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Inwiefern unterscheiden sich die behavioristischen von den kognitivistischen Lerntheorien?

©2019 Hausarbeit 17 Seiten

Zusammenfassung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Unterschieden zwischen behavioristischen und kognitivistischen Lerntheorien.

Der menschliche Lernprozess beginnt mit dem Leben und endet nie. Jeden Tag lernen wir Menschen, weshalb sich dieser Prozess als ununterbrochen und allgegenwärtig charakterisieren lässt. Diese Prozesse lassen sich nicht nur als welche beschreiben, die bewusst geschehen, sondern ebenfalls als solche, die sich im Unterbewusstsein abspielen können.

Das Lernen ist allgegenwärtig und hat insbesondere im Schulalter eine große Relevanz. Hierfür ist es von Bedeutung, sich mit den unterschiedlichen Lerntheorien intensiv auseinanderzusetzen, folglich die Schüler besser verstehen zu können und sie letztendlich als Lehrkraft so gut wie möglich in ihrem Lernprozess zu unterstützen.

In der Forschung existieren unterschiedliche Perspektiven über den immer weiter fortlaufenden Lernprozess. Eine ist der Behaviorismus, der sich im Allgemeinen auf die Verhaltensweisen von Menschen oder auch von Tieren bezieht. Durch die Annahme, dass innere Prozesse weder beobachtbar noch konkret messbar sind, liegt hier eine Beschränkung auf das zu beobachtende Verhalten vor.

Dem entgegen steht eine Forschungsperspektive, welche das Lernen als einen kognitiven Prozess beschreibt. So lässt sich im Sinne des Kognitivismus festhalten, dass das menschliche Verhalten nicht durch die Bedingungen der Umwelt erklärt wird, sondern über kognitive Prozesse. Zu diesen gehört vornehmlich die Art und Weise, wie Menschen Informationen aufnehmen, verstehen und verarbeiten.

Innerhalb dieser wissenschaftstheoretischen Konzepte lassen sich sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede feststellen. Um beide Annahmen herauszuarbeiten, wird sich intensiv auf der einen Seite mit einem exemplarischen Vertreter der behavioristischen Lerntheorien auseinandergesetzt und auf der anderen Seite mit einem der kognitivistischen Lerntheorie.

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Der Begriff des Lernens

3 Behavioristische Lerntheorie
3.1 Definition
3.2 Beispiel der klassischen und operanten Konditionierung

4 Kognitivistische Lerntheorie
4.1 Definition
4.2 Beispiel der kognitiven Entwicklung nach Piaget

5 Vergleich von behavioristischer und kognitivistischer Lerntheorie

6 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der menschliche Lernprozess beginnt mit dem Leben und endet nie. Jeden Tag lernen wir Menschen, weshalb sich dieser Prozess als ununterbrochen und allgegenwärtig charakterisieren lässt. „Wir haben gelernt zu gehen, zu sprechen, zu lesen, zu schreiben und zu rechnen, wir haben gelernt, im städtischen Verkehrschaos zu überleben und ins richtige Geschäft zu gehen, wenn wir etwas kaufen wollen. Wir haben gelernt, wie man lernt.“ (Hackl, 2017, 9). Diese Prozesse lassen sich nicht nur als welche beschreiben, die bewusst geschehen, sondern ebenfalls als solche, die sich im Unterbewusstsein abspielen können.

Das Lernen ist allgegenwärtig und hat insbesondere im Schulalter eine große Relevanz. Meine Motivation mich mit dem Thema konkreter Lerntheorien zu beschäftigen, ist auf mein Vorhaben, die Lernprozesse der Schüler in Zukunft so gut wie möglich zu unterstützen zurückzuführen. Hierfür ist es von Bedeutung sich mit den unterschiedlichen Lerntheorien intensiv auseinanderzusetzten, folglich die Schüler besser verstehen zu können und sie letztendlich als Lehrkraft so gut wie möglich in ihrem Lernprozess zu unterstützen.

In der Forschung existieren unterschiedliche Perspektiven über den immer weiter fortlaufenden Lernprozess. Eine ist der Behaviorismus, der sich im Allgemeinen auf die Verhaltensweisen von Menschen oder auch von Tieren bezieht. Durch die Annahme, dass innere Prozesse weder beobachtbar noch konkret messbar sind, liegt hier eine Beschränkung auf das zu beobachtende Verhalten vor.

