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Antisemitismus und jüdische Emanzipation im 19. Jahrhundert in Italien

Hausarbeit 2007 17 Seiten

Romanistik - Italienische u. Sardische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1 Antijüdische Ressentiments und Stereotype

2 Die Situation in Deutschland

3 Die Juden in Italien
3.1 Jüdisches Leben bis 1789
3.2 Die besondere Situation in Livorno
3.3 Die Situation im 19. Jahrhundert
3.4 Der französische Einfluss
3.5 Die Rolle der Juden in der Nationalbewegung

4 Ausblick und Konklusion

Literaturliste

„In Italia non esiste antisemitismo.“ [1]

Antonio Gramsci

Einleitung

In der historisch-vergleichenden Literatur zu Antisemitismus und Judenemanzipation ist die Situation in Italien in den meisten Fällen eher karg dargestellt oder findet nur in Nebensätzen Erwähnung, viele Autoren lassen sie ganz außer Acht. Doch spielt Italien in der jüdischen Geschichte Europas keineswegs eine unwichtige oder gar uninteressante Rolle. Die jüngere Literatur setzt sich daher mehr und mehr mit Italien auseinander und auch diese Arbeit soll sich daran beteiligen. Dazu möchte ich einleitend zwei Sachlagen anreißen:

Im Jahre 1746 trat im Königreich beider Sizilien ein schändliches und extrem boshaft formuliertes Dekret zum Ausstoß sämtlicher Juden aus dem ganzen Gebiet. Die Bevölkerung zeigte sich mit diesen Bestimmungen sehr zufrieden, ein Großteil von ihnen hat seinen Beitrag dazu geleistet.

In den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts waren die faschistischen Zusammenschlüsse der Fasci di Combattimento unter Führung Mussolinis – im Gegensatz zu NS-Deutschland – in erster Linie nicht explizit antisemitisch ausgerichtet, sondern antikommunistisch. Laut dem Faschismusforscher Brunello Mantelli kam das Jahr 1938 mit den italienischen Rassegesetzen völlig überraschend: „In nur wenigen Monaten wechselten die Juden aus der Gruppe der Staatsbürger mit allen Rechten in eine diskriminierte Minderheit, bis sie schließlich zu einer verfolgten Gruppe wurden.“[2]

Es war, als hätten sich die Juden zwischen 1749 und 1938 vollkommen in das italienische Leben integriert. Anhaltspunkte für diese Vermutung finden sich auch bei einigen italienischen Autoren. Attilio Milano nennt in Storia degli ebrei in Italia das Kapitel über die Teilnahme der Juden an der italienischen Nationalbewegung „ L’affrancazione finale. “.[3] Endlich befreit sind viele von ihnen dort in zentralen Positionen – nach Jahren der Verwirrung durch Verbannung und mühsamer Reintegration. Der Piemontese Arnaldo Momigliano schreibt hierzu: „was für die italienischen Juden vielleicht besonders charakteristisch ist, ist die Tatsache, daß sie im 20. Jahrhundert als Beamte im öffentlichen Dienst, als Richter und vor allem als Soldaten eine sehr wichtige Rolle zu spielen begannen.“[4]

Fraglich ist, inwiefern die Emanzipation der italienischen Juden in der italienischen Einigungsbewegung des Risorgimento und ihrer Entstehung begründet ist. Dazu wird der Ablauf der Ereignisse in Italien nachgezeichnet. Vergleichend sollen die Entwicklungen in Deutschland skizziert werden, da sich die deutsche Einheitsbewegung zeitlich parallel zur italienischen vollzog, indes – eingedenk der Judenemanzipation – zu einem ganz anderen Ergebnis kam: „Während das preußisch-deutsche Kaiserreich zu einem Zentrum des modernen Antisemitismus wurde, blieb das vereinte Italien offenbar frei von antisemitischen Bewegungen.“, schreibt der Antisemitismusforscher Ulrich Wyrwa.[5]

1,Antijüdische Ressentiments und Stereotype

Zur Rechtfertigung antijüdischer Handlungen dienen seit Jahrhunderten zahlreiche Vorurteile und Legenden: vom Juden als gerissenen Wucherer, über den Juden als Weltverschwörer, Ursache von Pest und Krankheit, bis hin zum Ritualmörder. „Mord- und Blutlegenden, die den Juden vorwarfen, alljährlich zur Osterzeit Christenknaben aus Haß gegen das Christentum zu rauben oder zu kaufen, sie zu martern und zu töten, waren bis ins 20. Jahrhundert eine tödliche Gefahr für die Juden.“ (Benz/Königseder)[6]

Der Einfluss der Kirche auf antijüdische Topoi ist freilich kein geringer, wie sich im Folgenden noch zeigen wird.

Dem christlichen Antisemitismus ist die Angriffsfläche meist durch Taufe zu entziehen, da er nicht das Jüdische als Wesensmerkmal kennt. Im klaren Gegensatz dazu stehen die Konzepte eines völkischen Antisemitismus, der den Juden kein Austrittsrecht aus ihrer Gemeinschaft mehr zugesteht.

