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Frankokreolsprachen in der Karibik - Ihre Entstehung, Entwicklung und Verbreitung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2006 27 Seiten

Romanistik - Französisch - Linguistik

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einführung

2. Einleitender Überblick
2.1 Pioniere der Kreolistik

3. Zur Definition von Pidgin- und Kreolsprachen
3.1 Pidgin
3.2 Kreol

4. Entstehungstheorien

5. Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit, momentaner Sprachstand der Frankokreolsprachen

6. Verbreitung der Frankokreolsprachen in Karibikraum

7. Gegenwärtige Situation der Frankokreolsprachen in den einzelnen Gebieten
7.1 Die DROMs: Guadeloupe, Martinique, Französisch-Guayana
7.2 St. Martin und St. Barthélemy (die COMs)
7.3 Dominica und Sainte-Lucie
7.4 Trinidad, St. Thomas und Grenada
7.5 Haiti, le phare de la créolité

8. Fazit

9. Quellenverzeichnis:

1. Einführung

In der vorliegenden sprachwissenschaftlichen Arbeit werden zunächst die Gründer der Kreolistik angeführt. Darauf folgend werden die Begriffe der Pidgin- und Kreolsprachen erläutert, sowie die verschiedenen Theorien bezüglich der Genese der Kreolsprachen dargestellt. Ferner wird der momentane Sprachstand und die Verbreitung der Frankokreolsprachen in Karibikraum behandelt. Schließlich werden die unterschiedliche linguistische Situation in einzelnen Gebieten und die aktuelle Problematik der Frankokreolsprachen angesprochen.

2. Einleitender Überblick

Die meisten Kreolsprachen entstehen im Rahmen der europäischen Kolonialexpansion (derer Grundzüge in dem kulturwissenschaftlichen Teil beschrieben worden sind) im Laufe des 16.- 18. Jhs. Sie entwickeln sich aus dem Kontakt der Sprachen europäischer, in unserem Fall französischer Siedler (Superstrat) mit indigenen oder Immigrantensprachen1. Der rasche Übergang von Siedlungs- zur Ausbeutungskolonie2 und damit verbundene massive Sklavenimporte bewirken die Entstehung spezifischer Bedingungen, wo neue

Kommunikationsmittel erschaffen werden müssen. Einerseits wollen die weißen Herren von ihren Arbeitern verstanden werden, andererseits müssen die Sklaven, die aus verschiedenen Regionen Afrikas stammen, auch untereinander eine gemeinsame Verständigungsebene schaffen. Aus dieser speziellen Sprachkontaktsituation entstehen notgedrungen zuerst Pidgin- und bald danach Kreolsprachen, was in relativ kurzem Zeitabschnitt geschieht (verglichen mit den „normalen“ sprachlichen Evolutionsprozessen). Möglicherweise spricht schon die erste auf den Inseln geborene Sklavengeneration Kreolisch als Muttersprache.3

Seit ihrer Entstehung genießt die Kreolsprache einen eher schlechten Ruf. Sie wird als eine Deformation, eine Missbildung der jeweiligen europäischen Kolonialsprachen betrachtet (also ähnlich wie bei dem Übergang von Latein und Vulgärlatein zu den romanischen Sprachen, als noch in 19. Jh. Ausdrücke wie Verfall, Korruption oder Verstümmelung eingesetzt wurden4). Von der weißen Minderheit français corrompu, baragouin, langage meslé oder schlicht Negersprache genannt, ist sie die einzige Sprache der Unterschicht, der breiten Masse farbiger bzw. versklavter Bevölkerung. Das sog. premièr reniement du créole wird von den Europäern veranlasst und findet nach der Einführung des Code Noir statt. Dennoch, auch nach der Abschaffung der Sklaverei 1848 sehen die kreolsprachigen Sklavennachkommen darin eine soziokulturelle Bürde und ein Symbol der verhassten Sklavenvergangenheit. Das

Französische wird von ihnen als der alleinige Weg zum sozialen Aufstieg betrachtet. Das führt zur weiteren Abwertung des Kreols (deuxième reniement du créole) und trägt auch zu der heutigen Situation der Diglossie in den meisten kreolophonen Regionen bei.

Erst seit den 60er Jahren des 20. Jhs. wird die gesellschaftliche Stellung des Kreolischen, vor allem durch die identitätsstiftende politisch-literarische Bewegungen der Antillanité und Créolité langsam aufgewertet (im Rahmen der früheren Négritude haben sich die Künstler immer noch auf die französische Kolonialsprache gestützt und ihre Verwendung propagiert). Der Prozess ist besonders auf Haiti (wo Kreolisch ohnehin eine spezielle Stellung nimmt) am deutlichsten sichtbar. Dort wird eine immer größere Präsenz des Kreols in allen Bereichen der Öffentlichkeit (wie Massenmedien, lokale Administration, Politik usw.) beobachtet. Auf diese

Art und Weise wird das Französische dort «de plus en plus un élément décoratif et non un outil, un instrument de vie» und verliert langsam seine dominierende Rolle.5

2.1 Pioniere der Kreolistik

Auch wenn die ersten Hinweise, Überlegungen und Beobachtungen zu der Existenz der Frankokreolsprachen (Reiseberichte, Tagebücher, Briefe usw.) bereits im Laufe des 17./18.

Jhs. entstanden sind, wird der Beginn der Kreolistik6 mit dem Werk von Van Name verbunden7. In Contributions to Creole Grammar (1869/70) stellt er einen Vergleich von vier Typen der antillianischen Kreolsprachen (mit französischer, englischer, niederländischer und spanischer Basis). Außerdem weist Van Name auf eine Anzahl der gemeinsamen syntaktischen Merkmale der genannten Sprachen, sowie auf eine deutliche Parallele zwischen Kreolisierung und Romanisierung hin, mit der Unterstreichung der spezifischen Bedingungen, die den Prozess auf Antillen beschleunigten:

The changes which they have passed through are not essentially different in kind, and hardly greater in extent than those, for instance, which separate the French from Latin, but from the greater violence of the forces at work they have been far more rapid, and, what constitutes the peculiar interest of the case, the languages from which they have sprung are still living and are spoken side by side with them. Under ordinary conditions these changes proceed at so slow a pace as to become appreciable only at considerable intervals of time, but here two or three generations have sufficed for a complete transformation. 8

Zu den weiteren Begründern der Kreolistik gehören auch Adolpho Coelho, Lucien Adam und der deutsche Romanist Hugo Schuchardt. Coelho untersucht in seinen in den 80er Jahren des 19. Jhs. verfassten Schriften die portugiesisch-basierten Kreolsprachen. Ihm verdankt man auch die erste Formulierung der späteren universalistischen Theorie. Parallel zu Coehlos Os dialectos Românicos ou Neo-Latinos na Africa, Asia e América erscheint Adams Werk Les idiomes négro-aryen et maléo-aryen, wo u.a. die Ähnlichkeiten zwischen atlantischen Kreolsprachen und afrikanischen Sprachen dargestellt werden. Der französische Philologe kommt zum Schluss, dass die kreolische Grammatik sich aus den afrikanischen Idiomen herleitet, das Lexikon ist dagegen französischen Ursprungs: somit werden die Grundlagen der Relexifizierungstheorie erschafft. Schuchhardt beschäftigt sich wiederum, außer mit der Problematik der afrikanischen Substratsprachen und der daraus resultierenden Sprachmischungsphänomene, mit der Frage der universalen Vereinfachungsprozesse, die bei Kreolisierung eine Rolle spielen. Hierbei setzt er sich mit der Problematik der sog. Foreigner- Talk -Theorie auseinander und nennt die, von europäischen Muttersprachlern ausgehende, absichtliche Vereinfachung der Basissprache als einen wichtigen Faktor des Kreolisierungsmechanismus.9

