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Die Bedeutung der Märchen im Kindergarten

Facharbeit (Schule) 2008 28 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Begriffsdefinition
1.1 Merkmale der Märchen

2 Alter und Ursprung der Märchen
2.1 Bedeutung der Märchen

3 Die Einteilung der Märchen
3.1 Übergeordnete Einteilung
3.1.1 Das Volksmärchen
3.1.2 Das Kunstmärchen
3.2 Untergeordnete Einteilung der Märchentypen
3.3 Unterscheidung von Volk- und Kunstmärchen
3.4 Bildungsstand der Kinder in Bezug auf Volksmärchen

4 Anwendung der Märchen
4.1 Ursprüngliche Funktion der Märchen
4.2 Bedeutung der Märchen in der heutigen Zeit
4.3 Die Bedeutung der Märchen für Kinder
4.4 Die Arbeit mit Märchen im Kindergarten

5 Bild.- u. Erziehungsziele d. m. Hilfe der Märchen verfolgt werden

6 Durchführung der Projektwoche
6.1 Ideenbörsen anhand von 2 ausgewählten Märchen
6.1.1 Dornröschen
6.1.2 Rotkäppchen

7 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Schlussfolge- rungen aus pädagogischer Sicht bezogen auf das Thema Märchen

8 Einschätzung von betreuten Kindern während meine Praktikums

9 Konzeption
9.1 Vorstellen meiner Praktikumseinrichtung
9.1.1 Rundgang durch die Räumlichkeiten
9.2 Abläufe und Gegebenheiten in unserer Einrichtung
9.3 Öffnungszeiten
9.4 Das Team der Kita
9.5 Ein Erzieher umfasst viele verschiedene Berufe
9.6 Die Arbeit in den Gruppen
9.7 Elternzeit
9.8 Auftrag der Kindertagesstätte
9.9 Pädagogischer Ansatz
9.10 Tagesablaufplan - Kindergarten
9.11 Tagesablaufplan - Krippe

10 Literatur- u. Quellenverzeichnis

1 Begriffsdefinition

Der Begriff "Märchen" stammt vom mittelhochdeutschen Wort "Maere" ab. "Maere" bedeutet ursprünglich "Nachricht, Kunde, Erzählung.1

Heute wird das Märchen definiert als phantastische Erzählung, in der die Grenzen zur Wirklichkeit; als Erzählung ohne Bindung an individuelle Personen oder an bestimmte Orte aufgehoben sind. Hier wird das Unglaubwürdige und Unwahrscheinliche im Gegensatz zu "Maere" angesprochen. Sie finden sich zu allen Zeiten und bei allen Völkern dieser Welt. In Deutschland prägten insbesondere die Brüder Grimm den Begriff. Sie haben die Märchen gesammelt und aufgeschrieben.

1.1 Merkmale der Märchen

Ihre Absicht liegt großteils in der Belehrung. Ihre Handlungsstruktur ist in einer Dreigliedrigkeit dargestellt: Ausgangssituation, Handlungsteil, Endsituation. Es gibt immer die gleichen Märchenmotive wie: Armut, Wunsch nach Reichtum, Magie, (Zaubersprüche, verwunschener Prinz, Hexen, Feen, Zwerge, Riesen, magische Zahlen (3,7...), Hilfreiche und feindliche Märchenwesen, Gefahren und Hindernisse, Belohnungen, Sprechende Tiere und Dinge. Bei der Sprache wird man immer wieder eine Formelhaftigkeit vorfinden („Es war einmal„ ... „Bis auf den heutigen Tag") und zu guter Letzt dürfen die Zauberformeln nicht fehlen z.B.: Eingreifen einer höheren Macht.

