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Die literarische (Wieder-) Entdeckung Siziliens am Beispiel der

Hausarbeit 2005 21 Seiten

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeines

2 Reisen unter verschiedenen Vorzeichen
2.1 Motiv/Intention der Reise
2.2 Aufbau und Form der Reiseberichte

3 Imagologie und Sizilienwahrnehmung
3.1 Mythos Sizilien { die Wegbereiter und Nachfolger
3.1.1 Insel der Gegensatze
3.2 Von Nordlandern und Sudlandern/Identitat und Alteritat

4 Schlußbetrachtungen

5 Literatur
5.1 Sekundarliteratur

1 Allgemeines

Italien war schon lange Ziel von Reisen gewesen. Erst als Ziel fur Pilger, dann als humanistische Bildungsreise und Kavalierstour junger Adliger. Die literarische und ,,touristische" Entdeckung Siziliens begann vergleichs- weise spat. Wahrend Italien bis Neapel schon lange Ziel der Kavalierstou- ren war, geriet Sizilien erst Mitte des 18. Jahrhunderts in den Blickpunkt. Durch Johann Joachim Winckelmanns Distinktion von romischer und grie- chischer Kultur verschob sich das Interesse der Intellektuellen weg von der romischen Literatur, hin zur asthetisch gepragten griechischen Kultur.1 Da Griechenland aus politischen Grunden fur Reisende unzuganglich war, bo- ten Suditalien und vor allem Sizilien einen wurdigen Ersatz. Zuvor endete die Grande Tour eines Jeden stets in Neapel. Dies lag nicht zuletzt auch am wenig erschlossenen Suden Italiens. Der Weg uber Land von Neapel aus war zu gefahrlich und Sizilien selbst bot noch wenig kulturelles Leben und Gasthauser, die den adligen Herren Unterkunft hatten bieten konnen. Auch Johann Caspar Goethe beendete seine Italienreise mit Neapel. Erst Johann Hermann von Riedesel besuchte als einer der ersten Kultur- und Bildungs- reisenden 1767 Sizilien. Unter Ein u seines Freundes und Mentors Johann Joachim Winckelmann machte er sich auf, die griechischen Altertumer Si- ziliens zu erforschen, zu beschreiben und zu vermessen. Er steht noch in der Tradition der Studienreise. Doch durch Laurence Sternes 1768 erschie- nene ,,Sentimantal Journey" kam ein neues Reiseideal auf welches ,,sich nun vermehrt auf sinnliche Eindrucke im Kunst- und Landschaftserlebnis konzentrierte."2 Riedesel folgten Goethe und Seume. Ab Mitte des 19.Jh. gehort Sizilien zum festen Bestandteil einer italienischen Reise. Diese Ar- beit beschaftigt sich mit folgenden Reisebeschreibungen Siziliens: Johann Hermann von Riedesels Reise durch Sizilien und Gro griechenland, Die italienische Reise von Johann Wolfgang von Goethe - hier liegt der Bezug fast ausschlie lich auf dem Aufenthalt in Sizilien und Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 von Johann Gottfried Seume - auch hier gilt das Augenmerk den Sizilienbeschreibungen. Zu betrachten sei hier: Wo sind die Gemeinsamkeiten? Wo sind die Unterschiede? Unter welchen Voraussetzun- gen und mit welchen Interessen und Intentionen sind sie gereist und wie hat dies moglicherweise das jeweilige Bild und die Wahrnehmung Siziliens beein u t?

2 Reisen unter verschiedenen Vorzeichen

Angeregt durch seinen Freund Winckelmann reist Riedesel 1768 nach Si- zilien. Unter anderem durch ihn ist er geschult in Kunst, Kultur und Ar- chitektur der alten Griechen. Von Neapel aus nimmt er das Schi . Auf Sizilien ist das ubliche Transportmittel das Pferd oder der Maulesel, da es noch nicht viele Wege oder Stra en gibt, die fur eine Kutsche tauglich waren. Er reist alleine. Seine Reise dauert insgesamt drei Monate, vom 10. Marz bis 8. Juni 1776.

Auch Goethe reist zunachst alleine und inkognito, unter dem Namen Phil- ippo Miller Tedesco (erst in Sizilien gibt er seine Identitat preis), allerdings mit genugend Kontakten und vor allem mit dem notigen nanziellen Hin- tergrund. In Sizilien ist er mit Kniep unterwegs. Wahrend Goethe seine Erfahrungen schriftlich xiert, ist Kniep damit beschaftigt, Tempel und Landschaften zeichnerisch festzuhalten. Wie alle, reisen auch Goethe und Kniep per Schi von Neapel nach Palermo. Innerhalb Siziliens wird sich per Pferd und Maulesel oder Kutsche und Sanfte fortbewegt; oder zu Fu . Das Sizilien-Kapitel der Italienischen Reise beginnt am 29. Marz und endet knapp anderthalb Monate spater am 13. Mai 1787.

Seume tritt seine Reise mit geliehenem Geld an und bewegt sich zu Fu fort. ,,Wer geht", bemerkt er, ,,sieht im Durchschnitt anthropologisch und kosmisch mehr als wer fahrt Sobald man im Wagen sitzt, hat man sich sogleich einige Grade von der ursprunglichen Humanitat entfernt."3 Allen Risiken zum Trotz schlagt er sich alleine bis Syrakus durch; er heuert immer wieder Mauleselfuhrer an. Da er dadurch naher am Volk und am Land ist, wird sich auch an seinen Beschreibungen zeigen, die sich klar von Goethe und Riedesel abheben. Im Gegensatz zu Goethe und Riedesel ist er nicht von Stande, kann aber bei Unterkunften durchaus auf Empfehlungsschrei- ben und ahnliche Kontakte zuruckgreifen. Dies nimmt er nicht immer war

- ob aus nanziellen oder programmatischen Motiven ist unklar, da die 3 http://www.emmet.de/por/htm

Meinungen daruber auseinandergehen, genauso wie uber seine Intention, da auch bei ihm Realitat und Selbstilisierung verschwimmen.

