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Wirtschaftlicher Erfolg durch moralische Intelligenz

Ausarbeitung 2007 24 Seiten

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

VORWORT

1 THEORIE
1.1 BEGRIFFDER MORALISCHENINTELLIGENZ
1.1.1 HERKUNFT
1.1.2 DEFINITION
1.1.3 VERWENDUNG
1.2 NOTWENDIGKEITDER MORALISCHENINTELLIGENZ
1.2.1 GLOBALISIERUNG
1.2.2 NEBENWIRKUNGEN DES ERFOLGS
1.2.3 ALTRUISMUS ZUR SICHERUNG DER GESELLSCHAFT
1.3 PRINZIPIENDER MORALISCHENINTELLIGENZ
1.3.1 INTEGRITÄT
1.3.2 VERANTWORTUNG
1.3.3 MITGEFÜHL

2 PRAXIS
2.1 MITARBEITER
2.1.1 AUSWIRKUNGEN AUF DIE PERSON
2.1.2 AUSWIRKUNGEN AUF DAS UNTERNEHMEN
2.2 VERANTWORTUNGSTRÄGER
2.2.1 AUSWIRKUNGEN AUF DIE PERSON
2.2.2 AUSWIRKUNGEN AUF DAS UNTERNEHMEN
2.3 MARKT
2.3.1 VERBRAUCHER
2.3.2 STAAT
2.3.3 PARTNER UND MITBEWERBER

3 REFLEXION
3.1 RISIKEN
3.1.1 REALISIERBARKEIT
3.1.2 MESSBARKEIT
3.1.3 WETTBEWERBSFÄHIGKEIT
3.2 CHANCEN
3.2.1 VERTRAUENSVORSPRUNG
3.2.2 QUALITÄTSVORSPRUNG
3.2.3 RENTABILITÄTSVORSPRUNG
3.3 FAZIT
3.3.1 ALLGEMEIN
3.3.2 PERSÖNLICH

QUELLENVERZEICHNIS

ERKLÄRUNG

Vorwort

Die vorliegende Arbeit dient primär zur Unterstreichung folgender These:

„Die Steigerung der moralischen Intelligenz im Unternehmen ist gesellschaftlich und wirtschaftlich sinnvoll!“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 THEORIE

Im ersten Teil wird der Begriff der moralischen Intelligenz erklärt, auf die ihn modern werden lassenden Fragestellungen eingegangen und schließlich drei Kernprinzipien der moralischen Intelligenz vorgestellt.

1.1 Begriff der moralischen Intelligenz

1.1.1 Herkunft

Der Begriff wurde von Daniel Golemans „Emotionale Intelligenz“1 entlehnt. Goleman be- schreibt dabei in seinem gleichnamigen Bestseller die Fähigkeit, die eigenen Emotionen er- kennen und gewinnbringend damit umgehen zu können, als eine Form der Intelligenz.

Doug Lennick und Fred Kiel griffen dieses Konzept auf und beantworteten die Frage nach Ursprung und Ausprägung des moralischen Verhaltens eines Individuums – besonders im Hinblick auf das Geschäftsleben – in ihrem Buch „Moral Intelligence“2, welches die Grund- lage dieser Arbeit darstellt.

1.1.2 Definition

Folgende Begriffe werden im erwähnten Buch wie folgt kurz umrissen:3

- Moralische Intelligenz

Jener Teil von uns, der unserem moralischen Kompass seine Gestalt gibt und dafür sorgt, dass unsere Ziele diesem Kompass entsprechen.

- Moralische Kompetenz

Die Fähigkeit, gemäß unseren moralischen Prinzipien zu handeln.

- Emotionale Kompetenz

Die Fähigkeit, in moralisch anspruchsvollen Situationen unsere eigenen Emotionen und die anderer Menschen zu steuern.

1.1.3 Verwendung

Die untenstehende Grafik ist hilfreich, um weitere Begriffe und deren Verwendung einordnen zu können:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die moralischen Fähigkeiten bilden zusammen mit der emotionalen Kompetenz das Kontrollorgan zwi- schen den immanenten und erworbenen Prinzipien, den daraus entwickelten (Lebens-)Zielen und den konkreten Verhaltensmustern.4

Jede Person besitzt die drei unter 1.1.2 genannten Kernfähigkeiten, durch die der moralische Kompass, die persönlichen Ziele und die Verhaltensmuster gesteuert werden. Die Ursachen für Fehlverhalten sind oft in der Grundhaltung, d. h. im moralischen Kompass der betreffen- den Person, zu suchen. In Abbildung 1 soll unter anderem veranschaulicht werden, dass sich diese „moralischen Viren“ auf das Verhalten auswirken und so destruktive Emotionen gebil- det werden können. Je ausgeprägter die moralische Intelligenz und je trainierter die morali- sche und emotionale Kompetenz ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, solche Viren erkennen und beseitigen zu können.

