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Die wichtigsten Vertreter der Britischen Pop Art - Eduardo Paolozzi, Richard Hamilton, David Hockney, Peter Blake und Peter Phillips

Referat (Ausarbeitung) 2007 24 Seiten

Kunst - Uebergreifende Betrachtungen

Leseprobe

Inhaltsangabe

Einleitung

1. Der Nährboden der Pop Art in Großbritannien
1.1 Gesellschaft
1.2 Kunst
1.3 Massenmedien
1.4 Zeitschriften und Cartoons aus den USA

2. Die Künstler und Kunstkollektive
2.1. Eduardo Paolozzi
Dada
2.2 Independent Group
Bunk
„Real Gold“
„I was a rich man’s plaything“
2.3 Richard Hamilton
„Just what is it, that makes today’s homes so different, so appealing?“
2.4 David Hockney.
“We Two Boys Together Clinging”
„Tea Painting“
2.5 Peter Blake
„On the Balcony“
“Got a Girl”
2.6 Peter Phillips
„War/Game“.
„Towards a definitive statement on the coming trends in men's wear and accessories (a) Together let us explore the stars”

3. Die Künstler in späteren Jahren

4. Resümee

Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

Links

Einleitung

Im Rückblick wird die Kunstrichtung Pop Art vorrangig mit ihren bekanntesten Vertretern, wie z.B. Andy Warhol oder Roy Lichtenstein, assoziiert. Doch es gab auch schon Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre, also vor dem Auftreten dieser großen US- amerikanischen Künstler, deren Werke auch heute noch im öffentlichen Bewusstsein eine große Rolle spielen, eine weitere bedeutende Entwicklung in diese Richtung, die sich jedoch in Großbritannien vollzog.

In der vorliegenden Arbeit sollen sowohl die Anfänge der britischen Pop Art, als auch ihre Hauptvertreter, Eduardo Paolozzi, Richard Hamilton, David Hockney, Peter Blake und Peter Phillips untersucht und anhand ihrer Werke beleuchtet werden. Dazu muss die Situation Großbritanniens nach dem Kriege ebenso erklärt werden, wie die Einflüsse auf Kunst und Gesellschaft, die zu der Zeit wichtig waren. Es werden auch die wichtigsten Unterschiede in der Erscheinung zwischen der amerikanischen und der britischen Pop Art, die sich aus den jeweiligen Gegebenheiten der Länder ergaben, angesprochen werden.

Pop Art definiert sich durch die „Verwendung von schon existierenden Bildern aus den Massenmedien und gewöhnlicher Gegenstände aus dem Umfeld der Alltagskultur mit künstlerischer Intention.“[1] Ein Teil dieser Elemente ist auch schon Jahrzehnte zuvor in der gesellschaftskritischen dadaistischen Kunst verwendet worden. Doch zur Zeit der Pop Art, also von Ende der 1950er und in den 1960er Jahren, wurde durch die Integration der „popular images“ die Faszination, die die bunte Welt der Waren hielt, ausdrückte. Moderne Konsumartikel wurden, ebenso wie in den Vereinigten Staaten, einer immer breiter werdenden Masse zugänglich. Mit der Pop Art geschah es jedoch nicht nur, dass Alltagsgegenstände in die Kunst integriert wurden, auch die Kunst selbst wurde zum Alltagsgegenstand. Sie führte zu einer Demokratisierung der Kunst, die nun auch für größere Teile der Bevölkerung interessant und zugänglich wurde.

