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Planung einer Projektwoche zum Thema "Bienensterben" in der Sekundarstufe I (7. Klasse, Biologie)

©2021 Projektarbeit 36 Seiten

Zusammenfassung

Die Thematik "das Bienensterben" soll im Zuge des Biologielehrplans der 7. Klasse einer inklusiven Gemeinschaftsschule vertiefend aufgegriffen werden. Um dieses umfassende Thema fächerübergreifend gestalten zu können und ganzheitliches Lernen zu ermöglichen, sollen sich die Schülerinnen und Schüler (nachfolgend SuS genannt) innerhalb eines einwöchigen Projektes, nachhaltigkeitsbezogene Kompetenzen aneignen und ein Bewusstsein für das Zusammenspiel von Mensch und Natur erlangen. Das Bienensterben ist ein allgegenwärtiges und zukunftsrelevantes Thema. Diesbezüglich ist es wichtig, frühzeitig ein Verantwortungsbewusstsein zu schaffen, sich mit Nachhaltigkeit zu befassen und eigene Werte zu entwickeln. Es soll den SuS ermöglicht werden, sich selbstständig und kooperativ mit der Einzigartigkeit der Natur auseinanderzusetzen und mit neuen Erkenntnissen zum Schutz der Bienen beizutragen.

Leseprobe

Inhalt

1 Themenvorstellung

2 Die Klasse
2.1 Allgemeine Klassendarstellung
2.2 Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler
2.3 Kurzbeschreibung der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf

3 Sachstrukturanalyse

4 Didaktische Vorüberlegungen orientiert an Wolfgang Klafki
4.1 Gegenwartsbedeutung
4.2 Zukunftsbedeutung
4.3 Exemplarische Bedeutung
4.4 Inhaltliche oder thematische Strukturierung
4.5 Zugänglichkeit
4.6 Kategoriales Schlüsselproblem

5 Methodische Vorüberlegungen

6 Unterrichtssequenz im zweistündlichen Zeitrahmen

7 Kompetenzraster

8 Literaturverzeichnis

9 Anhang

1 Themenvorstellung

Die Thematik „das Bienensterben“ soll im Zuge des Biologielehrplans der 7. Klasse einer inklusi­ven Gemeinschaftsschule vertiefend aufgegriffen werden (vgl. Thüringer Ministerium für Bil­dung, Wissenschaft und Kultur 2012). Um dieses umfassende Thema fächerübergreifend gestal­ten zu können und ganzheitliches Lernen zu ermöglichen, sollen sich die Schülerinnen und Schü­ler (nachfolgend SuS genannt) innerhalb eines einwöchigen Projektes, nachhaltigkeitsbezogene Kompetenzen aneignen und ein Bewusstsein für das Zusammenspiel von Mensch und Natur er­langen. Das Bienensterben ist ein allgegenwärtiges und zukunftsrelevantes Thema (vgl. Stein 2021). Diesbezüglich ist es wichtig, frühzeitig ein Verantwortungsbewusstsein zu schaffen, sich mit Nachhaltigkeit zu befassen und eigene Werte zu entwickeln. Es soll den SuS ermöglicht wer­den, sich selbstständig und kooperativ mit der Einzigartigkeit der Natur auseinanderzusetzen und mit neuen Erkenntnissen zum Schutz der Bienen beizutragen. Als christliche Gemeinschafts­schule besteht bereits seit vielen Jahren durch unterschiedlichste Anlässe, wie Andachten und Gottesdienste, eine enge Zusammenarbeit mit dem örtlichen Pfarrer. Dieser strebt eine über die Projektwoche hinauswachsende Kooperation mit der Bienen-Garten-Kirche im Nachbarort an. Die SuS sind nicht nur Gestalter und Forscher der Projektwoche, sie sind auch Wissensmultipli­katoren innerhalb ihrer Familie, des Freundeskreises und in Vereinen. Wichtig für das Gelingen der Projektwoche ist die Berücksichtigung der Klassenheterogenität. Durch die offene Unter­richtsform und dem gemeinsamen Lernen profitieren alle SuS, indem sie sich gegenseitig unter­stützen, durch eingesetzte Spiele das soziale Miteinander der Klasse stärken und ihren Wissens­zuwachs auch in anderen Fächern erfolgreich einsetzen können. Anhand diverser Wiederho­lungsmethoden und der gegenseitigen Hilfestellung untereinander, können SuS mit Förderbe­darf von ihren anderen Mitschülern lernen, während diese wiederum ihr neu erlangtes Wissen durch die Weitervermittlung noch vertiefen. Weiterhin werden soziale Kompetenzen aufgebaut und die Akzeptanz untereinander gestärkt, indem die Projektwoche zum großen Teil durch Grup­pen- und Partnerarbeit geprägt ist. Die erarbeiteten Kenntnisse sollen am Ende der Woche durch unterschiedliche Blickwinkel in Form einer Zukunftswerkstatt zusammengetragen, diskutiert und auf die Zukunft projektiert werden, sodass das Projekt einen nachhaltigen und offenen „Ab­schluss“ findet und ein Fundament für kommende Vorhaben bildet.

