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Tropen & Neurone

Transzendentale, physiologische und sprachliche Korrelate von "Begriffen"

Diplomarbeit 2007 255 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Zur Methode

Einleitung
Begriff, Wissen, Erkenntnis
Die Erkenntnis der Erkenntnis

Zur Rechtfertigung
Begriffe und Transzendentales?
Begriffe und Neuronen?
Begriffe und Tropen?
Begriffe und Wahrheit

TEIL 1 – DAS ALLGEMEINE UND DAS BESONDERE

Allgemeines und besonderes Erkennen

Der Begriff des Mannigfaltigen

Analyse und Synthese von Begriffen

Verstand und Vernunft

Begriffe und Kants transzendentale Deduktion
Begriffe und Schematismus
Begriffe und Einbildungskraft

Kant und Sprache
Begriffe und Referenz

Das allgemeine Besondere und das besondere Allgemeine

TEIL 2 – DAS WESENTLICHE UND DAS UNWESENTLICHE

Wesentliches und unwesentliches Erkennen
Beobachtung und Beschreibung

1. Begriffe und Induktivität

2. Objekt und Subjekt
Der Begriff des Radikalen Konstruktivismus

3. Die Grenzen der Rezeptoren
Subjektive Sinnesphysiologie

4. Der Begriff der “undifferenzierten” Codierung

5. Der Ort und die Zeit der Begriffe

6. Gestalt und Konstanz

7. Begriffe und Analogien

Begriffe und wissenschaftliche Referenz

Das wesentliche Unwesentliche und unwesentliche Wesentliche

TEIL 3 – DAS EIGENTLICHE UND DAS UNEIGENTLICHE

Das Eigentliche uneigentlich sagen

Bedeutungen tropischer Verhältnisse
Symbol, Allegorie, Metapher oder Analogie?
Tropen in Verwendung

Die uneigentliche Rede als Methodik des „Als Ob“
Fiktionen und Irrtümer
Topik und Tropik

Zusammenfassung

Referenzen

Danksagung

Lebenslauf

Vorwort

...Und es gibt Wichtigeres im Leben als das, was in irgendeinem Glaubenssystem enthalten ist, einer Philosophie, einer Ansicht, einer Lebensform oder was auch immer, und deshalb sollte man nie dazu erzogen werden, Tag und Nacht in dem Sarg eines einzelnen Ideengebäudes zu schlafen, und ein Autor, der seinen Lesern seine Ansicht unterbreitet, sollte nie so kurzsichtig sein zu glauben, dass es weiter nichts zu sagen gibt. [Feyerabend P. K. (1995) Über Erkenntnis. 2 Dialoge. Fischer, Frankfurt a. M.]

Diese Arbeit handelt vom Aufhören. Von den Grenzen des „und sonst nichts“ und des „nichts anderes“, dem brauchbaren Beendigen der Trennung von „Denken“ und „Dichten“ durch eine

„unheilige Allianz“ von Tropen und Neuronen. Wie lässt sie sich aber anfangen?

Für einen Grenzgänger am Drahtseil einer begrifflichen „Hirnforschung“ zwischen den Disziplinen scheint dies eher exemplarisch angewandter Übersetzungstheorie1 gleichzukommen, denn einer vollständigen Erschließung und Auslotung aller beteiligten Wissensgebiete. Aus interdisziplinären Grenzerfahrungen und ihren Ambivalenzen kann ein »Begriff« vom »Begriff« erwachsen, der sich nicht durch Gegensätze begreifen lässt, sondern den man in einem „Dazwischen“ nur erahnen kann. „Begriffe“ und „Tropen“2 scheinen sich beide in einem Grenzbereich zwischen Disziplinen und Diskursen zu bewegen, in einem Niemandsland zwischen Erkenntnis und Erfahrung. Aber sind der „Begriff“, der Begriff der „Trope“ überhaupt interessant ? Dort, wo das Interesse am Begriff erstarkt, könnte etwas im Verschwinden begriffen sein.

"Durch sein außergewöhnliches Erkenntnisvermögen löst der Mensch, während er der Welt Sinn, Wert und Realität verleiht, gleichzeitig und parallel dazu einen Prozeß der Auflösung aus. ("Analysieren" bedeutet wörtlich "auflösen".) Wir müssen jedoch zweifellos noch weiter zurückgehen: bis zum Begriff und zur Sprache. Indem der Mensch sich Dinge vorstellt, sie benennt und in Begriffe faßt, sorgt er dafür, daß sie existieren, jagt sie jedoch gleichzeitig ihrem Verlust entgegen, löst sie auf subtile Weise von ihrer rohen Realität. [...] Der Moment, da eine Sache benannt wird, da sich die Vorstellung und der Begriff ihrer bemächtigten, ist eben jener Moment, da sie beginnt, ihre Energie einzubüßen – auf die Gefahr hin, zu einer Wahrheit zu werden oder sich als Ideologie aufzuzwingen. Dasselbe lässt sich auch vom Unbewußten und seiner Entdeckung durch Freud sagen. Der Begriff tritt in Erscheinung, wenn etwas zu verschwinden beginnt."3

Ist das Interesse am Begriff schon verschwunden, sodass sich Begriffe regen können, die ihn ersetzen oder hat sich die Philosophie seiner bemächtigt, weil er ihr sonst ent gehen würde? Was aber muss verschwinden, damit etwas begonnen werden kann?