2, Die Situation in Deutschland

Bis ins 19. Jahrhundert ist das christlich-jüdische Zusammenleben in Deutschland relativ friedlich. Laut dem deutschen Historiker Arno Herzig sind die Konfliktstrukturen allerdings „nicht überwunden, sondern nur überdeckt (...), um dann in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder zum Ausbruch zu kommen.“[7] Dieser Ausbruch zeigt sich u.a. in den gewaltsamen Hep-Hep-Verfolgungen seit 1819. In Würzburg beginnt man, seinem angestauten Hass und seiner Feindseligkeit gegen die Juden freien Lauf zu lassen. Die Verfolgungen weiten sich bis Kopenhagen aus. Verantwortlich dafür ist u.a. das Empfinden, die Juden würden sich auf Kosten der Bevölkerung bereichern. Gestärkt wird diese Ansicht durch die zeitgenössische Literatur: „Wenn die Judengegner ihre wirtschaftlichen Beweggründe auch nicht verheimlichten, so fehlte es doch nicht an ideologischen Begründungen, mit denen sie ihren Standpunkt unterbauten. Sie stützten sich auf die Geisteshaltung, die sich in der antijüdischen Literatur in ganz Deutschland ausgebreitet hatte“, schreibt der israelische Historiker Jacob Katz.[8] Auch in den folgenden Jahren wissen Adel, gehobenes Bürgertum und Intellektuelle des Landes, die Bedrohung der nahenden und viel diskutierten Judenintegration auf eine effektive Art abzuwehren. So entwirft man die christlich-deutsche Tisch-Gesellschaft, ein Gegenmodell zu den jüdischen Salons der späten Aufklärungszeit. Herzig berichtet: „Verhöhnt wurden wie bei Brentano nicht nur die «jüdischen Teetische mit Theaterzetteln und ästhetischem Geschwätz», sondern generell «Humanität und Aufklärung». (...) Intellektuelle und Dichter [trugen] ganz erheblich zu einer judenfeindlichen Stimmung bei, die die Hemmschwelle gegenüber Juden besonders tief setzte.“[9]

Doch gibt es einige Stimmen, die sich für die Gleichstellung der Juden einsetzen. Darunter finden sich z.B. auch die jüdischen Aufklärer, als bekanntester Moses Mendelssohn. Wilhelm von Humboldt ist unter denen, die überzeugt sind, die Taufe sei die Lösung für das Emanzipationsproblem. Man nimmt an, dass dennoch einige Zeit vergehe, bis das „typisch Jüdische“ verschwunden sei. Liberale fordern volle Rechtssicherheit für die Juden bei bleibendem Minderheitenstatus. Danach erst könne eine Angleichung an die restliche Bevölkerung geschehen. In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts setzt sich verstärkt die Vorstellung durch, es dürfe keine Bürger zweiter Klasse geben. 1843 stimmen im rheinischen Landtag 58 Abgeordnete für die Emanzipation der Juden (Fünf stimmen dagegen), es folgen ebensolche Entscheidungen an vielen anderen Orten.

Um 1848 sind annähernd 50% der Juden in Deutschland in einer „nicht-verbürgerlichten Existenz“[10], die Stimmung bei Ausbruch der Revolution ist freilich keine eindeutige: Es herrscht ein starker Kontrast zwischen der Situation in der Stadt und jener auf dem Lande, wo es erneut zu antijüdischen Exzessen kommt. Doch erreicht man eine Erteilung des aktiven und passiven Wahlrechts, ferner den Zutritt als jüdische Deputierte in das Nationalparlament und in die Parlamente der Einzelstaaten. Besonders die jugendlichen Juden engagieren sich in politischen Vereinen, viele finden sich unter den Berliner Märzgefallenen von 1848. Am 20. Dezember desselben Jahres wird in der Paulskirche die vollständige rechtliche Gleichstellung und die uneingeschränkte Glaubens- und Gewissensfreiheit beschlossen. Zwanzig Einzelstaaten übernehmen die Rechte ohne Vorbehalt, Baden und Sachsen nehmen wenige Änderungen vor, Bayern weigert sich vollkommen. Am 23. August 1851 setzt der neue Bundesrat die Beschlüsse wieder ab. Damit entzieht man 265.000 Juden (von 415.000 in Gesamtdeutschland) die bis dahin mühselig erkämpften Freiheiten.

Vielen ist jedoch während der Zeit der Revolution der Eintritt in die Öffentlichkeit und eine wirtschaftliche Verbesserung gelungen: „Aus jüdischen Hausierhändlern wurden Geschäftsleute, aus Pfandleihern kleine Bankunternehmer, die weitab von den Metropolen als vielfach einzige Bankgeschäftsleute für die Entwicklung einer industriellen, aber auch urbanen Infrastruktur eine wichtige Rolle spielten.“ (Herzig)[11] 1850 leben 8,5% der Juden in Großstädten (bei den Christen handelt es sich um 1%). In den 1850er Jahren setzt vielerorts eine Phase des Synagogenbaus ein. Zu jener Zeit kann eine besonders breite Mitarbeit in der Politik durch die verbündeten Konservativen verhindert werden, doch ab 1860 finden sich unter den Gründern der Vorläufer moderner Parteien auch zahlreiche Juden. Es manifestiert sich ein Öffentlichkeitsanspruch, der sich auch in der Presse niederschlägt. Zwischen 1849 und 1871 hält die Diskussion um die „Judenfrage“ in der Literatur keinen Einzug, sondern geschieht ausschließlich in den Länderparlamenten. Herzig fasst zusammen, dass die „Emanzipation der 1860er Jahre (...) eine lange fällige politische und ökonomische Entscheidung des Staates [war], die von der Mehrheit zwar nicht getragen, der aber in der Phase eines breit wirkenden ökonomischen Aufschwungs nicht widersprochen wurde.“ Er bezweifelt, dass „die Emanzipation der Juden in der bürgerlichen Gesellschaft von vornherein zum Scheitern verurteilt war.“[12]

