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Nationalismus und Gewerkschaftsbewegung in Nigeria - vor der Unabhängigkeit (1960) und in der letzten Dekade (1994-2004)

von Andreas Förster (Autor) Cornelia Lemke (Autor)

Hausarbeit 2004 29 Seiten

Afrikawissenschaften - Kultur und Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Gewerkschaften in Nigeria (1930/1945 bis 1960)

Afrikanischer Nationalismus in Nigeria

Jüngste Entwicklungen in der vergangenen Dekade

Resümee

Quellen

Einleitung

Bald wird es ein halbes Jahrhundert her sein, dass das Gros der europäi­schen Kolonien in Afrika in die nationalstaatliche Unabhängigkeit überführt wurde. Als nach dem Zweiten Weltkrieg deutlich wurde, dass die Kolonialrei­che nicht zu halten waren, vermeinten nicht nur afrikanische Nationalisten, ein neues Zeitalter dämmern zu sehen. Doch der „klassische“ Kolonialismus ist ein Produkt der europäischen Moderne, das auch seine Widersacher formte[1] – ganz wie in Europa lassen sich in ihm die Spuren des „langen“ (19.) des „kurzen [20.] Jahrhunderts“ (E. Hobsbawm) nachzeichnen.

Der Kalte Krieg war dabei ein bedeutendes ideologisches Element, in dem Kontinuitäten „verschwanden“ und Brüche entlang der Blöcke konstruiert wur­den. Die Wirklichkeit aber zerbrach in der zweiten Hälfte des 20. Jahr­hun­derts eine Reihe dieser Vorstellungen: die Einzigartigkeit Afrikas zum Bei­spiel, an die einerseits koloniale Herrschaftsansprüche, andererseits pan­afrikanische Glücksversprechen gebunden waren. Seit 30 Jahren wird of­fen­bar, dass in Afrika nach dem kolonialen auch das nationale Projekt keine Perspektive mehr hat. Von „failing states“ ist die Rede, die Souverä­nität des Nationalstaats wird – affirmativ, skeptisch oder nostalgisch - in Zwei­fel gezogen; freilich marginal bleibt die These vom „Ende der Ent­wick­lungs­diktaturen“[2]. Nach gut 40 Jahren Unabhängigkeit ist die Dichotomie zwi­schen europäischem Kolonialismus und afrikanischem Nationalismus zu überdenken.

In der historischen Perspektive nach 1989/91, im Kontext der aktuellen Probleme Afrikas und der Krise der Weltwirtschaft scheint nun eine Kon­stante auf: Kapitalismus. Daher wollen wir uns in dieser Arbeit dem Werde­gang afrikanischer Gewerkschaften in Nigeria widmen. Uns interessiert, ob die nigerianischen Gewerkschaf­ten aus ihrer Geschichte und ihrem Umfeld heraus in der Lage sind/sein wer­den, den Herausforderungen der kapitalisti­schen Globalisierung zu ant­wor­ten. Denn die Parallelen zweier Zeitalter sind nicht zu übersehen. Vor 120 Jahren wurden, laut Hobson[3], drei Problemfel­der des Kapitalkreislaufes zum Movens der europäischen Kolonial­politik, die heute wieder akut sind: Über­produktion, Surplus-Kapital und Konsumschwäche.

Im ersten Teil (Förster) werden wir die Entstehung der gewerk­schaftlichen Mas­senbewegung beleuchten, anschließend (Lemke) die Entwick­lung des nige­riani­schen Nationalismus nachzeichnen. Im dritten Teil (beide) werden wir die aktuelle Situation betrachten und abschließend versuchen, Brüche und Kon­stanten sichtbar zu machen.

Gewerkschaften in Nigeria (1930/1945-1960)

Erst mit der kolonialen Expansion[4] tritt in Afrika das Phänomen der Lohn­arbeit auf. Im Ausmaß anfangs recht bescheiden, hält damit die moderne, entfremdete Gesellschaft Einzug in die feudalen und tribalen Gesellschaften des afrikanischen Kontinents, die auch in Nigeria noch weitgehend von der kollektiven Subsistenzwirtschaft geprägt waren[5].

Als 1900 die Charta der Royal Niger Company widerrufen wird und die briti­sche Regierung selbst die Verwaltung der Dependenzen in Nord- und Süd­nigeria übernimmt, steht vor allem ein Projekt auf dem Plan: die Erschließung des Hinterlandes durch den Ausbau moderner Infrastruktur. Für diese Linie steht der erste Generalgouverneur Nigerias, Lord Lugard[6], der auch für das Konzept indirect rule verantwortlich zeichnet. Mit dem Bau von Eisenbahn- und Hafenanlagen sowie der Einrichtung eines Telegraphennetzes steigt die Zahl der Arbeiter des öffentlichen Dienstes, dem größten und primären Sektor der nigerianischen Wirtschaft[7], stark an. Die ersten nigeria­nischen Arbeiter werden, unter traditioneller Herrschaft, von Chiefs vermittelt[8] – es sind dies zunächst Menschen, die aus der Gesellschaft ausge­schlossen waren bzw. werden sollten. Ähnlich wie bei den Missions­schulen, stellt sich aber bald die Bedeutung dieser neuen Institutionen heraus. Junge Männer suchen nun zunehmend, die Lohnarbeit zu nutzen, um sich aus der patriarchalischen Herrschaft der alten Männer zu befreien[9]. Der anhaltende Bezug zum Dorf Anfang des 20. Jahrhunderts jedoch ist durchaus ambivalent: Einerseits ist es dem Kapital so möglich, Wanderarbeitern weni­ger zu zahlen „than the true social cost of their subsistence“[10] – die Diffe­renz begleicht die agrarische Subsistenzwirtschaft, die vor allem von Frauen getragen wird. Andererseits ist afrikanische Arbeitskraft dadurch nicht frei, sondern „only in small time units“[11] verfügbar, und auch zur Arbeit abseits der Heimat sind Afrikaner nur schwer zu bewegen[12]. Solange der Lohn nichts weiter ist als ein bäuerliches Zusatzeinkommen[13], halten sich sowohl die Forderungen der Arbeiter in Grenzen, als auch ihre Fügsam­keit durch Abhängigkeit. Lugard rät daher in seinem Bluebook von 1914 zum individuellen Arbeitsverhältnis ohne Vermittlung durch Chiefs und favori­siert das Akkordsystem. Die Kolonialmacht Großbritannien wirkt aktiv an dem Prozess mit, dem sie sich einige Jahre später als „detribalization“ gegen­über sehen wird.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die Bedeutung von Geld und Lohnarbeit beträchtlich gestiegen - denn der vergleichsweise hohe Lebensstan­dard der frühen Lohnarbeiter machte diesen Wirtschaftssektor attrak­tiv[14]. Nigeria wurde zunehmend in die kapitalistische Weltwirtschaft integriert[15]. Anders formuliert: „Die Erzeugung von cash crops [...] integrier­te weite Teile der Bevölkerung in ein System von Angebot und Nach­frage, das abhängig war von Personen und Ereignissen weit außerhalb der eige­nen Welt.“[16] Damit verbunden waren Urbanisierung und Industrialisierung – in nur 16 Jahren verdoppelt sich die Einwohnerzahl von Lagos[17]. In den urbanen Zentren haben Gewerkschaften freilich mehr Unterstützung als auf dem Land.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hält die starke Inflation an, was der ni­geriani­schen Kolonialverwaltung zwar die Tilgung der Schulden erleichtert, die aus kreditfinanzierten Investitionen nach dem Ersten Weltkrieg herrüh­ren, aber so werden auch Einkommenssteigerungen notwendig. Bereits zwischen 1939 und 1941 waren wichtige Preise stark gestiegen[18] – die African Civil Ser­vants Technical Workers’ Union (ACSTWU) initiierte daher eine Kampagne für eine Cost of Living Allowance (COLA), die im Juli 1941 von der Regierung bewil­ligt wird. Bei der Ordnung der Wirtschaft hatte der koloniale Staat keine unbedeutende Rolle, sondern flankierte offensiv die kapitalistische Wirt­schaftsweise. Für Infrastrukturmaßnahmen wurden einheimische Arbeits­kräfte zwangsweise herangezogen, die Zinnverarbeitung war gesetzlich bei Kolonial­unternehmen monopolisiert[19]. Insgesamt kontrollieren also wenige Firmen die nigerianische Wirtschaft. Gegenüber der bäuerlichen Bevölkerung tritt der Staat selbst als Monopol auf. Während des Zweiten Weltkrieges als Nothilfe-maßnahme[20] eingeführt, werden die marketing boards [21], auch nach 1945 von der Verwaltung aufrecht erhalten. So ist der Handel mit den wich­tigsten Agrar-produkten voll unter staatlicher Kontrolle - 1954 an die Teil­staaten über-tragen. Auch die Überantwortung an nigerianische Politiker än­dert nichts an der Lage der Produzenten, weiterhin wird (ungeachtet stei­gender Weltmarkt-preise) zu niedrigen Preisen aufgekauft[22]. 1960 schließlich, ist „der Staat der wichtigste Träger von Finanzierung und Aufträgen“[23] für die Wirtschaft.