1. Der Nährboden der Pop Art in Großbritannien

1.1 Gesellschaft

In Großbritannien war die Situation der Menschen vor Beginn der Pop Art - Bewegung noch stark von den Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges bestimmt. Die Bevölkerung lebte selbst Jahre nach dem Krieg weiter mit großen Einschränkungen. David Brauer beschreibt eine kulturell karge Landschaft, über der noch eine „Dunsthaube der Düsterkeit“[2] hing. Besonders die jungen Briten orientierten sich daher an den Entwicklungen, die sie aus der Ferne in den USA beobachten konnten. Zeichen des amerikanischen Wohlstandes, die schillernde Welt des Konsums und atemberaubenden technologischen Fortschritts wurden nach der langen Periode der ehrenhaften Enthaltsamkeit besonders von den jungen Leuten aufgesogen, wie von einem Schwamm.[3],[4],[5]

1.2 Kunst

In den Nachkriegsjahren gab es auch in der Kunst keine waghalsigen Experimente. Die britischen Künstler hielten sich eher traditionell und konservativ. Damals gab es in England lediglich zwei Künstler, die auch internationale Aufmerksamkeit auf sich zogen: Henry Moore und Francis Bacon.[6] Der Abstrakte Expressionismus, der nach dem Krieg aus den USA nach Europa kam, hatte auch hier eine große Wirkung. Er bedeutete eine Abkehr vom gegenständlichen Kunstverständnis des Faschismus und versteifte sich nicht auf eine festgelegte Interpretation, sondern stand für individuelle Deutungen offen. Es gab jedoch im Vereinigten Königreich keine herausragenden Künstler, die man dem Abstrakten Expressionismus zuordnen könnte. Christopher Finch sagt dazu: „Die Briten konnten eseinfach nicht. Es fehlte ihnen die ‚ Fuck You !’ - Einstellung.“[7] Ihm zufolge waren sie eher niedergeschlagenen Gemüts gewesen. Nach Jahren im Banne des Abstrakten Expressionismus gab es Ende der 1950er aber wieder neue, andere Impulse und auch das Verlangen, einen direkten Dialog mit dem Betrachter einzugehen.[8] Diese Impulse sollten in der folgenden Zeit auch das figürliche Darstellen, mit ideologiefreiem Hintergrund, wieder rehabilitieren. Es sollte sich zeigen, dass der Bruch, den Pop Art mit der abstrakten Malweise darstellt, vor allem in den Staaten so weit ging, dass auch die Referenz zu dem menschlichen Einfluss auf den Bildschaffungsprozess extrem minimal gehalten wurde.[9] Bei der britischen Pop Art waren jedoch zumeist der Pinselstrich und strukturierte Farbauftrag noch sichtbar. Der Grund für diesen Unterschied ist, dass die klare Abgrenzung von der abstrakten und expressiven Malweise bei den Briten noch nicht so ausgeprägt war. Man hatte auf den britischen Inseln aus den oben genannten Gründen nicht den gleichen Grad an Übersättigung erfahren, wie in der Neuen Welt. Außerdem kann die „reinere“ Auffassung der Pop Art der US Amerikaner auch damit verbunden sein, dass sie später – und bewusster[10] – zur Pop Art gekommen sind, während die Briten sich die Bedeutung der Populärkultur für ihre Kunst nach und nach erarbeitet hatten.

1.3 Massenmedien

Was in den 60er Jahre zunehmend wichtig im Alltag der Menschen wurde, war der Einfluss der Massenmedien. Nach der, oben beschriebenen, Zeit der Einschränkung erfreute sich die Nachkriegsbevölkerung an dem Traum vom modernen Leben. Die Auswirkungen dieser Entwicklung beschränkten sich jedoch nicht nur auf das Alltagsleben und die Freizeitgestaltung breite Bevölkerungsschichten. Auch die Intellektuellen haben sich mit diesem Thema und seinen Auswirkungen auf die Gesellschaft befasst. Z.B. ist Marshall McLuhans „The mechanical Bride“[11], welches 1951 veröffentlicht wurde, auch von den zukünftigen Pop Art Künstlern diskutiert worden.[12]

1.4 Zeitschriften und Cartoons aus den USA

Für die sehr frühe Pop Art in Großbritannien war allerdings besonders die Zeitschriftenwerbung aus den USA mit ihrer farbenprächtigen Verheißung einer unkomplizierten, besseren Welt eine Quelle der Inspiration. Ebenso verhielt es sich mit den Cartoons, die aus den USA, wo sie eine kommerzielle Massenware waren, ihren Weg in das Großbritannien der Nachkriegszeit fanden. Martin Büsser weist besonders auf die Faszination der unkomplizierten Welt der Comic Helden, z.B. die „asexuelle“ Disneywelt und die Aufteilung der Wirkungsfelder der Superhelden in „gut“ und „böse“, hin.[13]

