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Das Milgram Experiment

Hausarbeit 2007 26 Seiten

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung:

2. Zur Person und Vorgeschichte des Experimentes :

3. Anfänge :

4. Das Grundexperiment :

5. Verschiedene Varianten :

6. Wieso sind wir Gehorsam? :

7. Der zweite Weltkrieg und das Milgram Experiment :

8. Kritik an Milgram :

9. Fazit und Schluss :

10. Anhang :

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Bestätigung

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis:

Abbildung 1: http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment

ausgedruckt am: 31.07.07 hier auf Seite: 3

Abbildung 2: Milgram, Stanley, ,,Das Milgram Experiment´´, siehe Literaturverzeichnis

hier auf Seite 5

Abbildung 3: http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/experimentbspmilgram.html

ausgedruckt am: 03.08.07

hier auf Seite: 8

Zitat Schluss: (2), Seite 43

Internetverzeichnis:

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment

Seite zuletzt geändert: 29.07.06 ausgedruckt am: 31.07.07

[2] http://www.klein-singen.de/wissenschaft/node2.html

ausgedruckt am: 38.07.07

[3] http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/experimentbspmilgram.html

ausgedruckt am: 03.08.07

[4] www.stanleymilgram.com

von: Dr. Thomas Blass ausgedruckt am: 16.08.07

[5] http://userpage.fu-berlin.de/~tkleber/sop1htm

ausgedruckt am: 03.08.07

Literaturverzeichnis:

(1) Milgram, Stanley, März 1982, ,,Das Milgram- Experiment´´, ,,Zur Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autoritäten´´, 15. Auflage Januar 07, Reinbeck bei Hamburg, Rowohlt Taschenbuch Verlag, ISBN: 9783499174797

(2) Neubacher, Frank und Walter, Michael (Hg.), 2005, ,,Sozialpsychologische Experimente in der Kriminologie´´, 2. Auflage, Münster, LIT Verlag, ISBN: 3825860299

1. Einleitung:

Es besteht eine klare Trennung zwischen Konformität und Gehorsam. Ersteres ist die Aktion eines Menschen, der sich neben Gleichrangige stellt, sich sozusagen in eine Gruppe einfügt und gleichgestellt ist. Andere haben kein besonderes Recht sein Verhalten zu steuern. Gehorsam wiederum ist die Aktion eines Menschen, die sich einer Autorität unterwirft1. Genau auf dieses Verhalten möchte ich am Beispiel des Milgram Experiments näher eingehen.

Durch Befehle einer legitimen Autorität verändert sich der Mensch. Er macht Dinge, die ihm sonst nie im Traume einfallen würde. Er kommt an einen Punkt, an dem er sich als ein Werkzeug versteht, dass den Willen eines anderen ausführt und sich für sein Tun selbst nicht mehr als verantwortlich ansieht. Wenn er die Befehle nicht befolgt ist er ungehorsam und es drohen Konsequenzen, die er natürlich zu vermeiden versucht.

Die Situation in der ein Akteur einem anderen Dinge befiehlt um einen dritten dadurch zu schädigen taucht immer wieder als ein bedeutsames Thema in zwischenmenschlichen Beziehungen auf und hat es schon immer gegeben.

Die folgende Arbeit beinhaltet die Erklärung und Auseinandersetzung des Experimentes von Milgram, die Beantwortung der Frage wieso Menschen überhaupt zu Gehorsam bereit sind, sowie einen vorsichtigen Vergleich mit dem Nationalsozialistischen Deutschland in dem wohl die deutlichste Form einer Gehorsamsbereitschaft gegenüber einer Autorität vorkam. Auch möchte ich auf die Kritikpunkte des Versuches eingehen.

Wie ich im Verlauf der Arbeit noch deutlich machen werde, handelt es sich eigentlich auch nicht um DAS Milgram Experiment, viel eher wird zwar ein Grundversuch beschrieben, der aber eine Vielzahl von Variationen beinhaltet.