Die denkerischen Ansätze von Friedrich Nietzsche, Paul de Man, Martin Heidegger, Gilles Deleuze, Jacques Derrida, Jean-Luc Nancy, Maurice Blanchot, Jean-François Lyotard, Michel Foucault oder Avital Ronell, thematisieren und kritisieren allesamt prominent, so verschieden sie sein mögen (aber nicht ausschließlich) die Beziehung „Wissen“, „Autor“, „Text“ und „Bedeutung“. Trotz des Vorwurfs der „postmodernen Spielereien“ und hitziger politischer Diskussionen um manche jener Autoren4 haben diese Thematiken in Bezug auf den „Begriff“ nichts an Aktualität eingebüßt. Für die Philosophie scheint der Begriff eine der wichtigsten und weitreichendsten Ansatzstellen zu sein.

„Es ist nur die Zeit gekommen, uns zu fragen, was Philosophie sei. Und wir haben dies schon früher unablässig getan und die stets gleiche Antwort gegeben: Die Philosophie ist die Kunst der Bildung, Erfindung, Herstellung von Begriffen.“5

Hat aber die Naturwissenschaft den Begriff (engl. concept) vergessen? Es scheint nicht so: In der Psychologie und der Kognitionswissenschaft ist von „Schemata“, „Merkmalen“,

„Repräsentationen“, „Prototypen“, „kohärenter Neuronenaktivität“, „Propositionen“ oder der Metapher als „kognitiver Mechanismus“ die Rede. Klassifikationen und Kategorisierungen des Denkens und Wahrnehmens und ihre Zusammenhänge scheinen nicht nur in der technischen Anwendung immer mehr zu einem prominenten Fokus der kognitiven Neurowissenschaften zu werden.

Ist nun ein Feld eröffnet worden, das sich die Naturwissenschaft und Philosophie weiterhin urbar machen könnten, um seine begriffliche Sprengkraft zu nutzen? Es scheint, als ob vielerorts die Abstände zwischen den Disziplinen sich verkleinern. Trotzdem gibt es Grund zur Annahme, dass der Dialog der Neurowissenschaft, Kognitiven Linguistik oder Kognitiven Psychologie mit der Philosophie noch viel fruchtbarer sein könnte, wenn sie sich darüber unterhielten, was ihre Begriffe nicht „wissen“. Die Empirische Forschung über Metaphern und Begriffe als Grundkonzeption menschlichen Denkens scheint trotz unterschiedlicher Programmatik zumindest „vergleichbar“interessiert zu sein. Es bleibt ein gewagtes Manöver, da ich nur unterstelle, dass sie beide gleich interessiert sein könnten.

Was weiß man über ein menschliches Gehirn, wenn man es im „Hirnkurs“ fachgerecht zu zerteilen lernt oder was „sagen“ krankhafte Veränderungen, die zu schweren Verhaltensdefiziten führen können, über dessen Funktionsweise „aus“? Als Medizinstudent weckte das relative

„Unwissen“ über diesen „Gegenstand“ Gehirn das Interesse, mehr über den Körperteil zu wissen, der gemeinhin für das Erleben einer bestimmten Person, also auch von einem selbst verantwortlich gemacht wird. Es stellte sich heraus, dass neben der Medizin noch einige andere Disziplinen dem Gehirn und den Phänomenen des Erlebens intensiv wissenschaftliche Aufmerksamkeit schenkten und schenken. Schlussendlich führte es zu der Erstellung eines irregulären interdisziplinären Diplomstudiengangs „Kognitive Neurowissenschaft“ aus Philosophie, Medizin, Psychologie und Biologie, um nicht Gefahr zu laufen von einer Sichtweise dogmatisch vereinnahmt zu werden. Es kann schwerlich erwartet werden, dass ein Student von vornherein weiß, welche Sichtweise die einzig

„richtige“, welche Beschreibung die einzig „adäquate“ für etwas sein mag, dessen Funktionsweise noch größtenteils unbekannt ist. Wenig hilfreich ist außerdem, dass Autoritäten aller Disziplinen bevorzugt die eigene Methodik und Erkenntnisse über die der anderen stellen. Philosophie als Mutterdisziplin erschien allein schon durch ihre lange Tradition im Umgang mit Erkenntnis- und Bewusstseinsproblemen „adäquat“, aber könnte man ohne einen Begriff von den experimentellen Methoden der Psychologie, den physiologischen und anatomischen Grundlagen der Medizin oder den Vergleichsstudien der Biologie diese anderen Sichtweisen und Ergebnisse „adäquat“ einschätzen?

Ohne einen Begriff von anderen Begriffen, ohne von der anderen Praxis zu „wissen“ bleibt ein interdisziplinärer Dialog einseitig, voll von Missverständnissen und Übersetzungsproblemen. Die Möglichkeit, am Wiener Institut für Neurophysiologie, am Institut für Neuroinformatik in Zürich sowie am Institut für Hirnforschung in Wien die Kriterien, Chancen und Limitationen wissenschaftlichen Arbeitens kennenzulernen, eröffnete einen Horizont des Gesprächs, der die philosophischen Herangehensweisen übersetzen half, aber nicht ersetzen konnte. Es half, nicht die Grenzen der „Wahrheit“, sondern die Grenzen der „Begriffe“ besser einzuschätzen.