Durch das deutsche Recht sind die Juden seit 1871 emanzipiert. Dazu beigetragen haben in besonderem Maße die aufklärerischen Schriften von Gotthold Ephraim Lessing („Die Juden“, 1749 und „Nathan der Weise“, 1779), Christian Wilhelm Dohm („Über die bürgerliche Verbesserung der Juden“, 1781) und Mendelssohn.[13] Und dennoch: Acht Jahre später prägt der antijudaistisch ausgerichtete Wilhelm Marr den Begriff des Antisemitismus[14] und Heinrich von Treitschke löst mit seinem Aufsatz „Unsere Aussichten“ den Berliner Antisemitismusstreit aus, in dem die Zugehörigkeit der deutschen Juden zur deutschen Nation diskutiert wird.[15] Die Situation der Juden in Deutschland bleibt über die rechtliche Gleichstellung 1871 hinaus Gegenstand einer Kontroverse.

3 Die Juden in Italien

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Jüdische Bevölkerung und Gesamtbevölkerung in Italien von ca. 1600 bis ca. 1920.

Aus: Salvadori, Roberto G.: Breve storia degli ebrei toscani. IX – XX secolo, Florenz 1995, S. 120

Im 18. Jahrhundert gibt es zwei große Initiativen zur Ansiedlung von Juden in Süditalien: Ein 1740 von Karl III unterzeichnetes Edikt gesteht ihnen im Königreich beider Sizilien verhältnismäßig großzügige Rechte zu. Darin ist es bspw. erlaubt, den Glauben frei auszuüben, sich im ganzen Gebiet anzusiedeln und Christen medizinisch zu behandeln. Es ist ihnen lediglich untersagt, Wucher zu treiben. Jedoch gelingt es dem Jesuitenpater Francesco Pepe, die Bevölkerung gegen die Juden aufzuhetzen. „Schon im Februar 1743 befanden sich im ganzen Königreich fast keine Juden mehr und am 18. September 1746 erließ Karl III ein Dekret zum endgültigen Ausstoß unter Verwendung derart boshafter Ausdrücke, dass sich ein streng gegensätzlicher Kontrast zu den Schmeicheleien ergab, die er sechs Jahre zuvor benutzte.“[16]

Im Jahre 1784 versucht Ferdinand IV, einige Juden mit einem neuen Dekret und einem – in seinen Augen offenbar lukrativen – Angebot nach Messina zu locken. Eine Bedingung bringt er an: Die Angereisten sollen in einem „Gehege“ [ recinto ] leben, dort aber eine kleine Villa mit einem kleinen Landgut besitzen dürfen. Das Angebot wird abgelehnt.

Attilio Milano vermutet, dass zumindest in einigen Fällen das Scheitern der Initiativen auf die der Bevölkerung durch die Kirche eingetrichterte Feindseligkeit zurückzuführen ist. Darüber hinaus ist er überzeugt, dass die Juden durch jene Staaten in dieser Zeit nicht als Menschen, sondern lediglich als Mittel zum wirtschaftlichen Zweck behandelt werden.[17]

3.1,Jüdisches Leben bis 1789

Italien ist im und war auch vor dem 19. Jahrhundert ein heterogenes Land mit sich teilweise stark voneinander unterscheidenden Städten und Gebieten, Einstellungen und Ansichten. So ist auch die Situation der Juden nicht überall eine gleiche. Sogar innerhalb einzelner Herrschaftsbereiche unterscheiden sich ihre Lebensbedingungen. Was auf alle gleichsam zutrifft, ist der Begriff der Jüdischen Nation (nazione ebrea), mit dem man sie bezeichnet. Ein Großteil der italienischen Juden lebt in Ghettos, rechtlich erheblich eingeschränkt und dazu gezwungen, Sondersteuern zu zahlen und als Erkennungsmarke ein Judenabzeichen zu tragen, das segno giallo. Freilich setzt man sich an einzelnen Orten über diese Bestimmungen hinweg (und hat dafür die Kosten zu tragen), so wie z.B. in der Republik Venedig, wo sich viele Juden erfolgreich im See- und Getreidehandel oder in der Seiden- und Wollindustrie betätigen. Überdies sind viele in der Toskana ansässig – die meisten von ihnen in den Städten Livorno, Pisa oder Florenz. Dort schenkt man den allgemeinen, harten Konventionen ebenfalls wenig Beachtung.

Wie bereits angedeutet leben im Jahre 1770 keinerlei Juden im Süden Italiens, in Sizilien oder Sardinien und nur wenige in Ligurien und der Lombardei.

3.2,Die besondere Situation in Livorno

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Jüdische Bevölkerung und Gesamtbevölkerung in Livorno von ca. 1550 bis 1901.

