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Weibliche Genitalverstümmelung in Afrika und Europa

©2006 Facharbeit (Schule) 39 Seiten

Zusammenfassung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Historische Entwicklung

2 Arten der weiblichen Genitalverstümmelung
2.1 Frauenbeschneidung versus Männerbeschneidung
2.2 Die milde Sunna
2.3 Die Klitoriedektomie
2.4 Die Exzision
2.5 Die Infibulation
2.6 Defibulation und Reinfibulation

3 Folgen von FGM
3.1 Akute gesundheitliche Konsequenzen
3.2 Chronische Schwierigkeiten und Komplikationen
3.3 Psychische Konsequenzen
3.4 Konsequenzen für die Sexualität
3.5 ..und die Geburt

4 FGM in Afrika
4.1 Die Durchführung von FGM in Afrika
4.2 Verbreitung von FGM und gesetzliche Regelungen
4.3 Warum existiert FGM immer noch? – Hintergründe der weiblichen Genitalverstümmelung

5 FGM in Europa
5.1 Die Aktualität des Problems in Europa
5.2 Strafrechtliche Ordnung

6 Internationale Initiativen gegen FGM
6.1 TERRE DES FEMMES (TDF)- Menschenrechte für die Frau e.V.
6.2 FORWARD
6.3 Weitere Initiativen

Nachwort

Literaturverzeichnis

Protokoll

Vorwort

Weibliche Genitalverstümmelung war immer ein Thema mit dem sich meine Mutter auseinander setzte. Auch in der Schule wurde ich mit der Beschneidung an der Frau konfrontiert, als eine Mitschülerin ein Buch von Waris Dirie vorstellte.

Ich lieh mir dieses Buch (Wüstenblume) aus und war geschockt.

Wie können Menschen so kleinen Mädchen so große Schmerzen zufügen?

Ich las auch das zweite Buch von Waris Dirie (Nomadentochter) und dann stand für mich fest, dass ich mich mit der weiblichen Genitalverstümmelung auseinander setzten wollte. Ich beschloss eine Fachbereichsarbeit zu schreiben.

Vorweg möchte ich bemerken, dass ich im weiteren Verlauf meiner Arbeit das allgemein verwendete Kürzel FGM (female genital multilation- weibliche Genitalverstümmelung) verwenden werde. Die Bezeichnung „Frauenbeschneidung“ werde ich nicht verwenden, da ich finde, dass sie zu sehr an die Beschneidung am Mann erinnert, sie aber in keinster Weise miteinander vergleichbar sind.

Die Quellen meiner Fachbereichsarbeit habe ich hauptsächlich durch Fußnoten der Überschriften der verschiedenen Kapitel angegeben, da meist die gesamten Informationen eines Kapitels aus der gleichen Quelle stammen. Ausnahmen habe ich am Ende des jeweiligen Absatzes wiederum durch Fußnoten gekennzeichnet.

Einleitung

Waris Dirie stellt meiner Meinung nach eine der wichtigsten Personen im Kampf gegen FGM da und deswegen möchte ich sie gleich zu Anfang etwas genauer vorstellen, da es letztendlich auch ihre Bücher waren, die mich zu dieser Arbeit inspirierten.[1]

Waris Dirire wuchs in Somalia in einer kinderreichen Nomadenfamilie des Stammes der Darod auf, wo sie im Alter von fünf Jahren der Prozedur der weiblichen Genitalverstümmelung unterzogen wurde. Darüber hinaus musste sie miterleben wie eine ihrer Schwestern und zwei Cousinen an den Folgen von FGM starben.

Als sie im Alter von 13 Jahren mit einem alten Mann verheiratet werden sollte, flüchtete sie zu ihrer Schwester nach Mogadischu, der Hauptstadt von Somalia, und kurz darauf nahm ein Onkel sie mit zu sich nach England. Dort arbeitete Waris zwei Jahre als Dienstmädchen in dessen Familie und wurde schließlich mit 18 von einem Modefotografen entdeckt. Sie zog nach New York und arbeitete für bekante Marken wie zum Beispiel Levi’s. 1987 spielte sie ein Bond-Girl in „Hauch des Todes“ und arbeitete schließlich auf den Laufstegen von London, Mailand, Paris und New York als gefragtes Model. BBC drehte 1995 eine Dokumentation über ihr Leben und 1997, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, in dem Jahr, in dem auch ihr Sohn Aleeke geboren wurde, berichtete sie erstmals der Zeitung „Marie Claire“ von der grausamen Tradition, deren Opfer sie wurde. Im gleichen Jahr besuchte sie auch ihre Mutter in Somalia und wurde UN-Sonderbotschafterin zum Thema Genitalverstümmelung. 1998 veröffentlichte Waris den ersten Teil ihrer Biographie unter dem Titel „Wüstenblume“. 2002 folgte der zweite Teil, den sie „Nomadentochter“ nannte. 2003 gründete sie die Waris Dirie Foundation „Wüstenblume“ in Wien, welche Geld für Projekte in Senegal, Somalia und dem Sudan sammelt und weltweit aktiv ist, um aufzuklären, gefährdete Mädchen zu schützen und Opfern zu helfen. 2005 wurde ihr dann die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen und sie veröffentlichte auch ihr drittes Buch „Schmerzenskinder“, in welchem sie anmerkt, dass FGM nicht nur in Afrika betrieben wird und von ihren Recherchen über FGM in ganz Europa erzählt. Waris Dirie wurden schon einige Preise für ihr Engagement gegen die weibliche Genitalverstümmelung verliehen, wie zum Beispiel 1999 der Deutsche Afrika-Preis, 2002 der Corine für ihr Buch die Nomadentochter, der Women’s World Award 2004[2] und der Oscar-Romero-Preis 2004, der von der katholischen Männerbewegung (KMB) verliehen wird. Hierdurch wurden auch vermehrt Politiker auf FGM aufmerksam.[3]

Auf der Hompage „www.waris-dirie-foundation.com“ sind alle schon erreichten und noch angestrebten Ziele der Organisation nachzulesen und in einem Tagebuch von Waris Dirire zu verfolgen. Unterstützen kann man diese, wie auch alle anderen gemeinnützigen Organisationen durch Spenden und ehrenamtliche Hilfe bei den verschiedenen Aktionen.

1 Historische Entwicklung

Vermutlich liegen die Anfänge der Verstümmelung an Genitalien schon tausende von Jahren zurück und man glaubt, dass es mit Blutopfern und Läuterungsritualen begann.[4]

In Alt-Ägypten wurde das Geschlecht mit der Entfernung der Klitoris, dem männlichen Anteil der Seele der Frau, und der Entfernung der Vorhaut, dem weiblichen Anteil der Seele des Mannes, definiert, da man hier an die Doppelgeschlechtigkeit der äußeren Genitalien glaubte.

Vermutet wird, dass die Muslime zwischen 7. und 8. Jahrhundert bei der Übernahme Ägyptens diesen Brauch übernahmen und entlang der afrikanischen Küste ausbreiteten.

Genitalverstümmelung wurde bei den verschiedensten Religionen und Völkern ausgeübt, wie zum Beispiel bei den Sklavinnen und Sklaven der Römer der Antike, im Europa des Mittelalters und sogar im 19. Jahrhundert in Europa und den USA.

Die andauernde Existenz von FGM hat vielerlei Hintergründe. Der bedeutendste ist wohl, dass es sich um einen Brauch handelt, der auch über den gesellschaftlichen Status der Person entscheidet. Aber hiervon mehr im Kapitel „Hintergründe von FGM“.

2 Arten der weiblichen Genitalverstümmelung

2.1 Frauenbeschneidung versus Männerbeschneidung

Die Beschneidung am Mann bedeutet die Entfernung der Vorhaut aus hygienischen und religiösen Gründen.[5]

Bei der „Beschneidung“ an der Frau werden allerdings, je nach Beschneidungsart, die Klitoris, die kleinen, so wie die großen Schamlippen entfernt und die entstehende Wunde wird zugenäht.

Man wäre berechtig zu sagen die Beschneidung am Mann gleiche der an der Frau, wenn sie die teilweise oder völlige Amputation der männlichen Geschlechtsorgane beträfe.

Die angeführte Klassifizierung ist im allgemeinen Sprachgebrauch zu finden, jedoch dient sie nur als Leitfaden, denn die eine Beschneiderin schneidet hier ein wenig mehr weg, die andere dort und somit gibt es unendlich viele verschiedene Arten von FGM.

2.2 Die milde Sunna

Findet sich nur sehr selten und ist die einziege Beschneidungsart, die man mit der männlichen Beschneidung vergleichen könnte, denn hierbei wird lediglich die Vorhaut der Klitoris entfernt, eingestochen oder geritzt.

2.3 Die Klitoriedektomie

Ist neben der Exzision eine der zwei häufigsten Formen von FGM. Klitoriedektomie bedeutet die teilweise oder vollständige Entfernung der Klitoris.

2.4 Die Exzision

Mit Exzision bezeichnet man jeweils die teilweise bis vollständige Entfernung der Klitoris und der inneren Schamlippen. Zusätzlich wird oft noch Haut und Gewebe ausgeschabt, dies nennt man Introcision.