Mein Begriff der „Kognitiven Neurowissenschaften“ greift auf das anfänglich breit angelegte interdisziplinäre Forschungsprogramm von M. S. Gazzaniga6 und George A. Miller7 zurück, welche auf die „kognitive Wende“8 vom Behaviourismus zum Kognitivismus Anfang der 60er mit einer gemeinsamen Anstrengung von Psychologie, Linguistik, Neurowissenschaft, Anthropologie und Philosophie antwortete. Diese Anfänge eines Kollaborationsvorhabens, das ab 1978 mit Unterstützung der Sloan Foundation universitätsübergreifend in den USA als interdisziplinäres Kommunikationsprogramm durchgeführt worden ist, waren noch nahe am heutigen Überbegriff

„Kognitionswissenschaft“ (Cognitive Science). Erst mit der Ausdifferenzierung von Methoden ergab sich eine Tendenz der „Kognitiven Neurowissenschaft“ zum empirischen Forschungsparadigma über neuronale Gehirnprozesse. Diese Tendenz und das Verhältnis Philosophie und Neurowissenschaft für die Erklärung der Natur menschlicher Erkenntnis scheint sich wieder zu einer zeitgemäßen Debatte auszuwachsen9:

„After all, the project of cognitive neuroscience is nothing less than the incorporation of what we are pleased to call human nature into the framework of science itself.“10

Theorien über die menschliche Natur mit referentiellen Bezügen auf empirisch-praktische Stichproben und deren Interpretation stellen eine Sichtweise dar, die mit philosophischem Denken, Rhetorik, Dichtung oder auch mit „Kunst“ als eine andere Herangehensweise eine strategische Partnerschaft eingehen könnte. Ich möchte Naturwissenschaft mit ihrem Anspruch, verlässliche Begriffe und klare Definitionen vorzugeben mit Philosophie vermengen, die sich eher auf die Begriffe selbst und ihre Bedeutungen, Analogien, Differenzen, Ähnlichkeiten, Unähnlichkeiten und Schwierigkeiten einlässt, da beide auf die Kunst der Begriffsverwendung angewiesen sind. Anzustreben ist ein Dialog im Bewusstsein, dass sie sich nicht gegenseitig ersetzen können.

Es mag weit hergeholt erscheinen, versuchsweise das „Gewölbe“ von Erfahrungswissenschaft und philosophischer Theorie mit dem „Schlussstein“ des figurativen Ausdrucks aus der Theorie der Rhetorik zu schließen – mit den Tropen. Die potentielle Verwirrung, welche die Nähe von referentiellem und figurativem Verständnis stiften mag, soll aber nicht als bloße Exzentrik gelten, sondern viel eher als taktische Notwendigkeit. Die Aufmerksamkeit, mit der ein Hybrid aus Philosoph und Naturwissenschaftler die Theorie der Rhetorik zu kultivieren gedenkt, baut auf der Einsicht, dass die eigenen Begriffskonstruktionen immer im „Werden“ sind, in Bewegung und von einer Ungenauigkeit zeugen, die entweder ignoriert oder als Chance begriffen werden kann. Allerdings scheint ein solches Eingeständnis nicht weniger trügerisch, nur weil man seine trügerischen Eigenschaften offen zur Sprache kommen lässt.11

In einem wiederholten Begriff, in einer wiederholten Geste einen „gebräuchlichen Sinn“ zu finden oder zu „erfinden“, mag vielleicht sowohl die Arbeit eines Künstlers als auch eines Wissenschaftlers erfordern. Gebrauchen Künstler, Wissenschaftler, Philosophen verschiedene Arten von Wiederholungen oder verwenden beide dieselben Werkzeuge der Unterscheidung, aber mit unterschiedlicher Betonung ? Sollte man sie strikt trennen, oder wird ihre Verwendung von „Ideen“ im Sinne von Denken durch die „gleichen“ Wiederholungen überhaupt erst ermöglicht? Vereint als temporäre Bewegung, koexistierend und sich wechselseitig mechanisch wie symbolisch bedingend, wie es Deleuze für das Verhältnis Differenz und Wiederholung beschreibt.

“Die eine dieser Wiederholungen betrifft das Selbe und verfügt über Differenz nur, insofern ihr diese entwendet und entlockt wird; die andere betrifft das Differente und umfasst die Differenz. Die eine besitzt feste Terme und Stellen, die andere umfasst wesentlich die Verschiebung und die Verkleidung. Die eine ist negativ und defizient, die andere positiv und exzessiv.“12

Diese scheinbaren Gegensätze von „materiell“ und „symbolisch“ sollen im Weiteren wiederholt einander angenähert, miteinander verschränkt werden. Die „Wiederholung“ als „Zirkularität“,

„Rekursivität“, „Rekurrenz“ oder „Selbstbezüglichkeit“, als Wiederholung die trennt, vereint, verstärkt, verbindet und verändert soll als wiederkehrender Faktor den Text durchziehen, da es darum geht, was sich in Begriffen überhaupt „wiederholt“.

Wenn ein Autor sich als Künstler und Dichter versteht, scheint er empfänglich für die Nähe von figurativer Sprache – aber ist das so verschieden von einem Autor der Wissenschaft, der seine Korrelationen in Stellung bringt? Aber egal, ob mit den Mitteln der Kunst, der Dichtung, der Philosophie oder der Naturwissenschaft, gerade ein selbstbezüglicher Ansatz darf die

„Unmöglichkeit“ nicht unerwähnt lassen, „dem rhetorischen Trug zu entfliehen, den sie denunziert“13, und muss eine Ahnung von der „Gefahr“ geben, „nur“ sich selbst abbilden zu wollen. Ahmen wir mit der (Natur)wissenschaft die Natur nur nach, oder interpretieren wir sie nach unseren Zwecken um?

