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Die Grundzüge der Frühromantik in „Theorie der Romantik“, „Blüthenstaub“, „Heinrich von Ofterdingen“ und „Hymnen an die Nacht”

Examensarbeit 2008 11 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Die Grundzüge der Frühromantik anhand der Werke: „Theorie der Romantik“, „Blüthenstaub“, „Heinrich von Ofterdingen“ und „Hymnen an die Nacht” und andere.

Bevor ich mich einer genauen Anlyse der Werke hingebe, möchte ich mich an der Definition der Romantik versuchen. Anschließend werde ich die Merkmale der Frühromantik aufzeigen, sowie einen deutlichen Bezug zu den Werken schaffen. Die Zeit in der die Werke Theorie der Romantik“, „Blüthenstaub“, „Heinrich von Ofterdingen“ und „Hymne an die Nacht enstanden, hängt mit der literarischen Strömung der Romantik zusammen, welche in der Hälfte des 19 Jahrhunderts zu platzieren ist. Eigentlich fällt es schwer die Romantik als rein literarische Strömung zu sehen[1]. Viel mehr ist es eine kulturelle Bewegung an der jedoch die Literatur eine durchaus bedeutende Rolle zu spielen scheint. Der Begriff der Romantik taucht bereits im 17 Jahrhundert auf und kam vom dem Französischen „romant“. Anfangs hat das Wort wegen seiner Assoziation mit dem mittelalterlichen Ritterroman einen negativen Beiklang gehabt. Es wurde überwiegend dort verwendet, wo man etwas als übertrieben, phantastisch, bombastisch und unwahrscheinlich bezeichnen wollte. Doch bereits im Mittelalter wechselt der Begriff seine Bedeutung, wird immer öfter gebraucht und beschreibt die Haltung des Menschen zur Natur. Dabei sollte erwähnt werden, dass die Natur für den Romantiker als etwas Imposantes, Bezauberndes verstanden wird und sogar Anlass für melancholische Betrachtungen gewährt. Heute ist der Bergriff der Romantik anders zu verstehen. Man spricht von Romantik, wenn man das Sinnliche, Wunderbare, Schaurige und dunkle Geheimnisvolle meint. Die neuen Schlagwörter sind aber auch ,,Gefühlstiefe", ,,Phantasiereichtum", ,,Erleben" und ,,Sehnsucht". Die Romantik wird als eine zum Gefühlvollen, zum Idealisieren, zum Wunderbaren, Märchenhaften und Fantastischen neigende Weltauffassung und –darstellung erklährt[2]. Der französische Schriftsteller Paul Lafarque verstand die Romantik als ein Zeitalter des Ernstes, der Melancholie und der Sentimentalität. Novalis verwendete „Romantik“ zum ersten Mal als die Fertigkeit des „Romantisierens“, also des Schreibens von Romanen, was mittlerweile allerdings nicht mehr negativ gemeint war. Letztendlich war es Heinrich Heine, der der Romantik als Epoche ihren Namen gab[3]. Für die Romantik war vor allem die Poesie bedeutend. Oftmals waren die romantischen Dichter zugleich begabte Maler, Komponisten oder Philosophen, doch die Poesie galt als das verbindende, geistige Grundelement, Lebensinhalt und Lebensgefühl dieser Zeit. Sie war der Ausdruck der Suche aller Romantiker nach einem geistigen und gesellschaftlichen Zentrum. Die neue literarische Strömung versuchte alle geistig-literarischen Strömungen aufzunehmen, die im 18. Jahrhundert in Weiderspruch zum absolutistischen Staat und französischem Klassizismus standen[4]

