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Sinneswahrnehmungen im Wald

©2008 Hausarbeit 15 Seiten

Zusammenfassung

In der Hausarbeit wird zunächst auf die menschlichen Sinne und Wahrnehmungssysteme eingegangen mit Fokus auf die Bedeutung für Kinder und deren Entwicklung.
Der Aufenthalt von Kindern im Wald wird als deren Grundbedürfnis angesehen und daher näher erklärt. Die Gefahren und Regeln für einen Aufenthalt im Wald und die Rolle des Pädagogen werden im weiteren Verlauf der Hausarbeit aufgezeigt.
Zum Abschluss geben wir Praxisspiele zu den unterschiedlichen Sinnen.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Menschliche Sinne

3. Sinnliche Erfahrungen

4. Die sieben Sinnessysteme
4.1 Das visuelle System- der Sehsinn
4.2 Das auditive System- der Hörsinn
4.3 Das taktile System- der Tastsinn
4.4 Das kinästhetische System- der Bewegungs-, Kraft- und Stellungssinn
4.5 Das vestibuläre System- der Gleichgewichtssinn
4.6 Das olfaktorische System- der Geruchssinn
4.7 Das gustatorische System- der Geschmackssinn

5. Der Wald entspricht den allgemeinen Bedürfnissen von Kindern

6. Rechte und Gefahren im Wald

7. Die Rolle des Pädagogen im Wald

8. Praxisbeispiele: Spiele/Übungen zur Sinnesförderung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Wald hat schon immer das Interesse der Menschen geweckt. In unzähligen Liedern, Märchen, Fabeln spielte er immer eine tragende Rolle. Gutes und Böses, Spannendes, Geheimnisvolles, Verzaubertes, Verwunschenes, all das wird in Verbindung mit dem Wald gesetzt und weckte die Neugierde von Alt und Jung.

Auch in der heutigen Zeit ist der Wald ein begehrter Aufenthaltsort. In ihm kann man sich entspannen, in ihm kann man träumen, verweilen, beobachten, seine Sinne schärfen und vieles mehr. Er schenkt uns die Ruhe zum Ausgleich, den wir brauchen. Und manchmal macht er uns Angst, da wir oft so wenig über ihn wissen.

Mit unseren Sinnesorganen können wir viele Reize aufnehmen, doch ihnen sind natürliche Grenzen gesetzt. Die reizüberflutete Gegenwart fördert ein oberflächliches Wahrnehmen unserer Umwelt. In den Medien vollzieht sich fast schon ein Wettlauf mit den schnellen, grellen Bildern. Die Musikszene greift die Hektik des Alltags auf und steigert sie durch schnelle Rhythmen. Bei der Herstellung von Lebensmitteln ist es fast schon zur Norm geworden Geschmacksverstärker zu verwanden.

Die Hektik unserer modernen Welt steht der Ruhe des Waldes gegenüber. Viele Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, sind nicht in der Lage diese Ruhe zu empfinden oder sie halten die Ruhe gar nicht aus. So laufen Jugendliche z. B. mit Kopfhörern auf dem Kopf durch den Wald, lassen sich von der Musik beschallen und nehmen die natürlichen Geräusche der Umwelt nicht wahr. Stadtkinder werden von der Natur entfremdet.

In der Hausarbeit wird zunächst auf die menschlichen Sinne und Wahrnehmungssysteme eingegangen mit Fokus auf die Bedeutung für Kinder und deren Entwicklung.

Der Aufenthalt von Kindern im Wald wird als deren Grundbedürfnis angesehen und daher näher erklärt. Die Gefahren und Regeln für einen Aufenthalt im Wald und die Rolle des Pädagogen werden im weiteren Verlauf der Hausarbeit aufgezeigt.

Zum Abschluss geben wir Praxisspiele zu den unterschiedlichen Sinnen.

2. Menschliche Sinne

Der Mensch wird geboren, um in der Gemeinschaft mit anderen zu leben. Um in seiner Umwelt in Kontakt treten zu können, muss er sie wahrnehmen können. Dass heißt, er muss all die vielen Signale, die die Welt um ihn aussendet, aufnehmen, einordnen, verwerten und in eine Reaktion umsetzen können. Das ist noch nicht alles, denn er muss auch die Signale, die er selbst seinem Gegenüber zusendet, kennen, um zu wissen, wie er auf den anderen wirkt. Sonst kann er dessen Reaktion nicht richtig bewerten. Hierbei helfen dem Menschen die verschiedenen Sinnessysteme: das visuelle, das olfaktorische, das gustatorische und das taktile System sowie das vestibuläre und propriozeptives System. Sieben Systeme, die losgelöst voneinander fungieren können, aber auch in kaum auseinander zu haltender Weise miteinander tätig werden. In der Literatur hat man die Sinnessysteme auf zweierlei Weise voneinander abgegrenzt. Zum einem spricht man von Fern- und Nahsinnen. Gemeint ist damit eine Unterscheidung, wie nah oder fern ein Reiz ist, den das Sinnessystem zu bearbeiten hat. Geschmacks- und Tastreize befinden sich in der direkten Nähe zum Menschen und zählen somit zu den Nahsinnen. Im Gegensatz dazu zählen das Sehen, Hören und Riechen zu den Fernsinnen, da hier die Reizquelle weit vom Menschen entfernt sein kann und trotzdem wahrgenommen werden kann (vgl. Booth, S. 9).

