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Influencer Marketing. Chancen und Risiken für Unternehmen

©2021 Hausarbeit 24 Seiten

Zusammenfassung

Die Hausarbeit befasst sich mit dem Marketing von Unternehmen in Zusammenarbeit mit Influencern. Die sich daraus ergeben Risiken und Chancen werden im Laufe der Arbeit näher beschrieben.
Zuallererst werden verschiedene Plattformen beleuchtet, auf denen Influencer-Marketing stattfindet. Speziell befasst sich dieser Abschnitt mit der App Instagram, da diese aus Sicht eigener am häufigsten genutzt wird, um Influencer-Marketing zu betreiben. Darauffolgend werden die essenziellen Begriffe des Influencer-Marketings und des Influencers definiert.
Darauf aufbauend werden die Möglichkeiten des Influencer-Marketings beschrieben und es folgt eine Unterscheidung zum klassischen Marketing. Der letzte Abschnitt befasst sich mit den Risiken und Chancen, die sich für Unternehmen ergeben, wenn sie sich für das Influencer-Marketing entscheiden sollten.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG

2 DIE PLATTFORM INSTAGRAM
2.1 Entstehung
2.2 Nutzender App
2.3 Plattformen für Influencer Marketing
2.3.1 Facebook
2.3.2 Youtube
2.3.3 Twitter.

3 GRUNDLEGENDES ZUM MARKETING UND INFLUENCER
3.1 Der Begriff „Influencer“
3.1.1 Typen von Influencern
3.2 Erläuterung zum Influencer Marketing
3.3 Möglichkeiten des Influencer Marketings
3.4 Unterscheidungzwischen dem klassischen Marketing und dem Influencer Marketing

4 CHANCEN UND RISIKEN
4.1 Chancen
4.2 Risiken

5 FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Prognose zum Anteil der monatlichen Nutzer von Instagram weltweit (2018-2022) (Statista, 2021)

Abbildung 2: Die wichtigsten Social Media Plattformen für Unternehmen (Statista, 2021)

Abbildung 3: Raking der größten Social Networks und Messenger nach der Anzahl der Nutzer (Januar 2021) in Millionen (Statista, 2021)

1 Einleitung

„Die Digitalisierung geht nicht »vorbei«. Sie ist nicht irgendein technologischer Trend. Vorbeigehen wird höchstens der Gedanke, dass sie vorbeigeht.“ (Gauger, 2019)

Wir leben in einer Welt, in der sich das digitale Zeitalter mit einer hohen Geschwindigkeit verändert. Aus diesem Grund müssen sich auch Unternehmen diesem Wandel fügen. Die Digitalisierung zwingt Unternehmen neue Fähigkeiten und Techniken zu nutzen, um den Kundenprozess zu verbessern. Vor allem im Bereich des Marketings, hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Immer mehr Unternehmen setzen auf Social Media Plattformen, um ihre Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben. Dadurch entstand eine neue Sparte in der Berufswelt. Die Berufsbezeichnungen „Influencer“ oder auch „Content Creator“ haben sich etabliert. Diese posten täglich neue Beiträge auf Plattformen wie beispielsweise auf Instagram, mit den unterschiedlichsten Themenschwerpunkten. Fotos, Videos und auch schriftliche Zusammenfassungen sind in diesem Zusammenhang der produzierte Content. Die Unternehmen setzen mittlerweile vermehrt auf „Influencer“, die sich auf den entsprechenden Plattformen für dessen Produkt aussprechen. Allerdings ist die Wahl des passenden Influencers nicht leicht, denn die Unternehmen müssen darauf achten, inwiefern dieser auch zu den Werten des Produkts passt. Bei der Wahl gibt es viele Kriterien, die beachtet werden müssen. Die Unternehmen müssen sich vorab darüber im Klaren sein, welche Zielgruppe angesprochen werden soll und welche Plattform sich am besten dafür eignet. Mittlerweile nutzen 60,8 Prozent der Einwohner in Deutschland mehrmals in der Woche Social Media Plattformen, bei den Millennials liegt der Wert bei 87,5 Prozent. (Statista, 2021) Diese hohe Nutzung stellt die Unternehmen vor eine große Herausforderung in ganz bestimmten Bereichen. Beispiele für diese Bereiche wären: das Erkennen von Kundenbedürfnissen, die Imagepflege, die Schnelligkeit und die Kritikfähigkeit. (Schwägerl ,2014)