Wenn man über die Romantik spricht, so sollte eine genaue Eingliederung dieser Zeit in Betracht genommen werden. Die erste und für die Analyse der Werke wichtigste Zeit, war die Frühromantik, welche auf die Jahre 1797-1801 zurüchgeht und auch Universalromantik genannt wurde. Diese hatte ihren Ursprung in der Stad Jena. Die Hauptvertreter dieser Zeit waren die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel, Friedrich Wilhelm Schelling und die beiden Dichter Ludwig Tick und Novalis[5]. Danach folgte die Hochromantik, auch als Heidelbergerromantik bekannt und in den Jahren 1805- 1814 zu datieren. Hierbei sollten der Dichter Heinrich von Kleist, Clemens Brentano und Achim von Arnim erwähnt werden[6]. Nach dieser Zeit folgte nun die Spätromantik bis hin zum Jahre 1853[7]. Zu den großen Gefühlsschwärmern dieser Zeit gehörten untrer anderen der Dichter Ernst Theodor Amadeus (E.T.A.) Hoffmann, Freidrich de la Motte-Fouqué, Adelbert von Chamisso, Jacob und Wilhelm Grimm sowie Joseph Freiherr von Eichendorff . Nachdem die so sinnlich gestimmte Epoche nun zeitlich bestimmt ist, wird es nun Zeit ihre typischen Merkmale aufzuzeigen. Der Frühromantiker lebt mit dem Hier und Jetzt im Unfrieden. Typisch für ihn ist die Suche nach dem Anderswo, ganz nach dem Motto „Dort wo ich nicht bin, ist das Glück“. Die Welt gleicht einem mit Hilfe von Alkohol und Opium künstlich geschaffenem Paradiese. Selbst Tabuthemen wie sexuelle Tabus oder das Tabu des Selbstmordes werden Teil der frühromantischen Wirklichkeit. Ein Ausweg daraus scheint die Flucht aus der Wirklichkeit und das überaus intensive Interesse an einer individuell gelebten Religion. Dieses resultiert auch im erhöhten Verständnis für mystische Randerscheinungen. Durch die für die Frühromantik typische Ironie wird alles Gegebene hinterfragt, wobei man oftmals Zeuge einer zuvor durch den Dichter und seine Phantasie geschaffenen Illusion wird, die zum Schluß von ihm selbst einfach zerstört wird[8]. Des weiteren können wir von einer Teilung der Welten sprechen. Wobei es einerseits die Realität gibt und andererseits eine sehr bildhafte und oft imaginäre Welt der Gefühle. An Bedeutung gewinnt das Nichtwirkliche, welches sehr oft in Träumen oder versteckten Sehnsüchten zur Geltung kommt und durch eine verschlüsselte und undurchschaubare Sprache dem Leser nahe gelegt wird. Die Frühromantik versteht es den Leser durch Unklarheit und Uneindeutigkeit Platz für Eigenerdachtes zu lassen. Ziel dieses Vorgehens ist die Welten des Unterbewustseins aufzuspühren und dadurch die Geheimnisse der Seele aufzudecken, mit welchen die Literatur bereichert werden soll. Durch die Phantasie und das Gemüt sollte die Dichtung mit Leben erfüllt werden. Hauptstreben war es, die triste Wirklichkeit und den schwierigen Alltag durch Poesie zu bezaubern und damit die Zustände zu überwinden. Das oft in den Werken dargestellte Menschenideal irrt als sehsuchtsvolles und verträumtes Wesen mit dem höchsten Zweck das Leben zu genießen. Somit sind die romantischen Helden oft recht eigenartige Menschen, welche für das praktische Leben unbrauchbare, aber mit reichen individuellen und psychologisch interessanten Zügen ausgestattet worden sind. Ein weiterer Aspekt ist die Naturpoesie. Wenn man aber nach genauen Naturbeschreibungen sucht, so ist die Romantik sicherlich kein guter Platz dafür. Die Beobachtung der Natur wurde lediglich auf die gefühlsmässige Fassung reduziert. Der Naturmensch ist in der Frühromantik ein von der Zivilisation unberührtes Wesen, jedoch stark an das Sinnliche gebunden. Nicht die Gegenstände der Natur sind relevant, sondern lediglich der Geist der Poesie in ihnen. Was den Aufbau der Frühromantischen Werke angeht, so hat man stets das Gefühl ein unvollendetes Werk vor Augen zu haben. Das Fragment ist Teil der „Frühromantischen Philosophie“, welche dieses als Symbol der Grenzenlosigkeit, des Werdens verstehen lässt, ganz nach dem Sinn Schlegels, der die romantische Peosie den anderen Dichtarten vorzieht, da diese wenn auch bereits fertig nun vollständig zergliedert werden können[9]. Das Fragmentarische soll die Unendlichkeit und Ewigkeit definieren[10]. Das was die Romantiker fordern, ist die Vermischung der Gattungen.

[...]


[1] Jeßing Benedikt, „Metzler Goethe Lexikon“, Weimar 1999, S. 420

[2] www.lexikon.meyers.de/meyers/Romantik (05.06.2008)

[3] Lindenhahn Reinhard, „Romantik“, Cornelsen Verlag, 1998, S. 7

[4] Meyers kleines Lexikon „Literatur“, Meyers Lexikonverlag, Zürich 1986, S. 358

[5] vgl. Bär Jochen, „Sprachreflexion der deutschen Frühromantik“, walter de Gruyter 1999, S.20

[6] Zirbs Wieland, „Literatur Lexikon“, Cornelsen Verlag, Berlin 1999, S. 311

[7] http://www.puk.de/turjalei/romantik.htm (05.06.2008)

[8] vgl. Kabisch Eva-Maria, „Literaturgeschichte Kurzreferat“, Klett Schulbuchverlag, 1997, S.20

[9] Herbert Uerlings,“Teorie der Romantik”, Philipp Reclam jun. Stuttgart 2000

[10] vgl. Schlosser Horst Dieter, Dtv-Atlas zur deutschen Literatur“, Deutscher Taschenbuch Verlag, München

1983, S. 183

Details

Seiten
11
Jahr
2008
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v111888
Institution / Hochschule
Uniwersytet Warszawski (Universität Warschau)
Note
1,5
Schlagworte
Grundzüge Frühromantik Werke Romantik“ Ofterdingen“ Nacht”

Autor

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