„Was offenbaren uns die Dichter? Sie sagen uns nicht das Sein, sie ahmen es nur nach: ars imitatur naturam in sua operatione. Die Dichter machen sich die wesenhafte Vieldeutigkeit der Sprache zur eigenen Angelegenheit, und sie versuchen sie zu nutzen, um daraus weniger einen Überschuß an Sein als einen Überschuß an Interpretation zu gewinnen.“14

Zum Verhältnis von „Dichten“ und „Denken“ kann man auch andere Ansichten haben,15 und gerade aus der Vielfalt an Angeboten zum „Wesen“ des Denkens, Erkennens und der Sprache erwächst die Motivation, Gedanken zur Begriffsbildung zu wiederholen und ihnen in dieser Wiederholung eine bestimmte „Ordnung“ zu geben – ohne den Vorgang unbeachtet zu lassen, der diese Ordnung ermöglicht. Ich möchte die empirische Herangehensweise gemeinsam mit der philosophischen zu

Wort kommen lassen, um im Sinne der Bildung eines Begriffs zum Thema »Begriff« deren Unterschiede übergehen zu können:

Das Gemeinsame sehen. Nimm an, ich zeige jemandem verschiedene bunte Bilder, und sage: ’Die Farbe, die du in allen siehst, heißt ›Ocker‹. – Das ist eine Erklärung, die verstanden wird, indem der Andere aufsucht und sieht, was jenen Bildern gemeinsam ist. Er kann dann auf das Gemeinsame blicken, darauf zeigen. Vergleiche damit: Ich zeige ihm Figuren verschiedener Form, alle in der gleichen Farbe gemalt und sage: ’Was diese miteinander gemeinsam haben, heißt ›Ocker‹’. Und vergleiche damit: Ich zeige ihm Muster verschiedener Schattierungen von Blau und sage: ’Die Farbe, die allen gemeinsam ist, nenne ich ›Blau‹.“16

Diese Arbeit ist nicht als Beweisverfahren angelegt, sondern als Versuch einer Begriffsbildung per se. Eine Kritik am sprachlichen Ausdruck kann nicht vom sprachlichen Ausdruck abgeleitet werden, ohne zirkulär zu wirken. Kritik an der Erfahrung durch die Sinne – an

„Sinnlichkeit“ – kommt nicht ohne Sinnlichkeit aus. Die These soll kohärent verfolgt werden, dass Begriffsbildung und Verwendung, solange sie selbstreflexiv bleiben will, als uneigentlicher Begriff eines Begriffs, als Figur einer Figur, Text eines Textes, als „tropische Beziehung“ angelegt sein muss

– freilich um den hohen Preis ihrer buchstäblichen „Wahrheit“. Dahingehend soll Nietzsche zum

„Boden“ werden, um seine Tragfähigkeit zu überprüfen:

„Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen, kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, übertragen, geschmückt wurden und die nach langem Gebrauch einem Volke fest, kanonisch und verbindlich dünken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, dass sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, Münzen, die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als Münzen, in Betracht kommen.“17

Die hier vertretene Relativierung der Wahrheit oder deren untergeordnete Rolle ist aber eher als Flucht aus der Beliebigkeit denn in die Beliebigkeit konzipiert. Vom tropischen Verständnis von Wahrheit kann nur ausgegangen werden als eine Wiederholung philosophischer und empirischer Verweise, die der Interpretation von Denkeinheiten als uneigentlicher oder übertragener Ausdruck Vorschub leisten. Dies könnte sich aber als weniger „gefährlich“ für eine Konzeption von praktischer Wahrheit und empirischem Beweis herausstellen, als es den ersten Anschein hat.

Die exemplarisch gewählten Begriffssysteme stehen für den Versuch, „sinnvolle“ Verbindungen mindestens zweier Diskurse, mithin Gemeinsamkeiten herzustellen. Bei der Transzendentalphilosophie ist dies die Polarität von Sinnlichkeit und Vernunft, bei der Physiologie, die Dynamik von physikalisch-biochemischen Vorgängen und Funktionen, der Reizverarbeitung von Lebewesen, und in der Rhetorik die Herstellung von Gemeinsamkeit im Verhältnis Redner (Autor) und Zuhörer (Leser). Wo diese Unterscheidungen sinnvoll Grenzen setzen, verschieben oder ver setzen können, und wann der Begriff der Grenze sinn los zu werden scheint, gilt es herauszuarbeiten.

Ohne ein Aufhören macht die Wiederholung eines Anfangs keinen Unterschied.

Zur Methode

Die Bedeutung des Wortes ist das, was die Erklärung der Bedeutung erklärt. D.h.: willst du den Gebrauch des Wortes "Bedeutung" verstehen, so sieh nach, was man "Erklärung der Bedeutung" nennt.

[Wittgenstein L.(1953) Philosophische Untersuchungen. § 560, Suhrkamp, Frankfurt a. M.]

