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Kurz und Knapp, aber aussagefähig - Business Plan für Masterstudiengänge

Exzerpt 2008 2 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

„Kurz und knapp, aber aussagekräftig“

Jede Hochschule sollte einen Geschäftsplan für neue Studiengänge entwickeln, fordert Bildungsexperte Detlev Kran.

MaSterMaGazin: Entrepreneurship hat an Lehrstühlen der deutschen Hochschulen Einzug gehalten. Doch sind die Hochschulen auch Entrepreneure bei der Studiengangsentwicklung?

Detlev Kran: Durch den Bolognaprozess können die Hochschulen seit nun fast 10 Jahren Studiengänge selber planen und anbieten. Gerade bei den weiterbildenden Masterstudiengängen ergeben sich hier große Chancen.

Und nutzen die Hochschulen diese Chancen? Zumindest die offiziellen Statistiken hinterlassen ein zwiespältiges Bild. In den letzten 10 Jahren sind rund 3.000 Master-Studienangebote an den deutschen Hochschulen entstanden, aber im Bereich der weiterbildenden Master listet der akkreditierungsrat gerade einmal 120 Programme auf. Hier haben die Hochschulen sicherlich ihre Chancen noch nicht ergriffen, denn in den USa und Groß- britannien sind gerade diese Master und die executive education ein einträgliches und hoch angesehnes Feld der Hochschulen.

Brauchen die Hochschulen einfach nur Entrepreneure, die neue, populäre Studiengänge kreieren? Innovative Ideen einzelner für eine weiterbildendes Masterprogramm oder ein executive-Programm sind für den möglichen unternehmerischen erfolg wichtig, aber noch lange nicht ausreichend. Hierfür sollte es schon einen Geschäftsplan, einen „Businessplan“ geben.

Ist ihre Forderung nach einem Geschäftsplan nicht etwas übertrieben?

Bei akkreditierungsverfahren oder als Gutachter kommen einem oft Zweifel, ob es überhaupt einen Geschäftsplan gib. ein Geschäftsplan dient den Hochschulen dazu,

- die unternehmerische Zukunft eines Studienprogramms optimal vorzubereiten, zu planen und auch zu kommunizieren,
- die erfolgschancen eines Studienganges anhand von risikoabwägungen schlüssiger zu beurteilen, gerade hinsichtlich der finanziellen Konsequenzen, und
- den strategischen Partnern (Shareholder und Stakeholder) den Studiengang überzeugend zu „verkaufen“, sie für ein engagement zu begeistern.

Ist der Geschäftsplan denn eine Erfolgsgarantie? Nein. an den MBa-Programmen kann man sehen, dass erste Hochschulen nach drei bis fünf Jahren ihre Studiengänge wieder schließen. Oder sie werden durch Landesregierungen nur noch künstlich am Leben gehalten. eine klare Fehlentwicklung, denn gerade im Bereich der weiterbildenden Master müssen sich die Hochschulen zukünftig nicht nur der nationalen, sondern auch der internationalen

Konkurrenz stellen. Krisen in der Gründung oder nach einigen Jahren Studienbetrieb liegen häufig nicht nur an den falschen Finanzierungsoder Marketinginstrumenten, sondern an einem unzureichend formulierten Geschäftsmodell. Dass das Formulieren von „Geschäftsmodellen“ dem bisherigen Wesen der Hochschulen widerspricht und Neuland für die Handelnden bedeutet, ist mir bewusst.

Was sollte ein Geschäftsplan enthalten?

ein Geschäftsplan sollte möglichst präzise das geschäftliche Vorhaben mit einer besonderen Betonung der finanziellen aspekte darstellen. er sollte knapp und konzentriert, aber andererseits auch sehr aussagekräftig sein. Wichtig sind die Daten zur eigenen Hochschule, zum Management, zum Personal, zur Verwaltung, zum Leistungsprofil, zu den Märkten, zur Konkurrenz, zum Marketing, zum Standort/Infrastruktur, zur risikoanalyse und natürlich zu den Finanzen. Idealerweise liegen zu den einzelnen Kapiteln detaillierte analysen, Konzepte und Maßnahmenpläne vor.

Und wie geht es dann weiter?

Die erstellung eines Geschäftsplans für ein Studienprogramm ist kein einmaliger Prozess. es ist außerordentlich wichtig, den Geschäftsplan regelmäßig dem veränderten Marktund Hochschulumfeld anzupassen und dabei die neu gewonnenen erkenntnisse systematisch einfließen zu lassen.

ein guter und sorgfältig erarbeiteter Geschäftsplan kostet viel Zeit und anstrengung. Mitunter löst er heftige Streitigkeiten zwischen den Beteiligten aus und kann auch dazu führen, dass die Gründungsidee sogar ganz verworfen wird. In anbetracht der unternehmerischen risiken, die neue weiterbildende Masteroder executive-education-Programme für die Hochschule bedeuten, ist es manchmal vielleicht sogar besser, einen Studiengang erst gar nicht anzubieten – anstatt dies, a) mit den falschen Partnern, b) im falschen Markt oder zum falschen Zeitpunkt oder gar c) ohne ausreichende reserven zu tun.

Welche Ratschläge geben Sie den Hochschulen bei der Businessplanerstellung mit?

Ich möchte das rad nicht neu erfinden. Diejenigen, die einen Geschäftsplan entwickeln wollen, finden praxisnahe Muster und Informationen unter http://www.progruender.de/163.htm. aber zwei anregungen von dort möchte ich noch kurz erwähnen:

1. Konsistenz der Planung prüfen.

Bei der erstellung des Geschäftsplans sollte darauf geachtet werden, dass er in sich stimmig ist: Können die gesetzten Umsatzziele mit den definierten Marketingmaßnahmen und mit der Personalplanung erreicht werden? Halten die anpassungen der Infrastruktur mit dem Wachstum Schritt? Sind sämtliche anfallenden Kosten und notwendigen Investitionen berücksichtigt? Ist die terminliche Umsetzung realistisch?

2. Den „Worst Case“ berücksichtigen.

Zur eigenen Sicherheit empfehlen ich, bei der Finanzplanung unbedingt verschiedene Szenarien durchzurechnen: einen realistischen „Management Case“ mit Ihren effektiv budgetierten Zielen und einen „Worst Case“, wo alles „doppelt so lange dauert und doppelt soviel kostet, aber in derselben Zeit nur die Hälfte des Umsatzes erzielt wird“ …

In diesem Sinne, viel erfolg! //

Details

Seiten
2
Jahr
2008
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v113081
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – SWOP - Berlin und Freie Universität Berlin
Schlagworte
Kurz Knapp Business Plan Masterstudiengänge Master Konferenz

Autor

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