich auf ein völlig neues Gebiet – dem religiösen Leben des edlen Eduard – zu begeben.

In den nun folgenden Abschnitten werden dann eine Mehrzahl von Wundern und Heilsakten, sowie seine Visionen dargelegt.[10]

Dieses Werk ist von der Gestaltung als auch inhaltlich dem Encomium Emmae Reginae, dem Loblied auf Eduards Mutter, Königin Emma, ähnlich.[11]

Der Prolog zu Buch I der Vita Eadwardi und das Argumentum des Encomium Emmae Reginae formulieren die gleichen Ziele: das eine geschrieben zu Ehren von Königin Edith, das andere zu Ehren Königin Emmas. Der Autor des letztgenannten erklärt dabei sorgfältig – ähnlich der Vita Eadwardi – obwohl seine Darstellung mit König Svein beginnt, dass sein Werk nur zu Ehren Emmas verfasst wurde.

Jedoch dürfen diese Ähnlichkeiten nicht darüber hinwegtäuschen, dass solche Erzählarten in jener Zeit durchaus üblich waren und deshalb nichts Außergewöhnliches darstellten. Aber es ist nicht auszuschließen, dass der Anonymus der Vita Eadwardi das Encomium Emmae Reginae kannte und die strukturellen Eigenheiten nutzte, obwohl der Verbreitungsradius von historischen Zeugnissen damals relativ gering war. Entweder stammten die Autoren aus der gleichen Gegend bzw. Klöstern oder nutzten nur die gleichen strukturellen Elemente, da es sich bei beiden um Auftragswerke handelte.

Eine andere Problematik ist der Abfassungszeitraum der Vita. Hierbei gibt es verschiedene Kontroversen, ob damit, im Besonderen Buch I, bereits vor Eduards Tod oder erst kurz vor Tostigs und Harolds Ableben begonnen wurde.[12]

Da es ein Auftragswerk zugunsten von Königin Edith ist, ist anzunehmen, dass das Gesamtwerk noch in ihrer Lebenszeit (ante 1075) und wahrscheinlich der Absetzung des Erzbischofs von Canterbury Stigand (1070) vollendet wurde.

Das letztgenannte große Ereignis in der Darstellung ist die Schlacht von Hastings (14. Oktober 1066), und die Erzählung geht nicht über ein Jahr und einen Tag nach König Eduards Tod (Januar 1067) hinaus.[13]

Diese Argumentation wäre schlüssig, wenn Buch II nicht hagiografische Elemente enthalten würde. Der Heiligenkult um St. Eduard in Westminster scheint ein Produkt des zwölften Jahrhunderts zu sein. Infolgedessen liegen wir entweder einem Anachronismus bzw. literarischer Verfälschung auf, oder Buch II wurde wesentlich später verfasst und Buch I revidiert und bearbeitet. Aus diesem Grund, wird nun der Fokus auf Buch II gelegt, da Buch I relativ klar dem historischen Rahmen entspricht.

Auch hier geben einige interne Indikatoren Aufschluss:

Eine Referenz auf Stigand, während er wohl noch das Amt des Erzbischofs bekleidete, führt zu der Annahme, dass es kurz nach der Eroberung geschrieben wurde.[14] Das Buch schließt mit Geschehnissen, die wahrscheinlich nur einige Wochen nach Eduards Tod stattfanden. Der Autor schrieb in einer Zeit des Aufruhrs, was Eduard auf seinem Totenbett prophezeite. Das alles ließe auf das Jahr 1067 schließen. Da damit aber noch nicht das Problem der hagiografischen Elemente gelöst ist, könnte man annehmen, das Werk wäre in einer wesentlich späteren Revision neu bearbeitet worden.

Letztlich aber, ist dies auch nicht zufrieden stellend. Was nun einer objektiven Wahrheit entspricht, kann hier nicht nachvollzogen werden. Womöglich sind alle rätselhaften Elemente und Erklärungsversuche den historischen Umständen geschuldet.

Daneben stellt die Autorschaft der Vita Eadwardi ein zusätzliches Hindernis dar. Der Autor selbst gibt nur wenige Einzelheiten über seine Person preis: er sagt, er wäre ein geübter Autor, hätte Unterstützung von der Königin erhalten; bezieht sich auf sie als seine „Herrin“ (domina) und ihre Brüder als „Herren“ (domini); erwähnt gemeinsame Unterredungen. Zum Zeitpunkt der Abfassung sei er arm, aber frei gewesen und angeblich das Opfer von Neid und Missgunst.[15] Der Verfasser muss sich außerdem im geistlichen Umfeld bewegt haben, aber seine Position ist nicht greifbar. Aber er war relativ sicher nicht englischer Herkunft. Er identifiziert sich niemals mit den Engländern, manchmal scheint er sich sogar deutlich von ihnen abzugrenzen. Außerdem verurteilt er die Unwürdigkeit der angelsächsischen Kirche. Darüber hinaus sind seine Kenntnisse über englische Geschichte und Geografie sehr begrenzt. Man darf hierbei aber nicht automatisch darauf schließen, er wäre Normanne gewesen, denn nur wenig Sympathie wird den normannischen Großen am königlichen Hof (z.B. Robert von Jumièges) entgegengebracht.

Es ist hier eher wahrscheinlich, dass der Autor aus Lothringen oder Flandern stammte.[16] So werden z.B. Herzog Baldwin von Flandern als „Freund des englischen Volkes“ bezeichnet und Kenntnisse der flämischen Geschichte und Geografie verdeutlicht; oder die Erwähnung der Stadt Saint – Omer und einheimische Spielarten von Orts – und Personennamen sind dominant.

Allgemein hin werden daher Goscelin oder Folcard als Verfasser der Vita Eadwardi angenommen.[17] Beide verfügten über die gleiche Bildung und gingen ähnlichen Karrieren in England nach. Goscelin kam etwa 1058 nach England und Folcard vor 1069, vielleicht auch schon vor 1066. Außerdem gehörten sie den bekanntesten Klöstern in Saint – Omer (St. Bertin) an. Dort waren solche historischen Abhandlungen, insbesondere Heiligenviten in Reimprosa, charakteristisch.

Im Gegensatz zu Folcard, ist sehr viel über Goscelin bekannt,[18] und er wird aus diesem Grunde als großer Anwärter auf die Autorschaft angesehen. Er lebte in Wessex als ein „familiaris“ Bischofs Hermann von Wiltshire, der mit der Königin und dem König befreundet war. Es ist daher leicht möglich, ihn mit der Autorschaft zu belegen.

Folcards Lebensweg ist dagegen relativ unbekannt. Nur, dass er arm war und Unterstützung bei Königin bzw. deren Familie fand, ist bekannt.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist es aber kaum möglich, einen exakten Verfasser des anonymen Werkes herauszufiltern – letztlich mag dieses Faktum von persönlicher Tendenz und Einstellung abhängen, einen objektiven Beweis gibt es jedoch nicht.

Zusammenfassend gehört die Vita Eadwardi, neben der Anglo – Saxon Chronicle, zu der bemerkenswertesten Überlieferung des zeitgenössischen Geschehens aus angelsächsischer bzw. englischer Sichtweise.

Jedoch darf man dabei nicht vergessen, dass sie ein Auftragswerk zugunsten von Königin Edith und ihrer Familie darstellt. Infolgedessen ist sie tendenziös und panegyrisch gefärbt, deshalb vom historischen Wert gemindert. Aber sie gibt einen Einblick in die verlorene Welt angelsächsischer Großer vor dem Umbruch.

I.1.2 Normannische Quellen

a) Wilhelm von Jumièges: Gesta Normannorum Ducum

Im elften und zwölften Jahrhundert waren die Gesta Normannorum Ducum die weitverbreiteste Geschichte über die normannischen Herzöge und daher auch über die Normandie.[19]

Der Verfasser Wilhelm von Jumièges stützte sich in seinem Werk auf die Vorarbeit eines Dudo von Saint – Quentin, der den Anfangspunkt der historiografischen Tradition in der Normandie bildete. Dudo war der erste Historiker, der eine Geschichte über die normannischen Herzöge schrieb.

Die Gesta Normannorum Ducum ist etwa 1070/1071 im Kloster von Jumièges entstanden.[20] Seine Geschichte wurde später mehrmals revidiert und adaptiert und letztlich in der ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts durch Robert von Torigny erneut bearbeitet.