Diese Arbeit ist ebenso unüberraschend wie notwendigerweise in Worten (und wenigen Abbildungen) abgefasst. Es gibt drei wichtige Unterscheidungen, die auch die Lesart gewisser Worte in der ganzen Arbeit beeinflussen: 1. »Begriff« (und alle Wörter, die mit solchen » « Anführungszeichen versehen sind) wird als Ausdruck für eine „Denkeinheit“ definiert, in Abgrenzung zum Wort, das als Ausdruck für eine „Spracheinheit“ verwendet wird.18 Das Wort „Begriff“ stellt also eine Spracheinheit dar, die eine Denkeinheit bezeichnet. Diese terminologische Unterscheidung wird mit Erkenntnissen der empirischen Wissenschaft in Deckung gebracht:

„Wort ist eine Spracheinheit, die kleinste (atomare) Einheit der Syntax, die größte (maximale) Einheit der Morphologie. [...] Der Begriff ist die kleinste Einheit des Denkens, obwohl man sich Begriffe durchaus als strukturiert vorzustellen hat - und wird in der Psychologie und der künstlichen Intelligenz synonym mit

»Konzept« verwendet.“19

2. Wörter, die als sprachlicher „Begriff“ herausgehoben werden sollen, sind mit „ “ Anführungszeichen versehen. Entweder geschieht dies als Zitat bei der Einführung eines neuen

„Begriffs“, in Abgrenzung zur Bedeutung der „Denkeinheit“, oder um einen aktuellen skeptischen oder metaphorischen Umgang mit ihnen anzuzeigen. 3. Kursiv gesetzte Wörter sind entweder fremdsprachige Ausdrücke, Buchtitel, oder als betont zu verstehen.

Tritt das Wort Begriff ohne oder » « oder „ “ auf, ist in diesem Zusammenhang unentschieden, ob es sich auf eine Denkeinheit oder Spracheinheit beziehen soll und steht für beides.

Da sich die Form der Argumentation für diese Arbeit in Worten, Abbildungen und Sätzen vollzieht, die wiederum beobachtet und erkannt werden können, möchte ich die Genese der wörtlichen Begriffsbildung von »Begriffen« nicht unbeachtet lassen, sofern sie der Beschreibung von Erkenntnisprozessen dienlich ist. Das bezieht die etymologische Aufschlüsselung gewisser Worte mit ein, sowie die Geschichte ihrer Verwendung in den verschiedenen Disziplinen. Die Geschichte von

»Begriffen« als Spracheinheiten soll ebenso zum argumentativen Verlauf gehören wie die philosophischen oder empirischen Forschungsergebnisse.

„Tropen“ werden im linguistischen oder literaturwissenschaftlichen Sinne als Überbegriff für eine bestimmte Gruppe rhetorischer Sprachfiguren verwendet, zu der man im Allgemeinen u.a.

Metapher, Allegorie, Metonymie oder Synekdoche zählt.20

"Tropus, der, bzw. Trope, die: (gr. Wendung, Vertauschung) uneigentl. sprachl. Ausdruck, Ergebnis von Wortsetzung als 'Abwendung' eines Wortes (Bezeichnung) von seinem urspr. Inhalt (Bedeutung) u. ‚Zuwendung' zu einem neuen Inhalt. Nach Grad der 'Wendung', d.h. Begriffsverwechslung, teilt die Rethorik die zehn T. ein in 1. Grenzverschiebungs-T. bei denen Beziehung zwischen Gesagtem u. Gemeintem besteht (Periphrase, Emphase, Antinomasie, Synekdoche, Metonymie, Litotes, Hyperbel) und 2. Sprung-T., bei denen Gemeintes erst durch 'Sprung' faßbar wird, da Gesagtes und Gemeintes nicht unmittelbar benachbart ist (Metapher, Allgeorie, Ironie); im Gegs. zu dem bildhaften, uneigentl. T. dienen die reth. Figuren bes. Ausschmückung u.

Verlebendigung der sprachl. Aussage."21

Andere sprachliche Figuren wie die Frage, die Ellipse, Anapher oder der Chiasmus tasten die Bedeutung der einzelnen Worte im Gegensatz zu den Tropen meist nicht an.22 Welche sprachlichen Figuren genau zu den Tropen zu zählen haben und warum, ist fachlich nicht übereinstimmend ausgeführt.23 Zumeist werden aber die erstgenannten vier sowie die „Ironie“ angegeben. Ich ziehe es daher vor, e pluribus unum 24 den Überbegriff „Tropen“ für die subsumierten figurativen Ausdrücke zu verwenden, aber auch pars pro toto 25 jene Autoren in die Argumentation einzubeziehen, die sich besonders mit der „Metapher“ auseinandergesetzt haben. Die Bedeutungen der einzelnen Figuren und ihre Eigenschaften (Verschiebung oder Sprung) werden nur wenn erforderlich zur Sprache kommen.

Als ein „tropisches Verhältnis“ möchte ich eine Beziehung verstehen, die auf

„Uneigentlichkeit“ und nicht „Eigentlichkeit“, auf „Ersetzung“ und „Übertragung“ beruht, die immer etwas „anderes“26 meint, aber trotzdem verwendbar bleibt. Dieses „Andere“, „Unbekannte“ soll weder als gänzlich unerreichbares und unverstehbares „Fremdes“, noch als Verstehen aus reiner Selbstbezüglichkeit, als Ausdruck des Wille zur Bemächtigung des „Anderen“ gelten. Ohne es definitorisch nur dem Subjektiven oder einem „objektiven“ Fremdverstehen zuzurechnen, kann es in dieser Arbeit, das immer nur teilweise und schrittweise „berührt“ werden, als etwas schlichtweg immer neu zu Bestimmendes. Es soll der Frage nachgegangen werden, ob Eindeutigkeit („etwas wörtlich/eigentlich meinen“) oder Vieldeutigkeit („etwas anderes/uneigentlich meinen“) überhaupt eindeutig bestimmt werden können.

