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Interkulturelle Kommunikation, Interkulturelles Lernen, Interkulturelle Semantik

Konzeptionelle, didaktisch-methodische Betrachtungen am Beispiel des Lehrwerks "Sichtwechsel neu"

Hausarbeit (Hauptseminar) 2007 28 Seiten

Didaktik - Germanistik

Leseprobe

Inhalt

1 Irrgarten Interkulturalität

2 Interkulturelle Kommunikation aus sprachwissenschaftlicher Perspektive
2.1 Interaktionen: kulturkontrastive und linguistisch-interaktionistische Ansätze zur Beschreibung Interkultureller Kommunikation
2.2 Konsequenzen für die Unterrichtspraxis im Fach Deutsch als Fremdsprache

3 Interkulturelles Lernen und kulturspezifische Semantik im Lehrwerk Sichtwechsel neu
3.1 Aufgaben zur Sensibilisierung für eigene und fremde Wirklichkeitskonstruktionen
3.2 Aufgaben zur Vermittlung von Strategien zur Erschließung fremdkultureller Sprach- und Bedeutungsmuster
3.3 Kulturvergleich und Perspektivenwechsel

4 „Irren mit System“: Sichtwechsel neu, ein Wegweiser

5 Literatur
5.1 Lehrwerk
5.2 Forschungsliteratur

1 Irrgarten Interkulturalität

Ein Freund aus Frankreich aus ’nem kleinen Dorf wollte uns in Bremen besuchen. Als er am Bahnhof ankam, sah er die Taxen dort stehen, da stand dran “Taxi frei“. Er stieg in das Taxi ein, ließ sich zu uns fahren und als er ausstieg, ging er weg, sagte „Tschüß“ und da sagte der Taxifahrer „Sie müssen noch bezahlen!“. „Wieso?“, sagte er, „steht doch dran: Taxi frei.“[1]

„[K]ritische, konfliktgeladene und strittige Situationen, in [denen] Kommunikationspartner unterschiedlicher kultureller Herkunft miteinander kommunizieren“[2] bilden den Ausgangspunkt um Diskussionen Interkultureller Kommunikation, wie sie gegenwärtig von Wissenschaftlern und Praktikern der unterschiedlichsten Fachgebiete geführt werden.

Dies geschieht nicht selten vor dem Hintergrund zunehmender interkultureller Interaktion in Gesellschaft und Wirtschaft, wobei im Zusammenhang mit Interkultureller Kommunikation das Schlagwort der “Interkulturellen Kompetenz“ in den Vordergrund rückt und diese aus sozialer, politischer und wirtschaftlicher Perspektive nicht selten als wichtige, wenn nicht sogar als die Schlüsselqualifikation in einer globalisierten Welt betrachtet wird.[3]

Innerhalb der fachlichen Debatte wird das Thema kontrovers diskutiert; der Diskurs scheint dabei durch Heterogenität und Konfrontation geprägt zu sein. Unterschiedliche Ansätze und Erklärungsversuche zum Begriff/Konzept Interkulturelle Kommunikation aus den Bereichen Sozialpsychologie, Soziologie, Anthropologie, Kulturwissenschaft, Pädagogik, Philosophie, Germanistik und Wirtschaftswissenschaft, die in der Praxis von Lehrern, Mediatoren, Sozialarbeitern, Kommunikationstrainern, Personalberatern etc. ergänzt werden, haben eine kaum mehr überschaubare und zum Teil auch methodisch gegensätzliche Anzahl an Modellen und Beschreibungen zu diesem Themenkomplex hervorgebracht.[4]

Bei der Lektüre fühlt man sich umgarnt und verloren im Irrgarten der Interkulturalität. Allen Darstellungen gemeinsam ist lediglich das Grundproblem der interkulturellen Kommunikation: die Komplexität ihres Gegenstands, die in der Komplexität kultureller Zusammenhänge begründet ist. [Herv. K.L.][5]

Um dieser Komplexität gerecht zu werden, kommt eine wissenschaftliche Untersuchung selten umhin, die verschiedenen Positionen und Konzepte aus einer kritischen Perspektive zu betrachten. In dieser Hausarbeit soll dies aus dem Fokus der Sprachwissenschaft heraus geschehen.