Wilhelm widmete seine Gesta 1070/ 1071 dem König Wilhelm von England und Herzog der Normandie. Hierbei verkürzte er Dudos Überlieferung bis zu dem Zeitpunkt der Pazifikation Englands.[21]

In seiner Widmung erläutert er, er hätte zwar Dudos Arbeit verkürzt, hätte aber nicht dessen Geschichten über die Ursprünge Rollos, seinen Prophezeiungen u.a. Auswüchse übernommen, da dieser sich zu dem Zeitpunkt noch im heidnischen Umfeld bewegte.

In seinem ersten Buch erzählt er dann, wie die ersten Wikinger nach Frankreich kamen. In den folgenden drei Büchern die Geschichten von Rollo, Wilhelm Langschwert und Richard I – alles auf der Grundlage von Dudos Zeugnis.

Ab Buch V fängt Wilhelm von Jumièges an, seine eigene Geschichte der normannischen Herzöge zu erzählen. Er beruft sich dabei auf das, was er selbst gehört bzw. gesehen hat und auf die Historia Francorum Senonensis.[22] Die Bücher V, VI danach Richard II (996 – 1026), die Brüder Richard III (1026 – 1027/28) und Robert I (1027/28 – 1035). Dann gelangt er schließlich zu Wilhelm selbst. Der Autor beendet das Werk mit einem langen Epilog, in dem er König Wilhelm und seinen Sohn Robert (Courthose), Herzog der Normandie, preist.

Wilhelm von Jumièges stellte in seiner Gesta Normannorum Ducum, hinsichtlich des Anspruchs Wilhelms auf den Thron Englands, die so genannte „englische Frage“ in den Vordergrund. Er sah seine Hauptaufgabe darin, nicht nur Wilhelms Herrschaftsanspruch, sondern auch dessen gewaltsame Machtübernahme zu legitimisieren. Hierbei folgte Wilhelm von Jumièges der panegyrischen Schreibtradition zur Rechtfertigung von Wilhelms Übernahme des englischen Throns: einem Status, den normannische Herzöge lange zuvor begierig erlangen wollten.[23]

Leider ist in diesem Zusammenhang nicht bekannt, ob es sich bei der Gesta Normannorum Ducum um ein Auftragswerk König Wilhelms handelte – dennoch ist eine klare Tendenz erkennbar.

b)Wilhelm von Poitiers: Gesta Guillelmi ducis Normannorum et regis Anglorum

Wilhelm von Poitiers Gesta Guillelmi wurden einst als „Sprachrohr des Eroberers“[24] bezeichnet.

Das Werk enthält eine wesentlich ausführlichere Darstellung des herzoglichen Anspruchs auf den englischen Thron als bei Wilhelm von Jumièges. Jene Ausführlichkeit führt aber zu signifikanten Unstimmigkeiten, die eine Tendenz sichtbar machen und damit die Glaubwürdigkeit einschränken.

Wilhelm von Poitiers entstammte einer adligen Familie in oder bei Préaux. Etwa 1028 geboren, studierte er später in Poitiers, wo er auch das Priesteramt bekleidete und wurde dann in den herzoglichen Haushalt als Kaplan berufen. Er selbst war jedoch nicht Augenzeuge der Ereignisse von 1066.[25]

Seine Gesta Guillelmi sind in biografischer Form verfasst. Unglücklicherweise aber scheint das Werk unvollständig zu sein, da nichts über Herzog Wilhelms Geburt, Kindheit oder früher Jugend berichtet wird.[26] Auch ist das Ende abrupt.

Buch I beginnt mit dem Tod König Knuts; die Auseinandersetzungen Herzog Wilhelms in Maine (I, 37-40) werden dann in den folgenden Absätzen dargestellt, genauso wie die Gesandtschaft Harold Godwinssons und dessen Eid in Bonneville – sur – Touques. Das Buch schließt mit dem Tod König Eduards (I, 42).

Erst Buch II behandelt ausführlich die Eroberung Englands, die Krönung Wilhelms und dessen Regierungszeit.

Bemerkenswert ist hierbei, wie militärische und diplomatische Geschehnisse hinter der Persönlichkeit Wilhelms zurücktreten. Er ist der ideale Herrscher: fromm, friedliebend und Beschützer des Glaubens (I, 47 – 59). Im Gegensatz dazu, werden seine Gegner als Tyrannen bzw. Usurpatoren charakterisiert.[27]

Der Abfassungszeitraum der Überlieferung liegt wahrscheinlich zwischen 1072/1073 und 1074.[28] Dies kann, auf der einen Seite, anhand bestimmter Ausdrucksweisen, Erwähnungen oder Interpretationen der Ereignisse gezeigt werden, die eine Datierung zwischen 1073 bis 1074 wahrscheinlich machen.

Auf der anderen Seite, sprechen dazu bestimmte genannte Fakten für eine solche zeitliche Begrenzung: die Enthebung Stigands aus dem Erzbistum von Canterbury (1070), die Einweihung der Abtei Saint – Etienne in Caen (1073) und Kenntnisse über den normannischen Abenteurer Roussel de Baillant (1073).[29]

Auf welche Berichte sich Wilhelm von Poitiers in seiner Darstellung stützte, ist eine komplexe Problematik. Man kann auf jeden Fall davon ausgehen, dass er sich auf Augenzeugenberichte an der Schlacht beteiligter Personen oder Personengruppen stützte. Was jedoch seine literarischen Grundlagen angeht, ist die Situation weniger eindeutig. In der Vergangenheit wurde die These aufgestellt, Wilhelm von Poitiers hätte sich in seinem Werk auf die Gesta Normannorum Ducum Wilhelm von Jumièges berufen.[30] Analogien zwischen beiden Darstellungen sind hierbei offensichtlich. Aber Wilhelm von Poitiers muss sich deshalb nicht zwangsläufig darauf berufen haben. Es wäre auch möglich, dass sich beide Autoren auf eine andere Überlieferung bezogen, die heute nicht mehr bekannt oder erhalten ist. Aber auch diese Annahme stellt keinen profunden Lösungsweg dar. Schließlich wird dies wohl weiter im Dunkel verweilen. Wilhelm von Poitiers hat letztendlich mit seiner Gesta Guillelmi eine einflussreiche Vorlage normannischer Propaganda geschaffen und dazu beigetragen, das heutige Bild von den Ereignissen zu prägen.

c) Carmen de Hastingae Proelio

Im Jahre 1826 entdeckte der deutsche Gelehrte Georg H. Pertz, Archivar in Hannover, ein episches Gedicht über die normannische Invasion Englands, überliefert in zwei Manuskripten, in der Königlichen Bibliothek in Brüssel.[31]

In keinem der Manuskripte war weder Titel noch Autor benannt. Im Proömium aber stand „L. W. salutat“. Daraus schloss Pertz L repräsentierte Lanfranc, Abt von Caen (1063 – 1070) und Erzbischof von Canterbury (1070 – 1089).[32] Die andere Person erschien zunächst rätselhaft, jedoch stieß Pertz auf einen Abschnitt in Ordericus Vitalis´ Historia Ecclesiastica.[33]

„ Guido etiam praesul Ambianensis metricum Carmen edidit, quo, Maronem et Papinium gesta heroum pangentes ciuitatus, Senlacium bellum descripsit, Heraldum uituperans et condempuans, Guillelmum uero collandus et magnificans.“

Er interpretierte aus diesem Grund, dass Wido (Guy oder Guido) Bischof von Amiens Verfasser dieses Gedichtes sei. Zunächst wurde auch dies allgemein übernommen. Aber ab der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts entstanden erhebliche Zweifel an der Autorschaft und weiter sogar an der Qualität als historische Quelle.

Während G. H. White Wido von Amiens komplett ausschloss, behauptete Raymonde Foreville, dass das Carmen als Quelle für Wilhelm von Poitiers Gesta Guillelmi diente. Letztlich führte die kritische Auseinandersetzung mit dem Problem, grob gesprochen, zu einer eindeutigen Tendenz: Frank Barlow und Kurt – Ulrich Jäschke sahen Widos Autorschaft als sehr wahrscheinlich, aber nicht vollständig nachgewiesen an und akzeptierten das Carmen als historische Quelle mit leichten Abstrichen. Catherine Morton und Hope Muntz verteidigten Wido als eindeutigen Verfasser und sahen das Carmen als eine wichtige authentische Quelle an.[34] Nur R. H. C. Davis behauptete in seinem Artikel: „ (…) the Carmen is neither an original source nor the poem by Guy of Amiens. “[35] Er sah es eher als einen Übungstext aus dem zwölften Jahrhundert an.