2 Die Klasse

2.1 Allgemeine Klassendarstellung

Die Teilnehmer der Projektwoche sind SuS der 7. Klasse einer inklusiven Gemeinschaftsschule. Der Klassenverband setzt sich zum aktuellen Zeitpunkt aus 14 SuS zusammen, der Anteil von männlichen und weiblichen SuS ist ausgeglichen. Sechs der SuS besitzen einen Förderschwer­punkt und benötigen zusätzliche Unterstützung. Durch das pädagogische Profil, welches ein Zwei-Pädagogen-System in kleinen inklusiven Klassen voraussetzt, kann individueller auf die Be­dürfnisse eines jeden Schülers eingegangen werden. Die sonderpädagogische Fachkraft beglei­tet die Klasse ganztägig und unterstützt die Fachlehrer. Die Heterogenität der Klasse setzt sich aus einem Schüler mit dem Förderschwerpunkt Hören, einer Schülerin mit Trisomie 21, einem Schüler welcher als hochbegabt eingeschätzt wird, einem Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen, einem Schüler mit Förderschwerpunkt geistiger Behinderung und einem Schüler mit dem fetalen Alkoholsyndrom (fortlaufend FAS genannt) und einer Skoliose (Behinderungsgrad 80%) zusammen1. Die Klassengemeinschaft ist weitestgehend harmonisch, jedoch ist der Alltag oft durch Störungen in Form von Konfliktsituationen oder Unruhen, die auf Wahrnehmungsstö­rungen des Schülers mit FAS und eines Schülers mit einer auditive Wahrnehmungs- und Verar­beitungsstörungen. zurückzuführen sind, geprägt. Die SuS helfen sich gern untereinander und sind hilfsbereit. Es ist allerdings auch festzustellen, dass in anstehen Gruppenarbeiten bei eige­nen Wahlmöglichkeiten immer wieder dieselben Partner bevorzugt werden. Dabei wird deut­lich, dass die SuS mit Förderbedarf zum Schluss gewählt werden und somit doch eine Ausgliede­rungstendenz zu beobachten ist. Mitunter schwächt das Bewusstsein für die SuS mit Förderbe­darf seitens der SuS ohne Förderbedarf innerhalb der Klasse ab2. Dies erfordert gelegentliche Gruppengespräche, um alle wieder auf die Besonderheit der Klassenzusammensetzung zu sen­sibilisieren.

2.2 Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten3

o = kein Förderbedarf / + = mittlerer Förderbedarf / ++ = hoher Förderbedarf

2.3 Kurzbeschreibung der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf

B.S. (M) - Förderschwerpunkt Hören

B.S. ist ein angesehener selbstbewusster Schüler, der gern im Mittelpunkt steht und seine Mitt­schüler beindrucken möchte. Es wurde bei ihm eine auditive Verarbeitungs- und Wahrneh­mungsstörung diagnostiziert, welche sich auf eine verminderte Lese-/Rechtschreibkompetenz auswirkt. Im Klassenraum sitzt er nah am Lehrertisch, da es ihm Mühe bereitet, Seitengeräusche zu differenzieren und dementsprechend konzentriert zu arbeiten. B.S. ist in seinem sozialen Um­feld ein volles Mitglied, jedoch pflegt er hin und wieder einen unpassenden Umgangston mit seinen Mitschülern und hat Mühe, Äußerungen in Gruppengesprächen inhaltlich richtig zu fil­tern. Daraus folgen aufgenommen Fehlinformationen, die wiederum zu Streitigkeiten führen können in denen B.S. sehr impulsiv reagieren kann. Daher ist es wichtig bei ihm nicht nur auf die auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung einzugehen, sondern alle damit zusam­menhängende Bereiche, wie Emotionalität, sprachliche Kommunikation und Sozialverhalten einzubeziehen. Alle Lehrkräfte achten bei B.S. auf zusätzlichen Blickkontakt und eine deutliche Kommunikation. Zusätzlich wird der Unterricht durch Symbole, Bilder, Modelle und Videose­quenzen veranschaulicht, Kopfhörer bereitgestellt und durch weitere zur besseren Informati­onsverarbeitung unterstützende Maßnahmen organisiert. Begleitend dazu bildet das Lernen in einer kleinen Klasse, das Sitzen am Fenster und die damit verbesserten Lichtverhältnisse eine optimale Lernumgebung. B.S. weist keine Lernrückstände auf.[9]