Im Buch „Moral Intelligence“ wie auch in der vorliegenden Arbeit wird allerdings die Tren- nung der beiden Begriffe „moralische Intelligenz“ und „moralische Kompetenz“ nicht konse- quent verfolgt. Oftmals wird von einer „ausgeprägten moralischen Intelligenz“ oder einer „Steigerung der moralischen Intelligenz“ gesprochen, obwohl durch den Kontext ein Bezug zur Handlung – und nicht zur Einstellung – deutlich wird und somit die Benutzung des Beg- riffs „moralische Kompetenz“ korrekt wäre. Einer der Gründe hierfür mag sein, dass beide Begriffe neu sind und sich deren Konnotation5 noch nicht ausreichend festigen konnte.

1.2 Notwendigkeit der moralischen Intelligenz

1.2.1 Globalisierung

Da die Welt wirtschaftlich und kulturell immer stärker zusammenwächst, ist es von großer Wichtigkeit, sich der Motivation des eigenen Handelns in vollem Umfang bewusst zu sein. Nur so ist ein vorurteilsfreier Austausch von Gütern jeder Art möglich. Das Ziel soll dabei nicht die innere Gleichschaltung aller Kulturen, Nationen und Wirtschaftsregionen sein, son- dern die Vorantreibung eines weltweit anerkannten und als positiv erfahrbaren Verhaltensko- dex.

Das Finden eines solchen universellen Ethos ist das oberste Ziel des „Projekt Weltethos“, aus dessen Erklärung zu entnehmen ist:

Wir verurteilen den Missbrauch der Ökosysteme unserer Erde. Wir verurteilen die Armut, die Lebenschancen erstickt; den Hunger, der den menschlichen Körper schwächt; die wirtschaftlichen Ungleichheiten, die so viele Familien mit Ruin bedro- hen. Wir verurteilen die soziale Unordnung der Nationen; die Missachtung der Ge- rechtigkeit, welche Bürger an den Rand drängt; die Anarchie, welche in unseren Ge- meinden Platz greift; und den sinnlosen Tod von Kindern durch Gewalt. Insbesondere verurteilen wir Aggression und Hass im Namen der Religion. […]

Wir bekräftigen, dass es eine unwiderrufbare, unbedingte Norm für alle Bereiche des Lebens gibt, für Familien und Gemeinden, für Rassen, Nationen und Religionen. Es gibt bereits uralte Richtlinien für menschliches Verhalten, die in den Lehren der Reli- gionen der Welt gefunden werden können und welche die Bedingung für eine dauer- hafte Weltordnung sind.6

Das Konzept der moralischen Intelligenz orientiert sich größtenteils nicht an kulturell oder religiös geprägten, sondern an global anwendbaren Prinzipien. Dies spricht gegen eine allei- nige Ausrichtung auf den „gesunden Menschenverstand“, da dessen Definition stark von der Haltung des Einzelnen abhängt. Vielmehr verlangt das Konzept nach einer Orientierung an der modernen Prinzipienwissenschaft, was bedeutet, dass z. B. eine „tue recht und scheue niemand“-Mentalität nicht unbedingt Zeichen moralischer Intelligenz ist.

1.2.2 Nebenwirkungen des Erfolgs

Leistung ist die Bemessungsgrundlage jedes wirtschaftlichen Werts. Leider wird dabei oft nicht der Weg zum Ziel betrachtet, sondern lediglich, ob dieses erreicht wurde oder nicht. Es muss ins Bewusstsein gerückt werden, dass die Wahl der dazu verwendeten Mittel im We- sentlichen den moralischen Kompass des Handelnden widerspiegelt. Sich Mitteln zu bedienen, die allgemein als nicht moralisch oder von Stakeholdern7 als schädlich empfunden werden könnten, spräche gegen eine vernünftige, vorausschauende Sichtweise.

Bei der Einfahrt in einen Hafen werden Schiffe oft von Schildern mit der Aufschrift

„Achten Sie auf Ihr Kielwasser“ begrüßt. Fährt das Schiff zu schnell, so erzeugt es in seinem Kielwasser hohe Wellen, die ein kleineres Boot zum Kentern bringen können.

[...]


1 Goleman, D.: EQ – Emotionale Intelligenz, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, 1997

2 Lennick, D., Kiel, F.: Moral Intelligence, Verlag Redline Wirtschaft, 2006 (folgend als „M. I.“ bezeichnet)

3 M. I., S. 105

4 M. I., S. 111

5 Konnotation: die Nebenbedeutung eines Wortes

6 Erklärung zum Weltethos, Piper Verlag München, 1993, S. 2

7 Stakeholder: Anspruchsgruppen; alle von einer Geschäftswirkung betroffenen Personen oder Gruppen

Details

Seiten
24
Jahr
2007
ISBN (Buch)
9783656919360
Dateigröße
734 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110839
Note
1,5
Schlagworte
Wirtschaftsethik Unternehmensethik CSR Stakeholder Value

Autor

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Titel: Wirtschaftlicher Erfolg durch moralische Intelligenz