Durch die neue Berufsgruppe des „Influencers“, bekommen Unternehmen eine neue Möglichkeit, ihre Produkte zu vermarkten. Doch diese neuen Möglichkeiten bringen den Unternehmen nicht nur neue Chancen, sondern auch Risiken. Fragen wie: Ist der Influencer in der Lage mein Produkt gut zu vermarkten? Oder hat die Auswahl des Werbegesichts einen negativen Einfluss aufdas Image des Unternehmens?

Diese und weitere Fragen sollten sich vor der Auswahl des Influencers gestellt werden.

Die Vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Marketing von Unternehmen, in Zusammenarbeit mit Influencern. Die sich daraus ergeben Risiken und Chancen, werden im Laufe der Arbeit näher beschrieben.

Zuallererst werden verschiedene Plattformen beleuchtet, auf denen Influencer-Marketing stattfindet. Speziell befasst sich dieserAbschnitt mit derApp Instagram, da diese aus Sicht eigener am häufigsten genutzt wird, um Influencer-Marketing zu betreiben. Darauffolgend werden die essenziellen Begriffe des Influencer-Marketings und des Influencers definiert. Darauf aufbauend werden die Möglichkeiten des Influencer-Marketings beschrieben und es folgt eine Unterscheidung zum klassischen Marketing. Der letzte Abschnitt befasst sich mit den Risiken und Chancen, die sich für Unternehmen ergeben, wenn sie sich für das Influencer-Marketing entscheiden sollten.

2 Die Plattform Instagram

2.1 Entstehung

Die App „Instagram“ wurde am 6. Oktober 2010 in San Francisco von Kevin Systrom und Mike Krieger ins Leben gerufen. Durch ihre eigenen Probleme, die sie beim Versenden von Fotos an Freunde hatten, entsprang die Idee diesen Prozess einfacher und schneller zu gestalten. Der Name ist eine Kombination aus „instant“ (sofort) und „telegram“ (Telegramm). Die App möchte im Umkehrschluss die Bedienbarkeit und das Platzieren von Fotos vereinfachen. Durch die anfänglichen Einschränkungen der Nutzung, da zuerst nur Apple User die App herunterladen konnten, bekam Instagram 2012 einen großen Schub durch die Erweiterung für Android-Geräte. Durch die steigende Zahl an Nutzern, gelang es Facebook 2012 die App zu Übernehmen. (Eddy, 2019)

Seitdem es die App auf dem Markt gibt, erscheinen bis heute immer mehr neue Tools. Nachdem weitere Filter und Verbesserungen der Bildqualität hinzugefügt wurden, folgten

2013 neue wichtige Änderungen. Nutzer konnten nun auf Instagram 15-sekündige Videos aufnehmen und Fotos per Direktnachrichten an ihre Kontakte verschicken. Im Jahr 2016 kam die Einführung der Stories. Nutzern war es von nun an möglich, nicht nur Beiträge in Form von Bildern und Videos in ihren Feed zu posten, sondern diese auch in ihren Stories hochzuladen. Diese Stories enthalten nicht nur den Effekt des Entertainments, denn auch neue Funktionen wurden hinzugefügt. Nutzer können von nun an in den Stories Fragen stellen, über ein Thema abstimmen lassen oder Orte und andere Personen verlinken. Seit 2016 führte Instagram dann „Live-Videos“ ein, diese in Echtzeit hochgeladen werden können. Nutzer hatten dann die Möglichkeit direkt das zu sehende zu kommentieren. Die Videos in den Stories wiederum sind begrenzt auf 15 Sekunden, aus dem Grund führte Instagram 2018 die „IGTV“ ein. Die Abkürzung steht für Instagram Television und ermöglicht es den Nutzern Videos bis zu einer Länge von einer Stunde zu teilen. Im März 2019 führte Instagram dann die Funktion des „Shoppings“ ein. So können Nutzer Produkte direkt auf derApp kaufen, ohne diese verlassen zu müssen. (Instagram, o.J.)