2.1 Motiv/Intention der Reise

Riedesel sucht und ndet gezielt und nahezu ausschlie lich die antiken Statten der Griechen - er will die archaologisch noch unerforschte Insel entdecken, vermessen und beschreiben. Er hat weder fur die byzantinischen Mosaike in Monreale einen Blick, noch fur die mannigfaltigen Uberbleibsel der vielen anderen Eroberer Siziliens wie den Normannen oder Arabern. Im Gegensatz zu Goethe und Seume reist er nicht aus einer Krisensitua- tion heraus nach Italien. Goethe hingegen verla t Deutschland geradezu

uchtartig und inkognito. Die Enge Weimars und seine personliche Krise durch die ungluckliche Liebe zu Charlotte von Stein festigen den Entschlu , endlich nach Italien zu reisen. Schon von klein auf wuchs in ihm die Italien- sehnsucht, sicherlich auch durch die Reise des Vaters, der mit einigem Ehr- geiz und viel Hingabe seine italienische Reise in italienisch niederschrieb. In Italien sucht er eine innere Befreiung aus seiner deutschen Existenz. Goethe spricht oft von Wiedergeburt. Er sucht und ndet eine Art Heilung seiner Seele. Heutzutage wurde man wohl von einer Reise zur Selbst ndung und Neude nierung der eigenen Identitat sprechen. Kein anderer beein u - te so sehr die Italienwahrnehmung der Deutschen wie Goethe, und regte so sehr den Diskurs an. So gehen heute noch viele Assoziationen und Bil- der auf dieses Motiv, Italien als Sehnsuchtsland und Heilsland in Lebens- krisen, zuruck. Auch Seume sagt man eine Krise nach { wie Goethe eine ungluckliche Liebe { doch man ist sich nicht einig. Er selbst au erte sich zu seiner Reise wie folgt: ,,Meine meisten Schicksale lagen in den Verhaltnissen meines Lebens; und der letzte Gang nach Sizilien war vielleicht der erste ganz freie Entschlu von einiger Bedeutung".4 Und auch Goethe au ert sich wie folgt uber Sizilien: ,,Wie traurig hat man nicht unsere Jugend auf das gestaltlose Palastina und das gestaltverwirrende Rom beschrankt. Sizilien und Neugriechenland la t mich nun wieder ein frisches Leben ho en."5

2.2 Aufbau und Form der Reiseberichte

Riedesesels Reisebericht ist in einer Art Brief verfa t. Insgesamt umfa t die Vero entlichung zwei Sendschreiben, wobei sich nur das erste auf Si- zilien bezieht, wahrend sich das zweite mit seiner Reise durch Kalabri- en bis nach Neapel beschaftigt. Riedesel steht noch in der Tradition der statistisch-enzyklopadischen Bildungsreise. Dennoch nden sich auch bei ihm schon Einblicke in die sizilianische Alltagswelt, ,,wie die wirtschaftli- chen Aktivitaten, die Sitten und Gebrauche, den Charakter der Einwohner, die Organisation des Staates."6 Besonders au allig, im Gegensatz zu Goe- the und Seume, sind die haufg vorkommenden Aufzahlungen und Abmes- sungen von Tempeln und Gegenstanden oder bei wirtschaftlichen Aspek- ten. Wahrend Seume etwa nur erwahnt, das das Volk ein Drittel an die Feudalherren abgeben mu , hort sich Riedesels Beschreibung eher wie ein Wirtschaftsbericht an: ,,Der Magistrat hat einen Vergleich mit dem Volke gemacht, bestandig das Brod um den nehmlichen Preis zu geben; 33. Unzen oder 66. Loth um 4. Neapolitanische Grani, ohngefahr ein Groschen."7 Se- ume verzichtet bewu t auf solch detaillierte Beschreibungen - auch bei den Tempeln und Kunstgegenstanden - und verweist auf seine Vorganger. Rie- desel vero entlicht seine Sendschreiben an Winckelmann erst durch dessen Drangen. Erkennbar bleibt jedoch die Brie orm auch in der personlichen Anrede:,,Da Sie mir erlauben, mein werthester Freund, Ihnen meine An- merkungen uber die vollbrachte Reise um Sicilien und das Konigreich Nea- pel mitzutheilen, so machen sie sich gefa t, verschiedenes,[...] zu horen." 8 lautet der erste Satz des ersten Sendschreibens.

Goethes Italienische Reise ist eine stilisierte Reisebeschreibung, die sich der Form und des Stils der Reiseliteratur bedient, sie aber auch immer wie- der bricht. Erst 29 Jahre nach der Reise schreibt und vero entlicht er an- lehnend an seine Tagebuchaufzeichnungen und Briefe ,,Die italienische Rei- se". Schon diese zeitliche Diskrepanz zwischen Reise und Vero entlichung ist ungewohnlich. Es geht hier nicht so sehr um die Stilisierung Italiens, sondern vielmehr um eine Selbststilisierung des Dichters Goethe. Die Distanz wird auch immer wieder signalisiert, dennoch spielt Goethe mit der Illusion der Unmittelbarkeit - die Erfahrungen seiner italienischen Rei- se sollen authentisch und unmittelbar wirken. Au allig sind hier die ge- nauen Tagebuchangaben (z.B. ,,Palermo, den 8. April 1787. Ostersonn- tag.)9. Obwohl Goethe der einzige ist, der die Reise erst im Alter redi- giert und vero entlicht, scha t er durch diese strikte Tagebuchform das Gefuhl von Unmittelbarkeit und Authentizitat. Die Adressaten verschie- dener Textpassagen wechseln. Einmal hei t es: ,,Nun denke ich ruhig zu euch hinuber [...]"10 { an anderer Stelle: ,,Dieses Blatt sollte nun, meine Geliebten, [...]."11,,Die italienische Reise" ist in drei Teile eingeteilt. Der erste Teil umfa t die Reise bis Rom und den Romaufenthalt. Der zweite Teil enthalt Aufzeichnungen uber die Aufenthalte in Neapel und Sizilien. Der dritte Teil schlie lich beschreibt den zweiten Romaufenthalt.