2.5 Die Infibulation

Wird auch als pharaonische Beschneidung deklariert und kommt in 15% aller Fälle von FGM vor. Bei der Infibulation werden die Klitoris, die inneren Schamlippen so wie die inneren Schichten der äußeren Schamlippen entfernt, wobei manchmal auch noch die vorderen Anteile der äußeren Schamlippen amputiert werden.

Nach der Amputation werden die beiden Innenseiten der Vulva miteinander vernäht, bzw. mit Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Akaziendornen, zusammen geführt, sodass die Haut über der Vaginalöffnung und dem Ausgang der Harnröhre zusammen wächst, wobei durch das Einlegen eines Streichholzes oder Strohhalmes eine kleine Öffnung für den Austritt von Urin, Menstruationsblut und Vaginalsekreten gewährleistet werden soll.

Nun werden die Mädchen von den Hüften an bis zu den Füßen mit Stoffbahnen umwickelt, damit sie sich nicht bewegen und die Wunde in Ruhe verheilen kann. Die Mädchen nehmen nur das Nötigste an Nahrung zu sich, um so selten wie möglich auf die Toilette gehen zu müssen.[6]

„.jedes Mal fühlt es sich an, als ob sie noch einmal an dir herumschneiden.“[7]

In diesem Zustand müssen die Mädchen verbleiben, bis die Wunde vollständig verheilen kann, was bis zu 40 Tage dauern kann.[8]

2.6 Defibulation und Reinfibulation

Beim Geschlechtsverkehr muss die Vagina einer infibulierten Frau wieder geöffnet werden, um das Eindringen des Mannes zu ermöglichen. Dieses Öffnen der Narbe wird Defibulation genannt. Oft ist es dem Mann unmöglich die Öffnung durch Penetration zu erweitern und aus Angst als „unfähig“ bezeichnet zu werden benutzt er dann ein Messer oder ähnliches, um die Frau zu defibulieren und fügt ihr so ungewollt meist nochmalige Verletzungen zu. Manchmal werden auch Beschneiderinnen und Ärzte hinzugezogen, was aber eher selten der Fall ist.

Ist die Vaginalöffnung nun erweitert, kann ein erneutes Zuwachsen nur durch häufigen Geschlechtsverkehr in der ersten Zeit vermieden werden.

Die Wundränder vernarben und wird die Frau nun schwanger, muss bei der Geburt wiederum defibuliert werden.

Reinfibulation nennt man das erneute Zunähen nach der Geburt. Die Narbenränder werden abgeschält und zusammengenäht und es kann gut sein, dass nach vielen Geburten nicht mehr genug Gewebe vorhanden ist, um zu reinfibulieren.

Die Reinfibulation wird jedoch nicht nur nach der Geburt eines Kindes ausgeführt, auch Witwen und geschiedene Frauen lassen sich häufig reinfibulieren, um ihre Heiratschancen zu steigern, da sie durch die Reinfibulation wieder als „jungfräulich“ gelten, sowie Frauen, die glauben, ihren Männern nach einer Reinfibulation wieder, bzw. mehr zu gefallen.

3 Folgen von FGM

3.1 Akute gesundheitliche Konsequenzen

Zuallererst sind die unvorstellbaren Schmerzen zu erwähnen, denen die Betroffenen ausgesetzt sind. Da das äußere Genitale stark mit Nerven und zahlreichen Arterien durchzogen ist, ist es sehr sensibel und es kommt schnell zu starken Blutungen.[9]

Die Schmerzen und der große Blutverlust können Krampfanfälle oder einen Schock auslösen und es kommt in vielen Fällen sogar zum Tod, sodass man die von FGM betroffenen Frauen zu Recht als „Überlebende“ bezeichnen kann.

Werden Analschließmuskel oder Harnröhre während der Verstümmelung verletzt (dies kann schnell passieren, da die Beschneiderinnen sich oft schon im fortgeschrittenen Alter befinden und demnach dann meistens ihr Sehvermögen schon etwas eingeschränkt ist), kann dies zu Inkontinenz führen. Auch ausgekugelte Schultern, Knochenbrüche und Zungenbisse sind keine Seltenheit, aufgrund der Gegenwehr, die die Mädchen den festhaltenden Frauen gegenüber leisten.

Infektionen können durch die unsterilen Bedingungen (unsaubere Instrumente oder traditionell verwendete Substanzen wie Asche oder Kuhdung) und dem Verstümmeln mehrerer Mädchen hintereinander mit den selben Werkzeugen schnell entstehen und übertragen werden.

Eine dieser daraus resultierenden Krankheiten ist die Blutvergiftung, aber auch Tetanus, Polio, Hepatitis und HIV können übertragen werden.

Wie schon erwähnt nehmen die infibulierten Mädchen nur das Nötigste zu sich, um den Qualen beim Wasserlassen zu entgehen. Durch das Zurückhalten des Harns wird die Harnblase irgendwann übervoll, drückt die Harnröhre ab und kann sich somit nicht mehr entleeren. Es entsteht ein akuter Harnverhalt. Um Stauungen und Infektionen zu vermeiden müsste eigentlich katheterisiert werden, was aber meistens wegen der schlechten medizinischen Versorgung gar nicht möglich ist.

3.2 Chronische Schwierigkeiten und Komplikationen

Wurden bei der Verstümmelung die unteren Harnwege beschädigt, hat dies Folgen wie ständige Schmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen, sowie chronische Infektionen der Harnorgane und der Organe des Beckens.[10]

Harnblase, Harnleiter und Nieren können durch eine aufsteigende Harnwegsinfektion angegriffen werden, wodurch Steine im Nierenbecken oder in der Blase entstehen können sowie Blasenentleerungsstörungen.

Scheide, Gebärmutter, Eileiter und der gesamte Unterleib können sich ebenfalls entzünden, wobei eine langfristigere Entzündung der Eileiter zu deren Verklebung und somit zur Kinderlosigkeit, zur Sterilität, führen kann.

Zwischen der Scheide und der Blase oder der Scheide und dem Mastdarm kann es zu Fistelbildungen kommen (Fisteln sind häutig ausgekleidete Verbindungen zwischen zwei Hohlorganen). Wenn dies der Fall ist, ist die Frau unweigerlich inkontinent; Urin oder Stuhl gehen unwillkürlich durch die Scheide ab. Das hat die Folge, dass sie nach ihren Exkrementen riecht und dadurch aus der Gesellschaft ausgeschlossen wird.

Keloide (Narbenwülste an der Narbe) können zu Verengungen der Harnröhre oder Vagina führen, wodurch Harnverhalt, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Geburtskomplikationen, so wie Behinderungen beim Gehen, durch Gewebeverziehungen aufgrund des unnachgiebigen starren Gewebes, entstehen können.

Selten kommt es, durch die Durchtrennung von Nervenbahnen während der Verstümmelung, zu Neurinomen (Nervenfaserwucherungen an der Schnittstelle).

Diese Geschwülste am äußeren Genital stellen ein großes Problem beim Geschlechtsverkehr dar, da sie eine ständige Hypersensibilität und Missempfindungen mit sich bringen.

Zystenbildung ist eine weitere eher seltene Komplikation, die nach einer Genitalverstümmelung, sehr schmerzhaft sein und Sterilität als Folge haben kann.

Bei infibulierten Frauen kann das Menstruationsblut durch die kleine Öffnung nur schwer abfließen, wodurch sich die Menstruation verlängert und die Frau unter Schmerzen leidet (Dysmenorrhoe).

Wenn das Menstruationsblut nicht vollständig abfließen kann, staut es sich bis in die Gebärmutter und die Eileiter zurück, was mit sehr großen Schmerzen verbunden ist. Auch kann es zur Sterilität kommen.

Genitalverstümmelte Frauen sind durch das leicht einreißende Narbengewebe einem erhöhten Risiko einer HIV Infektion ausgesetzt.

Diese körperlichen Konsequenzen ziehen unweigerlich soziale Beeinträchtigungen nach sich, denn durch häufige Scheidenentzündungen und monatliche Probleme mit der Menstruation, sind genitalverstümmelte Frauen oft nicht in der Lage arbeiten zu gehen oder regelmäßig eine Schule zu besuchen, ergo können sie auch keine Ausbildung machen und sind abhängig von einer anderen Person, meistens des anderen Geschlechts, das heißt vom Vater oder Ehemann. Dies zeigte eine Studie in Nigeria, welche die Unterschiede zwischen FGM- Opfern und unversehrten Frauen untersuchte. Diese Studie zeigte darüber hinaus auch, dass es keinen Unterschied in der sexuellen Befriedigung gab (wobei sich hier allerdings die Frage stellt, welchen Stellenwert der Geschlechtsakt generell in Afrika, bzw. Nigeria, einnimmt), dass aber von FGM betroffene Frauen ihre Mutterrolle stärker akzeptieren.

3.3 Psychische Konsequenzen

Der Akt der Verstümmelung bleibt für die Frauen ein lebenslanges Trauma, eine Alptraumerinnerung des Todeskampfes und des Schmerzes.[11]

Wo und unter welchen Umständen die Verstümmelung geschah, lässt die Folgen variieren. Manchmal wird den Mädchen sogar mit sozialem Ausschluss gedroht, sollten sie sich wehren, schreien oder weinen. Die Zeremonie soll das Zugehörigkeitsgefühl des Mädchens zu ihrer sozialen Gruppe stärken und demnach stellt FGM eigentlich einen positiven Aspekt in den Vordergrund, doch der Widerspruch, zu den Schmerzen und der Angst, in denen sich das Kind befindet, kann bis hin zur geistigen Verwirrtheit führen.

