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Bismarcks Ostpolitik. Die russisch-deutschen Beziehungen nach der Reichsgründung

Hausarbeit 2006 20 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Europas Situation nach der Reichsgründung

3. Ziele von Bismarcks Ostpolitik

4. Außenpolitik bis 1878
4.1 Erster Dreikaiserbund
4.2 Grenzen und Scheitern des Abkommens

5. Russisch-deutsche Entfremdung

6. Wandel der Ostpolitik und spätere Bündnisse

7. Zusammenfassung

Quellennachweis

Literaturnachweis

1. Einleitung

Als letzter von drei militärischen Konflikten hatte der deutsch-französische Krieg von 1870/71 die Gründung eines deutschen Nationalstaates ermöglicht und damit den bisherigen Zustand der deutschen Zersplitterung beendet. Auf europäischer Ebene jedoch war die Situation alles andere als geklärt. Gerade erst in das Konzert der europäischen Großmächte aufgestiegen, sah sich die junge Nation mehreren Parteien gegenüber, die teils weitere Expansionsbestrebungen des Reiches fürchteten, teils Revanchegedanken hegten. Daher musste es für die deutsche Politik oberste Priorität haben, dieser Unsicherheit entgegen zu wirken, zumal das Reich durch seine geographische Lage in der Mitte Europas besonders bedroht war.

Im Folgenden bemühte sich Reichskanzler Otto von Bismarck daher, die Länder Europas mit unterschiedlichen Mitteln von einer bedrohlichen Haltung gegenüber dem Reich abzubringen. Russland kam dabei als wohl wichtigster kontinentaler Machtfaktor eine besondere Bedeutung zu. Doch wie versuchte Bismarck die Beziehung zum Land der Zaren zu sichern? Dies soll im Weiteren geklärt werden.

Der zeitlich relevante Phase beginnt mit der Reichsgründung 1871 und umfasst etwa das erste Jahrzehnt, bis sich das deutsche Reich weitestgehend als neue Großmacht etabliert hatte. Auf Grund einer gewissen historischen Tradition in Bismarcks Außenpolitik muss jedoch auch die Zeit davor berücksichtigt werden. Um zudem die deutsch-russische Diplomatie dieser Zeit besser bewerten zu können, empfiehlt es sich, ihre Entwicklung und ihre Auswirkungen auch einige Jahre über dieser 1870er-Jahre hinaus zu verfolgen. Es ist ebenfalls unerlässlich, zwischenzeitlich auch die Faktoren Frankreich und Österreich-Ungarn mit einzubeziehen.

Zu Beginn wird die Situation Europas nach der Reichsgründung zu klären sein, woraufhin die Ziele von Bismarcks Ostpolitik aufgezeigt werden sollen. Hierauf folgt eine Untersuchung der Außenpolitik des deutschen Reiches bis 1878, wobei sich dieser Abschnitt aus zwei Kapiteln zusammensetzt, die sich zunächst mit dem ersten deutsch-russisch-österreichischen Abkommen und schließlich mit dessen Scheitern befassen. Im Anschluss daran soll die zu diesem Zeitpunkt besonders zu Tage getretene, zunehmende Entfremdung zwischen den Ländern Deutschlands und Russlands untersucht werden. Der Hauptteil wird schließlich mit einer Betrachtung des Wandels der Ostpolitik abschließen, nicht jedoch ohne vorher noch kurz die späteren Verträge mit dem Zarenreich zu berücksichtigen. Abschließend werden dann noch einmal alle Erkenntnisse und Ergebnisse zusammen gefasst werden.

2. Europas Situation nach der Reichsgründung

Das deutsche Reich war in keinem friedlichen Umfeld gegründet worden. Noch etwa ein Jahr nach dem Krieg gegen Frankreich schrieb der deutsche Botschafter in Wien, Lothar von Schweinitz, über die Haltung des Auslandes:

„ Es herrscht zur Zeit in England viel Ü belwollen gegen Deutschland; und nicht nur in England; in

Ru ß land, Ö sterreich, Frankreich und in manchen anderen L ä ndern empfindet man Neid, Furcht, Ha ß . “ 1

Aber wieso sollten sie sich auch anders verhalten? Ein geeintes Deutschland war nicht im Interesse der Mächte Europas, schon gar nicht, wenn sie auf ihrem Rücken erfolgt war. Frankreich war durch die Niederlage und die Annexion Elsass-Lothringens gedemütigt und zu einem sicheren „Erbfeind“ gemacht worden. In Österreich-Ungarn betrieb der dortige Außenminister Andrássy seit 1871 eine Aussöhnungspolitik2, die Beteiligung des Vielvölkerstaates an einer „ antideutsche[n] Konspiration “ 3 wollte Bismarck aber auch Jahre später noch nicht ausschließen. Auch für Russland war das Entstehen einer neuen Großmacht in unmittelbarer Nachbarschaft besorgniserregend. „Die Reichsgründung schien in den Augen der Nachbarn“, wie es Hillgruber beschreibt, „[...] eher einen völligen Umsturz der europäischen Machtverhältnisse voranzukündigen“4.

Die Unruhe ging mit einem Misstrauen einher, was durchaus nicht unbegründet war. Man konnte schließlich nicht sicher sein, ob der Mann, der das Land im Zuge von drei Kriegen geeint hatte, tatsächlich keine weitere Expansion beabsichtigte. Die neue „Saturiertheit“ entbehrte noch eines handfesten Belegs.