Seume hingegen teilt seine Reise in die besuchten Stadte ein und verzichtet auf jegliche Datumsangaben. Er spricht den Leser in einer Vorrede direkt an: ,,Lieber Leser,[...] ich ho e, Du bist mein Freund oder wirst es wer- den; [...]."12 Im eigentlichen Reisebericht vermischt sich das ,,Du" an den Leser oft mit einem ,,Du" an einen Freund oder Bekannten in Deutsch- land. ,,[...]ich bin gar ein schlechter Systematiker."13 au ert sich Seume an einer Stelle und dies umschreibt auch die hau gen thematischen und gedanklichen Sprunge und Bruche in seiner Erzahlweise. Er beginnt den ,,Spaziergang nach Syrakus" mit einer Vorrede an den Leser. Seine Rei- sebeschreibung ist in zwei Teile geteilt; der erste Teil umfa t die Reise von Leipzig nach Syrakus, der zweite Teil die Ruckreise. Wie auch Riedesel uberarbeitet und vero entlicht er seine Reisebeschreibungen erst auf Druck von Au en.

3 Imagologie und Sizilienwahrnehmung

Die Wahrnehmung der Einwohner, der anderen Kultur und deren Statten ist stets gepragt durch Zuschreibungen und Vorstellungen, die aus der ei- genen Kultur hervorgehen. Diese Vorstellungen beein ussen von Anfang an den Betrachter und Reisenden und wirken sich auf dessen Wahrneh- mung des Landes und der Menschen aus.14 Auch darf man nicht vergessen, da bis zur Mitte des 20.Jh. in Schulbuchern und dort vor allem in Erdkun- debuchern, die Beschreibung von Landern immer mit der Beschreibung der Menschen verbunden ist. Hier wird vor allem immer nach typischen, pau- schalen Wesenszugen gesucht, die oft und gerne mittels des Klimas erklart werden. Hier bilden sich Stereotypen uber den sogenannten ,,Nationalcha- rakter" von Landern, die noch heute in unseren Vorstellungen wirken. So hei t es in einem Auszug aus einem Schulbuch: ,,Die Italier [...] (wie es meist bei Bewohnern sudlicher Lander der Fall ist) arbeiten nicht gern und lieben das su e Nichtsthun (il dolce far niente). (Ho mann 1833)."15 Neben den Schulbuchern steht die Literatur zur Verfugung. Riedesel be- zieht sich z.B. oft auf die Beschreibungen des Cluverius oder Fazzellus und bemuht sich, deren Beobachtungen zu falsi zieren oder zu veri zieren. Er sieht sich als objektiven Beobachter und versucht die Eigenschaften der Einwohner genauso zu beschreiben, wie die Tempel. Seine Beurteilung wie die der Schonheit der Frauen ist gepragt durch die Suche nach dem griechi- schen Ideal, da er sucht und ndet - bei den Frauen wie bei den Tempeln. Ein wesentlicher Teil der Stereotypenbildung macht die Unterscheidung zwischen Nordlandern und Sudlandern aus. Diese beschreibt nicht nur die Herkunft der Menschen, sondern dient auch zur Einteilung in spezielle We- senszuge. Diese Unterscheidungen und Einteilungen werden teilweise von Goethe gefordert, dadurch, da er im Gegensatz zu seinem Vater, Italien als Deutschland komplementares Land betrachtet. ,,Hatte Johann Caspar von Goethe Italien und Deutschland noch als analoge Lander verstanden, so begreift der Sohn Johann Wolfgang von Anfang an den essentiellen Ge- gensatz: den Kontrast zwischen dem sinnlichen, heiteren ,,Arkadien" und dem kunstfeindlichen, dusteren ,,Cimmerien"."16 Diese Stilisierung der Gegensatze wirkt bis heute in uns nach und beein u t unser Bild von Italien und dem Suden.

3.1 Mythos Sizilien - die Wegbereiter und Nachfolger

Was wei man in jener Zeit uber Sizilien? Welche Bilder und Vorannahnen Siziliens haben Riedesel, Goethe und Seume? Alle drei sind vorgebildet und verfugen uber ein Wissen uber Sizilien, das sich aus der kanonischen Litera- tur, enzyklopadischen Abhandlungen und zeitgenossischen Reisebeschrei- bungen von Patrick Brydone, Johann Heinrich Bartels, Friedrich Munter und Jacob Phillipp d'Orville speist.17 Hinzu kommt die klassische romische und griechische Literatur. In allen Betrachtungen Siziliens steht es immer im Vergleich zu seiner vergangenen Hochkultur { dem fruheren Gro grie- chenland. Das normannisch-arabische Kulturerbe auf Sizilien hingegen gilt lange als barbarisch und ndet nur wenig Interesse, wie man an Riede- sels Au erungen uber den Dom von Monreale feststellt: ,,Ich ubergehe die Gothische Musaico-Arbeit, wovon die Sicilianer soviel Geschrey machen."18 Auch wenn das (wiedererwachte) Interesse an Sizilien noch jung war, bezie- hen sich Riedesel, Goethe und Seume schon auf ihre ,,Vorganger". Riedesel steht ganz unter Ein u Winckelmanns' Kunstgeschichte, wie auch Goethe, der jedoch nach einer Erweiterung des Winckelmannschen Kunstbegri s strebt. Goethe selbst bekennt sich in der ,,Italienischen Reise" recht liebe- voll zu Riedesel. Eher zaghaft beruft er sich wahrend seines Aufenthaltes in Girgenti 19 auf Riedesel und bezeichnet ihn als Mentor, ,,[...] auf den ich von Zeit zu Zeit hinblicke und hinhorche; es ist der tre iche von Riede- sel, dessen Buchlein ich wie ein Brevier oder Talisman am Busen trage."