2.2 NutzenderApp

Die App Instagram ist für Unternehmen und auch für Influencer von zunehmender Bedeutung. Autorin Marie Luise Ritter beschreibt Instagram als „inzwischen eines der wichtigsten und nichtwegzudenkenden Tools“ (Ritter2018, S. 66) Instagram setztaufeinen visuellen Content, sowohl Bilder als auch Videos sind international für jeden zugänglich und schneller zu erfassen als Texte. (Statista, 2019) Aus einem Social Trends-Bericht im Jahr 2019 stellte sich heraus, dass das Engagement von Marken auf Instagram am stärksten ist. (Lewanczik, 2018)

„Keine andere Plattform kommt derzeit in Bezug auf Größe und Engagement des Publikums auch nur ansatzweise an Facebook und die dazugehörigen Dienste heran.“ (Ben-Itzhak, 2018) Um auf Instagram eine höhere Sichtbarkeit zu erlangen, ist es Nutzeren möglich Hashtags zu verwenden. Diese Hashtags sind dabei in Kategorien unterteilt. Die sogenannten Branded Hashtags sind gerade für Unternehmen von großer Bedeutung. Diese können beispielweise den eigenen Firmennamen, einen Slogan oder den Namen des Produkts beinhalten. Sinn und Zweck dieser Hashtags ist es, mehr Reichweite und mehr Follower zu gewinnen, (unternehmen.de, 2021)

Im Jahr 2018 gab es 9,6 Prozent aktive Nutzer weltweit. Tendenz steigend.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Prognose zum Anteil der monatlichen Nutzer von

Instagram weltweit (2018-2022) (Statista, 2021) Der Prognose von eMarketer zufolge, wird es voraussichtlich 2022 weltweit 12,7 Prozent aktive Nutzer auf Instagram geben.

2.3 Plattformen für Influencer Marketing

Eine der wichtigsten Plattformen für Unternehmen ist mit 54 Prozent Facebook. Dieser Wert geht aus einer Umfrage des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2021 hervor. (Statista, 2021)

Welche Social-Media-Plattform ist für Ihr Unternehmen am wichtigsten?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die wichtigsten Social Media Plattformen für Unternehmen (Statista, 2021)

Mit nur 22 Prozent folgt Instagram und ist demnach weit hinter dem ersten Platz. Linkedin, YouTube und Twitter stehen stehen untern der 15 Prozent Marke.

Für die Auswahl der folgenden Plattformen, werden die am häufigsten benutzten Social Media Kanäle weltweit aus dem Jahr 2021 verwendet. Facebook belegt mit 2,74 Milliarden monatlich aktiven Nutzern den ersten Platz. Danach folgt Youtube mit 2,3 Milliarden und Instagram reiht sich hinter dem Facebook Messenger und Whats App mit circa 1,2 Milliarden Nutzern. Zwar verzeichnen Whats App und Facebook Messenger größere Beliebtheit in der Vewendung als Instagram, aber dort findet Influencer Marketing weniger statt. Deshalb wurden für die Vorstellung der sozialen Plattformen Facebook, YouTube und Twitter ausgewählt.

2.3.1 Facebook

Mit der Gründung im Jahr 2004 ist Facebook die am längsten existierende Netzwerkplattform unter den abgebildeten. Der ehemalige Harvard Student Mark Zuckerberg und zwei Mitstudenten entwickelten die Plattform anfänglich nur für die Vernetzung verschiedener Universitäten. Durch die steigende Anzahl an Usern wurde die Seite 2006 fürjeden der über 13 Jahre alt ist, geöffnet.

Ranking der größten Social Networks und Messenger nach der Anzahl der

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Raking der größten Social Networks und Messenger nach der Anzahl der Nutzer (Januar 2021) in Millionen (Statista, 2021)

In Deutschland war Facebook erst im Jahr 2008 verfügbar. Über die Jahre hinweg hat sich die Plattform durch immer wieder neu erscheinende Funktionen radikal verändert. (Frickel, 2018)

Weltweit hat die Plattform mehr als 2,8 Milliarden Nutzer und ist somit das am nutzerstärkste Netzwerk. YouTuber aber auch Instagrammer nutzen zwar Facebook, um Inhalte zu verbreiten, doch ist dort das Influencer Marketing nicht so bekannt. Mit dem Launch des Collabs Managers aus dem Jahr 2018, wollte Facebook es Unternehmen einfacher gestalten Kontakt zu Influencern herzustellen. So können Unternehmen, durch das neue Tool, aktiv aufdie Suche gehen, um passende Influencerzu finden. (Wiese, 2019)