2. Zur Person und Vorgeschichte des Experiments:

Jerome D. Frank, ein renommierter Psychologe, ging bereits 1944 der Frage nach wovon Gehorsambereitschaft bei Testpersonen abhängt. Er verlangte in seinem Experiment von den Probanden den Verzehr von 12 völlig geschmacksneutralen Keksen. Den Versuchspersonen wurde gesagt, dass das Essen des salzlosen Gebäcks absolut wissenschaftlich notwendig sei. Frank fand so heraus, dass sich überraschenderweise nur 10% weigerten den Keks herunterzuwürgen.

Von diesem Experiment und vor allem von dessen Ausgang wurde der 1933 in New York geborene und 1984 verstorbene Stanley Milgram angeregt. Auch wurde er von seinem Lehrer Solomon Asch beeinflusst, von dem er die spätere Anordnung des Experiments übernahm.

Ein weiterer Ansatzpunkt für seine von 1961 bis 1963 andauernden Experimente war der zweite Weltkrieg und die damit zusammenhängenden Ereignisse vor allem in Deutschland. War es für ihn doch auffällig wie leicht sich normale Menschen durch eine Autorität völlig, auch in ihrer Einstellung, verändern lassen und durch Propaganda und Androhungen dazu bringen ließen anderen Menschen Leid zuzufügen oder sie sogar zu töten.2

Im Gegensatz zu Frank hatte Milgram selbst im College nie einen Psychologiekurs belegt. Trotzdem wurde er Lehrer in Yale und Harvard. Wobei Harvard eine Festanstellung verweigerte aufgrund der Kritiken an seinem Experiment die ich später ausführen werde.3

Er selbst sagte einmal: ,, Only in action can you fully realize the forces operative in social behaviour. That is why I´m an experimentalist´´ (1974).4

Die späteren Ergebnisse des Experimentes wurden zunächst in dem Artikel mit Titel: ,,Behaviorial study of obedience´´ veröffentlicht. 1974 also 11 Jahre nach dem Beginn der Versuche publizierte Milgram sein Werk: ,,Obedience to Authority: An Experimental View´´5

1973 wurde aus dem Experiment ein Theaterstück inszeniert und der Film: ,,das Experiment´´ erschien 2001. Es wären noch viele weitere Beispiele zu nennen, die aber nicht Bestandteil dieser Arbeit sein sollen.

3. Anfänge:

Abb 2: (1), Seite: 32

Würden sie sich auf eine solche Anzeige in einer Lokalzeitung melden?

Der Aushang wirkt vertrauenserweckend, zumal es sich bei dem Versuchsleiter um einen Professor handelt und man eine Belohnung so wie die Fahrtkosten zurückerstattet bekommt.

Die angegebene Adresse der Yale Universität legitimiert desweiteren das Experiment.

Ich würde mich melden.

Die Anzeige sollte ein großes Publikum ansprechen. Yalestudenten wollte Milgram nícht teilhaben lassen, da sie zu leicht verfügbar gewesen wären. Sie hätten die Informationen auch zu schnell an ihre Mitstudenten weitergegeben die am Experiment noch nicht teilgenommen hätten und der wichtigste Punkt: die Ergebnisse wären nichtssagend, da alle etwa gleich alt und gleich Hochintelligent gewesen wären. Für Milgram waren Personen aus New Haven, am besten aus möglichst verschiedenen Schichten und verschiedenen Altersstufen, viel interessanter.

Er bekam auf die Anzeige 296 Zuschriften, die Milgram aber noch nicht ausreichten für die geplante Größe seines Experimentes. Also forderte er nun direkt Schriftlich mehrere tausend aus dem Telefonbuch ausgewählte Personen auf teilzunehmen.

Die Antwortquote bei diesem Verfahren betrug in etwa 12%.

Versuchspersonen waren Schalterbeamte, Menschen dich nicht einmal die High-School beendet hatten bis hin zu Ingenieuren oder welche die einen Doktortitel trugen.