Man könnte die Metapher als beispielhaft für Tropen nehmen, wenn man sie als „Wort in einem Kontext“ definiert, „durch den es so determiniert wird, dass es etwas anderes meint, als es bedeutet“.27 Synekdoche und Metonymie werden z.B. klassisch durch die Art ihrer Vertauschung unterschieden, auch wenn die Grenzen untereinander und Metapher als graduell anzusehen sind.28 Die Synekdoche umfasst z.B. die Beziehungen Teil-Ganzes, Ganzes-Teil, Art-Gattung und die Metonymie jene von Ursache-Wirkung, Behälter-Inhalt, Autor-Werk, Ort-Akteure und überhaupt Raum- und Zeitzusammenhänge. Synekdochen betonen eher eine spezifische Qualität, Metonymien eher einen Zusammenhang. Von der Metapher unterscheidet beide, dass sie sich eher auf „faktische“ Zusammenhänge stützen, also auf „Kontiguität“. Die Metapher kann in ihren Ersetzungen freier verfahren.

Die Tropen kann man vereinfacht als „Strategie der Wortersetzung und Bedeutungsverschiebung“ ansehen (z.B. „Der Sultan belagerte Wien“ als pars pro toto einer Metonymie29, denn der Sultan hat sicherlich Wien nicht allein belagert. Er steht für das osmanisches Heer.30). Auch wenn der Begriff „Bedeutung“ problematisiert werden kann: „Etwas“ steht für „etwas anderes “.31

Der Prozess der „Übertragung“ von „etwas“ auf „etwas anderes“ soll hier als paradigmatisch für den Prozess des Erkennens und Denkens wiederholt werden. „Erkennen“ und „Denken“ werden als unterschiedlich aufgefasst, aber aufeinander bezogen, wobei ihr Verhältnis – vorausschickend – ebenso als tropisch interpretiert wird.

Sprache ist zugleich Methode und Untersuchungsgegenstand, zugleich Werkzeug und Werkstück, da die Untersuchung und Kommunikation von »Begriffen« eben sprachliche „Begriffe“ und deren Verwendung voraussetzt, besonders in der Formung und Formulierung von Erkenntnis über Erkenntnis. Im erkennenden Subjekt ist der »Begriff« des Wortes als Spracheinheit natürlich ebenso als eine Denkeinheit anzusehen. Ein Wort muss ja gedacht und wiederholt werden können. Die Trennung von Wort und Begriff streicht nur die These heraus, dass Worte nicht mit jenen Denkeinheiten ident sind, die sie bezeichnen.

Weiters muss das Verhältnis von Gegenstand und dem Sprechen über Gegenstände mit Begriffen, der sogenannten „Prädikation“, berücksichtigt werden. Für Kant ist der Unterschied von Gegenständen und Begriffen, die man auf Gegenstände anwenden kann, von fundamentaler Natur.32 Nach Kant gibt uns nur die Sinnlichkeit Gegenstände und liefert Anschauungen, der Begriff sei nur

„gedacht“ und beziehe sich nicht unmittelbar auf den Gegenstand, sondern nur auf andere Begriffe oder Vorstellungen. Das Problem (das sich durch die gesamte Arbeit ziehen wird) ist der Bezug einer gegenständlichen, sinnlich erfahrbaren, „äußeren“ Seite zu einer „inneren“ begrifflichen Seite des Denkens, mit der die erstere „erkannt“ werden kann. Kants Lösung, der ich mich anschließe, ist die Erkenntnis eines Gegenstands, der in der Vereinigung beider Seiten zu begreifen ist.

„Der Verstand vermag nichts anzuschauen und die Sinne nichts zu denken. Nur daraus, dass sie sich vereinigen, kann Erkenntnis entspringen.“33

Die Annahme einer Dualität von Begriff und Gegenstand ist durch die prädikative Natur der Begriffe nicht als ein quantitativer, sondern als qualitativer Unterschied angelegt, wie zwischen Element und Menge.34

Die Unterscheidung von Begriff und Gegenstand, Quantität und Qualität, von Element und Menge könnte sich aber als eine metaphorische Hilfskonstruktion herausstellen, da wörtliche

„Begriffe“ nicht etwas vollständig „Anderes“ darstellen, sondern zumindest auch gleichzeitig Denkeinheiten sein müssen. Wenn die innere Seite „erkannt“ oder reflektiert werden soll, verlagert sich der Bezug auf das Verhältnis von sprachlichem „Begriff“ zu gedanklichem »Begriff« oder von Denkeinheit zu Denkeinheit.35 Das Wort kann also in der Annahme, dass „Denken“ nicht ausschließlich sprachlich charakterisiert ist, zum „Gegenstand“ des Denkens erhoben werden. Worte können als „Begriffe“ von Denkeinheiten aufgefasst werden, die das Verhältnis zwischen Denkeinheiten als „Aussagen über“ oder „Ausdrücke von“ zusammenfassen können, aber auch als Gegenstände, auf die sich Denkeinheiten ihrerseits beziehen können.

