Lade Inhalt...

Emotionale Intelligenz

Seminararbeit 2006 16 Seiten

Psychologie - Sozialpsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Intelligenz?

3. Was sind Emotionen und wie entstehen sie?

4. Können Emotionen intelligent sein?

5. Emotionale Intelligenz
5.1 Elemente der Emotionalen Intelligenz Shampoo
5.1.1 Selbstwahrnehmung
5.1.2 Selbststeuerung/ mit Gefühlen umgehen
5.1.3 Motivation
5.1.4 Umgang mit Beziehungen
5.1.5 Empathie

6. Emotionale Kompetenz ist erlernbar

7. Kritik

8. Fazit

9. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

In der Kultur des 20. Jahrhunderts wurden Emotionen als nebensächlich abgetan und waren allenfalls im Hausgebrauch gebilligt. Die Frauen waren für die Emotionen, die Männer für das logische Denken zuständig. Die heutige Erkenntnis allerdings belehrt uns eines besseren. Weder sind Gefühle typisch weiblich, noch ist rationales Denken typisch männlich. Gefühle sind keineswegs Störfaktoren im Leben eines Menschen, sondern im Gegenteil, sehr wichtige Vorgänge, die für Lebenserfolg und Glück von großer Bedeutung sind.

In nur wenigen Jahren ist „Emotionale Intelligenz“ ein absolutes Schlagwort geworden, der moderne Mensch scheint notorisch unglücklich und unzufrieden zu sein, was möglicherweise in einem fehlerhaften Gebrauch der Gefühle liegen könnte.

Das Buch EQ - Emotionale Intelligenz von dem amerikanischen Psychologen und Publizisten Daniel Goleman machte mit seinen Forschungsergebnissen amerikanischer Psychologen über Emotionen Mitte der 90er Jahre einen Umbruch.

Seine Hauptthese, dass beruflich erfolgreiche Menschen häufig nicht durch Ihren besonders hohen IQ, sonder EQ so erfolgreich sind, stellte die bisherige Denkweise

auf den Kopf, denn wer seine Gefühle nicht wahrnehmen, verarbeiten und kompetent mit ihnen umgehen kann, könne auch sein geistiges Potenzial nicht voll ausschöpfen. Ein hoher IQ-Wert allein stelle somit keine Garantie für Erfolg in Schule und Beruf dar.

Golemans These ist bis heute nicht einwandfrei zu belegen. Trotzdem ist E.I. eine feste Bestandsgröße in der Forschung geworden, da der eindeutig machtvolle Einfluss von Emotionen auf die Handlung von Menschen, auch wenn Sie unlogisch erscheinen, unbestritten ist.

Entsprechend hat die neue Wertschätzung der sogenannten „weichen“ Kompetenzen eines Menschen, also die emotionalen, sozialen Kompetenzen, die Perspektiven vieler verändert. Personalmanager achten nicht länger nur auf fachliche-, sonder auch auf sozial-, emotionale Kompetenzen, sogenannte Soft Skills, vor allem wenn es um Jobs mit Führungs- und Personalverantwortung geht.

2. Was ist Intelligenz?

Der Begriff der Intelligenz leitet sich aus dem lateinischen Substantiv „ intelligentia“

(Einsicht, Erkenntnisvermögen) und dem Verb „ intellegere“(verstehen) ab. Die Übersetzungen dieser zwei lateinischen Wörter liefern zugleich einen gute Definition des Begriffes der Intelligenz, nämlich die Fähigkeit des Menschen neue Anforderungen im alltäglichen Leben, wie auch in spezifischen Situationen, zu verstehen und anschließend sie so optimal wie möglich zu bewältigen.[1] Somit ist sie eine Umschreibung der Denk- oder Problemlösefähigkeit eines jeden. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Möglichkeiten von Problemen und Situationen, ergeben sich auch unterschiedliche Bereiche der Intelligenz.

Der Intelligenzforscher Howard Gardner gliedert Intelligenz in der Theorie der multiplen Intelligenz in acht voneinander unabhängige Bereiche: sprachliche, musikalische, logisch- mathematische, räumliche, körperlich- kinästhetische, naturalistische, intrapersonale und interpersonelle Intelligenz, wobei ein Mensch in keinem, einem oder mehreren Bereichen mehr oder weniger „ intelligent“ sein kann.[2] Besondere Fähigkeiten, also Hochbegabung, sind meistens nur in ein oder zwei Bereichen zu beobachten.

Diese Gliederung der Intelligenz in unterschiedliche Bereiche findet sich auch in sogenannten Intelligenztests in der Berufsberatung wieder. So überprüft zum Beispiel der Intelligenz- Struktur- Test 2000R (I- S- T 2000R) die Bereiche verbale, numerische und figurale Kompetenz, sowie die Merkfähigkeit und schlussfolgerndes Denken. Denn für unterschiedliche Berufe sind unterschiedliche Fähigkeiten wichtig.[3]

In der Psychologie umschreibt „Intelligenz“ das Potenzial eines jeden zu kognitiver Leistung, also die Fähigkeit, zu verstehen, zu abstrahieren und Probleme zu lösen, sowie Wissen und Sprache zu verwenden.[4]

3. Was sind Emotionen und wie entstehen sie?

Der Begriff „Emotion“ umschreibt einen komplexen, aber kurzen und intensiven, psychophysiologischen Prozess im Menschen, der durch die mentale Bewertung eines Objekts oder einer Situation ausgelöst wird.[5] Dieser Prozess äußert sich dabei auf vier verschiedenen Ebenen:

- Kognitive Ebene: Eine bestimmte Situation löst bestimmte Denkweisen und Erwartungen aus.
- Physiologische Ebene: Körperliche Veränderungen, wie zum Beispiel Erröten oder Schweißausbrüche.
- Verhaltensebene: Veränderung der Mimik, Gestik, Körperhaltung und Bewegung.
- Gefühlsebene: Gefühle, die bei einer Emotion erlebt werden.