Dabei soll im Folgenden so verfahren werden, dass in einem ersten Schritt kulturkontrastive Konzepte zum Bereich Interkulturelle Kommunikation sprachwissenschaftlichen, interaktionistisch-pragmatischen Überlegungen gegenübergestellt werden, um über diese Betrachtung Konsequenzen für einen interkulturell ausgelegten Unterricht Deutsch als Fremdsprache abzuleiten (Kapitel 2).

Des Weiteren soll im Anschluss an diesen ersten a llgemeinen Teil, ein spezieller Ausschnitt interkultureller Kommunikationsvorgänge betrachtet werden: der Bereich der Interkulturellen Semantik. Dabei soll nach einer kurzen theoretischen Beschreibung des Untersuchungsgegenstands in einen praxisorientierten Teil überführt werden: Analysiert wird das Deutsch als Fremdsprache Lehrwerk Sichtwechsel neu hinsichtlich seiner didaktischen und methodischen Umsetzung insbesondere zum Bereich kulturspezifischer Semantik (Kapitel 3).

In einem letzten Schritt werden zentrale Ergebnisse anhand des Lehrwerks zusammenfassend präsentiert (Kapitel 4).

2 Interkulturelle Kommunikation aus sprachwissenschaftlicher Perspektive

Wie bereits eingangs erwähnt, bilden „kritische, konfliktgeladene und strittige Situationen, in [denen] Kommunikationspartner unterschiedlicher kultureller Herkunft miteinander kommunizieren“[6], den gemeinsamen Ausgangspunkt verschiedener Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen rund um das Thema Interkulturelle Kommunikation. Diese Situationen werden innerhalb der Forschung auch als “Critical-Incident-Situationen“ (CI) bezeichnet.[7]

Dabei steht im Mittelpunkt der meisten Untersuchungen, die sich der Beschreibung und Behandlung von Critical-Incident-Situationen widmen, die Auffassung, dass der Sprache eine zentrale Rolle bei der interkulturellen Verständigung zukommt,[8] wobei festzuhalten ist, dass sich der überwiegende Teil der empirischen Arbeiten unter dem Titel “Interkulturelle Kommunikation“ mit vergleichenden Einstellungsuntersuchungen zu kulturspezifischen Wertorientierungen (sog. ‚Kulturstandards’) beschäftigt. Der diesen Arbeiten zugrunde liegende kulturkontrastive Ansatz wird gerade in jüngster Zeit vor allem von Seiten der Sprachwissenschaft kritisiert; in Rekurs auf die methodische Fundierung der Konzepte wird problematisiert, „dass viele Autorinnen und Autoren sich über die interkulturelle Kommunikation so äußern, als habe es nie eine linguistische Gesprächs- und Konversationsanalyse, nie eine Semantik, Pragmatik oder Textlinguistik oder eine Verstehenstheorie gegeben.“[9]

Im Folgenden sollen kulturkontrastive Ansätze zum Bereich Interkulturelle Kommunikation linguistisch-interaktionistischen Analyseverfahren gegenübergestellt werden, wobei nach den diesen Ansätzen zugrunde liegenden Kulturbegriffen und dem didaktischen Nutzen der Konzepte für die Praxis im Unterricht Deutsch als Fremdsprache gefragt werden soll.

2.1 Interaktionen: kulturkontrastive und linguistisch-interaktionistische Ansätze zur Beschreibung Interkultureller Kommunikation

Als Vertreter eines kulturkontrastiven Ansatzes innerhalb des Themenkomplexes Interkulturelle Kommunikation sei der Sozialpsychologe Alexander Thomas angeführt, dessen Theorie und Konzepte zu den Bereichen Interkulturelle Kommunikation und Interkulturelles Training eine breite Rezeption erfahren haben.

Thomas definiert aus der grundlegenden sozialpsychologischen Feststellung heraus, dass Menschen über ein starkes Bedürfnis nach Orientierung verfügen, Kultur als ein von ihnen geschaffenes, „universelles, für eine Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem.“ [Herv. K.L.][10] Zentrale Merkmale eines jeden solchen kulturspezifischen Orientierungssystems bilden sog. ‚Kulturstandards’, unter denen „alle Arten des Wahrnehmens, Denkens, Wertens und Handelns verstanden [werden], die von der Mehrzahl der Mitglieder einer bestimmten Kultur für sich persönlich und andere als normal, selbstverständlich, typisch und verbindlich angesehen werden.“[11] Hierzu ist ebenfalls Sprache zu zählen, die als verbindliches Zeichen- und Symbolsystem zur interpersonalen Verständigung innerhalb eines Orientierungssystems durch Prozesse von Sozialisation und Enkulturation von den Mitgliedern einer Kultur unbewusst beherrscht und gebraucht wird.[12]