Auch gibt es Fälle in denen Frauen Panikattacken unterlagen, weil sie bestimmte Dinge erblickten (Rasierklingen, Stoffe, Muster...).

Angstreaktionen, Verhaltensstörungen, Depressionen, unberechenbares aggressives Verhalten, Unvollständigkeits- und Minderwertigkeitskomplexe lassen genital verstümmelte Frauen Ähnlichkeiten mit Vergewaltigungs- und Folteropfern aufweisen. So auch das Verdrängen des gesamten Ereignisses, das sich bis zur Dissoziation, zur Abspaltung des Erfahrenden, entwickeln kann. Hier wissen die Frauen zwar, dass sie genital verstümmelt sind, können sich jedoch an den gesamten Vorfall überhaupt nicht mehr erinnern.

Doch der Körper vergisst das Erlittene nicht. Das sogenannte Körpergedächtnis speichert diese schreckliche Erinnerung, die sich dann oft zu ganz banalen Anlässen äußert, zum Beispiel als Kopf- oder Rückenschmerz, Unterleibschmerzen oder anderem.

So dient der Körper als Ausdrucksmittel für den seelisch verdrängten Schmerz.

Hinzu kommt der Verrat der Verwandten und Freunde (vor allen Dingen der Mutter oder anderen sehr nahe stehenden Personen), denen das Mädchen vertraute und die bei der Verstümmelung dabeistanden, zusahen oder sogar mithalfen (indem sie es festhielten) diese grausame Tat zu vollziehen.

Misstrauen, Vertrauensverlust und sogar eine Störung der Beziehung zu Frauen können die Folgen sein.

Man sieht also, dass durch FGM nicht nur die physische Hülle der Mädchen beschnitten wird, auch die Psyche, wenn man so sagen will die Seele, nimmt extremen Schaden nach diesem Erlebnis.

3.4 Konsequenzen für die Sexualität

Verstümmelten Frauen fehlt die Klitoris als Zentrum sexueller Empfindungsfähigkeit, ihr Lustempfinden ist demnach anders als bei unverstümmelten Frauen. Es heißt aber nicht, dass Erstere keine sexuelle Befriedigung finden können. Diese hängt nicht nur von der Anatomie der Frau ab, sondern von vielen Einflüssen.[12]

Jedoch scheint es sehr verständlich, wenn es den Betroffenen schwer fällt Lust auf Geschlechtsverkehr zu entwickeln, zumal dies, vor allen Dingen bei infibulierten Frauen, aufgrund der schon erwähnten Komplikationen, immer (Ausnahmen bestätigen die Regel) mit Schmerzen verbunden ist.

Demnach geht der Geschlechtsverkehr meist von den Männern aus. Aber auch diese leiden, denn das Narbengewebe ist nicht leicht zu dehnen. Oft betrinken sie sich oder nehmen andere Drogen, um mit dem, was sie tun, von dem sie wissen, dass es nicht gut ist, klar zu kommen.

Wie schon unter dem Kapitel „Arten der weiblichen Genitalverstümmelung- Defibulation“ beschrieben, steht der Mann unter dem Druck, sich und seine Potenz zu beweisen und die Frau zu entjungfern. So schrecken auch mache nicht vor dem selbstständigen Defibulieren mit einem Messer oder anderem zurück, denn das Aufsuchen eines Arztes oder einer Beschneiderin würde für ihn einen erheblichen Ehrverlust darstellen. So kann es zu unabsichtlichen Verletzungen, zu Fisteln und, im schlimmsten Fall, zum Verbluten kommen.

Man merkt, eine gute sexuelle Beziehung zwischen Mann und Frau scheint unter den gegebenen Umständen fast unmöglich. Sex wird automatisch mit Schmerzen assoziiert (zumindest von Seiten der Frau aus).

Es kann jedoch passieren, dass die Unfähigkeit sexuelle Erfüllung zu finden, gepaart mit einem geringen Selbstwertgefühl, genau das Gegenteil hervorbringen; eine Frau, die sich prostituiert. Die Prostitution betreffend suchen Männer jedoch meist unbeschnittene Frauen auf.

Manchen Paaren gelingt es, man kann es kaum glauben, trotz aller Schwierigkeiten sich ein beide Partner betreffendes, beglückendes Sexualleben zu schaffen.

3.5 ..und die Geburt

Bei einer Geburt kann sich nun der Geburtskanal nicht vernünftig erweitern aufgrund des harten Narbengewebes am Scheideneingang. So kann es zu Verzögerungen bei der Geburt kommen und das Kind kann einen Sauerstoffmangel erleiden.[13]

Auch ist es möglich, dass das Narbengewebe einreißt, Nerven und Muskeln des Beckenbodens mit zerreißt, was sogar Einrisse in den Damm mit sich bringen kann, woraufhin es zu Fisteln und Inkontinenz kommen kann.

4 FGM in Afrika

„Yurop musste sich auf die Kiste setzen. Eine Frau griff sich ihr linkes Bein, eine andere ihr rechtes, die nächste packte sie bei den Schultern, zwei weitere hielten ihre Arme fest, und am Ende waren es sieben oder acht Frauen, die irgendein Körperteil meiner Schwester zu fassen bekommen hatten [...] Dann wurden ihre Beine auseinander gezogen und die Halaleiso hockte sich dazwischen. Noch bevor die Halaleiso sie überhaupt berührt hatte, schrie Yurop auf. Sofort schlug ihr eine der Frauen ins Gesicht [...] Sie schrie weiter, und man stopfte ihr den vorbereiteten Knebel in den Mund. Ich erinnerte mich, dass ich das lustig fand. Ich hatte immer noch nichts kapiert.[...] So ging es weiter, mit Fatma, Muna, Suleiha und Nasra. Alle schrien sie, wurden sie geknebelt, die Halaleiso machte keine Pause, und zwischendurch wischten sie das Blut von der Kiste und scharrten mit den Füßen Sand über die Pfütze am Boden.[...]Sie fassten mich, schleppten mich zu der Apfelsinenkiste und setzten mich drauf. Eine erinnerte mich daran, dass ich gestern versprochen hatte, die tapferste zu sein.[...] Und tatsächlich wurde ich ruhig. In diesem Augenblick griff die Halaleiso nach mir und begann zu schneiden. Es gab ein Geräusch wie ein scharfes Kratzen oder Reißen, als ob eine Kralle Sackleinen oder ein grobes Tischtuch aufschlitzt.[...] Das Schlimmste aber kam noch. Das Schlimmste ist, wenn sie dich zunäht.[...] Es war als würde ich bei lebendigem Leibe, bei vollem Bewusstsein geschlachtet.[...] Dann wurde mir schwarz vor Augen.“[14]

4.1 Die Durchführung von FGM in Afrika

Die Verstümmelung führen meist ältere Frauen durch, die Halaleiso, die Beschneiderinnen. Diese Aufgabe übernehmen Geburtshelferinnen, professionelle Beschneiderinnen, die in das traditionelle Wissen eingeweiht sind und deren Macht und Einfluss aufgrund ihres hohen Statuses nicht zu unterschätzen sind, alte Frauen des Dorfes, Medizinmänner, Barbiere, Ehefrauen von Schmieden (welchen übernatürliche Kräfte nachgesagt werden), sowie zu Ärzte, welche fast ausschließlich von der Oberschicht in den Städten aufgesucht werden.[15] Familien, die sich FGM aus finanziellen Gründen nicht leisten können und niemanden finden, der ihre Tochter umsonst verstümmelt, lassen diese grausame Tat auch von Familienmitgliedern verrichten.

Den meisten FGM-betreibenden Ethnien ist es nur schwer möglich ein Krankenhaus aufzusuchen, worüber auch nicht weiter nachgedacht werden muss, denn die traditionellen Beschneiderinnen ziehen von Stamm zu Stamm, um ihre Arbeit zu verrichten und sich so ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Hilfsmittel der Beschneiderinnen sind: Kräuterzubereitungen, kaltes Wasser oder die Gabe alkoholischer Getränke zur Schmerzlinderung. Als Schneidewerkzeuge dienen Rasierklingen, Rasiermesser, Scheren, Küchenmesser, geschärftes Eisenblech, Glasscherben oder Fingernägel. Schafdarm, Pferdehaar, Bast, Bindfaden, Akaziendornen (welche eine betäubende Wirkung haben) oder Eisenringe finden Verwendung zum Vernähen der Wunde und Asche, Kräuter, kaltes Wasser, Blätter und Wundpressen aus Zuckerrohr zur Blutstillung. Und nicht zu vergessen, die vielen Personen, die nötig sind, um die Mädchen festzuhalten.

Die Verstümmelung wird oft von einem zeremoniellen Fest begleitet, bzw. eingeleitet. In manchen Ethnien ist dies die Initiation, deren Zeremonien meist eine längere Zeit dauern. Sie kennzeichnet den Übergang zu einem neuen gesellschaftlichen Stand. Der wichtigste Aspekt ist hierbei der Übergang vom Kind zum Erwachsenen, was aber nicht unbedingt mit der physischen Pubertät zusammenfallen muss.

Die Initianden und Initiandinnen werden in der sogenannten „Buschschule“ von erfahrenen Alten in erforderlichen Kenntnissen und Fertigkeiten unterrichtet und in geheimes Wissen eingeweiht; sie werden in ihr späteres Leben als Erwachsene eingewiesen.

