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Olympias - Die Mutter Alexanders des Großen

Seminararbeit 2006 20 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herkunft der Olympias und königliche Ahnenreihe

3. Ihre Bedeutung als Ehefrau und Mutter

4. Ihre Rolle nach dem Tod Alexanders des Großen

5. Zusammenfassung

6. Bibliographie

7. Anhang

Olympias, die Mutter Alexanders des Großen

1. Einleitung

„Der Name Alexander bezeichnet das Ende einer Weltepoche und den Anfang einer neuen“, so beginnt der Historiker Droysen seine klassische Biographie über Alexander den Großen.

Immer schon wurde in der Geschichte bedeutenden und herausragenden Persönlichkeiten der Beiname „Der Große“ verliehen. Alexander von Makedonien ist eine davon. Literatur über Alexander gibt es genug, jedoch werden sicherlich nicht alle Fragen eine passende Antwort finden. Das Urteil über Alexander schwankt bis zum heutigen Tag zwischen maßloser Bewunderung und schärfster Ablehnung, zwischen Verständnis für seine Fehler und bitterer Abwertung selbst seiner größten Erfolge gegenüber. Schon für seine Zeitzeugen war er von Geheimnissen umgeben. Es gibt kaum eine geschichtliche Persönlichkeit von der wir so viel und so wenig wissen.

In dieser Hausarbeit soll jedoch nicht Alexander im Mittelpunkt stehen, sondern eine der Personen, der er sein Dasein und teilweise auch gewisse Wesenszüge zu „verdanken“ hat - seine Mutter Olympias von Epirus, von der es jedoch kein zeitgenössisches Portrait gibt. Natürlich ist es nicht einfach, eine Darstellung über eine Person zu erstellen, die nur deshalb in der antiken Geschichte auftaucht, weil sie die Mutter einer der größten Persönlichkeiten überhaupt war; sie trat folglich immer als „Nebendarstellerin“ auf.

Durch Nachforschungen konnten Historiker jedoch einiges über ihre Herkunft und Abstammung herausfinden, was ich natürlich auch in meiner Hausarbeit wiedergeben werde. Charakterzüge jedoch und alles andere, was man über Olympias weiß, ist meist nur im Zusammenhang mit ihrer Beziehung zu ihrem Sohn Alexander dem Großen oder auch mit dem Verhältnis zu ihrem Mann, König Philipp II. von Makedonien zu ermitteln.

Demzufolge wird diese Arbeit so gegliedert sein, dass ich zu Beginn etwas zur Abstammung sagen werde, dann ein Kapitel über ihre Bedeutung als Ehefrau Philipps II. und Mutter Alexanders folgt und schlussendlich soll auch auf ihre Rolle nach dem Tod ihres Sohnes eingegangen werden. Besonders im dritten und vierten Kapitel wird sich viel über den Charakter Olympias erschließen lassen, denn als Königin von Makedonien und Mutter des bedeutendsten Mannes ihrer Zeit, hatte sie viele Gelegenheiten an der Macht ihres Sohnes teilzuhaben und sie auszuspielen.1

2. Herkunft der Olympias, königliche Ahnenreihe und Charakter

Olympias2 wurde als Tochter Neoptolemus 375 v. Chr. geboren. Dieser war der Sohn, bis zu dessen Tod auch Mitregent und später alleiniger Nachfolger des Epirotenkönigs Alketas I., dessen Herrschaftsgebiet (Epirus) nach heutigem geographischem Verständnis den Nordwesten Griechenlands und Südalbanien umfasste. Es gab vierzehn verschiedene Stämme in Epirus, wovon einer die Molosser waren, welcher im östlichen Teil lag und an die Südwestecke des Reiches von Philipp II. angrenzte.3

Neoptolemus kam, wie auch seine Vorfahren, aus dem Stamm der Molosser, die in der Regel auch Führer des Bundes aller Epiroten waren. Sein jüngerer Bruder, Arybbas, machte kurz nach dem Tod ihres Vaters Ansprüche auf eine vollwertige Beteiligung an der Herrschaft geltend, die er einerseits mit dem Schwert erkämpfte und andererseits durch eine Heirat mit der Tochter Neoptolemus’, Troas, diese Herrschaft bekräftigte.4 Über die gemeinsamen Regierungsjahre der beiden Brüder ist nichts bekannt, sie fand jedoch mit dem Tod Neoptolemus’ circa 364/363 v. Chr ein Ende. Danach herrschte Arybbas allein und bekam auch die Vormundschaft für seine Nichte Olympias und deren Bruder Alexandros5, die beide kein Erbrecht innehatten. Arrybas’ Herrschaft erfolgte jedoch ohne Rücksicht auf die beiden Kinder seines Bruders und so war das Verhältnis von Missachtung und Anfeindung gekennzeichnet.

Olympias führte ihre Ahnenreihe auf Achilles und Zeus zurück, denn ihr Großvater Alketas I. stammte von Neoptolemus, Sohn des Achilles und von Aiakos, Sohn des Zeus6 ab. Und in den Adern ihres Vaters hatte das Blut der trojanischen Helena geflossen.7

Nach Plutarch waren die molossischen Frauen schon immer den ausschweifenden Riten des Orpheus und Dionysos zugetan.8 Im Allgemeinen wurden sie als Bacchantinnen, Klodonen und Mimallonen bezeichnet, was in Makedonien die Bezeichnung für wilde Frauen im Zuge des Bacchus oder Dionysos9 war.