Emotionen kann man folglich nicht mit Gefühlen gleichsetzen, wie es fälschlicherweise oft getan wird. Gefühle sind lediglich das subjektive Erleben und Bewerten der Emotionen. Grundsätzlich kann man Emotionen in angenehme und unangenehme Gefühle unterteilen, welche wiederum in die vier Grundgefühle unterteilt werden, nämlich Angst, Wut, Freude und Trauer.[6] Die Müdigkeit wäre zum Beispiel ein Gefühl, welches keiner Emotion entspringt.

Häufig werden Emotionen auch mit Stimmungen verwechselt, welche jedoch im Gegensatz zu den Emotionen lang anhaltende Zustände, meist ohne spezifischen Auslöser sind. Emotionen dagegen beziehen sich kurz, aber intensiv, auf eine bestimmte Situation und ihre physiologischen und psychologischen Reaktionen.

In besonderen Fällen können aus Emotionen, wie zum Beispiel Trauer, lang anhaltende Stimmungen, wie Depressionen, entstehen.

Emotionen galten lange als etwas Privates. Im Berufsleben waren sie verpönt, doch heute weiß man, dass die Trennung von Gefühl und Verstand nicht möglich ist. Bei jeglichen Entscheidungen die wir treffen sind unsere Emotionen Mittelpunkt unseres Entscheidungsprozesses, auch dann wenn es um rein sachlich – fachliche Themen geht. Emotionen sind Teil eines Systems, das uns hilft, bewusst oder unbewusst, Situationen einzuschätzen und zu handeln und maßgeblich unsere Entscheidungen positiv, wie negativ zu beeinflussen.[7]

4. Können Emotionen intelligent sein?

Durch Gefühle und Emotionen können wir Situationen und Menschen besser einschätzen. Gefühle aktivieren die nötigen Energien um auch schwierige Situationen zu meistern und geben uns Handlungsimpulse um in dieser komplexen Umwelt besser durchzublicken. In Entscheidungssituationen sind Emotionen also eine wichtige Instanz.[8]

Der Evolutionsbiologe Charles Darwin stellte bereits im 19. Jahrhundert die These auf, dass die Entwicklung der Emotionen zu einem Überlebensvorteil der Menschheit geführt hat. Wie die meisten heutigen Forscher war Darwin der Überzeugung, daß Emotionen helfen, gesammelte Erfahrungen in kurzer Zeit abzurufen, sowie neue Situationen und Menschen einzuschätzen. Nicht nur in alltäglichen Standardsituationen, sondern auch bei der Entwicklung von Plänen und der Einschätzung von Risiken spielen sie eine große Rolle.

Durch welchen Reiz bestimmte Gefühle ausgelöst werden, hängt zu einem großen Teil von der persönlichen Lebenserfahrung ab.

Emotionen reagieren auf existenziell bedrohliche Situationen schneller als der Verstand. Sie veranlassen den Körper – je nach Gefahrenlage- sich zu schützen, durch: Ausweichen, Flucht, Erstarren oder Angriff bzw. Verteidigung.

Unsere Fähigkeit des vorausschauenden Denken und Handels ist eng mit den Emotionen verbunden, die uns so ermöglichen die Folgen unseres Handelns vorauszusehen bzw. vorauszufühlen. Diese Fähigkeit, über den Moment hinaus zu denken und sich ganz bewusst für bestimmte Handlungen zu entscheiden eröffnet uns breitgefächerte Möglichkeiten.[9]

Als Mittel der Kommunikation beispielsweise sind Emotionen ein wichtiges Verständigungsmittel zwischen Menschen.

Der körperliche Ausdruck von Stimmungen und Gefühlen ist entwicklungsgeschichtlich älter als die Verständigung über die Sprache. Noch heute ist im Gespräch der körpersprachliche Ausdruck über Mimik, Gestik und Körperhaltung unentbehrlich für die Einschätzung des Gegenübers und die Verständigung miteinander.[10]

[...]


[1] Mackensen, Prof. Dr.; v. Hollander, E., Der tägliche Wortschatz – Das tägliche Fremdwort, Stuttgart 1989 S.347

[2] http://www.kooperatives-lernen.de

[3] http://www.testraum.ch/Serie%205/ISTR.htm

[4] http://lexikon.meyers.de/meyers/Intelligenz

[5] Goleman, D.: EQ – Emotionale Intelligenz, München, 2007, S.363

[6] Goleman, D.: EQ – Emotionale Intelligenz, München, 2007, S. 364

[7] Goleman, D.: EQ – Emotionale Intelligenz, München, 2007, S.7,8,363-365

[8] Goleman, D.: EQ – Emotionale Intelligenz, München, 2007, S.22-24

[9] http://home.tiscalinet.ch/biografien/biografien/darwin.htm

[10] Goleman, D.: EQ – Emotionale Intelligenz, München, 2007, S.19-20

Details

Seiten
16
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640225170
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v118460
Institution / Hochschule
Hochschule Bremen – School of International Business
Note
1,0
Schlagworte
Emotionale Intelligenz Seminar

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Emotionale Intelligenz