Das Ende der Initiation kennzeichnet ein großes Fest; die Kinder sind nun vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft und heiratsfähig.

Neue Kleider und Schmuckstücke bezeugen den Statuswechsel und oft auch verschiedene körperliche Merkmale wie FGM.

Die Verstümmelung der Mädchen symbolisiert den Übergang zur Frau und zugleich bezeichnet sie auch ein Zugehörigkeitsmerkmal zur jeweiligen Ethnie.

FGM wird aber immer seltener im Zusammenhang mit der Initiation durchgeführt, vor allen Dingen, weil die Opfer immer jünger werden und der Zeitpunkt nicht mehr passend wäre.

Die meisten Mädchen freuen sich auf die „Beschneidung“. Da FGM ein Tabuthema darstellt, also nie darüber geredet wird, wissen die Mädchen nicht wirklich, was auf sie zukommt. Es wird ihnen durch Geschenke und vor allem durch die Zuwendung und Aufmerksamkeit, die sie sonst nie erfahren, schmackhaft gemacht.

Die Mädchen stehen plötzlich im Mittelpunkt und voller Vorfreude warten sie auf den großen Tag, an dem die Beschneiderin kommt.

Es gibt aber auch Stämme, die keinerlei Aufhebens um die Verstümmelung ihrer Mädchen machen, so wie es zum Beispiel Waris Dirie in ihrem Buch beschreibt.

Ist nun der Tag der Verstümmelung gekommen, wird ein Mädchen nach dem anderen zur Beschneiderin gebracht, welche, während mehrere Frauen das Mädchen festhalten und seine Beine spreizen, mit den schon angeführten Hilfsmitteln, je nach Wunsch der Beschneidungsarten, die betreffenden Teile der Genitalien amputiert.

Die Männer werden von dem ganzen Akt der Verstümmelung ausgeschlossen. Dies ist `Frauensache`. Die meisten afrikanischen Männer wissen über FGM auch nicht wirklich Bescheid. Die fehlende Kommunikation zwischen Männern und Frauen lassen erstere FGM nur als Tradition sehen, die es zu bewahren gilt.

Schon im Kindesalter werden Mädchen und Jungen oft strikt getrennt und es wäre für einen Mann im höchsten Maße respektlos mit einer Frau über Themen wie eben FGM zu sprechen.

Viele afrikanische Männer denken, Sex wäre für afrikanische Frauen einfach nicht wichtig und nur Mittel zum Zweck; nämlich Kinder in die Welt zu setzen.[16]

Natürlich bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel, nur gibt es leider keine Studien darüber, wie die Mehrzahl der Männer über FGM denkt.[17] Würde sich nun eine große Anzahl von Männern finden, die FGM ablehnen und diese Meinung auch öffentlich vertreten, wäre, denke ich, schon ein großer Schritt zur Bekämpfung von FGM getan.

4.2 Verbreitung von FGM und gesetzliche Regelungen

In manchen afrikanischen Staaten gibt es inzwischen schon strafrechtliche Verbote gegen FGM. Die Regierungen haben gemerkt, dass FGM gesundheitsschädigend ist und Strafen wie hohe Geldstrafen, Zwangsarbeit, Freiheitsstrafen von einigen Tagen bis hin zu mehreren Jahren und sogar ,in einigen Fällen, wenn es zum Tod des Opfers kommen sollte, lebenslange Gefängnisstrafe und die Todesstrafe erlassen.[18]

Sollten keine speziellen Gesetze gegen FGM vorliegen, wie zum Beispiel in Äthiopien, dem Kongo, Eritrea, Gambia, Guinea-Bissau, Kamerun, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Sierra Leone, Somalia und dem Sudan könnten theoretisch immer die strafrechtlichen Regelungen zur Körperverletzung angewendet werden.

Es kam jedoch erst in wenigen Ländern zu Gerichtsverfahren, FGM betreffend.

Die nachfolgende Erklärung der Gesetzeslage in Afrika betrifft ausschließlich die Länder, in denen FGM tief verwurzelt ist und in denen es bereits ein Verbot gegen FGM gibt.

Ägypten: 1997 wurde hier FGM für verboten erklärt. Die Regierung unterstützt zudem NGOs (Non-governmental-Organisations) bei Aufklärungskampagnen.

Benin: FGM (verboten seit 2003), Beihilfe und Nichtanzeige geplanter Verstümmelungen sind strafbar. Zusätzlich erhöht sich die Strafe, wenn das Opfer unter 18 Jahre alt ist.

Burkina Faso: Seit 1997 ist FGM verboten, auch kam es schon zu einigen Verurteilungen.

Djibouti: Hier ist FGM seit 1995 strafbar, was bis jetzt jedoch noch zu keiner Verurteilung führte.

Elfenbeinküste: Gewalt gegen Frauen, so auch FGM, wird seit 1998 strafrechtlich verfolgt. Bei Ausführung durch medizinisches Personal, durch Eltern, Verwandte oder Ehepartner des Opfers erhöht sich die Strafe auf das Doppelte. Medizinischem Personal kann die Zulassung für bis zu fünf Jahren entzogen werden. An der Elfenbeinküste wurden 2001 mehrere Beschneiderinnen verhaftet und eine verurteilt.

Ghana: FGM ist seit 1994 strafbar und durch ein Aufklärungsprogramm wird versucht die Bevölkerung zur Aufgabe von FGM zu bewegen. Es kam auch schon zu Verhandlungen und Verurteilungen.

Guinea: Hier ist sowohl die Genitalverstümmelung an der Frau wie auch am Mann verboten. Sie gilt als Kastration und die Strafen reichen von lebenslanger Zwangsarbeit bis hin zur Todesstrafe im Falle des Todes des Opfers. Das Gesetz wird jedoch von den Gerichten etwas anders ausgelegt als es geschrieben steht; nur bei der männlichen Verstümmelung sei diese gesetzliche Regelung anwendbar. Deshalb wurde auch noch niemand aufgrund der Verstümmelung an der Frau (in diesem Fall wohl Kastration der Frau) verurteilt.

Kenia: Es gibt seit 2002 ein Gesetz zum Schutz des Kindes. Dieses verbietet FGM, jedoch nur an Kindern unter 16 Jahren. Es gab schon einige Gerichtsverfahren gegen FGM in Kenia und die Regierung versucht mit NGOs zusammen zu arbeiten sowie einen 1999 aufgestellten Aktionsplan zu verwirklichen.

Senegal: Auch hier besteht ein Gesetz gegen FGM und 1999 kam es zu ersten Verhaftungen.

Tansania: Die Regierung von Tansania befindet FGM für Mädchen unter 18 zu grausam, weshalb seit 1998 ein Gesetz gegen FGM besteht. Dies hatte leider zur Folge, dass aus Furcht vor diesem Gesetz nun in der Singida Region (laut Berichten) schon Säuglinge von Kindern verstümmelt werden und die Zeremonien in der Mora Region heimlich durchgeführt werden.

Togo: FGM sowie Vorbereitungshandlungen hierfür sind seit1998 verboten, außer wenn sie von Bluts- oder angeheirateten Verwandten bis zum 4. Grad durchgeführt werden. Auch sind medizinisch initiierte Operationen erlaubt.

Tschad: Das Gesetz gegen FGM, welches seit 2002 besteht, wurde hier noch nie angewandt.

Uganda: Sitten und Traditionen, die Würde und Wohlergehen der Frau gefährden sind verboten. Seit 1996 gibt es ein Gesetz zum Schutz der Kinder, welches Praktiken verbietet, die die Gesundheit eines Kindes schädigen.

Zentralafrikanische Republik: 1966 verbot der Präsident FGM aufgrund der gesundheitlich schädigenden Konsequenzen.

Mangelnde Kenntnis und bewusstes Nichtbeachten der bestehenden Verbote, machen es schwer FGM einzudämmen. Oft weiß noch nicht einmal die Polizei über die bestehenden Gesetze genauer Bescheid.

Sind die Gesetze gegen FGM bekannt, reicht dies meistens nicht aus ein Umdenken der betreffenden Ethnien zu bewirken. Ihnen muss bewusst gemacht werden, dass FGM eine zutiefst schädigende Praktik ist. Gesetze haben hierbei meist nur eine begleitende und unterstützende Funktion. Durch Aktivitäten der Regierung und verschiedener Organisationen wird versucht die Bevölkerung zu überzeugen FGM nicht mehr zu betreiben.

Die folgende Statistik sowie die Karte von Afrika zeigen, dass die angeführten Gesetze bis jetzt leider noch nicht sehr viel bewirkt haben. Noch immer sind über 140. Millionen Frauen allein in Afrika und in Teilen von Asien von FGM betroffen und man schätzt, dass jährlich 2 Millionen hinzukommen[19].

