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Das Gute-KiTa Gesetz. Anspruch und Wirklichkeit

©2020 Hausarbeit 17 Seiten

Zusammenfassung

In der folgenden Arbeit werde ich mich mit dem Gute-KiTa-Gesetz auseinandersetzen, das Anfang des letzten Jahres in Deutschland in Kraft getreten ist und bundesweit zur Qualitätsverbesserung der pädagogischen Einrichtungen dienen soll. Zunächst werde ich daher auf den Inhalt des Gesetzes sowie auf die tatsächliche Umsetzung eingehen. Im weiteren Verlauf möchte ich sodann darstellen, wie das Gute-KiTa-Gesetz speziell in Berlin umgesetzt wird und welche Schwerpunkte zur Qualitätsverbesserung ausgewählt wurden. Da das Gute-KiTa-Gesetz stark in der Kritik steht, werde ich außerdem die Stellungnahmen von verschiedenen Verbänden und Gewerkschaften darlegen und auf die diversen Kritikpunkte eingehen.

Im Anschluss werde ich diese Arbeit mit einem Gesamtfazit zum Gute-KiTa-Gesetz abschließen, indem ich noch einmal auf den Anspruch des Gesetzes sowie auf dessen Umsetzung eingehen werde. Dies insbesondere vor dem Hintergrund der Vereinheitlichung der Qualitätsstandards in deutschen KiTas.

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Inhalt des Gute-KiTa-Gesetzes

3. Die zehn Handlungsfelder des Gute-KiTa-Gesetzes
3.1. Bedarfsgerechtes Angebot
3.2. Guter Betreuungsschlüssel
3.3. Qualifizierte Fachkräfte
3.4. Starke KiTa-Leitung
3.5. Kindgerechte Räume
3.6. Gesundes Aufwachsen
3.7. Sprachliche Bildung
3.8. Starke Kindertagespflege
3.9. Netzwerk für mehr Qualität
3.10.Vielfältige pädagogische Arbeit

4. Das Gute KiTa-Gesetz in Berlin

5. Kritik an dem Gute-KiTa-Gesetz
5.1. Einheitliche Standards
5.2. Gebührenfreie KiTas
5.3. Finanzierung

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der folgenden Arbeit werde ich mich mit dem Gute-KiTa-Gesetz auseinandersetzen, das Anfang des letzten Jahres in Deutschland in Kraft getreten ist und bundesweit zur Qualitätsverbesserung der pädagogischen Einrichtungen dienen soll.

Zunächst werde ich daher auf den Inhalt des Gesetzes sowie auf die tatsächliche Umsetzung eingehen. Im weiteren Verlauf möchte ich sodann darstellen, wie das Gute-KiTa-Gesetz speziell in Berlin umgesetzt wird und welche Schwerpunkte zur Qualitätsverbesserung ausgewählt wurden. Da das Gute-KiTa-Gesetz stark in der Kritik steht, werde ich außerdem die Stellungnahmen von verschiedenen Verbänden und Gewerkschaften darlegen und auf die diversen Kritikpunkte eingehen.

Im Anschluss werde ich diese Arbeit mit einem Gesamtfazit zum Gute-KiTa-Gesetz abschließen, indem ich noch einmal auf den Anspruch des Gesetzes sowie auf dessen Umsetzung eingehen werde. Dies insbesondere vor dem Hintergrund der Vereinheitlichung der Qualitätsstandards in deutschen KiTas.

2. Inhalt des Gute-KiTa-Gesetzes

Mit dem Gute-KiTa-Gesetz, bzw. dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, investiert der Bund insgesamt 5,5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2022, um die Qualität der Kindertagesbetreuung in den KiTas zu verbessern und gleichzeitig Eltern bei den KiTa-Gebühren zu entlasten.

Die einzelnen Bundesländer können dabei selbst entscheiden, für welche konkreten Maßnahmen die Fördergelder eingesetzt werden und schließen sodann mit dem Bund dazu individuelle Verträge. Damit soll garantiert werden, dass die Kinderbetreuung vor Ort nach Bedarf gestaltet werden kann.

Zur Auswahl stehen verschiedene Handlungsfelder und Maßnahmen, die zur Weiterentwicklung der Qualität in den Einrichtungen der Länder führen.

Weiterhin kommen Maßnahmen für weniger Gebühren hinzu, die für eine Chancengleichheit sorgen sollen, indem sie die Familien bei den Kita-Gebühren entlasten. Kita-Gebühren dürfen demnach nicht so hoch sein, dass Kinder deshalb weder in die Kita noch in die Kindertagespflege kommen. Denn während zuvor lediglich Familien, die Sozialleistung nach Hartz IV bezogen und Asylbewerber einen Anspruch auf kostenlose KiTa-Betreuung hatten, müssen seit dem 1. August 2019 Familien, deren Einkommen so niedrig ist, dass sie einen Kinderzuschlag oder Wohngeld erhalten, keine KiTa-Gebühr mehr zahlen.

