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Die OPEC - Geschichte, Funktionsweise und Auswirkungen auf die Erdöl importierenden Länder

von Christian Fingerhut (Autor)

Seminararbeit 2006 35 Seiten

VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historie der OPEC

3 Strukturen, Richtlinien und Organe
3.1 Ziele
3.2 Organe der OPEC
3.2.1 OPEC - Konferenz (Conference of Ministers)
3.2.2 Gouverneursrat (Board of Governors)
3.2.3 OPEC-Wirtschaftskommission (Economic Commision Board)
3.2.4 Generalsekretariat (Secretary General)
3.2.5 Der OPEC Spezial Fund für internationale Entwicklung

4 Determinanten der Ölpreise

5 Einflussfaktoren eines Ölpreisanstiegs auf die Importländer

6 Die wichtigsten Ölkrisen und ihre Auswirkungen
6.1 1973/1974, die „erste Ölkrise“
6.2 1979/1980, die „zweite Ölkrise“

7 Auswirkungen auf die Erdöl importierenden Länder
7.1 Staatsperspektive
7.2 Produzentenperspektive
7.3 Konsumentenperspektive

8 Heutige (zusätzliche) Einflussfaktoren auf den Ölpreis
8.1 Aufstrebende Schwellenländer erläutert am Beispiel China
8.2 Rolle der OPEC- und Nicht- OPEC-Staaten

9 Fazit

10 Anhang
10.1 Literatur- und Quellenverzeichnis
10.2 Graphiken
10.3 Eidesstattliche Versicherung

Vorwort

Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Geschichte und dem Aufbau der OPEC, den ersten beiden Ölpreiskrisen (Ölpreisschocks) in den Jahren 1973/1974 und 1979/1980 sowie deren Auswirkungen auf die makroökonomischen Aggregate wie z.B. Bruttoinlandsprodukt, Inflation und Arbeitslosenquote in den Erdöl importierenden Ländern. Dabei nimmt Deutschland als derzeit fünftgrößter Erdöl importierender Staat eine zentrale Rolle ein.

Anschließend sollen mögliche Parallelen zum aktuellen Ölpreisanstieg gezogen werden, die für die Erdöl importierenden Länder in naher Zukunft eintreten könnten, sowie eine Bewertung vorgenommen werden, inwiefern der heutige Ölpreisanstieg die deutsche Volkswirtschaft beeinflussen könnte und in Reaktion darauf, welche Maßnahmen getroffen werden sollten, um die Abhängigkeit vom Erdöl als wichtigste fossile Energiequelle zu senken.

1 Einleitung

Öl ist in aller Munde, spätestens nachdem sich in den letzten Jahren der Ölpreis mit einem nachhaltigen Niveau bei rund 70 US-Dollar pro Barrel etabliert hat. Deshalb wurde im Laufe der letzten Jahre auch den letzten Skeptikern klar, dass der „Durst nach Erdöl“, sprich die hohe Nachfrage, insbesondere der westlichen Industriestaaten den Ölpreis langfristig nach oben befördern wird, respektive dieser sich auf dem derzeit hohen Niveau etablieren dürfte.

Die Wurzeln hierfür werden von den Verantwortlichen der hiesigen Erdölkonzerne und von Analysten eindeutig beziffert. Erstens, das rasche, mit einem großen Energiebedarf einhergehende Anwachsen der Weltwirtschaft, derzeit vorwiegend in den asiatischen Volkswirtschaften wie z.B. China oder Indien. Zweitens, die niedrigen Ölreservebestände in den wichtigen Verbraucherländern (wie z.B. den USA) sowie die politische Instabilität in den Hauptproduzentenländern der OPEC (wie Iran, Nigeria und Venezuela) – verbunden mit der Angst vor weiteren Terroranschlägen gegen Einrichtungen von Erdölunternehmen in Saudi- Arabien. Die Industriestaaten befürchten, dass die durch die anhaltend hohen Ölpreise die Erholung der Weltwirtschaft signifikant beeinträchtigen werden könnte.