Von Genitalverstümmelungen betroffene Mädchen und Frauen nach Angaben der WHO[20]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten [21]

Wie man anhand dieser Karte sehen kann, betrifft FGM nicht nur den afrikanischen Kontinent. Auch auf der arabischen Halbinsel und im asiatischen Raum sind Formen von FGM zu finden, welche jedoch in die Statistiken meist nicht mit einbezogen werden. Man weiß, dass FGM in Asien besonders in Malaysia und Indonesien betrieben wird.[22] Eine Umfrage in 60 kurdischen Dörfern ergab überdies, dass 60% der dort lebenden Frauen genital verstümmelt sind; man hat bisher versäumt die Türkei, den Irak und Syrien unter dem Aspekt der weiblichen Genitalverstümmelung zu betrachten, obwohl ja gerade in diesen Ländern sehr viele strenggläubige Moslems beheimatet sind.[23]

4.3 Warum existiert FGM immer noch? – Hintergründe der weiblichen Genitalverstümmelung

Die andauernde Existenz der weiblichen Genitalverstümmelung beruht auf vielerlei Hintergründen. [24] Der bedeutendste ist wohl, dass es sich um einen Brauch handelt, der auch über den gesellschaftlichen Status der Person entscheidet. Missachtet nun jemand diese Norm, eingebettet in die Regeln der Gemeinschaft, hat dies nicht selten den Ausschluss aus dieser zur Folge. Das kann fatal enden, denn meist ist es unmöglich in den Gegenden, in denen FGM praktiziert wird, alleine zu überleben. Ist ein Mädchen oder eine Frau dazu gezwungen sich verstümmeln zu lassen und sie versucht zu fliehen, kann sie sich sicher sein, dass sie versuchen muss auf einem anderen Kontinent weiter zu leben, um nicht gefunden zu werden. Die meisten Stämme haben sehr gute Kontakte zu anderen Stämmen der weiteren Umgebung und die Verwandtschaft ist sehr weit verstreut, sodass sich die Information einer Flucht schnell verbreitet. Auch die Polizei eines Landes arbeitet mit der eines anderen sehr eng zusammen und ist zudem oft bestechlich. Sollte eine Frau es jedoch trotz allem schaffen einen sicheren Lebensplatz innerhalb Afrikas zu finden, ist sie sehr wahrscheinlich zur Prostitution gezwungen, um sich ihr Überleben sichern zu können.[25]

Es gibt sehr viele Äußerungen, mit denen sich FGM- Befürworter versuchen zu rechtfertigen.

In vielen Ethnien gelten Frauen zum Beispiel als nymphoman. Um sie und ihre Familien nun vor Vernachlässigung zu schützen, da die Frauen an nichts anderes mehr dächten, als an Sex, werden sie verstümmelt.

Der Glaube der Doppelgeschlechtigkeit ist auch immer noch ein Faktor, auf den sich viele Gruppierungen berufen.

Leider sehen sich Eltern, die der Verstümmelung ihrer Tochter mit eher gemischten bzw. negativen Gefühlen entgegen blicken, meist außer Stande ihnen diese grausame Prozedur zu ersparen, denn um ihre Zukunft zu sichern, das heißt einen Mann für die Tochter zu finden und eine Ehe zu arrangieren, müssen sie der Norm entsprechen und diese ist leider nur mit FGM gegeben. Nur selten finden sich Eltern, bzw. Väter, die im Wohlstand leben und so genug Macht und Mut besitzen, sich den Stammesregeln zu widersetzen und ihren Töchtern zu erlauben, Männer zum Ehemann zu nehmen, die sie lieben und die nicht von ihren Frauen verlangen „beschnitten“ zu sein.[26]

Oft hängt sogar der Brautpreis von dem Maße der Verstümmelung ab (je stärker die Verstümmelung, desto höher der Brautpreis).

Der außereheliche Geschlechtsverkehr und so natürlich auch nicht zuordbare Nachkommen, würden durch FGM verhindert, heißt es bei vielen Völkern.

Zusätzlich soll die Verstümmelung der Frau deren Fruchtbarkeit erhöhen und den Lustgewinn des Mannes steigern.

Die Frau soll von Prostitution abgehalten und das Reiben der Klitoris an der Kleidung, welches die Frau permanent sexuell stimuliere, verhindert werden.

Ferner soll FGM die Frauen vor Vergewaltigungen schützen und den Mann bei Polygynie (ein Mann hat gleichzeitig mehrere Ehefrauen) vor sexueller Überforderung bewahren.

In manchen Gesellschaften gilt das weibliche Geschlecht als unschön und schmutzig, was letztendlich ja ein subjektiver Aspekt ist, doch wieder andere glauben, die Klitoris wäre einem Riesenwuchs ausgesetzt und wächse zu einem Penis, würde man sie nicht entfernen.

Der ägyptische Schaich Jusuf el- Badri antwortete auf die Frage, warum zum Beispiel in Marokko und Algerien islamische Eltern ihre Töchter unbeschnitten ließen, wie folgt:

„Das liegt daran, dass die Klitoris der nordafrikanischen Frauen nicht so groß wächst wie die unserer Mädchen. Es soll lediglich der Teil weggeschnitten werden, der über die Norm hinausgeht.“

Leider ist die Annahme, dass der Islam FGM vorschreibe bei vielen Moslems (immer noch) weit verbreitet. Dabei wird dies im Koran in keinster Weise erwähnt. Jedoch gibt es drei Hadithe[27], die sich auf FGM beziehen, welche aber als schwach, als sehr bedenklich gelten.

Der erste Hadith beschäftigt sich mit der Hygiene nach dem Geschlechtsverkehr, der zweite mit dem Ausmaß der Beschneidung. Er verbietet die Infibulation, empfiehlt aber die Exzision, laut Interpretation.[28]

Sätze wie: “es nicht zu übertreiben“ und „es nicht ganz zu zerstören“ kommen vor, welche von den Muftis unterschiedlich gedeutet werden. Manche lesen aus dem Hadith eindeutig das Verbot von FGM ab, andere glauben, dass die Exzision empfohlen wird und wieder andere islamische Rechtsgelehrte denken, dass der Hadith lediglich das Ausmaß der Verstümmelung vorgibt, sie jedoch nicht empfiehlt.

Der dritte Hadith bezeichnet FGM als nobel und empfehlenswert, wobei man sich hier nicht sicher ist, ob auch dieser als schwach einzustufen ist.

Es besteht also kein klares Gesetz im Islam, das FGM vorschreibt, es besteht noch nicht einmal eine Übereinstimmung der islamischen Gelehrten. Diese ziehen ihre Schlüsse aus den bestehenden Gesetzen und Quellen und müssen sich von vorgeschrieben, über empfohlen bis hin zu verboten ihre Meinung bilden, um diese dann an die Völker weiter zu geben.[29]

Es muss aber erwähnt werden, dass sie `Hurma`, die körperliche Unversehrtheit, und die `la darar wa la dirar`, das Verbot von Verletzungen, welche wichtige Prinzipien des Islam sind, aufgrund deren Euthanasie und Selbstmord verboten sind, völlig ignoriert werden, wenn es um FGM geht. Als Pflicht gelten nur die Beschneidung der Männer und von Gott gewollte Körperstrafen.

Viele Stämme anderer Glaubensrichtungen berufen sich auf heilige Mythen als Grundlage für FGM.

Die Dogon in Westafrika betreiben FGM zum Beispiel um die Schuld des Menschen gegenüber der Erde zu begleichen. Gott hat den Menschen aus der Erde geschaffen und im Gegenzug dazu wird die Erde mit dem Blut des Menschen getränkt.

Nun hier noch einige andere Mutmaßungen, warum FGM zu befürworten sei:

- Schwangerschaft und Geburt würden erleichtert
- andernfalls würden Insekten in die Vagina eindringen
- die Klitoris gefährde Gesundheit und Leben all jener, die mit ihr in Berührung kämen, da sie giftig sei
- Unbeschnittene wären unfähig Kinder zu gebären
- Die Gebärmutter viele bei Unbeschnittenen heraus
- die gesamte gesundheitliche Konstitution würde erhalten und gebessert

Auch gibt es Ethnien, die die Frauen erst nach der Entbindung verstümmeln, um die Festigkeit der Vagina zu fördern.

Ich hoffe es ist aus den vorangegangenen Kapiteln ersichtlich, dass sich FGM keinesfalls positiv auf die gesundheitliche Konstitution, sowie Schwangerschaft, Geburt, Lustempfinden usw. ausübt. Die weibliche Genitalverstümmelung ist eine fundamentale Menschenrechtsverletzung, ein traumatisches Erlebnis für alle Betroffenen mit schwerwiegenden Folgen für Körper und Psyche. Desinformation und Unkenntnis können große Schäden bewirken.

5 FGM in Europa

5.1 Die Aktualität des Problems in Europa

Circa eine halbe Millionen Frauen sind in Europa von FGM betroffen, oder potenzielle Opfer von FGM und es werden durch die andauernde Immigration von Flüchtlingen immer mehr.[30]

In manchen europäischen Staaten gibt es genaue Statistiken über die Einwanderinnen, die aus Ländern kommen, in denen FGM praktiziert wird. Doch dies gilt nicht für alle Länder und viele Frauen wandern illegal ein, das heißt sie können auch nicht in die Statistiken mit einbezogen werden und dies wiederum bedeutet, dass 500.000 nur eine Midestzahl darstellt.[31]

Aber warum halten die Afrikaner/innen und auch Asiaten an diesem schrecklichen Brauch sogar in Europa, weit entfernt von ihrer Heimat, fest?

