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Zur sozialen und wirtschaftlichen Situation der Frauen im spätmittelalterlichen Köln

Hausarbeit (Hauptseminar) 2006 29 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die spätmittelalterliche Stadt Köln

3. Die Rolle der Frau in der spätmittelalterlichen Stadt

4. Die soziale und wirtschaftliche Situation der Frau im spätmittelalter-lichen Köln
4.1 Die soziale und rechtliche Stellung der Frau in Köln
4.2. Zur wirtschaftlichen Lage der Frau in Köln
4.2.1 Frauenzünfte
4.2.2 Frauen in anderen Zünften
4.2.3 Frauen und Handel
4.2.4 Klosterfrauen und Beginen
4.3 Die Verdrängung der Frau aus dem wirtschaftlichen Leben

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Zu der Zeit des Spätmittelalters gab es viele wirtschaftliche und soziale Veränderungen, vor allem in den Städten, in Deutschland, aber ebenso in anderen europäischen Ländern. Handel und Handwerk waren prägend für die Städte, die einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebten, welcher die Menschen vom Land in die Stadt strömen ließ. Auch oder besonders die Stadt Köln spielte eine wesentlich wirtschaftliche Rolle. Von ihr sind besonders viele historische Quellen erhalten geblieben und historisch erforscht worden. Für die Forschung wichtig und interessant geworden sind, spätestens seit Karl Büchers Arbeit „Die Frauenfrage im Mittelalter“ zu Beginn des letzten Jahrhunderts, die Frauen und ihre wirtschaftliche, aber auch ihre rechtliche und soziale Stellung im Mittelalter. Die Situation der Frau wurde bereits in der historischen Literatur anhand der vorhandenen Quellen untersucht.

In dieser Arbeit soll dargestellt werden, wie die soziale und rechtliche Lage der Kölner Frauen zur Zeit des Spätmittelalters ausgesehen hat. Auch hierzu wurden Untersuchungen, vor allem von Margret Wensky, bereits unternommen, die für diese Arbeit herangezogen werden. Zu Beginn wird ein kurzer Überblick über die historische, wirtschaftliche und politische Situation des spätmittelalterlichen Kölns gegeben. Im Anschluss daran soll die Rolle der Frau im Spätmittel-alter allgemein betrachtet werden, um die Stellung der Kölner Frau besser einordnen zu können. Wie sahen ihre damaligen sozialen Rechte aus in der spätmittelalterlichen Stadt und inwiefern konnte sie wirtschaftlich tätig werden? Im darauf folgenden Schwerpunkt wird zunächst die rechtliche und soziale Situation der Kölnerin aufgezeigt. Welche Rechte hatte sie als Ehefrau, konnte sie Bürgerin der Stadt mit allen Rechten werden, wie war das Erb- und Testamentsrecht in Köln geregelt, was hatte die Frau bei strafrechtlicher Verfolgung zu erwarten und besaß sie ein Recht auf Bildung? Die wirtschaftliche Stellung der Frau in Köln soll in einem nächsten Punkt betrachtet werden, wobei zunächst ein Überblick zu der Arbeit und dem Aufbau der Frauenzünfte, die in Deutschland nur in Köln vorhanden waren, gegeben wird. Danach wird die Situation der Kölnerinnen in den Zünften, in denen Männer und Frauen arbeiteten, dargestellt. Der Handel spielte gerade für das spätmittelalterliche Köln eine entscheidende wirtschaftliche Rolle. Inwiefern waren Frauen direkt oder indirekt am Kölner Handelsgeschehen beteiligt? Dieser Frage soll in einem weiteren Punkt nachgegangen werden, um anschließend noch auf die Lage der „religiösen“ Frauen in Köln, also der Nonnen und vor allem der Beginen, einzugehen. Im letzten Abschnitt der wirtschaftlichen Stellung von Frauen erfolgt die Darstellung der allmäh-lichen Verdrängung der Frau aus dem wirtschaftlichen Leben, die schon in der Zeit des Spätmittelalters begann und sich darüber hinaus in der Neuzeit noch verstärkte. Die Arbeit wird mit einem Fazit abgeschlossen.