Dem entgegen steht eine Forschungsperspektive, welche das Lernen als einen kognitiven Prozess beschreibt. So lässt sich im Sinne des Kognitivismus festhalten, dass das menschliche Verhalten nicht durch die Bedingungen der Umwelt erklärt wird, sondern über kognitive Prozesse. Zu diesen gehört insbesondere die Art und Weise, wie Menschen Informationen aufnehmen, verstehen und verarbeiten.

Innerhalb dieser wissenschaftstheoretischen Konzepte lassen sich sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede feststellen. Um beide Annahmen herauszuarbeiten, werde ich mich im Folgenden intensiv auf der einen Seite mit einem exemplarischen Vertreter der behavioristischen Lerntheorien auseinandersetzen und auf der anderen Seite mit einem der kognitivistischen Lerntheorie.

2 Der Begriff des Lernens

Um sich intensiv mit den zwei vorgestellten Lerntheorien auseinandersetzen zu können, sollte zunächst der Begriff des Lernens erläutert werden. Zuallererst lässt sich dieser Vorgang als überlebensnotwendig und ganzheitlicher Prozess beschreiben (vgl. Gröhlich 2007, 7). Die Menschen eignen sich die Welt durch das Lernen an, wobei Weiteres auf diesem Gelernten aufbaut (vgl. Hackl 2017, 17). Im alltäglichen Gebrauch konzertiert sich der Begriff nicht nur auf den individuellen, kognitiven Wissenserwerb, sondern ebenfalls auf soziale Prozesse (ebd., 8). Zudem existieren sowohl bewusste als auch unbewusste Prozesse des Lernens (ebd.). Zu den unbewussten lässt sich sagen, dass Menschen zwangsläufig lernen, selbst wenn sie dies nicht bewusst ausüben (ebd., 9). Folglich ist es für die Menschen nicht möglich nicht zu lernen, denn selbst durch ein Weigern gegen das Lernen erfolgt unfreiwillig ein gewisser Lernprozess. Hier wird zum Beispiel gelernt, wie das Individuum diese Weigerung am besten verwirklicht und den Schaden so gering wie möglich hält (ebd.). Des Weiteren setzt die stetige Veränderung der Welt voraus, dass sich der Mensch mit ihr ändert, um in dieser zu überleben (vgl. Gröhlich 2007, 7).

Fokussiert auf die Auffassung der Lernpsychologie entwickelte sich der Begriff des Lernens im Laufe der Zeit weiter. Generell lässt sich feststellen, dass hier keine einheitliche Theorie besteht. Aus der Sicht der Lernpsychologie bestand zunächst die Annahme, dass das Lernen „als […] Kontiguität, also (mehrfache) Kopplung zweier Reize oder durch Verstärkung bewirkte Verhaltensänderung“ (Gröhlich 2007, 13) verstanden werden kann. In den 1960er Jahren und somit nach der kognitiven Wende änderte sich diese Auffassung über das Lernen (ebd.). Der Lernprozess wurde als sogenannte „Gedächnisleistung“ oder auch „Lernen als Informationsverarbeitung“ angesehen (ebd.).

Letztendlich entwickelten sich derweil unterschiedliche Lernformen (ebd.). So gibt es unter anderem Lernprozesse, welche vorwiegend durch die Außensteuerung von Reizen bestimmt werden und solche, die durch die Innensteuerung von kognitiven Strukturierungsprozessen geleitet werden (ebd.). Allgemein lässt sich zu der psychologischen Auffassung zum Prozess des menschlichen Lernens sagen, dass diese lediglich versucht diesen zu erklären, jedoch nicht zu verstehen, so wie es im pädagogischen Sinne der Fall wäre (ebd.).

3 Behavioristische Lerntheorie

3.1 Definition

Der Behaviorismus legte den Grundstein im Jahre 1913 mit der Schrift von John Broadus Watson, dem Begründer des Behaviorismus, Psychology as the Behaviorist Views It (vgl. Watson 1968, 9) . In seinem Werk wurde die ausschließliche Orientierung der psychologischen Forschung am Verhalten verkündet (ebd.). Der Behaviorismus entwickelte sich zunächst dadurch, dass Überlegungen formuliert wurden, wie menschliches Verhalten in gewisser Weise vorhergesehen werden könnte, um sich auf dieses vorzubereiten (vgl. Skinner 1978, 16). Im weiteren Verlauf wurde überlegt, wie bestimmte Verhaltensweisen hervorgerufen bzw. Menschen zu bestimmten Verhaltensweisen gebracht werden könnten (ebd.).