Ich möchte hier zunächst einmal die Lage beschreiben, in der sich die Immigranten befinden: Sie leben in ärmlichen Verhältnissen, können meist nicht lesen und schreiben (was besonders die Frauen betrifft) und können sich oft, vor allen Dingen anfangs, nur schwer verständigen, aufgrund der fremden Sprache. Auch begreifen viele nicht, warum sie sich einer Kultur anpassen sollten, in der es keinen wirklichen, für Afrikaner aber so wichtigen, Familienzusammenhalt mehr gibt, da diese immer mehr zersplittern. Einer Kultur, in der der Mensch nur so lange geduldet wird, solange er für die Wirtschaft förderlich und tragbar ist und die immer mehr von einer wirklichen Kultur verliert, da alles nur noch auf technischen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum ausgerichtet ist und kaum noch Traditionen gepflegt werden. Warum sollte man sich in eine Kultur integrieren, die es schon bald nicht mehr geben wird?

Akademische Grade werden in den europäischen Einwanderungsländern oft nicht anerkannt, das heißt die Immigranten müssen sich mit unterqualifizierter Arbeit, wenn überhaupt, zufrieden geben.[32]

Dies ist besonders bei den Männern der Fall. Im Gegensatz zu ihnen finden ihre Frauen oft schneller einen Job, zum Beispiel als Putzfrau oder Haushaltsangestellte. Den Männern wird durch die Arbeit ein wesentlicher Halt in ihrem Leben genommen. Sie werden aggressiv und beharren noch stärker auf Traditionen.[33]

Die Frauen verteidigen FGM, weil sie abhängig von ihren Männern sind. Sie versuchen über die Sexualität ihre Männer zufrieden zu stellen.[34] Aber FGM hängt nicht nur mit der Unterdrückung durch die Männer zusammen. Auch fühlen sich die Frauen diskriminiert und wollen sich durch das Beharren auf Bräuche zur Wehr setzen. 80% der nach Wien eingewanderten Afrikanerinnen fühlen sich hier nicht zu Hause und geben an wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft und ihres Geschlechts diskriminiert zu werden.

Die Vorstellungen die Europäer gegenüber Afrikanerinnen haben, sind oft stereotyp, sexistisch und rassistisch, was die Sache nicht gerade vereinfacht.

Die Aussage eines Österreichers zu diesem Punkt lautete 2001 folgendermaßen:

„Europäerinnen sind gut im Büro, Afrikanerinnen gut im Bett.“[35]

Ein weiterer Grund warum Mütter ihre Töchter verstümmeln lassen wollen ist, dass sie Angst haben die Mädchen an die Kultur des neuen Landes zu verlieren.[36]

Die Hauptursache warum FGM in Europa weiterhin betrieben wird, wird jedoch sein, dass die Afrikaner sich in der Fremde regelrecht an ihre Traditionen und Bräuche klammern, um ein Stück Heimat zu bewahren. Sie haben ihre eigenen Geschäfte und Freizeitclubs, ihre eigene Sprache und Kultur und so halten sie oft an Bräuchen fest, die in der Heimat schon längst verpöhnt sind.[37]

Ein weiteres großes Problem sind Zwangsverheiratungen. Mädchen werden aus ihrem normalen Alltag herausgerissen und von ihrem Mann `gefangen gehalten`. Ein Mann, den sie noch nie zuvor gesehen haben, dessentwillen sie sich aber verstümmeln haben lassen müssen. Denn es ist auch unter Afrikanern in Europa üblich, ihre Töchter verstümmeln zu lassen um deren Marktwert zu steigern.[38]

Für schon verstümmelte Frauen, die hier leben, ist es schwierig FGM abzulehnen und sich einzugestehen, dass es falsch ist, weil dann automatisch der Gedanke entsteht „meine Mutter hat mich nicht geliebt“.

Es bleibt nur zu hoffen, dass irgendwann eingesehen werden kann, dass die Mutter oder Großmutter einen Fehler gemacht hat. Sie wusste es einfach nicht besser und es hatte nichts mit dem Aspekt der Liebe zu tun.

FGM ist nach wie vor ein Tabu und durch die mangelnde Integration ist es schwer FGM zu bekämpfen. Die Afrikaner leben isoliert und entwurzelt und es fällt ihnen sehr schwer die Kultur des neuen Landes anzunehmen.[39]

Es gibt kaum Anzeigen obwohl Mädchen auf Heimaturlauben und sogar bei uns verstümmelt werden und die Organisationen, die die Einwanderer betreuen davon wissen. Diese haben aber Angst als Verräter zu gelten und ihren Kontakt zu den afrikanischen Gemeinden zu verlieren. Sie wären ihre Vertrauensposition los und es würde sehr schwer werden den Kontakt und das Vertrauen zu den Communities wieder aufzubauen.[40]

Eine Umfrage der „African Women`s Organisation“ in Wien zeigte, dass 30,5% der Afrikanerinnen ihre Töchter beschneiden lassen würden, über drei Viertel hiervon aus Gründen der Tradition, die Hälfte meinte es wäre gut für die Moral der Frau und ein Viertel denkt, die Frau habe durch FGM eine bessere Kontrolle über ihre Sexualität. Die meisten würden für den Eingriff nach Afrika fahren, doch 11,5% würden ihre Töchter in Europa verstümmeln lassen, 1,9% davon in Österreich und 9,6% in Deutschland und Holland.

Insgesamt gibt es 8000 verstümmelte Frauen in Österreich[41] und in Deutschland nimmt man an, dass es um die 30.000 Frauen sind, doch hier schwanken die Zahlen sehr, da es so viele Immigranten gibt und man nicht weiß, wie viele sich ohne Papiere in Deutschland aufhalten. Man glaubt, dass sich die Zahl der verstümmelten Frauen in Deutschland in den nächsten Jahren verdoppelt, da die Einwanderungen nach Deutschland ständig zunehmen.[42]

In Österreich und Deutschland gehört FGM erst seit 2004 zur Ärzteausbildung[43] und Mitte des 19. Jahrhunderts hat der Wiener Frauenarzt Gustav Braun das Wegschneiden der Klitoris sogar noch als Allheilmittel angepriesen.[44]

„Afrikanische Frauen werden verstümmelt, europäische Frauen legen sich freiwillig unters Messer“[45]

...denn es gibt inzwischen sogar schon Schönheitschirurgien, die sich auf Genitalien spezialisiert haben. Dutzende Kliniken in Deutschland und England bieten im Internet. Schamlippen- und Klitorisverkleinerungen, sowie Verkleinerungen des Schamhügels an. Laut Definition der WHO ist dies auch zu FGM zu zählen und demnach eigentlich in England verboten.[46] In Deutschland gibt es allerdings keine spezifischen Gesetze gegen FGM, daher ist zum Beispiel eine Klitorisverkleinerung völlig legal.[47]

Hier noch einmal zusammenfassend die Gründe, warum FGM in Europa betrieben wird:

- Um die Mädchen zu verheiraten
- Um ein Mitglied der Gemeinschaft zu werden
- Zur Verhinderung von Krankheit der Frau sowie ihrer Kinder
- Aus Angst vor der restlichen Familie

Doch wo werden die Eingriffe durchgeführt?

Schönheitskliniken sind hierfür, wenn man genug Geld besitzt, natürlich genau der richtige Ort. Aber auch viele Ärzte verstümmeln ohne Skrupel die zu ihnen gebrachten Mädchen. Traditionelle Beschneiderinnen sind wohl aber noch immer am begehrtesten. Die Telefonnummern der Kontakte werden innerhalb der Communities weitergereicht. Im Moment sind Amsterdam und Sheffield (Großbritannien) die billigsten Orte, um seine Töchter verstümmeln zu lassen und so kommen Mädchen aus ganz Europa hier hin.[48]

5.2 Strafrechtliche Ordnung

Die meisten Regierungen europäischer Staaten denken, dass die nationalen Strafgesetze der Körperverletzung ausreichen würden FGM zu verfolgen.[49]

Zu diesen Ländern gehören zum Beispiel Dänemark, Finnland, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Portugal, die Schweiz und Spanien, wobei das europäische Parlament Spanien dazu anhält, verstärkt Maßnahmen gegen FGM zu treffen, um die immigrierten Mädchen besser zu schützen.

Seit der Weltfrauenkonferenz 1995 wird FGM offiziell nicht mehr nur als kulturelle Praktik betrachtet. FGM wird seither als Menschenrechtsverletzung und Gewalt gegen das weibliche Geschlecht definiert. Manchen europäischen Staaten ist schon bewusst geworden, dass eine gesetzliche Regelung gegen FGM eine Signalwirkung haben könnte:

Belgien: Es besteht seit dem Jahre 2000 ein ausdrückliches Verbot gegen FGM.

Frankreich: In Frankreich ist FGM seit 1979 strafbar und es gab auch schon etliche Verhandlungen und Verurteilungen. Frankreich ist eines der fortschrittlichsten Länder, was die Aufklärung über FGM betrifft. Es wird Aufklärungsarbeit in den Schulen betrieben (die Eltern wissen hier natürlich nicht, über was aufgeklärt wird, sonst würden sie den betreffenden Kindern sehr wahrscheinlich verbieten weiterhin in die Schule zu gehen) und es gibt spezielle Nähkurse, in denen über FGM gesprochen wird (was wiederum vorher nicht angekündigt wird, um die Frauen nicht „abzuschrecken“).[50]

Großbritannien: 1985 wurde hier FGM ins Strafgesetzbuch aufgenommen. Es gab aber erst wenige Anklagen bezogen auf FGM. Jedoch gibt es in England spezielle Präventionsprogramme. Diese waren in den letzten 20 Jahren auf Somalis zugeschnitten, da diese zu 99% die Infibulation, also die stärkste Form der weiblichen Genitalverstümmelung, praktizier(t)en. Dies hatte zur Folge, dass viele Mädchen „nur“ noch nach der Sunna-Methode verstümmelt wurden, aber inzwischen aus ganz Europa Afrikaner nach England kommen, um ihre Töchter verstümmeln zu lassen.[51]

Norwegen: FGM, so wie Beihilfe und im Ausland begangene Taten sind seit 1995 ausdrücklich verboten.