Seume allerdings will sich als kritischen Beobachter darstellen und ,,neigt [...] dazu, seine Gewahrstexte in programmatischer und provozierender Ab- sicht zu verleugnen, indem er bei jeder Gelegenheit die sensualistische Na- tur der Wahrnehmungsprozesse hervorhebt [...]."21 Anders verfahrt Goethe, der sich ganz bewu t und o en in einer kulurellen Tradition der Reisenden und speziell der Italienreisenden sieht, die er wie folgt beschreibt:

,,Vorgearbeitet in dem Steinreiche Siziliens hat uns Graf Borch sehr emsig, und wer nach ihm, gleichen Sinnes die In- sel besucht, wird ihm recht gern Dank zollen. Ich nde es an- genehm sowie p ichtma ig, das Andenken eines Vorgangers zu feiern. Bin ich doch nur ein Vorfahr von kunftigen andern, im Leben wie auf der Reise."22

Die kulturelle, literarische Vorbildung der drei ist recht ahnlich - alle sind mit den kanonischen Werken ihrer Zeit vertraut. Dies merkt man auch an den Reiserouten, die nicht sehr voneinander abweichen, was zeigt, da es schon damals eine Vorgabe der wichtigen Ziele in Sizilien gab. Alle reisen von Palermo aus uber Segesta, Trapani, Marsala, Agrigento, Siracusa weiter uber Catania nach Messina, um die wichtigsten Stationen zu nennen. Al- lein Seume wagt sich als erster weiter ins Landesinnere vor. Er ist auch der einzige, der noch Orte wie Cefalu zwischen Messina und Palermo erwahnt; dieser Kustenstreifen bleibt fur die damaligen Reisenden ganzlich uninter- essant. Und doch versucht jeder einzelne seinen speziellen, ,,neuen" Teil zur Sizilien- und Reiseliteratur beizutragen. Riedesel ist ganz auf den Spuren Gro griechenlands und versucht die ehemals so bluhende Zivilisation zu entdecken und zu erahnen und wird doch immer wieder enttauscht, wenn ihm die Realitat Siziliens in Form von Armut und Verfall entgegenkommt. Jedoch beklagt er sich nicht einfach uber den Verfall der Insel, sondern es folgen schon bei ihm politische Analysen uber die Lebenswirklichkeit der Einwohner auf der Insel23:

,,Hier hatte ich die Ursache, uber den elenden Zustand des jetzigen Siciliens, in Vergleichung des alten, zu seufzen; so vie- le Stadte, so viele verschiedene Volker, so viele Reichthumer sind vernichtet; kaum die ganze Insel hat so viele Einwohner als Siracusa allein vor Zeiten hatte, 1,200,000. Menschen; so vie- le herrliche Gegenden, welche Frucht brachten, sind wuste aus Mangel der Arbeiter; so viele geraume Seehafen ohne Schi e, aus Mangel des Handels; so viele Menschen mangeln Brod, weil die Edelleute und Monche alle Guter besitzen!"24

Riedesel sieht hier einen klaren Zusammenhang zwischen Armut und Feu- dalherrschaft und kritisiert dies. Was bei Riedesel nur in kleineren Passagen zum Ausdruck kommt, wird bei Seume mehr und mehr zum Programm: die Kritik an der politischen und sozialen Situation Siziliens. Goethe hin- gegen scha t es, selbst die politischen und sozialen Verhaltnisse eher als Lokalkolorit zu betrachten, indem er sie asthetisiert. Wahrend Sizilien im- mer mehr ,,zur wichtigsten Landschaft neben der Stadterfahrung Rom"25 wird, zeichnet sich langsam eine Tendenzwende ab; weg von der romischen Literatur hin zur griechischen; weg von der enzyklopadischen Studienreise, hin zur astethischen, sensualistischen Bildungreise. ,,Am deutlichsten ist dieser Paradigmenwechsel in Goethes Italienischer Reise zu beobachten, wo weder Horaz, noch Juvenal oder Properz auftauchen, damit fur Homer Platz bleibt."26 Goethe ist auch auf den Spuren Odysseus' und der griechi- schen Mythologie. Er bereist Sizilien vor allem als Kunstler und Dichter. Die Begegnung mit dem Fremden wird fur ihn vor allem durch die Domi- nanz der Kunst interessant.27 Auf Sizilien kann er auch seinen geologischen und botanischen Interessen nachgehen.

3.1.1 Insel der Gegensätze

In allen drei Reisebeschreibungen avanciert Sizilien mehr und mehr zum Land der Gegensatze. Schon bei Riedesel zeigt sich die Diskrepanz zwi- schen der Hochkultur Gro griechenlands und des Zerfalls Siziliens in jener Zeit. Durch seine geographische Lage ist Sizilien besonders interessant { noch in Europa, ist es doch auch schon ein Tor zu Afrika. Dichotomien, die uns in allen Reisebeschreibungen begegnen sind z.B. Holle im Gegen- satz zu Elysium/Arkadien 28 So schreibt Seume an einer Stelle: ,,Kommt man von Caltagirone heruber, so geht man zuletzt durch fruchtbare Fel- senschluchten, und steigt einen Berg herab, als ob es in die Holle ginge; und es geht in ein Elysium."29 Eng damit verknupft ist auch der Gegensatz von Fruchtbarkeit/Reichtum und Armut, welcher immer wieder betont wird: ,,Ist das nicht eine Blasphemie in Sicilien, das ehemals die Brotkam- mer fur die Stadt Rom war? Ich konnte meinen Unwillen kaum bergen."30 Und an einer anderen Stelle bemerkt er betro en: ,,Noch nie habe ich eine solche Armut gesehen, und nie habe ich mir sie nur so entsetzlich denken konnen."31 Die Gegensatze werden auch durch die Beschreibung der klima- tischen Verhaltnisse Siziliens hervorgehoben. Auf der einen Seite die Hitze und auf der anderen Seite die Kalte des Atna.

Und immer wieder der Vergleich der bluhende Vergangenheit mit einer chaotisch zerrutteten Gegenwart, die auch von Armut und Ausbeutung gepragt ist.

Auch Natur und Kultur stehen sich gegenuber und verschmelzen aber in manchen Beschreibungen miteinander: ,,Griechische Physionomien giebt es nicht wenige in beiden Geschlechtern,[...]und man ndet viele mannliche und weiblche Schonheiten; mehr jedoch in dem anderen Geschlecht."32 Be- sonders Riedesel scheint durchaus beeindruckt von den sizilianischen Frau- en, da er als einziger immer wieder auf deren Schonheit und Fruchtbarkeit verweist.