2 Alter und Ursprung des Märchens

Das Märchen ist eine der ältesten Überlieferungen der Menschheit überhaupt. Viele Märchen entstanden über die Jahrhunderte, wurden weitererzählt und gerieten wieder in Vergessenheit. Märchenerzähler mussten ein gutes Gedächtnis haben. Sie erzählten ihre Märchen viele Male in unterschiedlichster Weise. Märchen sind nie einheitlich; sie haben Charakter. Sie vereinen Menschen eines Kulturkreise. Einem Märchen zuhören, heisst auch Zeit und Werte miteinander teilen. Man nimmt eine gemeinsame Identität an, wenn man gemeinsam um die Ehre des Jünglings bangt. Märchen können wahr werden oder Phantasiebilder sein. Menschen brauchen Märchen, um die alltäglichen Schwierigkeiten zu meistern, um Hoffnung und Glaube zu schöpfen.2

Die ältesten heute bekannten Vorformen des Märchens stammen aus dem Orient. Dies sind zum einen die Etana - Erzählung - entstanden um 2000 v. Chr. - und zum anderen die Gilgames - Epen - entstanden um 1800 v. Chr. Erst durch die berühmteste Märchensammlung der Welt "Kinder - und Hausmärchen" (1812 - 15) von den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm erlangte das Märchen auch im europäischen Raum höchste Popularität. Das Märchen wird allgemein in zwei Hauptgruppen unterschieden, nämlich in das Volksmärchen und in das Kunstmärchen. Die Ursprünge des Märchens liegen im Mythos und im Epos. Das Märchen hat große Ähnlichkeit mit der Sage, zum Teil auch mit der Fabel, der Legende und dem Schwank. Die "modernisierte" Form des Märchens wird als Sciencefiction und Fantasie bezeichnet.

Das älteste Märchenbuch ist die über 300 Stücke umfassende arabische Sammlung "Tausendundeine Nacht", die ins 10. Jh. zurückdatiert. Die erste europäische Übersetzung legte der Orientalist Jean - Antoine Galland 1704 bis 1717 vor. Diese französische Version war über hundert Jahre der einzige für den europäischen Leser verfügbare Text. Die erste deutsche Übersetzung erschien 1823.

2.1 Bedeutung der Märchen

Eine wichtige Rolle spielten die Märchen für die Entwicklung des Nationalbewusstseins und der Nationalliteraturen. Vor allem in der Romantik wurden zahlreiche Sammlungen von Volksmärchen angelegt (hier ragen die Volksmärchen der Deutschen von J.K.A. Musäus aus den Jahren 1782/87 heraus). Die Begründer der Germanistik, Wilhelm und Jakob Grimm, verbanden ihre berühmte Märchensammlung Kinder- und Hausmärchen (1812/15) mit wegweisenden Verfahren der wissenschaftlichen Editionstechnik. Zu erwähnen ist auch Ludwig Bechsteins Deutsches Märchenbuch von 1845.3

3 Die Einteilung der Märchentypen

3.1 Übergeordnete Einteilung

3.1.1 Volksmärchen

Bei Volksmärchen lässt sich kein bestimmter Urheber feststellen. Die mündliche Weitergabe war für lange Zeit die ausschließliche und ist bis heute die natürliche Form der Überlieferung. Dennoch hat auch die schriftliche Überlieferung seit ihren Anfängen auf die traditionelle mündliche Erzählweise miteingewirkt, fanden doch schon im Mittelalter Märchen Eingang in die Literatur und wurden aus den verschiedensten Gründen schriftlich festgehalten. Mit der Möglichkeit des Drucks in der Neuzeit hat die schriftliche Verbreitung naturgemäß eine größere Position eingenommen. Aufgrund der mündlichen Erzähltradition besitzt das Volksmärchen keine konstante Form. Vielmehr tritt es in zahlreichen und teils sehr unterschiedlichen Varianten auf. Was all diese Varianten aber als solche auszeichnet, ist die Grundstruktur der Erzählung, d. h. Thema und Ablauf der Handlung werden in ihren charakteristischen Zügen beibehalten. Die Abweichungen der Varianten voneinander sind umso größer, je älter und je weiter verbreitet ein Märchen ist. In Deutschland wird mit dem Begriff Märchen in erster Linie die Grimmsche Volksmärchensammlung „Kinder- und Hausmärchen“ (1812) assoziiert, jedoch gibt es noch unzählige andere deutsche Volksmärchen, da die Brüder Grimm nur einen Teil der damaligen Märchen aufzeichnen konnten. In Frankreich wurde die erste Märchensammlung 1697 von Charles Perrault angelegt und der Ausdruck "contes de fée" (Feengeschichten) geprägt, von dem sich das englische "fairy tales" ableitet. Das Element des zauber- und fabelhaften tritt hier schon in der Namensgebung zum Vorschein. In jedem Kulturkreis gibt es traditionelle Märchen und Sammler, die sich auf die Jagd nach ihnen gemacht haben. Um nur einige Beispiele anzuführen seien noch die Erzählungen aus 1001 Nacht und Charles Perraults "Histoires ou Contes du temps passé avec des moralités" erwähnt.