Ein Gefühl allerdings, das auch das deutsche Reich weitestgehend teilen musste, außer in Hinsicht auf Frankreich. Lediglich beim linksrheinischen Nachbarn konnte sich sowohl die deutsche Politik als auch das Militär über „ die Gewi ß heit “ einig sein, „ da ß dieses [Frankreich] die Gelegenheit, uns anzugreifen, benutzen wird “ 5.

3. Ziele von Bismarcks Ostpolitik

Bismarcks weiteres Vorgehen war also fast absehbar: „ Wir verfolgen keine Macht-, sondern eine Sicherheitspolitik “ 6. Denn Deutschland hätte sich bei der gegenwärtigen Haltung der Nachbarländer keine weiteren militärischen Auseinandersetzungen erlauben können. Die Angst vor einem neuen Napoleon I. war in Europa noch zu präsent, zweifellos wäre es schnell zu einem gesamteuropäischen Bündnis gekommen. Der nächste Schritt musste also zwangsläufig friedlich verlaufen und die Existenzsicherung des deutschen Staates zum Ziel haben.

Gleichzeitig musste aber auch das Verhältnis zu Frankreich berücksichtigt werden. Bismarck war nicht ernsthaft an einer Befriedung der deutsch-französischen Beziehungen interessiert, dafür war es ihm als außenpolitisches Instrument zu dienlich. Als Alternative blieb folglich nur die dauerhafte Feindschaft. Das Reich musste bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit einem Angriff im Westen rechnen. Zumindest zu einem Krieg im Alleingang wäre der Erzfeind nicht in der Lage gewesen, dazu war er Deutschland militärisch noch zu sehr unterlegen. Eine Gelegenheit hätte sich nur in „ dem Augenblicke “ geboten, „ wo Frankreich den monarchistischen H ö fen Europas wieder b ü ndnisf ä hig “ 7 erschienen wäre.

Eine Möglichkeit, die eine Lösung für beide Angelegenheiten - sowohl die Sicherung Deutschlands gegenüber Frankreich als auch in Europa - bot, bestand darin, auf internationaler Ebene Beziehungen zwischen den Staaten zu fördern:

„ ...Das Bild [...], welches mir vorschwebt: nicht das irgend eines L ä ndererwerbs, sondern das einer politischen Gesamtsituation, in welcher alle M ä chte au ß er Frankreich unser bed ü rfen, und von Koalitionen gegen uns durch ihre Beziehungen zueinander nach M ö glichkeit abgehalten werden. “ 8

Auch wenn diese Worte des Kanzlers bereits aus dem Jahr 1877 stammen, war der Beginn eines solchen „Bündnissystems“ doch auch schon im vier Jahre früher geschlossenen Abkommen mit Österreich-Ungarn und Russland zu erkennen. Moltke].

Die Idee von einem internationalen Beziehungsgefüge lässt sich ansatzweise auch schon in Bismarcks Studienzeit erkennen9. Eine Idee, die im Verlauf seiner Amtszeit bis zum Ende weitgehend kontinuierlich gepflegt und ausgebaut wurde10.

Dass mit den zwei östlichen Monarchien bereits 1873 der erste internationale Vertrag geschlossen wurde, lässt die Vermutung aufkommen, dass hier nicht nur der Schwerpunkt des späteren Systems lag, sondern auch ein großer Schwachpunkt:

„ Ich halte zwei m ä chtige Wappentiere [den ö sterreichischen und den russischen Adler] an ihren Halsb ä ndern. Ich halte sie auseinander, erstens damit sie sich nicht zerfleischen, zweitens damit sie sich nicht auf unsere Kosten verst ä ndigen. “ 11

Die beiden Monarchien waren also nicht nur direkt eine Gefahr für Deutschland. Durch die Expansionsbestrebungen, die beide auf dem Balkan hegten, standen sie in einer Rivalität zueinander, die auch leicht ein Beziehungsgeflecht gefährden konnte. Denn wäre es im Osten zu einer Bedrohung gekommen, wären die Deutschen unter Umständen gezwungen gewesen, für einen der Partner Partei zu ergreifen.

Dass Russland von beiden aber wohl der zumindest militärisch Bedeutendere war, zeigt die Beurteilung des zeitgenössischen Historikers Treitschke über die Donaumonarchie, der sie „ kaum mehr im Stande “ sah, „ den Rang einer Gro ß macht zu behaupten “ 12. Und auch Hillgruber weist darauf hin, dass sich Bismarck noch Jahre später entgegen der vorherrschenden Meinung der Öffentlichkeit zu Gunsten Russlands aussprach, was die Bedeutung des Zarenreiches untermauert13.

4. Außenpolitik bis 1878

4.1 Erster Dreikaiserbund

Bismarck erachtete Frankreich nur im Verbund mit einer anderen Großmacht als gefährlich. Ein solches Bündnis zwischen einer der beiden Ostmächte und Frankreich zog Generalstabschef von Moltke jedoch schon sehr früh in Betracht, mit Russland sogar schon kurz nach der Reichsgründung14. Wie sollte man also das Zarenreich binden?

Von großem Vorteil für die deutsche Politik war hier mit Sicherheit die innere Entwicklung Frankreichs. Mit der Niederlage Napoleons III. 1871 war sein Kaiserreich zerfallen, die Demokraten, begannen sich durch zu setzen. 1875 kam es schließlich zum dritten Mal innerhalb von fast hundert Jahren zur Gründung einer französischen Republik, was auf das Ausland den Eindruck einer regelrechten revolutionären Tradition haben musste. Vor allem schürte es aber unter den Monarchien Europas die Revolutionsangst und den Wunsch, „ durch die Herrschaft angestammter Monarchen gegen die anarchistischen Zust ä nde des franz ö sischen Staates sichergestellt zu sein “ 15.