Eine größere Kapazitätsausweitung in der Produktion der Erdöl exportierenden Länder scheitert derzeit vor allem an der mangelhaften Infrastruktur, da in der jüngsten Vergangenheit zu wenig in die Erweiterung der bestehenden Ölfelder und in das erforderliche Equipment, welches zur Erdölförderung verwendet wird, investiert wurde. Circa 90% der weltweiten Erdölförderung stammt aus Förderfeldern, die vor 20 Jahren erschlossen wurden1. Im Gegensatz dazu haben Nicht- OPEC Staaten wie z.B. Russland ihre Förderquoten angehoben.

Die Frage ist, inwieweit sich das derzeit hohe Ölpreisniveau auf die wichtigsten makroökonomischen Aggregate wie Output, Inflation oder Arbeitslosigkeit der Erdöl importierenden Länder auswirken wird und ob vergleichbare Entwicklungen stattfinden werden, die während der ersten beiden Ölpreisschocks 1973/1974 sowie 1979/1980 beobachten werden konnten.

2 Historie der OPEC

Am 14. September 1960 erfolgte die Gründung der OPEC in Bagdad, Irak durch die fünf Erdöl-Förderstaaten Iran, Kuwait, Irak, Saudi-Arabien und Venezuela. Heute hat die OPEC elf Mitgliedsstaaten, wobei neben den fünf Gründerstaaten Algerien (seit 1969), Indonesien (seit 1962), Katar (seit 1961), Libyen (seit 1962), Nigeria (seit 1971) und die Vereinigten Arabischen Emirate (seit 1967) vertreten sind. Das 1973 beigetretene Ecuador schied Ende 1992 wieder aus und Gabun war von 1975 bis Ende 1994 Mitglied. Der Staat Brunei kandidierte 1984 für eine Aufnahme in die OPEC, aber erlangte nicht den Mitgliedsstatus. Seit dem 1.September 1965 ist Wien auf „neutralem Boden“ der Hauptsitz der OPEC, zuvor nannte die OPEC Genf ihren Hauptsitz.

Um die Gründung der OPEC nachvollziehen zu können, muss man sich der Situation gegen Ende der fünfziger Jahre aus Sicht der Erdöl exportierenden Staaten bewusst werden. Bis zum damaligen Zeitpunkt wurde die globale Erdölproduktion von privaten Erdölunternehmen, den sogenannten „Seven Sisters“ (Exxon, Mobil, Socal (Chevron), Gulf, Texaco, BP und Shell)

dominiert, die ein starkes Preis- und Mengen-Oligopol bildeten2. Zudem überstieg die

Weltproduktion an Erdöl - also das Angebot - deutlich die herrschende Nachfrage. Als Konsequenz fielen die Ölpreise und damit auch die Erlöse aus Erdöl der Förderstaaten. In Saudi-Arabien entstand zu dieser Zeit die Idee eines Föderkartells zwischen mehreren Staaten. Ziel dieser Überlegungen war es, einen weiteren Preisverfall für Erdöl zu stoppen. In Anbetracht der immer wichtiger werdenden Erdöleinnahmen für die Produzentenländer selbst und der Absicht, eine Position einzunehmen, die es den Staaten ermöglichte, den Ölpreis

selbst zu determinieren, wurde als Folge die OPEC 1960 gegründet. Mit einem Anteil von fast zwei Dritteln der nachweisbaren Weltreserven3 bildete die OPEC ein „Rohstoffkartell“4, dem es gelang, Preise zu stützen und eine gemeinsame Förderpolitik zu etablieren. Die siebziger Jahre waren für die OPEC von besonderer Bedeutung. Nach wirtschafts- und geopolitischen Konflikten (siehe Punkt 6: Die wichtigsten Ölkrisen und Ihre Auswirkungen) Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre gewann die OPEC mehr und mehr an Marktmacht. Was folgte, war eine weltweite Energieverknappung in den Industrienationen. Dies und die nun zunehmend mehr getroffenen Absprachen in der Förderpolitik lösten die erste Ölkrise aus. Zwischen 1973 und 1974 vervierfachte sich der Preis für Rohöl von knapp drei US-Dollar auf fast zwölf US-Dollar pro Barrel5. Die OPEC hatte soviel Macht gewonnen, dass oftmals in der heutigen Literatur der damalige Zeitraum als „Höhepunkt der Machterreichung“ bezeichnet wird.

