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Leistungsmotivation - Theorie und praktische Methoden zur Leistungsverbesserung im Kindergarten

Seminararbeit 2008 9 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil
1. Theorie zur Leistungsmotivation
2. Praktische Methoden zur Leistungsverbesserung im Kindergarten
a. Die Aufgabenschwierigkeit und –komplexität
b. Die Zielbindung
c. Das Feedback
d. Das Umfeld des Kindes

III. Schlussfolgerung und persönliche Stellungnahme

IV. Bibliographie

I. Einleitung

Kleine Kinder haben ein Bedürfnis zum Spielen, im Spiel erkunden sie ihre Umwelt und lernen dadurch, dass sie in einem natürlichen Lernprozess sind. Sie sind neugierig auf Neues und haben somit ein Motiv in ihrer Umwelt weiter zu forschen. Bei diesem Forschen ist das körpereigene Belohnungssystem, das beim Lernen eine wichtige Rolle spielt, angesprungen. Die Handlungsmotivation wird angeregt und ein Gefühl der Befriedigung geschaffen. Die Lust zum Forschen wird gesteigert wird und Energie wird freigesetzt. Diese beiden Aspekte könnte man hier mit dem Willen gleichstellen, der unabdingbar für unsere eigene Tatkraft ist, mit anderen Worten: wir sind motiviert selbst zu handeln, selbst etwas zu leisten. Dieser Weg des Lernens ist wesentlich, denn das was wir aus unserer Motivation und unserem eigenen Handeln erfahren haben, behalten wir am besten. Je mehr unsere Handlungen von Erfolg gekrönt sind, umso stärker ist eine motivationale Komponente, die uns den Antrieb gibt uns Neuem zuzuwenden, vorhanden. Je mehr Erfolg unsere Handlungen aufweisen, desto selbstvertrauter und selbstbewusster werden wir. Gerade dieses Selbstbewusstsein ist wichtig, damit wir gute Leistungen, die in unserer westlichen Kultur vor allem auf kognitiven Fähigkeiten beruhen, vollbringen. Diese kognitiven Fähigkeiten, die unsere Intelligenz ausmachen, sollen in der Schule an Hand der Leistung gefördert werden.

In dieser Arbeit erläutere ich zuerst Theorien zur Leistungsmotivation, dann befasse ich mich mit methodischen Vorgängen, die in der Praxis eingesetzt werden um die Leistung der Kindergartenkinder zu verbessern.

II. Hauptteil

Ich habe das Thema Leistungsmotivation gewählt, weil ich mich mit auseinandersetzen den Fördermaßnahmen, die es gibt um die Leistungsmotivation der Kinder zu fördern, auseinandersetzen möchte.

3. Theorie zur Leistungsmotivation

Damit man von Leistungsmotivation sprechen kann, muss man zuerst den Begriff Motivation erklären, Mießler (1979, S.12)[1] definiert Motivation folgendermaßen :“ Motivation ist der Erklärungsbegriff für innerpsychische Ursachen, Beweggründe und Bedingungen von Verhalten. Er erfasst alle bewussten und unbewussten Vorgänge, die das Verhalten des einzelnen oder einer Gruppe erklären bzw. verständlich machen sollen und wird immer dann gebraucht, wenn nach dem „Warum“ menschlichen Verhaltens gefragt wird.“

Die Leistungsmotivation ist der Beweggrund eine bestimmte Leistung zu erbringen, mit dem Hintergrund, dass die Person individuelle Ziele erreichen bzw. vermeiden will. Laut McClelland ist die Leistungsmotivation sozusagen die „Auseinandersetzung mit einem Gütemaßstab“ (McClelland zit. Nach Mießler, 1979, S.16)[2]

Zur Leistungsmotivation gibt es verschiedene theoretische Ansätze, unter anderem das Risiko-Wahl-Modell von Atkinson, die Handlungsanalyse von Heider und das attributionstheoretische Modell von Weiner.

Atkinson geht davon aus, dass das Handeln um eine Leistung zu vollbringen sowohl von der Person selbst als auch von der Situation ausgeht. Er geht davon aus, dass Menschen Hoffnung auf Erfolg und Furcht vor Misserfolg haben. Meistens überwiegt einer dieser beiden Komponenten, deshalb gibt es Kinder, die erfolgszuversichtlich sind, andere die misserfolgsängstlich sind. Er unterscheidet zwei situationale Faktoren: a. die subjektive Misserfolgs-/Erfolgswahrscheinlichkeit in einer Situation und b. der Anreiz des Erfolgs oder Misserfolgs. Das menschliche Verhalten in einer Leistungssituation erklärt Atkinson durch die Interaktion der Person- und Situationsvariable, die multiplikativ verknüpft sind und aus den zwei Motivationstendenzen, der Tendenz Erfolg zu erzielen und der Tendenz Misserfolg zu vermeiden, resultieren.