Besonders beängstigt hatten sich „ nach dem abschreckenden Beispiel der [Pariser] Kommune “ 16 auch breite Bevölkerungsschichten in Deutschland gezeigt. Als sich gegen Ende des Krieges Revolutionäre aus Protest gegen die französische Kapitulation in Paris verschanzt hatten, waren sie blutig gegen Bürgerliche, Adlige und Klerikale vorgegangen, was die Politik und die Position der herrschenden alten Eliten gestärkt und die Linke in Verruf gebracht hatte.

Frankreich war also nebenbei auch ein Instrument für Bismarcks Politik. Durch die bewusst geschürte Revolutionsangst des fast durchweg monarchistischen Europas fiel es ihm leicht, antideutsche Absichten in eine anti-demokratische Allianz umzulenken: „ Frankreich ist f ü r uns ein heilsames Schreckmittel. “ 17

Als Ergebnis dieses Betreibens wurde 1873 ein Vertrag zwischen dem deutschen Reich, Russland und Österreich-Ungarn unterzeichnet, der im Nachhinein als „Dreikaiserabkommen“ bezeichnet wurde. Sein erklärtes Hauptziel war „ de consolider l' é tat de paix en Europe, et [...] d' é loigner les chances de guerres “ 18. Des Weiteren schrieb das Abkommen vor, dass sich die Verbündeten bei Streitigkeiten um eine Absprache bemühen sollten. Im Falle eines Angriffs durch eine Drittmacht wurden plötzliche Bündniswechsel untersagt und auch eine militärische Zusammenarbeit nicht ausgeschlossen, „ si [...] une action militaire devenait n é cessaire “ 19.

Dieser Vertrag war zweifelsohne im Interesse Bismarcks und hätte zu seinen Gunsten kaum besser ausfallen können. Zumal das Abkommen durch eine kurz vorher geschlossene deutsch-russischen Militärkonvention verstärkt wurde, in der sich die Bündnispartner bei einem feindlichen Angriff Hilfe „ mittels einer Armee von 200000 Mann “ 20 versprachen. Selbst wenn die Konvention den Anspruch erhob, „ keinerlei Feindseligkeit gegen irgendeine Nation oder Regierung “ 21 zu beinhalten, war doch offensichtlich, dass sie sich wie das Abkommen gegen Frankreich richtete.

Mit Ausnahme von revanchistischen Neigungen in Österreich-Ungarn hatten die beiden Partner zudem kaum Anlass für Konflikte mit dem deutschen Reich. Der Artikel über die gegenseitige Absprache betraf daher vorrangig die österreichisch-russischen Beziehungen, die durch die Rivalität auf dem Balkan häufiger belastet waren. Hiermit sollte also sicher gestellt werden, dass das Bündnis nicht durch die „Wappentiere“ gesprengt würde.

Die beiden Großmächte müssen sich jedoch der Verpflichtungen, die sie mit diesem Vertrag eingingen, bewusst gewesen sein. Ob sie Bismarcks Absichten direkt durchschauten oder nicht, in jedem Fall erfüllten sie sie damit gänzlich.

Angesichts des anti-französischen, anti-demokratischen Charakters des Abkommens sieht Müller- Link hier nicht ohne Grund den „künstlichen und unzeitgemäßen Versuch, die Tradition der 'Heiligen Allianz' wiederzubeleben“22. Berlin und Sankt Petersburg pflegten in den voran gegangenen Jahrzehnten meist gute Beziehungen zueinander, welche jedoch „ aus gemeinsamen K ä mpfen gegen franz ö sische Ü bermacht zu Anfang dieses [19.] Jahrhunderts und aus verwandschaftlichen Verh ä ltnissen der Herrscher “ 23 erwuchsen. Die Zeit des im Krieg gegen Napoleon I. geeinten Europas war jedoch vorbei, die Staaten waren zunehmend wieder selbstständiger geworden wie die zunehmenden Konflikte zwischen Österreich-Ungarn und Russland zeigten.

4.2 Grenzen des Abkommens und Scheitern

1873 geschlossen, dauerte es kaum zwei Jahre, bis das Dreikaiserabkommen die ersten Risse zeigte. Erster Anlass war die Absicht der Franzosen, ihr Heer zu vergrößern. Bismarck, der seit Ende des Krieges versuchte, Frankreich durch Drohgebärden einzuschüchtern, nahm dies als willkommene Gelegenheit, seine bisherige Frankreich-Politik fortzusetzen. In Folge dessen veröffentlichten 1875 mehrere Zeitungen, die der deutschen Regierung nahe standen, Artikel über die geplante französische Heeresreform. In den Veröffentlichungen wurde Frankreich als Unruhestifter Europas ausgemacht, das nur auf einen Revanchekrieg gegen das deutsche Reich sinne.24 Der Revanchekrieg, mit dem deutsche Politiker und Militärs schon seit längerer Zeit rechneten, wurde nun der Öffentlichkeit als eindeutige Absicht Frankreichs präsentiert. In dieser angespannten Situation forderte Bismarck die Rücknahme der geplanten Heeresreform, ein neuer Krieg lag in der Luft.