Seit Beginn des Jahrhunderts hat auch die Stärke der Arbeiter zugenommen. Diese entwickelt sich entlang der selben Vektoren wie überall sonst in der kapitalistischen Welt[24] – mangels großer Industriebetriebe, kam den Verkehrs­arbeitern in Häfen und Bahnhöfen, aber auch den Minenarbeitern die wichtigste Rolle zu. So wird der erste belegte Streik in Nigeria 1921 von Handwerkern und Technikern der Nigerian Railway geführt – und gewonnen[25]. Obwohl auch Gewerkschaftsführer auf traditionelle Agitation zurückgreifen[26], „the idea of ‚tribal’ Africa was losing its usefulness“[27]. Spätestens mit der Streikwelle Mitte der 1930er, die das gesamte Empire erfasst, stellt sich die „Labour Question“ ganz eindeutig und in der folgenden Dekade geht eine Revolution des kolonialen Denkens vonstatten, die die tief greifenden Umwälzungen der afrikanischen Gesellschaften reflektiert.[28]

Gleichwohl die Gewerkschaften schwach, kaum mehr als ein „petition-writing body“[29] sind, stellen sie doch einen neuen gesellschaftlichen Zusammenhang dar, dessen Tragweite unabsehbar ist. Frühes Thema der nigerianischen Gewerkschaften war beispielsweise die rassistische Diskriminierung – weni­ger Lohn, weniger soziale Mobilität - am Arbeitsplatz, wogegen bereits seit 1919 mobilisiert wird. Hier findet sich der Anknüpfungspunkt für die junge afrikanische Nationalbewegung, die sich auf dem ersten National Congress of West Africa (1920) ebenfalls diesem Problem widmet. Der Mangel formeller Organisationen hindert die Arbeiter jedoch nicht, aktiv zu werden, mit Streik zu drohen und Streiks zu führen, um ihre Forderungen durchzusetzen[30]. Aus Konflikten entstehen gar erst dauerhafte Beziehungen. So wird (1931) die Railway Workers’ Union (RWU) gegründet, nachdem das Management ein Verspre­chen brach, zu dem es sich angesichts einer spontanen Arbeitsniederlegung genötigt sah. Hafenarbeiter gründen eine weitere Gewerkschaft (NMAWU) im öffentlichen Sektor, dessen überragende Bedeutung sicher ein Spezifikum des Kolonialkapitalismus darstellt. Im September 1941 hat sich ein Michael A. O. Imoudu – später RWU-Präsident und ACSTWU-Vizepräsident - als Anführer einer spontanen Protestdemonstration von 3.000 Bahnarbeitern hervorgetan und wird in den folgenden Monaten immer wieder in Auseinander­setzungen um die alltägliche Diskriminierung verwickelt. Laut Ananaba[31] ver­breitet sich nach der erfolgreichen Demonstration von 1941 unter den Eisenbahnarbeitern die Annahme „that the best and most effective method of prosecuting trade union demands is coercion“, anders formuliert: direkte Aktion.

Die Gegenstrategie der Kolonialverwaltung ist janusköpfig: Annäherung einerseits, Repression andererseits. Lord Passfield, Staatssekretär für die Kolonien, betrachtet Gewerkschaften in Afrika – die auch vom britischen Dachverband TUC unterstützt werden[32] – bereits 1930 als „natural and legiti­mate consequence of social and industrial progress“[33]. Mit der Einrichtung von Kommissionen und der Aufnahme von Verhandlungen kommt die Verwaltung den Gewerkschaftsführern entgegen. Die Integration der Gewerkschaften wird 1939 über die Einrichtung von Kommissionen und Verhandlungen hinaus fortge­führt, indem mit der Trade Union Ordinance Gewerkschaften in Nigeria offi­ziell anerkannt und kollektive Verhandlungen – registrierter Organisationen – legalisiert werden[34]. Die organisierte Arbeiterschaft wächst 1941 um ein vielfaches von 4.629 auf 17.521 Mitglieder in den registrierten Gewerk­schaften[35] und unterhält über den Trade Union Congress of Nigeria (TUCN) seit 1943 institutionalisierte Beziehun­gen mit dem nigerianischen Labour Department [36]. Diese monatlichen Treffen sind jedoch nicht als „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ im Sinn des deutschen Rechtsbegriffs zu beschreiben.[37] Zeitgleich geht die Regierung nämlich auch gegen die Arbeiterbewegung vor, etwa mit der Zensur des „Nige­rian Worker“[38], weil die Publikation dazu beitrage „[to] encou­rage discontent against the Government of Nigeria“[39]. Außerdem gilt, wie in Kriegszeiten üblich, seit 1941 in Form der Nigeria General Defense Regulation eine besondere Beschränkung der Gewerkschaftsfreiheit. Demnach sind etwa Techniker „essential workers“, denen eine Gefängnisstrafe droht, sollten sie nicht bis zu 77 Stunden pro Woche arbeiten[40].

Von „Klassenkampf“ ist in der Gewerkschaftsbewegung Nigerias erst nach 1945 die Rede – freilich in Anlehnung an die UdSSR. So formulierte noch 1941 die Generalversammlung der Gewerkschaft ACSTWU[41] als Ziel „to protect the interests of African technical workers and establish better understan­ding between them and the Nigerian government.“[42] Die seit November 1942 bestehende FTU (seit Juli 1943 TUC) schränkte ihre Loyalität zur Regierung schon ein, nämlich „as long as the latter acted in the best interest of the people“[43]. Außerdem forderte die TUC[44] 1943 die Verstaatlichung der Minen und eine Vertretung der Arbeiter im Legislative Council – seit 1923 bereits können jene Nigerianer insgesamt vier Vertreter wählen, die mehr als £ 100 pro Jahr verdienen.[45]

Das koloniale Denken über Afrika ist noch lange geprägt von der „tribalen Kultur“ und der ungebrochenen Autorität traditioneller Herrschaft.[46] Das urbane und proletarische afrikanische Leben kann daher nur negativ ge­fasst werden: detribalized [47].

Durch die wirtschaftlichen und administrativen Kategorien ist den Gewerkschaften eine nationale Bezugnahme nahe ge­legt. Zumal sie sich von einer solchen Argumentation – etwa die Warnung vor einer „fast approaching national disintegration“[48] 1945 – mehr Gewicht ver­sprechen, indem sie auch andere Bevölkerungsteile in ihre Sorgen integrier­en. Wenn der Klassenkampf auch in den Gewerkschaften vor allem als Teil­aspekt einer Rassenauseinandersetzung begriffen worden sein mag, hatte die wirtschaftliche Entwicklung doch prägenden Einfluss auf die Gewerkschaften in Nigeria. Im Frühjahr 1945 nimmt ein gewerkschaftsübergreifendes Joint Committee die Forderungen nach einer Revision der Löhne, wie von Gouverneur Bourdillon 1944 versprochen, wieder auf und setzt der Regierung ein Ultima­tum bis 21. Juni 1945. Diese untersteht nun aber Gouverneur A. F. Richards, der jede Forderung als unnötige politische Agitation ablehnt[49]. Außerdem erlässt die Regierung Richards vier „obnoxious bills“, die das Eigentum an Land und Rohstoffen der britischen Krone übertragen und die längst gängige Praxis des Gouverneurs legalisiert, die Chiefs zu ernennen und abzusetzen. Hinzu kommt die im März 1945 vorgelegte und vom Legislative Council ab­genickte Verfassungsreform, die keiner Partei vorgelegt worden war[50]. Zu diesem Zeitpunkt ist Richards bereits als autoritär bekannt und hatte mit seinem harten Vorgehen gegen Studentenproteste 1944 den Anlass zum Grün­dungstreffen des NNC (später NCNC) gegeben, dem später auch der TUC als Kollektivmitglied angehört[51]. Am 22. Juni 1945 beginnt um 0 Uhr der erste Generalstreik in Nigeria, der Lagos für 44 Tage, die Provinzen bis zu 52 Tage lang lahm legen und dennoch scheitern sollte. Schätzungen über die Be­teiligung variieren stark, nach offiziellen Angaben wurde der Ausstand von 43.000 Arbeitern, davon 41.000 im öffentlichen Dienst, unterstützt. Betrof­fen sind vor allem die Branchen des Transports und der Telekommunikation, während Strom und Krankenversorgung gewährleistet bleiben.[52] Die Härte, die die Regierung zeigte, wird von der nigerianischen Öffentlichkeit, die dem Streik viel Sympathie entgegen bringt, als „persecution against Nnamdi Azikiwe and his newspapers“[53] interpretiert. Der Streik scheitert – und die Gewerkschaftsführung kehrt, nachdem sie sich von der Kolonialverwaltung noch mehrere Wochen hinhalten ließ, an den Verhandlungstisch zurück.

