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Hospitationsbericht. Beratungsprozesse im Praxisfeld gestalten

©2021 Hausarbeit 11 Seiten

Zusammenfassung

Durchführung einer praktischen Anleitung im Praxisfeld.
Diese Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung professioneller Rollenkonzepte durch Hospitation.

Die Hospitation hilft, Ihre Sicht auf den Unterricht zu schärfen, neue Ideen für Ihren eigenen Unterricht zu entwickeln und über verschiedene Unterrichtsformate und Unterrichtspersonen nachzudenken. Darüber hinaus wird reflektiert, wie sich Unterrichtsformate und Lehrpersönlichkeiten auf die Auszubildenden auswirken.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorstellung
2.1 Unternehmensporträt
2.2 Adressanten Analyse
2.2.1 Praxisanleiter
2.2.2 Schüler

3 Hospitation Tag
3.1 Vorgespräch
3.2 Durchführung
3.3 Nachgespräch

4 Schwerpunkt
4.1 Positive Schwerpunkt: Durchführung der Anleitung
4.1.1 Cognitive Apprenticeship
4.2 Negative Schwerpunkt: Nachgespräch/Abschlussgespräch
4.2.1 Vorbereitung
4.2.2 Einstieg ins Gespräch
4.2.3 Eigens Reflexion des Lernenden
4.2.4 Reflexion durch den Anleiter

5 Fazit

6 Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Dieses Thema konzentriert sich auf die Entwicklung professioneller Rollenkon­zepte durch Hospitation.

Die Hospitation hilft, Ihre Sicht auf den Unterricht zu schärfen, neue Ideen für Ihren eigenen Unterricht zu entwickeln und über verschiedene Unterrichtsformate und Unterrichtspersonen nachzudenken. Darüber hinaus wird reflektiert, wie sich Unterrichtsformate und Lehrpersönlichkeiten auf die Auszubildenden auswirken.

Im ersten Kapitel möchte ich einen kurzen Hintergrund über die Einrichtung, den Schüler und den Praxisleiter geben. Gefolgt von einer Beschreibung des Hospi­tationstag. Danach werden Schwerpunkte identifiziert und werden Methode und Handlungsoption theoriegestützte vorgeschlagen.

Zuletzt wird eine Reflexion/ Ausblick in einem Fazit kurz zusammengefasst

2 Vorstellung

Im zweiten Kapitel wird eine kurze Einführung in das Unternehmen gegeben, in dem die Hospitation stattgefunden hat, gefolgt von einem kurzen Adressaten Analyse der PA und des Schülers.

2.1 Unternehmensporträt

Das Altenheim gibt es seit 2003. In dieser Einrichtung leben pflegebedürftige, schwer chronisch kranke, geistig und schwerstbehinderte Menschen. Die Institution hat 2 Wohnbereichen mit 87 vollstationären Plätzen. Darüber hinaus bietet diese Einrich-tung weitere Lernmöglichkeiten für Schüler, die sich in Ausbildung befinden. z. B. eine Pausenmöglichkeit und ein Platz für Anleitung Situation (z. B. ein leeres Bewohners-Zimmer). Derzeit sind nur zwei Praxisanleiterinnen in der Einrichtung beschäftigt, eine von ihnen im OG, wo mein Hospitationstag stattfand.

2.2 Adressaten Analyse

2.2.1 Praxisanleiter

Frau R ist eine der Praxisanleiter in den Einrichtungen. Sie ist eine exami­nierte Altenpflegerin und arbeitet seit fast 4 Jahren in der Einrichtung. Sie ist zu 75% als Altenpflegerin angestellt und leitet auch Schüler nebenbei an. Sie wirkt streng, ist aber sehr locker, wenn sie einen Schüler anleitet.

2.2.2 Schüler

J ist ein 45 Jahre alter Schüler im zweiten Lehrjahr. Er ist Amerikaner, hat einen Bachelor of Psychologie in den USA und lernt derzeit Altenpfleger, redet und versteht Deutsch. Er ist eine sehr offene, freundliche und lockere Person, nimmt sich immer Zeit für die Bewohner und mag es, Dinge langsam zu machen und es nicht eilig zu haben. Sein letzter Außeneinsatz war im Hospiz bis einen Tag vor dem Hospitationstag. Er ist ein kinästhetischer lernender und ein Auditiv lernender. Ihn zu unterweisen ist manchmal schwierig, weil er kein Interesse zeigt und Dinge sehr langsam machen möchte oder es gerne auf seine eigene Weise macht.

3 Hospitation Tag

Nach der Vorstellung der PAL und des Schülers, wird in diesem Kapitel ein Überblick darüber gegeben, wie der Hospitationstag abgelaufen ist. Der Hospi­tationstag wird mit dem Prozess einer geplanten Anleitung illustriert.