Die europäischen Mächte zeigten sich jedoch nicht bereit, eine weitere Machtdemonstration Berlins geschweige denn einen weiteren Krieg hinzunehmen. Auf Grund der Forderung mehrerer europäischer Mächte nach Frieden musste der deutsche Kanzler einen Rückzieher machen, so dass der französische Außenminister Decazes freudig an seinen Botschafter in Berlin schrieb, „ [que] notre droit de r é organiser à notre convenance [...] les forces militaires de la France [...] ait é t é reconnu sans r é serve “ . 25

Auch wenn die Angelegenheit in der breiten Öffentlichkeit eher unbeachtet blieb, musste dieser Ausgang für Deutschland international doch eine wichtige Niederlage bedeuten. Denn „die von Bismarck angestrebte totale Isolierung Frankreichs war damit durchbrochen“.26 Europa, das 1871 die deutsche Staatsgründung noch weitestgehend widerwillig hingenommen hatte, weil ihm Paris als eindeutiger Urheber des Krieges erschienen war, machte sich erstmals wieder für französische Interessen stark.

Von Bedeutung war aber auch, dass Russland an dieser „internationalen Friedensinitiative“ beteiligt war. Dies belastete die Beziehungen nicht nur, weil Russland sich deutschen Interessen in den Weg stellte, sondern auch, weil es sich nicht um eine Absprache bemühte, wie es im Dreikaiserabkommen fest gelegt worden war. Doch das russische Engagement muss sogar noch darüber hinaus gegangen sein. Decazes gibt noch weiteren Aufschluss über die Rolle Sankt Petersburgs: So soll es der russische Zar Alexander persönlich gewesen sein, „ [qui] avait demand é à l'Angleterre d'appuyer ses d é marches pacifiques et de provoquer l'appui de l'Italie et de l'Autriche “ . 27 Russland war also nicht bloß eine sondern vermutlich die treibende Kraft hinter dem Druck auf Deutschland, zumal es sich dafür mit den Briten sogar auf einen von denen lange ersehnten Kolonienausgleich einließ.

Damit war offensichtlich geworden, dass das Zarenreich nicht vorrangig an einer „Solidarität der europäischen Monarchien“28 gegen die „Revolution“ interessiert war. Vielmehr ging es ihm um ein europäisches Mächtegleichgewicht und dementsprechend war es auch gegenüber einem weiteren Machtzuwachs seines westlichen Nachbarn recht misstrauisch. In jedem Fall musste der deutsche Kanzler erkennen, dass das Dreikaiserabkommen enge Grenzen besaß und für eine risikoreiche Außenpolitik keinen beliebigen Rückhalt bot.

Müller-Link weißt jedoch darauf hin, dass die grundsätzliche Situation, in der sich der Kontinent befand, nicht grundlegend geändert hatte, daher „bestand für die deutsche Außenpolitik keine Veranlassung, auf der diplomatischen Ebene von der bisher verfolgten Strategie der deutschrussischen Beziehungen abzuweichen“.29 Das Monarchenbündnis sollte also auch weiterhin Grundlage von Bismarcks Ostpolitik bleiben.

Doch dass das Bündnis schon ein Jahr später erneut unter Druck geriet, erweckte den Eindruck, dass man zumindest in einigen einflussreichen Kreisen des Zarenreiches nicht allzu sehr an diesem Abkommen interessiert war. Der Vertrag von San Stefano, der 1878 den russisch-osmanischen Krieg von 1876 beendete, vergrößerte Russlands Besitzungen und Einflussgebiete auf dem Balkan erheblich, wurde aber von den anderen Ländern Europas abgelehnt. Der Vorgang war vor allem für Österreich-Ungarn ein Affront, da es ebenfalls eine Expansion auf dem Balkan anstrebte, entgegen dem Abkommen aber nicht konzertiert worden war. Um den Frieden zu sichern und vor allem auch um das Dreikaiserabkommen zu retten, lud Bismarck daher im selben Jahr zum „Berliner Kongress“ ein, auf dem die Krise beigelegt werden sollte.

Da das deutsche Reich keinerlei Ambitionen auf dem Balkan hegte, versuchte der Kanzler als „ehrlicher Makler“ aufzutreten, in dem er als Unbefangener schlichtete. Doch auch der Kongress ergab keine allgemeine Zufriedenheit. Die russischen Gewinne wurden zu großen Teilen zurück genommen, zu Gunsten des osmanischen Reiches30 aber auch Österreich-Ungarns.31

Bismarck gab dennoch vor, mit der Übereinkunft zufrieden gewesen zu sein: Gegenüber einem russischen Diplomaten erklärte er später, er „ habe ö fter die Rolle des russischen Agenten als die des deutschen Kanzlers gespielt. “ 32

Sankt Petersburg muss der Behauptung, Deutschland habe aktiv russische Interessen vertreten, jedoch wenig Glauben geschenkt haben. Selbst Moltke hielt sie - schon Monate vor Bismarcks oben zitierter Äußerung - für zweifelhaft und wies darauf hin, dass der östliche Nachbar mit dem Berliner Kongress alles andere als zufrieden gewesen sei:

„ Ru ß land hat im letzten Orientkrieg [...] einen Erfolg erreicht, welcher den weitgehenden Erwartungen der Nation nicht entspricht. [...] Es macht sich eine Verstimmung im Lande f ü hlbar, welche, wenn auch nicht in v ö llig ungerechtfertigter Weise, sich gegen die neutrale Haltung Deutschlands wendet. “ 33

Die Entwicklung ging sogar dermaßen gegen die Absichten Zar Alexanders, dass er in diesem Zusammenhang von einer „ europ ä ische[n] Koalition gegen Ru ß land, unter der F ü hrung des F ü rsten Bismarck “ 34 gesprochen haben soll.