Damit ist auch schon das Problem der Datierung angerissen. Paläografische Untersuchungen datierten die Manuskripte um das Jahr 1100.[36] Nimmt man dann auch noch Wido von Amiens als Autor an, liefert dessen Ableben den ersten terminus ante quem. Er starb am 22. Dezember 1075.[37] Darüber hinaus gehörte er zu der Gesandtschaft, die mit der späteren Königin Mathilde (Gattin des Eroberers) 1067 nach England kam. Zu diesem Zeitpunkt soll das Carmen bereits vollendet gewesen sein.[38]

Zudem wird in dem Gedicht im Besonderen Widos Halbonkel Eustachius II. von Boulogne gepriesen. Somit setzte der Verfasser zumindest ein Einvernehmen zwischen Eustachius und Wilhelm voraus oder hielt es für denkbar. Solch ein Einvernehmen wäre aber bereits seit Herbst 1067 erheblich gestört gewesen, da sich Eustachius an Erhebungen in Kent beteiligte.[39] Dieser Fakt führt hingegen nicht automatisch zu der Annahme, das Werk wäre vor 1067 abgefasst worden – vielleicht war er nur in Unkenntnis von den Ereignissen. Schließlich kann festgestellt werden, dass die so „prononciert berichtete Titeländerung“[40] von Graf/ Herzog zu König samt der faktischen Wertschätzung Harolds II. eine Entstehungs- – und Vortragzeit nahe legen, die beides noch als aktuell ansahen.

Das heute noch erhaltene Carmen de Hastingae Proelio ist jedoch unvollständig. Die Überlieferung besteht aus 835 Versen, eingeleitet durch 25 Hexametern und dann durchweg Zweizeilern. Es ist metrisch unvollendet, da es mit einem Hexameter endet und somit zumindest ein Teil eines Zweizeilers fehlt.[41]

Die Berichtzeit der Darstellung umfasst das Warten auf günstigen Wind für die Überfahrt um Michaelis 1066 bis zur Salbung des neuen Königs von England am Weihnachtstag 1066. Die Schauplätze sind die normannisch – französischen Küsten, Südostengland vom nicht namhaft gemachten Pevensey bis Dover, schließlich London und das „Münster“ westlich der mittelalterlichen Stadt, also Palast und Peterskirche von Westminster.[42]

Die tradierte Titelgebung des Gedichts verrät zumeist die Konzentrierung der Verse auf die Schlacht von Hastings – was im Text selbst nicht benannt wird. Hier wird als Schlachtort Senlac angegeben.

Daneben zeigt sich ein zweites Thema – die Rechtsgrundlage oder der Anspruch des Normannenherzogs auf England. Dies wird bereits ausdrücklich in den einleitenden Versen vollzogen, sogar zum Motiv für die Arbeit des Dichters erhoben. Wilhelm habe sich nur das erstritten, was ihm zustand.[43]

Zusammenfassend gesehen, bilden die Überlieferung und dessen erhebliche Kontroversen einen Komplex aus verzerrter Realitätssuche, literarischen Techniken und nicht eindeutigen Feststellungen, die eine genaue Erfassung des Werkes erheblich erschweren.

Trotzdem scheint auch in diesem Text eine eindeutig pro – normannische Tendenz und Panegyrik, ähnlich wie bei Wilhelm von Poitiers und Wilhelm von Jumièges, hindurch. Gemäß dieser Feststellung treten die Autorschaft und Abfassungszeitraum in den Hintergrund.

d) Der Bildteppich von Bayeux

Der Bildteppich von Bayeux, eine in der Stadt Bayeux aufbewahrte, über siebzig Meter lange Bildstickerei, schildert die Eroberung Englands durch die Normannen in der Schlacht von Hastings und illustriert dessen Vorgeschichte.

Seit seiner Wiederentdeckung durch Lancelot und Montfaucon im frühen achtzehnten Jahrhundert, erregt er bis in die heutige Zeit die Gemüter.[44] Der Teppich stellt daher eine der bedeutendsten, aber auch rätselhaftesten Kunstwerke des Mittelalters dar.

Der so genannte Teppich ist aber, genau betrachtet, gar kein Teppich, sondern ein mit Wollfäden bestickter Leinenstreifen, ca. 50 cm hoch und 70,34 m lang.[45] Leider weist das Kunstwerk einige Beschädigungen auf, so dass der ursprüngliche Abschluss verloren ging. Aber einige Indizien sprechen dafür, dass Odo von Bayeux (Halbbruder Wilhelms) durch seine dominante Präsenz auf dem Teppich der Auftraggeber war, der 1077 seinen Neubau der Kathedrale in Bayeux weihte.

Ungeklärt ist auch, an welchem Ort und welchem Land der Teppich hergestellt wurde. Die heutige Forschung plädiert für Südengland. Auch gibt es keine Informationen über den Künstler.[46] Der Künstler bzw. Entwerfer, der für den Entwurf des Teppichs verantwortlich war, müsste mit Darstellungen über die Eroberung vertraut gewesen sein; dass es sich dabei um einen geschriebenen Bericht handelte und kein Augenzeugenbericht, verdeutlicht ein Missverständnis: auf dem Teppich attackiert Wilhelm die bretonische Festung Dol und sein Widersacher, Conan von der Bretagne, flieht an einem Seil. Wilhelm von Poitiers z.B. berichtet in der Angelegenheit davon, dass sich Conan zum Zeitpunkt der Belagerung überhaupt nicht in der Festung befand.[47] Zudem enthält der Teppich mehrere Einzelheiten und Beobachtungen des Entwerfers, die für die Entstehungszeit von einer Generation nach der Eroberung sprechen. Auch hinsichtlich der Herkunft des Denkmals tendiert die Forschung zu England. Es gibt aber keine augenfälligen Beweise, da kein Kunstwerk des elften Jahrhunderts überdauerte, das mit dem Figurenstil des Teppichs umfassend und zugleich unmittelbar verwandt wäre.[48]

Unter Berücksichtigung der Grenzen und Konventionen, hinsichtlich Gestaltung und Verarbeitungstechnik, der damaligen Zeit und der Einbeziehung der Restauratoren aus dem neunzehnten Jahrhundert, stellt der Bildteppich von Bayeux eine gewichtige Quelle der normannischen Eroberung dar.

Er ist dabei möglicherweise eine sehr frühe Charakterisierung, welche sowohl zu englischen als auch normannischen Traditionen Zugang hatte. Außerdem werden die Informationen durch die Augen eines sehr talentierten Künstlers präsentiert. Aber das bedeutet nicht, dass der Bericht objektiv oder gar fehlerfrei wäre – gerade im Hinblick auf eine sehr wahrscheinliche Funktion als Auftragswerk von normannischer Seite.

Basierend auf diesen Feststellungen, können einzelne Szenen des Teppichs von ihrer tendenziösen Einstellung befreit werden und damit den historischen Quellenwert erhöhen.

Außerdem ist der Bildteppich die einzige bildliche Darstellung der Ereignisse von 1064 bis 1066, der die Geschehnisse in ihrer elementarsten Form wiedergibt und gerade dadurch eine hohe Attraktivität besitzt.

I.2. Überlieferungen des 12. Jahrhunderts

a) Chronik des John von Worcester

Diese Chronik war im zwölften und dreizehnten Jahrhundert in Europa sehr bekannt und wurde aus jenem Grunde vielfach genutzt. Lange Zeit wurde sie von modernen Gelehrten als eines der wertvollsten Werke zur Kenntnisgewinnung über die angelsächsische Epoche des ausgehenden elften und frühen zwölften Jahrhunderts angesehen.[49]

Bis vor einigen Jahrzehnten kannte man jene Chronik auch nur unter dem Namen Florence of Worcester, was sich auch in der Forschungsliteratur niederschlug. Bei dem Werk handelt es sich um eine Weltchronik, die die Geschichte – mit Hauptaugenmerk ab 450 auf englische bzw. britische Geschehnisse – vom Anbeginn der Menschheit bis zum Jahre 1140 betrachtet. Dort endet nämlich abrupt das Hauptmanuskript.