In der Logik dieses Ansatzes verläuft in einer monokulturell bestimmten Kommunikationsgemeinschaft unter unbewusster Beherrschung und Gebrauch des für alle verbindlichen Zeichen- und Symbolsystems Sprache Kommunikation konfliktfrei und unmissverständlich.[13] Sobald der Handelnde jedoch „in eine fremde soziale Gemeinschaft, Nation, Kultur, aber auch Organisation und Gruppe, gerät, die völlig andere, ihm nicht vertraute Symbole zur gegenseitigen Verständigung nutzt“, muss es nach Thomas „gehäuft und auch zwangsläufig [!] zu Fehlwahrnehmungen, Fehlinterpretationen, Missverständnissen und Konflikten bei der Beobachtung, Interpretation und Attribution des Partnerverhaltens sowie in der Kommunikation und Kooperation mit neuen Partnern [kommen].“ [Herv. K.L.][14]

Diesem Ansatz liegt ein Kulturverständnis zugrunde, das unter dem Stichwort ‚Kohärenzorientierung’ zusammengefasst werden kann. Kultur wird hierbei im weitesten Sinne als etwas Einigendes, Widerspruchsfreies und Kohärentes verstanden; sie entsteht aus „Gemeinsamkeiten [=’Kulturstandards’] […], die von einer signifikanten Anzahl ihrer Mitglieder geteilt werden“[15], und einzelnen Handelnden überhaupt erst im Kontakt mit fremdkulturell sozialisierten Partnern bewusst werden.[16]

Die Bewusstmachung des eigenkulturellen Orientierungssystems ist eine wichtige Voraussetzung des von Thomas entwickelten “Culture-Assimilator-Trainings“, das die Teilnehmer zum erfolgreichen interkulturellen Handeln anleiten soll, worunter ein Handeln verstanden wird,

das in kulturellen Überschneidungssituationen stattfindet, in denen der Handelnde zunächst zwar sein eigenes kulturspezifisches Orientierungssystem zur Handlungssteuerung in einem fremdkulturell strukturierten Handlungsfeld verwendet, dann aber bereit und fähig ist, dieses Orientierungssystem entsprechend den fremdkulturellen Standards so umzustrukturieren (verändern und erweitern), daß beide Orientierungssysteme in einer aufeinander abgestimmten Weise zur effektiven Handlungssteuerung in der kulturellen Überschneidungssituation zum Einsatz kommen. [Herv. K.L.][17]

Die so definierte interkulturelle Handlungskompetenz ist augenscheinlich an Effizienz- und Ökonomiegesichtspunkten orientiert und bezieht sich demnach stark auf das Gelingen und die Produktivität einer interkulturellen Interaktion.[18] Angestrebt wird die Angleichung der jeweiligen Kulturstandards zweier unterschiedlicher Kulturen[19], um so die Effizienz einer handlungsbezogenen Kooperation zu gewährleisten. Die von Thomas in diesem Sinne festgelegte interkulturelle Handlungskompetenz scheint weiterhin als Erfahrungs- und v.a. als Wissens kompetenz in Bezug auf eine oder mehrere ‚fremde’ Kulturen betrachtet zu werden, wobei innerhalb der “Culture-Assimilator-Trainings“ das virulente Differenzkriterium nicht selten das Herkunftsland einzelner Akteure ist, sodass weniger die Interaktion zwischen einzelnen Kulturen, Gesellschaften oder Gruppen beschrieben und gesteuert werden soll, sondern vielmehr inter-nationale Interaktion, d.h. die Interaktion zwischen Individuen aus im weitesten Sinne unterschiedlichen Nationen.[20] Dies ist vor allem wieder auf das das gesamte Konzept beherrschende Grundverständnis von Kultur als statisches Orientierungs- und Kohärenzsystem zurückzuführen.