Die Unzufriedenheit über den Ausgang war so groß, dass das Dreikaiserabkommen von allen Vertragspartnern faktisch als aufgelöst und „nicht mehr existent angesehen“35 wurde.

5. Russisch-deutsche Entfremdung

Das Scheitern des Dreikaiserabkommens hatte gezeigt, dass es, obwohl das deutsche und das russische Reich keine direkten Konfliktpunkte besaßen, doch Gegensätze und ein nicht geringes Maß an gegenseitiger Ablehnung gab.

Die zunehmende Entfremdung war jedoch nicht erst durch die deutsch-französische Krise 1875 hervor gerufen worden, sondern bestand schon länger. In Russland wurde die negative Haltung gegenüber Berlin vor allem von den liberalen und nationalen Kräften, den sogenannten „Panslawisten“ getragen, die die Macht des Zaren zunehmend zurück drängten. Die Gründe liegen vor allem darin, dass „die Alliance [...] mit Preussen einen integrirenden Theil von des Kaisers Nikolaus [I.] politischem System bildete“36 und seine militaristische Haltung dem russischen Absolutismus gewissermaßen als Vorbild dienen sollte. Müller-Link sieht die Ablehnung auch in Zusammenhang mit der Kriegsangst und einem Gefühl der eigenen Unterlegenheit gegenüber der westlichen Macht.37 Einfluss auf die Stimmungslage hatten zudem auch der Verlust der früheren Dominanz38 und die wirtschaftliche Abhängigkeit des rückständigen Reiches.

Mit der zunehmenden russisch-deutschen Entfremdung, die mit dem Ende des Dreikaiserab- kommens vorerst ihren Höhepunkt erreichte, ging eine weitere Entwicklung einher, die Bismarck eigentlich seit der Reichsgründung verhindern hatte: Eine Annäherung zwischen Frankreich und dem Zarenreich.

Nachdem man sich in Frankreich 1875 schon einmal für die Interessen des deutschen Erzfeindes eingesetzt hatte, begann man nun auch, Bündnisgedanken zu hegen. Dieses Bestrebungen mussten jedoch zunächst geheim erfolgen.39 Zu unsicher waren noch die Vorstellungen von einem Bündnis und die Franzosen waren noch zu weit davon entfernt, in den regierenden russischen Kreisen als Partner salonfähig zu werden. Zudem hätte ein offener „Frontenwechsel“ die Stabilität des Friedens in Europa erheblich gefährdet. Noch blieb das Bündnis ein Gedankenspiel.

Dennoch kam man sich allmählich näher. Nicht unbeteiligt daran war die traditionelle Vorliebe der russischen Aristokratie für die französische Sprache und Kultur.

Engelberg weist darauf hin, dass dies sogar so weit ging, dass der Sohn des russischen Kanzlers und Außenministers Gortschakov seinem Vater Briefe fast ausnahmslos in französischer Sprache schrieb.40 „Undenkbar, daß Bismarck mit seinen Söhnen anders als in ihrer Muttersprache korrespondiert hätte.“41

Auch Bismarck selbst hat - unfreiwillig - zu dieser Entwicklung beigetragen. Da er nach dem Krieg von 1870/71 nicht auf eine Aussöhnung mit Frankreich hin arbeitete, sondern es im Gegenteil weiter provozierte und auf weitere feindliche Beziehungen drängte, bot sich aus russischer Sicht ein Bündnis geradezu an. Denn Russland, dass sich nun durch eine starke Militärmacht im Westen und eine expansionistische Macht im Südwesten bedroht sah, hätte sich in jedem Fall auf die antideutsche Haltung und Unterstützung Paris' im Kriegsfall verlassen können.

Angesichts dieser Lage zog Moltke, der in seinen Denkschriften an den Kanzler und den Kaiser schon seit 1871 über einen Zweifrontenkrieg nachgedacht hatte42, diese Möglichkeit zunehmend häufiger in Betracht.

Von besonderer Bedeutung war zudem der österreichisch-russische Gegensatz, der sich in den Konflikten auf dem Balkan manifestierte. Nicht zuletzt war es schließlich dieser Antagonismus, der das erste Monarchenbündnis sprengte. Da Bismarck jedoch weiter für diesen Bund, einer „deutschen Ordnung“43, die der russischen Expansion entgegen stand, eintrat, musste es auch hier zu Streitigkeiten kommen. Dass die vom deutschen Kanzler angestrebte Fortführung der „Heiligen Allianz“ realpolitisch nicht dauerhaft umsetzbar war, ließ sich bereits seit den späten fünfziger Jahren erkennen. Die inneren Veränderungen des Zarenreiches zu Ungunsten der absoluten Monarchie ließen die klassische Bündnispolitik, wie sie in den napoleonischen Kriegen entstanden war, schlicht nicht mehr zu.44 Statt dessen wurde das deutsche Reich während des Dreikaiserabkommens von Sankt Petersburg zunehmend unter Druck gesetzt, sich gegen Österreich-Ungarn und zu Gunsten russischer Interessen zu engagieren. Umgekehrt wünschte man eine Garantie für ein deutsches Elsass-Lothringen, was eine weitere Parteinahme für Frankreich unmöglich gemacht hätte. „Beide wiesen das Ansinnen der anderen Seite als unerfüllbar zurück.“45