Zwar war etwa die Kohleproduktion in Nigeria - nicht zuletzt aufgrund des erhöhten Rohstoffbedarfs im Zweiten Weltkrieg - von 1937 bis 1953 fast verdoppelt worden[54], exportiert werden aber vor allem agrarische Produkte wie Erdnüsse, Kakao, Palmöl, Bananen, Häute, Holz, Baumwolle und Gummi.[55] Für industriell gewonnene und exportierte Rohstoffe wie Zinnerz und Kolumbit existieren in Nigeria ebenfalls keine verarbeitenden Betriebe. Die nigerianischen Exportgüter sind starken Preisschwankungen auf dem Weltmarkt unterworfen.[56] In der Folge üben sich Regierung und Gewerkschaften in der Einhegung der Konflikte – obwohl es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt[57], bleiben die Gewerkschaftsführer im Dialog, und nutzen die Basisbewegung als Sprungbrett für den eigenen gesellschaftlichen Einfluss.

Afrikanischer Nationalismus in Nigeria

Der Kolonialismus hatte mit der Lohnarbeit quasi auch die Gewerkschaften initiiert, und stand ebenso beim Nationalismus Pate. Afrikaner bildeten einen wichtigen Teil der Kolonialverwaltung. Sie werden, um Korruption zu vermeiden, nicht in ihren jeweiligen Heimatregionen ausgebildet und entwik­kelten so eine Vorstellung von ganz Nigeria[58]. Als westlich gebil­dete Elite, aufmerksame Schüler, wenden sie sich bald gegen die rassisti­sche Diskriminierung im öffentlichen wie privaten Sektor.

Zwar versteht sich der Nationalismus ideologisch als Widerstandsbewegung gegen die Kolonialherrschaft, die den Afrikanern die Befreiung bringen sollte[59], in der Praxis aber ist er das Programm neu entstehender europäisch gebildeter Gruppen, die an die Spitze der sozialen Hierarchie streben. So befindet der nigerianische Nationalist Obafemi Awolowo 1947, dass „only an insignificant minority have any political awareness“ und „this articulate minority are destined to rule the country“.[60]

Interessanterweise wurde der nigerianische Nationalismus von zwei Nicht-Nige­rianern begründet. Der eine, Edward Wilmot Blyden, erlangt durch seine Schriften große Berühmtheit und sieht sich selbst als „pure negro“[61]. Der andere ist John Payne Jackson, ebenfalls aus Liberia[62]. Die Schriften der beiden benennen die Hauptthemen der späteren nationalistischen Ideolo­gie. Während Blyden sich vor allem mit dem kulturellen Nationalismus befasst, betont Jackson die politischen Aspekte des Nationalismus – beiden war die Marx’sche Analyse, die in den Industriestaaten Grundlage der Gewerkschafts-bewegung gewesen war, fremd.[63] Von 1891 bis in die 30er Jahre bringt Jackson den „Lagos Weekly Record“ heraus. Darin propagiert er uner­müdlich ein rassisches Bewusstsein.[64] Über 40 Jahre lang agitiert der Record zur Verteidigung der (West)Afrikaner gegen die weiße „Fremdherrschaft“.[65] Im Verlauf des Ersten Weltkriegs gibt vor allem die Äußerung Lloyd Georges 1918 dem Nationalismus neue Nahrung, dass das Prinzip der Selbstverwaltung auf Kolonien anwendbar wäre.[66] Weiterhin stimuliert der Erste Panafrikani­sche Kongress in Paris 1918-1919, obwohl dort nur mehr Mitbestimmung einge­fordert wurde, die Verbreitung nationaler Ideen, daran hatten auch die westafrikanischen Studenten in Großbritannien großen Anteil. Diesen Effekt verstärkt das Aufkommen der rassenbewussten Garvey-Bewegung in den USA noch. Als Ergebnis einer Konferenz afrikanischer Nationalisten in Accra 1920, wird von einigen gebildeten Afrikanern der National Congress of Bri­tish West Africa gegründet. Dieser vertritt das europäisierte städtische (Klein-)Bürgertum und fordert politische Mitbestimmung, die Beseitigung von Rassenschranken und die Errichtung einer Universität.[67] Unterstützung für den NCBWA kam eher aus Sierra Leone und der Goldküste als aus Nigeria.[68]

Mit der Einführung einer neuen Verfassung 1923 riefen die drei wählbaren Posten in Lagos ein unerwartetes politisches Erwachen hervor. Es entstehen zwei neue Parteien und fünf Zeitungen. Unter der Führung Macaulay's entwikkelt sich die Nigerian National Democratic Party (NNDP) zur mächtigsten Gruppe und bleibt dies bis 1938.[69] In der Zeit der frühen zwanzi­ger Jahre bis in die späten Dreißiger Jahre gibt es im restlichen Nigeria indes vergleichsweise wenig nationalistische Aktivitäten.[70] So kommt es in den Städten zu einem starken Anstieg von Organisationen und Vereinigungen, wie Zusammenschlüssen aus wirtschaftlichen Interessen oder als Stammesorganisa­tion. Dieser Ausdifferenzierungsprozess wird von einem, teils widersprüch­lichen Integra­tionsprozess begleitet. Die entstandenen Organisationen schließen sich zu landesweiten Vernetzungen zusammen und im NCNC finden schließlich moderne und traditionale Organisationen zueinander.[71] Dafür hatte sich vor allem Solanke, Führer der studentischen WASU, eingesetzt – im Gegenzug steht die WASU unter der Patronage verschiedener traditioneller Autoritäten, so bei­spielsweise des Emirs von Kano.[72] Ein panafrikanisch inspirierter Nationalismus ist das unabdingbare Bindeglied.

Dabei geht es den Nationalisten vor 1945 nicht um Nationalstaaten, sondern das überragende Kriterium ist – gemäß der Rassenideologie - die Hautfarbe.[73]

Im Zweiten Weltkrieg ist es wieder eine Verlautbarung der europäi­schen Mächte, die den Nationalismus anheizt: die Atlantik-Charta und das darin formulierte Selbstbestimmungsrecht der Völker.[74] Die beiden neuen füh­renden Weltmächte, die USA und die UdSSR haben freilich eigene, imperiale Gründe, eine antikoloniale Politik zu betreiben.[75] Die UNO sollte, von den USA gestützt, in den darauf folgenden Jahren zu einer treibenden Kraft des afrikanischen Nationalismus werden, da sie den Wortführern der Koloniali­sierten eine Bühne zur Welt bot. Nicht zuletzt durch die UNO erlangen afrikanische Politiker wie Nkrumah, Kenyatta, Azikiwe, Houphouet-Boigny, Mandela und andere, Weltruhm.[76] Der Einfluss der UdSSR verbreitet sich vor­rangig durch die Gewerkschaften und/oder kommunistischen Parteien. Daneben entstehen nach 1945 politische Parteien zu Hunderten, teilweise bringt sich auch die traditionelle Obrigkeit ins Spiel, indem Häuptlinge sich oder ihre Kinder als Kandidaten oder Schirmherren zur Verfügung stellen.[77] Aufschwung erhalten die Parteien durch mehrere Faktoren, wie das Recht auf freie Rede und Versammlung, die Pressefreiheit und die Einführung moderner Verkehrs­mittel - der Einsatz des Fuhrparks ist ein strategischer Schlüssel zum Wahlerfolg.[78]

Die politischen Parteien lassen sich grob in drei Formen einteilen: Par­teien der Notabeln, Massenparteien und Parteien der Beamten. Die Ersteren werden von Leuten mit dynastischer Legitimität angeführt, deren Stellung von Geburt, religiösem Bekenntnis und wirtschaftlicher Macht be­stimmt ist. Die Masse unterwirft sich ihnen im gewohnten Vasallenreflex, eine Partei dieses Typs war z.B. der Congrès des peuples du Nord im süd­lichen Nigeria mit dem Sarduna von Sokoto als Kultfigur.[79] Die Massen­parteien führen das Mandatssystem ein und es entstehen Parteimaschinerien mit einem Kern von Professionellen und Aktivisten, die die Verbindung zur Masse sichern. Die Beamtenparteien sind am wenigsten verbreitet, ihre Doktrin und ihr Bildungsstand verhindern einen breiten Unterbau. Die Basis­strukturen der Massenparteien sind Komitees der Stadtviertel oder Dörfer, wobei Nachbar-schaftssolidarität recht weit verbreitet ist. Als Zwischen­strukturen dienen regionale Komitees, aus denen oft die politischen Führer und Aktivisten rekrutiert werden. Über diesen steht die Parteiführung. Da viele der Mit-glieder Analphabeten sind und so die engagierte Rede eine Vor­rangstellung im politischen Handeln einnimmt, entwickelt sich oft ein Per­sonenkult. Die jeweiligen Anführer haben durch die nicht schriftlich fixierten Statuten der Partei diesbezüglich recht große Freiheiten.[80] Jugend­liche und Frauen werden durch soziale Bande in die Partei integriert, können in der Regel in leitende bzw. sozial bedeutsame Positionen aufstei­gen und vor allem Frauen betreiben als Händlerinnen wirkungsvolle Agitation.