Besonders Olympias war den Griechen als begeisterte Bacchantin und trinkfreudige Zecherin zu Ehren des Gottes bekannt. Während der Riten soll Olympias lange, zahme Schlangen mit sich gehabt haben, die sie den Gläubigen in die Hände gab. Da diese Riten immer mit tatsächlichem oder vorgestelltem Geschlechtsgenuss verbunden waren, schien Olympias eine besonders leidenschaftliche Frau gewesen zu sein. Die geschlechtliche Erregung war für sie so eng mit religiöser Ekstase verbunden, dass ihr selbst ihre maßlosesten sexuellen Wünsche nur als natürlicher Ausdruck ihrer Frömmigkeit erschienen. Und auch an den heiligen Tänzen zu Ehren der Naturgötter nahm sie mit äußerster Hingabe teil. Weiterhin wird berichtet, dass sie manchmal die lebenden Schlangen um den Körper wand oder ihnen gestattete, aus dem Efeu heraus auf die heiligen Pfeiler zu kriechen und sich um die geweihten Speere zu schlängeln. Olympias erlaubte den Schlangen sogar, sich um die geflochtenen Blumengewinde und Ruten ihres Haarkranzes zu wickeln und sich darin zu verstecken. Cicero schreibt, dass Olympias sich eine eigene Lieblingsschlange hielt, die sie vorher eigenhändig zähmte.10

Ihre starke Beziehung zu den religiösen Ritualen zeigte sich auch darin, dass sie im Vergleich zu anderen Gläubigen Tausende von Tieren opferte, andere hingegen zehn bis höchstens hundert. Plutarchs Beschreibung von Olympias spricht von einer leidenschaftlichen und eifersüchtigen Frau, die unversöhnlich als Feindin und von wilder Grausamkeit war. Trotzdem besaß sie großen Stolz, war zielstrebig und besonders schön. Zusammenfassend kann man also sagen, dass „Olympias eine Frau war, die tief religiös und bis zum Grunde ihrer Seele mystisch veranlagt war, deren religiöser Eifer sich jedoch von sinnlicher Begierde nicht trennen ließ.“11

3. Ihre Bedeutung als Ehefrau und Mutter

Nachdem nun einiges über die Familienverhältnisse und die religiösen Zuneigungen Olympias’ dargestellt wurde, soll es nun um die bedeutungsvollsten Jahren der Epirotin gehen, nämlich um ihre Rolle als Ehefrau Philipps II. und als Mutter des Alexander dem Großen.

Als Philipp II. vier- oder fünfundzwanzig Jahre alt war, machte er eine Reise zu der Insel Samothrake12. Dieses kleine Eiland war Hauptheiligtum der Kabiren (röm.: Cabiri), Enkel des Hephaestos (Vulkan) und halbgöttliche Bewohner der unbekannten Regionen unter den vulkanischen Bergen. Für manche waren diese mysteriösen Wesen die Schutzherren der Fruchtbarkeit, für andere die der Schifffahrt. Außerdem wurden ihre geheimnisvollen Riten und Orgien als eines der berühmtesten Mysterien der Antike angesehen. Man hat auch herausgefunden, dass diese religiösen Feste in einem Tempel nahe der größten Stadt Samohrake’s veranstaltet, doch über die Riten selber weiß man nur so viel, als dass sie in irgendeiner Weise sexuell aufreizend, für unsere heutigen Verhältnisse sogar obszön gewesen zu sein schienen.13 Männer und Frauen wurden in die Geheimnisse eingeführt und gleichzeitig von Delikten (auch Mord) freigesprochen. Es hieß auch, wer diese Insel besuchte und sich von seinen Fehltritten freimachte, tat dies, um sich vor zukünftigem Unglück stark zu schützen. Es können also mehrere Gründe gewesen sein, weshalb Philipp zu dieser Insel fuhr, am wichtigsten ist jedoch, dass er hier Olympias traf, in die er sich - nach Plutarch und Schachermeyer14 - verliebte und gleich darauf heiratete. Das muss im Jahre 358 v. Chr. gewesen sein. Es gibt jedoch auch andere Theorien, wie Olympias ihren zukünftigen Gemahl kennen lernte. Eine zum Beispiel wäre, dass sie sich erst ein Jahr vor Alexanders Geburt (Juli 356) vermählten, denn zu diesem Zeitpunkt hatte Philipp seine Macht bereits in den Süden und Nordwesten Makedoniens ausgeweitet und ihm daher die Ehe mit der epirotischen Königin sehr gelegen kam15. Nach Schachermeyer heißt es jedenfalls, dass die Braut 357 v. Chr. nach Makedonien kam und dort sofort Hochzeit gehalten wurde, was für die junge Waise eine „Befreiung aus drückendsten Verhältnissen“ war.