3.2 Von Nordländern und Südländern/Identität und

Alterität

Wie schon erwahnt, ist es typisch fur diese Zeit das Wesen der Menschen anhand der klimatischen Bedingungen zu erklaren - die Klimatheorie33 war bis ins 19. Jahrhundert recht beliebt und verbreitet. Daraus ergab sich die Hervorhbung der Gegensatze zwischen Nord- und Sudlandern. Und so n- det man in allen Reisebeschreibungen Bezuge darauf: ,, [...] und die reine und heitere Luft macht sie munter, lustig und frohlichen Herzens; [...]."34 Und an einer anderen Stelle:,,Diese Nation ist wie alle mittagige Volker, sein, scharfsinnig und voller Talent; hat aber auch die Weichlichkeit, Wol- lust und Arglist, [...]."35 Riedesel betont immer wieder, da er dem gangigen Vorurteil, da Sizilien voll mit Raubern und Dieben sei, nicht zustimmen kann - er habe nur gute Erfahrungen gemacht. Uber die Einwohner von Agrigento schreibt er: ,,Die alte Pracht und Neigung zur Wollust ist unter ihnen jetzo verbannt [...]" und verweist gleich darauf, woher er das Vor- urteil hat - aus einem lateinischen Ausspruch: Agrigentini deliciis quotidie iat se dedunt, ac si crastino die morituri; domos vero ita extruere, quasi eternum victuri.36 "37 Dennoch nden sich bei Riedesel viele noch heute be- 1965. S. 73.

stehende Vorurteile und Klischees uber den sizilianischen Charakter wie die Neigung zur ,,Eifersucht und Rachgierde", welche ,,heftiger als an irgend einer Nation."38 sei.

Auch Seume kann sich trotz kritischen und objektiven Anspruch nicht im- mer seiner eigenen kulturellen Vorurteile erwehren. So ndet sich bei ihm oft eine Diskrepanz zwischen kritischer Auseinandersetzung mit den politi- schen und sozialen Verhaltnissen und dem Au ern von stereotypen Verhal- tensweisen: ,,Schade, da die exemplarische sicilianische Faulheit es nicht besser benutzt und genie t."39 Das Klischee des tragen, faulen Sudlanders taucht immer wieder in kleinen und gro eren Absatzen auf - so behauptet er auch uber die Gegend bei Lentini, da diese sicher besser ware ,,wenn man nur etwas ei iger ware."40. An solchen Zuschreibungen zeigt sich, da Seume nicht immer seinem Anspruch gerecht wird, Sizilien und die Sizilianer ohne Vorannahmen zu betrachten. So schwankt er zwischen so- zialkritischer Analyse der Umstande in Sizilien und den Stereotypen sei- ner Zeit: ,,Die Sizilianer sind ein sehr gutmutiges, neugieriges Volkchen, die in der ersten Viertelstunde ganz treuherzig dem Fremden alles abzu- fragen verstehen."41 Ein besonderer Gegensatz zu Deutschland stellt auch immer wieder der Katholizismus dar, der auf die protestantischen Reisen- den tri t: Als das Gesprach zwischen Seume und einem Sizilianer auf die Religion kommt, sagt Seume, da er ihm daruber ,,so wenig als moglich, so schonend als moglich sagte."42 Und beschreibt die Reaktion des Sizilianers: ,,aber er konnte durchaus nicht begreifen, wie man nicht an den Papst glau- ben und ohne Monche leben konne."43 Auch Riedesel hatte wenig fur die religiose Tradition der Insel ubrig: ,,Gleichwie ich die heilige Rosalia von Palermo mit Stillschweigen ubergangen habe, so will ich auch desgleichen von der Madonna di Trapani und anderen unzahligen wundertatigen Hei- ligen in ganz Sicilien tun."44 Goethe dagegen la t sich ganz in den Bann der heiligen Rosalia auf dem Monte Pellegrino ziehen. Er verweist auf die Beschreibungen Brydones und la t diesen mystischen Ort auf sich wirken:

,,Es war eine gro e Stille in dieser gleichsam wieder ausgestorbenen Wuste, eine gro e Reinlichkeit in einer wilden Hohle; der Flitterputz des katholischen, besonders sizilianischen Gottesdienstes, hier noch zunachst seiner naturlichen Einfalt; die Illusion, welche die Gestalt der schonen Schlaferin hervorbrachte, auch einem geubten Auge noch reizend [...]."45

Seumes Kritik am suditalienischen Klerus steht im engen Zusammenhang zu seiner Kritik an Napoleon und den aktuellen politischen Zustanden und Ereignissen in Europa. ,,Das Motiv vom sittenlosen und prassenden Monch"46 ndet sich sowohl bei ihm, als auch bei Riedesel. Seume ubergeht die Schutzheilige Palermos ganz und betont immer wieder die Armut, aber auch die vermeintliche Unfahigkeit der Sizilianer zur Organisation und Ord- nung { im Gegensatz zu den deutschen Klischees: Flei , Ordnung und Dis- ziplin. ,,Das Haus ist schlecht genug, und ein deutscher Dorfschulze wurde sich schamen, es nicht besser gemacht zu haben47."

Auch bei Goethe nden sich gegensatzliche Zuschreibungen von deutscher und italienischer Identitat. Einerseits bemerkt er, da sie sich beim An- legen der Parks ,,haushaltischer als die Nordlander"48 verhalten, um an anderer Stelle ahnlich wie schon Riedesel und Seume auf die Unreinlich- keit einzugehen. So etwa in der Passage uber den Zustand der Stra en von Palermo. Auf Nachfrage Goethes wieso die Stra en nicht sauber ge- halten werden, sondern der Dreck einfach weg auf die Stra e gekehrt wird, entgegnet ihm ein Sizilianer, dies sei bei ihnen so und verweist gleichzei- tig auf die schonen Besen. ,,Und, lustig genommen, war es wirklich an dem. Sie haben niedliche Beschen von Zwergpalmen[...]."49 So setzt Goethe keine ,,nordlandische" Haltung auf, sondern wertet diese Umgehensweise um in einen angenehmen Zug der Sizilianer. So asthetisiert Goethe ,,selbst 50 [die] negativsten Zuschreibungen des italienischen Nationalcharakters."