Kritik an Thomas’ Ansatz bezieht sich in den meisten Fällen auf dieses ‚Fundament’ seiner Theorie.[21] Nicht nur aus sprachwissenschaftlicher Sicht wird hervorgehoben, dass

[o]bwohl ein kohärenzorientiertes Verständnis von Kultur zunächst sympathisch erscheint, da es die subjektive Wahrnehmung von Kulturunterschieden zwischen Ländern bestätigt, […] die Vorstellung der kohärenten Einbindung des Individuums in eine Kultur im Zeitalter von Globalisierung und Ausdifferenzierungen von Gesellschaften auch im Sinne einer zulässigen Vereinfachung kaum aufrecht[zu]erhalten [ist]. [Herv. S.R.][22]

Sprachwissenschaftliche Ansätze sind insbesondere im Kontext ihrer Auswirkungen auf die didaktische Konzeption Interkultureller Kommunikation besonders hervorzuheben, da sie ausgehend von empirischen Fallbeispielen Möglichkeiten der Verknüpfung von psychologischen und linguistischen Analyseansätzen aufzuzeigen und zu entwickeln im Stande sind.[23] Denn trotz der Vereinfachung psychologisierender Ansätze und der Kritik, kulturkontrastive Ansätze zementierten letztlich Stereotypen[24], sind psychologische Ausgangsüberlegungen zu Arten des Wahrnehmens, Denkens, Wertens und Handelns in interkulturellen Begegnungssituationen für linguistische Auseinandersetzungen mit Interkultureller Kommunikation von entscheidendem Interesse.

[...]


[1] Radio Bremen: Verso-Themenstunde vom 24. April 2003 (Funkhaus Europa): Missverständnisse im Alltag. [Migranten und Deutsche erzählen, was sie erlebt haben]. Beitrag von Erkan Altun. Zu hören unter http://www.radiobremen.de/online/gesellschaft/euroflirt.html (letzter Stand: 28.02.08).

[2] Kühn, Peter: Interkulturelle Semantik. Nordhausen: Bautz 2006. [Interkulturelle Bibliothek, Bd. 38], S. 29. (weiter zitiert als Kühn: Interkulturelle Semantik).

[3] vgl. u.a. Honnef-Becker, Irmgard: Interkulturalität als neue Perspektive der Deutschdidaktik. Nordhausen: Bautz 2006. [Interkulturelle Bibliothek, Bd. 111], S. 8. (weiter zitiert als Honnef-Becker: Interkulturalität als neue Perspektive).

[4] vgl. u.a. Rathje, Stefanie: Interkulturelle Kompetenz - Zustand und Zukunft eines umstrittenen Konzepts. Zu finden unter http://www2.uni-jena.de/philosophie/iwk/publikationen/interkulturelle_kompetenz_rathje.pdf , S. 1. (letzter Stand: 13.01.08). (weiter zitiert als Rathje: Interkulturelle Kompetenz).

[5] Kühn: Interkulturelle Semantik, S. 14.

[6] Kühn, Peter: Interkulturelle Semantik, S. 29.

[7] vgl. Heringer, Hans Jürgen: Interkulturelle Kommunikation. Grundlagen und Konzepte. Tübingen/ Basel: Francke 2004, S. 218ff. (weiter zitiert als Heringer: Interkulturelle Kommunikation).

[8] vgl. Thomas, Alexander: Kulturverständnis aus Sicht der Interkulturellen Psychologie: Kultur als Orientierungssystem und Kulturstandards als Orientierungshilfen. In: Lüsebrink, Hans Jürgen (Hrsg.): Konzepte der Interkulturellen Kommunikation. Theorieansätze und Praxisbezüge in interdisziplinärer Perspektive. St. Ingbert: Röhrig 2004, S. 145: „Das zentrale Werkzeug, das Menschen […] entwickelt haben, um sich untereinander zu verständigen, ist die Sprache, das gesprochene und geschriebene Wort ebenso wie das nichtsprachliche Zeichen- und Symbolsystem, z.B. in Form von Mimik und Gestik.“ [Herv. K.L.] (weiter zitiert als Thomas: Kulturverständnis aus Sicht der Interkulturellen Psychologie).

[9] Kühn: Interkulturelle Semantik, S. 13.

[10] Thomas: Kulturverständnis aus Sicht der Interkulturellen Psychologie, S. 148f.

[11] Thomas, Alexander (Hrsg.): Kulturvergleichende Psychologie. Eine Einführung. Göttinngen [u.a.]: Hogrefe 1993, S. 381. (weiter zitiert als Thomas: Kulturvergleichende Psychologie). Zur genaueren Beschreibung unterschiedlicher ‚Typen’ von Kulturstandards (zentrale, bereichs-/domänspezifische, kontextuelle Kulturstandards) vgl. Thomas: Kulturverständnis aus Sicht der Interkulturellen Psychologie, S. 152-154.