3.1 Vorgespräch

Die PAL fängt ihren Dienst um 8 Uhr an. Der Schüler musste seinen Dienst um 6:30 beginnen. Während der Übergabe wurde der Schüler bereits von der WBL darüber informiert, dass er das Insulin und die Medizin mit einer examinier­ten PFK vorbereiten muss bis Fr. R kommt. Er war nicht so begeistert zu hören, dass er dies am selben Tag tun wird, an dem er wieder in der Einrichtung ist. Die PAL kam um 8 Uhr an, jedoch wurde die Anleitung nicht gleich durchgeführt, da die PAL noch eine Sichtübergabe durchlesen musste. Als der Schüler in den Raum kam, gab es nur eine kurze Begrüßung und danach wurde er gefragt, was er noch lernen möchte, war sich aber nicht sicher, was er wissen wollte. Also sagte ihm die PAL, dass er einen Katheter neu anlegen soll, einen Verbands­wechsel durchführen und Wundprotokoll dokumentieren muss. Die PAL ver­hängte, dass er sich beeilen und die 3 Bewohner bei der Grundpflege fertig ma­chen muss.

3.2 Durchführung

Die Anleitung begann gegen 9:30 Uhr. Es begann mit einem bettlägerigen Bewohner mit Katheter. Die PAL teilte dem Bewohner weiterhin mit, dass ihr Katheter gewechselt wird und, dass es einen Schüler gibt, der den Prozess be­obachten wird. Die PAL gab eine sehr freundliche, aber strenge Anweisung an den Schüler. Bevor sie mit der Durchführung des Kathterwechseln begann, teilte sie dem Schüler mit, dass sie den ersten Kathterwechseln machen wird und der Schüler dies beim nächsten Bewohner tun wird. Sie erklärte den gesamten Pro­zess des Kathterwechseln mit strukturierten und präzisen Anweisungen. Ihr Tempo war gerade richtig für den Schüler, um es zu verstehen. Während der Durchführung machte sie auch einen kurzen Blickkontakt mit dem Schüler. Zwi­schendurch wird sie auch eine zusätzliche Bemerkung machen, was die Indika- tion und Kontraindikation für Katheter sind. Die Durchführung des Kathterwech- seln dauerte fast 15 Minuten. Der Schüler hörte aufmerksam zu. Er nickte nur die ganze Zeit, die die PAL anweist. Bei dem zweiten Bewohner konnte er die gleiche Anweisung mit ein wenig Hilfe durchführen. Während er die Anweisung ausführte, gab es Zeit dem PAL Fragen zu stellen. Der PAL antwortete geduldig und beantwortete die Frage, ohne zu zögern. Der Schüler war nach 20 Minuten fertig. Die PAL lobte sich und ihren Schüler für ihre großartige Arbeit. Danach gingen sie denselben Patienten durch, um die Wunde zu untersuchen. Hier än­derte sich die Unterrichtsphase, da die PAL eilig war. Die PAL erklärte die Wunde und wie man einen Wundverband wechselt. Sie ließ den Schüler den Verbandwechsel vornehmen, da der Schüler dies schon einmal getan hatte. Ein PFK rief den Schüler an, weil sie in seine Grundpflege mit einem BW klagte und er zu dieser Person gehen musste. Der Schüler ging mit enttäuschtem Gesicht fort. Die PAL sah ihn nur an und informierte den Schüler, dass er die Medizin vor 11:30 Uhr vorbereiten und die Medizin auch dem Bewohner geben müsste. PAL war bei der Zubereitung der Medizin neben ihm, hatte es aber eilig, aber der Schüler zeigte keine Motivation mehr und würde lieber in seiner eigenen Phase arbeiten. Nach dem Mittagessen war die Anleitung beendet.

3.3 Nachgespräch

Die Anleitung war um 12:30 fertig. Es wurde keine Nachgespräch durchge­führt, da der Schüler nach dem Mittagessen informiert wurde, dass er einen Be­wohner nochmals waschen muss. Danach hatte er eine kurze Pause gemacht und ist gleich nach Hause gegangen.

4 Schwerpunkt

In Bezug auf Kapitel 3 wird der positive und negative Schwerpunkt identifi­ziert und gefolgt von einer verschiedenen Möglichkeit mit der Theorie und Pra­xisvernetzung gefolgt.

4.1 Positive Schwerpunkt: Durchführung der Anleitung

Jede Anleitung sollte strukturiert sein und im Rahmen eines durchdachten Prozesses ablaufen.1 Dieser Schritt wie die Anleitung gut durchgeführt hat, reflek­tiert die 4 Schrittes des Modells der „Cognitive Apprenticeship“.

