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Kyros I. Eroberer und Herrscher eines Weltreiches - Eine Darstellung von Herodot

Das persische Reich und sein Gründer Kyros der Große ( Herodot 1,95 - 1, 216)

Seminararbeit 2008 12 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kyros Charakterisierung in der Historiographie
2.1 Kyros bei Herodot (1,95 – 1,122)
2.2 Kyros bei Xenophon
2.3 Kyros im Alten Testament

3. Kyros Eroberungszüge in Asien
3.1 Die Eroberung Mediens
3.2 Die Eroberung Lydiens
3.3 Die Eroberung griechischer Städte in Kleinasien
3.4 Die Eroberung Babyloniens
3.5 Kyros gegen die Massageten

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Herodot von Halikarnassos lebte um 484 – um 425 v. Chr. und gilt als der erste griechische Historiker seiner Zeit. Seine berühmten Historien umfassen neun Bücher und berichten über die Perserkriege um 700 – um 479 vor Chr. Sein erstes Buch, das die Grundlage dieser Arbeit sein wird, befasst sich mit der Geschichte der Lyder und Kroisos und der Unterwerfung Babyloniens, der Massageten und Kleinasiens durch Kyros` Eroberungszüge in den Jahren um 550 – um 530 v. Chr. Diese Arbeit befasst sich hauptsächlich mit der Darstellung der Persönlichkeit und dem Weg des ersten Großreichherrschers zu seiner Macht. Es ist bemerkenswert, dass Kyros in nur ca. 20 Jahren so viele Gebiete unter seine Herrschaft bringen und seine Macht in einem Großreich festigen konnte.

Der griechische Geschichtsschreiber Xenophon schildert in seinem Werk „Kyrupädie“ einen Idealherrscher, dass nach dem Vorbild Kyros die Eroberung Asiens bis zu seinem Tod in Form eines Romans beschreibt. Sein Ruhm und seine Beliebtheit werden sogar an vielen Stellen der Bibel dargestellt.

Diese Arbeit wird im zweiten Kapitel demzufolge die überragende Persönlichkeit Kyros` gegenüber seinen besiegten Gegnern darstellen. Auch im zweiten Kapitel wird Herodots erstes Buch als Grundlage dienen. Um eine umfangreiche Charakterisierung Kyros darstellen zu können, werden einige Bibelstellen und Xenophons berühmtes Werk „Kyrupädie“ hinzugezogen.

Im dritten Kapitel dieser Arbeit werden die Eroberungsfeldzüge Kyros dargestellt und analysiert, die gleichzeitig den Weg zu einer persischen Großmacht einleiten.

Im vierten Kapitel folgt eine inhaltliche Zusammenfassung über die Anfänge des persischen Imperiums und seines wohl erfolgreichsten und beliebtesten Gründers Kyros. Vor allem ist es wichtig, dass in diesem Kapitel die militärische Genialität Kyros, dessen Strategien besonders die Römer nachahmten, und seine Großzügigkeit (besonders!) gegenüber dem jüdischen Volk, den Griechen, Babyloniern usw. heraus zu kristallisieren.

Auf den letzten Seiten befindet sich ein alphabetisch geordnetes Literatur- und Quellenverzeichnis.

2. Kyros Charakterisierung in der Historiographie

Kyros der Große wird in der Historiographie mehrfach erwähnt bzw. ausführlich über sein Leben berichtet. Aischylos (um 525 v. Chr. – um 456 v. Chr.), ein griechischer Tragödiendichter, beschreibt Kyros als einen friedliebenden Herrscher, dem Gott so gesonnen ist. Für den griechischen Philosoph Aristoteles ist Kyros der Befreier und Wohltäter der Völker. Er spielt auf die Rebellion der Meder gegen ihren eigenen König und die Befreiung der Juden aus der Sklaverei der Babylonier an.[1] Die Befreiung der Juden aus der Sklaverei hat im Alten Testament eine besonders wichtige Bedeutung, auf die später noch eingegangen wird.

