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Bewerten im Bewegungs- und Sportunterricht

Seminararbeit 2007 13 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die vier Dimensionen von Leistungsbewertung
2.1 Sachliche Dimension
2.2 Individualzentrierte Dimension
2.3 Soziale Dimension
2.4 Normative Dimension

3 Leistungsbewertung - Notengebung
3.1 Zusammensetzung der Sportnote
3.1.1 Sportlich- motorische Leistungen
3.1.2 Individueller Lernzuwachs
3.1.3 Soziales und sportliches Verhalten
3.2 Aufgabe und Funktionen von Noten
3.2.1 Pädagogische Funktion
3.2.2 Gesellschaftliche Funktion
3.3 Sind Noten im Sportunterricht „sinnvoll“ oder „unnötig“
3.3.1 Argumente „pro“ Sportnote
3.3.2 Argumente „contra“ Sportnote

4 Typische Fehler bei der Leistungsbewertung
4.1 Der Halo-Effekt
4.2 Logischer Fehler
4.3 Reihungsfehler
4.4 Projektionsfehler
4.5 Kontrastfehler

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Fach Sport hat sich bis in die heutige Zeit zu einem Unterrichtsfach entwickelt, wie jedes andere Fach auch. In fast allen Bundesländern ist die Sportnote inzwischen versetzungsrelevant und seit einigen Jahren sogar als Abiturfach gleichberechtigt etabliert (vgl. Tillmann, 2001, S.45). Aus dieser Verantwortung heraus hat der Sportlehrer die Aufgabe, wie in jedem anderen Fach auch, den Schülern Noten zu erteilen, um diese über ihren persönlichen Leistungsstand zu informieren. Aufgrund dieser Gleichstellung des Unterrichtsfaches Sport sind in den vergangen Jahren die Erwartungen von Schülern und Eltern für eine angemessene und gerechte Notengebung gestiegen.

Auf den ersten Blick scheint eine Leistungsbeurteilung der Schüler, in einigen Bereichen, wie beispielsweise der Leichtathletik oder dem Schwimmen sehr einfach, da die individuellen Leistungsergebnisse anhand vorgegebener Leistungstabellen ermittelt werden können.

Inhalt und Thema von Sportunterricht ist jedoch die Begegnung mit dem eigenen Körper und seinen Bewegungen. Befasst man sich aus dieser Intention heraus einmal genauer mit dem Gedanken von Leistungsbewertung im Sportunterricht, wird man schnell feststellen, dass einige sportlich-motorische Leistungen in großem Maße von den genetischen und anthropometrischen Merkmalen der Schüler abhängig sind. In diesem Sinne richtet Tillmann dem Unterrichtsfach Sport eine Sonderstellung ein, indem er die Meinung vertritt, dass im Sport die Einbeziehung von „Verhaltensbewertungen“ eine größere Rolle spielen muss, als in anderen Schulfächern.

Diese Hausarbeit, welche den Titel „Bewerten im Bewegungs- und Sportunterricht“ trägt, behandelt aus diesem Grunde den speziellen und immer aktueller werden Problembereich, der Leistungsbewertung im Schulsport.

2 Die vier Dimensionen von Leistungsbewertung

2.1 Sachliche Dimension

Bei der sachlichen Dimension handelt es sich lediglich um einen Vergleich von Handlungsverläufen und Handlungsergebnissen in Bezugnahme auf eine zuvor gestellte Bewegungsaufgabe. Betrachtet man in diesem Sinne das Beispiel: „Hochsprung“, so ist die Bewegungsaufgabe, die Latte ohne berühren zu überqueren. Aus sachlicher Sichtweise hat ein Schüler diese Aufgabe gelöst, wenn er einen für ihn praktikablen Weg der Lattenüberquerung findet. Für den Lehrer bzw. den Bewertenden zählt hierbei nur das Ergebnis. Ob der Schüler die Latte vorwärts, rückwärts oder vielleicht sogar mit einer Flugrolle überquert spielt keine Rolle.

2.2 Individualzentrierte Dimension

Ziel dieser Art von Leistungsbewertung ist es, den Lern- und Ausbildungsprozess eines jeden Schülers individuell zu betrachten. In diesem Sinne soll vorrangig die Leistungsentwicklung des jeweiligen Schülers bewertet werden. Wichtig hierbei ist es, ein genaues Augenmerk darauf zu legen, wie sich die Leistung der einzelnen Schüler im Verlauf einer Unterrichtseinheit entwickelt. Werden bei dieser Betrachtungsweise bei einem Schüler große Leistungszuwächse beobachtet, wird dieser am Ende eben besser bewertet, als ein Schüler, welcher nur langsam Fortschritte macht.

2.3 Soziale Dimension

Die soziale Dimension ist ein Synonym für den direkten Vergleich mit anderen Schülern oder sogar den Mitschülern. Hierbei wird die Leistung eines jeden Einzelnen in Bezug zu den Leistungen der Anderen gesetzt und auf diese Weise in Form einer Ranglist auf- oder abgewertet. Diese Form von Leistungsbewertung ist jedoch sehr kritisch zu betrachten. Einerseits kann es zum Nach- und Wetteifern anregen und Leistungsentwicklung fördern, andererseits dazu beitragen die Schüler zu Konkurrenzdenken zu animieren und Feindbilder zu projezieren.

2.4 Normative Dimension

Bei der normativen Dimension findet Leistungsbewertung rein anhand von so genannten „Gütemaßstäben“ statt, welche zuvor festgelegt wurden. Bewertungslisten, wie sie beispielsweise in der Leichtathletik vorkommen, stellen in diesem Falle solche „Gütemaßstäbe“ dar. Eine Notenvergabe aufgrund normativer Maßstäbe gestaltet sich sehr problematisch, da bei dieser Form von Bewertung nur das Ergebnis im Vordergrund steht und nicht mehr die individuelle Leistung und Leistungsentwicklung.

3 Leistungsbewertung - Notengebung

Durch unsere allseits bekannte Notenskala (Noten von eins bis sechs), soll dem Schüler und seinen Eltern eine Rückmeldung über die jeweils erbrachten schulischen Leistungen gegeben werden. Zusätzlich zu der Benotung motorischer Leistungen auf Grundlage von Normtabellen, wie wir sie aus der Leichtathletik kennen, gehen Verhaltensbewertungen mit in die Sportnote ein.

Bei der Vergabe von Noten ist zu beachten, dass jeder Lehrer von Seiten des Schulgesetzes dazu verpflichtet ist Noten zu geben. Welche Benotungsgrundlage der Lehrer zur Feststellung der jeweiligen Schülerleistungen heranzieht, liegt jedoch ganz in seinem Ermessen. Während ein Teil der Lehrer eine rein „objektive“ Notengebung anstreben, bemühen sich andere wiederum gleichzeitig, die Persönlichkeitsentfaltung, die Selbsteinschätzung und die aktive Beteiligung der Schüler am Unterricht mit zu fördern (Tillmann, 2001, S. 47).

Details

Seiten
13
Jahr
2007
ISBN (Buch)
9783640163694
Dateigröße
409 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v111787
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Institut für Sportwissenschaft und Motologie
Note
1,5

Autor

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