In Makedonien gab es nun eine wahre, repräsentative Königin, von der man nun einen Thronfolger erhoffte, was auch sehr bald geschehen sollte. Über diese Schwangerschaft sind viele mysteriöse Geschichten umher kursiert. In der Nacht vor ihrer Hochzeit hatte Olympias wohl einen Traum, in dem sich ein Donnerkeil auf ihren Leib senkte und sie innerlich in Brand setzte, was sich wohl aus ihrem religiösem Glauben in Bezug auf Zeus- Naios ergab. Es sollte bedeuten, dass sich dieser Schutzgott persönlich um die zukünftige Fruchtbarkeit der Olympias sorgte. (Später schien das einer der Gründe dafür gewesen zu sein, dass Olympias erzählte, Alexander wäre der leibhaftige Sohn Zeus’, denn nicht Philipp, sondern der Donnergott selbst wäre in der betroffenen Nacht bei ihr gewesen.) Und auch Philipp hatte einen Traum einen Tag nach der Hochzeitsnacht, in dem er dem Leib seiner Angetrauten ein Siegel - auf dem ein Löwe abgebildet war - aufdrückte. Plutarch erklärt dazu, dass die Wahrsager Philipp durch diesen Traum sagen konnten, dass Olympias einen Sohn erwartete (der das Herz eines Löwen in sich trug), denn „was leer sei, werde ja nicht versiegelt“16. Außerdem kann man den Traum Philipps auch in der Hinsicht deuten, dass sich darin eifersüchtige Liebe widerspiegelt.17

Das junge Paar war sich vor allem bezüglich politischer Fragen sehr ähnlich. Olympias fühlte sich auch als makedonische Königin immer noch sehr stark zu ihrem Heimatland Epirus hingezogen und daher lag ihr viel daran die dortige Herrschaft an sich zu nehmen. Auch ihr Mann hatte den Plan, das benachbarte Land in makedonische Abhängigkeit zu bringen, wobei Olympias und deren Bruder helfen sollten. 351 v. Chr. erlangte die junge Königin die Aushändigung ihres unmündigen Bruders von ihrem Oheim Arybbas und 341 v. Chr. wurde dieser aus Epirus vertrieben und Alexandros als neuer König eingesetzt, durch den Olympias ihr Heimatland regieren konnte.18

Trotz allem hat die - nach Schachermeyer - leidenschaftliche Liebe nicht lange angehalten. Schon kurze Zeit später überkamen Philipp erneut seine polygamen Neigungen.19

Ein ausschlaggebender Grund dafür war, dass sich in Olympias sehr bald das Dämonische und Unheimliche zu erkennen zeigte, wie zum Beispiel ihre exzentrische Liebe zu Schlangen. Sie hatte sich eine zahme Schlange mit nach Makedonien genommen, die sie eines Nachts mit in ihr Bett nahm. Nach Plutarch war das der Grund, was Philipps „Liebe und Zuneigung zu ihr ab[kühlen ließ]“. (Sowohl Plutarch als auch Pseudo- Kallisthenes berichten, dass später das Gerücht kursierte, diese Schlange wäre Gott Ammon persönlich gewesen und hätte Olympias in dieser Nacht geschwängert.20 )

In den folgenden Jahren kümmerte sich Olympias um ihren heranwachsenden Sohn, denn ihr Mann König Philipp II. war ausschließlich damit beschäftigt, sein kleines Reich Makedonien in eine Großmacht auszuweiten. Er überließ Olympias somit die vollständige Erziehung des neuen Thronfolgers, die sie „mit mütterlichem Eifer und mit einer so leidenschaftlichen Ausschließlichkeit im Anspruch auf das Kind“ ausübte. Eine vornehme Amme namens Hellanike oder Lanike, die selbst mehrere Söhne hatte, unterstützte sie dabei. Diese genoss die volle Liebe des jungen Prinzen, während Olympias die etwas kühle, ehrerbietige Zuneigung galt.21

Philipp hingegen erweiterte in diesen und den folgenden Jahren nicht nur sein Land, sondern vergnügte sich erneut mit anderen Frauen, von denen er auch die eine oder andere heirate.22 Eine Frau jedoch, auf die Philipp sein Auge geworfen hatte, war eine Makedonierin und somit eine große Gefahr für Olympias. Diese hat bis zu jener Ehe jegliche Nebenbuhlerinnen von ihrem König geduldet (zumindest ist nichts Gegenteiliges bekannt), doch bei der Hochzeit mit Kleopatra23 337 v. Chr., die eine Nichte Attalos’ war - somit auch aus altem makedonischem Adel -, überkam Olympias eine große Eifersucht, was auf Grund ihres leidenschaftlichen und temperamentvollen Wesens nicht untypisch war. Kleopatra stellte außerdem eine Rivalin dar, die Olympias aus ihrer königlichen Herrschaft verdrängen hätte können, denn sie war durch ihre makedonische Abstammung eine legitime Königin. Olympias war zwar die Mutter von Alexander - der einzige fähige Sohn Philipps24 - und außerdem die Prinzessin von Epirus, doch auch Kleopatra erwartete nach ihrer Tochter Europe ein weiteres Kind, das, wenn es ein Sohn werden würde, Alexander aus seiner Thronfolge vertreiben könnte.

