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Ludwig Wittgenstein - §§ 18-21 (auch 206, 241f.) der Philosophischen Untersuchungen (PU)

Essay 2002 7 Seiten

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe

„In den Paragraphen 18-21 (auch 206, 241f.) der Philosophischen Untersuchungen (PU) diskutiert Wittgenstein „Lebensformen“ im Zusammenhang mit Sprache bzw. Sprachspiel. Was ist eine solche „Lebensform“? Welches Verhältnis besteht zwischen Lebensform und Sprache bzw. Sprachspiel? (Machen Sie dies bitte anhand des Sprachspiels aus PU §2 klar.)“

Name: Roman Grzyb

Matrikel-Nr.: 2796887

Studiengang: Lehramt Gymnasium Geographie / Ethik

5.Semester

Um über den Zusammenhang zwischen Sprache bzw. Sprachspiel und Lebensform zu schreiben, muss man erst einmal genau erläutern, was Ludwig Wittgenstein als ein Sprachspiel bzw. eine zwischenmenschliche Interaktion als solche definiert bzw. ansieht. Auch eine Lebensform, wird im allgemeinen Sinne, meist als eine Form von Kultur bzw. zwischenmenschliche Interaktion verstanden. Dies führt jedoch am Anfang meines Essays zu keinem logischen Kontext mit den zu analysierenden Paragraphen in den Philosophischen Untersuchungen Ludwig Wittgensteins. Ich werde bei meiner Analyse auf der Grundlage des §2 des Werkes Philosophische Untersuchungen aus ders. Werkausgabe in 8 Bänden, Band 1: Tractatus logico-philosophicus, Tagebücher 1914-1916, Philosophische Untersuchungen (StW501), Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main, 1984, Seite238., argumentieren und werde auch weitere Zitate aus dem selbigen Buch verwenden.

In diesem §2 PU beschreibt Ludwig Wittgenstein den Dialog zwischen zwei Bauarbeitern, wobei der Bauarbeiter A dem Gehilfen B ein einzelnes Wort zuruft, zum Beispiel „Säule“, „Platte“ oder „Balken“ und „...B bringt den Stein, den er gelernt hat, auf diesen Ruf zu bringen...“ (PU §2, Seite 238). Er verlangt vom Leser, dass wir dies als vollständige primitive Sprache auffassen sollen. Natürlich kann man jetzt scharf protestieren, dass eine Sprache, welche nur aus einem so begrenzten Vokabular, wie es die Bauenden in dem Beispiel aus PU §2 verwenden, nicht als eine vollständige Sprache existieren kann. Der erste Grund der gegen diese Annahme geäußert werden kann ist doch wohl, die Tatsache dass ihren Äußerungen jeglicher syntaktische Struktur fehlt sowie sie keine Konversation betreiben, wie wir es im engeren Sinne meinen. Außerdem fehlt jeglicher Raum für eine Unterscheidung zwischen sinnvollen und sinnlosen Anwendungen des jeweiligen Vokabulars, bzw. die freie Interpretation des Gehilfen B was der Bauarbeiter A nun eigentlich von ihm will . Ist jedoch die Tatsache, dass eine Sprache zum Zweck einer Kommunikation im engeren Sinne genutzt werden muss überhaupt Bedingung für die Existenz einer Sprache? Und bildet nicht ein einzelnes ausgesprochene Wort, welches eine Aussage macht, nicht auch einen Satz? Denn wenn eine Äußerung, sei es auch nur ein einzelnes Wort, einen bestimmten Anlass und eine bestimmte Konsequenz hat, so ist es eine Sprache bzw. kann als eine solche angesehen werden. Natürlich nur unter der Bedingung, dass Sprecher und Hörer sich beider Phänomene bewusst sind. Daraus resultiert, dass Anlass und Konsequenz notwendig sind um einer Äußerung Bedeutung zu verleihen. In Ludwig Wittgensteins Sprachspiel mit den Bauarbeitern aus §2 spielt jedoch der Anlass keine Rolle, denn er schreibt dem Wort „Platte“ eine gewisse Bedeutung zu, nicht aufgrund des Anlasses, sondern aufgrund der Konsequenz, also in diesem Fall die Reaktion des Bauarbeiters B auf Zuruf dem Arbeiter A eine Platte zu bringen. Es handelt sich hierbei um eine Aufforderung mit einer bestimmten Konsequenz.

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Details

Seiten
7
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638172967
Dateigröße
344 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v11028
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Philosophische Fakultät
Note
1
Schlagworte
Ludwig Wittgenstein Philosophischen Untersuchungen Philosphische Text-Pro-Seminar

Autor

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Titel: Ludwig Wittgenstein - §§ 18-21 (auch 206, 241f.) der Philosophischen Untersuchungen (PU)