Österreich: Hier ist FGM seit 2001 verboten, da es das sexuelle Empfinden der Frau beeinträchtigt. FGM gilt als Körperverletzung, die, auch, wenn die Frau selbst einwilligt, mit bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe geahndet wird.[52]

Schweden: 1982 wurde ein spezielles Gesetz gegen FGM erlassen, welches 1998/99 noch verschärft wurde. Seitdem sind auch Taten außerhalb des Landes strafbar. Es gab jedoch noch keine Verurteilungen.

Ergänzung:

In Deutschland gibt es bisher noch keine expliziten Gesetze gegen FGM außer dem der körperlichen Unversehrtheit. Sollte ein Arzt jedoch solch einen Eingriff vornehmen, drohen ihm bis zu fünf Jahre Berufsverbot. Es wurde allerdings noch nie jemand angeklagt und die Reinfibulation ist auch nicht strikt untersagt, wie es zum Beispiel in England der Fall ist. Auf Wunsch ihres Mannes darf eine Frau nach einer Geburt in Deutschland ohne weiteres wieder zugenäht werden. Auch sind sogenannte „FGM-Ferien“ (Mädchen werden in den Ferien in den Heimatländern verstümmelt) nur verboten, sollte das Kind die deutsche Staatsbürgerschaft haben, welche aber sehr schwer zu bekommen ist.[53]

1992 sorgte ein Vorschlag des niederländischen Gesundheitsministeriums für Aufruhr: Eine „nicht-verstümmelnde Form von FGM“ (ein kleiner Schnitt in die Klitoris, was laut Definition eigentlich die Sunna-Methode darstellt) sollte legalisiert werden, um bessere hygienische Verhältnisse zu sichern und immigrierte Somalis dazu zu bringen die Infibulation als solche aufzugeben. Starke Proteste aus dem Aus- sowie Inland führten zum Fallenlassen dieser Idee und 1993 gelang es der niederländischen Regierung eine klare Position gegenüber allen Formen von FGM zu vertreten. Und seit 2004 ist FGM endlich auch in den Niederlanden verboten. In- und auch Ausländer mit ständigem Wohnsitz in den Niederlanden, können bei Mitschuld oder Anstiftung einer auch im Ausland begangenen Tat verurteilt werden.[54]

In Österreich ist FGM noch kein offiziell anerkannter Asylgrund, aufgrund der fragwürdigen Glaubwürdigkeit der Frauen. Und auch in den anderen Ländern Europas sieht die Situation nicht viel besser aus; nirgendwo ist FGM automatisch ein Asylgrund, sogar Deutschland, das frauenspezifische Verfolgung als Asylgrund anerkennt, ist sich FGM betreffend nicht im Klaren. Das deutsche Rechtssystem ist in dieser Hinsicht recht chaotisch. Mal gewährt das Gericht einer Frau Asyl aufgrund von FGM und dann wieder nicht.[55]

In Österreich fand am 25.02.2006 eine gemeinsame Pressekonferenz von Gastinger und Waris Dirie statt, in welcher das Bundesministerium für Justiz ein Maßnahmenpaket gegen traditionsbedingte Gewalt verkündete. Dem zufolge ist Zwangsheirat nun auch durch Dritte anzeigbar und strafbar. Dritte, die die Zwangsheirat zulassen, bzw. einleiten sind ebenfalls strafbar. Nötigung zum Beischlaf gleicht einer Vergewaltigung oder geschlechtlichen Nötigung und kann demnach mit bis zu 10 Jahren (bei geschlechtlicher Nötigung mit bis zu fünf Jahren) Freiheitsstrafe geahndet werden. Derjenige, der das Opfer zur Vornahme oder Duldung des Beischlafs nötigt wird ebenfalls als Täter bezeichnet und kann demnach genauso verurteilt werden.

Auch für die Verbesserung des Opferschutzes wurden Maßnahmen getroffen. Opfer von Genitalverstümmelung haben künftig Anspruch auf:

- Kostenlose psychosoziale und juristische Prozessbegleitung
- Information über ihre Rechte im Verfahren und über geeignete Opferschutzeinrichtungen
- Verständigung über den Fortgang des Verfahren
- Mitwirkung (Anwesenheit bei parteiöffentlichen Beweisaufnahmen im Ermittlungsverfahren und in der Hauptverhandlung, sowie das Recht, Zeugen, Sachverständige und Beschuldigte zu befragen)
- Kontrolle (Akteneinsicht)
- Schonende Behandlung[56]

6 Internationale Initiativen gegen FGM

Es gibt weltweit Organisationen, die sich gegen FGM einsetzen, das heißt Aufklärungsarbeit in den betreffenden Gebieten leisten, versuchen potenzielle Opfer zu schützen und schon verstümmelten Frauen weitestgehend zu helfen. Diese NGOs oder CBOs wie man sie nennt sind seit den 70er Jahren, oft auch mit Hilfe staatlicher Unterstützung, aktiv.[57]

Neben der Waris Dirie Foundation, die ich am Anfang dieser Arbeit schon vorgestellt habe, möchte ich noch zwei weitere Initiativen kurz skizzieren und ein paar nur mit Namen nennen, da alle Organisationen mehr oder weniger das selbe tun, nur in anderen Gebieten.

6.1 TERRE DES FEMMES (TDF)- Menschenrechte für die Frau e.V.

- TDF wurde 1981 gegründet und hat ihren Sitz seit 1990 in Tübingen. Ihr Ziel ist ein selbstbestimmtes und freies Leben für Mädchen und Frauen.[58] 1983 fing TDF auch an sich mit FGM zu beschäftigen und war somit die erste Organisation in Deutschland, die sich mit diesem Thema auseinander setzte. Es entwickelte sich die AG Genitalverstümmelung, die sich inzwischen zwei Mal im Jahr trifft und deren Mitglieder (29 ehrenamtlich arbeitende Frauen unterschiedlicher Berufsgruppen aus ganz Deutschland) hier miteinander diskutieren, sich austauschen und gemeinsam Vorhaben gegen die Genitalverstümmelung an der Frau planen. TDF unterstützt Aktivitäten in Burkina Faso, Kenia und Tansania und stützt sich in Deutschland hauptsächlich auf die Öffentlichkeitsarbeit, um den Menschen näher zu bringen, dass FGM eine fundamentale Menschenrechtsverletzung ist und somit auch Hilfe gegen den Kampf gegen FGM zu gewinnen. TDF ist sehr darauf bedacht, Kontakt mit betroffenen und potenziellen Opfern herzustellen und zu halten, sowie mit Medizinern, für die in Bielefeld und Dortmund von TDF Fortbildungen angeboten werden. Es gibt nun schon eine Beratungsstelle für in Deutschland lebende betroffene bzw. Bedrohte Mädchen und Frauen in Berlin und eine in Frankfurt. Auch veröffentlichte TDF eine Broschüre über FGM in insgesamt sechs Sprachen, welche auch von Medizinern und Sozialarbeitern eingesetzt wird, sowie bei der Aufklärungsarbeit in Afrika.

Im Jahr 2000 entwickelte TDF einen Kinospot, der das Thema FGM vorsichtig angeht und welcher bis 2002 in über hundert Kinos in Deutschland gezeigt wurde.

6.2 FORWARD

FORWARD gibt es seit 1983 in London, seit 1994 in den USA und seit 1998 in Deutschland. In London gegründet von Efua Dorkenoo unterstützt FORWARD von FGM Betroffene, SozialarbeiterInnen und medizinisches Personal, um die Situation der Afrikanerinnen zu verbessern, sowie Aktionen in Afrika durch finanzielle Mittel. Erreicht wurde bis jetzt das Verbot von FGM in Großbritannien, die Ausrichtung der ersten Fachkonferenz über FGM in Europa und der westlichen Welt 1992 und die Einrichtung von Frauenkliniken, speziell für von FGM betroffene Frauen in London und Manchester.

In Deutschland will FORWARD vor allem die interkulturelle Verständigung fördern und die Bekämpfung von FGM durch Öffentlichkeitsarbeit, Beratung und Einrichtungen von Institutionen, die sich medizinisch und psychologisch um die Opfer kümmern fördern. Den internationalen Menschenrechtspreis der Ingrid-zu-Solms-Stiftung erhielt FORWARD Germany für Wochenendseminare, die die Organisation für in Deutschland lebende afrikanische Mädchen anbot, um mit ihnen über das Thema FGM zu diskutieren. Auch werden Aufklärungsveranstaltungen für bestimmte Zielgruppen veranstaltet und FORWARD Germany ist darüber hinaus auch in Äthiopien tätig.