6. Wandel der Ostpolitik und spätere Bündnisse

Als „Antwort“ auf diese Entwicklung und die gleichzeitig zunehmend aggressivere Haltung Russlands scheint es auf den ersten Blick in der deutschen Ostpolitik eine umfassende Wende gegeben zu haben. Diese führte schließlich auch zum Abschluss des Zweibundes zwischen Österreich-Ungarn und dem deutsche Reich. Offiziell sollte der Vertrag „ rein defensiven Intentionen “ 46 dienen, die explizite Erwähnung Russlands machte aus dem dagegen gerichteten Charakter des Bündnisses jedoch keinen Hehl:

„ Sollte [...] Eines der beiden Reiche von Seiten Russlands angegriffen werden, so sind die Kontrahenten verpflichtet, Einander mit mit der gesammten Kriegsmacht Ihrer Reiche beizustehen. “ 47

Der Vertrag, der ursprünglich geheim gehalten werden sollte48, wurde schließlich doch veröffentlicht und brachte die zaristische Diplomatie angesichts der Isolation in Bedrängnis. Doch gerade deshalb musste die Veröffentlichung eher dem Interesse der deutschen Politik entsprechen, als es ein Geheimvertrag getan hätte. Denn zugleich erließ das deutsche Reich protektionistische Schutzmaßnahmen gegenüber dem russischen Export, wobei Bismarck besonders auf die Landwirtschaft hinwies.49 Dies musste das Zarenreich hart treffen, da es auf Grund seiner Abhängigkeit von der Getreideausfuhr nach wie vor als die „Kornkammer Europas“ galt.

Die Absicht des Kanzlers war also keineswegs, die entstandenen Verhältnisse hin zu nehmen, Russland sollte vielmehr unter Druck gesetzt werden, um sich wieder einem Monarchenbündnis anzuschließen:

„ Die Garantie des Friedens aber, die in einem deutsch- ö sterreichischen Defensiv-Bunde liegen w ü rde, gew ä hrt uns [...] das Mittel, mit Ru ß land in Frieden zu bleiben und den Drei Kaiser-Bund wieder zu beleben. “ 50

Seiner Ansicht nach war ein unsicheres Verhältnis zu dieser Großmacht zu gefährlich für die deutsche Sicherheit.51 Zudem war er sich durchaus der innenpolitischen Zustände im Nachbarland im Klaren und hoffte, dem Zaren mit dieser Maßnahme den Rücken zu stärken52, zweifellos um eine neue Grundlage für seinen Dreibund zu schaffen.

Bismarcks Rechnung ging - zumindest teilweise - auf. So fiel den regierungsnahen Zeitungen schon bald auf, „ da ß die unverkennbare Bewegung unter den hohen russischen Staatsbeamten haupts ä chlich den Zweck verfolgt, der drohenden Isolierung Ru ß lands vorzubeugen. “ 53 Der Druck zeigte Wirkung, die Ostmacht lenkte schließlich ein. Dennoch dauerte es noch bis 1881, bis sich die drei Staaten auf einen erneuten Vertrag einigen konnten, mit dem das Zarenreich einerseits den Berliner Kongress anerkannte, ihm aber andererseits auch eine gewisse Expansion in Aussicht gestellt wurde. Zudem zeigte die aggressive Politik des deutschen Kanzlers langfristig negative Auswirkungen auf seine Absichten, da sie die Unbeliebtheit der Deutschen weiter schürte und den zurückgewonnenen Partner trotzdem weiter in Richtung Frankreichs rücken ließ.

Die Basis des Bismarckschen Bündnissystems war auf Grund der zunehmenden gesellschaftlichen Ablehnung brüchig geworden.54 Das zeigte sich vor allem daran, dass ein „secret sur le contenu et sur l'existence du présent traité“55 vereinbart wurde. Auf Grund der befürchteten Ablehnung durch die Öffentlichkeit konnte der neue Bund nur - ganz im Sinne der klassischen Kabinettspolitik - im Geheimen geschlossen werden. Entsprechend der Ausgangslage, in der der Dreikaiserbund geschlossen worden war, währte er auch nur vier Jahre, bevor der Vertrag unter ähnlichen Umständen wie zuvor für nichtig erklärt wurde.

Eine letzte bedeutende Initiative wurde 1887 mit dem deutsch-russischen Rückversicherungsvertrag ergriffen. Dieser Vertrag beinhaltete vorrangig - wie alle vorherigen auch schon - die „neutralité bienveillante“56 des Vertragspartners, wenn der andere sich im Kriegsfall befinden sollte. Dieser Artikel schloss jedoch ausdrücklich Angriffskriege gegen Frankreich und Österreich-Ungarn aus, was zweifellos jeweils nicht im Interesse der beiden Staaten lag, sondern vielmehr ein unliebsamer, ausgehandelter Kompromiss war. Wesentlich bedeutender jedoch war, dass das deutsche Reich „historisch gewachsene“ Ansprüche Russlands auf Gebiete und Einflussbereiche auf dem Balkan an erkannte.57

Diese Vereinbarung stand letztlich im genauen Gegensatz zum zuvor mit Österreich-Ungarn geschlossenen und nach wie vor bestehenden Zweibund, der Wiens Position gegenüber Russland stärkte. Der Text des Rückversicherungsvertrages blieb geheim. Da Sankt Petersburg jedoch den Inhalt des Zweibundes kannte, musste fest stehen, dass man sich dort keinerlei Illusionen über die derzeitige Situation machte.

