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Die Terroranschläge des 11.September und die postmoderne Bildtheorie der Simulation von Jean Baudrilliard.

Ein Anwendungsversuch

Essay 2008 6 Seiten

Germanistik - Sonstiges

Leseprobe

I. Einleitung

Die Ereignisse des 11. September 2001 – der Terrorangriff auf die Zwillingstürme des World Trade Center in Manhattan -, sind längst politisch, moralisch, medial, und literarisch aufgearbeitet aber noch nicht vollends verdaut worden.

Bei Durchsicht des großen Literaturangebotes bot sich ein frustrierendes Bild, das lediglich Chaos hinterließ.

Chaos angesichts der Nähe des Ereignisses, deren Bilder noch immer im Gedächtnis verhaftet sind.

Die Lektüre der Bücher oder Sichtung von Filmmaterials löste ein gewisses Unbehagen aus, das nicht eindeutig verortet werden konnte. Erst Jean Baudrillards Buch „Der Geist des Terrorismus“ spendete gewisse Genugtuung, wenn nicht eine Art Trost und dies obwohl die Entstehung des Buches einem Artikel folgt, der bereits am 30.November 2001 unter gleichen Namen im Le Monde veröffentlicht worde und sich keineswegs „auf die Selbstverständlichkeit des Mitleids mit den Opfern und der Betroffenheit über diesen terroristischen Akt beschränkte.“1

Vielmehr blickt Baudrillard, halb philosophisch, halb literarisch, meist analytisch auf die Ereignisse des 11. September 2001 und sucht Gründe und Perspektiven zu entwickeln und das Chaos zu ordnen, dass durch die Informationsflut gesandt worde. Ganz Soziologe erfasst er mit seinen hoch entwickelten „gesellschaftsanalytischen Instrumentarium“2 das Ganze. Er bietet seine Sicht des Ganzen an, ohne sich aufzudrängen. Es sind Gedankenströme denen wir aufgrund der brillianten Wort und Gedankenführung leicht folgen können. Das Buch verdankt sich dem Wunsch Baudrillards zum ersten Mal die wichtigsten seiner zerstreuten Texte und Stellungnahmen zum 11.September 2001 zusammenzuführen.3

Jean Baudrillard gehört nicht zuletzt wegen seiner eindringlichen Beschäftigung mit dem Terrorismus, bereits seit den 70er Jahren, zu den einflussreichsten aber auch umstrittensten Theoretikern der Informationsgesellschaft.

Ralf Bohm kritisiert in seinem Buch Fuder die Radikalität Baudrillards Thesen und seine unwissenschaftliche Herangehensweise. Andere sehen in ihm einen Hochstapler, der mit seinem mystifizierenden Sprachstil und seiner bestechenden Rhetorik den Leser in die Irre führt.4

[...]


1 Editorische Notiz; S.97; Z.6 ff.

2 vgl. S.97; Z. 13.

3 vgl. S.98; Z. 1 ff.

4 Vgl.: Venus, Jochen: Referenzlose Stimulation?, S. 8 f.

Details

Seiten
6
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640128587
Dateigröße
652 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v112020
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
2
Schlagworte
Terroranschläge September Bildtheorie Simulation Jean Baudrilliard

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Titel: Die Terroranschläge des 11.September und die postmoderne Bildtheorie der Simulation von Jean Baudrilliard.