Die Chronik wurde in Worcester in der ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts kompiliert. Die traditionelle Zuschreibung der Überlieferung auf den Mönch Florence beruht hierbei auf der Beschreibung seiner Person unter der Annale für das Jahr 1118, das sein Ableben aufzeichnete. Jedoch wurde bald diese Zuschreibung in Frage gestellt, da sich in dem Hauptmanuskript der Mönch John in einem Hexameter unter dem Eintrag für das Jahr 1138 Darstellt: „(…) corrigat ista legens offendit signa Iohannes.“[50]

Außerdem berichtete Ordericus Vitalis in seiner Historia Ecclesiastica, dass, als er nach Worcester reiste, der Mönch John mit der Erarbeitung einer Chronik beschäftigt war.[51]

In seinem Zeugnis berief sich John im Wesentlichen auf die Anglo – Saxon Chronicle, was deutlich in den Erwähnungen der einzelnen Annalenzusätze zu Tage tritt.

Hinsichtlich der Darstellungen des zehnten und frühen elften Jahrhunderts ist die Chronik durch Elemente von Heiligenviten ergänzt und stilistisch transformiert. Für den Zeitraum nach 1066 bildet dann die Anglo – Saxon Chronicle wieder die Grundlage, obwohl nun einschneidende Divergenzen und vermehrte Zusätze anzutreffen sind.[52]

Da es sich bei der vorliegenden Quelle um eine Chronik handelt, ist ihrem historischen Wert ein relativ hoher Grad beizumessen.

Anders als bei der Anglo – Saxon Chronicle, ist hier versucht worden, persönliche Standpunkte und Umstände aus der Darstellung wegzulassen. Dies ist aber – in Bezug auf die Informationsquellen – nicht immer gelungen. Sie ist jedoch eine der wenigen Berichte aus der wiederum angelsächsischen Sichtweise.

b) Ordericus Vitalis: Historia Ecclesiastica

Ordericus Vitalis aus St. Évroul war einer der bemerkenswertesten anglo – normannischen Historiker seiner Zeit. Seine Historia Ecclesiastica, welcher er dreißig Jahre seines Lebens opferte, stellt dabei sein größtes und wichtigstes Werk dar.[53]

Es gibt nur wenige Informationen über seinen Werdegang; was bekannt ist, stammt aus den wenigen Anmerkungen aus seinen Werken. Er war anglo – normannischer Abstammung; sein Vater war Odelerius von Orléans (ein Franzose) und seine Mutter eine nicht näher genannte Engländerin.[54] Geboren 1075 in Shrewsbury, kam er schnell in die Bahnen einer geistlichen Karriere. Jedoch verblieb er nicht an seinem Geburtsort, sondern wurde früh von seinem Vater in das weit entfernte normannische Kloster St. Évroul geschickt. Dort, innerhalb der Klostermauern, verbrachte er seine Zeit hauptsächlich mit dem Abschreiben von Büchern. Hierbei kam er auch in Kontakt mit Wilhelm von Jumièges Gesta Normannorum Ducum, welche er bearbeitete und mit Interpolationen versah.[55] Möglicherweise begann er schon zu dieser Zeit mit seiner Arbeit an der Historia Ecclesiastica, aber hier zunächst nur als Geschichte über die Kirche der Normandie.[56]

Einige Bemerkungen in den ersten Kapiteln seines Werkes lassen auf Anfängen im ersten Jahrzehnt des zwölften Jahrhunderts schließen – Nachweise gibt es aber erst für 1114/1115.[57]

Ordericus bezog höchstwahrscheinlich seine Informationen für die Abfassung der Historia Ecclesiastica aus der gut ausgestatteten Bibliothek von St. Évroul. Sein Lehrmeister John von Reims hatte wohl schon vorher eine Frühgeschichte des Klosters und eine kurze Chronik für das Jahr 1112 verfasst, darüber hinaus noch einige Heiligenviten. Ordericus selbst bearbeitete Bedas Historia Anglorum und die bereits erwähnte Gesta Normannorum Ducum. Neben einigen Kommentaren und lokalen Annalen, bildeten jene genannten Werke eine Grundlage für die Überlieferung.[58] Ob es in St. Évroul jemals eine Abschrift von Wilhelm von Poitiers Gesta Guillelmi gab, ist nicht eindeutig nachweisbar. Jedenfalls werden sie nicht in den klösterlichen Katalogen des zwölften Jahrhunderts erwähnt. Aber Ordericus verehrte die Gesta Guillemi, sowohl stilistisch als auch für die vorgegebene Authentizität aus Augenzeugenberichten. Er kopierte daraus überschwänglich, manchmal Wort für Wort. Zudem wird angenommen, er hätte einen großen Teil des verloren geglaubten Abschlusses in seinem vierten Buch erhalten.[59] Aus diesen Gründen, ist es oftmals schwierig herauszufiltern, welche Teile der Erzählung auf Wilhelm von Poitiers zurückzuführen sind und welche sich aus anderen Quellen herleiten.

Hinsichtlich der normannischen Eroberung Englands benutzte Ordericus im Wesentlichen die Gesta Guillelmi als Referenzwerk, aber auch Auszüge aus den Gesta Normannorum Ducum und des Carmen de Hastingae Proelio sind im begrenzten Maße sichtbar.[60] Aber einige Aussagen können auf keinen der bekannten Autoren und Werke zurückgeführt werden.

Im Großen und Ganzen also, trotz seiner Affinität zu England, akzeptierte Ordericus die offizielle Version der Ereignisse (z.B. Harolds Eidesleistung und dessen Bruch, worüber die sonstigen englischen Quellen schweigen).

Die historische Wertigkeit seines Werkes hängt zudem in großen Teilen von seinen Bezugsquellen oder die Handhabung dieser seinerseits ab. Dort, wo Ordericus geschriebene Quellen als Vorlage hatte, benutzte er sie in unterschiedlicher Weise – manchmal in Abkürzungen, Zitationen oder direkt aus dem Gedächtnis. Wie gesehen, benutzte er ausführlich die Gesta Guillelmi und zitierte daraus viel freier als aus jeder anderen Überlieferung.[61] Dabei fügte er Informationen aus anderen Quellen hinzu, die er als verlässlich betrachtete. Gelegentlich stellte er auch seine eigene Interpretation über das Ganze.

Die Historia Ecclesiastica versuchte somit, für das zwölfte Jahrhundert auch durchaus üblich, eine anglo – normannische Sichtweise der Geschehnisse zu vermitteln. Ordericus Vitalis gehörte schon zu der Generation, die nicht mehr unmittelbar von der Eroberung und dessen Folgen beeinflusst war. Die Zeit der anfänglichen Aufruhr und Unordnung war vorüber und eine relativ stabile Königsherrschaft wiederhergestellt.

Infolgedessen, schlug sich dies auch in der Literatur nieder. Jetzt bestand nicht mehr unmittelbar die Frage, die Königsherrschaft zu legitimieren, sondern die Ereignisse möglichst in einer Einheit darzustellen. Zur Erarbeitung eines solchen Vorhabens musste es natürlicherweise manchmal schwierig gewesen sein, bestimmte Berichte oder Fakten adäquat einzuordnen oder wegzulassen. Daher erklären sich wohl auch Abweichungen von der offiziellen Version und tendenziöse Standpunkte. Letztlich aber stellte die Historia Ecclesiastica ein umfassendes und bemerkenswertes Werk einer neuen Generation von Historikern dar.

c) Wilhelm von Malmesbury: Gesta Regum Anglorum

Wilhelm von Malmesbury, ein Zeitgenosse von Ordericus Vitalis, gehörte auch zu den wichtigsten Historikern und Hagiografen des zwölften Jahrhunderts.