2. Die spätmittelalterliche Stadt Köln

Die Stadt Köln galt bis ins 16. Jahrhundert als die wichtigste und „universellste“ deutsche Handels- und Gewerbestadt, welche mit über 40000 Einwohnern zu der einwohnerstärksten deutschen Großstadt im Spätmittelalter zählte. Seit dem 12. und 13. Jahrhundert gehörte sie zu einer der größten Wirtschaftszentren in Europa, vor allem, weil sie „aufgrund einer günstigen geographischen Lage eine wichtige Stellung im See- und Transithandel erworben“[1] hatte. Köln war auch unter anderem ein Zentrum für die Metallherstellung und deren Verarbeitung, die Tuchproduktion und die Färberei. Die Stadt „stieg Ende des 14. Jahrhunderts zur führenden Seidenstadt nördlich der Alpen auf“[2]. Ein Siebtel bis ein Fünftel der Kölner Stadtbewohner war während des 14. und 15. Jahrhunderts im Textilgewerbe tätig. Zudem hatte die Stadt im Spätmittelalter eine führende Position im deutschen Fernhandel und Exportgewerbe. „Der Rhein und die anderen Handelswege versorgen die Stadt mit Rohstoffen und ermöglichen so die auch zum Teil für den Export bestimmte Produktion der Kölner Handwerker; Handel und Verkehr stellen die wichtigsten Einnahmequellen der Stadt dar.“[3] Für den Handel im Nordseeraum war die „Kölner Hanse“ führend.[4]

Der Klerus spielte sowohl wirtschaftlich als auch geistlich eine tragende Rolle[5]. Zur Zeit des Spät-mittelalters kamen sehr viele christliche Pilger nach Köln, das viele Kirchen[6], Klöster und den Kölner Dom besitzt, welcher ein besonderer Anziehungspunkt für Menschen aus verschiedenen Ländern war und in dessen Vorhallen und Kreuzgängen auch schon mal Verkaufs- und Markt-stände aufgeschlagen wurden.[7]

Die prächtigen Gebäude der Stadt, wie z.B. der Ratsturm oder der Kölner Festbau Gürzenich, der von 1441-1447 gebaut wurde, aber vor allem auch die vielen Steinbauten weisen auf den Reichtum und die Macht seiner damaligen Bürger hin. Das Kölner Rathaus, in dem die Verwal-tung und die Organisation von Handel und Verkehr von den Ratsherren und Beamten durchge-führt wurden, lag nicht wie in vielen spätmittelalterlichen Städten am Marktplatz, also dem Zentrum der Stadt, sondern im bis 1423 von Juden bewohnten Viertel. Schon in der Zeit der Römer lag hier die Verwaltung. Die Kölner Stadtbefestigung, deren Bau 1179 begonnen wurde und 1259 „einigermaßen“ fertig gestellt war, galt im Mittelalter als das größte Bauunternehmen des Heiligen Römischen Reiches. „[S]ie umfaßte über 50 Türme, 12 landseitige, teilweise durch Doppeltürme gesicherte Tore und 22 Pforten der Rheinmauer.“[8][9]

Das Marktleben von Köln wurde im Spätmittelalter zunehmend umstrukturiert: Die offenen Hallen und die mobilen Marktbuden und –stände verlagerten sich immer mehr in die zünftischen und städtischen Kaufhausbetriebe. „Die Ausbildung des komplizierten indirekten Steuersystems der Stadt mit seinen zahlreichen Verbrauchs- und Umsatzsteuern sowie der systematisch ausgebaute Stapel erforderten ein hohes Maß an Zentralisierung“[10].[11]

Köln war zur Zeit des Spätmittelalters eine freie Stadt. Dies bedeutet, dass nicht der König, sondern ein Bischof alleiniger Stadtherr war. Viele freie Städte, so auch Köln, emanzipierten sich im Laufe der Zeit aber zunehmend von ihren jeweiligen Stadtherren.[12] In Köln trug vor allem der Handel zu der Möglichkeit eines Konflikts mit dem Erzbischof bei, welcher „stadtkölnische Unabhängigkeit erlaubt. In ihm ist das starke Selbstbewußtsein der Kölner Bürgerschaft verankert.“[13].[14]

