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Überblick über den theologischen Diskurs zum Thema Sterbehilfe

Seminararbeit 2008 14 Seiten

Theologie - Praktische Theologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sterbehilfe
2.1. Zur Unterscheidung von aktiver und passiver Sterbehilfe
2.2. Die aktive Sterbehilfe
2.2.1. Entpersonalisierung
2.2.2. Definition der Situation
2.2.3. Ausgliederung des Lebensendes
2.2.3.1. Der Person- Status
2.3. Die passive Sterbehilfe

3. Das Recht zu sterben
3.1. Das Recht auf Sterbehilfe
3.2. Das Recht auf Selbstbestimmung
3.3. Sterbehilfe bei nichteinwilligungsfähigen Personen

4. Aus der Sicht der theologischen Ethik
4.1. Der christliche Glaube
4.2. Zuwendung und Fürsorge
4.3. Das Leben als Geschenk Gottes

5. Resümee

6. Quellen

1. Einleitung

Wie auch die Geburt, ist das Sterben ein Bestandteil unseres Lebens. Mit dem Sterben ist das Ende und die Vollendung eines jeden menschlichen Lebens abgeschlossen. „Der Christ sieht darin nicht nur eine Katastrophe und nicht nur ein Eingehen in das reine Nichts, sondern die Ankunft am Ziel seines Daseins.“[1]

Doch viele Menschen fühlen sich in den letzten Momenten ihres Lebens von der Außenwelt allein gelassen. Auch diejenigen, die auf die Nähe und Liebe ihrer Angehörigen hoffen können, haben Fragen, die diese meist nicht beantworten können. Doch wer kann diese Fragen beantworten und den Menschen die Angst vor dem großen letzen Schritt im Leben nehmen? Hier taucht der Begriff der Sterbehilfe auf. „Sterbehilfe im Sinne eines Beistands für den Sterbenden ist eine Grundforderung mitmenschlicher Liebe.“[2] Das Thema Sterbehilfe ist in unserer Gesellschaft immer noch umstritten und löst heftigste Diskussionen aus. Das Wort Sterbehilfe weckt bei vielen Menschen negative Assoziationen aus. Der Tod eines Menschen wird auf Verlangen des Patienten herbeigeführt. Die moderne Medizin kann zwar den Tod eines Patienten sehr lange und oft bis ins Unerträgliche hinausziehen, doch müssen sich die Patienten oder die Angehörigen früher oder später im Klaren darüber sein, ob eine Fortführung der Therapie sinnvoll ist. Mit dem Thema Sterbehilfe rücken immer mehr Fragen in den Vordergrund. Wie setzt sich die Gesellschaft mit dem Thema Sterbehilfe auseinander? Ist Sterbehilfe ethisch? Wie geht die Kirche mit dem Thema Sterbehilfe um?

Das ist nur ein Auszug von Fragen, die ich in der folgenden Hausarbeit zu klären versuche.

In erster Linie werde ich mich allgemein mit dem Thema Sterbehilfe befassen. Danach folgt ein theologischer Diskurs.

Die Hausarbeit behandelt die Frage, ob Sterbehilfe um des Patienten willen menschenwürdig sein kann und wie sich vor allem der christliche Glaube mit dem Thema auseinandersetzt.

2. Sterbehilfe

2.1. Zur Unterscheidung von aktiver und passiver Sterbehilfe

Auch in Deutschland finden sich neuerdings theologische Fürsprecher für die aktive Sterbehilfe. Damit kann die aktive Sterbehilfe auf zunehmende Zustimmung rechnen. Die Kirche und Theologie müssen sich nun mit dem Thema Sterbehilfe auseinandersetzen.

Zunächst muss der Unterschied zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe geklärt werden. Während aktive Sterbehilfe die Tötung eines Menschen veranlasst, tut dies die passive Sterbehilfe nicht. „Primär geht es nicht um die Differenz von Handeln und Unterlassen, sondern vielmehr um die Wahrnehmung des Todes eines Menschen, nämlich ob dieser Tat ist oder Geschick.“[3] Ist der Tod aber Geschick, so müssen der Patient und die Angehörigen warten bis dieser eintritt. Bei der passiven Sterbehilfe ist die Situation des Wartens auf den Sterbeprozess und letztendlich auf den Tod gewahrt. Die aktive Sterbehilfe hingegen beendet die Situation oder kommt ihr gar in einer Phase zuvor.

2.2. Die aktive Sterbehilfe

In allen Religionen und Kulturen gibt es ein Tötungsverbot gegenüber Menschen.[4] Dies scheint Bedingung für das menschliche Leben und Zusammenleben zu sein. Diese These „geht von der personalen Verfasstheit menschlicher Existenz aus und zielt auf die These, dass die Tötung eines Menschen unvereinbar ist mit seinem Person- Status.“[5] Es stellt sich die Frage: Wie kann die Tötung auf Verlangen in der heutigen Gesellschaft zunehmenden Zuspruch gewinnen?

Laut Johannes Fischer gibt es drei Gründe: Die Entpersonalisierung, die Definition der Situation und die Ausgliederung des Lebensendes.

2.2.1. Entpersonalisierung

Die Tötung bezieht sich bei der Entpersonalisierung nicht auf die Person, die den Willen hat zu sterben. Die Entpersonalisierung ist eine ärztliche Maßnahme und befreit den Sterbewilligen von seinem Leid, dass immer unerträglicher zu werden scheint.

2.2.2. Definition der Situation

Die Definition der Situation spielt auch bei der passiven Sterbehilfe eine grundlegende Rolle. „Die Tötungshandlung wird von den Beteiligten auf einen höheren Notstand zurückgeführt,…“[6] Hier wird die Integrität der Person- Beziehung gewahrt. Der Grund der Tötung des Sterbewilligen liegt hier in der unangenehm gewordenen Notlage für alle Beteiligten.

2.2.3. Ausgliederung des Lebensendes

Der dritte und letzte Grund ist für Fischer der Wichtigste. Die Ausgliederung des Lebensendes vollzieht sich schleichend. Die Personen werden also schleichend aus ihrem gewohnten Umfeld entfernt, sowohl dem personalen als auch dem sozialen Umfeld. „Wo nicht mehr gemeinsam gewartet wird, sondern einsam auf den Stationen der Krankenhäuser und Pflegeheime, da ist nicht mehr einzusehen, warum überhaupt gewartet werden soll…“[7]

An dieser Stelle tritt der Begriff des Person- Status auf.

[...]


[1] Bauer, Sterbehilfe, S. 273.

[2] Ebd.

[3] Fischer, Aktive und passive Sterbehilfe, S. 112, In: Zeitschrift für Evangelische Ethik.

[4] Ebd. S. 115

[5] Ebd.

[6] Fischer, Aktive und passive Sterbehilfe, S. 116, In: Zeitschrift für Evangelische Ethik.

[7] Ebd.

Details

Seiten
14
Jahr
2008
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v116482
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
3,0
Schlagworte
Sterbehilfe Menschenwürde

Autor

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