Zwischen 1974 und 1978 wurde der Ölpreis fast halbjährlich erhöht, um der starken Entwertung des US-Dollars seinerzeit entgegenzuwirken. Nachdem einigen OPEC-Staaten nicht mehr genügend finanzielle Mittel zur Weiterfinanzierung der Infrastrukturprogramme zur Verfügung standen und es zu wirtschaftspolitischen Unruhen in der islamischen Welt kam, stiegen die Preise für Erdöl infolge starker Angebotsverknappungen enorm an. In den Industriestaaten kam es zur „Zweiten Ölkrise“ und einer noch stärkeren Weltwirtschaftsrezession als nach der „Ersten Ölkrise“. Infolge dieser starken Wirtschaftrezessionen verschwanden nicht nur die immensen Mehrerträge der „Petrodollars“ der OPEC-Staaten aus den siebziger Jahren, sondern auch erstmals die Marktführung im Bereich Produktion. Aufgrund der starken Preisanstiege hatten viele Nicht-OPEC-Staaten in alternative Energiequellen oder die eigene Förderpolitik investiert. Seinerzeit wurde beispielsweise Kanada vom Nettoimporteur zum Nettoexporteur von Erdöl. Die schwindende Nachfrage nach „OPEC-Öl“ löste ein Überangebot aus, wodurch ab 1982 die Erdölpreise einbrachen. Dieser Preisverfall erlebte Anfang 1986 seinen Höhepunkt, als die Preise auf den Rohstoff- bzw. Erdölmärkten auf bis zu unter zehn US-Dollar pro Barrel fielen. Die Preistaktik war gescheitert und die Macht der OPEC war kurz vor dem Verfall. Einige OPEC- Mitgliedsstaaten begannen mit anderen Erdöl exportierenden Staaten, in Verhandlungen zu treten und verständigten sich auf eine gemeinsame Richtpreispolitik und Förderungsquoten.

In den Folgejahren erholten sich die Preise wieder, stiegen aber bis zum Jahr 2000 selten auf mehr als 30 US-Dollar pro Barrel. Ausnahmen waren die Jahre des 1. Golfkrieges 1990/916, als die Preise zeitweilig auf 45 US-Dollar pro Barrel stiegen.

3 Strukturen, Richtlinien und Organe

3.1 Ziele

Die OPEC ist ein multinationaler Zusammenschluss von Erdölförderstaaten. Ziel ist es, die eigene wirtschaftliche Position gegenüber den privaten Ölkonzernen auf dem Weltmarkt zu stärken und zu behaupten. Hierzu stehen der Organisation verschiedene Mittel zur Verfügung, wie z.B. die Regulierung der Fördermengen oder die Preispolitik.

Das Hauptziel der OPEC ist eine gemeinsame Ölpolitik, u.a. um sich gegen einen Preisverfall abzusichern. Durch die Festlegung von Förderquoten für die einzelnen OPEC-Mitglieder soll die Erdölproduktion geregelt werden und somit, durch eine künstliche Verknappung oder eine Steigerung der Ölförderung in den Mitgliedsländern, der Preis für Erdöl je nach Bedarf gedrückt, stabilisiert oder angehoben werden. Allerdings kommt es auch vor, dass sich einzelne Mitglieder nicht an die festgesetzten Förderquoten halten, sondern ihre eigenen wirtschaftlichen und politischen Ziele verfolgen, was wiederum seitens der OPEC mit Sanktionen gegen den bestimmten Mitgliedsstaat beantwortet werden kann. Insgesamt kann man die Ziele wie folgt subsumieren, wobei der Zielfokus eindeutig auf den ersten fünf genannten Punkten liegt7:

- Koordination und Vereinheitlichung der Erdölpolitiken (gemeinsame Preis- und Förderpolitik) der Mitgliedstaaten
- Sicherstellung der Stabilität der Preise am internationalen Ölmarkt bei gleichzeitiger Verhinderung schädlicher und unnötiger Fluktuationen
- Aufsuchen eines Kompromisses zur Sicherung der individuellen und gemeinsamen Interessen
- Gewährleistung beständiger Einkünfte für die Erdöl exportierenden Länder und einer wirksamen, wirtschaftlichen und regelmäßigen Versorgung der Verbraucherländer
- Gerechter Kapitalrückfluss an die Investoren der Erdölindustrie
- Schutz der Umwelt