Für Eltern, die Kita-Gebühren zahlen müssen, sollen zudem die Elternbeiträge bundesweit sozial gestaffelt werden, abhängig vom Einkommen der Eltern.

Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) wird das Gute-KiTGesetz von einem jährlichen Monitoring und einer Evaluation begleitet (vgl. BMFSFJ 2019).

Doch wie genau gelangen die Fördergelder für das Gute-KiTa-Gesetz zu den einzelnen Bundesländern?

Die mit dem Gute-KiTa-Gesetz beschlossenen Fördergelder erhalten die Bundesländer über sogenannte Umsatzsteueranteile, auf die der Bund im Zuge dessen verzichtet, das heißt also über Veränderungen im Länderfinanzausgleich. Wenn die Bundesländer sich entschieden haben, in welche Handlungsfelder bzw. Maßnahme sie ihre Fördergelder investieren möchten, schließen die Landesregierungen, wie bereits erwähnt, individuelle Verträge mit dem Bund (vgl. § 3 KiQuTG).

Sodann fließen die Fördergelder als Umsatzsteuerpunkte an die Länder, wobei die Höhe der Gelder nach dem gängigen Schlüssel verteilt werden, also nach Steueraufkommen und der Bevölkerungszahl des jeweiligen Bundeslandes (vgl. BMFSFJ 2019).

3. Die zehn Handlungsfelder des Gute-KiTa-Gesetzes

Wie bereits zuvor erwähnt, sieht das Gute-KiTa-Gesetz spezielle Handlungsfelder bzw. Maßnahmen vor, die den 16 Bundesländern zur Auswahl stehen, um die Fördergelder entsprechend einzusetzen. Insgesamt enthält das Gute-KiTa-Gesetz zehn Handlungsfelder, die gemeinsam von Bund, Ländern, Kommunen, Verbänden und Wissenschaft erarbeitet wurden, um eine entsprechende Qualitätsentwicklung herbeizuführen.

3.1. Bedarfsgerechtes Angebot

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) definiert das Handlungsfeld Bedarfsgerechtes Angebot wie folgt:

„Kinderbetreuung sollte zum Alltag von Familien passen - auch dann, wenn Eltern beispielsweise in Schichtdiensten arbeiten. Die Betreuung kann besser auf die Bedürfnisse und Wünsche von Familien abgestimmt werden, zum Beispiel, indem Kitas erweiterte Öffnungszeiten anbieten“ (BMFSDJ 2020).

Es geht also darum, ein bedarfsgerechtes Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot in der Kindertagesbetreuung zu erwirken, welches primär dazu dient, eine inklusive Förderung aller Kinder zu ermöglichen und die bedarfsgerechte Ausweitung der Öffnungszeiten beinhaltet.

3.2. Guter Betreuungsschlüssel

Das Handlungsfeld Guter Betreuungsschlüssel wird wie folgt vom Ministerium beschrieben:

„Mehr Zeit für jedes Kind. Mehr Zuhören, mehr Spielen, mehr Fördern. Denn der Betreuungsschlüssel ist entscheidende Stellschraube, damit ausreichend Zeit für die Bedürfnisse von Kindern und Fachkräften bleibt“ (BMFSDJ 2020).

Demnach soll der Fachkraft-Kind-Schlüssel in Tageseinrichtungen erhöht werden, um den jeweiligen Fachkräften mehr Zeit für eine verstärkt individuelle Betreuung der Kinder zu gewährleisten.

3.3. Qualifizierte Fachkräfte

Bei dem Handlungsfeld Qualifizierte Fachkräfte geht es um Nachstehendes:

„Kitas sind Arbeitsplätze mit Zukunft, für die kompetente und engagierte Fachkräfte gebraucht werden. Sie sind entscheiden für gute Qualität Während der Berufswahl und Ausbildung sowie im Praxisalltag sollten (zukünftige) Fachkräfte eine professionelle Begleitung erhalten und Wertschätzung erfahren. Dazu dienen Maßnahmen aus dem Handlungsfeld Qualifizierte Fachkräfte“ (BMFSDJ 2020).

Die Fördergelder für diesen Bereich sollen demnach dazu dienen eine Optimierung der Ausbildung zu schaffen sowie bessere Unterstützung durch Fachberatung zu ermöglichen.