Im Laufe der Zeit werden weitere Hypothesen aufgestellt, die ihrerseits für mehr oder weniger Aufregung sorgen. Einige umstrittene Kommentare wie z.B. dieser von Comhaire-Sylvain (Le créole haïtien. Morphologie et syntaxe, 1936): « Nous sommes en présence d’un français

coulé dans le moule de la syntaxe africaine ou, comme on classe généralement les langues d’après leur parenté syntaxique, d’une langue éwé à vocabulaire français 10 » werden immer wieder kritisiert bzw. von Befürwortern unterstützt. Die Kreolistik erlebt besonders in der 2. Hälfte des 20. Jhs. einen Aufschwung. Mehrere Forscher wenden der Disziplin ihr Interesse zu und setzen sich mit der komplexen Problematik der Typologie, der Sprachentwicklung oder der soziolinguistischen Fragen auseinander. Auch in Deutschland werden in den letzten Jahren an vielen Universitäten (u.a. in Bamberg, Berlin, Dresden) im Rahmen der Romanistikstudien kreolistische Lehrveranstaltungen angeboten.

3. Zur Definition von Pidgin- und Kreolsprachen

3.1 Pidgin

Ein Pidgin ist laut Duden (nach der chinesischen Aussprache des englischen Wortes business

= Geschäft) - eine aus Elementen der Ausgangs- und der Zielsprache bestehende Mischsprache (sic), deren Kennzeichen vor allem eine stark reduzierte Morphologie der Zielsprache ist“. Stein erklärt den Begriff wesentlich genauer als:

Sprachen, die im Kontakt zwischen zwei (oder mehr) Sprechergruppen in einer begrenzter Anzahl von Situationen verwendet worden, die jedoch keine Muttersprache für keine von diesen Gruppen sind:

A pidgin is defined as a stable form of speech that is not learned as a first language (mother tongue) by any of its users, but is an auxiliary language by all; whose functions are sharply restricted (e.g., to trade, supervision of work, administration, communication with visitors), and whose vocabulary and overt

structure are sharply reduced, in comparison with those of the languages from which they are derived. (Hymes 1968, 14) 11

Pidginsprachen sind also Verkehrs- oder Behelfssprachen, die je nach Anwendungsbereich zur Verständigung in bestimmten Situationen (maritime or nautical pidgins, trade pidgins, work force pidgins etc.) ausreichen. Sie werden von ziemlich reduziertem Wortschatz, weitgehender Strukturvereinfachung und stark eingeschränkten Funktionsbereich gekennzeichnet und ausschließlich als Zweitsprachen benutzt.12 Des Weiteren soll ein Pidgin stabilisiert und erlernbar sein - man darf es nicht mit broken language verwechseln. Die Pidginsprachen konnten möglicherweise in der ersten Phase der Entstehung der Kreolsprachen als ein Verständigungsmittel zwischen den weißen Herren und den schwarzen Sklaven benutzt werden. Die Entwicklung zu Kreolsprache erfolgte dann in der nächsten Generation, als das vorhandene Pidgin von den Sklavenkindern als Muttersprache erworben wurde (pidgin nativisé).13

3.2 Kreol

Der Begriff entstand als Entlehnung von spanischen criar (erzeugen, ernähren, aufziehen, erziehen), Substantiv: crio (Säugling, kleines Kind), Diminutiv: criuelo. Er erscheint im 16. Jh. im spanischen bzw. portugiesischen Südamerika und wird zuerst als Bezeichnung der dort geborenen Weißen, dann später auch Schwarzen benutzt. Schließlich wird die Bedeutung von

„kreolisch“(crioulo, criollo, créole) auf alles ausgeweitet, was in den Kolonien geboren oder hergestellt wurde. Es wird darauf bezogen, was in der Neuen Welt einheimisch war, im Gegensatz zu dem Importierten, aus der Alten Welt Stammendem, letztendlich auch auf die in den Kolonien entstandenen Sprachen.14 In dem Reisebericht « Premier Voyage du Sieur de la Courbe fait à la côte d’Afrique en 1685» wird diese Sprachform zum ersten Mal auf französisch als créole benannt.15 Nach Stein können wir den Begriff durch zwei weitere Definitionen ergänzen:

A creole is defined as an ordinary language that is derived from a pidgin and that through one or another set of circumstances has become the first language of a community, has been adapted to the full range of functions of community life, and has become notably richer in lexicon and structure than the pidgin from which it arose. In most circumstances in which creoles are found they are considered socially inferior, even though sometimes thought superior in expressiveness (Hymes 1968, 14)

Akzeptabel erscheint mir jedoch lediglich eine soziolinguistische Definition: als Kreolisch bezeichnet man eine Sprache, die in einem geographisch und/oder kulturell isolierten Gebiet, in einer multilingualen Gesellschaft mit sozialem Gefalle - wie der Plantagengesellschaft in den Kolonien - durch unvollkommenes Erlernen, Fehlinterpretation und Vereinfachung der Sprache der sozial höheren Schicht durch die sozial niedrigere Schicht entstanden ist.

(Bollée 1977b, S.15) 16

Die letzte Erklärung wird später von Bollée selbst noch detaillierter dargestellt und mit einer Reihe der historisch-soziokulturellen Merkmale vervollständigt. Demzufolge werden Kreolsprachen von weiteren Eigenschaften gekennzeichnet:

- Entstehung im historischen Kontext der europäischen Entdeckungen, Expansion und Kolonialgesellschaft des 16.-18. Jhs. als Ergebnis des Kontakts zwischen europäischen und nichteuropäischen (bei den Frankokreolsprachen vor allem afrikanischen) Sprechern;
- Nicht immer aus Pidgin17, aber immer aus einer Basissprache (Französisch, Englisch usw.) entwickelt - créole à base lexicale française, anglaise, espagnole etc., mit mehr oder minder starken Einwirkung der Substratsprachen;
- Nur in einer multilingualen Gesellschaft mit sozialem Gefalle entstanden (analphabetische Teilnehmer, ungesteuerter Spracherwerb, fehlender Zugang und unvollständiges Erlernen der Zielsprache);
- Innerhalb kurzer Zeit von nichteuropäischen Sprechern als vollfunktionsfähiges Kommunikationsmittel geschaffen;
- Immer aus der gesprochenen Sprache: aus dem code phonique (du français populaire)
entwickelt;
- Meist exogen, in geographisch isolierten Gebieten entstanden, entfernt von den Sprachgebieten der Basis- oder Kontaktsprachen;
- Es sind keine „typisch kreolischen“ Strukturen vorhanden, KS sind nicht in der Synchronie sondern nur aufgrund ihrer Geschichte als solche identifizierbar;
- Es finden gleiche Sprachwandelprozesse statt, die auch bei anderen Sprachen beobachtet werden.18