2.3.2 Youtube

Die Videoplattform YouTube wurde im Jahr 2005 entwickelt und ist bis heute bei Influencern von großer Beliebtheit. Nutzer können auf YouTube eigene Kanäle erstellen, Videobeiträge hochladen und kommentieren. Im Gegensatz zur Plattform Instagram, ist YouTube der einzige Social-Media-Kanal, bei dem es möglich ist, Teil einer großen Produktdemonstration sein zu können. YouTube hat deutlich mehr Möglichkeiten ein Produkt in Szene zu setzen, da Instagram nur Bilder und kurze Clips als Toolmöglichkeiten anbietet. Die Plattform erreicht alle Altersklassen, doch vor allem die Millennials und die Gen Z. Viele Influencer produzieren immer professionellere Videos und werben für Produkte mittels Product­Placements, Affiliate Marketing oder Promotionseinblendungen. (David, 2017) Einer der am bekanntesten deutschen Youtuber ist Simon Unge. Rund 5,2 Millionen Euro verdient er mit seinen Videos und zählt mittlerweile 3,2 Millionen Abonnenten auf der Videoplattform. Diese Videos, die auf seinem Kanal „ungespielt“ teilt, beinhalten Hauptsächlich „Lets Plays“. Mittlerweile besitzt er noch fünf weitere Kanäle, auf denen er zu verschiedensten Themen Videos veröffentlicht. (Unge ganz ungespielt, 2021)

2.3.3 Twitter

Das Unternehmen Twitter wurde im Jahr 2006 gegründet und ist ein Mikroblogging- Dienstleister, der dazu genutzt wird, um kurze Texte in Echtzeit zu verbreiten. Die Plattform fungiert als Kommunikationsplattform und als soziales Netzwerk für jede Sparte der Gesellschaft. Die Kurznachrichten, auch Tweets genannt, können maximal aus 280 Zeichen bestehen. (Statista, 2021) Sowie auch Instagram bedient sich Twitter dem Hashtag, diese sind unerlässlich geworden, da jede Woche Milliarden von Nutzern einen Tweet veröffentlichen. Die Plattform wird genau wie Facebook von Instagram- und YouTube- Influencern genutzt, um ihre Inhalte zu teilen. (GmbH, 2011)

3 Grundlegendes zum Marketing und Influencer

3.1 Der Begriff „Influencer“

„Als Influencer (engl. to influence = beeinflussen, einwirken, prägen) werden Personen bezeichnet, die aus eigenem Antrieb Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) zu einem Themengebiet in hoher und regelmäßiger Frequenz veröffentlichen und damit eine soziale Interaktion initiieren.“ (Deges, o.J.)

Personen die sich als Influencer definieren, stehen dabei für kein bestimmtes Content­Format und für kein spezielles Medium. Das Medium ist dabei irrelevant, sei es YouTube, Instagram, Twitter oder Facebook. Influencer in Social Media sind Personen, die sich für ihr Wissen und ihre Expertise zu einem bestimmten Themengebiet einen Namen gemacht haben. Durch regelmäßige Beiträge in Form von Bildern, Videos oder Blogeinträgen generieren sie Follower, die ihre Ansichten und Interessen teilen. (Geyser, 2019)

Alle Influencer besitzen eine hohe Kompetenz und Aktivität in den sozialen Medien, deshalb ist eine Trennung und Definition nach Kanal auch nicht sinnvoll. Die verschiedenen Plattformen sind für Influencer ein Tool, um die eigene Reichweite an Followern zu vergrößern. Dabei bedienen sie sich nicht ausschließlich einem Kanal, sondern mehreren. Ein Influencer der auf Youtube ein neues Video veröffentlicht hat, benutzt beispielsweise Instagram, um auf das geteilte Video aufmerksam zu machen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Verbreitung von Inhalten nicht mehr im Fokus steht, sondern die Erstellung von Inhalten fürjedes einzelne Netzwerk. (Firsching & Bersch, 2016)