4.1.1 Cognitive Apprenticeship

Cognitive Apprenticeship (Kognitive Lehre) wurde der Ende 1980 Jahre von Collins, Brown und Newman entwickelt. Eine Methode, die im Sinne von Meister­Lehrlings-Verhältnissen kognitive Prozesse für den Lernenden sichtbar machen soll2. Bei dem nicht Lehrende die Lerninhalte theoretisch darstellen und die Ler­nenden sie mehr oder weniger passiv aufnehmen und verarbeiten, sondern bei den Handlungs-situationen aufgesucht oder geschaffen werden, in denen die Lernenden durch eigene Aktivität und Problemlösung sich die Lerninhalte selbst erarbeiten3

Der Cognitive Apprenticeship ist durch die vier Phasen gekennzeichnet dazu wird auch ein Beispiel benannt.

1. Modeling - Der Lehrende führt am Anfang den Lernern die einzelnen Arbeits­schritte an einem Model.
- PA erklärt, wie er vorgehen wird. Sie erläutert, worauf es ankommt und weis auf mögliche Schwierigkeiten hin. Sie weist der Schüler die Funktion von Katheter. Im Anschluss daran führt die PAL die Kathterwechseln und erklärt nochmals ihr Vorgehen und nimmt Bezug auf zuvor das theoretisch Besprochene.
2. Coaching - Der Lehrende bietet Unterstützung bei der Lösung
- Der Schüler darf im anderen Bewohner eine Kathterwechseln eigenständig durchführen. Die aktive Führung wird von PAL unterstützt.
3. Scaffolding - Der Lehrende zieht sich kontinuierlich zurück. Den Lernern die einzelnen Arbeitsschritte selbstständig mit Hilfestellung der Lehrende selbst durchführen.
- PAL kann alternative Lösungsmöglichkeiten aufzeigen (z.B zum Handling der Utensilien) und je nach Bedarf nochmals Teilschritte erklären (z.B gleich die Harnröhrenöffnung finden
4. Fading - Mit zunehmender Kompetenz des Lehrende nimmt die Unterstützung durch die Lerner immer mehr ab
- Schüler gab sein Vorgehen in eigenes Wort wieder. PAL kommentiert und bewertet die Beschreibung

Durch diese Methode. Der Schüler sieht jeden einzelnen Arbeitsschritt auf dem Weg zum Kathterwechseln und erkennt dessen Bedeutung für die Fertigstellung desselben. Durch diese Einsicht über die Bedeutung der Teilschritte sind diese für den Schüler logisch und können ohne Probleme nachvollzogen und abgespei­chert werden, sodass er in der Lage ist, sie ebenfalls auszuführen. Diese Ersicht­lichkeit von Handlungsfolgen soll auch auf unsichtbare Denkschritte übertragen werden, damit auch hier die Bedeutsamkeit für das Kathterwechseln offensicht­lich wird.4

4.2 Negative Schwerpunkt: Nachgespräch/Abschlussgespräch

Im nächsten Schwerpunkt wird auf das Nachgespräch hinweisen, das nicht im Hospitation Tag stattgefunden hat. Hier werden die Struktur und der Prozess ei­nes Nachgespräch identifiziert.

Ein Abschluss- oder Beurteilungsgespräch beschließt den Praxisblock und ist zugleich Rückblick und Vorschau. Es ist die Möglichkeit zur Reflexion, Rückmeldung und Beurteilung nicht nur für den Auszubildenen, sondern auch für den Praxisanleiter.5

4.2.1 Vorbereitung

Um ein erfolgreiches Nachgespräch zu haben. Es muss möglich unter 4 Augen sein, keine unbeteiligten Zuhörer, Zeitdrück vermeiden und ein Gespräch Atmosphäre schaffen.6 Darüber hinaus hilft ein verfügbares Bewertungsblatt bei der Strukturierung des Inhalts, wodurch ein Feedback auf Basis standardisierter Kriterien ermöglicht wird.

[...]


1 Vgl. Denzel, S (2019) Praxisanleiter: pflegen, ausbilden, begleiten. Auflage 4.

2 Vgl. Forrester, (2019) Unit 1: What is cognitive apprenticeship? - KNILT (albany.edu) (Abgerufen am 8.12.2019)

3 Vgl. Bauer, Hans, (2007): Lern (Prozess)Begleitung in der Ausbildung. Wie man Lernende be­gleiten und Lernprozesse gestalten kann. Ein Handbuch (2. Aufl.). S.43

4 Vgl. Adams, T. (o.d): Cognitive Apprenticeship: Teaching the Crafts of Reading, Writing and Mathematics.http://www.iim.uni-giessen.de/osinet/paedagog/instrukt/konstruk/cognappr.htm

5 Vgl. Denzel, S (2019) Praxisanleiter: pflegen, ausbilden, begleiten. Auflage 4. S. 117

6 Vgl. Sandau, P, (2021): Nachgespräch Auswertung der Anleitung: Modul S2 ME1

Details

Seiten
11
Jahr
2021
ISBN (eBook)
9783346519467
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (Oktober)
Schlagworte
Anleitung Durchführung Nachgespräch
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