Generell lässt sich festhalten, dass der Behaviorist nicht zwischen Menschen und Tier unterscheidet. Dies hat zum Zweck, dass ein einheitliches Schema zwischen den Lebewesen bestehen soll (vgl. Watson 1968, 13). Aus der behavioristischen Perspektive ist allgemein zu sagen: „[…] Wir wollen uns auf Dinge beschränken, die beobachtbar sind, und Gesetze formulieren, die sich nur auf solche Dinge beziehen. […] Wir können Verhalten beobachten – das, was der Organismus tut oder sagt.“ (ebd., 39). Somit werden kognitive Prozesse nicht berücksichtigt und die Beobachtungen beziehen sich ausschließlich auf das menschliche Verhalten und nicht auf innerpsychische Vorgänge von Verhalten (vgl. Skinner 1978, 10). Folglich lässt sich als Ziel formulieren, bestimmte Verhaltensweisen bzw. Reaktionen des Menschen zu kontrollieren und zu manipulieren, indem die Erklärung unterschiedlicher Reaktionen durch bestimmte eintretende Reize herausgefunden wird (vgl. Watson 1968, 44). Der Behaviorist sagt somit voraus, welche Reaktionen auf einen bestimmten Reiz hin folgen, oder auch welche Situation zu bestimmten Reaktionen führen kann (ebd.). Hier wird lediglich der Input, also der Reiz, und der Output, welcher in diesem Sinne die Reaktion darstellt, betrachtet, ohne Berücksichtigung der gedanklichen Prozesse (vgl. Stangl 2019, 1). Dieses Phänomen nennt sich auch die Black-box, bei der die inneren Prozesse in den Hintergrund gerückt und somit außer Acht gelassen werden (ebd.).

Zudem soll jedes menschliche Verhalten auf eine bestimmte Ursache zurückzuführen sein (vgl. Skinner 1978, 16). Dies geschieht im behavioristischen Sinne mithilfe von experimentellen Methoden (vgl. Watson 1968, 44). Hier sollen die Bedingungen des Verhaltens als Reiz, auch genannt stimuli, erlernt oder auch verändert werden, um die Anpassung der Reaktionen beobachten zu können (ebd., 9).

3.2 Beispiel der klassischen und operanten Konditionierung

Bei der klassischen Konditionierung, auch Signallernen genannt, handelt es sich um einen der vorliegenden Erklärungsansätze für Lernprozesse. Dieser Ansatz erklärt im Grunde, dass Reaktionen auf einen bestimmten Reiz hin gelernt werden können (Bonnemann 1998, 1). Voraussetzung für diesen Lernprozess sind die angeborenen Verhaltensweisen oder auch anders die Reflexe wie beispielsweise der Lidschlag oder die Speichelabsonderung (ebd.). Wie bereits erwähnt ziehen die Behavioristen zwischen Menschen und Tier keine Trennungslinie. So hat der Mediziner und Physiologe Iwan Pawlow zunächst experimentelle Untersuchungen mit einem Hund durchgeführt und hiermit einen Grundbaustein für die Verhaltensforschung gelegt (ebd.).

Pawlow war bewusst, dass Hunde angeborene Reflexe in Hinblick auf die Nahrung besitzen (ebd.). So bildet sich bereits bei unterschiedlichen Reizen, zum Beispiel beim Anblick oder Geruch von Hundefutter, als Reaktion des Hundes Speichel im Maul (ebd.). Abbildung 1 zeigt das von Pawlow durchgeführte Experiment der klassischen Konditionierung mit einem Hund (siehe Abb. 1). Der Hund beginnt beim Anblick des Futters mit vermehrter Speichelbildung zu reagieren. Hierbei handelt es sich um einen angeborenen Reflex und somit auch um eine unkonditionierte Reaktion auf das Futter (siehe Abb. 1). Zunächst wird ein neutraler Reiz ausgelöst. In diesen Fall handelt es sich um das Klingeln einer Glocke, das vor der Konditionierung keinerlei konditionierte Reaktion in Verbindung mit dem Futter aufweist (siehe Abb. 1). Während der Konditionierung ertönt nun das Klingeln der Glocke zeitgleich mit dem Anblick des Futters (siehe Abb.1). Die Reaktion bleibt unkonditioniert, jedoch reagiert der Hund durch den Anblick des Futters mit vermehrtem Speichelfluss (siehe Abb. 1). Der Vorgang wird wiederholt und nach einiger Zeit beginnt der Hund beim Klingeln der Glocke mit vermehrter Speichelbildung zu reagieren (siehe Abb.1). Aus dem am Anfang neutralen Reiz wurde somit ein konditionierter Reiz, welcher zu einer konditionierten Reaktion führte (Bonnemann 1998, 1).