Einer der wichtigsten Figuren für Nigeria ist Nnamdi Azikiwe[81], Chefredak­teur des West African Pilot, einer der führenden nationalistischen Zeitun­gen für ganz Nigeria zwischen 1937 und 1945. Insgesamt spielen Zeitungen und Zeitschriften eine wichtige Rolle für die Entstehung des politischen und rassistischen Bewusstseins.[82] Durch die flammenden Artikel bekommen die Leser den Eindruck, 15 Millionen Afroamerikaner seien an der Seite der Nationalisten.[83] Azikiwe, einer der führenden Nationalisten in Nigeria, wird der Erste Präsident der Bundesrepublik. Er hatte als erster Nigerianer in den USA studiert, nach seiner Rückkehr 1934 eine Zeitungskette aufgebaut und war mit Hilfe des Nigerian Youth Mouvement (NYM) zum nationalistischen Führer geworden. Das NYM[84] ist die erste nigeriaweite multitribale nationalis­tische Organisation in Nigeria[85], vertritt einen panafrikani­schen, stammesübergreifenden Standpunkt und hat besonders auf Jugendliche in den Städten einen starken Einfluss.[86] Die NYM ändert nach und nach ihren Standpunkt und entwickelt schließlich dieselbe autonomistische und auf wirtschaftliche Probleme konzentrierte Haltung wie die ethnisch-kulturelle Yoruba-Vereinigung des Anwalts und Unternehmers Awolowo.[87] 1945 führt Gouver­neur Richards eine neue, nie ratifizierte Verfassung ein, die die Bildung einer föderativen Kammer einschließt, deren Mitglieder zu 91 Pro­zent von Gouverneuren oder der traditionellen Obrigkeit ausgewählt werden. Das gibt der nationalistischen Bewegung neuen Auftrieb. Der ab 1948 ein­gesetzte Gouverneur John McPherson verspricht eine neue Verfassung und kommt 1949 mit der Eröffnung der ersten nigerianischen Universität in Ibadan einer alten Forderung nach. Die Vorverhandlungen für die Verfassung von 1951[88] sollen Beratungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen, vom Dorf bis zur Nationalversammlung umfasst haben, stellen aber zumindest eine nationale Erziehungskampagne dar. Gegen dieses Vordringen des Nationalismus in die letzten Winkel des Landes organisieren sich Emire im Norden in der „Vereinigung der Leute aus dem Norden“, einer kulturellen Organisation. Ethnische Minderheiten schließen sich in Reaktion in der „Union der pro­gressiven Elemente des Nordens“ (NEPU) zusammen, die teils auch mit dem NCNC kooperiert.[89] Der NCNC indes steht für einen Staat, der über regionalen Partikularismus hinausgeht. Diesen Bestrebungen stellt sich Awolowo entge­gen, indem er den NYM in die erste nigerianische Partei moderner Prägung, die solide Regionalpartei Action Group umwandelt.[90]

Letztlich wird die Verfassung McPhersons, die ein sehr föderatives System darstellte, nicht gebilligt. Die Parteien des Südens (NCNC im Osten, Action Group im Westen) fordern also bis 1956 ihre Unabhängigkeit. Dagegen oppo­niert „der Norden“, der eine Übermacht des Südens befürchtete. Diese Kon­kurrenz um Macht und Einfluss bestimmt das innernigerianische Verhältnis spätestens seit der Existenz des unabhängigen nigerianischen Staates.[91] Schließlich lässt London eine Verfassung erarbeiten, die die Zentralmacht auf Kosten der regionalen Befugnisse bestärkt. Premierminister wird 1957 El Hadj Aboubakar Tafawa Balewa, erster Mann der NPC und Sarduna von Sokoto. Neben dem NPC befinden sich noch die NCNC und die NEPU in der Regierungs­koalition, Awolowo's Action Group bildet die Opposition. Nachdem am 1.10. 1960 die Unabhängigkeit proklamiert worden war, wird Azikiwe 1963 zum ersten Präsidenten ernannt.

Jüngste Entwicklungen in der vergangenen Dekade

Mit der Unabhängigkeit und der internationalen Anerkennung Nigerias ist eines festgeschrieben: der Nationalstaat. Der Machtkampf innerhalb der herrschenden Klassen dauert indes an, bis das Militär diesen 1966 für sich entscheidet.[92] Die vorhandenen regionalen Ungleichheiten bleiben, als Erbe des Kolonialismus, bestehen oder werden gar verschärft. Diese Ungleich­heiten stimmen etwa mit „ethnischen“ Grenzen überein und stärkten die eth­nische Konkurrenz.[93] Die Eliten in Nigeria tendieren zwar dazu, ethnische – in jüngster Zeit auch religiöse – Ressentiments zu stärken, allerdings um ihre Verhandlungsposition im nationalen Rahmen auszubauen, nicht um diesen Rahmen zu sprengen. Der nationalen Einheit wichtigster Unterpfand ist der Reichtum des Südens und die finanzielle Abhängigkeit des Nordens, so dass eine Separation quasi ausgeschlossen ist. Auf politischer Ebene ist es die Verquickung von Staat und Wirtschaft, das einhellige Versprechen von Ent­wicklung und Fortschritt für die Bevölkerung, und die Bereitschaft des Militärs zur Staatsführung.

Der seit 1985 amtierende Babangida[94] hatte die Bildung einer Zivilregierung für 1990 angekündigt, woraufhin ein komplizierter Verhandlungsprozess um die Verfassung in Gang kam, der den Abtritt des Militärs verzögerte. Im Zuge der Vorbereitungen zu den Präsidentenwahlen 1993 lässt die Militär­regierung schließlich keine der existierenden Parteien zu, sondern ruft 1992 selbst zwei Parteien ins Leben - samt Satzung, Büro und Symbol.[95] Diese sind die Social Democratic Party (SDP) und die National Republican Conven­tion (NRC), die – offensichtlich dem Zweiparteienmodell zahlreicher Demo­kratien angelehnt – von vielen Politikern angenommen werden. Zu den Präsi­dentschaftswahlen treten letztlich zwei Multimillionäre an: Moshood Abiola (SDP) und Bashir Othman Tofa (NRC). Als Abiola die Mehrheit der Stimmen erhält, die nur von 36% der Wahlberechtigten abgegeben wurden[96], wird die Wahl in einer umstrittenen Gerichtsentscheidung annulliert.[97] Daraufhin kommt es über zwei Monate hinweg zu gewaltsamen Auseinandersetzungen[98] und Babangida wird von den Militärs ab-, und Ernest Shonekan als Präsident einer natio­nalen zivilen Interimsregierung eingesetzt.[99] Erklärtes Ziel ist es, möglichst bald neue Wahlen durchzuführen. Die Hinterlassenschaft des Generals ist ein Staat in Auflösung, ein zusammengebrochenes Erziehungssystem, die existierenden Schulen erheben teures Schuldgeld, die Presse wird mit Gesetz und offener Gewalt unterdrückt, während die Hauptsorge der Bevölkerung die um das tägliche Überleben ist und das Gewaltmonopol des Staates nicht auf­recht zu erhalten ist. Shonekan muss noch im selben Jahr gehen, nachdem er mit der Streichung von Subventionen[100] für Benzin und Kerosin[101] - das heißt einer massiven Preiserhöhung und Inflation - den Protest der Bevölkerung und einen siebenwöchigen, zunächst erfolglosen Generalstreik der Gewerk­schaften[102] – die zudem Abiola unter-stützten – heraufbeschworen hatte.[103] Shone­kans Nachfolge tritt Sani Abacha, sein Verteidigungsminister – General – mit einem Putsch an. Gegen den Druck der Bevölkerung – die auf Neuwahlen im Herbst 1998 vertröstet wird – regiert Abacha mit unverhohlener Gewalt und Unterdrückung[104]: Der NLC wird zum zweiten Mal seit 1978 wegen seiner Opposition zur Regierung verboten.[105] Jeder der zur Opposition im eigent­lichen Sinne zählt, befindet sich im Exil oder im Gefängnis.[106] Die Program­me der zugelassenen Parteien[107], die sich durch besondere Abacha-Nähe aus­zeichnen, unterscheiden sich kaum.