Aus: Salvadori, S. 121

In Livorno siedeln sich Juden an, als Cosimo I de’ Medici 1548 einen Versuch unternimmt, die sumpfigen und dahinsiechenden Orte Pisa und Livorno aufblühen zu lassen. Dazu erlässt er ein Edikt, das jedem, der sich niederlässt, vollen Erlass auferlegter Strafen (ohne Unterscheidung von Grund und Ort der Verurteilung), Steuerbefreiung für die ersten zehn Jahre und Schutz vor der Inquisition garantiert. Der Plan geht auf: Livornos Handelshafen wächst unaufhaltsam und gehört zwei Jahrhunderte später zu den größten des Mittelmeeres. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts erhält jeder Hinzugezogene umgehend die toskanische Staatsangehörigkeit. Menschen strömen in die Stadt, indes bilden „von allen [Ansässigen] die Juden bei weitem die größte und einflussreichste Kolonie.“, wie Milano berichtet.[18]

Die Juden leben in Livorno größtenteils wohlhabend und privilegiert gegenüber andernorts: überwiegend von Steuern und Sonderzahlungen befreit; mit dem Recht auf Handelskredite, freie Ausübung des Glaubens und die Errichtung der dazu nötigen Gebäude; mit der Erlaubnis, sich frei – ohne das segno – in der Toskana zu bewegen, und als Richter grundsätzlich in jedem Fall entscheiden zu können – es sei denn, es handele sich um ein grobes Vergehen; unter der Gewissheit eines Verbotes für Christen, jüdische Kinder mit Gewalt zu taufen.

Dadurch, dass von Anfang an Juden in der Bevölkerung Livornos stärker vertreten sind, führen sie dort auch in kritischen Zeiten der jüdischen Geschichte Italiens ein normales Leben. „Mindestens zwei Jahrhunderte lang blieb Livorno diejenige italienische Stadt, in der es sich für Juden am leichtesten leben ließ, und entwickelte diesen ganz eigenen jüdischen Stil“, erzählt Momigliano.[19]

1765 wird ein Drittel der etwa 5.000 Geschäfte von Juden betrieben.[20] Beachtlich ist dieses, wenn man betrachtet, dass zu dieser Zeit etwa jeder zehnte Einwohner Jude ist (siehe Tabelle 2). Der mächtige Hafen und der starke Handel bringen vielen in der Bevölkerung Reichtum und Luxus.

Die neue Verfassung von 1780 ruft die Juden auf, in jeder Hinsicht als vollwertiges Mitglied und Vertreter aller Juden der Stadt am Rat teilzuhaben, die Emanzipation in Livorno ist hiermit schon vor dem 19. Jahrhundert vollständig.

3.3,Die Situation im 19. Jahrhundert

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts zeichnen sich in den Gebieten unter österreichischer Herrschaft kleine Veränderungen der miserablen Situation ab. Seit 1782 dürfen die Juden in Triest durch das Toleranzpatent Kaiser Josephs II unter Duldung ihren Glauben ausüben. Dazu gehören u.a. auch die Befreiung vom segno giallo, freie Berufswahl und das Recht, Immobilien zu kaufen und Land zu pachten. Die neuen Richtlinien Josephs ermöglichen den Juden auch den freien Zugang zum öffentlichen Schulunterricht. 1784 ist es ihnen in Triest und in Fiume gestattet, die Ghettos zu verlassen.

In Mantua schafft Joseph schon 1779 das segno und die bis dahin noch aktive Inquisition ab und erlaubt es den Juden auch hier, öffentliche Schulen zu besuchen. Sein Nachfolger Leopold II verspricht Anfang 1791 ein dauerhaftes Wohnrecht für Juden im Herzogtum und hebt alle Sondersteuern auf. Während seiner Zeit als Großherzog in der Toskana setzt Leopold auch dort Veränderungen durch: Ab 1779 können Juden in den Gemeinderat gewählt werden, 1789 steht es ihnen frei, Bannerträger oder Zunftvorsteher im Gemeinderat zu werden. Erstmals ist der Weg zu den höchsten bürgerlichen Richterämtern für die Juden im modernen Italien frei. 1792, bevor er eine vollständige Gleichstellung der Juden mit dem Rest der Bevölkerung durchsetzen kann, stirbt Leopold.

Trotz der starr antijüdischen Atmosphäre herrscht in den Gebieten Modena und Reggio für die Juden seit 1771 das Recht der freien Wahl einer Arbeitsstelle.

Diese wenigen Verbesserungen der Situation bleiben andernorts weitgehend ignoriert. Vor allem im Veneto und im Kirchenstaat ist man stur und unerbittlich. Letzterer verhindert mit aller Macht jede Äußerung von Ideen zu Gunsten der Juden.[21]

3.4,Der französische Einfluss

1791 bestätigt die Französische Nationalversammlung per Dekret, dass die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte auch die rechtliche Gleichstellung der Juden umfasse. Die jüdische Konfession wird anerkannt. Die neuen republikanischen Werte erzeugen große Resonanz in Italien. Milano führt an, die Verbreitung rechtlicher Zugeständnisse an die Juden fiele zusammen mit den Bewegungen des französischen Heeres.[22] Die Bedrohung durch das revolutionäre Gedankengut verängstigt die Kirche, die mit Eifer und Erfolg die Bevölkerung gegen alle Liberalen aufhetzt. In der Toskana kommt es zu ersten Tumulten. 1793 belagern die Bewohner Roms aus Wut über die Franzosen eine Woche lang das Ghetto und versuchen schließlich, es anzuzünden. In Rom, Ancona und Padova nimmt man Juden fest, die unter Verdacht stehen, Jakobiner zu sein.