Bei der klassischen Konditionierung müssen einige Bedingungen erfüllt werden. Zum einen muss eine Kontiguität des Reizes vorliegen (ebd.). Dies bedeutet, dass neutrale und der unkonditionierte Reiz in naher Abfolge geschehen müssen. Des Weiteren ist die Reihenfolge, also zunächst der neutrale Reiz und dann der unkonditionierte Reiz, wichtig, damit sich eine stabile Konditionierung entwickeln kann (ebd.). Zuletzt lässt sich feststellen, dass es zu einer Schwächung des konditionierten Reizes kommen kann, wenn dieser über einen längeren Zeitraum nicht mehr auftritt (ebd.).

John Broadus Watson versuchte mithilfe von Pawlows Tierversuchen die klassische Konditionierung auf den Menschen zu übertragen. Er macht deutlich, dass nach seinen Befunden jedes Verhalten konditionierbar sei. Bei dem von ihm durchgeführten berühmten Experiment handelte es sich um das Little-Albert-Experiment, welches heutzutage aus ethnischer Sicht jedoch nicht mehr umsetzbar ist. Es lief wie folgt ab:

„Das eigentliche Experiment begann, als der kleine Albert elf Monate alt war. Jetzt wurde ihm die weiße Ratte, vor der er keine Angst kannte, gezeigt und gleichzeitig das unangenehme Geräusch des Hammers, der auf die Eisenstange schlägt, erzeugt. Er began[n], leicht zu weinen, wenn er die Ratte mit seiner Hand berührte. Das Experiment wurde mehrmals wiederholt. Schon beim zweiten Mal weigerte sich "Little Albert", die Ratte erneut anzufassen. Schon nach sieben Versuchsdurchläufen hatte er enorme Angstreaktionen beim bloßen Anblick der weißen Ratte und ergriff panisch krabbelnd die Flucht. […] Auch Ähnlichkeiten mit dem Äußeren der Ratte führten zu Ängsten beim kleinen Albert. So war beispielsweise das Fell eines Hundes oder Hasen ebenso für ihn etwas, was die Angst bei ihm erzeugte […].“ (little-albert-experiement 2013).

Hier sind eindeutige Parallelen zum Tierexperiment von Pawlow zu erkennen, wodurch nochmals deutlich wird, dass der Behaviorismus keinen Unterschied zwischen menschlichem und tierischem Verhalten sieht.

Die operante Konditionierung, oder auch das instrumentelle Lernen, stellt eine weitere Art der Konditionierung dar (vgl. Gröhlich 2017, 21). Diese bezieht sich ebenfalls auf die Verhaltensweisen. Der Psychologe und Vertreter des Behaviorismus Burrhus Frederic Skinner ist der Ansicht, dass gelernt wird, was erfolgreich und nützlich ist, wobei sich diese Annahme insbesondere auf die Verhaltensweisen bezieht, die einen angenehmen Zustand herbeiführen oder auch bewahren sollen (ebd., 20). Nach dem Konzept der operanten Konditionierung wird nach Bedingungen geforscht, die eine Veränderung der Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens mit sich bringen (ebd., 21). Unterschieden wird zwischen dem Antwortverhalten, welches eine Reaktion auf einen Reiz impliziert, und dem Wirkverhalten, dass so viel wie ein spontanes Verhalten des Menschen bedeutet (ebd.). Generell lässt sich also feststellen, dass Skinner von aktiven Menschen ausgeht und diese nicht zwangsläufig durch äußere Reize ausgelöst oder angeregt werden müssen (ebd., 20). Folglich steht jedoch jedes Verhalten mit einem anschließenden Ereignis im Zusammenhang (ebd.). So wie bei der klassischen Konditionierung der ungebundene Reiz zu einem bedingten Reiz wird, zeigt sich bei der operanten Konditionierung ein zunächst wirkungsoffenes Verhalten, welches sich zu einem wirkungsgebundenen Verhalten verändert (ebd., 21).