4. Entstehungstheorien

Seit der Entstehung der Kreolistik als Teilgebiet der Sprachwissenschaft gehören die Hypothesen zur Entstehung der Kreolsprachen zu der meist diskutierten Problematik dieser Domäne. Es wurden mehrere Theorien aufgestellt und Versuche unternommen, die Ursprungsfrage des Kreolischen zu beantworten und den Prozess, der dazu geführt hat, den Mechanismus der Kreolisierung zu identifizieren. Dazu gehören u.a.:

- Foreigner-Talk bzw. Baby-Talk -Theorie:
a) Bewusste Veränderung und Vereinfachung der eigenen Sprache, um sie für die Lernenden (die Sklaven) verständlicher zu machen, um ihnen entgegenzukommen, langage volontairement corompue (Schuchardt, Ferguson).
b) Fehlerhafte Wiedergabe der Sprache wird absichtlich von weißen Muttersprachlern aufgenommen, um den Sprechern zu helfen; die Fehler werden wiederum von Sprechern übernommen mit der Überzeugung, dass es sich dabei um die korrekte Verwendung handelt - Fehlinterpretation (Bloomfield).

- Universalientheorie bzw. Bioprogramm - eine der meist umstrittenen Hypothesen wird von Bickerton formuliert (Roots of language, 1981). Die Entwicklung von Kreolsprachen soll von gleichen universellen Mechanismen gesteuert werden, die auch für die Entstehung der menschlichen Sprache bzw. für den Erstsprachenerwerb beim Kind zuständig sind - d.h. von einer angeborenen Fähigkeit, die Sprache selbst ausbilden zu können. Demzufolge wäre ein fehlender oder begrenzter Input ein Auslöser für die Entwicklung einer ganz neuen, auf der universellen Sprachkompetenz basierenden Sprache (Coelho, Bickerton).
- Mischsprachenhypothese - eine weitere Theorie, die in ihrem Wert dem Streit der Meinungen unterliegt. Kreolsprachen werden hier als Ergebnis einer Mischung des Wortschatzes unterschiedlicher europäischen Sprachen mit afrikanischer Grammatik betrachtet (Adam, Comhaire-Sylvain). Dennoch, im Gegensatz zu der oft vertretenen Meinung sind Kreolsprachen keine Mischsprachen, auch wenn die meisten von ihnen Elemente des Wortschatzes anderer Sprachen aufweisen:

Le danger est grand, quand on s’occupe des créoles de tomber dans le « système de la cafétéria », attribuant au français telles formes, à l’espagnol telles autres, à l’anglais encore telles autres, tandis que l’on porte au compte de l’Afrique et de ses langues multiples ce que l’on ne parvient pas aisément à expliquer.19

- Monogenetische Relexifizierungstheorie (monogenèse bzw. afrogenèse): auf Grund der Parallelen zwischen verschiedenen Kreols mit unterschiedlichen Basissprachen und afrikanischen Sprachen wird ein lusoafrikanisches bzw. ein relexifiziertes hispanoafrikanische Pidgin, eine antillianische Ur-Kreolsprache (St-Christophe), eine mediterrane Lingua franca oder ein Jargon der französischen Sklavenhändler afrikanischer Westküste als der gemeinsame Ursprung für die KS genannt. Grammatik meist afrikanischen Ursprungs wird beibehalten, der Wortschatz wird durch Wörter der jeweiligen Basissprache ausgetauscht, relexifiziert (Adam, Comhaire-Sylvain, Goodman). 20
- Polygenetischer Ansatz (auch hypothèse romaniste), die KS werden als Fortentwicklungen der europäischen (romanischen) Basissprachen betrachtet und entstehen parallel und unabhängig voneinander in verschiedener Kolonien (Van Name, Valdman, Chaudenson). Die Zugehörigkeit der FKS zur Variation des Französischen bleibt allerdings, aufgrund der Einzigartigkeit ihrer Phonetik, Lexik und Morphosyntax umstritten: sie werden vielmehr als autonome Sprachsysteme eingestuft.21
- Evolutionstheorie, Entwicklung der Polygenese (laut Bollée von meisten Kreolisten unterstützt) - Kreolsprachen entstehen durch Vereinfachung, Reduktion und Umstrukturierung aus ihren Basissprachen (im älteren Sprachstand), unter Einfluss mehreren soziokulturellen Faktoren, wobei die Substrat- bzw. Kontaktsprachen auch einen gewissen Einfluss auf diese Entwicklung haben sollen.22

5. Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit, momentaner Sprachstand der Frankokreolsprachen

Obwohl die ersten schriftlichen kreolsprachigen Zeugnisse schon im späten 17. Jh. bekannt wurden (die kreolsprachige Literatur beginnt im 18. Jh. mit der Niederschrift „mündlicher“ Gattungen - Erzählungen, Sprichwörter, Rätsel, Fabeln, Gedichte), befinden sich die FKS momentan zwischen dem zweiten und dritten Stadium der Entwicklung, noch weit entfernt von einer „echten“ Schriftsprache:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Nach Heil, 1999: 35-36 / Hazaël-Massieux: http://creoles.free.fr/Cours/index.htm)

Die meisten FKS sind also, was die Konzeption der Sprache betrifft, immer noch gesprochene Sprachen, bei denen viele typische bzw. notwendige Ausdrucksmittel einer geschriebenen Sprache noch nicht vorhanden sind. Dazu gehören vor allem Fachausdrücke und Vokabular zur Beschreibung von Abstrakta. Auch die Abwesenheit der schriftlichen Ausdrucksmittel für räumlich und zeitlich entfernte Zusammenhänge (Wandel einer Sprache der Nähe in eine Sprache der Distanz) stellt ein wesentliches Problem dar. Eine einfache Verschriftlichung der mündlichen Sprache reicht noch nicht aus. Wie Heil dazu schreibt, kann von einer Literatursprache erst dann die Rede sein, wenn z.B. Stendhal ins Kreolische übersetzt werden kann.23

Die Mündlichkeit der Frankokreolsprachen stellt sich als ein gewaltiges Hindernis auf dem Weg zur ihrer Normierung dar, was wiederum die Alphabetisierung der Kreolsprecher wesentlich erschwert. Zurzeit erfolgt diese überwiegend auf Französisch, auch wenn es in meisten Fällen nicht die Muttersprache der Lernenden ist.