Unglücklicherweise, ist nur wenig über seine persönliche Entwicklung bekannt. Alle Kenntnisse über seinen Lebenslauf ergeben sich aus den Bruchstücken persönlicher Angaben in seinen Werken. Aber auch er scheint anglo – normannischer Abstammung gewesen zu sein. Das wird zumindest aus einigen Randbemerkungen sichtbar: „ Quia utriusque gentis sanguinem trado.“[62]

Darüber hinaus sind heute zwanzig Werke erhalten, die er wahrscheinlich vor Vollendung seines fünfzigsten Lebensjahres geschrieben hat. Jedoch kennt man genauso wenig sein exaktes Todesdatum wie seinen Geburtstag. Es wird aber angenommen, dass er nach 1142 gestorben sein muss. Das ergibt sich nämlich aus der Tatsache, dass seine letzte Arbeit abrupt in der Mitte jenes Jahres – Höhepunkt des englischen Bürgerkrieges zwischen Mathilde und Stephen von Blois – endet.[63]

Die Gesta Regum Anglorum wurden in der Folge eines Besuches von „Königin“ Mathilde im Kloster Malmesbury begonnen. Da sie dessen Patronin war, bat sie wohl Wilhelm um eine Abfassung eines Berichtes über die vorgebliche Verbindung zwischen ihrer Familie und dem Gründer des Klosters St. Aldhelm.[64]

Buch I beginnt mit einem kurzen Überblick über die Geschichte Britanniens, von der Invasion Caesars bis zum Abzug der Römer. Schwenkt dann zur Entwicklung der jeweiligen angelsächsischen Reiche über. Buch II befasst sich mit dem Aufstieg von Wessex, geht dann zum anglo – dänischen Interludium über, gefolgt vom Tod Harold Godwinssons bis zur Ankunft der Normannen. Buch III ist eine ausführliche Beschreibung der Herrschaft König Wilhelm I. Die Bücher IV und V schließen dann die geschichtliche Darstellung bis zum Jahr 1120 ab.

Die Datierung des Abfassungszeitraums kann nicht genau ermittelt werden. Laut einiger versteckter Angaben, könnte dieser zwischen 1114 bis 1123 liegen.[65] Danach erfolgten wohl einige Revisionen, wobei wichtige Zusätze eingefügt und teilweise ursprüngliche Absätze komplett ersetzt wurden.[66]

Seine Bezugsquellen setzten sich aus unterschiedlichen Bereichen zusammen. Auf der einen Seite, zog er Informationen zur angelsächsischen Ära aus der Anglo – Saxon Chronicle, sächsischen Gesetzgebungen, Abhandlungen Goscelins, Hariulfs und anderen vorherigen Autoren. Dazu kamen noch Urkunden, Briefe und andere offizielle Dokumente. Auf der anderen Seite, benutzte er heute nicht mehr erhaltene Quellen und seinen eigenen Kenntnisstand der Ereignisse.[67]

Wilhelm von Malmesburys Qualität als Historiker erscheint für heutige Verhältnisse manchmal eigentümlich: Informationen aus seinen Bezugsquellen sind zuweilen so stark mit seinen eigenen Anmerkungen verflochten, dass sie nicht mehr von seiner Darstellung zu trennen sind. Hat er nicht genug Hinweise oder betrachtet historische Fakten als uninteressant, bereichert er seine Berichte mit Anekdoten fernab jeglicher Objektivität.

Trotzdem stellt auch er eine wertvolle Quelle für die Betrachtungsweise der Ereignisse von 1066 und ihrer Vorgeschichte für das zwölfte Jahrhundert dar. Ähnlich wie bei Ordericus Vitalis war er ein Kind seiner Zeit, das durch die Umstände und vorgeblichen Tatsachenberichte bestimmt war.

d) Wace: Roman de Rou

Ludwig Uhland entdeckte bei seinem Aufenthalt in Paris Bruchstücke eines Heldengedichtes, aus denen er u. a. die Romanze von Taillefer entlehnte.[68]

Was Uhland damals entdeckte, war der Roman de Rou von Wace. Robert Wace – er selbst hatte sich den Vornamen niemals beigefügt – wurde wahrscheinlich im ersten Jahrzehnt des zwölften Jahrhunderts in Jersey geboren und starb in England gegen 1184.[69]

Er begann seine Studien in Caen und kehrte, nachdem er längere zeit in Frankreich verweilt hatte, nach jener Stadt zurück, in welcher Heinrich II. „residierte und glänzende Feste gab“[70], um sich häuslich niederzulassen. Im Jahr 1160 vollendete er dann den Roman de Rou und widmete ihm König Heinrich II.

Wace verfasste seine Werke in der anglo – normannischen Form des Altfranzösischen.[71] Sein gesamtes Opus umfasste drei kleinere religiöse Abhandlungen, der Roman de Brut und Roman de Rou. Sein allseits bekannter Roman de Brut basierte im Wesentlichen auf Geoffrey von Monmouths Abhandlung über die englischen Könige und wurde 1155 abgeschlossen.

Der „Rou“ im Roman de Rou bezeichnet hierbei Rollo (oder Hrolf/Rolf), den Wikinger, durch den die Normandie begründet wurde. Die Intention Waces lag deshalb in der Charakterisierung aller normannischen Herzöge bis in seine Lebenszeit. Dabei ist der Roman de Rou nicht gleich Vorlage normannischer Propaganda, aber seine Quellen vermochten teilweise dies zu sein.[72] Er bezog sich auf Dudo von Saint – Quentin, Wilhelm von Jumièges, Wilhelm von Poitiers, Ordericus Vitalis, Wilhelm von Malmesbury und Robert von Torigny. Darüber hinaus sind auch Auszüge aus dem Carmen de Hastingae Proelio und die Version des Teppichs von Bayeux nachweisbar.

Zusätzlich spielt die gewählte Sprachform eine eminente Rolle. Hierbei kann man eine Verbindung zu der mündlichen französischen Tradition, den Chansons de Geste, ziehen, die den legendären Karl den Großen und seine Ritter zelebrierten. Besonders in seinen Anekdoten wird dies deutlich.[73] Überdies besteht das heute erhaltene Gedicht aus mehr als 16000 Versen und wurde in der Edition in vier Teilen unterschieden: Teil I mit 750 Versen befasst sich mit der Laufbahn des Piraten Hasting, ein Vorfahre Rollos. Teil II, aus 4425 Versen bestehend, stellt die Periode von Rollos Einfall in den Norden Frankreichs, mit der darauf folgenden Etablierung der Normandie, bis in die Mitte der Herrschaft von Richard I. dar. Dann erfolgt ein abruptes Ende mit einigen Bemerkungen über das harte Leben eines Dichters. Teil III behandelt danach in aller Ausführlichkeit die normannische Eroberung von 1066; bestehend aus 11440 Versen.[74] Dabei legt Wace besonderen Wert auf den Werdegang Herzog Wilhelms, was seinen Bezugsquellen geschuldet sein dürfte. Schließlich enthält Teil IV das Ende der Geschichte von Richard Courthose und seiner Nachfolger bis 1106, dem sechsten Regierungsjahr Heinrich I.

Der Roman de Rou ist die einzige unter den aufgeführten Quellen, in der mündlich überliefertes Material nachweisbar ist. Außerdem gibt es darin wahrscheinlich genuine Traditionen, die in keinen der anderen Überlieferungen zu finden sind.

I.3. Nordische Überlieferungen: Skaldenlyrik, Königssagas, Snorri Sturluson

a) Skaldenlyrik

Die nordische Skaldenlyrik bildete besonders im Mittelalter einen wesentlichen Bestandteil der skandinavischen und isländischen Dichtkunst.

Hierbei ist die Ausdrucksweise der skaldischen Dichter – ähnlich wie bei den keltischen Barden – sehr spezifisch. Sie muss erst erlernt werden, um vollständig verstanden zu werden.

Die Themenbereiche beziehen sich hauptsächlich auf zeitgenössische Ereignisse, wobei viele skaldische Gedichte Loblieder auf noch lebende bzw. gerade verstorbene Könige oder andere führende Persönlichkeiten sind.[75] Überdies kann die überwiegende Mehrzahl skaldischer Lyrik auch namentlich bekannten Dichtern zugeschrieben werden.

Der Ursprung dieser Dichtform ist wahrscheinlich die Bragis Ragnasdrápa aus dem neunten Jahrhundert. Das nach früheren Quellen älteste skaldische Gedicht, hat Bilder auf einem Schild zum Thema.[76] Bildliche Darstellungen auf Schildern hatten zumeist einen mythologischen Hintergrund. Später wurden auch andere Skaldengedichte über die Heldentaten der Götter verfasst. Somit war die skaldische Dichtung dann in einem großen Maß an religiösen – heidnischen Dimensionen geknüpft, was in der vorchristlichen Zeit häufiger zu beobachten war. Es herrschte eine Verschränkung zwischen Kunstformen und religiösen Perspektiven auf non- abstrakter Ebene vor, d. h. Dichtung wie bildende Kunst standen im Dienst des Glaubens.[77]

Die Skaldenlyrik wurde zunächst nur mündlich überliefert, erst mit der Einführung des Schreibens in den einzelnen Ländern erfolgte auch eine schriftliche Fixierung einiger Lieder. Unglücklicherweise, ist dennoch Vieles verloren gegangen, was übrig blieb, wurde hauptsächlich deshalb gerettet, da es in verschiedenen Prosaerzählungen, z. B. in Sagas oder didaktischen Werken, aufgenommen wurde.[78] Hierbei zitierten Autoren Verse, um ihre Geschichtsschreibung verlässlicher erscheinen zu lassen.