3.2 Organe der OPEC

3.2.1 OPEC - Konferenz (Conference of Ministers)

Die OPEC – Konferenz, auch Conference of Ministers genannt - besteht aus den Delegationen der Mitgliedstaaten und ist das höchste Organ der OPEC. Die Delegationen selbst bestehen üblicherweise aus dem Delegationschef, der meist auch Ölminister des Staates ist, sowie Beratern und Beobachtern. Die Konferenz wird regulär zweimal jährlich in Wien abgehalten, wobei außerordentliche Sitzungen vom Generalsekretär auf Antrag eines Mitgliedstaates und nach Konsultierung des Präsidenten des Gouverneursrats und Billigung mit einfacher Mehrheit der Mitgliedstaaten einberufen werden können. Die OPEC - Konferenz bestimmt dabei allgemeine politische Leitlinien und Orientierungen, entscheidet über geeignete Maßnahmen, billigt Ergänzungen des Statuts, beschließt die Neuaufnahme von Mitgliedern, bestätigt die Ernennung der Mitglieder des Gouverneursrats und beauftragt den Gouverneursrat mit der Anfertigung von Berichten bzw. Studien zu bestimmten Themen. Darüber hinaus ernennt sie den OPEC- Präsidenten, den Generalsekretär und seinen Stellvertreter und reserviert für sich Kompetenzen für die vom OPEC- Statut nicht behandelten Bereiche. Alle Resolutionen werden nach dem Prinzip der Einstimmigkeit verabschiedet, mit Ausnahme der Resolutionen über die Aufnahme neuer Mitglieder und Verfahrensfragen. Mehrere Kommissionen, im Besonderen das "Ministerial Monitoring Committee" (MMC), unterstützen die Konferenz.

3.2.2 Gouverneursrat (Board of Governors)

Der Gouverneursrat, der sich aus den von den Mitgliedsländern benannten und von der Konferenz bestätigten Gouverneuren mit zweijährigem Mandat gebildet wird, ist das aus- führende Organ (Exekutive) der OPEC. Bei diesen Treffen, die mindestens zweimal jährlich abgehalten werden, besteht Anwesenheitspflicht. Jeder Mitgliedstaat verfügt über eine Stimme, wobei grundsätzlich einfache Stimmmehrheit zur Annahme eines Ordnungspunktes genügt. Das OPEC- Statut räumt dem Gouverneursrat Kompetenzen für die Geschäftsführung der OPEC ein. Des Weiteren führt der Gouverneursrat die Entscheidungen der Konferenz aus, bereitet das Jahresbudget vor, benennt den Stellvertretenden Generalsekretär, billigt die Personalentscheidungen des Sekretariats auf der Ebene der Abteilungsleiter und erarbeitet die Tagesordnungen der Konferenz.

3.2.3 OPEC-Wirtschaftskommission (Economic Commision Board)

Die OPEC-Wirtschaftskommission, die aus dem stellvertretenden Generalssekretär, Vertretern der Mitgliedstaaten und einem Koordinator (dem Direktor der Abteilung "Forschung") gebildet wird, setzt sich für stabile Erdölmärkte zu gerechten und vernünftigen Bedingungen ein, damit Erdöl seine Position als erste globale Energiequelle - den OPEC- Zielen entsprechend - beibehält. Weitere Zuständigkeiten sind zudem Energie- und Erdölfragen, die die Produktion, Preise und/oder Versorgung betreffen. Die Kommission tritt im Allgemeinen zweimal pro Jahr zusammen.

3.2.4 Generalsekretariat (Secretary General)

Das Sekretariat, das von einem Generalsekretär mit dreijährigem Mandat geleitet wird, dem ein Stellvertretender Generalsekretär mit ebenfalls dreijährigem Mandat zur Seite steht, führt die Arbeit der OPEC unter der Leitung des Gouverneursrats aus. Der Generalsekretär fungiert dabei als gesetzlicher Vertreter und höchster Beamter der OPEC. Seine Aufgaben umfassen die Organisation der Arbeit, Verwaltung der Organisation, Vorbereitung der Berichte für den Gouverneursrat und Unterrichtung des Präsidenten plus der übrigen Ratsmitglieder über die Arbeit des Sekretariats. Das Sekretariat gliedert sich in die Abteilungen Forschung, Energiefragen, Wirtschafts- und Finanzfragen, Datenbanken, Personal und Verwaltung sowie die OPEC News Agency und Information, die einer eigenen Nachrichtenagentur gleichkommt und der besseren internen Kommunikation der OPEC- Mitgliedsstaaten dienen soll.