6. Verbreitung der Frankokreolsprachen in Karibikraum

Heutzutage werden die FKS hauptsächlich in zwei geographisch voneinander isolierten Regionen gesprochen. Eine von ihnen liegt im Indischen Ozean und umfasst die Inseln Réunion, Mauritius, Rodriguez sowie Seychellen. Die andere Zone, die hier genauer angesprochen wird, die amerikanisch-karibische, umfasst (außer Louisiana) mehrere Inseln der Kleinen Antillen (St. Thomas, Guadeloupe, Dominica, Martinique, Saint-Lucie, Grenada und Trinidad) sowie Haiti und Französisch-Guayana. Das Antillen-Gebiet wird von Stein treffend als „das kreolophone Gebiet par excellence“ beschrieben. Von allen KS dürfte gerade hier die Mehrzahl von ihnen anzutreffen sein. Charakteristisch dabei ist, sowohl für diese Zone als auch für die meisten Entstehungsregionen der Frankokreolsprachen, die abgelegene, geographisch isolierte Lage, sowie: „ihre soziale Struktur von ursprünglich auf Sklavenarbeit beruhenden Plantagengesellschaften, die in vielen Fällen zur Monokultur (meist Zuckerrohr) geführt hat.“24 In Karibikraum entstanden und werden gesprochen mehrere Kreolsprachen auf französischer, englischer, spanischer und niederländischer Basis. Unter ihnen, so Stein, stellen die FKS mit ihren ca. 9 Millionen Sprechern (Angaben stammen von 1979) die homogenste und wichtigste Gruppe dar. Auch wenn Frankreich im 17.-18. Jh. viele Gebiete dieser Region an England verliert (bis auf Guadeloupe, Martinique und Französisch-Guayana), spielt Französisch dort noch lange eine wichtige Rolle. Die meisten FKS waren bereits zum Zeitpunkt des Machtwechsels fest etabliert und bleiben deshalb teilweise auch bis heute erhalten. Obgleich heute die KS auf englischer Basis zahlenmäßig überlegen sind, werden sie als ganz uneinheitlich beschrieben. Manche von ihnen sind außerdem erst seit Kurzem dabei, einen festen Platz in der antillianischen Sprachgemeinschaft einzunehmen.25 Das hindert sie jedoch nicht, in einzelnen Fällen andere KS (auch FKS: Dominica, Sainte-Lucie, Grenada, St. Martin) unter Druck zu setzen bzw. zu verdrängen, ähnlich wie bei den Fällen, wo eine französisch-kreolische Diglossie durch englisch-kreolische ersetzt wird.

Die heutige Verbreitung der Frankokreolsprachen, sowie die Anzahl ihrer Sprecher in den franko-kreolophonen Gebieten des Antillenraums können folgend dargestellt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(nach Stein, 1984: 11 / Klingler, 2003: 1109 / Leclerc: http://www.tlfq.ulaval.ca/axl)

7. Gegenwärtige Situation der Frankokreolsprachen in den einzelnen Gebieten

7.1 Die DROMs: Guadeloupe, Martinique, Französisch-Guayana

Als Départements et Régions d´Outre-mer gehören Guadeloupe, Martinique und Französisch- Guayana zu Frankreich und sind demzufolge auch Teile der Europäischen Union. Hier gilt also das französische Schulsystem und die allgemeine Schulpflicht, was sich in den relativ niedrigen Analphabetenraten (verglichen mit anderen Ländern des Karibikraumes) widerspiegelt. Obgleich das Französische neben dem Kreol eine zunehmend wichtige Rolle spielt (Amts- und Unterrichtssprache, Mehrheit der Medien), sind in genannten Regionen die kreolophone Sprecher immer noch in überwiegender Mehrzahl vertreten. In den beiden insularen DROMs ist die allgemeine linguistische Situation vergleichbar. Im Falle von Guadeloupe sind 96,8% der Inselbewohner Sprecher des KrGua, auf Martinique (KrMar) sind es dementsprechend 96%26. Beide Varianten können als Dialekte einer Kreolsprache qualifiziert werden:

On peut affirmer sans hésitation que le martiniquais et le guadeloupéen constituent en fait deux dialectes du même créole, les différences phonétiques, morphologiques et lexicales étant fort minces au regard des similitudes de structures. 27

Es wird zwar auf die älteren einsprachigen kreolophonen Inselbewohner hingewiesen, die letzten zwei Generationen sind jedoch vorwiegend bilingual. Was Kinder betrifft, dürften sie bereits alle zweisprachig sein: «selon nous, il n’y a plus d’enfants monolingues à la Martinique. » 28 Trotz dieser Bilingualität wird allerdings nicht von einer klassischen Diglossie, sondern eher von einer „balancierten Zweisprachigkeit“ gesprochen.29

Unterrichtssprache ist und bleibt Französisch, Kreolisch ist zwar offiziell zugelassen, dessen Umsetzung erweist sich aber in der Praxis als sehr schwierig. Der allgemeinen Schulpflicht ist es zu verdanken, dass die Französischkompetenz der Bevölkerung allmählich zunimmt. Die Unterrichtsmaterialien bzw. -strategien sind aber immer noch nicht an die Inselrealität angepasst - z.B. fehlende Lehrwerke, die die kreolische Identität berücksichtigen würden (Schulbücher aus der Metropole können es nicht ersetzen). Manche setzen ihre Ausbildung in Frankreich fort, andere sind dort erwerbstätig - nach der Rückkehr wird die gewonnene sprachliche Erfahrung wieder auf den Inseln eingesetzt. Diese jüngeren Menschen sprechen Französisch auch in den familiären Situationen und scheuen sich nicht wiederum vor der Verwendung der Muttersprache bei offiziellen Anlässen. Sie bedienen sich allerdings zunehmend des französischen Wortschatzes - demzufolge nähert sich ihr Kreolisch durch diese „Kontamination“ nach und nach dem français régional an. Darüber hinaus wird das Antillenfranzösische, das allmählich eine vorherrschende Stellung nimmt, weitgehend qualitativ und quantitativ „dekreolisiert“30, ferner übt es eine immer stärkere Auswirkung auf das Standardfranzösisch in den beiden DROMs aus. Die Situation auf Guadeloupe (auf Martinique dürfte sie ähnlich sein) wird von Neumann-Holzschuh wie folgt beschrieben:

Heute ist das Regionalfranzösische auf Guadeloupe Teil einer besonderen Sprachkontaktsituation, die sich durch häufiges Code-switching und die Existenz verschiedener Formen von „Interlekten“ auszeichnet. Da die Sprecher sich meistens in diesem interlektalen Bereich bewegen, verläuft die entscheidende Grenze nicht mehr in erster Linie zwischen Kreolisch und Französisch, sondern zwischen den Varietäten des lokalen Französisch und dem Standardfranzösischen.31

In Französisch-Guayana sieht die Situation etwas anders aus. Dazu trägt vor allem eine sehr hohe Immigrationsrate bei. Die mehr oder weniger legalen Einwanderer kommen grundsätzlich aus Haiti, Martinique/Guadeloupe, Südostasien und dem benachbarten Surinam und Brasilien. Laut Leclerc werden hier jährlich ca. 15.000 Personen irrégulières oder sans- papiers von Behörden aus dem Land ausgewiesen, was fast ein Zehntel der Population darstellt.32 Von 187.000 Einwohnern sprechen ca. 63% Kreolsprachen, dabei sind die französischen KS von KrGuy (37,9%), KrHai (8%), KrMar/KrGua (6,4%), KrSlu und KrReu (0,5%) vertreten. Ferner werden hier weitere KS, vor allem auf englischer und niederländischer (Surinam, Englisch-Guayana) aber auch auf portugiesischer Basis gesprochen (créole brésilien, créole saramaccan). Zu den weiteren wichtigeren Sprachen Guayanas gehören, außer Französisch (14,4%), noch Portugiesisch (6,9%), Hindustani (4%) und Hakka-Chinesisch (3,9% der Population). Die französischen métropolitains sowie die eingeborenen Guyaner besetzen die Mehrheit der Stellen in der Administration und im öffentlichen Sektor, alle anderen ethnisch-linguistischen Gruppen werden allgemein als Ausländer betrachtet. Von den meisten Einwohnern werden am häufigsten die mehreren unterschiedlichen Kreolsprachen verwendet, bei eventuellen Verständigungsschwierigkeiten wird auf KrGuy oder auf ein englisches Kreol umgeschaltet, seltener auf das Französische. Nichtsdestotrotz verkleinert sich der Anteil der einheimischen „regulären“ KrGuy-Sprecher ununterbrochen. Die Sprache verliert allmählich ihre Autonomie und nähert sich, durch zunehmende Anzahl der Entlehnungen und Kontaminationen, den anderen FKS der Kleinen

Antillen (am stärksten sind die Einflüsse des KrMar/KrGua aber auch des KrHai).33 Von der offiziellen Seite werden, ähnlich wie in den anderen Regionen der Karibik, so gut wie keine Gegenmaßnahmen getroffen.