FORWARD USA, von Meserak Ramsey gegründet, organisiert Informationskampagnen und versucht durch Beratung von Familienangehörigen potenzieller Opfer, Seminare und Workshops die Ausführung von FGM in den USA zu verhindern. Ein bis jetzt verbuchter Erfolg ist das Verbot von FGM in Kalifornien.

6.3 Weitere Initiativen

TOSTAN- amerikanische NGO, Sitz in Senegal.

(I)NTACT - in Saarbrücken gegründet, unterstützt Projekte in Afrika.

IAC - in Dakar/Senegal gegründet, Sitz in Äthiopien, Verbindungsbüro in Genf, aktiv in 26 afrikanischen so wie in drei europäischen Ländern.

EQUALITY NOW - New Yorker NGO[59].

C.A.M.S. - in Paris gegründet, besitzt Zweigstelle im Senegal.

AIDOS - italienische Organisation und in Italien sowie in Afrika aktiv.

Die aufgezählten sind nur ein Teil an Organisationen, die sich gegen FGM einsetzen und natürlich ist auch Amnesty International eine der Initiativen, die sich gegen FGM stark machen.

Nachwort

In Europa wird FGM erst richtig seit Waris Diries erstem Buch diskutiert[60] und dies ist meiner Meinung nach eine ziemlich erschreckende Tatsache.

Wenn ich mir überlege, wie lang es diese menschenverachtende Praktik schon gibt und wie viel schon hätte getan werden können um zu verhindern, dass weiterhin Frauen genital verstümmelt werden, bin ich sehr froh darüber, dass endlich eine Frau den Mut gefasst hat ihren Schmerz nieder zu schreiben und die Welt damit zu berühren.

Und ich bin froh darüber, dieses Thema für meine Fachbereichsarbeit gewählt zu haben. Je mehr ich mich mit der weiblichen Genitalverstümmelung beschäftigt habe, desto schockierter wurde ich. Am liebsten würde ich jedem Menschen, dem ich begegne einen Vortrag über dieses Thema halten, um sicher zu gehen, dass wirklich auf der ganzen Welt darüber geredet wird und so schon bald niemand mehr gefunden werden kann, der einem Mädchen oder einer Frau solch schreckliche Dinge antun würde. Dass aber schon einiges bewirkt wurde und dass es inzwischen sogar einen Tag gegen die weibliche Genitalverstümmelung gibt (der 31.Januar)[61], zeigt glaube ich, dass ein großes Engagement da ist und ich denke, es ist erst einmal das wichtigste, dieses beizubehalten und zu versuchen es so gut wie möglich auszuweiten.

Eine Fachbereichsarbeit zu schreiben, habe ich bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht bereut.

Ich habe gelernt mich mit einem Thema über einen längeren Zeitraum hinaus auseinander zu setzen und mir selbstständig Informationen und Material darüber zu beschaffen. Anfangs fiel es mir sehr schwer einen Anhaltspunkt zu finden, doch als ich die Bücher von Terre des Femmes und Waris Dirie gelesen hatte, war ich mit Begeisterung dabei, mir die wichtigsten Informationen heraus zu schreiben.

Ich möchte mich hiermit bei meiner Mutter bedanken, die mir immer wieder geduldig bei meinen Formulierungsproblemen half und ein ganz besonderes Dankeschön gilt natürlich auch Herrn Professor Seiser, der mir mit Rat und Tat beiseite stand und am Anfang sogar mehr Begeisterung für diese Arbeit und das Thema zeigte als ich.

Und für einen philosophischen Schluss hier noch ein kurzes Zitat von Leonardo da Vinci:

„Unkenntnis blendet und lässt uns in die Irre gehen. Oh, ihr elenden Sterblichen, öffnet die Augen.“[62]

Literaturverzeichnis

- ABDI Nura; Tränen im Sand; Bergisch Gladbach1 und 22005
- Bundesministerium für Justiz; online im Internet; http://www.justiz.gv.at/service/content.php?nav=65&id=290 (2006-03-01)
- DIRIE Waris; Nomadentochter; München 22002
- DIRIE Waris; Schmerzenskinder; Berlin 2005
- DIRIE Waris; Wüstenblume; München 122003
- HIRSI ALI Ayaan; Ich klage an. Plädoyer für die Befreiung der muslimischen Frauen; München 2005
- KASSINDJA Fauziya; Niemand sieht dich, wenn du weinst; München 2000
- Redaktion von ORF Religion; online im Internet; http://religion.orf.at/projekt02/news/0411/ne041124_dirie_fr.htm (2006-03-02)
- Stw. Verstümmelung, genitale in; Pschyrembel Klinisches Wörterbuch; Berlin 2602004
- Terre des Femmes; online im Internet: http://www.terre-des-femmes.de (2005-12-26)
- TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele. Weibliche Genitalverstümmelung- Eine fundermentale Menschenrechtsverletzung; Frankfurt am Main 2003
- Wikipedia; online im Internet; http://de.wikipedia.org/wiki/Waris_Dirie (2006-03-03)

Protokoll

Anfang der 7. Klasse: Entschluss eine FBA zu schreiben-> Einführungskurs besucht

Ende der 7. Klasse: Themenwahl und wiederum den Einführungskurs besucht

Sommerferien 2005: Informationen zusammen gesucht, Bücher gelesen

1. Semester der 8. Klasse: Bücher und Zeitungsartikel gelesen, angefangen zu schreiben

Weihnachtsferien: geschrieben

Ende Februar 2006: Arbeit fertig gestellt

Am 02.März 2006 abgegeben

[...]


[1] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele. Weibliche Genitalverstümmelung- Eine fundamentale Menschenrechtsverletzung; Frankfurt am Main,16

[2] Wikipedia; online im Internet; http://de.wikipedia.org/wiki/Waris_Dirie (2006-03-03)

[3] Redaktion von ORF Religion; online im Internet; http://religion.orf.at/projekt02/news/0411/ne041124_dirie_fr.htm (2006-03-02)

[4] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003;25f

[5] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003;26ff

[6] ABDI; Tränen im Sand; 2005; 65ff

[7] ABDI; Tränen im Sand; 2005; 69

[8] KASSINDJA Fauziya; Niemand sieht dich, wenn du weinst; München 2000; 273

[9] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003; 67f

[10] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003; 68f

[11] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003; 71ff

[12] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003; 73ff

[13] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003; 76

[14] ABDI Nura; Tränen im Sand. Bergisch Gladbach1 und 2 2005,66ff

[15] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003;30ff

[16] DIRIE Waris; Schmerzenskinder; Berlin 2005; 45ff

[17] DIRIE; Schmerzenskinder; 2005; 32

[18] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003; 203ff

[19] Stw. Verstümmelung, genitale in; Pschyrembel Klinisches Wörterbuch; Berlin 2602004, 1923

[20] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003; 57f

[21] Terre des Femmes; online im Internet: http://www.terre-des-femmes.de (2005-12-26)

[22] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 191

[23] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 120

[24] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003; 39ff

[25] KASSINDJA Fauziya; Niemand sieht dich, wenn du weinst; München 2000; 443

[26] KASSINDJA Fauziya; Niemand sieht dich, wenn du weinst; München 2000; 442

[27] Hadithe sind die zweit wichtigste Quelle für die islamischen Gelehrten. Sie enthalten Empfehlungen, wie ein Moslem leben sollte. Kann man die Kette der Überlieferer der Hadithe bis hin zum Propheten Mohammed zurück verfolgen, werden sie als stark bezeichnet. Andernfalls, das heißt wenn die Ernsthaftigkeit eines Überlieferers angezweifelt wird oder die Überlieferungskette Lücken aufweist, gilt der Hadith als schwach.

[28] DIRIE; Schmerzenskinder; 2005; 186

[29] DIRIE; Schmerzenskinder;2005;187

[30] DIRIE Waris; Schmerzenskinder; Berlin 2005

[31] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 17

[32] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 112f

[33] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 113

[34] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 32

[35] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 31

[36] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 132

[37] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 54

[38] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 73

[39] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 111f

[40] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 28f

[41] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 28f

[42] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 120

[43] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 141

[44] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 157

[45] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 164

[46] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 159f

[47] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 121

[48] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 169f

[49] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003; 187ff

[50] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 69f

[51] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 117

[52] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 26f

[53] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 121

[54] HIRSI ALI Ayaan; Ich klage an. Plädoyer für die Befreiung der muslimischen Frauen; München 2005;163f

[55] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 34/40

[56] Bundesministerium für Justiz; online im Internet; http://www.justiz.gv.at/service/content.php?nav=65&id=290 (2006-03-01)

[57] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003; 168ff

[58] TERRE DES FEMMES; Schnitt in die Seele; 2003; 159ff

[59] vgl. auch: KASSINDJA Fauziya; Niemand sieht dich, wenn du weinst; München 2000

[60] DIRIE; Schmerzenskinder;2005; 35

[61] ZAUNER Karin; Verstümmelt und verstoßen; in; Salzburger Nachrichten (2006-1-31); Salzburg 2006, 3

[62] BROWN Dan; Sakrileg; Bergisch Gladbach 2004; 317

Details

Seiten
39
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640083541
DOI
10.3239/9783640083541
Dateigröße
866 KB
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2006 (Juni)
Note
1
Schlagworte
Weibliche Genitalverstümmelung Afrika Europa

Autor

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Titel: Weibliche Genitalverstümmelung in Afrika und Europa