Nach der Auflösung dieser pseudo-demokratischen Parteien legt Staatschef General Abdusalami Abubakar – Nachfolger des im Juni 1998 im Amt verstor­benen Abacha – neue Wahltermine für das kommende Jahr fest.[108] Der Präsi-dent­schaftskandidat der People’s Democratic Party (PDP), Olusegun Obasanjo, präsentiert sich im Wahlkampf als nationaler Versöhner und erklärt, es allen recht machen zu wollen – „mehr Gewerbefreiheit für die einen, eine günstigere Verteilung der Einnahmen aus der Erdölförderung für die Regio-nen“[109] auf der anderen Seite. Unterstützt von Babangida und mit der Losung „Lasst uns Nigeria wieder groß machen“ gewinnen er und die PDP die Wahl.

Seit langem steht Nigeria vor großen wirtschaftlichen und politischen Problemen. Die nigerianische Wirtschaft erfuhr in den letzten 50 Jahren nur eine eingeschränkte Industrialisierung. Der Agrarsektor, zu dem auch die Subsistenzwirtschaft zählt, hat mit der Bevölkerungsentwicklung nicht Schritt gehalten, obwohl er 70 Prozent der Arbeitskräfte bindet und 45 Pro­zent des BIP hervorbringt. Denn seit Mitte der 70er Jahre drängt die kapi­talintensive, aber profitable Rohölförderung die Landwirtschaft nicht nur politisch und wirtschaftlich in den Hintergrund, sondern zerstört in den Fördergebieten auch die Grundlagen für Fischfang und Ackerbau.[110] Daneben gelangen Kakao und Gummi auf den internationalen Markt – trotz fortschrei­tender, aber schwacher Industrialisierung ist Nigeria noch immer an erster Stelle Rohstofflieferant. Die Gewerkschaftsbewegung vollzog diesen Wandel hin zu einem größeren Schwerpunkt der Industrie mit, als sie sich 1975 in der Vereinigung von vier Verbänden zum 1978 schließlich legalisierten Nige­ria Labour Congress zusammenschließt. Der NLC markiert den Übergang von der Berufs- zur Industriegewerkschaft.[111]

Die einheimische Industrie produziert, auf Basis importierter Halbfertig­produkte, vor allem für den Binnenmarkt. Trotzdem bildet sie nur ein Fünf­tel des Bruttoinlandsprodukts – schließlich leben 9 von 10 Einwohnern Nige­rias von weniger als 2 USD am Tag, was sich wohl daraus erklärt, dass in Industrie und Dienstleistung nur 10 und 20 Prozent der Arbeitskräfte tätig sind.[112] Die Misere der Bevölkerung lässt sich leicht an der langen wirt­schaftlichen Aktivität der Bevölkerung ablesen[113], der der nigerianische Staat nichts mehr zu bieten hat: Gesundheits- und Bildungswesen, Strom­versorgung, Verkehrsinfrastruktur und Telekommunikation befinden sich in einem desaströsen Zustand – der NLC spricht von einem „collapse of the so­cial sector“[114]. Das führt zu einer weiteren Desintegration in der nigeria­nischen Gesellschaft, gleichzeitig aber auch zur Zementierung des Nationa­lismus als positivem Gegenentwurf.

Staatliche Stellen behalten indes ihre prädominante Stellung aus der Kolo­nialzeit bei: Politische Macht, das heißt der Zugriff auf Regierungsgelder, ist in Nigeria die Vorraussetzung für Status, Ehre, Reichtum.[115] Noch heute stellt das Rohöl - 2,5 Millionen Barrel täglich - zwei Drittel der Staatseinnahmen und sorgt als Exportgut Nr. 1, das zu knapp einem Drittel in die USA geht, 95 Prozent der Deviseneinnahmen.[116] Die Einkünfte aus dem Ölgeschäft werden zum großen Teil über Bauaufträge in den Metropolen Abuja und Lagos privatisiert oder von der herrschenden Staatsklasse sofort auf ausländische Konten transferiert.[117] Die Ölindustrie ist Zentrum des Wirt­schaftswachstums und größtes Konfliktpotential zugleich. „Das ölreiche Niger-Delta, in dem 80 Prozent der nigerianischen Exporteinnahmen erwirt­schaftet werden, ist in den letzten zwei Jahren [1997-99] zum Schauplatz von bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen geworden. [...] Mitglieder der verschiedenen Militärregierungen haben sich über lange Zeit aus der Staatskasse bedient. Hinzu kommen ungezählte Menschen, die in den letzten Jahren vom Regime getötet wurden oder die als vermißt gelten.“[118]

Im Zuge der „ethnischen Konkurrenz“ wurden die anfangs zentraleren Struk­turen immer weiter zergliedert. Die Einführung immer kleinerer politischer Einheiten[119] führt jedoch nicht zur Vermeidung von Konflikten, sondern perpe­tuiert die Auseinandersetzung auf allen Ebenen.[120] Zwar ist im offiziel­len Diskurs von einer „Föderation“ die Rede, wohl aus Respekt vor der „Eigenstaatlichkeit“ der Bundesstaaten. Allerdings ist das genaue Ge­genteil der Fall: die einzelnen Staaten sind von der Bundesregierung finan­ziell abhängig[121] – ja deren Zuwendungen sind nicht selten Motiv für die von unten forcierte Parzellierung. „Gerade die Lokalregierungen, die einen Teil des durch Ölexport finanzierten Staatshaushalts erhalten, sind seit der Wiedereinführung der Demokratie 1999 für die Politiker lukrative Einrich­tungen geworden.“[122] Schon 1998 ist es über die Verlegung einer Regional­verwaltung zu einem Aufstand gekommen.[123] Gelder bringen auch private Firmen – ausländische Unternehmen wie einheimische Geschäftsmänner – und „Entwick­lungsprojekte“. Exemplarisch dafür sind die sogenannten area boys, „the poorest of the poor“[124], die urbane Jugend ohne Perspektive. Sie werden „be­zahlt“, das heißt abgespeist mit Almosen, von Ölkonzernen, lokalen Poli­tikern und Geschäftsleuten, um – neben ethnisch organisierten Milizen – die gewalttätigen Auseinandersetzungen zu tragen, die als strategisches Mittel längst zum politischen Leben in Nigeria gehören. Seit 1998 wird das Gewalt­monopol des Staates von Unruhen und Aufständen regelmäßig unterminiert. In den vergangenen fünf Jahren wurden dabei 10.000 Menschen getötet, 800.000 flohen in andere Landesteile. „Als geschlossene Fronten stehen sich die Landesteile jedoch nicht gegenüber. Die Generäle haben unter der Oligarchie des Südens viele Verbündete, und bei den vom Militär annullierten Wahlen von 1993 gewann der Kandidat der Demokratiebewegung, ein Yoruba, auch im Norden die Mehrheit.“[125]

Das ethnische Konzept ist weiterhin eine wichtige Karte in der von Pater­nalismus geprägten nigerianischen Politik, in der Wahlen ein Spiel um alles oder nichts sind – die politische Niederlage bedeutet immer auch finan­zielle Verluste. Für die Präsidentschaftswahlen 2007 haben sich die Par­teien des Nordens bereits zusammengeschlossen, um unabhängig von politi­schen Fragen den nächsten Präsidenten zu stellen.[126] Währenddessen hat sich auch fünf Jahre nach dem Ende der Militärherrschaft für die große Mehrheit der Bevölkerung nichts verbessert. 15 Millionen Menschen sind arbeitslos. 80 Millionen – das sind fast 70 Prozent – leben in Armut. Im Bildungs­bereich gestaltet sich die Situation entsprechend.[127] Bereits im August 2002 fordert das Unterhaus des nigerianischen Parlaments den Rücktritt des Prä­sidenten unter Verweis auf die „Unfähigkeit, fortdauernde Missachtung des Gesetzes und offensichtliche Korruption“[128] der Regierung Obasanjo. Als wich­tigste Ursache gilt neben Obasanjos persönlichem Versagen, der Wider­stand der Oligarchie gegen jede Reform.[129] Währenddessen rät der IWF der Zentralregierung zu „marktorientierten Reformen“, zu Stagnation bei Löhnen und Gehältern und zur Befriedung der ethnisch-regionalistischen Kon­flikte.[130] So ist für September 2004 die Privatisierung der Nigerian Ports Authority [131] vorgesehen – die Gewerkschaft hat bisher ihre Zustimmung verwei­gert.