Beides kommt bei der Erkenntnis von Erkenntnis selbst zum Tragen – im Nachdenken über die Beziehung von Sinnlichkeit und »Begriff« oder „Begriff“ und »Begriff«. Wichtig ist, dass durch die Vermittlung von Worten der »Begriff« ebenso als „Gegenstand“ nachvollzogen wird, auch wenn die Art des qualitativen oder quantitativen Unterschieds von „Begriff“ und »Begriff« noch unklar ist.

Aus dieser Unterscheidung ergibt sich auch die Verwendung des Wortes „Korrelat“ im Titel dieser Arbeit. Worte werden als „Korrelate“ zu »Begriffen« aufgefasst, nicht als naive, kausale Abbildungs- oder Identitätsbeziehung zu einer Denkeinheit, die sie bezeichnen. Es muss aber hinzugefügt werden, dass die Denkeinheit eines Wortes selbst irgendeinen Bezug zur Spracheinheit unterhalten muss – die Art und Weise dieses Bezugs gilt es hier herauszuarbeiten.

Wenn Gedanken keinerlei Bezug oder Verhältnis zur ihrem z.B. wörtlichen Ausdruck hätten, so wäre Kommunikation verunmöglicht. Aber wenn Worte mit Gedanken (oder »Begriffen«) gleichgesetzt würden, so wäre das Forschungsvorhaben einiger Disziplinen (z.B. der Wissenschaft der Zeichen, der Semiotik) gefährdet. Worte würden dann nichts mehr bezeichnen, sondern stünden für sich selbst und gingen in ihrer „Bedeutung“ nicht darüber hinaus. Es bliebe dabei aber ungeklärt, wie ein „Wort“ als »Gedanke« überhaupt zustande kommt, und was unter einem Wort dann überhaupt zu verstehen ist, schlicht: ob der Begriff »Wort« sich nicht zu erübrigen hat.

[...]


1 vgl. z.B. Holz-Mänttäri J. (1984) Translatorisches Handeln. Theorie und Methode. Annales Academiae Scientarum Fennicae. Ser. B 226. Helsinki oder Snell-Hornby, M. (Hrsg.) (1994) Übersetzungswissenschaft – Eine Neuorientierung. Zur Integrierung von Theorie und Praxis. Francke, Tübingen/Basel

2 Tropen werden hier in der Bedeutung einer Gruppe rethorischer Sprachfiguren gebraucht, und nicht im Sinne der strahlungsklimatische definierten Gebiete zwischen den beiden Wendekreisen (23,5 Grad nördlicher und südlicher Breite)

3 Baudrillard J. (2007) Warum ist nicht alles schon verschwunden? Lettre International, Nr. 77, Berlin S. 30-35 hier S. 30

4 z.B. Nietzsches Textrezeption im Nationalsozialismus, Paul de Mans journalistische Betätigung für eine belgische Kollaborationszeitschrift im 2. Weltkrieg oder Heideggers Position als Professor unter dem nationalsozialistischen Regime.

5 Deleuze G., Guattari F. (1996) Was ist Philosophie?, Suhrkamp, Frankfurt a. M. S. 6

6 Gazzaniga, M. S. (1995) (Ed.) The Cognitive Neurosciences. Cambridge, MIT Press

7 Miller G. A. (2003) The cognitive revolution: a historical perspective. TRENDS in Cognitive Sciences Vol.7 No.3 March 2003, S. 141-144

8 O'Donohue W., Ferguson K.E., Naugle A.E. (2003). The structure of the cognitive revolution. An examination from the philosophy of science. The Behavior Analyst, 26, 85-110., vgl. ebenso: Miller (2003)

9 vgl. Pauen M., Roth G. (Hrsg.)(2001) Neurowissenschaft und Philosophie, Fink/UTB für Wissenschaft, München sowie Sturma D. (Hrsg.)(2006) Philosophie und Neurowissenschaft. Suhrkamp, Frankfurt a.M.

10 Robinson D. (2007) Introduction. In: Bennett M., Dennett D., Hacker P., Searle J. (2007) Neuroscience & Philosophy.

Brain, Mind, & Language. Columbia University Press, NY S. vii

11 vgl. de Man P. (1988) Allegorien des Lesens. Suhrkamp, Frankfurt a. M. S. 158

12 Deleuze G. (1997) Differenz und Wiederholung. 2. Aufl., Fink, München S. 357

13 de Man (1988) S.159

14 Eco, U. (2000) Kant und das Schnabeltier; dtv, München S. 4

15 vgl. z.B. Heidegger M. (1954) Was ist heisst denken? Niemeyer, Tübingen 1997 sowie Manhartseder S. (2006) Dichtendes Denken – Zu Martin Heideggers »Wiederholung« des Anfangs; Dipl., Univ. Wien

16 Wittgenstein L. (1945), Philosophische Untersuchungen. Suhrkamp, Frankfurt a.M. (2003) § 72, S. 61

17 Nietzsche F. (1872) Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn. In: Colli G., Montinari M. (Hrsg.)(1980) Friedrich Nietzsche, Sämtliche Werke, Kritische Studienausgabe. München/NY Bd. 1, S. 876

