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Auswirkungen der Medien auf Kinder und Jugendliche

Seminararbeit 2006 17 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Untersuchungen / Auswirkungen zum Thema Fernsehen
2.1. Die zehn häufigsten Gründe, warum Jugendliche fernsehen
2.2. Langzeiterhebung von Frederick J. Zimmermann und Dimitri A. Christakis
2.3 Langzeitstudie von neuseeländischen Wissenschaftlern
2.4. Macht Fernsehen Kinder und Jugendliche gewalttätig?

3. Untersuchungen / Auswirkungen zum Thema Computerspiele
3.1. Inwieweit wirken sich Computerspiele auf die Hirnaktivitäten aus?
3.2. Studie der Psychologen der Ruhruniversität Bochum
3.3. Andere Folgen von Computer- und Videospielen Spielvorlieben von Jungen und Mädchen

4. Altersgerechte Nutzung der Medien

5. Gegenposition zur Medienwirkung
5.1. Weniger ist mehr
5.2. Außenseiter ohne Fernsehen

6. Hirnforschung
6.1. Neuronen im Gehirn
6.2. Auswirkungen des Medienkonsums auf die Hirnentwicklung von Kindern

7. Fazit

8. Quellenverzeichnis

1. Einführung

In der folgenden Arbeit werde ich mich mit den Auswirkungen der Medien auf Kinder und Jugendliche beschäftigen. Dieses Thema wird in der Gesellschaft viel diskutiert. Es stellen sich immer Fragen, wie:

- Wie viel Fernsehen ist gut für mein Kind?
- Machen Computer- und Videospiele süchtig?
- Machen Fernsehen und Computer aggressiv?

Unter einem Medium versteht man im Allgemeinen ein Träger oder ein Übermittler von Jemandem oder Etwas. Das Wort Medium bezeichnet in der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft ein Kommunikationsmittel oder eine einzelne Publikationsform, über die diese Medien publizieren.

Medien sind Kommunikationsmittel der Menschen. Weitere bekannte Definitionen von Medien sind z.B. Vermittlungsträger von Informationen, Institutionalisierte Kommunikationskanäle, etc.

Umgangssprachlich ist der Begriff Medien vor allem mit Massenmedien, wie Zeitung, Hörfunk, Fernsehen, Film, Internet, etc. in Verbindung zu setzen.

Zuerst werde ich in Kapitel 2 die Auswirkungen zum Thema Fernsehen aufzeigen. Es werden zwei verschiedene Studien zu den Auswirkungen des Fernsehkonsums verdeutlicht. Weiterhin beschäftige ich mich in Kapitel 2.3. mit dem Thema, ob Fernsehen die Kinder gewalttätig macht und danach in Punkt 2.4. ob Fernsehen eine Ursache für Übergewicht ist.

Im dritten Kapitel werde ich dann die Auswirkungen des Computer- und Videospielens verdeutlichen. Danach wird im Kapitel 4 kurz das Thema der altersgerechten Nutzung der Medien angeschnitten. Anschließen wird sich in Kapitel 5 eine Gegenposition der Mediennutzung, welche aufzeigt, dass Weniger mehr ist und dass Kinder ohne Fernsehen zu Außenseitern werden.

Schließlich wird dem Leser in Kapitel 6 ein Einblick in die Hirnforschung gegeben. Weiterhin wird aufgezeigt, welche Auswirkung die Mediennutzung auf die Hirnaktivität von Kindern haben kann.

2. Untersuchungen / Auswirkungen zum Thema Fernsehen

Heutzutage besitzen rund 80% der Bevölkerung in ihrem Haushalt mindestens ein Fernsehgerät. Kinder beginnen etwa ab dem dritten Lebensjahr sich für Fernsehen zu interessieren, denn der Ton und die sich bewegenden Bilder faszinieren die Kleinkinder.

Allerdings schädigt der Fernsehkonsum die Gehirnentwicklung von Kindern.

Kinder unter drei Jahren sitzen immer häufiger vor dem Fernseher, auch wenn für dieses Alter von den Fernsehsendern keine altersgerechten Sendungen angeboten werden.

Für die älteren Kinder werden Programme angeboten, die durchaus Kenntnisse vermitteln können, diese werden von den Kindern jedoch seltener angeschaut.

Weiterhin wurde festgestellt, dass der Fernsehkonsum am Wochenende deutlich höher ist als während der Woche. Weiterhin wurde festgestellt, dass der Fernsehkonsum von Gymnasiasten an Werktagen am niedrigsten ist. Allerdings steigt der Konsum bei Hauptschülern im Vergleich an.[1]

2.1. Die zehn häufigsten Gründe, warum Jugendliche fernsehen

- Weil es spannend ist
- Weil ich nichts besseres zu tun habe
- Weil ich es gerne tue
- Weil ich Freude habe / weil es angenehm ist
- Weil es mich entspannt
- Damit ich über das Geschehen in der Welt lernen kann / damit ich Dinge kennen lerne, die ich sonst nicht kennen würde
- Um die Zeit zu verbringen
- Um mich abzulenken / aus Gewohnheit
- Wenn ich niemand anderes da habe
- Um Schule und Hausarbeiten / Beruf zu vergessen

Es ist festgestellt worden, dass bei Jugendlichen mit höherem Bildungsniveau das Entspannungsmotiv etwas höheren Stellenwert hat, als bei Real- oder Hauptschülern. Bei Letztgenannten stehen bei der Fernsehnutzung ein Geselligkeitsersatz und ein Zeitvertreib im Vordergrund.