Vor diesem Hintergrund finden seit 2000 mehrmals landesweite Generalstreiks gegen Benzinpreiserhöhungen statt[132], die die Regierung Obasanjo seit vier Jahren durchzusetzen versucht. Wenn sie auch nicht von ihrem Vorhaben ab­lässt, so musste die Regierung doch einige Schritte rückwärts machen – etwa indem sie 2000 die Preiserhöhung von 10 (50%) auf 6 (30%) NGN reduzierte. Im Widerstand der Bevölkerung spielt der NLC eine bedeutende Rolle. Im Januar 1999 wiederbegründet, vereint er – der Mitte der 1990er noch 40 Gewerkschaften und 3,5 Millionen ArbeiterInnen repräsentierte[133] - heute noch 29 Organisationen[134]. In der Auseinandersetzung um die „notwendigen Reformen“ ruft der NLC im Juli 2003 die Labour and Civil Society Coalition ins Leben.[135] So ist eine breite Mobilisierung möglich, von Studenten und Lehrern, über Händler- und ethnische Vereinigungen bis zu den Gewerk­schaften (TUC, CFTU, NLC). Angesichts der erfolgreichen Aktionen, und an­gesichts des fortwährenden Konfliktes mit der Regierung, stellt NLC-Präsi­dent Oshiombole den Verband als Vertreter des „Nigerian people“ dar.[136] In einer „Message to Nigerians“ gibt sich der NLC sich als „spokesperson of the people, defender of the helpless and champion of the common good.“[137] Im Kostüm der europäischen Nationalbewegungen des 19. Jahrhunderts, verlassen die Gewerkschaften hier den Boden der Ökonomie, die heute nationalstaatlich gehegt ist, und suchen „die Nation“ zur Legitimation eigener Interessen: „The fundamental aims and objective of Congress are [...] [an zweiter Stelle] to promote and defend a Nigerian nation“[138]. Der NLC führt zwar einen ebenso hartnäckigen Klassenkampf wie die Regierung, stellt sie aber in der Agitation als Hindernis für die Entwicklung des Landes und den Wohlstand der gesamten Bevölkerung dar. Gleichzeitig bietet NLC-Präsident Oshiombole seine Kooperation an „to make the environment conducive for businesses to flourish“: „We proffered a number of solutions, which the government can adopt, but we are not in government.“[139] Aus der Ablehnung von Diktatur und Dirigenzwirtschaft erwächst auch in den Augen des „social democrat“ Oshiombole eine bzw. „the legitimacy of private capital“. An­gesichts der in Bürgerkrieg und Elend versunkenen „failing states“[140], for­dert der NLC von der Regierung „to protect us as Nigerians“.

Die Regierung Obasanjo hält hingegen an ihrem Ziel fest, die Subventio­nierung von Ölprodukten in Höhe von jährlich 1,8 Mrd. USD zu senken[141] und die Privatisierung der Wirtschaft weiter voran zu bringen. Seit Jahren stößt die Regierung dabei auf den energischen Widerstand besonders des Gewerkschaftsdachverbandes NLC. Beide Seiten werfen einander vor, dem na­tionalen Interesse zu schaden: “’This increase is not in the best interest of Nigerian economy because cost of living will go up as well as cost of production which will then lead to more factories being closed down and more job losses.’ [...] But the Minister of Labour in his reaction to the NLC position said the incessant strike was portraying the country as politically unstable to international investors.”[142] Da auch Aktionen des State Security Service (SSS)[143] die Gewerkschaften nicht von ihrem Kurs abzu­bringen vermögen, wird dem Parlament 2004 eine Trade Union Act Amend­ment Bill vorgelegt[144]. Vorgesehen ist darin, die offizielle Registrierung des NLC aufzuheben, dass die Gewerkschafter ihre Mitgliedschaft „frei­willig“ bestätigen, dass das Ministerium für Arbeit und Produktivität[145] Gewerkschaften neu zulässt (oder nicht) und das Streikrecht in einigen Branchen[146] beschränkt wird. Außerdem soll vor einem Streik die Urabstimmung der Mitglieder obligatorisch werden.[147] Seit September 2004 initiiert der NLC eine öffentliche Debatte um die Gesetzesvorlage, die er unter Hinweis auf die nigerianische Verfassung und die ILO-Konvention 144 ablehnt. Frei­lich will Obasanjo damit die Gewerkschaftszentrale zerschlagen und erhofft sich dadurch eine entscheidende Schwächung des Widerstands der Bevölkerung. In der Ablehnung der Urabstimmung verficht der Sozialdemokrat[148] Oshiombole aber auch die Spitzenverhandlungen, die federführende Rolle des National Exe­cutive Council des NLC und den marginalen Einfluss der Basis und scheint in der elitären Tradition Awolowos[149] zu stehen.

Resümee

In Europa gehörten die National- und die Gewerkschaftsbewegung zu den Cha­rakteristika der Moderne, die besonders im 20. Jahrhundert mit dem Kolonia­lismus (und der Unabhängigkeit) auch in Nigeria zum Tragen kam. Beide Bewe­gungen kamen als ideeller Impuls aus Europa bzw. Nordamerika oder den Anrainergebieten in das heutige Nigeria. Wie andere Impulse auch, wurden sie freilich nicht ungebrochen übernommen, sondern den lokalen Gegeben­heiten und Traditionen angepasst. Das Maß an „Synchretismus“ – vor allem der Basis - einzuschätzen, ist uns schlechterdings nicht möglich. Das doku­mentierte Agieren der nationalistischen und der gewerkschaftlichen Führer, zu dem wir uns im Rahmen dieser Arbeit Zugang verschaffen konnten, lässt jedoch den Schluss zu, dass die Attraktivität der Bewegungen besonders der Ausstrahlung der sozialen Mobilität zuzuschreiben sind. Ihre Träger waren vor allem jene Individuen, die mit der Bildung in Missionsschulen und/oder Universitäten aus der traditionellen Gesellschaft weitgehend ausgetreten waren – die sie schließlich mit Distanz als überkommene Vergangenheit, oder als Bündnispartner betrachten konnten. Diese junge, gebildete Schicht strebte an die Spitze der gesellschaftlichen Hierarchie.

Sowohl in der nationalistischen als auch in der Gewerkschaftsbewegung, die in erheblichem Maße auch zusammengingen, artikulierten sich die Interessen der modernen afrikanischen Eliten – freilich in dem von der Kolonialmacht eng gesteckten Rahmen. Mögen sich die Fremden in afrikanischen Gesell­schaften auch beinahe blind bewegt haben, ihre Vorherrschaft sicherten sie mit dem industriellen Vorsprung, und notfalls auch mit Waffengewalt. Auf dem Gebiet der Lohnarbeit aber hatten sie bereits Erfahrungen gesammelt, und Antworten gefunden auf die Radikalität der frühen Arbeiterbewegungen. Verheerend war diese historische Ausgangslage vor allem für die Gewerk­schaftsbewegung, die in den Industrieländern als Teil der sozialistischen Bewegung die „Beendigung der Herrschaft des Menschen über den Menschen“ zum Ziel hatte. Das kalkulierte Handeln der Kolonisatoren, gepaart mit den Ambitionen der afrikanischen Elite, aber behinderte die sozialistische Ideenströmung in Nigeria. Hinzu kommt, dass die kapitalistische Wirtschaft (besonders in ihrer industriellen Ausprägung) in Afrika lange nicht prädominant war bzw. ist – sich eher durch Ausschluss, als durch Durchdringung auszeichnet. So werden Industrialisierung und Vollbeschäf­tigung auch von den Gewerkschaften als Garant für „Entwicklung“ (Wachstum) und Wohlstand angesehen. Sie reproduzieren damit die Ideologie des Natio­nalstaats, die nichts damit zu tun hat „to advance the cause of the working class“[150], sondern die kapitalistische Verwertung zu stabilisieren. Wie zu Kolonialzeiten scheuen sie den Arbeitskampf, argumentieren legalistisch, vergessen im Zusammenhang mit Streik nie das obligatorische „unfortuna­tely“[151] und signalisieren ständig, ihre Bereitschaft zum Klassenkompromiss. Kollateralschaden eines Traumas, das begründet ist in der Unterwerfung, der offenen Unterdrückung durch den europäischen Kolonialismus, die sich fort­setzte durch die Militärdiktaturen bis in die „Demokratie“ der Gegenwart?