Auf der Hochzeit Philipps und Kleopatra kam es dann zu einem großen Streit. Attalos nämlich sprach genau diese Angst Olympias’ an und nachdem Alexander aus Wut das Schwert gegen seinen Vater erhoben hatte, flüchteten er und seine Mutter aus Makedonien und gingen nach Epirus, der Heimat Olympias’.25

Das zweite Kind Kleopatras sollte nun tatsächlich ein Sohn werden und so wartete das makedonische Volk darauf, dass ein Wechsel in der königlichen Gunst geschehen würde. Zusätzlich kam es zu einer Vermählung, die Olympias auch ihr zweites „Ass“26 nehmen sollte, denn Philipp gab seine Tochter Kleopatra (die Schwester Alexanders) an den Bruder Olympias - Alexandros - womit er die Verbindung zwischen den beiden Ländern aufrechterhielt und sogar verbesserte, denn nun war er durch eigenes Blut (das in den Adern seiner Tochter floss) mit dem rechtmäßigen König von Epirus verwandt. Die Hochzeit jedoch, die eigentlich ein großer Erfolg für Philipp II. werden sollte, endete im Sommer 336 v. Chr. mit seinem Tod.

Es ist bis heute nicht erwiesen, wer verantwortlich für den Tod des makedonischen Königs war, die Tat selbst aber hat ein gewisser Pausanias27 begangen, dessen Beweggrund - nach Aristoteles - seine Vergewaltigung und Misshandlung durch Attalos und dessen Gefolgschaft gewesen sei, die Philipp auf Pausanias’ Bitte hin trotzdem nicht gerächt hatte. Daher rächte sich Pausanias an dem König. Andere wiederum behaupteten, dass Pausanias nur die ausführende Person war und eigentlich jemand anderes Schuld an dem Mord gewesen sei, wie zum Beispiel Olympias: „sie habe den schwer gereizten Mann dazu ermuntert und aufgehetzt“28 Die Gelegenheit dazu hätte sie gehabt, denn nachdem sie nach Epirus geflüchtet war, wäre es ihr ein leichtes gewesen mit Pausanias Kontakt aufzunehmen und ihn zu einem Mord zu überreden. Selbst das Motiv hatte sie gehabt, denn die Hochzeit, auf der Philipp ermordet worden ist, wäre der letzte Schritt gewesen, Olympias die königliche Macht zu entziehen und sie aus dem Land zu verstoßen. Nun hatte sich das Blatt erneut gewendet und dem Prinzen Alexander war es möglich das Königreich den Rivalen zu entreißen.

Olympias hingegen machte sich sofort auf den Weg nach Makedonien und noch in der Nacht ihrer Ankunft „setzte sie dem Kopf des Pausanias eine goldene Krone auf, obwohl dieser noch an seinem Mörderpfahl hing.“29

Auch hier wird wieder deutlich, dass Olympias eine Frau von wilden, ungezähmten Gefühlen war, die nicht davor zurückschreckte, Rivalen in der eigenen Familie zu ermorden, die ihr gefährlich hätten werden können. Kleopatra, die frisch angetraute Frau des verstorbenen Philipps, war Olympias immer noch ein „Dorn im Auge“, denn ihr zweites Kind war ein Sohn, der durch dessen mächtige Verwandtschaft immer noch auf den Thron gehoben werden konnte und so auch Olympias erneut ihren Rang als Mutter des makedonischen Königs verlieren könnte. Also ermordete die epirotische Prinzessin ihre Rivalin „auf grausame Weise“30 und auch deren Säugling, der für Alexander eine Bedrohung darstellte, ließ sie oder auch Alexander - denn Attalos befand sich in Asien, also in günstiger Entfernung - beseitigen. Kurz danach wurde auch Attalos als Verräter ermordet, womit letztendlich alle Probleme bezüglich der Thronfolge aus der Welt geschafft wurden. Nun konnte Alexander sich dem Heer als der einzige entschlossene Erbe präsentieren und er versprach, dass das Beispiel seines Vaters unter seinen zukünftigen Taten gültig bleiben würde. Mit dem Tod Attalos’ ging die erste Phase der Thronbesteigung zu Ende. Alexanders Mutter und seine engsten Freunde konnten zurückkehren und es wurde nun eine neue Schar von Höflingen gebildet, die Alexander in seiner Regierung unterstützen sollten.31 Alexander hatte sich schnell seine Thronfolgerschaft in Makedonien gesichert, danach folgte 336 v. Chr. die Erneuerung des Korinthischen Bundes mit den Griechen, den sein Vater im Herbst 338 v. Chr. begründet hatte. 335 v. Chr. zog er gegen die Thraker bis zur Donau sowie gegen die Illyrer im Westen und unterwarf das aufständische Theben in Griechenland. Nach diesen Feldzügen begann er dann seinen letzten Machtkampf, er rüstete gegen Persien auf.