7.2 St. Martin und St. Barthélemy (die COMs)

Die zwei Inseln gehören als Collectivités d'outre-mer territorial zu Frankreich (St. Martin zur Hälfte, der südliche Teil befindet sich seit dem Anfang der Kolonisation in 1648 im holländischen Besitz), demzufolge genießt Französisch hier den offiziellen Status einer Amts- und Unterrichtssprache (nur auf St.Barth wird Englisch als zweite Pflichtsprache unterrichtet). In beiden Fällen (sowie auch in den DROMs), außer wenigen gesetzlichen Anmerkungen hinsichtlich der communautés autochtones und der Rolle der Regionalsprachen als Teil des Kulturerbes, gibt es praktisch keine weitreichende Sprachpolitik, die die Kreolsprachen mehr oder weniger berücksichtigen würde. Es ist eine « politique de la non-intervention ou du laisser-faire. » 34 Trotz der geringen Entfernung (ca. 15 km) voneinander, können hier, was die demographisch-linguistische Situation betrifft, ganz unterschiedliche Entwicklungen beobachtet werden.

Von der Population von Saint-Barthélemy (8.400, ca. 90% davon sind Weiße, eine Ausnahme in der gesamten Region - daher auch der Name Île de Blancs) werden hauptsächlich drei Sprachformen verwendet: la variété française patoisante, la variété créole und, auch wenn in begrenzten Ausmaß ein Regionalenglisch (anglais de Gustavia). St.Barth-Kreol wird von den meisten hier geborenen Insulanern entweder als Muttersprache (ca. 1000 Sprecher) oder als langue véhiculaire gesprochen. Standardfranzösisch und Standardenglisch stellen zwei weitere Verkehrssprachen dar. Kreol von Saint-Barthélemy ähnelt dem KrMar, bleibt allerdings sehr nahe der lokalen französischen Mundart:

« Le patois et le créole (…) partagent un lexique commun, une phonétique quasi identique, mais diffèrent par leur morphologie et leur syntaxe. Pour les familiers des créoles, celui de Saint-Barth est relativement similaire au créole martiniquais, ce qui n'exclut pas certaines différences parfois importantes. »35

Es wird ferner eine Tendenz beobachtet, die nach und nach eine genaue Abgrenzung zwischen patois und créole schwinden lässt. Es werden Ausdrucke wie patois créolisé und créole francisé eingesetzt. Darüber hinaus, aufgrund der steigernden Präsenz des anglophonen

Fremdenverkehrs, wird englischer Wortschatz zunehmend sowohl im Kreol als auch im Regionalfranzösisch eingesetzt.

Auf St. Martin stellt sich die linguistische Situation etwas komplexer dar. Zu den hier meist gesprochenen Sprachen gehören der Reihe nach: Englisch, Französisch, KrHai, KrGua, Papiamento, Holländisch, KrMar, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch. Für den alltäglichen Sprachgebrauch wird allerdings von der Mehrheit der Bevölkerung, sowohl im französischen als auch im holländischen Inselteil, ein Inselenglisch (anglais saint-martinois) verwendet. Wichtigste Verkehrssprache stellt Standardenglisch dar, nur mit dessen Hilfe können die Vertreter von ungefähr 70 hier vorhandenen Nationalitäten sich effektiv verständigen. Die große Mehrheit von ihnen spricht kein Französisch als Muttersprache, sie ist dennoch auf das französische Schulsystem angewiesen und demzufolge mit wesentlichen Schwierigkeiten pädagogischer Natur konfrontiert: überwiegender und stark differenzierter Multilingualismus der Schüler, Französisch wird in meisten Fällen als Zweitsprache erworben. Trotz der allgegenwärtigen Präsenz des Englischen und mehrerer Initiativen seitens der lokalen Administration, werden alle Anträge auf Anerkennung dieser Sprache als Muttersprache der Region bzw. langue de communication régionale de l'île vom Staat abgelehnt - auch wenn von der Mehrheit benutzt, offiziell war und bleibt Englisch hier lediglich eine Fremdsprache.

7.3 Dominica und Sainte-Lucie

Nach der Phase der französischen Kolonisation bleiben die beiden Inseln bis zu ihrer Unabhängigkeitserklärung 1978/79 unter britischer Herrschaft (Dominica seit 1763 und Sainte-Lucie seit 1803). Während der französischen Periode kommt es hier zu der Entwicklung der Frankokreolsprachen (KrDom, KrSlu), die relativ nahe mit dem KrMar verwandt sind. Obgleich Französisch später durch Englisch ersetzt wird, erweisen sich diese Frankokreols so haltbar (der Kontakt mit benachbarten französischen Insel trägt mit Sicherheit auch dazu bei), dass sie noch bis heute von ca. 80% (Dominica) bzw. von ca. 75% der Population (Sainte-Lucie) als Muttersprache erworben und im Alltag gesprochen werden. Neben dem Englischen, das als einzige offizielle Sprache der Administration und des Bildungswesens funktioniert, sind auf beiden Inseln auch Kreols auf englischer Basis immer stärker vertreten. Die Sprecher der FKS haben hier praktisch keinen Kontakt mit dem Französischen. Einzige Spracherfahrungen können lediglich durch die Arbeitsemigration gesammelt werden, die unmittelbare Nachbarschaft der DROMs spielt deshalb eine wichtige Rolle dabei.36 Dennoch gewinnt das Englische immer mehr an Gewichtigkeit - die anglophonen Touristen und vor allem der englischsprachige Unterricht beeinflussen zunehmend den Sprachgebrauch. Es gibt immer weniger monolinguale Kreolsprecher, in meisten Situationen wird zwischen KrDom / KrSlu und English Creole umgeschaltet, wobei die FKS allmählich immer mehr englische Wörter übernimmt. So wird auf beiden Inseln ein

process of relexification” beobachtet, „in which English gradually replaces French vocabulary in an otherwise French creole structure.”37