Interessant ist jedoch, dass nur wenige der britischen Künstler der Pop Art, die sich so fasziniert zeigten von der Konsumkultur, die aus den USA zu ihnen verlockend herüber kam, auch persönlich die Reise dorthin unternommen haben. Wahrscheinlich geschah dies aus finanziellen Gründen, da die Pop Art Künstler zumeist Vertreter aus der Arbeiterklasse waren.[14]

2. Die Künstler und Kunstkollektive

2.1. Eduardo Paolozzi

Eduardo Paolozzi wurde 1923 geboren. Er wuchs, als Kind italienischer Einwanderer, in einfachen Verhältnissen in Schottland der Kriegs- und Nachkriegsjahre auf. Schon früh ging er der, in Großbritannien sehr etablierten, Tradition des Klebebildersammelns nach. Ihn faszinieren besonders Darstellungen von amerikanischen Kulturgütern und Werbungen, die sich von seiner eigenen ärmlichen Situation geradezu exotisch abhoben. Solche Abbildungen sammelte er in großen Mengen und klebte sie in Hefte ein.

1947 reiste Paolozzi für drei Jahre nach Paris. Er immatrikulierte sich an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts, die er aber dann doch nicht besuchte. Stattdessen suchte er – und bekam - Einlass die Ateliers von Künstlern, die er bewunderte, darunter besonders Surrealisten, denn dorthin tendierten seine künstlerischen Interessen. [15]

[...]


[1] Brauer, David E. (2001), S. 16.

[2] Brauer (2001), S. 17.

[3] Die Reden von Winston Churchill während des Krieges zu der Wichtigkeit der Rationierungen für das Wohl der gesamten Nation hatten einen starken Effekt auf die britischen Menschen und inspirierten sie trotz ihres Notstandes zum Zusammenhalt. <http://www.ibiblio.org/pha/timeline/411112bwp.html, 22.3.2007.

[4] Essensrationierung und Einschränkungen der Konsumtätigkeit der Briten, die während des Krieges eingeführt worden waren, wurden noch bis etwa 1954, oft in verschärfter Form, weitergeführt. Vgl. dazu: Ina Zweiniger-Bargielowska: Austerity in Britain. Rationing, Controls, and Consumption 1939– 1955. New York 2000. Vgl. dazu außerdem: <http://uk.encarta.msn.com/encyclopedia_781539317/Post-War_Britain.html, 25.3.2007.

[5] Brauer (2001), S. 17.

[7] Finch (2001), S. 22.

[8] Büsser (2001), S. 18.

[9] Es wird mit Airbrush und Siebdruck gearbeitet, welches den Duktus, und damit die Referenz zum Künstler,

irrelevant macht und als überholt darstellt. Später wird z.B. bei Andy Warhol selbst die Autorschaft verschleiert und in Frage gestellt.

[10] Andy Warhol: „I hate [Abstract Expressionism]. […] I’m going to start on Pop Art now.” Zitiert nach: Krausse (1995), S. 116.

[11] McLuhan (1951).

[12] Finch (2001), S. 26.

[13] Büsser (2001), S. 14.

[14] Finch (2001), S. 25.

[15] Surrealisten, die Paolozzi besuchte waren unte]r anderen: Arp, Brancusi, Braque, Calder, Giacometti, Léger und Tzara. Konnertz (1984), S. 34.

Details

Seiten
24
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640090723
ISBN (Buch)
9783640704224
Dateigröße
582 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v110946
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg – Visuelle Kultur
Note
1,0
Schlagworte
Vertreter Britischen Eduardo Paolozzi Richard Hamilton David Hockney Peter Blake Peter Phillips Vertreter

Autor

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