In der Zeit, in der Alexander nicht in Makedonien war, sondern seine Herrschaft in Asien ausweitete, herrschte Olympias als Königin über sein Heimatland und ihre Tochter Kleopatra über Epirus. Antipater32, ein enger Freund Alexanders, wurde als Feldherr über Griechenland und Europa eingesetzt und übernahm somit auch die Regentschaft für Makedonien. Es kam zu großen Differenzen zwischen ihm und der Königin, denn Olympias - bekannt für ihre Herrschsucht - redete Antipater in viele seiner Entscheidungen hinein. Sie beschwerte sich auch mit Hilfe von Briefen bei ihrem Sohn33, doch dieser stellte sich klar auf die Seite seines Freundes und verbot ihr mehr oder weniger, sich mit den Regierungsgeschäften in Makedonien zu befassen. Trotzdem bewahrten Mutter und Sohn auch in der Folge ein gutes Verhältnis, was sich vor allem darin zeigte, dass Alexander seiner Mutter immer einen großen Teil seiner erbeuteten Schätze schickte und auch der Briefwechsel bis zu seinem Tode anhielt. Er wollte sogar die Apotheose34 der Olympias nach ihrem Tod verkünden.35 Es gab auch Situationen, in denen der junge König sich von Olympias zu bestimmten Taten überzeugen ließ. Zum Beispiel wurde kurz vor der Schlacht bei Issos im November 333 v. Chr. ein Mann - nämlich der Lynkeste und Schwiegersohn Antipaters, Sisines - von Alexander in Ketten gelegt, da Olympias ihm Briefe schrieb, in denen sie ihn vor Sisines warnte. Es kann möglich sein, dass sie belastendes Material gegen ihn hatte, aber es ist genauso wahrscheinlich, dass es pure Eifersucht und Rachegedanken waren, die den Verwandten Antipaters - und später auch weitere Lynkesten - von seiner Machtposition holen sollten.36

Olympias hatte sich auf Grund der vielen Streitigkeiten mit Antipater 331 v. Chr. wieder in ihre ursprüngliche Heimat Epirus begeben. Ihr Bruder Alexandros war kurze Zeit zuvor in Italien gefallen und seine Leiche wurden seiner Schwester Olympias und deren Tochter Kleopatra - die gleichzeitig seine Frau war - überbracht. In Epirus kam es bald zu einem Regierungswechsel, denn die machtsüchtige Olympias wollte ihre Stellung als epirotische Königin erneut an sich reißen und verjagte daher ihre Tochter Kleopatra, die sich nun in Makedonien niederließ. Als König setzte die Epirotin den Sohn Arybbas’, Aiakides, ein und konnte schnell wieder ihre Macht in Epirus ausspielen.37

4. Ihre Rolle nach dem Tod Alexanders des Großen

Die Fieberkrankheit, der Alexander nach dem amtlichen Bericht erlag, ließ sich nicht mit Sicherheit bestimmen. Man ging davon aus, dass er entweder Malaria, einer Lungenentzündung oder einer ähnlichen Krankheit zum Opfer gefallen ist. In den Überlieferungen wird jedoch auch von der Möglichkeit ausgegangen, dass Alexander vergiftet worden sei. Zu den Hauptverdächtigen wird vor allem die Familie Antipaters gerechnet, denn kurz vor Alexanders Tod, sollte der schon stark in die Jahre gekommene Antipater durch Krateros38 ersetzt werden, womit dieser sich anscheinend nicht ohne weiteres abfinden wollte. Selbst der Versuch, seinen Sohn Kassander unter die engen Freunde des makedonischen Königs zu bringen, scheiterte, denn Alexander behandelte diesen auf Grund eines Missgeschicks39 bis zu seinem Ende immer äußerst unfreundlich. Somit hatte also nicht nur Antipater, sondern auch sein Sohn ein Motiv, den König umbringen zu wollen.40 Es ist jedoch nie erwiesen worden, ob es Mord oder doch eher eine ansteckende schwere Krankheit war, die Alexander zu Fall brachte. Eine Tatsache ist jedoch, dass Kassander in den letzten Lebensmonaten des Königs nach Babylon gekommen ist und nach dem Tod des Herrschers soll er - zumindest behauptete das der Klatsch - nie in der Lage gewesen sein, eine Alexanderstatue zu betrachten ohne sich unbehaglich und schwach zu fühlen.41

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Legende vom Giftmord durch Olympias entstanden ist, denn diese hegte - wie schon vorher erklärt - einen unbändigen Hass gegen Antipater und dessen Familie.

Was Alexanders Familie betraf, sollte sich noch einiges ergeben nach seinem Tod. Von seinen nächsten Verwandten lebten immer noch seine Frau Rhoxane, sein Sohn Alexander IV. und auch seine Mutter Olympias mit deren Tochter Kleopatra, also seiner Schwester.

Diese waren immer wieder in große Streitereien gekommen, vor allem als es um die Herrschaft in Epirus ging, weshalb sich Kleopatra nach Makedonien, genauer gesagt nach Pella, zurückzog. Als nun Alexander starb, sollte es zu einem erneuten Aufeinandertreffen zwischen Kleopatra und ihrer Mutter kommen, denn Olympias wurde von Polyperchon42 als königliches Oberhaupt in Makedonien erneut eingesetzt und erhielt außerdem die Vormundschaft für ihren Enkel Alexander bis zu dessen Volljährigkeit. Kleopatra sollte daraufhin auf Wunsch Olympias’ ihre Rolle als epirotische Königin wieder einnehmen.