7.4 Trinidad, St. Thomas und Grenada

Als eine weitere Gruppe sind Gebiete zu nennen, die nie zu Frankreich gehört hatten, wo aber eine FKS gesprochen wird oder wurde. Grenada war zwar im französischen Besitz (1635/50- 1763), ihre heutige Situation ist aber der von Trinidad und St.Thomas sehr ähnlich. In allen drei Gebieten ist Englisch die offizielle Sprache und es existiert keine staatliche Sprachpolitik. (mit Ausnahme von Trinidad, wo zunehmend Spanisch eingeführt wird - ein Versuch, im iberophonen Südamerika an Bedeutung zu gewinnen). St.Thomas hat als Teil der Amerikanischen Jungferninseln das Statut des sog. nichtinkorporierten US-amerikanischen Außengebiets. Trinidad und Grenada sind seit 1962 bzw. 1974 unabhängig. Zu den sprachlich dominierenden Mehrheiten gehören je nach Insel: Grenadian English (95% der Population), Trinidad Vernacular English (94,2%) und Virgin Islands Creole English (56%). Die FKS wurden auf St. Thomas und Trinidad im Rahmen der Inselmigration von St. Barth bzw. Guadeloupe oder Martinique herübergebracht. Auf St. Thomas werden sie noch von ca. 1.500

Menschen gesprochen. Auf Grenada wird französisch basierter Kreol von wenigen, meist sehr alten Personen gesprochen. Auf Trinidad sind, abgesehen von französischer Toponymie, nur noch Spuren der früheren Präsenz vorhanden: wenige franko-kreolische Ausdrücke und Entlehnungen überlebten bis heute in dem Regionalenglischen.38

7.5 Haiti, le phare de la créolité

Haiti nimmt unter allen kreolsprachigen Gebieten des Karibikraumes eine Sonderstellung ein. Das Land wird bereits 1804 von Frankreich unabhängig, die Sklaverei wird abgeschafft und der „Erste Freie Negerstaat“ ausgerufen. Seit 1979 ist Kreolisch als Unterrichtssprache zugelassen und verfügt seit 1980 über eine amtlich anerkannte Orthografie. Es ist auch das erste kreolophone Land der Region (und nach Seychellen das zweite in der ganzen Welt), wo eine FKS den offiziellen Status genießt: in den Verfassungen von 1983 und 1987 wird KrHai zuerst als Nationalsprache und dann auch als offizielle Sprache neben dem Französischen anerkannt

Doch auch wenn das Land als phare de la créolité beschrieben wird, gehört es gleichzeitig zu den ärmsten Staaten der Welt. In diesem „Armenhaus Amerikas“ beträgt die Zahl der Analphabeten bis zu 85% der Population39. Private Bildungseinrichtungen sind nur für die reiche Oberschicht zugänglich, öffentliche Schulen befinden sich in einem miserablen Zustand (21% sind elektrifiziert, 42% verfügen über fließendes Wasser.)40

Heutzutage ist KrHai - die ehemalige Sklavensprache und Low variety - die einzige Sprache der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung. Französisch wird nur von einer gebildeten bilingualen Elite beherrscht. Laut Bollée handelt es sich bei dieser Minorität um ca. 5-15 % der Population von Haiti. Bei Neumann-Holzschuch werden 13,16% der Haitianer als locuteurs potentiels (mindestens zwei Jahre Französisch gelernt) und 8,79% als locuteurs

réels (mindestens sechs Jahre Unterricht) genannt. Lediglich ca. 1-2% der Population verfügen über perfekte Französischkenntnisse.41

Das Verhältnis zwischen Französisch und Kreolisch auf Haiti gilt noch bis in die 80er Jahre des 20.Jh. als typisches Beispiel einer Diglossiesituation. Den Begriff verdankt man Fergusson (Diglossia, 1959), der damit eine besondere Form des Bilinguismus beschreibt: eine Differenzierung in Verwendung (je nach Anlass / Sprachsituation) zwei Varietäten derselben Sprache. Demzufolge wird Kreolisch, das Low variety, im Alltag, auf der Strasse und zu Hause von der „gemeinen“ Bevölkerung gesprochen.

Das High variety stellt Französisch dar, eine mit dem Sozialaufstieg verbundene Prestigesprache der Verwaltung, Bildung, Medien, Kultur und Literatur:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Falle solcher „typischen“ Diglossie bleibt der einsprachige kreolophone Teil der Population aus den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen. Dennoch (schon seit den 60er Jahren des 20. Jhs. - Antillanité, Créolité) ist eine gewisse Aufwertung des Kreols zu beobachten. Die Anwendungsbereiche des Haitianischen werden langsam auf etliche Domänen der Öffentlichkeit erweitert, die bisher für die kreolophone Bevölkerung ein Tabu waren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Sprache wird also praktisch in allen Lebensbereichen verwendet, auch bei ernsthaften Themen bzw. Situationen, die früher im Allgemeinen für das High variety reserviert waren.42 Diese Tendenz, die zu einer beachtlichen Steigerung des Prestiges der FKS führt, wird maßgebend auch durch die sinkende Präsenz des Französischen bewirkt. Denn nur die kleine zweisprachige diglossische Minderheit kann zwischen Kreol und Französisch wechseln, was aber nicht mehr unbedingt von der Ernsthaftigkeit der jeweiligen Gesprächssituation abhängig sein muss.43

Es wird ferner eine weitere Tendenz beobachtet. Die Zahl der hispano- (Kontakte zur Dominikanischen Republik) und vor allem anglophonen Haitianer nimmt in letzter Zeit wesentlich zu. Die Eliten schicken ihre Kinder zur Ausbildung nicht mehr nach Frankreich, jetzt werden die USA bevorzugt. In den Wirtschaftskontakten ist es ebenfalls sichtbar:

Vous avez une quantité d’Haïtiens qui ont émigré aux Etats-Unis, qui reviennent maintenant. Tout le langage technique est en anglais. (…) Ce n’est plus une dichotomie. On a l’impression, (…) qu’il y a une espèce de lutte entre l’influence de l’anglais et du français sur le créole. Certains Haïtiens, de la jeune génération, ne parlent plus français mais parlent anglais, ou espagnol, et créole, évidemment. 44

Demzufolge besteht durch den immer größeren Einfluss des Englischen (Fremdenverkehr, Beziehungen mit den USA, ca. 1 Mio. Emigranten usw.) die Gefahr, dass die französisch- kreolische Diglossie auf Haiti durch eine englisch-kreolische ersetzt wird.45

8. Fazit

Bei sämtlichen Autoren, die über den Status der Kreolsprachen in den jeweiligen Regionen schreiben, wird ein gleiches, vom Sprachkonflikt und der Geringschätzung der KS geprägtes Bild dargestellt. Ein Zitat nach Stein soll dies verdeutlichen:

Trotz unterschiedlicher historischer und politischer Entwicklungen befinden sich die (F)KS in allen Gebieten in einer recht ähnlichen Lage. Eines ihrer wichtigsten

Merkmale ist das geringe Prestige und das soziale Stigma, mit dem sie als „Sprache der Sklaven“ versehen wurden, d.h. als Sprache derjenigen, die nicht in der Lage waren, bzw. sind, Französisch „richtig“ zu lernen.46

An dieser Stelle muss zugegeben werden, dass seit Jahren unterschiedliche Initiativen unternommen werden, das Ansehen der KS (vor allem durch Bildungsstrategien) zu steigern. Bolée präsentiert eine Reihe von vereinbarten bzw. einzuführenden Maßnahmen47, u.a. folgende aus der Charte Culturelle Créole des G.E.R.E.C. (Groupes d’Études et de Recherche en Espace Créolophone):