Die Juden in Nizza sind die ersten, die unter französischer Besetzung als gleichgestellt gelten. Im Jahre 1796 herrscht Napoleon über fast alle italienischen Provinzen – ausgeschlossen bleiben Venetien, Sizilien und Sardinien. Das neue Recht greift wie ein Lauffeuer um sich. Aus Angst, die Juden könnten sich mit den anrückenden Franzosen verbünden, greift man vielerorts, z.B. in Venedig oder Acqui, die Ghettos an oder plündert diese. Hierbei tut sich vor allem die einfache Bevölkerung hervor, während in den gehobenen Schichten die liberalen Ideen Anklang finden.

1798 erreicht das neue Recht auch Piemont, in Rom legen die Juden das segno ab und in der Toskana wird die vollkommene Gleichstellung vollzogen. Die Wohlhabenden unter den Juden verlassen die Ghettos, um außerhalb zu arbeiten oder Geschäfte zu eröffnen. Die Franzosen erstehen ihre Ware hauptsächlich bei Juden, die dadurch hohe Gewinne erzielen. Allerdings fordern sie von den Juden nicht unerhebliche Kriegsabgaben.[23]

1799, als die französischen Soldaten durch die Österreicher und Anhänger der alten Ordnung zurückgeschlagen werden, rächt man sich in Rom, Ferrara und Reggio an den Juden durch Auferlegung harter Geldbußen. In Pesaro, Urbino und Pitigliano plündert man die Ghettos, in Arezzo macht man das Ghetto dem Erdboden gleich. In Senigallia werden zudem 13 Juden grausam umgebracht, weitere 13 werden in Siena lebendig auf den Scheiterhaufen geworfen.

1800 schlägt Napoleon erneut zu; bald entstehen die Cisalpine Republik, die Italienische Republik, später das Kaiserreich Italien. Papst Pius VII wird gezwungen, den Konsul Napoleon zum Kaiser zu krönen und dann gefangen genommen, Rom zur Reichsstadt erklärt: Die politische Struktur Italiens wird gründlich umgekrempelt. Es werden Juden zu Präfekten, zu Bürgermeistern und deren Stellvertretern gewählt; von Rechts wegen ist seit 1808 die Eheschließung zwischen Christen und Juden erlaubt; in Reggio gründet man 1812 das erste jüdische Gymnasium; Juden treten vermehrt dem Militär bei, viele widmen sich – da es ihnen nun gestattet ist – der Landwirtschaft, andere bauen ihre Geschäfte oder Fabriken aus: Die Juden integrieren sich in die italienische Öffentlichkeit, es bildet sich eine breite jüdische Mittelklasse.

In der sog. zweiten Phase napoleonischer Herrschaft ab 1808 aber werden den Juden Hindernisse in den Weg gestellt, einige Freiheiten wieder eingeschränkt: Bestimmte Unternehmen dürfen nur mit Erlaubnis des Präfekten ausgeübt werden, der Umzug in andere departements ist untersagt, es steht den Juden nicht wie den Christen frei, sich im Militär durch einen anderen Soldaten ersetzen zu lassen. Es bildet sich großer Protest unter den Juden: In Livorno werden die Beschränkungen drei Monate nach ihrer Verkündung wieder aufgehoben, da sie den Hafen lähmen. Zwei Jahre später werden sie in Piemont außer Kraft gesetzt, bald darauf auch in den anderen Gebieten.

1814 zerbrechen die staatlichen Strukturen Italiens mit dem Untergang des Bonapartismus. Die Beschlüsse des Wiener Kongresses bedeuten vielerorts die Restauration des status quo ante. Fast alle von Juden bewohnten Gebiete Italiens fallen an die alten Herrscher zurück, für eine knappe Hälfte heißt dies die Rückkehr in die Misere. In Rom zwingt man die Juden, die Zahlungen zu leisten, die zwischenzeitlich ausgesetzt waren. Etwa 2.000 von 3.500 römischen Juden sind 1829 verarmt, die wohlhabenden unter ihnen verlassen die Stadt. Aus Bologna, einer von Ghettos freien Stadt, werden die Juden 1836 ganz vertrieben.

In Piemont wird die alte Ordnung von 1770 durch Viktor Emmanuel I – bis auf das segno – komplett wieder hergestellt. Allerdings befindet sich viel jüdisches Vermögen im Land: Einige der wichtigsten Spinnereien und Webereien von Acqui, Chieri und Casale gehören Juden. Um sich nicht mit ihnen zu verfeinden, beraubt man sie nicht ihres Eigentums. Auch in Parma und der Toskana bleiben einige Rechte erhalten. Der Zutritt zu den Schulen und Universitäten ist weiterhin frei, jedoch verweigert man ihnen die Betätigung als Anwalt. Diese Möglichkeit besteht noch in Livorno, wohingegen hier der Weg zu öffentlichen Arbeitsstellen und zum Militär versperrt ist. Auch im Vizekönigreich Lombardo-Venetien dürfen Juden Anwälte werden – aber nicht Apotheker.