Die Vereinbarung scheint statt dessen wie ein letzter verzweifelter Versuch beider Parteien, einen militärischen Konflikt zu verhindern, wobei von deutscher Seite auch offensichtliche Widersprüche in der eigenen Diplomatie hingenommen wurden, um eine Auseinandersetzung zumindest in näherer Zeit abzuhalten. Entsprechend der Bedeutungslosigkeit des Dokumentes wurde der letzte Vertrag nach dem Rücktritt Bismarcks von seinem Nachfolger Leo von Caprivi nicht mehr erneuert.

7. Zusammenfassung

Die deutsche Reichsgründung wurde wegen ihrer aggressiven Art in Europa sehr misstrauisch aufgenommen, entsprechend prekär war die politische und militärische Lage im Anschluss. Daher betrieb Bismarck in erster Linie eine strikte Sicherheitspolitik, die erstens die Isolierung Frankreichs und zweitens ein europäisches Bündnissystem beinhaltete. Auf diese Weise sollten Konflikte zwischen den Staaten unterbunden werden. Auf Grund ihrer geografischen Lage aber auch wegen ihrer militärischen Bedeutung lag der Schwerpunkt von Bismarcks Bündnispolitik auf Österreich und Russland. Trotz der Gegensätze zwischen den beiden Ländern, die beide auf dem Balkan expandierende Konkurrenten waren, gelang dem Kanzler mit ihnen zunächst der Abschluss eines antidemokratischen, antifranzösischen Dreikaiserabkommens, das dem deutschen Interesse entsprach.

Sein System beruhte allerdings auf der in den napoleonischen Kriegen gewachsenen Einheit Europas, die durch das Verschwinden des gemeinsamen Feindes zunehmend bröckeln und das Bündnis zum Anachronismus werden musste. Die Staaten pochten zunehmend auf ihre Selbstständigkeit. Vor allem Russland setzte sich mehrfach über den Vertrag hinweg, um die durch Deutschland herbeigeführte Isolation Frankreichs zu untergraben, weil es dessen Machtstellung fürchtete oder um selbst zu expandieren. Der letztlich unvermeidliche Antagonismus zwischen Sankt Petersburg und Wien ließ Ende der 1870er-Jahre nicht nur das Abkommen scheitern, sondern nötigte auch das deutsche Reich mehr und mehr dazu, Partei zu ergreifen. Der Versuch, die Neutralität zu bewahren, wurde dabei vor allem von Russland negativ angerechnet.

Mit der Zeit wuchs in der Bevölkerung beider Länder die gegenseitige Ablehnung, ein neuer Aspekt, der die Fortsetzung der „Geheimdiplomatie“ nicht mehr zuließ. Diese Abneigung wurde im Osten vor allem von Liberalen getragen, da das Bündnis mit Berlin für die autokratische Zarenherrschaft stand und sie die Dominanz und Kriegsgefahr durch den Nachbarn fürchteten. Eben diese Gefahr nahm nach dem Scheitern des Bündnisses 1878 stetig zu, so dass es zeitgleich zu einer leichten Annäherung gegenüber Frankreich kam.

Dennoch blieb das Zarenreich für Bismarck der wichtigste Partner. Durch ein offenes antirussisches Bündnis und protektionistische Gesetze suchte er, es unter Druck zu setzen und zu einer Rückkehr zu bewegen. Zwar hatten die Maßnahmen den erhofften Erfolg und es kam in der Folgezeit zu erneuten Vertragsabschlüssen, doch erhöhten sie die Ablehnung bei den Russen.

Die späteren Verträge konnten auch bei Weitem nicht mehr als so zuverlässig angesehen werden, Hillgruber hält sie daher auch für den Kriegsfall als untauglich.58

Zweifellos erkannte Bismarck richtig die Gefahr für das junge Reich, die von der unsicheren Situation in Europa ausging. Jedoch stand seine außenpolitische Handlungsweise im Gegensatz zu der realpolitischen Entwicklung seiner Zeit, die - auch in Russland - einen aufkommenden Nationalismus und eine Schwächung der Monarchie mit sich brachte. Diese Entwicklung war schon seit den 50er-Jahren absehbar und das erste Scheitern einer neuen „Heiligen Allianz“ in den 70er- Jahren der Beleg. Auch die aggressiven Mittel, die der Kanzler zunächst gegenüber Frankreich und später gegenüber dem Zarenreich anwendete, waren zwar kurzfristig erfolgreich, hatten auf lange Sicht aber im Gegenteil gravierende Auswirkungen auf die Sicherheit des Reiches.

Quellennachweis

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Literaturverzeichnis

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Gall, Lothar: Bismarck. Der weiße Revolutionär, Frankfurt, Berlin und Wien 4. Auflage 1980 [Gall].

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[...]


1 Schweinitz, Lothar von: Briefwechsel des Botschafters General v. Schweinitz, Berlin 1928, 88.

2 Preußen hatte Österreich-Ungarn im Krieg von 1866 besiegt und aus dem deutschen Bund gedrängt.

3 Bimarck am 15.6.1877: Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871-1914. Sammlung der Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes (Band 2), herausgegeben von Johannes Lepsius, Albrecht Mendelsohn Bartholdy und Friedrich Thimme, Berlin 4. Auflage 1927, 154 [im Folgenden zitiert als GP].