Inwieweit die affirmativ nationale, sozialdemokratische Argumentation der Gewerkschaften auf strukturelle Probleme der formellen Arbeiterorganisa­tionen zurückgeht, können wir nicht abschätzen. Es war uns aufgrund des Ab­stands zur Wirklichkeit und aufgrund der Quellenlage unmöglich, die Proble­matiken der informellen Ökonomie[152], der ungleichen Industrialisierung der Verwaltungseinheiten, der überragenden Dominanz des Ölsektors, der Ethnizi­tät, Kooptation und Repression zu ermessen. Außerdem fehlten uns Daten zur (relativen) Größe der Erwerbsbevölkerung, zum Ausmaß der Subsistenzwirt­schaft, wie auch Angaben zur Bedeutung und Relation von öffentlichem und privatem Sektor sowie zur durchschnittlichen Betriebsgröße. Aus der vorlie­genden Literatur schlussfolgern wir, dass nur ein marginaler Teil der Gewerkschaftsbewegung in der Privatwirtschaft verankert ist. Das mag ein weiterer Grund sein, sich – über die Grenzen der Organisation hinaus - auf ganz Nigeria zu beziehen.

Der nationalistische Diskurs lebt zwar fort, in der (medialen) Tagespolitik[153] aller politischen Kräfte, die zum Machterhalt/-gewinn (statt auf Separa­tion) auf überregionale Bedeutung setzen. In den, teils gewaltsamen, Mas­senaktionen auf der Straße, oder auch zu Hause[154], aber auch in unzähligen Einzel- oder Gruppenaktionen[155], auf Alltagsebene drückt sich kein nationales Wollen aus, sondern die eigentlich proletarische Situation der Besitz­losen[156], der auch der sozialdemokratisch etatistische NLC (bzw. dessen NEC) Rechnung tragen muss.

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1) http://www.lagos-ahk.de/Deutsch/NgPolitik01Dt.htm
2) http://www.uiowa.edu/intlinet/unijos/nigonnet/ugo/birth_of_nigeria.htm
3) http://www.nigeria-ports.com
4) http://www.kind.org/work.php3
5) http://www.africast.com/article.php?newsID=30248&strRegion=West
6) http://nlcng.org/objproposedlabourlaw.htm
7) http://champion-newspapers.com/news/teasers/article_7
8) http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2002/35/19a.htm
9) http://www.nationmaster.com/red/country/ni/Economy&b_cite=1
10) http://www.nationmaster.com/red/country/ni/Labor&b_cite=1

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1) History of Nigeria Labour Congress. http://nlcng.org/PROFILE/historyof congress.htm
2) President Obasanjo’s Trade Union Bills: Message to Nigerians. http://nlcng.org/July2004/messagetonigerianpeople.htm
3) The Last Strike – In the beginning. Text of [Oshiombole’s] Interview with Guardian Newspaper of Saturday June 5, 2004. http://nclng.org/junefu elstrike/adamsguaardianinterview.htm (sic!)
4) We have fought the good fight – [Rede von] Oshiombole. 11.6.2004. http://nlcng.org/junefuelstrike/pressconferencenewage.htm (sic!)
5) http://nlcng.org/affiliateunions.htm
6) Press Release “Dissolution of State Administrative Council (SAC) of Nigeria Labor Congress Sokoto State Council”, 16.6.2004, http://nlcng.org/junefuelstrike/sokotopressrelease.htm

[...]


[1] ) Vgl.: Memmi, Albert: Portrait du Colonisé. Gallimard, Paris, 1985 (1957)

[2] ) Karl

[3] ) nach A.-S. Arnold, Seminar „Nationalismus und Entkolonialisierung“, 14.4.2004, Sommersemester 2004, Institut für Afrikanistik, Universität Leipzig. Vgl.: Hobson, John A.: Imperialism. A Study. London, 1902.

[4] ) ... im Osten Nigerias bis 1918 mit Militär. Schicho, 77

[5] ) Ananaba, 1

[6] ) ebd., 4

[7] ) Anzumerken ist, dass wir hauptsächlich Informationen über die Gewerkschaften im öffentlichen Sektor besitzen. Es war uns anhand der Quellenlage nicht möglich, ein umfassendes Bild zu erlangen.

[8] ) Dadurch festigten sie ihre Stellung nicht nur nach außen hin, sondern auch nach innen.

[9] ) Cooper, 45; auch: Wildcat-Kollektiv, 47

[10] ) ebd.

[11] ) ebd.

[12] ) Ananaba, 6

[13] ) Strauch, 267

[14] ) „Die berechtigte Hoffnung auf das ‚bessere Leben’ ist wichtig, um die frisch Proletarisierten an die Arbeit zu binden.“ Wildcat-Kollektiv, 47

[15] ) ILO, 11

[16] ) Schicho, 78

[17] ) 1936: 137.000 Einwohner; 1952: 267.000; ILO, 42

[18] ) Reis um 92%, Fleisch um 91%, Salz um 400%, Bier um 48%; Ananaba, 27

[19] ) Schicho, 78

[20] ) Eine Maßnahme, um Streiks abzuwenden und doch keine Lohnerhöhung zu gewähren. Näheres zu der Problematik: Ananaba, 46 f.

[21] ) in Lagos sogenannte „Pullen Markets“; ebd., 46

[22] ) Schicho, 82 f.

[23] ) ebd., 83

[24] ) Vgl.: Silver, Beverly: Forces of Labor. Workers’ Movements and Globalization since 1870. Cambridge University Press, Cambridge, 2003

[25] ) Ananaba, 16

[26] ) So trat Imoudu zur Agitation für den Generalstreik 1945 „like a juju priest“ auf; ebd., 54

[27] ) Cooper, 17

[28] ) ebd., 58

[29] ) Ananaba, 14

[30] ) ebd., 16 f.

[31] ) ebd., 34

[32] ) Ananaba, 42

[33] ) ebd., 21

[34] ) ebd., 22

[35] ) ebd., 26

[36] ) ebd., 41

[37] ) So suchte der Labour Commissioner 1945 im Vorfeld des Generalstreiks mit legalistischem Verweis auf die Defense Regulations ein vertrauliches Verhältnis herzustellen, nur um die Verhandlungen, und also den angedrohten Streik hinauszuzögern. Näheres: ebd., 52 f.

[38] ) Organ des Trade Union Congress Nigeria (TUCN), Auflage >10.000; ebd., 41

[39] ) ebd., 42

[40] ) ebd., 45

[41] ) ACSTWU, Präsident L.A. Nkedive, Vizepräsident M.A.O. Imoudu, repräsentiert allerdings nur die Arbeiter der Zentralregierung, die der Lokalregierungen sind kaum organisiert; ebd., 40

[42] ) ebd., 26

[43] ) ebd., 40

[44] ) Präsident Bankole, Vizepräsident Coker, Generalsekretär Tokunboh, Sekretär für das Organ der TUC „The Nigerian Worker“ Awolowo; ebd., 41

[45] ) Ananaba, 88

[46] ) Cooper, 23

[47] ) ebd.

[48] ) Ananaba, 45

[49] ) ebd., 44

[50] ) ebd., 87

[51] ) ebd.

[52] ) ebd., 44

[53] ) ebd., 58

[54] ) 1937: 369 Kubiktonnen; 1948: 618 t3; 1953: 711 t3; 1956: 800 t3; ILO, 27

[55] ) ebd., 18

[56] ) ebd., 49

[57] ) z.B. 1949 in Enugu ; vgl. Ananaba, 98 ff.

[58] ) Diese Gruppe bestand 1945 aus 50.000 Personen und war der wichtigste Beitrag der britischen Verwaltung zum nigerianischen Nationalismus. Coleman, 48

[59] ) Middleton, 272

[60] ) ebd., 271

[61] ) Coleman, 183

[62] ) Coleman, 183

[63] ) ebd.

[64] ) ebd., 184

[65] ) ebd., 185 f.

[66] ) ebd., 188

[67] ) Schicho, 79

[68] ) Coleman, 192

[69] ) ebd., 198

[70] ) ebd., 201

[71] ) ebd., 213 f.

[72] ) Coleman, 206 f.