3.1.1 Typen von Influence™

3.1.1.1 Prominente Persönlichkeiten

Das Influencer Marketing entstand aus der Unterstützung von Prominenten und die meisten Unternehmen setzen seit vielen Jahren auch auf diese. Mit dem Hintergrund, dass die Umsätze bei der Bewerbung von Produkten deutlich mehr steigen, wenn eine prominente Persönlichkeit dieses bewirbt. (Geysert, 2019)

3.1.1.2 Branchenexperten und Thought-Leader

Diese Typen erhalten in der Regel mehr Respekt aufgrund ihrer Qualifikation, Position oder Erfahrung mit ihrem Fachgebiet. Diese Experten ergeben sich aus: Journalisten, Akademiker, Branchenexperten und Professionelle Berater. (Geysert, 2019)

3.1.1.3 Bloggerund Content-Ersteller

Das Bloggen ist mit dem Influencer-Marketing verbunden. Im Internet gibt es zahlreiche Blogs, die einen großen Einfluss auf ihre Leserschaft verzeichnen. Gerade wenn ein Produkt positiv in einem Blogeintrag bewertet wird, ist der Gedanke nicht fern, dass die Leser dieses auch ausprobieren wollen. Wichtig ist es beim Bloggen, dass ein gewisser Respekt bei den Lesern gewonnen werden kann. (Geysert, 2019)

3.1.1.4 Micro und Macro Influencer

Die beiden Typen lassen sich nicht genau definieren. Im Allgemeinen spricht man von Influencern, wenn die Person eine bestimmte Reichweite auf einem Social-Media-Kanal besitzt. Die Reichweite von Micro Influencern liegt circa zwischen 1000 und 100.000 Followern und jeder dieser ist auf eine gewisse Art ein Freund. Micro Influencer zeichnen sich aus durch eine hohe Authentizität und Glaubwürdigkeit. Der Unterschied zu einem Macro Influencer liegt in der Engagement Rate, die aus Likes und Kommentaren generiert wird. Umso mehr Follower ein Influencer hat, desto weniger Interaktion hat dieser. Somit haben Mirco-Influencer durch ihre geringere Anzahl an Followern, eine höhere Engagement Rate. (Weber, 2021)

3.2 Erläuterung zum Influencer Marketing

Zur Aufgabe des Influencer Marketings gehören Unternehmensinhalte in relevante Zielgruppen zu verbreiten, die Kaufbereitschaft zu steigern und eine höhere Sichtbarkeit von Marken und Unternehmen zu schaffen. (Firsching & Bersch, 2016) Die Grundidee dieser Marketingstrategie ist nicht neu, jedoch hat sich der Begriff erst in den letzten Jahren etabliert. Der Begriff „Influencer“ kommt ursprünglich aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „beeinflussen“ oder „prägen“. (Pons, o.J.) Durch diese Übersetzung wird klar, dass es sich beim Influencer Marketing um eine Beeinflussung von Konsumenten gegenüber einem Produkt oder auch einer Dienstleistung handelt. Influencer-Marketing ist eine Kooperation zwischen Influencern und Unternehmen, die in Zusammenarbeit eine Kampagne für einen gewissen Zeitraum ausführen. Gründer der in Deutschland führenden Agentur für alternative Werbeformen und Influencer Marketing, David Eicher, definiert den Begriff mit den Worten:

Influencer Marketing ist eine Marketingdisziplin, die gezielt Meinungsmacher in die Kommunikation einbindet. Aufgrund ihres Einflusses auf Entscheidungen potenzieller Kunden gelten Beurteilungen und Bewertungen der Influencer zu Produkten, Dienstleistungen, Marken und Unternehmen - online wie offline - als wichtiger Erfolgsfaktor im Marketingmix. (Eicher, 2015)

Das wichtigste Element beim Marketing mit Influencern ist, dass die kommunizierten Inhalte vom Unternehmen nicht vorbestimmt werden. Dieser Schritt ist für Unternehmen nur schwer zu überwinden, da sie somit einen Kontrollverlust verzeichnen und die wesentlichen Pfade des Klassischen Marketingswegfallen. Diese klassischen Werbemittel ergeben sich aus der Produktion plus dessen Schaltung. Die Botschaft der Influencer ist von der Funktion das Werbemittel aber wird nicht von diesem entwickelt oder verbreitet. Kontrolle von Influencern durch die Unternehmen oder vorgefertigte Materialien für die Produktbewerbung, können beim Erfolg derVermarktung durchaus im Weg stehen. (Firschung & Bersch, 2016)