Skaldendichtung hatte auch gerade deshalb so viel Verbreitung im Norden Europas, da es wohl ein sehr alter, weit verbreiteter und sicherlich allen germanischen Völkern gemeinsamer Brauch war, dass ein Dichter seine Gedichte gern in Anwesenheit eines Königs oder Gönners vortrug. Daher entstanden die meisten skaldischen Gedichte über Herrscher, insbesondere Norwegens.

Darüber hinaus wurde lange Zeit in der Forschung angenommen, dass im Lauf des zehnten Jahrhunderts die skaldische Dichtung in Norwegen ausstarb. Jedoch zeigten jüngere Untersuchungen und Entdeckungen, dass diese Kunst noch lange in Norwegen lebendig war, jedoch in geringerem Maße in schriftlicher Form heute noch vorhanden ist. Jene erhaltenen Skaldengedichte sind in den Königssagas eingeführt worden; und jene wurden hauptsächlich auf Island verfasst.[79]

b) Königssagas

Sagas bzw. ihre erweiterte Form der Königssagas sind eine der großartigsten Leistungen der Isländer, aber ihre Herkunft und Entwicklung bleiben in vielerlei Hinsicht im Dunkeln.

Auch hierbei ist der Hauptgrund der Verlust vieler Manuskripte der Sagas aus der Frühzeit.

Die bekanntesten, populärsten und vollständig erhaltenen Sagatexte sind die Morkinskinna, Fagrskinna und die noch später auszuführende Heimskringla Snorri Sturlusons.[80]

Sie alle bezeichnen freie Versionen älterer Texte, die durch das Material aus den Gedichten der Hofdichter, aus mündlicher Überlieferung, die zweifellos teils mit den Gedichten in Verbindung stand, und letztlich aus der Fantasie der Verfasser selbst ergänzt wurden.[81]

Die erste Übersicht dieser Art ist in der Morkinskinna enthalten. Sie ist eine Art Fortsetzung der Oláfs saga helga, weil sie mit der Regierungszeit seines Sohnes, Magnus des Guten, beginnt. Inhaltlich und methodologisch bringt der Verfasser die Ereignisse häufig in chronologisch falscher Reihenfolge, widerspricht und wiederholt sich. In gewissem Maße ist diese Verwirrung wohl darauf zurückzuführen, dass sich der Autor auf sich widersprechende Überlieferungen bezog.[82] Der Name Morkinskinna („dunkles Pergament“) wurde ursprünglich der Handschrift der frühen Königssagas gegeben, obwohl viele Pergamenthandschriften noch dunkler waren.

Die Fagrskinna („das schöne Pergament“) erhielt den Namen auf die gleiche Art. Leider kann es aber nicht mit Gewissheit nachvollzogen werden, ob die Namensgebung gerechtfertigt war, da das Manuskript 1728 beim Großbrand der Stadt Kopenhagen vernichtet wurde.[83] Stilistisch ist es eine Darstellung aller norwegischen Könige seit Hálfdan dem Schwarzen (Vater Harald Schönhaars) bis hin zu Magnús Erkigusson und muss gegen 1220 geschrieben worden sein.[84]

Der Verfasser hat bei der Erstellung seines Werkes hauptsächlich die Überlieferungen mit unwesentlichen Veränderungen abgeschrieben und entsprechend seines gewählten Rahmens angepasst. Der Hauptteil stammt aus der Oláfs saga tryggvasonar von Oddr, der ältesten Saga des Heiligen Olaf und der Morkinskinna, aber die Auswahl des Materials und die relative Ausdehnung der Erzählung sind recht sonderbar. Hierbei scheint der Autor am wortgewandtesten, wenn er große Schlachten beschreibt. Sonst ist das Werk jedoch unsystematisch und überstürzt zusammengeschrieben. Hingegen an anderer Stelle vermittelt der Verfasser wieder den Eindruck eines realistisch – kritischen Historikers.[85] Er ignoriert z.B. sämtliche übernatürliche Erzählungen und weicht häufig von seiner Quelle ab, wenn er Texte für zuverlässiger hält. Außerdem nimmt er oftmals Bezug auf die alte Dichtung und zitiert Strophen zur Unterstützung der Beschreibung der Ereignisse.

c) Snorri Sturluson: Heimskringla

Snorri Sturluson wurde im Jahre 1179 (möglicherweise auch 1178) geboren.[86] Er war der Sohn eines reichen Häuptlings, der aufgrund seiner Intelligenz und Brutalität Macht gewonnen hatte. Snorri selbst jedoch wuchs als Ziehsohn von Jón Loptsson in einer der wichtigsten Kulturstätten des Lands, in Oddi, auf.

Aufgrund dieser Vorgeschichte und eigenem Vermögen konnte Snorri später viel Einfluss gewinnen. Er war durch die Ehen seiner Töchter mit den führenden Männern Islands verbunden, bekleidete zwei Mal das Amt des Gesetzessprechers und verbrachte einige Zeit im Ausland am Hof des norwegischen Königs und bei anderen mächtigen Männern in Norwegen und Schweden.[87]

Die Heimskringla, Snorris Buch der Königssagas, hat ihren Namen nach den ersten Worten der Ynglinga saga erhalten: „Kringla heimsins, sú mannfolkit byggvir, er mjök vágskorin.“[88]

Das Werk beginnt mit den legendären und mythischen Königen, die in Uppsala in Schweden regierten. Die Dynastie siedelte dann nach Norwegen um, womit der Eintritt in die Historie dargestellt wird: der Regierungszeit von Hálfdan dem Schwarzen und seinem Sohn, Harald Schönhaar, dem ersten Herrscher über ganz Norwegen. Jeder König erhält eine Saga in chronologischer Reihenfolge, jedoch nimmt die Erzählung über den Heiligen Olaf den meisten Raum ein.[89]

Snorri schöpft in seiner Darstellung hauptsächlich aus der skaldischen Dichtung, da deren Entstehung den historischen Ereignissen zeitlich am nächsten steht.

Überdies stellt er gern seine Hauptpersonen in Porträtform dar, wenn er eine Saga oder eine Episode beendet. Zudem ist er bemüht, seinen Erzählungen einen realistischen Modus zu geben. Er lässt einige übernatürliche Beschreibungen ganz weg und verändert andere. Außerdem legt er seinen Hauptfiguren oft lange zusammenhängende Reden in den Mund. Viele der Dialoge basieren zum Teil auf seinen Quellen, aber er verleiht ihnen immer eine neue, herausragende Bedeutung, indem der die Autoren schärfer und zielgerichteter macht und sie häufig mit einer Andeutung auf das versieht, was später in der Saga geschehen wird.[90] Dabei geht Snorri über die übliche Erzähltradition der Sagas hinaus und versucht, durch Gespräche, den breiten Zusammenhang der sich widerstrebenden Gruppen oder Nationen zu erklären.

Vielleicht aus diesem Grunde, wurde Snorris Heimskringla in der jüngeren Geschichte so oft rezipiert. Gerade in den Unabhängigkeitsbestrebungen Norwegens im 19. Jahrhundert, sich aus der Verbindung mit Schweden zu lösen, war die Heimskringla die „Primärquelle“.

I.4. Vita Haroldi

Im British Museum existiert ein Manuskript, dass die letzten Jahre Harold Godwinssons zum Thema hat – die Vita Haroldi.

Fiktional angedacht, fand sie bei Historikern nur wenig Zuspruch, da sie im Gegensatz zu der offiziell anerkannten Darstellung steht. In diesem Bericht überlebt nämlich Harold Godwinsson die Schlacht von Hastings und lebt unentdeckt bis an sein Lebensende.