[12] vgl. Thomas: Kulturverständnis aus Sicht der Interkulturellen Psychologie, S. 145f.

[13] vgl. ebd., S. 146. Zwar wird eingeräumt, dass es auch innerhalb monokulturell bestimmter Kommunikationsgemeinschaften „keine hundertprozentige Übereinstimmung in der Verwendung verbaler und nonverbaler Kommunikationssignale, deren Interpretation und konnotative[r] Bedeutung“ gibt, die Missverständnisse seien aber äußerst selten und könnten mit Hilfe von metakommunikativen Akten, die allerdings nicht genauer beschrieben werden, schnell bereinigt werden. Vgl. ebd., S. 147.

[14] beide ebd. Zu den Bedingungen problematischer Kommunikations- und Interaktionssituationen (kulturelle Divergenz, Generalisierung, Routinisierung) vgl. ebd., S. 151.

[15] Rathje: Interkulturelle Kompetenz, S. 9.

[16] vgl. Thomas: Kulturvergleichende Psychologie, S. 381.

[17] ebd., S. 383.

[18] vgl. auch Rathje: Interkulturelle Kompetenz, S. 3.

[19] vgl. auch Heringer: Interkulturelle Kommunikation, S. 194.

[20] vgl. Rathje: Interkulturelle Kompetenz, S. 5 und 7f; vgl. in diesem Kontext die von Thomas ermittelten Kulturstandards deutscher und chinesischer Kommunikations- und Verhandlungspartner in: Thomas, Alexander: Kulturstandards in der internationalen Begegnung. Saarbrücken 1991 oder Markowsky, Richard und Alexander Thomas: Studienhalber in Deutschland. Interkulturelles Orientierungstraining für amerikanische Studenten, Schüler und Praktikanten. Heidelberg 1995. [die Titel konnten zum Zeitpunkt der hier vorliegenden Untersuchungen nicht gesichtet werden; die Ausführungen sind auf die kritische Fundierung des kulturkontrastiven Konzepts bei Thomas weites gehend auf Heringer: Interkulturelle Kommunikation, S. 182ff. und Honnef-Becker: Interkulturalität als neue Perspektive, S. 33-41 zurückzuführen]. Zur Kritik an der Gleichsetzung von ‚Kultur’ und ‚Nation’ vgl. u.a. Knapp, Annelie: Interkulturelle Kompetenz: eine sprachwissenschaftliche Perspektive. In: Auernheimer, Georg (Hrsg.): Interkulturelle Kompetenz und pädagogische Professionalität. Opladen: Leske+Budrich 2002, S. 65. Dort wird das undifferenzierte Sprechen von „der deutschen“, „der türkischen“ etc. Kultur als Ethnozentrismus entlarvt. (weiter zitiert als Knapp: Interkulturelle Kompetenz).

[21] Rathjes „Zustandsanalyse“ zur interkulturellen Kompetenz liegt ein Überblicksartikel von Thomas zugrunde, der 2003 im Rahmen der Zeitschrift „Erwägen, Wissen, Ethik“ in mehr als dreißig Stellungnahmen aus unterschiedlichen Disziplinen kommentiert wurde; Rathje stellt heraus, dass die Mehrzahl aller Beiträge vor allem Anstoß an dem Thomas’ Konzeption zugrunde liegenden Kulturbegriff nimmt, womit „diese Fragestellung direkt in das Herz der Diskussion führ[e]“. (Rathje: Interkulturelle Kompetenz, S. 9).

[22] ebd., S. 10.

[23] vgl. Lüsebrink, Hans-Jürgen: Interkulturelle Kommunikation. Interaktion, Fremdwahrnehmung, Kulturtransfer. Stuttgart/Weimar: Metzler 2005, S. 45. (weiter zitiert als Lüsebrink: Interkulturelle Kommunikation).

[24] vgl. Kühn: Interkulturelle Semantik, S. 33; vgl. auch Heringer: Interkulturelle Kommunikation, S. 196.

Details

Seiten
28
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640110902
ISBN (Buch)
9783640110995
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v112538
Institution / Hochschule
Universität Trier – Germanistik/Deutsch als Fremdsprache
Note
1,0
Schlagworte
Interkulturelle Kommunikation Interkulturelles Lernen Semantik Didaktik

Autor

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Titel: Interkulturelle Kommunikation, Interkulturelles Lernen, Interkulturelle Semantik