Aucun linguiste sérieux, aucun observateur objectif ne peut refuser le rôle premier du créole dans le volume total des échanges linguistiques antillo-guyanais et le rôle second du français. […] Même si nous n’ignorons pas les difficultés inhérentes à une telle décision, […] nous demandons qu[e…] le créole soit déclaré langue licite dans les institutions officielles des Antilles et de la Guyane.48

Der Liste dieser ambitionierten Pläne folgt dennoch ein einschränkender Kommentar von Bollée: „Ob diese Forderungen je realisiert werden, erscheint mir mehr als zweifelhaft.“49 Ähnliche Initiativen sind zurzeit in den meisten Fällen zum Scheitern verurteilt, einerseits aufgrund der unzureichenden Entwicklung der KS (Verschriftlichung, Normierung), andererseits wegen der bereits angesprochenen, in kreolophonen Gesellschaften tief eingewurzelten Vorurteilen. So z.B., auch wenn Kreol als Unterrichtssprache zugelassen bzw. im Unterricht von den Lehrern begrenzt benutzt wird, ändert es recht wenig an der Tatsache, das es von den Muttersprachler selbst nicht als solche akzeptiert wird:

Et même si l’on ne peut qu’être sensible aux difficultés rencontrées par les enseignants confrontés à des élèves, qui maîtrisent insuffisamment le français, on ne voit pas comment, (…) les maîtres pourraient du jour au lendemain enseigner les mathématiques ou l’histoire dans une langue encore faiblement instrumentalisée. La plupart d’entre eux dans les petites classes (maternelles ou primaires) n’hésitent plus à recourir à du créole pour essayer de réexpliquer quelque chose à un élève, mais là encore le statut du créole rend la pratique ambiguë et les élèves (ou leurs familles) voient cela souvent comme une marque de mépris (…) ou comme une confirmation

vexante de la médiocrité de l’élève (on lui parle créole parce qu’il est vraiment trop faible !).50

Die Überwindung dieser negativen Einstellung kreolophoner Bevölkerung zur eigenen Muttersprache ist mit Sicherheit keine leichte Aufgabe und es wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen, bis hier ein Durchbruch geschieht.

Kläglich ist die andauernde Situation, was die zu Frankreich gehörenden Regionen betrifft, dass seitens der Metropole praktisch nichts unternommen wird, um die KS und ihre Erhaltung zu fördern. Eine gewisse gesetzliche Grundlage (wie z.B. Loi d'orientation pour l'outre-mer ou loi 2000-1207 du 13 décembre 2000), die klar definiert was zu tun wäre, ist dennoch vorhanden:

« Les langues régionales en usage dans les départements d'outre-mer font partie du patrimoine linguistique de la Nation» et qu’elles «bénéficient du renforcement des politiques en faveur des langues régionales afin d'en faciliter l'usage». 51

Die von der Charte européenne des langues régionales ou minoritaires (1992) vorgesehenen Maßnahmen (u.a. Erschaffung der Voraussetzungen für Unterricht aller Bildungstuffen dans les langues régionales ou minoritaires concernées) bleiben immer noch nur auf Papier.52 Darüber hinaus ist der Unterricht in der jeweiligen FKS in allen Regionen offiziell zugelassen, nur es ändert ganz wenig an der Tatsache, dass das französische Bildungswesen kein Interesse an dessen Umsetzung in die Praxis zeigt. Das Schulsystem der DROMs und COMs und sein von der Metropole übernommenes Programm nehmen wenig Rücksicht auf die regionalen Gegebenheiten. Es sind nicht einmal französischsprachige Schulbücher vorhanden, die die kulturelle Singularität beachten würden. Im Gegenteil, die kleinen meist dunkelhäutigen Antillianer lernen beispielsweise von Vercingétorix und erfahren immer noch, dass Gallier ihre Vorfahren sind, was doch nicht ganz der Wirklichkeit entspricht.

Auch wenn FKS noch von vielen gesprochen werden, ist es nicht zu verleugnen, dass sie in den DROMs mangels offizieller Anerkennung allmählich Boden verlieren, indem sie insbesondere von den regionalen Varietäten des Französischen verdrängt werden. Nur eine Reihe tief greifender sprachpolitischer Reformen kann diesen Prozess aufhalten.

In den unabhängigen Karibikstaaten, wo in vielen Fällen flächendeckende Armut und Analphabetismus herrschen, ist die Lage noch schwieriger. Frankokreolsprachen sind bereits in vielen dieser Regionen verschwunden oder sind gerade dabei, durch andere KS oder Regionalsprachen ersetzt zu werden. In vielen dieser Länder ist der Zugang zum Französischen oft überhaupt nicht vorhanden oder sehr begrenzt. Für manche lokale politische Eliten stellt es den Machtschlüssel dar, auch wenn ganze Gesellschaften davon benachteiligt werden. Es steht außerdem fest, dass die Alphabetisierung der breiten Massen, die kein Französisch (oder Französisch als zweite Sprache) beherrschen, meistens nur in der jeweiligen Kreolsprache effizient durchführbar ist. Der Zustand der Bildung und häufiges Scheitern der Schüler in Ländern, wo Französisch keine Muttersprache ist, dennoch die einzige offizielle Sprache bleibt, ist der beste Beweis dafür. Es müssen deswegen Mittel geschafft, Orthographien und Grammatiken entwickelt werden, um den Kreolsprachen den Einzug in die Schulen und somit ihren Fortbestand zu ermöglichen. Nur so kann auch mit der Zeit „das soziale Stigma“ überwunden werden. Deshalb bleibt es für die Kreolisten und Forscher als wichtigste Aufgabe, den Kreolsprachen bei ihrer Entwicklung, Verschriftlichung und Normierung weiter zu helfen:

La linguistique peut donc donner aux populations créolophones les outils nécessaires pour « engager un combat (…) pour l’écriture, la normalisation, la constitution de manuels d’apprentissage, l’utilisation dans de nouvelles circonstances, la littérature (…), toutes ces étapes de développement sans lesquelles une langue n’existe pas vraiment ou risque de disparaître remplacée par l’une ou l’autre des langues dominantes qui l’environnent ». 53

9. Quellenverzeichnis:

Bachmann, Iris: Die Sprachwerdung des Kreolischen: eine diskursanalytische Untersuchung am Beispiel des Papiamentu, Tübingen: Narr, 2005.

Bollée, Annegret: Frankophonie IV. Regionale Varianten des Französischen außerhalb Europas; I.b) Vereinigte Staaten und Karibik, in: Holtus, Günter / Metzeltin, Michael / Schmitt, Christian (Hrsg.): Lexikon der romanistischen Linguistik, Bd. 5/1: Französisch, Tübingen: (Niemeyer) 1990, S. 754-767.

Bollée, Annegret: Pidgin- und Kreolsprachen auf französischer Basis, in: Kolboom Ingo / Kotschi, Thomas / Reichel, Edward (Hrsg.): Handbuch Französisch: Sprache-Literatur- Kultur-Gesellschaft: für Studium, Lehre, Praxis, Berlin: Erich Schmidt, 2003, S. 121-127.