Köln besaß auch das älteste Patriziat, das sich mit der so genannten „Richerzeche“ (nachweisbar seit 1180) in der Stadt etablierte. Sie war „das erste autogene kommunale Selbstregierungsorgan“[15], welches sich aus der reichen Oberschicht von reichen Kaufleuten, Schöffen und Ministerialen und einer jüngeren Kaufleuteschicht zusammensetzte. Die Richerzeche war für die Kontrolle von Handel und Gewerbe und die Verleihung des Zunftzwangs verantwortlich. Neben diesem Verwaltungs-gremium gab es noch zwei weitere Organe: Zum einen das mit der Richerzeche eng zusammen-arbeitende Schöffenkollegium, welches schon seit 1103 nachweisbar ist und „dem die oberste städtische Gerichtsbarkeit oblag“[16] . Zum anderen der 1216 gegründete Stadtrat, der eigentlich als Gegenbewegung zu den beiden Gremien des Patriziats vom damaligen Erzbischof eingesetzt wurde. Dieser war aber bereits zum Ende des 13. Jahrhunderts durch Patrizier besetzt. Der bürgerliche Rat trug die Verantwortung für die Organisation der Stadt und die Wahrung der Rahmenbedingungen, die in einer solchen Großstadt notwendig waren. Zu Beginn des 14. Jahr-hunderts war dieser Rat zu der bedeutendsten kommunalen Regierungsbehörde aufgestiegen. Nur das Wahlrecht der zwei Bürgermeister blieb bei der Richerzeche. 1370 wurde die Richer-zeche aufgelöst. Die Stadtherrschaft der Patrizier überstand noch den Weberaufstand von 1370/71 und 1375 den Schöffenkrieg. Doch 1396 wurde das Patriziat in Köln durch die neue Verfassung des „Verbundbriefes“ der Zünfte, die bis dahin von den Geschlechtern politisch abhängig gehalten worden waren, beendet. Es gab nun 22 so genannte Gaffeln, auf die sich 50 Gewerbezünfte verteilten. Die politische Macht lag in den Händen des Stadtrates. Die Patrizier mussten sich in eine der fünf für sie vorgesehenen Gaffeln einschreiben, welche später auch Ritterzünfte genannt wurden. Der politische Einfluss der Geschlechter war zunächst noch durch das Schöffenkollegium vorhanden, welches aber 1448 auch für andere Schichten geöffnet wurde. 1475 wird Köln formell aufgrund seiner Erfolge im Neusser Krieg zur freien Reichsstadt ernannt, obwohl sich die Stadt schon 1288 von der bischöflichen Herrschaft weitgehend befreit hatte.[17]

Neben der Oberschicht, zu der die Patrizier gehörten, gab es in Köln auch eine obere Mittelschicht der Kaufmänner und Handwerker aus den Zünften. „Es gab reiche und arme Zünfte und eine fühlbare soziale Differenzierung innerhalb der einzelnen Zünfte, dir durch den Zusammenhalt in der Zunft als Gruppe etwas ausgeglichen worden sein mag.“[18] Die Krämer, die Handels- und Verkehrsarbeiter, die Altwarenhändler, die Akziseeinnehmer, die Unterkäufer und die Boten zählten zu der unteren Kölner Mittelschicht. In der Unterschicht waren die Bettler und Armen, Dirnen und Spielleute. „1403 wurden in Köln etwa 1400 Bedürftige gezählt.“[19][20]

3. Die Rolle der Frau in der spätmittelalterlichen Stadt

Mit der zunehmenden Bedeutung der Städte sowohl im politischen, als vor allem auch im wirt-schaftlichen Bereich seit dem 12. Jahrhundert kam es zu der Bildung eigenständiger städtischer Rechtskreise und damit auch zu einer Veränderung der rechtlichen Situation von Frauen.[21]

Grundsätzlich unterstand die Ehefrau der Vormundschaft ihres Mannes. Es gab aber nur wenige Städte[22], welche für die Frauen die vollständige Unterstellung unter die Ehe- bzw. Geschlechts-vormundschaft anwandten. In Regensburg und München gab es diese Vormundschaft für die Frau gar nicht. Nach den Stadtrechten einiger Städte[23] konnten allein stehende Frauen sogar frei entscheiden, ob sie sich vor Gericht selbst oder durch einen Vormund vertreten lassen wollten. In anderen Städten[24] brauchten unverheiratete Frauen nur noch vor Gericht einen Vormund. Daraus wird deutlich, dass die rechtliche Stellung der Frau „im späten Mittelalter von einer Fülle von Einzelregelungen, Sonderrechten und Privilegien bestimmt“[25] war, welche sich von Stadt zu Stadt unter-schied. Dabei spielte die Größe, Art und geographische Lage der Stadt eine entscheidende Rolle. Es ist daher nicht möglich, ein einheitliches Bild über die Frau in der spätmittelalterlichen Stadt zu erstellen.[26]