Die meisten unter den toskanischen Juden begrüßen und viele feiern die Rückkehr zur alten Ordnung „aufgrund der zwiespältigen Erfahrungen, welche die jüdische Bevölkerung in der Toskana mit der Politik Napoleons gemacht hatte und wegen des wirtschaftlichen Niedergangs in Folge der französischen Politik“, so Wyrwa.[24]

Relativ bald zeigt sich auch, dass die Zeit unter französischer Besatzung ihren Eindruck hinterlassen hat und die liberalen Ideen inzwischen weit verbreitet sind. Es ist nicht mehr überall möglich, die Juden zu unterdrücken. Es fällt der Kirche weniger leicht, sich Unterstützung durch die Bevölkerung zu verschaffen. Darüber hinaus hat sich unter den Juden eine starke, junge, an das freie Leben gewöhnte Generation gebildet. Daher wundert es nicht, dass „der Eifer, mit dem sich die Juden in den Kampf für die italienische Unabhängigkeit stürzten (...) und der Preis, den sie dafür bezahlten, im Verhältnis beträchtlich ihre Zahl überstieg.“[25]

Es werden in Italien immer mehr Stimmen laut, die sich für die Emanzipation der Juden einsetzen. Der Philosoph und Patriot Carlo Cattaneo z.B. betont in seinen Abhandlungen 1835, die Diskriminierung der Juden schwäche die italienische Wirtschaft erheblich, wohingegen die Gleichstellung zu Wachstum und Wohlstand führe. Er ist nicht der Einzige, der argumentiert, die ungleichen Lebensbedingungen seien Ursache der kritisierten Wesenszüge des Jüdischen. Ferner sei nur die Emanzipation – nicht der Zwang – in der Lage, die Juden zu Christen zu bekehren.

3.5,Die Rolle der Juden in der Nationalbewegung

In der italienischen Nationalbewegung spielen Juden entscheidende Rollen sowohl auf der Bühne, als auch hinter den Kulissen: Unter den Anhängern der Geheimbünde, darunter der mächtige Bund der Carboneri, finden sich Juden, als Aufständische haben viele an der Revolution in Piemont 1820/1821 teil, und als 1831 die Gruppe der « Giovine Italia» unter der Führung Giuseppe Mazzinis aktiv wird, sind zahlreiche Juden bereit, die Gruppe im Kampf für die Einheit (durchaus auch finanziell) zu unterstützen. Während sich die Mehrheit in Deutschland darüber einig ist, den Juden den Zutritt zu den Logen zu verweigern, steht in Italien fest, dass niemand ausgeschlossen wird, der willens ist, sich für die Einheit zu engagieren: „Bezeichnend (...) ist die religiöse Neutralität, die in dem politisch aktiven Milieu in der Zeit der Restauration vorherrschte.“, schreibt Wyrwa.[26] Laut dem Historiker Volker Sellin wird zur Zeit vor der Revolution „die Emanzipation der Juden zu einem Bestandteil des Programms der italienischen Freiheits- und Einheitsbewegung. Ihre Befürworter betonten den Zusammenhang zwischen Emanzipation und Risorgimento.“[27] Die italienische Nationalbewegung verhilft der Freiheitsbewegung erfolgreich zum Durchbruch: In der sich seit dem 4. März 1848 in Italien von Sizilien ausbreitende Verfassung des statuto albertino ist die vom Glauben unabhängige Rechtsgleichheit aller Bürger manifestiert, ein königliches Edikt vom 29. März sagt schließlich allen Juden volle bürgerliche Rechte zu, ein Gesetz vom 19. Juni erklärt die konfessionelle Ausrichtung als unerheblich für den Zugang zu Beruf und Militär. Im liberalen Italien ist der Antisemitismus mit der Revolution an diesem Punkt offenbar überwunden. Die Kirche gibt es dennoch nicht auf, gegen Staat und Juden zu polemisieren. So „entlud sich ein zum Teil äußerst heftiger Antisemitismus in der Publizistik der katholischen Kirche, die den liberalen Staat bekämpfte.“, berichtet Sellin und sieht die Erklärung dafür in einem Konzept, dass die „Emanzipation zum Symbol des Liberalismus, der Freimaurerei, der allgemeinen Entchristlichung, des Nationalstaats und des Kapitalismus – das heißt zum Kürzel für die Modernisierung“ macht.[28] Die Kirche bleibt erfolglos, nach dem Ende des 19. Jahrhunderts gibt man sich geschlagen.

4,Ausblick und Konklusion

Von Rechts wegen sind die italienischen Juden seit 1870 emanzipiert, der Begriff der nazione ebrea entfällt.[29] Im Gegensatz zur oben dargestellten Situation in Deutschland sind die italienischen Juden zu dieser Zeit fester Bestandteil der Öffentlichkeit. In Livorno ist man sich seiner nicht mehr vorhandenen Privilegien bewusst, ein Großteil der Juden verlässt die Stadt, um sich in Gesamtitalien niederzulassen, viele verlassen ganz das Land und ziehen in andere wichtige Hafenstädte des Mittelmeeres.