Bollée, Annegret: Romanische Kreolsprachen V. Französische Kreolsprachen, in: Holtus, Günter / Metzeltin, Michael / Schmitt, Christian (Hgg.): Lexikon der romanistischen Linguistik, Bd. 7: Kontakt, Migration und Kunstsprachen - Kontrastivität, Klassifikation und Typologie, Tübingen: (Niemeyer), 1998, S. 662-679.

Gaudino-Fallegger, Livia: Grundkurs Sprachwissenschaft Französisch, Stuttgart [u.a.]: Klett, 1998.

Hazaël-Massieux, Marie-Christine: Les créoles: l'indispensable survie, Paris: Éd. Entente, 1999.

Heil, Anett : Grammatische Reduktion in Frankokreolsprachen und Plansprachen, Frankfurt am Main [u.a.]: Lang, 1999.

Klingler, Thomas: Histoire des langues créoles à base lexicale française : la Louisiane et les Antilles, in: Ernst, Gerhard / Gleßgen, Martin-Dietrich / Schmitt, Christian / Schweickard, Wolfgang (Hrsg.): Romanische Sprachgeschichte: ein internationales Handbuch zur Geschichte der romanischen Sprachen, Bd.1, Berlin [u.a.]: De Gruyter, 2003, S. 1105-1120.

Lefebvre, Claire: Creole genesis and the acquisition of grammar: the case of Haitian creole, Cambridge [u.a.]: Cambridge University Press, 1998

Ludwig, Ralph: Geschichte der Reflexion über die romanischen Sprachen: Kreolsprachen, in: Ernst, Gerhard / Gleßgen, Martin-Dietrich / Schmitt, Christian / Schweickard, Wolfgang (Hrsg.): Romanische Sprachgeschichte: ein internationales Handbuch zur Geschichte der romanischen Sprachen, Bd.1, Berlin [u.a.]: De Gruyter, 2003, S. 297-309.

Neumann-Holzschuh, Ingrid: Externe Sprachgeschichte des Französischen in der Karibik, in: Ernst, Gerhard / Gleßgen, Martin-Dietrich / Schmitt, Christian / Schweickard, Wolfgang (Hrsg.): Romanische Sprachgeschichte: ein internationales Handbuch zur Geschichte der romanischen Sprachen, Bd.1, Berlin [u.a.]: De Gruyter, 2003, S. 921-929.

Nwenmely, Hubisi: Language reclamation: French Creole language teaching in the UK and the Caribbean, Clevedon [u.a.]: Multilingual Matters, 1996.

Sokol, Monika: Französische Sprachwissenschaft: eine Einführung mit thematischem Reader, Tübingen : Narr , 2001.

Stein, Peter: Kreolisch und Französisch, Tübingen: Niemeyer, 1984.

Internetquellen:

http://creoles.free.fr/Cours/index.htm http://www.tlfq.ulaval.ca/axl

[...]


1 Diese können allerdings nicht als Substratsprachen im eigentlichen Sinne genannt werden: alle am Sprachkontakt teilnehmende Gruppen wurden importiert, eine zu überlagernde ursprüngliche, indigene Sprache ist nicht vorhanden (vgl. Bollée, 1998: 667)

2 Vgl. Gewecke, 1988: 16-17

3 Vgl. Stein, 1984: 1; Lefebvre spricht von einer Zeitspanne von 25 bis 80 Jahren (vgl. Lefebvre, 1998: 2)

4 Vgl. Bachmann, 2005: 36-37

5 Dazu trägt die « faible diffusion du français en Haïti » besonders bei (vgl. Neumann-Holzschuh, 2003: 923-926)

6 Der Begriff Kreolistik als Disziplinname erscheint aber relativ spät, erst in den 70-80er Jahren des 20. Jhs. (vgl. Ludwig, 2003: 300)

7 Vgl. Bachmann, 2005: 25 / Ludwig, 2003: 299

8 Bachmann, 2005: 31

9 Vgl. Ludwig, 2003: 299-300

10 Ebenda: 301

11 Stein, 1984: 7-8

12 Vgl. Bollée, 2007: 151

13 Vgl. Bollée, 2003: 121-22

14 Vgl. Stein, 1984: 5-7

15 Vgl. Ludwig, 2003: 299; Ludwig nennt allerdings „Sklavenkind aufgezogen im Hause des Herrn bzw. geboren in einer den Kolonien“ als die ursprüngliche Bedeutung des spanischen Begriffes

16 Vgl. Stein, 1984: 5-7

17 Z.B. laut Sokol gibt es bei der Entwicklung aller FKS keine „Pidgin-Zwischenstufe“; vgl. Sokol, 2001: 217

18 Vgl. Bollée, 2003: 123; 1998, 664-65 / Lefebvre, 1998: 1-3

19 Vgl. Hazaël-Massieux, 1999: 42

20 Vgl. Klingler, 2003: 1107-1111 / Ludwig, 2003: 300-302

21 Vgl. Gaudino-Fallegger, 1998: 65

22 Vgl. Bollée, 2003: 123-124; 1998: 665-66 / Stein, 1984: 93-97

23 Vgl. Heil, 1999: 36-38

24 Stein, 1984: 10-12

25 Ebenda

26 Alle in diesen Teil genannten Prozentangaben stammen aus Jacques Leclercs L'aménagement linguistique dans le monde (http://www.tlfq.ulaval.ca/axl)

27 Hazaël-Massieux, 1999: 26-27

28 Ebenda: 108

29 Vgl. Neumann-Holzschuh, 2003: 924

30 Hazaël-Massieux, 1999: 108-109

31 Vgl. Neumann-Holzschuh, 2003: 924

32 Vgl. Leclerc: http://www.tlfq.ulaval.ca/axl

33 Vgl. Hazaël-Massieux, 1999: 30-32, 112-113

34 Leclerc: http://www.tlfq.ulaval.ca/axl

35 Ebenda

36 Vgl. Hazaël-Massieux, 1999: 27-30

37 Vgl. Nwenmely, 1996: 20-21

38 Vgl. Hazaël-Massieux, 1999: 30, 102-103 / Stein, 1984: 12

39 Vgl. Neumann-Holzschuh, 2003: 926

40 Leclerc: http://www.tlfq.ulaval.ca/axl

41 Vgl. Bollée, 1990: 764; 2003: 125 / Neumann-Holzschuh, 2003: 926

42 Vgl. Heil, 1999: 26

43 Vgl. Klingler, 2003: 1116

44 Hazaël-Massieux, 1999: 25

45 Vgl. Heil, 1999: 26

46 Stein, 1984: 111

47 Vgl. Bollée, 1998: 675

48 Ebenda

49 Ebenda

50 Hazaël-Massieux, 1999: 169-170

51 Leclerc: http://www.tlfq.ulaval.ca/axl

52 Ebenda

53 Klingler, 2003: 1118

Details

Seiten
27
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640202256
ISBN (Buch)
9783640207022
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v118091
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Institut für Romanistik
Note
1,0
Schlagworte
Frankokreolsprachen Karibik Ihre Entstehung Entwicklung Verbreitung Amérique Nord

Autor

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Titel: Frankokreolsprachen in der Karibik - Ihre Entstehung, Entwicklung und Verbreitung