3.1.2 Kunstmärchen

Bei den sog. Kunstmärchen handelt es sich indes um bewusste Schöpfungen von Dichtern und Schriftstellern. Bisweilen greifen sie Motive der Volksmärchentradition auf, meist werden aber neuartige fantastische Wundergeschichten erfunden, die mit dem Volksmärchen aber dennoch durch den Aspekt des Wunderbaren und Unwirklichen verbunden bleiben. Ihr Inhalt wird überwiegend durch die Weltanschauung und die Ideen einer individuellen Person getragen und unterliegt den Einflüssen der Literaturströmungen. In der Romantik erreichte das Kunstmärchen einen frühen Höhepunkt und erhielt entscheidende Impulse für seine weitere Entwicklung. In der Frühromantik lag der Akzent auf sehr künstlichen Schöpfungen, die die Grenzen der herkömmlichen Märchen hinter sich ließen und sich somit dem unbefangenen Märchenleser nicht mehr so leicht erschlossen. Das änderte sich jedoch wieder mit den Dichtern der Spätromantik, die den einfachen Märchenton bevorzugten. Der am meisten gelesene Verfasser von Kunstmärchen im 19. Jahrhundert war Wilhelm Hauff (1802- 1827). Seine Märchenbücher „Die Karawane“, „Der Scheich von Alexandria“ und „Das Wirtshaus im Spessart“ erschienen in drei aufeinanderfolgenden Jahren und spielen, wie die Titel schon verraten, vor unterschiedlichem Hintergrund. Während er in den ersten beiden Bänden die Handlung in den Orient verlegt, dient im letzteren der rauhere Norden als Schauplatz. All seine Märchen kennzeichnet das Abenteuer, was aus seiner eigenen Begeisterung für die Fremde zu erklären ist.

Zu den beliebtesten Märchendichtern zählt der Däne Hans Christian Andersen (1805-1875). Angeregt wurde er durch die Brüder Grimm und die deutschen Kunstmärchen. Zunächst ist in seinen Märchen noch eine deutliche Anlehnung an das Volkstümliche zu erkennen, doch schon bald entwickelte er seinen eigenen, unverwechselbaren Stil. Im Gegensatz zu den Volksmärchen, die grundsätzlich an einem unbestimmten Ort spielen, beschrieb er sorgfältig den Schauplatz seiner Geschichten und achtete auf die Nähe zur kindlichen Weltauffassung. Seine Erzählungen weisen eine einfache und ungekünstelte Sprache auf und wirken durch einen eindringlichen Erzählton. Es ging ihm darum, das Wunderbare in die Wirklichkeit des Alltags hineinzuholen, ohne dass eine Kluft zwischen beidem entsteht, wie es bei den Romantikern oft der Fall war. In Dänemark wie in Deutschland sah man in Andersens Erzählungen in erster Linie Märchen für Kinder. Das allerdings widersprach seinem eigenen Selbstverständnis, denn er selbst verstand sich als Autor für alle Altersklassen.