Aus der Perspektive Skinners existieren vier Formen der operanten Konditionierung, welche im Folgenden im Hinblick auf ihre Wirkung definiert werden (vgl. Groß 1978, 86). Hierzu zählt auf der einen Seite die positive und die negative Verstärkung, die zum Aufbau von bestimmten Verhaltensweisen führen kann (vgl. Gröhlich 2017, 21). Die positive Verstärkung lässt sich als einen Reiz beschreiben, welcher, indem er zu einer bestimmten Situation hinzukommt, die Auftretenswahrscheinlichkeit dieser Reaktion unter ähnlichen Umständen erhöht (vgl. Groß 1978, 86). Im Gegensatz dazu stellt die negative Verstärkung einen Reiz dar, welcher die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Situation erhöht, sobald er aus dieser Situation entfernt wird (ebd.). Auf der anderen Seite existieren die Bestrafung und die Löschung als weitere Formen der operanten Konditionierung, welche zum Abbau von bestimmten Verhaltensweisen führen können (vgl. Gröhlich 2017, 21). Hier besteht die Wirkung aus der Unterdrückung des Verhaltens (vgl. Groß 1978, 86). Es ist von der Empfindung des Menschen abhängig, ob Reize als bestrafend empfunden werden oder eben nicht (ebd.).

Auch Skinner beschäftigte sich, wie Pawlow, mit Experimenten, unter anderem untersuchte er das Verhalten von Ratten in der sogenannten Skinnerbox (vgl. Groß 1978, 69). Dadurch zeigte er die verschiedenen Formen der operanten Konditionierung (ebd.). Bei seinem Versuch, der in Abbildung 2 zu sehen ist, wurde eine Ratte zusammen mit Signallampen und einem Fressnapf in einem Käfig gesperrt, der durch den Versuchsleiter von außen befüllt werden konnte (ebd.). Ebenfalls existierte ein Hebel, welcher unterschiedliche Funktionen mit sich brachte (ebd.). Bezogen auf die vier Formen zeigte sich, dass, sobald die Ratte den Hebel drückte und als Reaktion eine Futterpille in das Fressnapf kam, sich hier die Wahrscheinlichkeit des Hebeldrückens deutlich erhöhte und eine positive Verstärkung des Verhaltens auftrat (ebd., 86). Sollte der Rost jedoch unter andauerndem Strom stehen, der durch das Drücken des Hebels abzustellen ist, würde die Ratte den Hebel, sobald sie im Käfig ist, umgehend drücken, wobei es sich hier bei der elektrischen Spannung um eine negative Verstärkung handeln würde (ebd., 87). Zuletzt ist der elektrische Schock für die Ratte eine Art Bestrafung (ebd.). Hieraus lässt sich schließen, dass die operante Konditionierung als die Ursache von Verhaltensänderungen bezeichnet werden kann und diese durch die Umwelt beeinflusst werden (vgl. Stangl 2019, 1). Davon ausgehend hat der Lernende keinen Einfluss auf seinen Lernprozess, da dieser durch den Lehrenden bestimmt wird (ebd.).

In Bezug auf das Konzept des Lernens hat der Behaviorismus insbesondere das Vermitteln von Faktenwissen zum Ziel (ebd.). Hier werden sogenannte Grundlagen geschaffen, auf denen weitere Lernprozesse aufgebaut werden können. Das vorgegebene Lernen kann dann im weiteren Verlauf zur selbstständigen Problemlösung führen, sobald das Verhalten gelernt worden ist (ebd.). Um den Lernprozess bestmöglich zu stärken, können je nach Situation Reize geschaffen werden, welche das verfolgte Ziel unterstützen (ebd.).

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2019
ISBN (PDF)
9783346613684
ISBN (Buch)
9783346613691
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Erscheinungsdatum
2022 (März)
Note
1.3
Schlagworte
Lerntheorien
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