[73] ) ebd., 210

[74] ) ebd., 231. Hinzu kam 1935 der Einfall Italiens in das vorher unabhängige Äthiopien, welcher für die Unabhängigkeitsbewegung enorme Bedeutung hatte. (Haynes) Einer der engagiertesten Nationalisten meinte, dass „the Italien conquest of Africas historic kingdom made him aware for the first time that the struggle of the future was between black and white.” (Coleman,209)

[75] ) Ki-Zerbo, 518

[76] ) Middleton, 274

[77] ) Zum Beispiel hatte die westnigerianische Partei Action Group eine Vorgeschichte als ethnisch-kulturelle Yorubagruppe Egbe mo Oduduwa. Ki-Zerbo, 531

[78] ) Ki-Zerbo, 531

[79] ) ebd., 534

[80] ) Ki-Zerbo, 536

[81] ) Azikiwe, geb. 1904, wurde währen seines 9-jährigen Studienaufenthaltes in den USA stark von panafrikanischen Ideen geprägt, vertrat universalistisch-rassistische Ansichten – Europa gegen Afrika. Coleman, 222

[82] ) ebd., 186

[83] ) ebd., 235

[84] ) 1938 gegründet. Ebd., 218

[85] ) ebd., 220

[86] ) Ki-Zerbo, 544

[87] ) ebd.; vgl. Fußnote 77

[88] ) ebd., 546

[89] ) Ki-Zerbo, 546

[90] ) ebd.

[91] ) Vgl. Coleman, 165, Kapitel 1

[92] ) Schicho, 84

[93] ) Graf, 22. Die Kolonialmacht hatte eine von nördlichen Muslimen, etwa der Hälfte der Bevölkerung, dominierte Armee aufgebaut, um ein Gegengewicht zum ökonomisch dominierenden, vornehmlich christlichen Süden zu schaffen. Das Übergewicht der nördlichen Eliten in der mit den Öleinnahmen finanzierten Zentralregierung führte zu einem starken Ethno-Nationalismus vor allem unter der Yoruba- und Igbo-sprachigen Bevölkerung im Süden und Südwesten des Landes. Veit, Riots ohne Perspektive.

[94] ) Babangidas Regierungszeit (1985-1993), die längste eines nigerianischen Militärherrschers, wurde von den westlichen Demokratien als Positiventwicklung betrachtet, während die Nigerianer eine Zeit der Korruption, Unterdrückung und politischer Unruhen erlebten. In den Jahren, in denen politische Parteien verboten waren, kam es vermehrt zur Bildung ethnisch orientierter Organisationen. Schicho, 96

[95] ) Bach

[96] ) ebd.

[97] ) Trotz des Urteils erklärte Abiola sich zum rechtmäßigen Präsidenten. Das Militär nahm ihn daraufhin wegen "Hochverrats" fest. Abiola blieb bis zu seinem Tod am 7. Juli 1998 in Haft. Die nur wenige Stunden existierende Regierung Abiolas wird heutzutage als "Dritte Republik" bezeichnet. Internet 1)

[98] ) Bach

[99] ) Schicho, 99

[100] ) auf Empfehlung des IWF

[101] ) Energieträger Nummer 1, besonders in den Haushalten.

[102] ) Bach

[103] ) Internet Diverse 1)

[104] ) Schicho, 99

[105] ) Als er sich 1988 gegen die Strukturanpassungmaßnahmen (SAM) unter Babanginda stellte, und als er 1994 im Abacha-Regime für die Demokratisierung des Staates eintrat. Am 29. Januar 1999 konstituierte sich der Congress auf einer Nationalen Delegiertenkonferenz neu (NLC 1), zur Lage 1994 vgl. auch AI

[106] ) Nachdem Abacha den Schriftsteller und Menschenrechtler Ken Saro Wiwa hatte hinrichten lassen, kam es zu einem weltweiten Boykott Nigerias. Schicho, 99

[107] ) United Nigeria Congress Party, Committee for National Consensus, National Consens Party for Nigeria, Democratic Party of Nigeria und Grassroot Democratic Movement. Schicho, 99

[108] ) Anfang Dezember 1998 Kommunalwahlen, Anfang Januar Landtags- und Gouverneurswahlen, Mitte Februar Parlamentswahlen und Ende Februar 1999 Präsidentschaftswahlen. Internet 1)

[109] ) Sarell, Wahlen in Nigeria.

[110] ) Eberlein

[111] ) Internet NLC 1)

[112] ) Internet Diverse 9)

[113] ) siehe Tabelle im Anhang, Internet Diverse 10)

[114] ) Internet NLC 1), 4

[115] ) Graf, 18

[116] ) Internet Diverse 9)

[117] ) Eberlein

[118] ) Böhm

[119] ) 1960 existierten 3 Bundesstaaten, im Jahr 2000 waren es insgesamt 36.

[120] ) Veit, Warten auf ein Wunder.

[121] ) Jones, Kap. 7

[122] ) Veit, Warten...

[123] ) Schulz

[124] ) Internet NLC 4)

[125] ) Schulz

[126] ) Akhaine

[127] ) 70 Prozent der Arbeitskräfte haben keine nennenswerte Ausbildung erhalten, 60 Prozent der Frauen erhalten eine Art Grundbildung und nur 2 Prozent eine weitergehende Bildung. Oloja

[128] ) “Oligarchen gegen Obasanjo”, Internet Diverse 8)

[129] ) Internet Diverse 8)

[130] ) Internet Diverse 9)

[131] ) “The Nigerian Port Authority is in charge of the Apapa port complex, Port Harcourt, and the Delta ports of Warri, Koko, Sapele, Alajda Steel Jetty and the crude oil terminals of Escravos, Forcados and Pennington, and the Calabar ports. The agency is undergoing privatisation and this domain is now for sale.“ Internet Diverse 3)

[132] ) 1. 2000; 2.: seit 16.01.2002; 3.: 8 Tage Anfang Juli 2003, seit 30.6.; 4.: bis 8.10.2003; 5.: 9.-11.6.2004; 6.: seit 11.10.2004, vor allem im öffentlichen Dienst

[133] ) Internet AI

[134] ) Internet NLC 5)

[135] ) Internet Diverse 4)

[136] ) Internet NLC 4)

[137] ) Internet NLC 2)

[138] ) Internet NLC 1)

[139] ) Internet NLC 3) Folgende Zitate ebd.

[140] ) Somalia, Kongo, Afghanistan, Irak ...

[141] ) Internet Diverse 5)

[142] ) Okocha

[143] ) Verhaftung min. zweier Funktionäre des NLC im August 2004, Internet 8); Beschlagnahme des Wochenmagazins Insider aufgrund des Artikels „Why Obasanjo wants to kill the NLC“. Taiwo

[144] ) Internet Diverse 6)

[145] ) Zur Zeit unter Dr. Hassan Lawal. Okocha

[146] ) Bsp. Luftfahrt und andere „essential services“

[147] ) Komolafe

[148] ) Vgl.: Huhn, Willy: Der Etatismus der Sozialdemokratie. Zur Vorgeschichte des Nazifaschismus. Ça ira Verlag, Freiburg, 2003.

[149] ) 1947, vgl. hier S. 9

[150] ) Internet NLC 1). „ Entwicklung als reales Versprechen war [und ist] notwendig, um dieses Klassenverhältnis aufrechtzuerhalten.“ Wildcat-Kollektiv, 47 f.

[151] ) Komolafe

[152] ) Davis spricht hier von der „Reproduktion der absoluten Armut“, nach Wildcat-Kollektiv, 49

[153] ) Zur Bedeutung und Verbreitung welcher Medien in der Bevölkerung haben wir ebenfalls keine Angaben.

[154] ) Internet NLC 6)

[155] ) Vgl. Ihonvbere

[156] ) In diesem Zusammenhang betont John Walton 1997 in „Urban conflict and social movements in poor countries“ die Bedeutung des IWF und der „Strukturanpassungsprogramme“ der 1980/90er Jahre, die „zum Zusammenbruch der ‚moral economy’ der Unterschichten geführt [hätten], deren Stillhalten zuvor die Stabilität der Entwicklungsstaaten gerantiert hatte.“ Nach Wildcat-Kollektiv, 50 (Schreibfehler im Original)

Details

Seiten
29
Jahr
2004
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110210
Institution / Hochschule
Universität Leipzig
Note
Schlagworte
Nationalismus Gewerkschaftsbewegung Nigeria Unabhängigkeit Dekade Entkolonialisierung Afrika

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Titel: Nationalismus und Gewerkschaftsbewegung in Nigeria - vor der Unabhängigkeit (1960) und in der letzten Dekade (1994-2004)