Goethe sieht in der Stilisierung Italiens zum Sehnsuchtsland und Land der Wiedergeburt auch immer eine Kritik an Deutschland. Fur ihn festigen sich mehr und mehr die Gegensatze zwischen Nordlandern und Sudlandern, die durch die Dichotomien wie Unfreiheit-Freiheit, Unsinnlichkeit-Sinnlichkeit, Schwermut-Leichtigkeit bekraftigt werden. Diese Gegensatze sind fur ihn jedoch nicht unuberwindbar - sie erganzen sein nordisches Ich und ,,ver- vollkommnen" es. Sizilien bzw. Italien dient ihm zur kreativen Befreiung und Selbst ndung, was in Deutschland nicht moglich gewesen ware. In der Kunst sieht Goethe aber auch die Aufhebung der Widerspruche und Ge- gensatze, da die Kunst, wenn auch aus der Vergangenheit, die Gegenwart beein u t und fur ihn auch dominiert. Auch bei der Beschreibung von Landschaften betreibt er oft literarische Landschaftsmalerei, es sei denn er geht seinen geologischen und naturwissenschaftlichen Studien nach. Aber auch diese scheinen oft unter dem Ein u seiner pantheistischen51 Gedan- kengange zum Leben und der Natur zu stehen. Keiner betont den Gegensatz zwischen ,,Arkadien" und ,,Cimmerien" so sehr wie Goethe - klimatisch wie emotional.

Seume hingegen geht von einem ganz anderen Blickwinkel aus: er ist Ver- fasser aufklarerischer Schriften und sieht sich als politischer Unterschichts- Autor. Er will Sizilien unkonventionell, subjektiv und kritisch erfahren und beschreiben. Er will sich ,,vor allem auch von den asthetischen Iden- titatsentwurfen der Kunstepoche ab [heben]"52 und versucht sich vom idea- lisierten Italienbild zu distanzieren. Im Gegensatz zu Goethe sieht Seu- me gelebte Geschichte an allen Orten, die er durchstreift { und sieht die Geschichte von Feldherren, Herrschaftshausern und den Menschen an sich voruberziehen. Da er sich trotz all der ihm bewu ten Geschichte nah an der Realitat und dem Alltag zeigen mochte, betont er vor allem durch immer wiederkehrende Einschube italienischer bzw. sizilianischer Zitate. Au allig ist, da er im Gegensatz zu Riedesel und Goethe nicht nur klas- sische Literaten zitiert, sondern auch die einheimische Bevolkerung z. B. bei der Beschreibung einer Szene mit seinem ,,Cicerone",,[...]der eine Art Liebesliedchen sang, und sehr emphatisch drollig genug immer wiederhol- te: Kischta nutte, kischta nutte iu verru, iu verru. (Questa notte io verro) 53."54

Objektivitat und Entfaltung der bereits vorhandenen Identitat ist bei ihm, wie bei seinen Vorgangern ein Topos. ,,Doch geht es Seume nicht um die Aktivierung eines bisher unbewu ten Potentials, um so etwas wie Goethes 'Wiedergeburt', sondern um das Ausleben bereits ,,lebendig in der Seele liegenden Gesinnungen"."55 Zu moglichen Ungereimtheiten oder Diskre- panzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit sagt Seume schon in seiner Vorrede zur zweiten Au age: ,,Gegen den Strom der Zeit kann zwar der Einzelne nicht schwimmen; aber wer die Kraft hat, halt fest und la t sich von demselben nicht fortrei en."56

4 Schlußbetrachtungen

Im Laufe der Hausarbeit hat sich vor allem gezeigt, da Goethe und Seu- me interessante Gegenpole bilden; durch ihre Herangehensweise und ihre unterschiedlichen Anspruche an das Thema Reisen und Wahrnehmung des Fremden, wahrend Riedesel naher an der traditionellen Reisebeschreibung bleibt. Alle drei hatten Sizilien schon im Kopf und waren zunachst durch die kanonische Literatur ihrer Zeit ahnlich ausgestattet { und doch setzte jeder einen anderen Schwerpunkt, durch das, was er suchte und das, was er nden und sehen wollte. Riedesel betrachtet Sizilien vorwiegend aus den Augen des Kunsthistorikers und Archaologen { Goethe sieht Sizilien durch die Augen eines Kunstlers und eines Suchenden { und Seume sieht seinen Schwerpunkt mehr und mehr in sozialkritischen Beschreibungen. ,,Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlussel zu allem."57 sagte Goethe einst uber Sizilien und noch heute werden Reisen auf den Spuren Goethes nach Sizilien angeboten und wer einmal dort war, er- innert sich an die vielen Platze und Gasthauser, an denen ein Schild hangt, das auf Goethes einstige Anwesenheit aufmerksam macht. Au allig ist, das bis heute die Reiserouten durch Sizilien durch deren Rezeption vorgezeich- net zu sein scheinen und selbst die Stra en scheinen sich an den schon damals interessanten Stadten entlangzuhangeln. Wer sich fur die antiken Statten interessiert kann auf Studienreisen von Palermo aus eine Rundreise an der Kuste entlang uber Segesta, Trapani, Agrigento, Siracusa, Taormi- na und Catania machen. Und wer sich an Seume halten mochte, wagt sich eventuell als Rucksacktourist in das Landesinnere, das heutzutage zumin- dest per Uberlandbus und Auto zu erreichen ist, und macht einen Abstecher nach Enna, Caltanisetta oder Erice. Wie schon Goethe, Seume und Riede- sel, ist man auch heute gepragt durch Zuschreibungen und Assoziationen. Manche sind weggefallen, andere, wie etwa der Mythos der Ma a, aber auch der Kampf dagegen sind hinzugekommen. Auch heute gilt: ,,Bin ich doch nur ein Vorfahr von kunftigen andern, im Leben wie auf der Reise."58

5 Literatur

Goethe, Johann Wolfgang von: Italienische Reise. In: Johann Wolfgang von Goethe. Meisterwerke. Band 7. Mundus Verlag. 1999.