Für die Städte typisch war die Kernfamilie (Ehepaar mit Kindern), die in der Zeit des Spätmittel-alters zunehmend an Bedeutung gewann und durch die auch die Ehe ein stärkeres Gewicht, insbesondere für die Stellung der Frau, bekam. Die herrschaftliche Gewalt des Hausherrn über die gesamte im Haus lebende Familie wurde allmählich „von der Vorstellung eines Schutzverhältnisses und der ehelichen Genossenschaft“[27] abgelöst. Allerdings blieb der absolute Gehorsam gegenüber dem Ehemann auch in den Städten wichtigstes Gebot für die Frau. Ebenso galt der Ehebruch einer Frau immer noch schwerwiegender als der eines Mannes und die Tochter hatte sich der Auswahl des Ehemannes durch die eigenen Eltern zu fügen. Der städtischen Ehefrau boten sich aber auch neue Möglichkeiten: Da Familie und Handwerk in der Stadt meistens unter einem Dach untergebracht waren, kam es oft dazu, dass anstatt der Gesellen, welche extra eingestellt werden mussten, die Familienmitglieder, meistens die Ehefrau, im familieneigenen Betrieb arbeiteten bzw. aushalfen. In vermögensrechtlicher Hinsicht hatte die Ehefrau in der Stadt nur wenige Optionen: Sie konnte nicht wie ihr Mann frei über ihr Vermögen bestimmen, sondern nur mit seiner Erlaubnis. Anders sah dies bei selbständigen Handelsfrauen aus, ob ledig oder verheiratet: Sie durften ihren Besitz eigenständig verwalten. Erst im Zuge der Gütergemeinschaft und der daraus resultierenden gemeinsamen ehelichen Verfügungsgewalt, die im Spätmittelalter immer öfter angewandt wurde, besserte sich die vermögensrechtliche Lage für einige Frauen.[28]

Frauen hatten in den Städten unter bestimmten Bedingungen, wie z.B. Grund- und Bodenbesitz und Steuerzahlungen, die Möglichkeit, Bürgerinnen der Städte zu werden. Der weibliche Anteil von Stadtbewohnern mit Bürgerrechten lag in manchen Städten bei bis zu 35%. Dies wird aus den damaligen Steuerlisten ersichtlich. Im politischen Bereich besaßen die Frauen dagegen das ganze Mittelalter über und auch noch in der Neuzeit keine Rechte.[29]

Bezüglich des Erbrechts lässt sich auch, - wie in vielen anderen Bereichen -, keine allgemein-gültige Regelung für spätmittelalterliche Städte festhalten. Beim Tod des Ehemannes wurden zwischen einer kinderlosen Ehe und einer solchen mit Kindern meist differenziert und auch für die verschiedenen Vermögensteile eigene Bestimmungen getroffen. Die Vormundschaft der Kin-der ging an den nächsten männlichen Verwandten väterlicherseits. Tochter und Sohn waren aber erbrechtlich betrachtet oftmals gleichberechtigt.[30]

Durch die Entwicklung des Handels und der damit wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung und dem Aufschwung der Städte, in die immer mehr Menschen zogen, nahmen auch Frauen zuneh-mend am städtischen Arbeits- und Wirtschaftsleben teil. In der historischen Forschung ist bis heute umstritten, ob es einen Frauenüberschuss in den spätmittelalterlichen Städten gegeben hat, welcher zu einem Erwerbstätigkeitszwang für Frauen aufgrund materieller Not und damit zu einer vermehrten Frauenarbeit geführt haben soll. Karl Bücher, der sich als Erster in seiner Arbeit „Die Frauenfrage im Mittelalter“ zu Beginn des letzten Jahrhunderts mit der Frauenarbeit im Mittelalter beschäftigte, ging von einem Frauenüberschuss von bis zu 20% in den Städten des Spätmittelalters aus. Dieses Ergebnis ist „inzwischen dank einer Reihe neuerer Untersuchungen relativiert worden“[31]. Der heutige Forschungsstand lässt weder einen übermäßigen Frauenüberschuss noch das Gegenteil zu.[32]