2.1 Kyros bei Herodot (1,95 – 1,122)

Herodot lebte ca. 100 Jahre nach Kyros und überliefert somit die zeitnächste Darstellung. Seine Erzählung beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod des Herrschers bei der Schlacht gegen die Massageten. Er bietet dem Leser eine komplette Darstellung seines Lebenslaufes. Herodot zufolge ist Kyros der Sohn des persischen Königs Kambyses I. und der Tochter des Mederkönigs Mandane. Mit ihm werden zwei mächtige Königsdynastien miteinander verbunden, die der Archaiminäden und der Meder[2]. Sein Großvater, der Mederkönig Astyages, führt bereits nach der Geburt seines Enkels eine Intrige durch, er erteilt den Mordbefehl an ihm. Kyros überlebt diesen Mordkomplott seines Großvaters, denn niemand führt diesen Befehl aus, stattdessen wird er von einem Rinderhirten und seiner Frau mit der Identität eines Sklavenjungen in den Bergen großgezogen[3]. Bereits nach zehn Jahren wird die Wahrheit über Kyros eigentlicher Herkunft gelüftet. Während eines Spiels wird Kyros von anderen Kindern zum König bestimmt. Mit zehn Jahren weiß er genau wie er sich als König verhalten muss. Er teilt Befehle aus, übergibt anderen Kindern Aufgaben, die sie als königliche Diener erfüllen sollen, bei Missachtung seiner Befehle reagiert er mit Bestrafung und körperlicher Züchtigung[4]. Nachdem er für diese untypische Spielweise dem Mederkönig Rechenschaft abliefern soll, sagt Kyros: „Die Kinder aus dem Dorf, [...], machten mich im Spiel zum König. Ich schien ihnen dafür am geeignetsten zu sein.“[5] Sein Großvater erkennt ihn wieder, denn „[...] die Eigentümlichkeit seiner Gesichtszüge schien seinen eigenen zu ähneln, [...] und der Zeitpunkt seiner Aussetzung schien zum Alter des Kindes zu passen.“[6]

In den folgenden Jahren lebt Kyros bei seinen leiblichen Eltern. Bereits in jungen Jahren lässt sich Kyros von einem engeren Verwandten zu einem Feldzug gegen die Meder überreden, denn die Meder wollen Astyages absetzen und unter einem neuen und humanen König weiterleben. Kyros nimmt Medien ein und entmachtet seinen Großvater. Der Einzug nach Medien leitet den weiteren Verlauf seiner Eroberungszüge ein und machte den Weg zur Gründung des ersten Weltreiches frei. Nachdem Kyros den Mederkönig entmachtete, handelte er untypisch für einen König. Astyages war zwar ein Kriegsgefangener, „Kyros aber fügte dem Astyages kein weiteres Leid mehr zu und nahm ihn bei sich auf, bis er starb.“[7] Auch gegen seinen Herausforderer Kroisos handelt Kyros auf eine ähnliche Weise. Bereits mit der Entmachtung seines Großvaters handelt Kyros für einen Herrschen untypisch, denn er lässt er ihn als seinen persönlichen Berater weiterleben, weil er erkannte, „[...] dass Kroisos ein gottgeliebter und tüchtiger Mann war[...] und behandelte ihn mit großer Rücksicht; er selbst und alle seine Begleiter blickten voll Bewunderung auf ihn.“[8] Kyros Toleranz gegenüber anderen Volksgruppen wird ganz besonders gegenüber den Lydern deutlich, nachdem er die Aufstände der Lyder beendet hatte. Statt sie zu versklaven, änderte er ihre Lebensgewohnheiten und schaffte ein friedvolles Leben zwischen Persern und den Lydern.[9]

Als Kyros einen Feldzug gegen die Massageten vorbereitet, obwohl er ausdrücklich von der Herrscherin Tomyris davor gewarnt wurde, berichtet Herodot über seine letzten Tage. Kyros ist nicht aufzuhalten, denn „[...] er glaubte mehr als ein Mensch zu sein -, dann auch das Glück, das er in den Kriegen gehabt hatte. Denn gegen welches Volk auch immer Kyros einen Feldzug unternahm, es konnte ihm nicht entrinnen.“[10] Während eines Beratungsgesprächs zwischen Kyros und Kroisos, also noch vor dem Angriff gegen die Massageten, wird deutlich, dass Kyros einen fatalen Fahler begehen und dieser Feldzug seinen Tod einleiten wird.

„Meine schlimmen Leiden sind mir Lehre geworden. Wenn du glaubst unsterblich zu sein und eben ein solches Heer zu befehligen, dann dürfte es keinen Wert haben, dir meine Meinung kundzutun. Wenn du aber erkannt hast, dass auch du nur ein Mensch bist und über andere Menschen gebietest, dann begreife zunächst, dass es in menschlichen Angelegenheiten einen Kreislauf gibt und dass er, in ständiger Bewegung, nicht zulässt, dass immer dieselben Glück haben.“[11]

Er hinterlässt seinem Sohn und Nachfolger Kambyses II. ein festgefügtes und gutverwaltetes Reich.

[...]


[1] Vgl. Hinz, Walter: Darius und die Perser,S.85.

[2] Vgl. Herodotus: Historien, Abschnitt: 108.

[3] Vgl. ebd., 1,113.

[4] Vgl. ebd., 1,114.

[5] Ebd., 1,115.

[6] Ebd., 1,116.

[7] Ebd., 1,130 .

[8] Ebd., 1,87.

[9] Vgl. ebd., 1,155.

[10] Ebd., 1,204.

[11] Ebd., 1,207.

Details

Seiten
12
Jahr
2008
ISBN (Buch)
9783640194551
DOI
10.3239/9783640194391
Dateigröße
400 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Institut für Geisteswissenschaften
Erscheinungsdatum
2008 (Oktober)
Note
2,3
Schlagworte
Kyros Eroberer Herrscher Weltreiches Eine Darstellung Herodot Prosemniar Herodot

Autor

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