In Makedonien wurde nach dem Tod Alexanders sein Stiefbruder, Philippos Arridaios43, als König eingesetzt. Dieser wurde von Eumenes44 und Polyperchon geschützt und anerkannt. Auch auf Olympias legte Eumenes einen freiwilligen Eid ab, wozu er ebenfalls Antigonos aufforderte. Gleichzeitig jedoch riet er Olympias ihre Heimkehr nach Makedonien auf einen günstigeren Zeitpunkt zu verschieben oder wenigstens im Falle einer Rückkehr keinerlei Racheaktionen zu vollziehen. Olympias hielt sich scheinbar an diesen Rat und übergab indessen die Obhut ihres Enkels an Polyperchon. Nun versuchte sie aus der Ferne ihre neuen Rechte auszuspielen, indem sie einerseits dazu aufrief, Eumenes als den bevollmächtigten Feldherrn des Königtums, Folge zu leisten und andererseits Nikanor aufforderte, die Feste Munychia wieder an die Athener zurückzugeben. Dadurch wurde sie von diesem Volk als rechtmäßige Regentin angesehen.

Nachdem Polyperchon aber mehrere Niederlagen auf seinen Feldzügen einbüßen musste, kam es dazu, dass Eurydike, die Ehefrau des geisteskranken Königs Philippos Arridaios, Kassander die Stelle des Reichsverwesers übertrug. Dadurch kam es zu einer offenen Schlacht zwischen Polyperchon, dessen Heer von Olympias geleitet wurde, und Eurydike45.

Olympias gewann diesen Kampf „dank der Verehrung, die die Makedonen ihr als Mutter Alexanders stets entgegenbrachten“46 und nahm das königliche Paar (Eurydike und Philippos Arridaios) in Gefangenschaft. Es heißt, dass sie die beiden für ein paar Tage einmauern ließ, danach beauftragte sie einen Thraker Arridaios zu erstechen, während sie Eurydike dazu zwang, sich selbst umzubringen. Sie schickte ihr ein Schwert, einen Strick und ein Giftbecher, von denen sie das Selbstmordinstrument selbst wählen sollte. Eurydike erhängte sich hingegen aus Stolz mit ihrem eigenen Gürtel.47 Hier wird erneut deutlich, wie herrschsüchtig, grausam und in ihren Taten doch so leidenschaftlich Olympias gewesen ist.

Als nun ihre königliche Stellung wieder hergestellt war, erhob sie Anklage gegen die Familie des verstorbenen Antipaters. Bei Plutarch heißt es, dass Olympias „erst sechs Jahre später [nach dem Tod Alexanders], auf eine Anschuldigung hin, zahlreiche Personen (auch Nikanor) hinrichten [ließ] und sogar die Gebeine des längst verstorbenen Iollas [ein weiterer Sohn Antipaters] aus dem Grab reißen ließ, weil er dem König das Gift verabreicht habe“48 Kassander sollte nun im Auftrag des makedonischen Volkes, die auf Grund dieser Schandtaten wiederholt einen großen Hass gegen Olympias verspürten, die Epirotin außer Gefecht setzen. Kassander folgte Olympias und ihrer Gefolgschaft - darunter auch Rhoxane und deren Kind Alexander IV. - die sich nach Pydna zurückgezogen haben. Dort gelang es dem Sohn Antipaters, die Frauen einzukreisen und zu belagern, was 317 - 316 v. Chr. dauerte. Da die Frauen erhebliche Verpflegungsschwierigkeiten hatten, verhungerten viele. Auch der Fluchtversuch Olympias’ wurde verraten und so hatte sie keine Möglichkeit mehr die Insel zu verlassen. Ihr blieb nichts anderes übrig, als sich und ihr Gefolge Kassander auszuliefern, der ihr für die eigene Person Unverletzlichkeit zusicherte. Doch auf der Heeresversammlung, in der ausschließlich die Angehörigen der von Olympias Ermordeten auftraten und die Königin selbst nicht anwesend war, um sich persönlich zu rechtfertigen, wurde ihr Todesurteil beschlossen. Kassander selbst wollte Olympias jedoch nicht umbringen, da er Angst vor ihrer „persönlichen Wirkung“49 hatte. Daher schickte er zweihundert Soldaten aus, die sie ermorden sollten, doch sogar diese wichen nach der Überlieferung vor ihr zurück.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass diese Überlieferung einen gewissen Wahrheitskern beinhaltet. Wie bereits erwähnt, glaubten die Menschen in der Antike über die heutigen normalen Maße hinaus an Götter und deren übermenschliche Kräfte. Olympias hatte den Ruf einer leidenschaftlichen, stark religiösen Frau, die von Ammon oder Zeus- Naios persönlich geschwängert worden sein soll. Dass sie also eine gewisse Unnahbarkeit und Göttlichkeit auf die Soldaten ausstrahlte, ist glaubhaft.

Daraufhin gab Kassander den Verwandten der Ermordeten Olympias’ den Auftrag sie umzubringen, was sie auch taten. Es heißt, dass Olympias ohne ein Wort und mit stolzer Haltung im Jahre 316 v. Chr. starb.