Im Bereich des Handels bot sich Frauen, meistens aus den wohlhabenden Schichten, die Option, als Handelsfrau tätig zu werden. Sie fand man vor allem in den Großstädten. Es gab Händler-innen im Bereich des Klein-, Einzel-, Groß- und Fernhandels. In der Stadtgeschichtsforschung wuchs das Interesse für den Alltag der Frau im Handels- und Geldgeschäftsbereich erst in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Dies zeigt sich unter anderem dadurch, dass das Wort Kauffrau (lateinisch: mercatrix) „als Pedant zum Kaufmann nicht durchgängig anerkannt ist“[33]. Die Kauffrau des Spätmittelalters war meistens Mitglied in Familienhandelsgesellschaften. Erst im 14. und 15. Jahr-hundert fing die „große Zeit“ der Fernhändlerinnen in Europa an, welches sich anhand etlicher historischer Quellen, wie z.B. an Gesellschafts- und Handelsverträgen mit weiblicher Beteiligung, belegen lässt. „[Frauen im Groß- und Fernhandel betreiben am häufigsten] Im- und Export mit Textilwaren, Wolle, Seide, Metallwaren, Gewürzen und Wein.“[34] Trotzdem war diese Form des Handels für die Frau auf die wichtigsten Fernhandels- und Exportgewerbezentren, wie z.B. Köln, beschränkt. Der Fernhandel galt darüber hinaus als eher untypisch für die Frau, weil auch im Spätmittelalter die Vorstellung vorherrschte, dass das weibliche Geschlecht hausnah bei Mann und Familie tätig sein sollte. Handelsfrauen hatten, wie bereits erwähnt, „[w]eitgehende Möglichkeiten, finanzielle Verpflichtungen einzugehen, gerichtliches Zeugnis zu geben [und] ihre Angelegenheiten selbständig zu führen“[35]. In den Städten, vor allem auch in den kleineren Kommunen waren viele Klein- und Kleinst-händlerinnen („Krämerinnen“ oder „Hökerinnen“) anzutreffen, die ihre Waren, z.B. Lebensmit-tel, aus dem direkten Umland bezogen und anboten. Der Beruf der Hökerin eignete sich für die Frau, weil er neben dem Haushalt gut auszuführen war.[36]

[...]


[1] Uitz, Erika: Die Frau in der mittelalterlichen Stadt. Stuttgart: Abend 1988, S. 33 (im Folgenden: Uitz 1988).

[2] Isenmann, Eberhard: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter : 1250 – 1500. Stadtgestalt, Recht, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft. Stuttgart : Ulmer 1988, S. 351 (im Folgenden: Isenmann 1988).

[3] Leiverkus, Yvonne: Köln. Bilder einer spätmittelalterlichen Stadt. Köln: Böhlau Verlag 2005, S. 118 (im Folgenden: Leiverkus 2005).

[4] Vgl. Wensky Margret: Frauen in der Hansestadt Köln im 15. und 16. Jahrhundert. In: Vogel, Barbara und Ulrike Weckel (Hrsg.): Frauen in der Ständegesellschaft. Leben und Arbeiten in der Stadt vom späten Mittelalter bis zur Neuzeit. Hamburg: Krämer 1991, S. 49 (im Folgenden: Wensky 1991); vgl. auch Leiverkus 2005, S. 40, 118; vgl. Isenmann 1988, S. 31, 278, 351, 352, 369; vgl. Ennen, Edith: Frauen im Mittelalter. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. München: Beck 1991, S. 157f. (im Folgenden: Ennen 1991); vgl. Uitz 1988, S. 33, 38.

[5] Im späten Mittelalter besaß die Geistlichkeit 20-30% des Städtischen Grunds (vgl. Isenmann 1988, S. 214). „Der Anteil des Klerus am Kölner Weinaufkommen im Spätmittelalter betrug 10-20%, der Anteil an der Bierproduktion in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts 21-27%.“ (Isenmann 1988, S. 215.)

[6] Vgl. hierzu auch Isenmann 1988, S. 211.

[7] Vgl. Leiverkus 2005, S. 81f.; vgl. Isenmann 1988, S. 59.

[8] Isenmann 1988, S. 48.

[9] Vgl. Ebenda, S. 48, 57; vgl. Leiverkus 2005, S. 82, 172f., 221.

[10] Isenmann 1988, S. 62.

[11] Vgl. Ebenda.