4 Hillgruber, Andreas: Bismarcks Außenpolitik (Rombach Wissenschaft Reihe Historiae Band 3), Freiburg 3. Auflage 1993, 115 [im Folgenden zitiert als Hillgruber].

5 Moltke, Helmuth von: Die deutschen Aufmarschpläne von 1870-1890 (Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv Band 7), herausgegeben von Ferdinand von Schmerfeld, Berlin 1929, 144 [im Folgenden zitiert als

6 Poschinger, Heinrich von: Fürst Bismarck und die Parlamentarier (Band 2), Breslau 1895, 200 [im Folgenden zitiert als Poschinger].

7 Bismarck am 28.2.1874: GP I, 239.

8 Bismarck am 15.6.1877: GP II, 154.

9 Vgl. Gall, Lothar: Bismarck. Der weiße Revolutionär, Frankfurt, Berlin und Wien 4. Auflage 1980, 33-34. Gall erwähnt das Interesse Bismarcks an seinem Dozenten Heeren, der eine Theorie über ein internationales Beziehungssystem vertrat.

10 Mit der Beteiligung oder Förderung des Reiches entstanden in weiterer Zeit: 1881 ein erneuter Dreikaiserbund, 1882 der Dreibund, 1887 der Rückversicherungsvertrag und die Mittelmeer-Entente.

11 Poschinger, 200.

12 Treitschke, Heinrich von: Zehn Jahre deutscher Kämpfe. Schriften zur Tagespolitik (Band 2), Berlin 3. Auflage 1879, 8.

13 Vgl. Hillgruber, 157-158.

14 Moltke, 5.

15 Bismarck am 28.2.1874: GP I, 239.

16 Ebenda.

17 Zitiert nach: Hanotaux, Gabriel: Geschichte des zeitgenössischen Frankreich 1871-1900 (Band 2, Teil 1), Berlin 1905.

18 The Consolidated Treaty Series (Band 146), herausgegeben von Clive Parry, New York 1977, 218 [im Folgenden zitiert als CTS].

19 CTS 146, 219.

20 Moltke, 34.

21 Ebenda.

22 Müller-Link, Horst: Industrialisierung und Außenpolitik. Preußen-Deutschland und das Zarenreich von 1860 bis 1890 (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft Band 24), Göttingen 1. Auflage 1977, 109 [im Folgenden zitiert als Müller-Link].

23 Moltke, 5.

24 Kölnische Zeitung Nr. 94, 5.4.1875, 2. Blatt.

25 Decazes am 18.5.1875: Documents Diplomatiques Français. 1871-1914 (1. Reihe, Band I), herausgegeben von der Commission de Publication des Documents Diplomatiques, Paris, 460 [im Folgenden zitiert als DDF].

26 Deininger, Helga: Frankreich - Rußland - Deutschland 1871-1891. Die Interdependenz von Außenpolitik, Wirtschaftsinteressen und Kulturbeziehungen im Vorfeld des russisch-französischen Bündnisses (Studien zur modernen Geschichte Band 28), München und Wien 1983, 35 [im Folgenden zitiert als Deininger].

27 DDF 1, I, 459.

28 Müller-Link, 118.

29 Ebenda.

30 U. A. Streichung der immensen Reparationen, die der Vertrag von San Stefano vor sah.

31 Wien wurden Bosnien und Herzegovina zugesprochen, obwohl es sich am Krieg gar nicht beteiligt hatte: CTS 153, 183.

32 Zitiert nach: Fester, Richard: Saburow und die russischen Staatsakten über die russisch-deutschen Beziehungen von 1879 bis 1890, erschienen in: Die Grenzboten. Zeitschrift für Politik, Literatur und Kunst. 80. Jahrgang, 2. Quartal, Berlin 1921, 57.

33 Moltke, 77.

34 GP III, 3.

35 Deininger, 37.

36 Eckardt, Julius von: Berlin und St. Petersburg. Preussische Beiträge zur Geschichte der Russich-Deutschen Beziehungen, Leipzig 2. Auflage 1880, 109 [im Folgenden zitiert als Eckardt].

37 Vgl. Müller-Link, 48.

38 Vgl. Engelberg, Ernst: Bismarck. Das Reich in der Mitte Europas, Berlin 2. Auflage 1990, 179f [im Folgenden zitiert als Engelberg].

39 Vgl. Deininger, 37.

40 Vgl. Engelberg, 179.

41 Ebd.

42 Moltke, 4ff.

43 Eckardt, 110.

44 Vgl. Eckardt, 111.

45 Deininger, 37.

46 CTS 155, 304.

47 CTS 155, 305.

48 Ebenda.

49 Rede am 2.5.1879: Stenographische Berichte über die Verhandlungen des Deutschen Reichstags. 4. Legislaturperiode, II. Session 1879 (Band 2), Berlin 1879, 831f.

50 Bimarck am 7.9.1879: GP III, 58.

51 Ebenda.

52 Bismarck am 24.9.1879: GP III, 96.

53 Kölnische Zeitung Nr. 278, 7.10.1879, 1. Blatt.

54 Vgl. Hillgruber, 140.

55 CTS 158, 464.

56 CTS 169, 318.

57 CTS 169, 320.

58 Hillgruber, 140.

Details

Seiten
20
Jahr
2006
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110716
Institution / Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,7
Schlagworte
Bismarcks Ostpolitik Beziehungen Reichsgründung Proseminar

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Titel: Bismarcks Ostpolitik. Die russisch-deutschen Beziehungen nach der Reichsgründung