3.3 Möglichkeiten des Influencer Marketings

Für Influencer ergeben sich verschiedene Möglichkeiten ein Produkt zu bewerben. Eine wichtige Rolle bei der Kampagnenplanung ist die Entwicklung eines Konzepts. Um Werbung zu erstellen, gilt es zu beachten, dass der Inhalt für die Leser oder Zuschauer zum einen nützlich und zum anderen unterhaltsam ist. Die klassischen Werbetexte sollten dabei umgangen werden und der Fokus sollte eher auf die persönliche und authentische Ebene gelegt werden. (Kreuzer, 2018, S.4)

Die Frage „Wie machen wir das eigentlich genau?“ ist bei der Planung einer Kampagne besonders wichtig. Diese Frage beinhaltet zudem die Ziele des Unternehmens, welche Zielgruppe erreicht werden soll und welcher Kanal am Ende der passende ist, um das Produkt zu bewerben. Die Konzepte, die dabei entworfen werden, sind vielfältig. Beispiele für Konzepte wären Gewinnspiele, Contest, Produktplatzierungen oder geplante Events.

Veranstaltet ein Influencer ein Gewinnspiel, so muss der Beitrag möglichst häufig kommentiert oder geteilt werden, um an Ende eine Auslosung durchführen zu können. Durch die Verbreitung eines Gewinnspiels, steigt die Reichweite automatisch immer höher. Bei einem Contest müssen Follower selbst aktiv werden und zum Beispiel einen eigenen Beitrag hochladen, unter einem bestimmten Hashtag. Wer hat das schönste Bild gemalt oder wer hat die schönsten Schuhe an, könnten hierbei Forderungen von einem Contest sein. (Jahnke, 2018, S. 221-222) Bei einer Produktplatzierung handelt es sich um eine subtile Art ein Produkt zu bewerben. Bei dieser Art des Marketings, wird eine Vereinbarung mit Film- und Fernsehproduzenten dahingehend getroffen, dass ein Produkt eines Unternehmens in Serien oder Filmen gegen Bezahlung platziert wird. (Welt der BWL, o.J.) Eine weitere Möglichkeit, um Influencer Marketing einzusetzen, ist es Events zu veranstalten. Dabei spielt die Auswahl der Influencer eine wichtige Rolle, denn es ist durchaus von Vorteil, wenn dieser eine Nähe zum Produkt aufweist. Ein weiterer Vorteil ist es, dass mit dem ausgewählten Influencer gleich die gewünschte Zielgruppe erreicht wird, die sich dann aufdem Event aufhält. (Barth, 2019)

Um ein Konzept korrekt in ein Unternehmen einzubinden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist die SWOT-Analyse, diese beinhaltet die Punkte: Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Zuerst werden die Stärken und Schwächen des Unternehmens herausgefiltert, um eine passende Strategie ausarbeiten zu können. Im nachfolgenden Schritt werden die Chancen und Risiken definiert, um Handlungsempfehlungen für das Vorgehen zu erstellen. Die herausgearbeiteten Chancen und Risiken beziehen sich dabei nicht nur auf das Unternehmen, sondern vor allem auch auf die Möglichkeiten am Markt. Durch diese Analyse, beginnt dann die Definition der Zielgruppe. (ShareThis, 2019)

3.4 Unterscheidung zwischen dem klassischen Marketing und dem Influencer Marketing

Das Influencer Marketing unterscheidet sich in mehreren Punkten deutlich vom klassischen Marketing. Doch lassen sich auch Gemeinsamkeiten finden. Vor ab lässt sich sagen, dass diese Art des Marketings nicht neu ist, sondern es vielmehr neue Möglichkeit ist, um Produkte oder Dienstleistungen zu vermarkten. Um eine erfolgreiche Vermarktung stattfinden zu lassen und in dem Kontext auch wettbewerbsfähig zu sein, müssen 11