3.4. Starke KiTa-Leitung

Warum das Handlungsfeld Starke-Kitaleitung in das Gute-Kita-Gesetz mit aufgenommen wurden, begründet das Bundesministerium so:

„Eine starke Kitaleitung ist die Schlüsselperson in der Kita. Sie organisiert die pädagogische Arbeit, begleitet das Team, ist Ansprechperson für Familien und Partner im Sozialraum – und leistet so einen wichtigen Beitrag für die Qualitätsentwicklung. Für diese wichtigen Aufgaben brauchen Kitaleiterinnen und Kitaleiter eine gute Ausbildung, Möglichkeiten zur Weiterbildung und genügend Zeit im Arbeitsalltag […]“ (BMFSDJ 2020).

Für das Leistungspersonal in den Betreuungseinrichtungen soll mehr Zeit für Leitungsaufgaben geschaffen werden, sowie eine entsprechende Förderung der Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

3.5. Kindgerechte Räume

Zum Handlungsfeld Kindgerechte Räume schreibt das Bundesministerium „Kinder sind kleine Forscherinne und Forscher – auf ihren Entdeckungsreisen fängt die Bildung an. Mit Maßnahme im Handlungsfeld Kindgerechte Räume können Räume und Außenflächen so gestaltet werden, dass sie Kreativität fördern, zum Bewegen einladen und Rückzugsorte bieten “ (BMFSDJ 2020).

In diesem Handlungsfeld geht es also um die Gestaltung der in der Kindertagesbetreuung genutzten Räumlichkeiten, die verbessert werden sollen und damit um eine angemessene Innen- und Außenflächengestaltung sowie einer bildungsförderlichen Raumgestaltung und Ausstattung.

3.6. Gesundes Aufwachsen

„Wenn gesundes auf den Tisch kommt und viel Zeit und Platz zum Toben ist, lernen und erfahren Kinder, was ihnen gut tut. Mit dem Handlungsfeld gesundes aufwachsen wird ausgewogene Ernährung, Bewegungsförderung und Gesundheitsbildung in Kitas unterstützt“ (BMFSDJ 2020).

Es sollen Maßnahmen und ganzheitliche Bildung in den Bereichen gesunde und ausgewogene Ernährung ergriffen werden, sowie die Förderung der Bewegung, Gesundheitsbildung stehen hier im Fokus.

3.7. Sprachliche Bildung

„Fragen, Erklären, Erzählen – Sprache ist nicht nur der Schlüssel zur Bildung, mit ihr beginnen auch Freundschafe. Kinder sollten im gesamtem Kita-Alltag Sprache erleben und entdecken können“ (BMFSDJ 2020).

In den KiTa-Alltag soll die sprachliche Bildung der Kinder verankert bzw. gefördert werden.

3.8. Starke Kindertagespflege

„Die Kindertagespflege bietet gerade für die Kleinsten einen Ort der Geborgenheit und für ihre Eltern einen verlässlichen Rahmen im Alltag. Damit Tagesmütter und Tagesväter ihre Arbeit gut ausüben könne, zielt das Handlungsfeld starke Kindertagespflege auf eine professionelle Qualifizierung und bessere Arbeitsbedingungen für Tagesmütter und Tagesväter ab“ (BMFSDJ 2020).

Bei der Starken Kindertagespflege geht es unter anderem also um die Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen sowie um die Sicherstellung verlässlicher Vertretungsregelungen.

3.9. Netzwerk für mehr Qualität

„Gute frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung sind Teamarbeit. Damit alle Akteure Hand in Hand und im Interesse der Kinder zusammenarbeiten, können im Handlungsfeld… Maßnahmen gefördert werden, die die Kooperationen stärken, die Steuerung des Betreuungsangebots effiziente machen und Qualität weiterentwickeln“ (BMFSDJ 2020).

Bei diesem Handlungsfeld steht die Stärkung der Zusammenarbeit innerhalb der verschiedenen Kitateams, mit dem Träger, dem Träger der öffentlichen Jugendhilfe, Sicherstellung von Qualitätsentwicklung und Monitoring im Vordergrund.

3.10. Vielfältige pädagogische Arbeit

„Jedes Kind hat ein Recht darauf, in Kita und Kindertagespflege begleitet, gefördert und umsorgt zu werden. Das Handlungsfeld vielfältige pädagogische Arbeit umfasst Maßnahmen, die passgenau auf die Bedürfnisse aller Kinder zugeschnitten sind. Zum Beispiel in den Bereichen Inklusion, Beteiligung und Schutz von Kindern “ (BMFSDJ 2020).

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Details

Seiten
17
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346501103
ISBN (Buch)
9783346501110
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Erscheinungsdatum
2021 (September)
Note
1,0
Schlagworte
gute-kita gesetz anspruch wirklichkeit
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Titel: Das Gute-KiTa Gesetz. Anspruch und Wirklichkeit