Die Gewünschte Spannweite von Milgram war also erreicht und er setzte in jedem Experiment die Probanden wie folgt zusammen: gelernte/ungelernte Arbeiter: 40%

Büroangestellte/Verkäufer/Geschäftsleute: 40%

Freiberufliche: 20%

Darüber hinaus wurden die Berufsgruppen in Alterseinstufungen unterteilt:

Versuchspersonen über 20, über 30 und über 40 wurden jeder Versuchsanordnung im Verhältnis von jeweils 20, 30 und 40 % zugeführt.6

4. Das Grundexperiment:

Was die Teilnehmer nicht wussten war die Tatsache, dass sie in Wirklichkeit nicht an einem Experiment zur Gedächtnisleistung und Lernvermögen teilnahmen, wie in der Anzeige angegeben, sondern an einem Experiment über die Gehorsamsbereitschaft gegenüber Autoritäten. Dies blieb bis zur Beendigung des Versuches für die Probanden verborgen.

Die Anfangskonzeption war sehr einfach gehalten und entwickelte sich in den folgenden Experimenten immer weiter. Hier möchte ich nun auf das Grundexperiment eingehen, also den ersten Versuch Milgrams, von dem die weiteren Experimente später ausgingen.

Es werden augenscheinlich zwei Versuchspersonen in einen Raum gebracht, ein elegantes Laboratorium der Yale Universität. Der Raum soll den Versuch legitimieren. Durch Lose werden sie vom Versuchsleiter in ,,Schüler´´ oder ,,Lehrer´´ eingeteilt. Bis dahin scheint es einem normalen Versuchsbeginn gleich zu sein. In Wirklichkeit gibt es aber nur eine Versuchsperson und dieser echte Proband zieht manipulierterweise das Los auf dem ,,Lehrer´´ steht. Der Schüler also die vermeintlich zweite Versuchsperson ist ein 47 jähriger Buchhalter und wurde seinem Aussehen nach, von Milgram ausgewählt. Er ist irisch-amerikanischer Abstammung und jeder der ihn sieht würde ihn als liebenswert und freundlich einstufen. Der Versuchsleiter im Experiment ist ebenfalls von Milgram ausgewählt worden und im Wirklichen Leben ein 31 jähriger Biologielehrer einer High-School trägt einen grauen Kittel und man würde ihn für leicht streng einstufen. Das Aussehen der ,,Schauspieler´´ spielt wie man gleich erkennen wird eine große Rolle für die Endergebnisse des Versuches.

Der Versuchsleiter erklärt das Experiment: Der Schüler solle Assoziationspaare lernen und der Lehrer, also die echte Versuchsperson, solle die Richtigkeit überprüfen.

Der Lehrer wird vom Versuchsleiter an einen Tisch gebracht auf dem eine Art Schockgenerator steht. An diesem ist eine Plakette angebracht auf dem folgendes steht:

,,Shock generator, Type ZLB, Dyson instrument Company, Wahltham, Mass, Output 15 Volts- 450 Volts´´.

Diese Plakette soll dazu dienen die Versuchsperson davon zu überzeugen, dass er es mit einem echten Schockgenerator zu tun hat und nicht wie in Wirklichkeit mit einem Apparat der überhaupt nicht in der Lage wäre Schocks zu geben, geschweigedenn überhaupt angeschlossen ist. Es ist also nur eine Attrappe die die Versuchsperson vor sich hat.7

[...]


1 (1) Seite 145ff

2 [3] Milgram Experimente, Einleitung

3 [1] Geschichte und Überblick

Abb.: 1, [1]

4 [4] Zitat von Milgram, [1]

5 [1]

6 (1), Seite: 33

7 [3] und (1), Seite: 32ff

Details

Seiten
26
Jahr
2007
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v111849
Institution / Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,3
Schlagworte
Milgram Experiment Konformität Gehorsam

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Titel: Das Milgram Experiment