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Die Pädagogik der NS-Zeit

Hausarbeit 2003 11 Seiten

Pädagogik - Geschichte der Päd.

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Das Erziehungswesen des NS-Staates

3. Erziehung aus der Sicht Hitlers

4. Die Schule der NS-Zeit

5. Außerschulische Veranstaltungen

6. Die Mädchen

7. Jüdische SchülerInnen

8. NAPOLA

9. Formationserziehung

10. Pädagogische Grundideen der NS-Pädagogenschaft

11. Der NS-Pädagoge Eduard Spranger

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Die Zeit des Nationalsozialismus wurde für das deutsche Volk von Schlagwörtern wie „Du bist nichts, dein Volk ist alles“ oder „Recht ist, was dem deutschen Volk nützt“ bestimmt. Jeder Bürger hatte dem Führer „bedingungslosen Gehorsam“ entgegenzubringen und sich ihm unterzuordnen, wobei nicht nach den Wünschen, Bedürfnissen oder Zielen des Einzelnen gefragt wurde. Hitler hatte die alleinige Macht über alle Institutionen des Reiches und der Partei. Von seiner Partei der NSDAP gingen zahlreiche Gliederungen aus: SA, SS, NS-Frauenschaft, Hitlerjugend, Bund Deutscher Mädel. Desweiteren gab es eine Vielzahl von Verbänden: NS-Studentenbund, NS-Dozentenbund, Deutsche Arbeitsfront (DAF), Reichsbund der deutschen Beamten, NS-Rechtswahrerbund, NS-Lehrerbund usw., denn den Bürgern sollte keine private Tätigkeit außerhalb der Partei möglich sein. Das Volk wurde also durch seinen Führer vollkommen beherrscht.

Die Ideologie des Nationalsozialismus lässt sich nach Hitlers „Mein Kampf“ folgendermaßen zusammenfassen:

„Erstens die sozial-biologische Unterscheidung von Menschen nach ihrer angeblichen rassischen Herkunft und Wertigkeit in wertvolle und in minderwertige mit unterschiedlichem Anspruch auf Lebensrecht;

zweitens die Fiktion einer reinrassigen und erbbioligisch gesunden Volksgemeinschaft als oberster Wert und zugleich Staatszweck, die es herzustellen galt auf dem Weg von Züchtung und Auslese;

drittens die Vorstellung einer auf dem Führer-Gefolgschafts-Pinzip basierenden Volksordnung mit hierarchisch-elitären und zugleich patriarchalischen Strukturen und schließlich

viertens der Anspruch des Herrenvolkes auf Lebensraum, der notfalls gegenüber den als minderwertig deklarierten Völkern mit militärischer Gewalt durchzusetzen war.“ (vgl. Keim 1997, Bd 1, 15)

2. Das Erziehungswesen des NS-Staates

Durch die schwere Wirtschaftskrise in den letzten Jahren der Weimarer Republik und den damit auch für Pädagogen verschlechterten Arbeitsbedingungen machten sich auch in der Erziehungswissenschaft republikfeindliche, antidemokratische Haltungen bemerkbar; die Nationalsozialisten stießen also fast ausschließlich auf Anpassungsbereitschaft. Lediglich die Volksschullehrerschaft kam ihnen mit Ablehnung entgegen.

Nach den Forderungen Hitlers in „Mein Kampf“: „Rassesinn und Rassegefühl muss instinkt- und verstandesgemäß in Herz und Hirn Aller hineingebrannt werden“ machte es die Erziehungswissenschaft sich so zur Aufgabe, dieses in den Köpfen zu verankern.

Zu dem staatlichen Schulwesen hinzu kamen die nationalpolitischen Erziehungsanstalten und die Adolf-Hitler-Schule. Pädagogik wurde zu Überwältigung, Drill und Dressur und die Hauptaufgabe des Schulunterrichts wurde die „Erziehung zu nationalsozialistischer Weltanschauung und Staatsgesinnung“ (vgl. SchA F1, Tgb. Nr. 53 vom 25.9.1934; Schreiben des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung)

Da man den Einfluss der Familien auf ihre Kinder zurückdrängen wollte und sich die Schule nur bis zu einem gewissen Grad nazifizieren ließ, richtete man zusätzlich direkt von der Partei Kindergruppen für die 6 bis 10-jährigen, sowie Jugendgruppen ab dem 10ten Lebensjahr ein. Dadurch, dass die Kinder in diese Angebote stark eingebunden wurden entfremdeten sie sich langsam von ihren Familien, welche ihre Bedeutung bald nur noch in der „Mitgabe einer anständigen Erbmasse“ hatte.

3. Erziehung aus der Sicht Hitlers

„Der völkische Staat hat in dieser Erkenntnis seine gesamte Erziehungsarbeit in erster Linie nicht auf das Einpumpen bloßen Wissens einzustellen, sondern auf das heranzüchten kerngesunder Körper. Erst in zweiter Linie kommt dann die Ausbildung der geistigen Fähigkeiten. Hier aber wieder an der Spitze die Entwicklung des Charakters, besonders die Förderung der Willens- und Entschlusskraft, verbunden mit der Erziehung zur Verantwortungsfreudigkeit, und erst als Letztes die wissenschaftliche Schulung.“ (vgl. Hitler, Mein Kampf, 1926, S. 452)

4. Die Schule der NS-Zeit

Fortan sollte die Schule nicht mehr als reine Unterrichtsanstalt begriffen werden sondern wie bereits erwähnt der Verankerung des nationalsozialistischen Denkens dienen.

Im Biologie-Unterricht stand plötzlich Erb- und Rassenlehre auf dem Lehrplan, welche auch zum Pflichtbestandteil von Abiturprüfungen wurde. Auch der Deutschunterricht diente nun hauptsächlich der Untermauerung der biologisch-rassistischen, historischen, politischen oder wehrpolitischen Kenntnisse und Fähigkeiten. Jedes Unterrichtsfach wurde auf diese Weise der zu vermittelnden NS-Ideologie angepasst und es gab nur sehr wenige Lehrer, die alternative neutrale Themen für Juden anboten. Turnen („Leibesübungen“) wurde zum Hauptfach erhoben.

Die Schule war durch das Führerprinzip organisiert; der Direktor hatte alleiniges Entscheidungsrecht über Prüfungen, Zeugnisse und Noten.

1937/38 wurde als Alternative zur herkömmlichen höheren Schule die „Deutsche Oberschule“ entwickelt und die Schulzeit auf acht Jahrgangsstufen begrenzt. Die Aufnahme an der Deutschen Oberschule (DOS) setzte eine bestandene Aufnahmeprüfung sowie das Bekenntnis des Schülers zum Nationalsozialismus voraus.

5. Außerschulische Veranstaltungen

Um im allgemeinen den „nationalsozialistischen Geist“ der Schüler zu formen und für Abwechslung im Schulalltag zu sorgen, nahm die Zahl der Schulfeiern, Exkursionen, Wanderungen usw zu, man übertrug in der Aula Reden der NS-Prominenz, nahm an öffentlichen Aufmärschen und Feiern teil und führte 1933 auch den Hitlergruß ein. Dies alles trug in erster Linie der „nationalpolitischen Schulung“ bei, denn man machte so die nationalsozialistische Weltanschauung erfahrbar und erlebbar (Pünktlichkeit, gemeinsame An- und Abmärsche, Gleichschritt,...).

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Details

Seiten
11
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638176842
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v11554
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen – Erziehungswissenschaften
Note
bestanden
Schlagworte
Hitler Spranger Napola Hitlerjugend Juden

Autor

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