Das Fernsehen bietet den Jugendlichen die Möglichkeit sich für einige Zeit von der realen Welt zu lösen, um so Frustrationen und Probleme des Alltags hinter sich zu lassen. Für viele Jugendliche ist es auch wichtig bestimmte Sendungen gesehen zu haben um „in“ zu sein und um mitreden zu können.[2]

2.2. Langzeiterhebung von Frederick J. Zimmermann und Dimitri A. Christakis

Frederick J. Zimmermann und Dimitri A. Christakis von der University of Washington, Seattle, begannen 1986 mit einer Langzeiterhebung von mehr als 11.000 Kindern. Diese Langzeiterhebung umfasst Informationen über die Auswirkungen von frühkindlichem Fernsehkonsum. Sie werteten die Daten von ca. 1.800 Kindern aus, die während ihrer letzten Interviews, in den Jahren 1994, 1996, 1998 und 2000) sechs Jahre alt waren.

Um die Rechen- und Lesekompetenz der Kinder beurteilen zu können, wurde das Fernsehverhalten bis zum Alter von drei Jahren und zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr abgeglichen.

Zimmermann und Christakis haben analysiert, dass Kinder im Alter zwischen drei und fünf Jahren durchschnittlich zwei oder mehr Stunden täglich vor dem Fernseher verbringen. Sie sehen meistens keine Sendungen oder Videos, die nicht pädagogisch ausgerichtet sind. Kinder unter zwei Jahren schauen im Durchschnitt täglich bis zu 1,3 Stunden fern, was für dieses Alter sehr erschreckend ist.

Das Ergebnis der Auswertung ist, dass die Kinder, die im Alter von drei Jahren regelmäßig fernsehen, mit sechs oder sieben Jahren in der Schule schlechter abschneiden, als andere. Auch wenn man dabei den elterlichen Hintergrund, die Fähigkeiten des Kindes und die kognitive Förderung berücksichtigt.

Allerdings sieht es bei den drei bis fünfjährigen Kindern anders aus, denn der Fernsehkonsum wirkt sich bei ihnen positiv auf das Kurzzeitgedächtnis und die Lesekompetenz aus. Allerdings ist im Hinblick auf Rechnen und das Verständnis von Texten kein Einfluss erkennbar.[3]

2.3 Langzeitstudie von neuseeländischen Wissenschaftlern

Diese Langzeitstudie kommt zu dem Ergebnis, dass erhöhter Fernsehkonsum im Alter von 5 – 15 Jahren die Wahrscheinlichkeit eines Schulabschluss oder eines Universitätsabschlusses im Alter von ca. 26 Jahren verringert. Auf die schulische Bildung wirkt sich auch schon ein Fernsehkonsum von nur zwei Stunden täglich aus.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass der erhöhte Fernsehkonsum mit dem niedrigen sozioökonomischen Status der Eltern und einem niedrigen Intelligenzquotienten korreliert. Allerdings bleiben die negativen Auswirkungen des Fernsehkonsums auch bestehen, wenn man diese Faktoren berücksichtigt.[4]

2.4. Macht Fernsehen Kinder und Jugendliche gewalttätig?

Die Kinder und Jugendliche erleben täglich im Fernsehen eine Fülle von Gewalthandlungen und Auseinandersetzungen. Das Fernsehen lebt von sensationellen und dramatischen Handlungen, sei es in erfundenen Darstellungen, als auch in den täglichen Nachrichtensendungen.

In Spielfilmen wird das Aggressionspotential und die gewalttätigen Handlungen noch mehr verstärkt, denn Gewalt, Brutalität und Menschenverachtung wird häufig als nachstrebenswert und machtvoll dargestellt.

Die Kinder lernen somit Tag für Tag, dass Gewalt in Ordnung ist und dass Gewalthandlungen Vorteile bringen, denn in ca. 70% aller Fernsehsendungen bleibt der wahre Täter unbestraft.

Diese Verherrlichung von Gewalt gibt den Kindern ein falsches Gefühl von sich selbst und so wird die Botschaft vermittelt, dass Gewalt macht bedeutet. Für ältere Kinder und Jugendliche ist dies besonders gefährlich, denn wenn sich diese in der Pubertät und als Heranwachsende machtlos fühlen, kann eine vorgestellte Gewalt sehr schnell zu wirklicher Gewalt umschlagen.

[...]


[1] Döbler, Thomas; Stark, Birgit; Schenk, Michael (1999): Mediale und reale Gewalt. Verlag Reinhard Fischer, München.

² Döbler, Thomas; Stark, Birgit; Schenk, Michael (1999): Mediale und reale Gewalt. Reinhard Fischer, Verlag München.

[3] Smith, David W. Jones, Kenneth Lyons (2005): Smith's Recognizable Patterns Of Human Malformation , S.619-625

[4] Smith, David W. Jones, Kenneth Lyons (2005): Smith's Recognizable Patterns Of Human Malformation , S. 614-618

Details

Seiten
17
Jahr
2006
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v113514
Institution / Hochschule
Technische Hochschule Köln, ehem. Fachhochschule Köln
Note
2,0
Schlagworte
Auswirkungen Medien Kinder Jugendliche

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Titel: Auswirkungen der Medien auf Kinder und Jugendliche