[12] In Köln gab es schon vor dem Spätmittelalter Bestrebungen einer kommunalen Bewegung: 1074 fand der Aufstand gegen den damaligen Erzbischof Anno statt (vgl. Isenmann 1988, S. 278).

[13] Leiverkus 2005, S. 340.

[14] Vgl. Isenmann 1988, S. 111, 278; vgl. Leiverkus 2005, S. 340.

[15] Isenmann 1988, S. 278.

[16] Ebenda.

[17] Vgl. Isenmann 1988, S. 111, 153f., 278ff., 303, 317, 318; vgl. Leiverkus 2005, S. 340; vgl. Ennen 1991, S. 154, 158f..

[18] Ennen 1991, S. 159.

[19] Ebenda.

[20] Vgl. Ebenda, S. 158f..

[21] Vgl. Wolf-Graaf, Anke: Die verborgene Geschichte der Frauenarbeit : eine Bildchronik. Weinheim; Basel: Beltz 1983, S. 30 (im Folgenden: Wolf-Graaf 1983).

[22] Z.B. in Mühlhausen und Lübeck [vgl. Ketsch, Peter: Frauen im Mittelalter. Band 2. Hrsg. von Annette Kuhn. Düsseldorf: Schwann-Bagel 1984, S. 182 (im Folgenden: Ketsch 1984)].

[23] Z.B. in Goslar und Magdeburg (vgl. Ketsch 1984, S. 183f.).

[24] Z.B. in Augsburg (vgl. Ketsch 1984, S. 182f.).

[25] Opitz, Claudia: Frauenalltag im Spätmittelalter (1250-1500). In: Duby, Georges und Michelle Perrot: Geschichte der Frauen. Band 2. Mittelalter. Hrsg. von Christiane Klapisch-Zuber. Frankfurt/New York: Campus Verlag 1993, S. 285 (im Folgenden: Opitz 1993).

[26] Vgl. Ketsch 1984, S. 178f., 182ff.; vgl. Isenmann 1988, S. 293f.; vgl. Engel, Evamaria und Frank-Dietrich Jacob: Städtisches Leben im Mittelalter. Schriftquellen und Bildzeugnisse. Köln: Böhlau Verlag 2006, S. 235 (im Folgenden: Engel/Jacob 2006); vgl. Opitz 1993, S. 285; vgl. Ennen 1991, S. 143.

[27] Isenmann 1988, S. 293.

[28] Vgl. Ebenda; vgl. Ennen 1991, S. 134f., 138f.; vgl. Opitz 1993, S. 286f., 290, 300; vgl. Ketsch 1984, S. 179f..

[29] Vgl. Wolf-Graaf 1983, S. 30.

[30] Vgl. Isenmann 1988, S. 293f..

[31] Arnold, Klaus: Frauen in den mittelalterlichen Hansestädten Hamburg, Lübeck und Lüneburg – eine Annäherung an die Realität. In: Vogel, Barbara und Ulrike Weckel (Hrsg.): Frauen in der Ständegesellschaft. Leben und Arbeiten in der Stadt vom späten Mittelalter bis zur Neuzeit. Hamburg: Krämer 1991, S. 72 (im Folgenden: Arnold 1991).

[32] Vgl. Wolf-Graaf 1983, S. 30; vgl. Ennen 1991, S. 134f., 143, 145; vgl. Wensky, Margret: Die Stellung der Frau in der stadtkölnischen Wirtschaft im Spätmittelalter. Köln: Böhlau Verlag 1980, S. 2 (im Folgenden: Wensky 1980); vgl. Arnold 1991, S. 71f..

[33] Engel/Jacob 2006, S. 235.

[34] Wolf-Graaf 1983, S. 35.

[35] Ennen 1991, S. 135.

[36] Vgl. Uitz 1988, S. 182; vgl. Engel/Jacob 2006, S. 235; vgl. Wolf-Graaf 1983, S. 35; vgl. Opitz 1993, S. 314f.; vgl. Ennen 1991, S. 135; vgl. Isenmann 1988, S. 295f..

Details

Seiten
29
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640115013
ISBN (Buch)
9783640116072
Dateigröße
597 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v112302
Institution / Hochschule
Universität Bremen – Institut für Geschichte
Note
Schlagworte
Situation Frauen Köln Alltagsleben Stadt

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Titel: Zur sozialen und wirtschaftlichen Situation der Frauen im spätmittelalterlichen Köln