Das Manuskript der Vita Haroldi wurde in der Abtei zu Waltham zu Ehren ihres königlichen Patrons, König Harold II., aufbewahrt, der dort eine schwere Krankheit überwand.[91]

Der Sachverhalt des dortigen Aufbewahrungsortes mutet eigenartig an. Außerdem scheint die Tatsache, dass eine Abschrift der Vita aus dem zwölften Jahrhundert aus einer anderen Edition, möglicherweise des Originals, stammt, darauf hinzudeuten, dass keine Mühen gescheut wurden, die Erhaltung zu garantieren. Darüber hinaus erhielt die Waltham Abtei noch Jahrhunderte nach Harolds Tod Zuwendungen von Besuchern, die das Grab des letzten angelsächsischen Königs sehen wollten. Aber, laut der Darstellung der Vita Haroldi, wurde er dort gar nicht begraben.

Stilistisch ist die Geschichte einfach und tragisch – nicht wie die „classical romances“ aus dem dreizehnten Jahrhundert mit Tendenzen zu Überlänge und Übertreibung. Zudem sticht ein Merkmal besonders heraus: viele Charakteristika scheinen aus zeitgenössischen Augenzeugenberichten zu stammen.[92]

Im Jahre 1885 veröffentlichte Walter Birch, ein Mitarbeiter des British Museums, die erste und einzige englische Übersetzung des lateinischen Manuskripts. Birch befasste sich vorher intensiv mit dem vorliegenden Material und fand heraus, dass das erhaltene Manuskript angeblich aus dem zwölften Jahrhundert stammte.[93]

Trotz des inoffiziellen und fiktionalen Charakters der Darstellung, gewann die Vita Haroldi gerade in der national – patriotisch gesinnten Geschichtsschreibung und Literatur des neunzehnten Jahrhunderts zunehmend an Boden. Das Überleben angelsächsischer Tradition, personifiziert durch Harold Godwinsson, erfüllte dabei wohl die Sehnsucht in der nationalen – teilweise romantisierten – Identitätssuche der Zeit. Insofern bildet sie eine Grundlage für eine alternative Darstellungsweise, die aber einer genauen Prüfung hinsichtlich historischer Reliabilität nicht standhält

I.5. Europäische Sichtweisen: kontinentale und skandinavische Berichte

Die Ereignisse im Oktober 1066 erregten nicht nur die Gemüter von Angelsachsen und Normannen, sondern zeigten auch erheblichen Niederschlag in anderen Teilen Europas.

Historiker haben hierbei lange Zeit kontinentale und skandinavische Überlieferungen, die den Tod Harold Godwinssons und Sieg Wilhelms von der Normandie in der Schlacht von Hastings dokumentierten, ignoriert und sich vorwiegend auf die Berichte aus England und der Normandie beschränkt.

Aber da, im Besonderen, die normannischen Quellen dazu tendierten, den neuen englischen König zu verherrlichen und die fortfolgenden angelsächsischen Erzählungen unter normannischer Herrschaft und deren Einfluss verfasst wurden, lassen sich nach 1066 nur wenige lokal – kritische Stimmen nachweisen. Aus diesem Grund, sollen hier nun auch Darstellungen des europäischen Festlandes und Skandinaviens[94] berücksichtigt und untersucht werden, ob und inwieweit jene die Eroberung Englands in einem neuen Licht zeigen.

Hierbei ist aber zu bemerken, dass die Quellengattung der Annalen mit Vorsicht zu genießen ist. Annalen wurden im Wesentlichen auf der Grundlage von jährlichen zeitgenössischen Berichten verfasst. Jene jedoch, die in ihrem Ganzen etappenweise bearbeitet wurden, können aus einem späteren Zeitraum stammen, da sie oftmals später in anderen Skriptorien wiederholt kopiert und auf den neuesten Stand gebracht wurden. Chroniken und Biografien sind in dieser Hinsicht weniger problematisch.

Überdies begrenzt sich die geografische Verortung der Schilderungen auf Skandinavien, das Heilige Römische Reich, Flandern, Frankreich und Italien. England und die Normandie sind schon an anderer Stelle berücksichtigt. Die zeitliche Begrenzung ist hierbei das Jahr 1150.[95]

Der Beginn der Charakterisierung liegt im Norden – in Skandinavien. In diesem Punkt muss bemerkt werden, dass die meisten Normannen des elften Jahrhunderts noch eine direkte Abstammung von den Wikingern vorweisen konnten. Jedoch waren die Verbindungen zwischen der Normandie und Skandinavien zu diesem Zeitpunkt bereits zerrissen.

Es gibt zwei nordische Quellen, die im Zusammenhang mit Hastings eine Rolle spielen: die eine Quelle, die Gesta Hamburgensis ecclesiae pontificum, geschrieben um 1180, stammt von Adam von Bremen.[96] Seine Darstellung ist an dieser Stelle von Bedeutung, da er 1068 oder 1069 den dänischen König Svein Esthritsson traf und möglicherweise dessen Sichtweise aufnahm. Adam bezeichnete Harold Godwinsson als „vir maleficus“, der als Usurpator den Thron Englands für sich beanspruchte.[97] Er führt dabei weiter aus, dass Harold nicht nur seinen Bruder Tostig, sondern auch den norwegischen König Harald Hardraada und den König von Irland tötete und dass nur acht Tage später Wilhelm nach England kam[98] und eine Schlacht gegen den ermüdeten Sieger schlug. Harold, zusammen mit 100000 Engländern, starb.[99] Obwohl Adam von Bremen Harolds Wahl zum König verurteilte, rechtfertigte er Wilhelms Invasion und seine Thronfolge nur insoweit es einer göttlichen Vergeltung gleichkam. Eine ähnliche Haltung findet man in den zeitgenössischen englischen Quellen wie der Vita Eadwardi oder der Anglo – Saxon Chronicle.

Die zweite Darstellung, die eine dänische Sichtweise reflektiert, stammt von 1122, als der angelsächsische Exilant Aelnoth von Canterbury, der zu dieser Zeit in Odense lebte, seine Biografie von König Knut IV, Sohn König Svein Esthritssons, schrieb. Aelnoth behauptete, Knut hätte seine Invasion von 1085 als Racheakt für die Tötung König Harold Godwinssons und die Unterjochung des englischen Volkes geplant.[100]

König Knut wird diesbezüglich als Beschützer des englischen Volkes gegen die fremden Aggressoren charakterisiert. Es ist verwunderlich, dass selbst ein halbes Jahrhundert nach der Eroberung einige immer noch England als Teil der skandinavischen Welt betrachteten.

[...]


[1] Vgl. Schwab, H. – R., „Taillefer“, in: Schwab, H. R., (Hrsg.) (1983), Ludwig Uhlands Werke, Bd. 1, Frankfurt/ Main: Insel Verlag, 212.

[2] Die hier verwendete Zitierweise soll nach den Vorgaben des Instituts für Anglistik erfolgen. Somit ergeben sich einige Abweichungen zur üblichen Darstellungsweise von Literaturangaben der Geschichtswissenschaft. Zudem werden hier die modernen Versionen der Eigennamen benutzt.

[3] Vgl.van Houts, E., „The Norman Conquest through European Eyes“, in: EHR 110 (1995), 832 – 854.

[4] Vgl. Davis, R.H.C./Engels, L.J., „The Carmen des Hastingae Proelio”, in: Proceedings of the Battle Abbey Conference II (1979), 1 – 20.

[5] Vgl. Brooks, N.P./Walker, H.E., „The Authority and Interpretation of the Bayeux Tapestry“, in: Proceedings of the Battle Abbey Conference I (1978), 1 – 34; für einen kunstgeschichtlichen Ansatz, vgl. Grape, W. (1994), Der Teppich von Bayeux: Triumphdenkmal der Normannen, München: Prestel.

[6] Vgl. Keyes, S., „Anglo – Saxon Chronicle“, in: Lapidge, M. et al (Hrsg.) (1999), The Blackwell Encyclopaedia of Anglo – Saxon England, London: Blackwell, 35.

[7] Vgl. Walker, I. (1997), Harold: The Last Anglo – Saxon King, Stroud: Sutton, xxiii.

[8] Vgl. Barlow, F., (Hrsg.) (1992), The Life of King Edward who rests at Westminster, London; Paris; New York: Nelson and Sons, xv.

[9] Ibid., xvi.

[10] ibid., xvii.

[11] Vgl. Campbell, A., (Hrsg.) (1949), Encomium Emmae Reginae, London: Royal Historical Society.