Sellin distanziert sich von dem Terminus der Zweideutigkeit der Emanzipation, doch wird meiner Meinung nach zu Recht davon gesprochen, wenn man – wie Cattaneo – erwartet, die Juden schwörten durch diese allem ab, was in irgendeiner Hinsicht jüdisch sei.[30] In diesem Sinne verwehrt man ihnen eine vollständige und wirksame Emanzipation und Integration als Juden. Dennoch ist diese zweideutige Emanzipation eine notwendige Grundlage für ihre spätere Akzeptanz und für die Ausdünnung auch des ländlichen Antisemitismus.

Angesichts der erfolgreichen rechtlichen Gleichstellung der Juden in Italien sucht man heute nach möglichen Gründen. So führt Sellin eine These Antonio Gramscis an, die die Ursache für das Ausbleiben des Antisemitismus nach der italienischen Einheit in der gleichzeitigen Integration von Juden und anderen italienischen „Stämmen“ in die Nation verortet. Gramsci unterstreiche dabei die Distanzierung des Nationalstaates von der katholischen Kirche, die ein Loslassen der christlich-theologischen Tradition zur Folge gehabt habe. Als Gegenargument dient Sellin das Beispiel Deutschland, wo ebenfalls eine gleichzeitige Integration, aber eben auch die Entwicklung eines deutlichen Antisemitismus gegeben sei.[31]

Daneben bringt Sellin eine These Renzo De Felices an, die Juden seien der restlichen Bevölkerung numerisch so stark unterlegen, dass sie keine nennenswerte Aufmerksamkeit auf sich zögen und antijüdischen Ressentiments die Ansatzpunkte fehlten. Diese These wird ebenfalls in Hinblick auf den geringen Anteil an Juden in Deutschland zurückgewiesen.

Vielmehr sieht Sellin eine Voraussetzung in der erst 50 Jahre später als in Deutschland einsetzenden Industrialisierung. In Italien gebe es zwischen Staatsgründung und Erstem Weltkrieg „noch keine konsistente Gruppe von Verlierern im Industrialisierungsprozeß (...), die sich anderswo für antisemitische Ressentiments besonders auffällig zeigten.“[32] Sellin ist überzeugt, auch die karge Teilnahme der Bevölkerung am politischen Leben sei eine Ursache. Zudem hätten sich die liberalen Parteien bis Ende des 19. Jahrhunderts mit antisemitischen Parolen zurückgehalten, da sich die Kirche mit ebensolchen Ansichten dargestellt habe. Sellin erwähnt, dass solcherlei Parolen bei der analphabetischen, bäuerlichen Bevölkerung den größten Anklang hätten finden können.

Herzig beobachtet in Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts ein für alle „mobilen Industriegesellschaften“ typisches Phänomen: „Die sozialen Absteiger machen die sozialen Aufsteiger für ihre Misere verantwortlich.“[33] Diese Beobachtung lässt sich vorbehaltlos in Sellins Industrialisierungsthese integrieren. Ein Pendant zur großen deutschen Gründerkrise 1873 bleibt in Italien aus. So scheint mir diese These Sellins als Hauptursache am ersichtlichsten. Eine wichtige Voraussetzung ist meiner Meinung nach dabei die weitgehend von antijüdischen Parolen freie Parteienwerbung. Es wurde gezeigt, dass die Methode des Hetzens gegen Juden und Liberale äußerst wirksam ist. Die Verbreitung von Legenden und erschreckenden Zahlen und Fakten – zumal derer, die jeder Grundlage entbehren – hat auf die aufnahmebereite Gesellschaft einen mächtigen Einfluss. Gegenwärtig wird dieses Phänomen wieder erkennbar. In der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung ZEIT erschien ein Artikel von Martin Spiewak unter dem Titel „ Meinungsstark, aber ahnungslos “. Darin geht es u.a um eine Studie des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland in Soest mit außerordentlich hohen Konvertierungsraten vom Christentum zum Islam. Auf diese Zahlen hätten sich z.B. Spiegel und Süddeutsche Zeitung berufen und damit in Bevölkerung und Politik Sorge und Angst bis Panik ausgelöst: „Die »wachsende Zahl von Menschen«, die zum Islam konvertierten, habe »etwas Bedrohliches«, sagte [Bundesinnenminister Wolfgang] Schäuble und verwies auf die »fanatische Übersteigerung« mancher Konvertiten.“[34] Bei den Recherchearbeiten entdeckt Spiewack: Das „Institut mit dem pompösen Namen (...) erweist sich als Einmannbetrieb samt ein paar Hiwis, deren Erhebungen sowohl Muslime als auch Islamforscher jede Seriosität absprechen. (...) Die Konvertitenwelle ist offenbar ein Phantom. Dass die Nachricht dennoch so begierig aufgenommen wurde, führt die Kulturwissenschaftlerin Monika Wohlrab-Sahr auf eine »neurotische Erregbarkeit beim Thema Islam« zurück. (...) Dass die Angaben aus Soest hochgradig verdächtig seien, hätte jedem auffallen müssen, sagt die Wissenschaftlerin. Das habe sie auch allen Journalisten gesagt, die sie befragten. »Nur geschrieben hat es kaum jemand.«“[35]

Literaturliste

Benz, Wolfgang und Königseder, Angelika [Hg.]: Judenfeindschaft als Paradigma. Studien zur Vorurteilsforschung, Berlin 2002.

dtv-Atlas Weltgeschichte. Band 2. Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart, München 392006.

Gramsci, Antonio: Il Risorgimento, Turin 1949.

Herzig, Arno: Jüdische Geschichte in Deutschland. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, München 1997.