Im weitesten Sinne zu den Kunstmärchen können auch die in neuerer Zeit entstandenen Fantasy-Geschichten gerechnet werden. Auch die Science-Fiction-Filmreihe „Star Wars“ weist typische charakteristische Merkmale eines Märchens auf, wie z.B. die fehlenden bzw.

äußerst ungenauen Orts- und Zeitangaben ("Es war einmal, vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis..."), die Gleichstellung von Adligen und Bürgerlichen oder das Happy End.

3.2 Untergeordnete Einteilung von Märchentypen

Die Märchen wurden über Jahrhunderte hinweg in verschiedene Kategorien eingeteilt. Die heutige Forschung arbeitet mit dem von dem finnischen Märchenforscher Antti Aarne erfundenen Typensystem, welches Märchen wie folgt unterscheidet:4

- Tiermärchen und ihre Untergruppen
- Eigentliche Märchen und ihre Untergruppen
- Zauber- und Wundermärchen
- legendenartige Märchen
- novellenartige Märchen
- Märchen vom dummen Teufel oder Riesen
- Schwänke
- Schildbürgerschwänke
- Schwänke von Ehepaaren
- Schwänke mit männlicher oder weiblicher Hauptperson
- Lügenmärchen

3.3 Unterscheidung von Volks- und Kunstmärchen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten5

3.4 Bildungsstand der Kinder in Bezug auf Volksmärchen

Die Kinder haben einige Erfahrung mit Volksmärchen gemacht. Sie kennen die Märchen „Hänsel und Gretel“, „Frau Holle“, „Der Sterntaler“, „Aschenputtel“, „Schneewittchen“, „Rotkäppchen“ und „Der Wolf und die sieben Geißlein“.

Die Kinder haben schon einmal ein Märchen von Walt Disney „Die 3 kleinen Schweinchen“ dargestellt. Es wurden jedoch nur einzelne Szenen ausgewählt, die einfacher für die Kinder nachzuspielen waren.

Ich habe festgestellt, dass die Kinder Märchen sehr gern hören. Ihre Aufmerksamkeit und Konzentration beim Vorlesen, Erzählen, beim Vortragen von Märchenliedern sowie Handpuppenspielen ist zufriedenstellend. Die Selbstdarstellung ist in den Anfängen vorhanden und muss weiter ausgebaut werden. Die Kinder wissen, dass Märchen nur erfunden und ausgedacht sind.

4 Anwendung der Märchen

4.1 Ursprüngliche Funktion der Märchen

Die Funktion des Märchens hat sich im Laufe der Zeit mehr und mehr von der sozialen zur psychologischen Funktion gewandelt. Eigentlich waren Märchen Geschichten für Erwachsene und nicht, wie heute, fast ausschließlich für Kinder. Aufgrund der nicht vorhandenen Medien war dies die einzige Möglichkeit für die Menschen, sich mit einem wichtigen Thema auseinander zu setzen. Märchen dienten also nicht, wie man annehmen könnte, vorrangig der Unterhaltung – dies war nur zweitrangig-, sondern als Hilfe bei schwierigen Lebenssituationen. So zeigt das Märchen ein Kontrastbild zur wirklichen Welt, indem die verwendete „Seinsollensdichtung" dem Zuhörer zeigt, wie die Welt eigentlich sein sollte. Aber auch Sozialkritik ist,6 oft für den Empfänger nicht immer direkt erkennbar, versteckt.

[...]


1 www.dagmar-erzählt.de am 12.04.2008

2 www.dagmar-erzählt.de vom 12.04.2008

3 www.wikepedia.de vom 20.04.2008

4 www.wikipedia.de vom 20.04.2008 Mitschrift Fach Medien 2. Lehrjahr

5 Mitschrift Fach Medien 2. Lehrjahr

6 www.Gymnasium-Meschede.de vom 21.04.2008

Details

Seiten
28
Jahr
2008
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v116506
Note
1,9
Schlagworte
Bedeutung Märchen Kindergarten

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