Riedesel, Johann Hermann von: Reise durch Sizilien und Gro griechenland. Berlin 1965.

Seume, Johann Gottfried: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. In: Johann Gottfried Seume Werke. Band 1. Frankfurt am Main 1993.

5.1 Sekundärliteratur

Brenner, Peter J.: Die Erfahrung der Fremde. Zur Entwicklung einer Wahrnehmungsform in der Geschichte des Reiseberichtes. In: Ders. (Hg.): Der Reisebericht. Die Entwicklung einer Gattung in der deeutschen Literatur. Frankfurt/M. 1989.

Fink, Gonthier-Louis: Diskriminierung und Rehabilitierung des Nordens im Spiegel der Klimatheorie. In: Imagologie des Nordens. Kulturelle Kon- struktionen des Nordlichen in interdisziplinarer Perspektive. Frankfurt a. M. 2004.

Heitmann, Klaus: ,,Von den Italianern sagt man insgemein, dass sie...". Zur Propagierung von Stereotypen im deutschen Schulbuch alter und neuer Zeit. In: Spiegelungen. Romanistische Beitrage zur Imagologie. Heidelberg 1996.

Herder: Italienische Reise. Hamburg 2003. Nachwort. S. 623-645.

Meier, Albert. Das Land zum Buch. Klassische Literatur und Italienwahrnehmung im 18. Jahrhundert. In: Deutsches Italienbild und Italienisches Deutschlandbild im 18.Jahrhundert. Tubingen 1993.

Putter, Linda Maria: Reisen durchs Museum. Bildungserlebnisse deutscher Schrifsteller in Italien (1770-1830). In: Germanistische Texte und Studien. Band 60. 1998.

Scamardi, Teodoro: ,,Selbstandigkeit genug?"Zur Rezeption der SizilienLiteratur im Spaziergang nach Syrakus. In: TEXT+KRITIK. 126. Johann Gottfried Seume.

Waetzoldt, Wilhelm: Das klassische Land. Wandlungen der Italiensehnsucht. Leipzig 1927.

http://www.seume.de/Sites/Spazier/Spazier.htm (10.10.2005) http://de.wikipedia.org (18.10.2005)

[...]


1 Vgl. Meier, Albert. Das Land zum Buch. Klassische Literatur und Italienwahrneh- mung im 18. Jahrhundert. In: Deutsches Italienbild und Italienisches Deutschlandbild im 18.Jahrhundert. Tubingen 1993.

2 Herder, Johann Gottfried: Italienische Reise. Hamburg 2003. Nachwort. S. 623-645.

3 http://www.emmet.de/por/htm

4 http://www.seume.de/Sites/Spazier/Spazier.htm

5 Goethe, Johann Wolfgang von: Italienische Reise. In: Meisterwerke. Band 7. Mundus Verlag. 1999. Teil II. S.266.

6 Scamardi,Teodoro:,,Selbstandigkeit genug?"Zur Rezeption der Sizilien-Literatur im Spaziergang nach Syrakus. In: TEXT+KRITIK. 126. Johann Gottfried Seume. S.60.

7 Riedesel, Johann Hermann von: Reise durch Sizilien und Gro griechenland. Berlin 1965. S. 23.

8 Ebd. S. 21.

9 Goethe, Johann Wolfgang von: Italienische Reise. In: Meisterwerke. Band 7. Mundus Verlag. 1999. Teil II. S. 260.

10 Ebd. S. 253.

11 Ebd. S. 254.

12 Seume, Johann Gottfried: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. In: Johann Gottfried Seume Werke. Band 1. Frankfurt am Main 1993. S. 157.

13 Ebd. S. 378.

14 Vgl. Peter J. Brenner: Die Erfahrung der Fremde. Zur Entwicklung einer Wahrnehmungsform in der Geschichte des Reiseberichtes

15 Heitmann, Klaus: ,,Von den Italianern sagt man insgemein, dass sie...". Zur Propagierung von Stereotypen im deutschen Schulbuch alter und neuer Zeit. In: Spiegelungen. Romanistische Beitrage zur Imagologie. Heidelberg 1996. S. 314.

16 Herder: Italienische Reise. Hamburg 2003. Nachwort. S. 623-645.

17 Vgl. Scamardi, Teodoro: ,,Selbstandigkeit genug?"Zur Rezeption der Sizilien-Literatur im Spaziergang nach Syrakus. In: TEXT+KRITIK. 126. Johann Gottfried Seume.

18 Riedesel, Johann Hermann von: Reise durch Sizilien und Gro griechenland. Berlin 1965. S. 23.

19 offzieller Name: Agrigento

20 Goethe, Johann Wolfgang von: Italienische Reise. In: Meisterwerke. Band 7. Mundus Verlag. 1999. Teil II. S. 283.

21 Scamardi, Teodoro: ,,Selbstandigkeit genug?"Zur Rezeption der Sizilien-Literatur im Spaziergang nach Syrakus. In: TEXT+KRITIK. 126. Johann Gottfried Seume. S. 59.

22 Goethe, Johann Wolfgang von: Italienische Reise. In: Meisterwerke. Band 7. Mundus Verlag. 1999. Teil II. S. 266/267.

23 Vgl. Scamardi, Teodoro: ,,Selbstandigkeit genug?"Zur Rezeption der Sizilien-Literatur im Spaziergang nach Syrakus. In: TEXT+KRITIK. 126. Johann Gottfried Seume.

24 Riedesel, Johann Hermann von: Reise durch Sizilien und Gro griechenland. Berlin 1965. S. 61/62.

25 Meier, Albert. Das Land zum Buch. Klassische Literatur und Italienwahrnehmung im 18. Jahrhundert. In: Deutsches Italienbild und Italienisches Deutschlandbild im 18.Jahr- hundert. Tubingen 1993. S. 31.

26 Ebd. S. 31

27 Vgl. Putter, Linda Maria: Reisen durchs Museum. Bildungserlebnisse deutscher Schrif- steller in Italien (1770-1830). In: Germanistische Texte und Studien. Band 60. 1998.