3.2.5 Der OPEC Spezial Fund für internationale Entwicklung

1976 wurde der OPEC Spezial Fund als Möglichkeit der finanziellen Zusammenarbeit zwischen den OPEC-Staaten und diversen Entwicklungsländern gegründet. Letztere sollen diese für die Auswirkungen der Ölpreissteigerungen entschädigt werden. Dazu stellt er Vorzugsdarlehen und Zuschüsse für soziale und wirtschaftliche Entwicklungsprogramme zur Verfügung. Bei Gründung betrug das Grundkapital des Fonds 800 Millionen US-Dollar. Bis Anfang der neunziger Jahre wuchs dieses Grundkapital auf mehr als drei Milliarden US-Dollar an.

4 Determinanten der Ölpreise

Erdöl ist eine begrenzte und nicht erneuerbare Ressource, weshalb der Rohstoffmarkt also nicht nur aktuelle, sondern auch künftige Knappheitsbedingungen in die Preisbildung einfließen lassen muss. Tatsächlich jedoch ist der Markt weder in der Lage die künftigen Knappheitsbedingungen noch die ökologischen Kosten der Ölverbrennung in die Preisbildung einfließen zu lassen. Stattdessen übt die Politik der Förder- wie der Abnehmerländer zusätzlichen Einfluss auf die Preisbildung aus.

Ebenso entscheidend für den Preis des Rohöls ist die Balance von Angebot und Nachfrage. Wie in der Vergangenheit bei beiden Ölpreisschocks zu sehen war, stieg der Preis mit Angebotsverkanppung bzw. Nachfrageüberschuss an. Hierbei ist herauszuheben, dass der Erdölpreis kurzfristig unelastisch und langfristig elastisch ist.8 Die Angebotsmenge von Öl ist in großem Maße von den Kapazitäten der Ölraffinerien abhängig. Aktuelle

Pressemitteilungen, in denen von Kapazitätsengpässen gesprochen wird, lassen den Ölpreis immer wieder an den Rohstoffmärkten ansteigen. Die Förderländer sind deshalb immer bemüht, die Raffineriekapazität mit einem nicht allzu großen Puffer unterhalb dem Förderungsmaximum zu halten.9

Geopolitische Themen sind derzeit wohl die signifikanteste Determinante des Ölpreises. Marktteilnehmer der internationalen Rohstoffmärkte sehen jeden Tag mit „Argus- Augen“ auf die islamische Welt und versuchen, wichtige politische Aussagen bedeutender Entscheidungsträger der Politik und OPEC- Organisationsmitglieder zu deuten.

Zudem lässt die Vergangenheit erkennen, dass die meisten Ölpreisschocks aus Kriegen oder politischen Unruhen in erdölreichen Ländern entstanden.

[...]


1 Vgl. WISU (Juni 2004): Oil Apocalypse Now? Not now – But maybe soon; S.712

2 Vgl. Bayern LB (Februar 2006)– Sectoral Report on Oil & Gas

3 Vgl. Schaubild Nr. 11 im Anhang

4 In der Literatur wird oftmals von einem Rohstoffkartell gesprochen. Zahlreiche Wissenschaftler wie Alhajji & Huettner, Griffin oder Loderer haben ex- post- Untersuchungen der beiden Ölpreiskrisen der siebziger Jahre durchgeführt, ob die OPEC in dieser Phase ein Kartell darstellt(e), mit dem Ergebnis, dass anhand verschiedener Theorien kein signifikanter Marktbeherschungseinfluss der OPEC festgestellt werden konnte.

5 Vgl. Schaubild 12 im Anhang

6 Vgl. Schaubild 12 im Anhang

7 Übersetzung der publizierten Ziele auf www.opec.org

8 Vgl. Schaubild Nr.7 im Anhang

9 Vgl. Schaubild Nr.8 im Anhang

Details

Seiten
35
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640085828
ISBN (Buch)
9783640442188
Dateigröße
989 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110409
Institution / Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
92%
Schlagworte
OPEC Geschichte Funktionsweise Auswirkungen Erdöl Länder Deutschland

Autor

  • Christian Fingerhut (Autor)

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