5. Zusammenfassung

Wenn man nun die Taten Olympias’ im Hinblick auf ihre Machtposition überblickt, kann man nicht behaupten, dass sie auch nur im Ansatz die Interessen ihres Sohnes Alexander dem Großen vertreten hat. Im Gegenteil. Man stellt fest, dass ihre Politik immer auf unergründlichen Hass und große Eifersucht gegründet war, wodurch die sie kein Erbarmen kannte. Der einzige Maßstab ihres Handelns war die ekstatische Herrschsucht, die sich in furchtbaren Exzessen präsentierte. Ihr ganzes Leben lang war ihr Dasein ein einziger großer Alptraum und zwar nicht nur für ihr Volk, sondern selbst ihr eigener Sohn hatte Schwierigkeiten damit, Olympias in ihre Bahnen zu zwingen. Sein Tod war für Olympias in der Hinsicht schwer zu verkraften, da ihr nun die Richtung genommen wurde, nach der sie sich weiterhin hätte richten wollen und vor allem müssen und auch der königliche Schutz wurde mit einem Mal von ihr genommen. Sie hat also zusammenfassend im Sinne Alexanders nichts geleistet, sondern war eher eine Belastung. Auch wenn Alexander oftmals versuchte, seine Mutter auf den richtigen Weg zu führen, so waren diese Versuche meist vergebens.

Was die Ehe mit Philipp II. betraf, konnte man feststellen, dass ihr die Polygamie ihres Mannes doch mehr zu schaffen machte, als sie zugeben wollte. Vor allem die Hochzeit zwischen Philipp und Kleopatra, der Nichte Attalos’, konnte und wollte sie nicht verkraften. Natürlich wird ein entscheidender Grund auch die Verlustangst bezüglich ihrer königlichen Stellung gewesen sein, doch genauso ausschlaggebend war ihre Eifersucht, denn dass ihr König sein Herz an eine andere verloren hatte und sie nicht mehr die Nummer Eins war, dass war auch für die grausame Olympias ein heftiger Schlag in ihr Gesicht.

Wenn man sich also ein Bild dieser Schönheit gemacht hat, von ihrem Charakter, ihrem Wesen und ihrer Vergangenheit, dann versteht man teilweise, warum die Frau so skrupellos war. Ihre Leidenschaft, Herrschsucht, tiefe Religiosität und Eifersucht machten sie zu einer Frau, die über Leichen ging.

Bibliografie

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Großes Fremdwörterbuch, 6. Aufl., VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1985.

Anhang

Olympias’ Familienverhältnisse und Ahnenreihe

Zeus Achilles

Aiakos Neoptolemus

Alketas I.

Arybbas Neoptolemus

Aiakides Troas Olympias Alexandros

( Philipp II.)

Rhoxane Alexander der Große Kleopatra

Alexander III.

[...]


1 siehe Anhang

2 in der Antike war es normal, dass die Menschen ihre Namen änderten; vor der Vermählung mit Philipp hatte Olympias die Namen Myrtale, Polyxenia und Stratonike, vgl. Pauly-Wissowa- Kroll, Bd. XVI, S. 178. Nachdem Philipp einen Sieg bei den Olympischen Spielen errang, nannte sich die frisch Vermählte Olympias.

3 vg. Weigall, Arthur: Alexander der Große, S. 36.

4 RE, Bd. XVII, 1, S. 2463.

5 RE, Bd. XVIII, 1, S. 178.

6 Man muss jedoch hinzufügen, dass man in Dodona - die Stadt in der Olympias aufwuchs - Zeus unter dem Namen Naios verehrt wurde; Gott der Zeugung und der befruchtenden Feuchtigkeit der Natur.

7 vgl. Weigall, Arthur, S. 36.

8 Plutarch, S. 4.

9 Dionysos, griechischer Gott der Lebenskräfte der Natur, wurde in Makedonien seit langem angebetet. Die Prozessionen zu seinen Ehren endeten immer damit, dass eine Ziege geschlachtet und danach ihr Blut getrunken wurde; auch extreme Fälle wie Menschenopfer waren nicht unüblich.

10 diese Beschreibungen Ciceros können einigermaßen nachvollzogen werden, denn als Archäologen Dodona ausgruben, fand man dort sehr viele Anzeichen für eine ausgeprägte Schlangenliebe. In Dodona lag auch das berühmte Heiligtum des Zeus, dessen Orakel nicht nur von den Bewohnern Epirus’, sondern von ganz Griechenland befragt wurde. Oympias Vater (König von Epirus) galt als Schutzherr dieses Orakels und daher wird sie sehr oft an diesem religiösen Ort geweilt haben.

11 Fox, Robin Lane, Alexander der Große, Eine Biographie, S. 55.

12 Diese Insel lag einen Tag Schiffsreise von der thrakischen Insel und circa hundert Kilometer östlich von den Goldbergwerken entfernt.

13 Weigall, S. 34.

14 „Kein Zweifel, eine Liebesheirat verband die beiden großen Persönlichkeiten.“ (Schachermeyer, S. 60)/ „Dort habe ihn die Liebe zu ihr erfasst, und er habe sich mit ihr verlobt, indem er ihren Bruder [Oheim] Arybbas für sich gewann.“ (Plutarch, S. 3,2)

15 Fox, S. 54.

16 Plutarch, S. 4.

17 Aus damaliger theologischer Sicht war ein Liebesverhältnis zwischen einer sterblichen Frau und einem Gott nichts unnormales, daher kann es möglich sein, dass Philipp sich selbst nur als zweitrangig ansah in Bezug auf die Liebe seiner Frau, die ihm scheinbar von der Vermutung ihrer Schwangerschaft erzählt hatte, vgl.: Weigall, S. 40/41.

18 vgl. Schachermeyer, S. 61.