28,,Arkadien [...] ist ein abgeschlossenes Berg- und Hochland etwa in der Mitte der sudgriechischen Halbinsel (Peloponnes). Seine Bewohner galten im Altertum als rauhes Hirtenvolk. Gewisse Charakterzuge Arkadiens lassen sich durch seine isolierte geographi- sche Lage erklaren. Seine Einwohner sehen sich als das alteste griechische Volk uberhaupt an. [...] In der griechischen Mythologie wurde Arkadien verklart zum Ort des Goldenen Zeitalters, wo die Menschen unbelastet von muhsamer Arbeit und gesellschaftlichem An- passungsdruck in einer idyllischen Natur als zufriedene und gluckliche Hirten lebten. Ent- sprechend war es das ideale Thema der antiken bukolischen Literatur (z.B. der Hirtenge- dichte Vergils), aber auch der reichen bukolischen Literatur der europaischen Renaissance und des Barock, sowie zahlloser Gemalde des 16. bis 18. Jahrhunderts. In der antiken latei- nischen Literatur wird der ursprunglich in Griechenland be ndliche Ort oft nach Sizilien verlegt. http://de.wikipedia.org/wiki/Arkadien" (18.10.2005)

29 Seume, Johann Gottfried: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. In: Johann Gottfried Seume Werke. Band 1. Frankfurt am Main 1993. S. 344.

30 Ebd. S. 325.

31 Ebd. S. 325.

32 Riedesel, Johann Hermann von: Reise durch Sizilien und Gro griechenland. Berlin

33,,Im Gegensatz zur wissenschaftlichen Klimatologie ist die Klimatheorie eine rein eu- ropaische Angelegenheit; sie ist Teil der europaischen Geschichte von der Antike bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, mit einigen Auslaufern im 19. Jahrundert. Sie spiegelt die ver- suche der europaischen Volker ihre nationale Identitat in der Auseinandersetzung mit den Nachbarvolkern zu bestimmen und den Gegensatz dank der Referenz auf die Natur zu le- gitimieren; [...]."(Fink, Gonthier-Louis: Diskriminierung und Rehabilitierung des Nordens im Spiegel der Klimatheorie. In: Imagologie des Nordens. Kulturelle Konstruktionen des Nordlichen in interdisziplinarer Perspektive. Frankfurt a. M. 2004. S. 45.)

34 Riedesel, Johann Hermann von: Reise durch Sizilien und Gro griechenland. Berlin 1965. S. 63.

35 Ebd. S. 72.

36 Ebd. S. 39.

37 Die Agrigentiner geben sich taglich den Daseinswonnen so hin, als wenn sie morgen sterben mu ten, aber sie bauen ihre Hauser, als wenn sie ewig leben wurden. (Ebd. S. 105.)

38 Ebd. S. 74.

39 Seume, Johann Gottfried: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. In: Johann Gottfried Seume Werke. Band 1. Frankfurt am Main 1993. S. 344.

40 Ebd. S. 345.

41 Ebd. S. 334.

42 Ebd. S. 334/335.

43 Ebd. S. 334/335.

44 Vgl. Sizilien. Ein literarisches Landschaftsbild. Inselverlag Frankfurt a. M./Leipzig. 2000.

45 Goethe, Johann Wolfgang von: Italienische Reise. In: Johann Wolfgang von Goethe. Meisterwerke. Band 7. Mundus Verlag. 1999. S. 259.

46 Vgl. Scamardi, Teodoro: ,,Selbstandigkeit genug?"Zur Rezeption der Sizilien-Literatur im Spaziergang nach Syrakus. In: TEXT+KRITIK. 126. Johann Gottfried Seume.

47 Seume, Johann Gottfried: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. In: Johann Gott-fried Seume Werke. Band 1. Frankfurt am Main 1993. S. 382.

48 Goethe, Johann Wolfgang von: Italienische Reise. In: Meisterwerke. Band 7. Mundus Verlag. 1999. Teil II. S. 261.

49 Ebd. S. 257.

50 Putter, Linda Maria: Reisen durchs Museum. Bildungserlebnisse deutscher Schrifstel- ler in Italien (1770-1830). In: Germanistische Texte und Studien. Band 60. 1998. S. 186.

51 Hier vor allem der immanent transzendente Pantheismus: ,,Pantheismus (griech. ,,All- Gott-Lehre"), macht das All, die Natur zu Gott [...].[...] der immanent-transzendente P., nachdem sich Gott in den Dingen verwirklicht (Spinoza, dt. Idealismus, Goethe, Schlei- ermacher, Eucken.)" (Schischko , Georgie (Hrsg.): Philosphisches Worterbuch. Stuttgart 1991.)

52 Putter, Linda Maria: Reisen durchs Museum. Bildungserlebnisse deutscher Schrifstel- ler in Italien (1770-1830). In: Germanistische Texte und Studien. Band 60. 1998. S. 218.

53 Diese Nacht werde ich kommen

54 Seume, Johann Gottfried: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. In: Johann Gottfried Seume Werke. Band 1. Frankfurt am Main 1993. S. 332.

55 Putter, Linda Maria: Reisen durchs Museum. Bildungserlebnisse deutscher Schrifsteller in Italien (1770-1830). In: Germanistische Texte und Studien. Band 60. 1998. S. 219.

56 Seume, Johann Gottfried: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. In: Johann Gott-fried Seume Werke. Band 1. Frankfurt am Main 1993. S. 164.

57 Goethe, Johann Wolfgang von: Italienische Reise. In: Johann Wolfgang von Goethe. Meisterwerke. Band 7. Mundus Verlag. 1999. Teil II. S. 267.

58 Goethe, Johann Wolfgang von: Italienische Reise. In: Meisterwerke. Band 7. Mundus Verlag. 1999. Teil II. S. 266/267.

Details

Seiten
21
Jahr
2005
Dateigröße
568 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110349
Institution / Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,0
Schlagworte
Entdeckung Siziliens Beispiel Deutsche Reiseliteratur

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Titel: Die literarische (Wieder-) Entdeckung Siziliens am Beispiel der