Die Attributionstheoretische Theorie besteht aus drei Stadien:

Im ersten Stadium, vor den Leistungshandlungen treten schon Kausalattributionen auf, wir stellen uns Fragen. Im zweiten Stadium treten Konsequenzen unserer Handlungen auf und im dritten Stadium ist Erfolg oder Misserfolg eingetreten, unsere affektiven Reaktionen und unsere Zukunftserwartungen werden durch neue Kausalattributionen beeinflusst.

Das Attributionstheoretische Modell von Weiner ist durch vier Faktoren gekennzeichnet, der externale, der internale, der stabile und der variable. Der internal Stabile definiert sich als Begabung bzw. Intelligenz, der internal Variable als Anstrengung, der external Stabile ist die Aufgabenschwierigkeit und der external Variable der Zufall.

Neben Weiners attributionstheoretischem Modell gibt es noch Heiders Handlungsananlyse. Heider, wie auch Atkinson geht davon aus, dass die Erklärung einer Handlung oder eines Ereignisses sowohl personale wie auch situationale Faktoren besitzt. Seine Überlegungen liegen darin, dass die Absicht und die Anstrengung, die je nach Ausprägung eine unterschiedlich starke Motivation ergeben. Die Erklärungsfaktoren für eine Handlung sind die Motivation und das Können. Diese beiden Faktoren, die auch zusammenwirken, führen ihrerseits wiederum zu verschiedenen Ergebnissen oder Handlungen.

4. Praktische Methoden zur Leistungsverbesserung im Kindergarten

„Leistungsmotivation und Arbeitshaltungen werden im Vorschulalter grundgelegt und sollten „bereitstehen“, wenn die „echten Leistungsanforderungen“ an das Kind herangebracht werden.“ (Schenk-Danzinger, 1999. S.233)[3]

Im praktischen Teil dieser Arbeit, versuche ich zu zeigen, wie man die Theorien der Leistungsmotivation an Hand verschiedenen Methoden in der Schule einsetzen kann. Ich behandele vier verschiedene Teile, ich gehe auf vier verschiedene Aspekte der Leistungsförderung ein: a. den Schwierigkeitsgrad der Aufgagen und die Aufgabenkomplexität, b. die Zielsetzung der Kinder, c. die Rückmeldung des Lehrers bzw. der Lehrerein und d. das Umfeld des Kindes.

a. Die Aufgabenschwierigkeit und -komplexität

Eine Aufgabe soll weder zu schwierig noch zu einfach sein, sie soll so gestellt sein, dass mindestens 75% der Kinder sie ohne Probleme bewältigen können. Natürlich soll man differenzieren, man kann den weniger begabten Schülern einfachere Aufgaben und den unterforderten Schülern schwierigere Aufgaben geben. Wenn eine Aufgabe einem Kind zu schwierig ist, ist der Anreiz die Aufgabe zu lösen zwar sehr groß, die Erfolgswahrscheinlichkeit aber sehr gering. Das Resultat wird also wahrscheinlich ein Misserfolg sein, welcher einen negativen Einfluss auf die affektiven Reaktionen des Kindes hat. Das Kind ist verärgert und seine Erwartungen für die Zukunft werden heruntergeschraubt, so dass es in Zukunft weniger Leistung vollbringen wird. Wenn eine Aufgabe einem Kind zu einfach ist, ist der Anreiz von Erfolg gleich Null, das Kind langweilt sich bei dieser Aufgabe. Natürlich meistert es sie ohne Problem, freut sich aber nicht über das Ergebnis, weil die Lösung für das Kind selbstverständlich ist. Deshalb ist es wichtig zu differenzieren und den einzelnen Kindern Aufgaben zu geben, die für sie maßgeschneidert sind, denn der Anreiz die Aufgabe zu lösen, hängt von seiner subjektiven Erfolgswahrscheinlichkeit ab. Wenn ein Kind eine Aufgabe lösen soll, die gerade über seinem momentanen Können liegt, die ihm aber kognitive Anreize bietet, ist es motiviert und strengt sich an, um sie erfolgreich lösen zu können. Wenn dies ihm gelingt, freut es sich und erhöht seine Erwartungen für die Zukunft. Es kann seine Fähigkeiten durch seine eigene Anstrengung erhöhen.

[...]


[1] Mießler. M. (1979). Leistungsmotivation und Zeitperspektive. München: Oldenburg Verlag

[2] Mießler. M. (1979). Leistungsmotivation und Zeitperspektive. München: Oldenburg Verlag

[3] Schenk-Danzinger, L. (1999). Entwicklung-Sozialisation-Erziehung. Von der Geburt bis zur Schulfähigkeit. (3. Aufl.). Wien:. Klett-Cotta

Details

Seiten
9
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640148288
ISBN (Buch)
9783640148332
Dateigröße
403 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v113617
Note
14/20
Schlagworte
Leistungsmotivation Theorie Methoden Leistungsverbesserung Kindergarten Faculté Lettres Sciences Humaines Arts

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Titel: Leistungsmotivation - Theorie und praktische Methoden zur Leistungsverbesserung im Kindergarten