Interessant ist auch die Fragestellung welcher der sieben Sinne zu den Basissinnen gehört. Hierzu zählen drei Sinnessysteme: der Tastsinn, der Gleichgewichtssinn und die Tiefensensibilität. Die Entwicklung der sieben Sinne beginnt bereits im Mutterleib, die Basissinne entwickeln sich hierbei zuerst, sie sind sogar noch vor dem Sehen und Hören so weit ausgereift, dass sie sich von ihrer Reife her mit denen eines Erwachsenen vergleichen lassen. Dies gilt vor allem für den Gleichgewichtssinn. Wie die Bezeichnung schon andeutet, stellen die Basissinne die Grundlage der menschlichen Entwicklung dar. Ohne den Gleichgewichtssinn könnte der Mensch nicht aufrecht gehen, ohne die Tiefensensibilität könnte der Mensch seine Bewegungen nicht planen und ausführen. Basissinne bilden also das Fundament. Ausschlaggebend ist jedoch, dass die an das Nervensystem weitergeleiteten Informationen richtig verarbeitet werden. Das Zusammenspiel von Sinnesorgan und Nervensystem muss funktionieren, denn ohne Nervensystem kann keine Auswertung der Sinnesreize zustande kommen. Es muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass das Nervensystem auf die Stimulation der Sinnesorgane angewiesen ist. Unser Nervensystem ist bereits im Muterleib, etwa in der 22. Schwangerschaftswoche, so weit gereift, dass die Zellteilung, also auch die Vermehrung der Nervenzellen abgeschlossen ist, d.h. alle Nervenzellen vorhanden sind. Das Wachstum des Nervensystems beruht ab diesem Zeitpunkt nur noch auf der Entwicklung der so genannten Dendriten, kleinen Fortsätzen, die Impulse anderer Nervenzellen auffangen. Verschiedene Untersuchungen haben zur Annahme geführt, dass die Entwicklung der Dendriten zu einem Dendritenbaum durch Reizentzug oder mangelnde Reizangebote gestört wird und sich nur spärlich entwickelt. Ein Mangen an Reizangebote kann auf das Fehlverhalten der Bezugsperson zurückgeführt werden aber auf nicht vorhandene Verknüpfungen der Sinnessysteme beruhen (vgl. Booth, S. 9f).

Wenn die Verbindung Sinnesorgan- Nervensystem gestört ist, können gezielt eingesetzte Übungen und Spiele helfen, indem sie den Austausch zwischen dem Sinnesorgan und Nervensystem unterstützen, anregen und fördern. Man kann übrigens nur dann von einer Wahrnehmungsstörung sprechen, wenn das eigentliche Organ nicht geschädigt ist. Das ist ganz wichtig und sollte unbedingt überprüft werden. Wenn von einer Wahrnehmungsstörung die Rede ist, so ist entweder die Aufnahme, die Weiterleitung oder die Verarbeitung von Sinnesreizen gestört (vgl. Booth S. 11).

3. Sinnliche Erfahrungen

Die Sinne sind unsere Antennen, über die wir mit der Umwelt kommunizieren. Durch sie nehmen wie Kontakt zur Umwelt auf, über sie Sinne lassen wir die Umwelt in uns hinein. Sie sind die Nahtstelle zwischen innen und außen, zwischen dem Menschen und der Welt. Durch unsere Sinne nehmen wir unsere Umwelt wahr und können gleichzeitig auf sie einwirken. Für Kinder stellt die sinnliche Wahrnehmung den Zugang zur Welt dar. Sie ist die Wurzel jeder Erfahrung, durch die sie die Welt jeweils für sich wieder neu aufbauen und verstehen können. Wahrnehmung ist ein aktiver Prozess, bei dem sich das Kind mit allen Sinnen seine Umwelt aneignet und sich mit ihren Gegebenheiten auseinandersetzt. Durch die Sinne begegnet es den Lebewesen und Dingen, es kann sie sehen, hören, befühlen und anfassen, kann sie schmecken und riechen, sich mit ihnen bewegen. Die Sinne liefern dem Kind viele Eindrücke über seine Umwelt und über sich selbst in Zusammenhang mit ihr. Das Greifen ist immer auch ein Begreifen, das Fassen ein Erfassen. Das Kind gewinnt, bevor es sich sprachlich mitteilen kann, bereits ein Wissen über räumliche Beziehungen, und es besitzt dieses Wissen aufgrund seiner Erfahrungen durch Wahrnehmung und Bewegung, durch die sich diese Zusammenhänge erschließen.

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Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640215928
DOI
10.3239/9783640215928
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf
Erscheinungsdatum
2008 (November)
Note
1,3
Schlagworte
Sinneswahrnehmungen Wald Mobile Seilaufbauten Seilkonstruktionen

Autor

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Titel: Sinneswahrnehmungen im Wald