19 Nach Schachermeyer hatte Philipp sieben Gatinnen, schon in seinen ersten zwei Regierungsjahren hat er dreimal geheiratet: Phila (Fürstentochter des elimiotischen Berggaues, war Makedonin), Audata (Illyrerin, nach der Hochzeit mit Philipp nannte sie sich Eurydike) und Philinna (Thessalierin).

20 vgl. Weigall, S.42.

21 Weigall, S. 45/46.

22 Darunter waren eine Thessalierin Nikesipolis, welche bald nach der Geburt der kleinen Thessalonike starb und eine thrakische Fürstentochter mit Namen Meda.

23 Kleopatra ist auch unter dem Namen Eurydike bekannt, vgl.; Fox, S. 17.

24 Sein anderer Sohn Philippos Arridaios stammte aus einer anderen Ehe Philipps. Er war geistesschwach.

25 Fox, S. 17.

26 Sie war die epirotische Prinzessin und durch ihre Heirat mit Philipp dessen einziger Pfand, Epirus unter seine Herrschaft zu stellen.

27 Er war Adliger aus den weit westlich gelegenen Grenzgebieten Makedoniens, der sich jedoch - wie auch seine Stammesgenossen - bis dahin zu Epirus bekannte, dem Staate jenseits der Grenze.

28 Plutarch, S.14, 10.

29 Fox, S. 24.

30 vgl. Plutarch, S. 14,10; in Lauffer: Alexander der Große, S. 39 heißt, dass Olympias zuerst die Tochter Europa „auf dem Schoße der Mutter“ ermorden ließ und dann Kleopatra zum Selbstmord zwang.

31 Fox, S. 48.

32 Antipater gelang es, die Selbständigkeitsbestreben des Strategen von Thrakien, Memnon, wieder unter Kontrolle zu bringen. Weiterhin hat er den Spartanerkönig Agis III. im Kampf bezwungen und er war auch der Sieger bei der Schlacht bei Megalopis (331 v. Chr.), vgl. mit Bengtson, Hermann, S. 190.

33 „Jetzt machst du sie alle gleichfalls zu Königen und verschaffst ihnen eine große Anhängerschaft, dich aber beraubst du damit.“, vgl. Plutarch, S. 55, 39.

34 Das bedeutet: Die Erhebung eines Menschen zur Gottheit, vgl. Großes Fremdwörterbuch.

35 RE, Bd. XVIII, 1, S. 179.

36 Fox, S. 191.

37 Alexander hatte ein Gastmahl für den Admiral Nearchos gegeben und nahm anschließend mit seinen Freunden an einem Trinkgelage bei dem Thessaler Medios teil. Als er aus dem „großen Becher des Herakles“ trank, überkam ihn ein stechender Schmerz, dem hohes Fieber und zwei Tage später der Tod folgte.

38 Krateros, Hephaistion und Peukestas waren zu dieser Zeit sehr enge Freunde Alexanders, die ihn auf all seinen Feldzügen begleiteten.

39 Dieses Missgeschick bezog sich auf das Verhalten Kassanders gegenüber den Griechen, vgl. Bengtsen, S.190.

40 In der Reichsordnung von Babylon nach Alexanders Tod wurde Antipater in seiner Position als Stratege bestätigt.

41 Fox, S. 637.

42 Antipater übertrug auf seinem Sterbelager durch eigenmächtige Verfügung das Amt des Reichsverwesers auf Polyperchon, der als einer der ältesten Mitkämpfer unter Alexander großes Ansehen in Makedonien genoss. Sein Sohn Kassander hingegen gestand er nur den Rang des Chiliarchen zu. Dieser wollte sich damit aber nicht zufrieden geben und nahm schnellstmöglich - nach dem sein Vater gestorben war - Beziehungen zu Ptolemaios (Heeresgruppenführer unter Alexander) und Antigonos (Befehlshaber der Bundesgenossen von Alexander, hatte schon unter Philipp II. gekämpft und war außerdem Satrap von Phrygien) auf. Außerdem schickte er Nikanor (von Stageira, Gefolgsmann unter Alexander und Sohn Antipaters) nach Munychia, damit dieser sich der Feste bemächtigen konnte.

43 Der Sohn Philipps II. aus früherer Ehe.

44 Auch er war griechischer Gefolgsmann unter Alexander dem Großen, dem auch nach dessen Tod eine der wichtigsten Rollen in der Politik Makedoniens zukam

45 Kassander war zu diesem Zeitpunkt im Peleponnes beschäftigt und konnte Eurydike nicht helfen.

46 vgl. LAW, S. 2129.

47 vgl. RE, Bd. XVIII, 1, S. 181.

48 Plutarch, S. 98, 77. Iollas hielt sich bereits in Babylon auf und als Kassander eintraf, gab dieser Iollas das Gift und leitete dessen Flucht in die Wege. Iollas war Alexanders Mundschenk und es war für nicht schwer, Gift in den Wein zu mischen, vgl. Fox, S. 637.

49 RE, Bd. XVIII, 1, S. 182.

Details

Seiten
20
Jahr
2006
ISBN (Buch)
9783640127320
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110401
Institution / Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Note
1,0
Schlagworte
Olympias Mutter Alexanders Großen Alexander Große

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Titel: Olympias - Die Mutter Alexanders des Großen