Katz, Jacob: Die Hep-Hep-Verfolgungen des Jahres 1819, Berlin 1994.

Katz, Jacob: Frühantisemitismus in Deutschland. In: Ders. und Rengsdorf, Karl Heinrich: Begegnung von Deutschen und Juden in der Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts, Tübingen 1994, S. 79 – 89.

Krieger, Karsten: Der Berliner Antisemitismusstreit 1879 – 1881. Eine Debatte um die Zugehörigkeit der deutschen Juden zur deutschen Nation. In: Benz, Wolfgang und Königseder, Angelika [Hg.]: Judenfeindschaft als Paradigma. Studien zur Vorurteilsforschung, Berlin 2002, S. 89 – 95.

Mantelli, Brunello: Kurze Geschichte des Italienischen Faschismus, Berlin 32004.

Milano, Attilio: Storia degli ebrei in Italia, Turin 1963.

Momigliano, Arnaldo: Die Juden in der Alten Welt, Berlin 1988.

Salvadori, Roberto G.: Breve storia degli ebrei toscani. IX – XX secolo, Florenz 1995.

Sellin, Volker: Judenemanzipation und Antisemitismus in Italien im 19. Jahrhundert. In: Dipper, Christof und Hudemann, Rainer und Petersen, Jens [Hg.]: Faschismus und Faschismen im Vergleich, Köln 1998, S. 107 – 124.

Spiewak, Martin: Meinungsstark, aber ahnungslos. In: DIE ZEIT Nr. 17/07 vom 19. April 2007, S. 37f.

Wyrwa, Ulrich: Antisemitismus im Vergleich: Italien und Deutschland 1870 – 1914. In: Benz, Wolfgang und Königseder, Angelika [Hg.]: Judenfeindschaft als Paradigma. Studien zur Vorurteilsforschung, Berlin 2002, S. 102 – 105.

Wyrwa, Ulrich: Juden in der Toskana und in Preußen im Vergleich, Tübingen 2003.

[...]


[1] Gramsci, Antonio: Il Risorgimento, Turin 1949, S. 167.

[2] Mantelli, Brunello: Kurze Geschichte des italienischen Faschismus, Berlin 32004, S. 120.

[3] Milano, Attilio: Storia degli ebrei in Italia, Turin 1963, S. 358.

[4] Momigliano, Arnaldo: Die Juden in der Alten Welt, Berlin 1988, S. 87.

[5] Wyrwa, Ulrich: Antisemitismus im Vergleich: Italien und Deutschland 1870-1914. In: Benz, Wolfgang und Königseder, Angelika [Hg.]: Judenfeindschaft als Paradigma. Studien zur Vorurteilsforschung, Berlin 2002, S. 102.

[6] Benz und Königseder, S. 30.

[7] Herzig, Arno: Jüdische Geschichte in Deutschland. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, München 1997, S. 139.

[8] Katz, Jacob: Die Hep-Hep-Verfolgungen des Jahres 1819, Berlin 1994, S. 26.

[9] Herzig, S. 166f.

[10] Ebd., S 160.

[11] Ebd., S. 174.

[12] Ebd., S. 185.

[13] dtv-Atlas Weltgeschichte. Band 2. Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart, München 392006, S. 340.

[14] Katz, Jacob: Frühantisemitismus in Deutschland. In: Ders. und Karl Heinrich Rengsdorf [Hg.]: Begegnung von Deutschen und Juden in der Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts, Tübingen 1994, S. 79.

[15] Krieger, Karsten: Der Berliner Antisemitismusstreit 1879 – 1881. Eine Debatte um die Zugehörigkeit der deutschen Juden zur deutschen Nation. In: Benz und Königseder, S. 89.

[16] Milano, S. 334.

[17] Ebd..

[18] Ebd., S. 323f.

[19] Momigliano, S. 79.

[20] Milano, S. 326.

[21] Milano, S. 333.

[22] Ebd., S. 342f.

[23] Ebd., S. 346.

[24] Wyrwa, Ulrich: Juden in der Toskana und in Preußen im Vergleich, S. 205.

[25] Milano, S. 358.

[26] Wyrwa, Ulrich: Juden in der Toskana und in Preußen im Vergleich, S. 219.

[27] Sellin, S. 108f.

[28] Ebd., S. 114.

[29] dtv-Atlas Weltgeschichte, S. 340.

[30] Vgl. Sellin, Volker: Judenemanzipation und Antisemitismus in Italien im 19. Jahrhundert. In: Dipper, Christof und Hudemann, Rainer und Petersen, Jens [Hg.]: Faschismus und Faschismen im Vergleich, Köln 1998, S. 115.

[31] Ebd., S. 118.

[32] Ebd., S. 122.

[33] Herzig, S. 164.

[34] Spiewak, Martin: Meinungsstark, aber ahnungslos. In: DIE ZEIT Nr. 17/07 vom 19. April 2007, S. 37.

[35] Ebd.

Details

Seiten
17
Jahr
2007
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v111235
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Friedrich-Meinecke-Institut
Note
1,3
Schlagworte
Antisemitismus Emanzipation Jahrhundert Italien Einführung Geschichte Italiens Oliver Janz)

Autor

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Titel: Antisemitismus und jüdische Emanzipation im 19. Jahrhundert in Italien