M.F. (M) - als hochbegabt eingeschätzt

M.F. beherrscht ein gutes logisches Denkvermögen, eine elaborierte Sprache und bevorzugt un­abhängiges Arbeiten. Er ist sehr selbstkritisch, kann Verantwortung übernehmen und erweist sich in Planungsangelegenheiten und Organisation als zuverlässig, richtet dabei jedoch die An­forderungen in Gruppenarbeiten oft nach seinem Anforderungsniveau aus. M.F. lernt seit die­sem Schuljahr an der Gemeinschaftsschule und fügte sich anfangs, aufgrund schlechter Erfah­rungen (Mobbing4 ) aus anderen Schulen, nur sehr zögerlich in die Klasse ein. Sein Unterrichts­alltag wird unter Beachtung der inneren Differenzierung und der Individualisierung gestaltet. Ihm werden Aufgaben5 mit einer entsprechender Lernebene geboten, die er in seinem eigenen Tempo bearbeiten kann. So lernt und festigt er nicht nur Themeninhalte, die er bereits kann, sondern erhält zusätzliche Lernangebote, um in der „Zone der nächsten Entwicklung“6 zu lernen.

Für Wochenplanarbeiten, Projekte und aktiv entdeckendes Lernen bringt M.F. die nötige An- strengungs- und Leistungsbereitschaft mit, welche sich gewinnbringend auf die Befriedigung sei­ner eigenen Leistungsanforderungen auswirken. [9]

R.K. (M) - Förderschwerpunkt Lernen, adoptiert, katholisch

R.K. ist ein freundlicher Junge mit einem hohen Gerechtigkeitssinn. Aufgrund eines schwere Le­bensstarts, ist er bis zum Zeitpunkt der Aufnahme in eine Pflegefamilie emotional sehr geprägt worden. Im schulischen Alltag zeigt sich ein verlangsamtes Arbeitstempo, eine begrenzte Kon- zentrations- und Aufmerksamkeitsspanne, geringe Organisationsfähigkeit7 und eine hohe Ab­lenkungsbereitschaft. Ein zieldifferenter und individualisierter Unterricht fördert seine Lernbe­reitschaft. Seine Förderzielschwerpunkte liegen auf dem Bereich der Kognition und des Lern- und Arbeitsverhaltens. Insbesondere die Vermittlung von Lernstrategien, die Strukturierung des Arbeitsplatzes und die Festigung elementarer Lern- und Arbeitstechniken stehen derzeit im Focus. Die Berücksichtigung seiner Erlebnis- und Erfahrungswelt sowie die Stärkung der Persön­lichkeit durch Förderung des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühls haben einen besonde­ren Stellenwert.[9]

E.H. (M) - Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, adoptiert

E.H. ist ein sehr aufgeschlossener kommunikativer Junge, dem es keine Probleme bereitet, sich in die Klassengemeinschaft einzufügen. Bei Gruppenarbeiten übernimmt er gern Verantwortung für Aufgaben, die er von seinen Mitschülern übertragen bekommt und nimmt dabei gern die praktizierende Rolle ein. Reproduzierende Aufgaben wirken sich positiv auf seine Motivation aus, wobei es ihm auf Arbeitsblattebene möglich ist, bei interessengebundenen Themen die Aufmerksamkeit circa 20 Minuten aufrecht zu erhalten. E.H. wählt sich gern Aufgaben, die über seinem Leistungsvermögen stehen8. Jedoch lässt er sich davon nicht entmutigen und sucht nach neuen Aufgaben, die er besser lösen kann. E.H. besitzt ein Zahlenraumverständnis bis 50 und befindet sich auf dem Leistungsstand Deutsch Klasse 2. Die Unterrichtsinhalte gestalten sich meist unterschiedlich, je nach interessenbezogenem Inhalt. Diese können sich durch gleiche Auf­gabenstellungen gestalten, welche für ihn in leichter Sprache verfasst werden oder durch ein auf ihn angepasstes Lernziel bei gleichbleibender gemeinsamer Unterrichtsstruktur. Hilfsmittel zur Veranschaulichung oder unterstützende Hörspiele tragen zum verbesserten Informations­verständnis bei. Die differenzierte Unterrichtsgestaltung ist bei ihm unerlässlich ebenso wie kurze Erholungspausen.9