Unternehmen mit innovativen Kommunikationsaktivitäten das Vertrauen und die Aufmerksamkeit ihrer Kunden gewinnen. Dabei bilden die Faktoren Reichweite, Reaktion und Resonanz das Fundament für eine erfolgreiche Werbekampagne. Doch scheinen diese nicht länger zu reichen, da sich die Medien- und Werbelandschaft rasend schnell verändert hat und dies immer noch tut. Dieser Veränderung hat einen negativen Einfluss auf die klassische Werbung, da diese unter einem immer stärker werdenden Vertrauensproblem leidet. Aus einer Nielsen-Studie aus dem Jahr 2015 geht hervor, dass das glaubwürdigste Werbeformat die Empfehlungen von Familie und Freunden mit 83 Prozent ist. Mit 66 Prozent belegen die Kundenbewertungen den dritten Platz, im Rennen um das vertrauenswürdigste Werbeformat. (Nielsen, 2015)

Eine andere Studie des BVDW und Influry zeigt in diesem Zusammenhang auf, dass Werbung mit Influencern und Experten im Internet die glaubwürdigste Quelle von Empfehlungen ist und das nach Familie und Freunden sowie Kundenbewertungen. (BVDW & Influry 2017) Ein großer Vorteil des Influencer Marketings durch die sozialen Medien gegenüber dem klassischen, ist die Möglichkeit zur Interaktion. Diese Interaktion schafft es in einem ständigen Austausch mit der Zielgruppe zu sein. Im Gegensatz dazu, beruht das klassische Marketing aus einer einseitigen Kommunikation, die allein vom Unternehmen ausgeht. Die klassische Werbung wie TV- und Radiospots, Flyer, Printanzeigen aber auch Veranstaltungen oder Telefonmarketing sind häufige Mittel, um Werbung an Konsumenten zu senden. Diese Beispiele sind überwiegend Ein-Weg-Kommunikationsmaßnahmen. (Beilharz, 2014, S. 11) Dadurch ist es den Unternehmen nicht möglich in einen Dialog mit den potenziellen Kunden zu treten. Das hat zum Nachteil, das Feedback zur Marke und zur Markenwirkung nicht direkt an das Unternehmen herantritt. Im Gegensatz dazu ermöglichen die Sozialen Medien dem Influencer Marketing eine direkte Reaktion auf das Produkt oder auf die Marke. Geprägt ist diese Art des Marketings durch Kommentare, direkte Nachrichten oder Interaktionen auf den jeweiligen Plattformen mit den Influencern. So entsteht eine gewisse Vertrautheit zwischen den Influencern und Followern. Zudem werden Vorlieben, Abneigungen und Entscheidungsprozesse der Konsumenten schneller erkannt. Dies hat auch einen weiteren positiven Effekt, denn durch die Interaktionen wird eine enorme Reichweite produziert. (Beilharz, 2014, S.11)

Dieser Vergleich zeigt auf, dass sich die Kommunikation stark gewandelt hat. Zuallererst war der Austausch durch die One-to-One-Kommunikation geprägt, die sich auf die individualisierte Einzelsprache einer Person bezieht. Die One-to-Many-Kommunikation schließt sich an die eben genannte. Bei dieser kommuniziert ein Teilnehmer mit vielen anderen, diese Art ist vordergründig in den klassischen Massenmedien anzutreffen und keine Rückmeldung der anderen Teilnehmer beinhaltet. Die sozialen Plattformen sind hingegen eine Many-to-Many-Kommunikation, diese ist geprägt durch eine Kommunikation zwischen vielen Teilnehmern. Diese Form der Kommunikation hat die Besonderheit, dass sie Kooperationen und Aktionen unterstützt, doch in einer Abhängigkeit mit dem Internet steht. Daraus ableitend wird in einer Many-to-Many-Kommunikation jederzu einem aktiven Part, ohne dabei zeitlich oder räumlich an teilnehmen zu müssen. (Social-Media-ABC, 2021)

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Details

Seiten
24
Jahr
2021
ISBN (PDF)
9783346602527
ISBN (Paperback)
9783346602534
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Erscheinungsdatum
2022 (März)
Note
1,7
Schlagworte
influencer marketing chancen risiken unternehmen
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Titel: Influencer Marketing. Chancen und Risiken für Unternehmen