[12] Vgl. Schnith, K., „Die Wende der englischen Geschichte im 11. Jahrhundert“, in: HJ 86 (1966), 34 – 39.

[13] Vgl. Barlow, F., (Hrsg.) (1962), The Life of King Edward who rests at Westminster, London; Paris; New York: Nelson and Sons, xxv.

[14] Ibid., xxviii.

[15] Ibid., xli.

[16] Ibid., xlii

[17] Ibid., xlv.

[18] Ibid., xlviii.

[19] Vgl. van Houts, E., „The Gesta Normannorum Ducum: A History without an End”, in: Proceedings of the Battle Abbey Conference III (1980), 106.

[20] Vgl. Walker, I. (1997), Harold: The Last Anglo – Saxon King, Stroud: Sutton, xxiv.

[21] Vgl. van Houts, E., „The Gesta Normannorum Ducum”: A History without an End, in: Proceedings of the Battle Abbey Conference III (1980), 107.

[22] Ibid., 108.

[23] Ibid., 111.

[24] Vgl. Bradbury, J., (1998), The Battle of Hastings, Gloucestershire: Sutton, 147.

[25] Ibid., 147.

[26] Vgl. Foreville, R., (Hrsg.) (1952), Guillaume de Poitiers: Histoire de Guillaume le Conquérant, Paris: Société d´Edition Les Belles Lettres, XIII.

[27] Ibid., XIV.

[28] Ibid., XVII.

[29] Ibid., XIX.

[30] Ibid., XXVI.

[31] Vgl. Barlow, F., (Hrsg), (1999), The Carmen de Hastingae Proelio of Guy Bishop of Amiens, Oxford: Clarendon Press, XIII.

[32] Ibid., XIV.

[33] Vgl. Chibnall, M., (Hrsg.), (1983), The Ecclesiastical History of Orderic Vitalis, Vol. I, Oxford: Clarendon Press, 184 – 187.

[34] Vgl. Davis, R. H. C./Engels, L. J., „The Carmen de Hastingae Proelio”, in: Proceedings of the Battle Abbey Conference II (1979), 4; Barlow, F., „The Carmen de Hastingae Proelio”, in: Bourne, K./Watt, D. C., (Hrsg.) (1967), Studies in International History, London: Longmans, 38f.; Jäschke, K. – U., (1977), Wilhelm der Eroberer: Sein doppelter Herrschaftsantritt im Jahre 1066, Sigmaringen: Jan ThorbeckeVerlag, 79f.

[35] Davis, R. H. C., „The Carmen de Hastingae Proelio“, in: EHR 93 (1978), 261.

[36] Vgl. Barlow, F., „The Carmen de Hastingae Proelio“, in: Bourne, K. /Watt, D. C., (Hrsg.) (1967), Studies in International History, London: Longmans, 37.

[37] Vgl. Jäschke, K. – U.,(1977), Wilhelm der Eroberer: Sein doppelter Herrschaftsantritt im Jahre 1066, Sigmaringen: Jan Thorbecke Verlag, 83.

[38] Ibid., 83.

[39] Ibid., 85.

[40] Ibid., 87.

[41] Davis, R. H. C. /Engels, L. J., „The Carmen de Hastingae Proelio”, in: Proceedings of the Battle Abbey Conference II (1979), 8.

[42] Ibid., 8.

[43] Ibid., 9.

[44] Vgl. Brooks, N. P. /Walker, H. E., „The Authority and Interpretation of the Bayeux Tapestry”, in: Pro ceedings of the Battle Abbey Conference I (1978), 1.

[45] Vgl. Grape, W., (1994), Der Teppich von Bayeux: Ein Triumphdenkmal der Normannen, München: Prestel, 23.

[46] Ibid., 23.

[47] Brooks, N. P. /Walker, H. E., „The Authority and Interpretation of the Bayeux Tapestry”, in: Proceedings of the Battle Abbey Conference I (1978), 3.

[48] Grape, W., (1994), Der Teppich von Bayeux: Triumphdenkmal der Normannen, München: Prestel, 44.

[49] Vgl. Darlington, R. R./McGurk, P., (Hrsg.) (1995), The Chronicle of John of Worcester, Oxford: Clarendon Press, xvii.

[50] Ibid., xvii.

[51] Vgl. Chibnall, M., (Hrsg.) (1983), The Ecclesiastical History of Orderic Vitalis, Vol. II, Oxford: Clarendon Press, xxi.

[52] Vgl. Darlington, R. R./McGurk, P., (Hrsg.) (1995), The Chronicle of John of Worcester, Oxford: Clarendon Press, xx.

[53] Vgl. Chibnall, M., (Hrsg.) (1983), The Ecclesiastical History of Orderic Vitalis, Vol. II, Oxford: Clarendon Press, xii.

[54] Vgl. Ibid., xii; Ordericus bezeichnete sich selbst als angligena.

[55] Ibid., xiv.

[56] Ibid., xiv.

[57] Ibid., xv.

[58] Ibid., xvii.

[59] Ibid., xviii.

[60] Ibid., xxiii.

[61] Ibid., xxxii.

[62] Vgl. Duffy, T. D., (Hrsg.) (1840), Willelmi Malmesburiensis Monachi: Gesta Anglorum atque Historia Novella, Vol. II, London: Sumptibus Societatis, v.

[63] Ibid., viii.

[64] Vgl. Thompsons, R. M., „William of Malmesbury“, in: Lapidge, M. et al (Hrsg.) (1999), The Blackwell Encyclopaedia of Anglo – Saxon England, London: Blackwell, 477.

[65] Vgl. Hardy, T. D. (Hrsg.) (1840), Willelmi Malmesburiensis Monachi: Gesta Anglorum atque Historia Novella, Vol. II, London: Sumptibus Societatis, ix.

[66] Ibid., ix.

[67] Ibid., xii.

[68] Vgl. Schwab, H. – R., „Taillefer“, in: Schwab, H. – R., (Hrsg.) (1983), Ludwig Uhlands Werke, Bd. 1, Frankfurt am Main: Insel Verlag, 211 – 213.

[69] Vgl. von Gaudy, F., (Hrsg.) (1835), Robert Wace: Der Roman von Rollo und den Herzögen der Normandie, Glogau: Fleming, 11.

[70] Ibid., 11.

[71] Vgl. Bennett, M., „Poetry as History? The Roman de Rou as a Source for the Norman Conquest”, in: ANS V (1982), 22.

[72] Ibid., 22.

[73] Ibid., 23.

[74] Ibid., 24.

[75] Vgl. Kristjannson, J. (1994), Eddas und Sagas: Die mittelalterliche Literatur Islands, Hamburg: Burske, 85.

[76] Ibid., 91.

[77] Ibid., 91.

[78] Ibid., 92.

[79] Ibid., 100.

[80] Ibid., 165.

[81] Ibid., 165.

[82] Ibid., 166.

[83] Ibid., 167.

[84] Ibid., 171.

[85] Ibid., 167.

[86] Ibid., 177.

[87] Ibid., 172.

[88] Vgl. Ibid., 172: „Der Kreis der Welt, den die Menschheit bewohnt, ist tief von Buchten zerklüftet.“

[89] Ibid., 172.

[90] Ibid., 173.

[91] Vgl. http://www.medievalhistory.net/page0086.htm; 17.08.2005

[92] Ibid., 17.08.2005

[93] Ibid., 17.08.2005

[94] Hierbei sind die o.g. Darstellungen ausgenommen.

[95] Vgl. van Houts, E., „The Norman Conquest through European Eyes“, in: EHR 110 (1995), 832 – 854.

[96] Ibid., 836.

[97] Vgl. ibid., 836; Buch III.

[98] Vgl. ibid., 836: „Willelmus(...) ab Gallia transfretans in Angliam lasso victori bellum intulit.“.

[99] „ Bastardus victor in ultionem die, quemipsi offenderant Angli (...). “; vgl. ibid., 836.

[100] Vgl. van Houts, E., „The Norman Conquest through European Eyes“, in: EHR 110 (1995), 837.

Details

Seiten
128
Jahr
2005
ISBN (Buch)
9783656533306
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110132
Institution / Hochschule
Universität Leipzig
Note
1,8
Schlagworte
Schlacht Hastings Jahre Repräsentation Hauptakteure Geschichte Literatur 1066 England#

Autor

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Titel: Die Schlacht von Hastings im Jahre 1066. Die Repräsentation der Hauptakteure in Geschichte und Literatur