P.S. (M) - Fetales Alkoholsyndrom, Skoliose, Epileptiker, adoptiert

P.S. fügt sich von selbst nur schwer in die Klasse ein. Er wird aufgrund seiner geringen Konzent­rationsdauer nur bis mittags beschult und hat seit der 1. Klasse eine Schulbegleiterin an seiner Seite. P.S. kann das Verhalten, die Gestik oder Mimik des Gegenübers nicht adäquat interpretie­ren. Diese gestörte Wahrnehmung löst häufig impulsives, wechselhaftes und unruhiges Verhal­ten in ihm aus. Nicht selten kommt es zu Wutanfällen, Aggressionen oder Ängsten. Er hat Schwierigkeiten, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und kann aus seinen Fehlern nur schwer lernen, da er die Ursachen und Wirkungszusammenhänge nur unzureichend versteht. Die SuS wissen um diese Beeinträchtigung und versuchen ihn zu unterstützen, was allerdings nicht im­mer gelingt. P.S. benötig im Schulalltag klare Strukturen und Abläufe. Unvorhersehbare Verän­derungen sind wiederum Auslöser für negatives Verhalten. Das Arbeiten in Teilschritten ist für ihn unerlässlich, da er sich bei komplexeren Aufgaben nicht strukturieren kann und Überforde­rung die Folge wäre. Er versucht gern, durch belustigendes Verhalten über fehlendes logisches Denken und dem Unverständnis der Lerninhalte hinwegzutäuschen.[9]

L.N. (W) - Trisomie 21 adoptiert

L.N. ist ein freundliches Mädchen und zeigt sich meist lernbereit. Zusätzliche Pausen verschaffen ihr Erholungsfenster und Motivation zur Weiterarbeit. L.N. fällt durch ihr vielseitiges Wesen auf. Möchte sie jemanden beeindrucken, nimmt sie gern die Rolle einer Schauspielerin ein, welche durch übertriebene Mimik und Gestik sowie lauten Verhalten gekennzeichnet ist. Zugleich lösen unterschiedlichste Faktoren ein Negativverhalten aus, welches sich in anstößiger Sprache äu­ßert. Überwiegend fügt sie sich jedoch gut in die Klassengemeinschaft ein und pflegt Pausenge­spräche zu ihren Mitschülerinnen. L.N. lernt vorrangig auf bildhafter Ebene. Im Laufe der 7. Klasse erlernte sie das Lesen einfacher Wörter und kurzer Sätze. Sie befindet sich auf dem Le­seniveau Stufe 1 und im Zahlenraumverständnis bis 10. Das abstrakte Denken und die auditive Wahrnehmung sind weniger gut entwickelt. Eine reduzierte Merkfähigkeit, hohe Ablenkbarkeit und mangelnde Konzentration sind Merkmale ihres Lernverhaltens.[9]

[...]


1 Informationen aus Schülerakten

2 deutliche Indikatoren sind immer häufiger werdende Konflikte, die auf persönliche Missempfindungen oder Unverständnis zurückzuführen sind

3 Gewonnene Informationen aus eigenen Beobachtungen im Unterrichtsalltag und aus Schülerakten

4 Informationen durch die Eltern

5 Die Aufgabenstellung ist in seinem sprachlichen Niveau geschrieben mit eingebauten Zusatzaufgaben

6 Studienbrief Seite

7 Ist oft nicht mit allen benötigten Materialien zu Unterrichtsbeginn bereit, die Aufmerksamkeitsspanne kann er je nach Interesse am Thema bis zu 30 Minuten steigern

8 Zum Beispiel ein Arbeitsblatt mit dem großen 1x1, wobei er das kleine 1x1 nur bis zur 5er Reihe be­herrscht

9 Informationen entnommen aus Schülerakten und eigene gewonnene Erkenntnisse durch Beobachtun­gen im Unterrichtsalltag

Details

Seiten
36
Jahr
2021
ISBN (PDF)
9783346588012
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Erscheinungsdatum
2022 (Februar)
Note
1,3
Schlagworte
planung projektwoche thema bienensterben sekundarstufe klasse biologie

Autor

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Titel: Planung einer Projektwoche zum Thema "Bienensterben" in der Sekundarstufe I (7. Klasse, Biologie)