18 vgl. Vater H., (2000) Begriff und Wort? Eine terminologische Klärung, Sprachreport 4/2000, Institut für Deutsche Sprache, Mannheim S.10-13; Frege, G. (1892) Über Begriff und Gegenstand. Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Philosophie 16, S. 192-205. in Frege (2002) Funktion, Begriff, Bedeutung. Fünf logische Studien. Max Textor (Hrsg.), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen S. 47-60 hier S. 53f; Morik K., (1993) Maschinelles Lernen. in: Görz, G. (Hrsg.) (1993) Einführung in die Künstliche Intelligenz; Addison-Wesley, Bonn S. 247-301 hier S.250f; Dudel J., Menzel R., Schmidt R. F. (1996) Neurowissenschaft. Vom Molekül zur Kognition. Springer S. 554 sowie Roth G. (1996) Das Gehirn und seine Wirklichkeit. Kognitive Neurobiologie und ihre philosophischen Konsequenzen. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1999 S. 188f

19 Vater (2000) S. 10 u. 12

20 vgl. Nünning A. (2004) Literatur- und Kulturtheorie. 3. Aufl., Metzler, Stuttgart S. 672, Schweikle G., Schweikle I. (1990) Literaturlexikon. 2. Aufl., Metzler, Stuttgart S. 477 sowie Lausberg H. (2000) Elemente der literarischen Rhetorik 10. Aufl., Max Hueber, Ismaning

21 Best O. F. (1994) Handbuch literarischer Fachbegriffe. Definitionen und Beispiele. Fischer, Frankfurt a. M. S. 572

22 vgl. Nünning A. (2004) Literatur- und Kulturtheorie. 3. Aufl., Metzler, Stuttgart S. 672

23 vgl. Strub C. (2004) Ordo troporum naturalis. Zur Systematisierung der Tropen. in: Fohrmann J. (Hrsg.)(2004) Rhetorik. Figuration und Performanz. Metzler, Stuttgart/Weimar S. 7-38. sowie Kurz, G. (2004) Metapher, Allegorie, Symbol. 5. Aufl., Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen S. 5

24 e pluribus unum (lat.) „Aus vielen Eins.“ vgl. Dennett D. C. (1993) Consciuosness Explained. Penguin, NY Kap. 8, „Review: E Pluribus Unum?“ S. 227ff sowie Dennett D. C. (1994). E Pluribus Unum? Commentary on Wilson & Sober: Group Selection. Behavioural and Brain Sciences . 17 (4) 617-618 auch (lat.) totum pro parte, „Das Ganze beschreibt einen Teil“, eine spezielle Form der Metonymie und Synekdoche als Gegensatz zum pars pro toto. vgl. Best (1994) S. 539

25 pars pro toto (lat.) „Ein Teil [steht] für das Ganze.“ bezeichnet eine spezielle Form der Metonymie und der Synekdoche.

26 vgl. Descombes V. (1982) Das Selbe und das Andere. Suhrkamp, Frankfurt a. M.; Böhler A. (2002) Unterwegs zu einer Sprach der Freundschaft. DisTanzen: Nietzsche-Deleuze-Derrida. Passagen, Wien; Askani T. (2006) Die Frage nach dem Anderen. Im Ausgang von Emmanual Lévinass und Jacques Derrida. Passagen, Wien; Kapsch E. (2007) Verstehen des Anderen. Fremdverstehen im Anschluss an Husserl, Gadamer und Derrida. Parados

27 Definition von H. Weinrich, zitiert nach Blumenberg. vgl. Blumenberg H. (2006) Theorie der Unbegrifflichkeit. Haverkamp A. (Hrsg.) Suhrkamp, Frankfurt a. M. S. 61

28 vgl. Kurz, G. (2004) Metapher, Allegorie, Symbol, 5. Aufl., Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen S. 85

29 die Grenzen zur Synekdoche (griech. Mitverstehen) als Bedeutungsverschiebung, als dem Ersetzen eines Ausdrucks durch einen zu seinem Bedeutungsfeld gehörenden engeren oder weiteren Ausdruck, sind fließend. vgl. Best (1994) S. 539 Klassisch unterschieden werden beide in durch die Art ihrer Vertauschungen

30 Im Falle der 2. Türkenbelagerung befand sich das osmanische Heer unter der Führung des Großwesirs Kara Mustafa. Sultan Mehmed IV. war persönlich am Schauplatz gar nicht anwesend. vgl. Kreutel R. F., Teply K. (Hrsg.)(1955) Kara Mustafa vor Wien. Das türkische Tagebuch der Belagerung Wiens 1683, verfasst vom Zeremonienmeister der Hohen Pforte. Bd. 1, Styria, Graz 1982

31 vgl. „aliquid stat pro aliquo“ = „etwas steht für etwas anderes“: ein Grundsatz der Zeichentheorie der modernen Semiotik, da ein Zeichen immer für etwas anderes steht und der schon in der mittelalterlichen Scholastik gebräuchlich war.

32 vgl. Kant I. (1781/1787) Kritik der reinen Vernunft. Reclam, Ditzingen S. 80, S. 120f, S. 138f, S. 400 [B 33/A 19; B 74f./ A 50f.; B 93f./A 68f.; B 377/A 320]

33 Kant (1781/1787) S. 120 [B 74/A 50]

34 vgl. Baumann P. (2002) Erkenntnistheorie. Metzler, Stuttgart S. 90

35 Voraussetzung ist noch einmal, dass die gedankliche Einheit nicht ausschließlich sprachlich definiert wird.

Details

Seiten
255
Jahr
2007
Dateigröße
2.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v112509
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
1
Schlagworte
Tropen Neurone

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Titel: Tropen & Neurone