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Die 'Social Brain Hypothesis'

Hausarbeit (Hauptseminar) 2007 16 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE SOCIAL BRAIN HYPOTHESIS

3. WARUM HABEN MENSCHEN EIN SO VIEL GRÖßERES GEHIRN ALS ALLE ANDEREN PRIMATEN

4. WARUM IST LÄSTERN MEHR ALS NUR EIN ZEITVERTREIB?

5. WARUM MACHEN UNS BETRÜGER KLUG?
5.1 Wer ist ein Betrüger?
5.2 Effektive Kooperationen
5.4 Der Prozess der Diskreditierung
5.5 Das Free Rider Problem

6. RESÜMEE UND AUSBLICK

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Evolutionspsychologie sucht nach den tiefen Gründen, die zu der Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten geführt haben. In ihrer Evolutionsentwicklung unterscheiden sich die Menschen von den anderen Primaten am meisten in dem Ausmaß, in dem sie sich an einem kooperativen Austausch beteiligen. Die meisten Anthropologen finden die Neigung der Menschen, Gruppen aufgrund des kooperativen Austausches zu bilden, theoretisch primitiv (Nettle und Dunbar 1997). Die Gruppen dieser Art sind von fundamentaler Bedeutung für die menschliche soziale Struktur. So wie die Menschen viele Ähnlichkeiten mit den anderen Primaten haben, gibt es auch genügend Merkmale, durch die sich die Menschen von dem Rest der Primatenwelt unterscheiden.

Wieso ist unser Gehirn größer als das von den anderen Primaten? Die Menschen nehmen diese Tatsache als selbstverständlich an. So natürlich ist diese Entwicklung nicht, damit sollte vielleicht der Fitness des Individuums verbessert werden. Wenn dieses Merkmal sich über die Evolutionsgeschichte der Menschheit aufbewahrt und weiterentwickelt hat, muss es eine spezielle Bedeutung haben.

Die Individuen suchen ständig die Nähe der Gruppe, um sich besser zu fühlen, sich selbst zu bestätigen oder einfach Interaktionspartner zu finden. Die Sprache erleichtert den Umgang mit den Gruppenmitgliedern und dient zu schnellerem Austausch von Informationen. Welche ist die äquivalente Fähigkeit der anderen Primaten? Wie haben die ihre Rangordnung bestimmt und Information übereinander ausgetauscht?

Haben Sie sich schon gefragt, wieso sie bestimmte Menschen instinktiv vermeiden und der Umgang mit denen nur Kopfschmerzen und unnötige Belastung mit sich bringt. Gibt es einen bestimmten Grund sich so zu benehmen, der in der menschlichen Vergangenheit liegt.

2. Die Social Brain Hypothesis

Die Hypothese des sozialen Gehirns beschäftigt sich mit einer Fragestellung, die seit längerer Zeit sehr viel Aufmerksamkeit gewinnt. Mehrere Beweise deuten darauf hin, dass die sozialen Systeme der Primaten komplexer sind im Vergleich zu den anderen biologischen Gruppen.

Barrett, Henzi und Dunbar (2003) weisen auf die Unproportionalität des Gehirns eines Primaten zu seiner Körpergröße. Diese Tatsache beruht auf die individuellen, charakteristischen und sozialen Fähigkeiten dieser Gruppe. Das Konzept betrachtet die soziale Komplexität als die Kraft, die die Evolution des Gehirns fördert. Leider wird durch diese Theorie nicht erklärt, wie die individuellen Charakteristika der sozialen Strukturen die kognitive Kapazität beeinflussen. Die Individuen auf dem biologischen Markt möchten ihren „Gewinn“ maximieren, indem sie soziale Partner auswählen, die die günstigsten Austauschbedingungen bieten.

Die Größe des Gehirns wird durch die Komplexität des sozialen Verhaltens geprägt. Die Individuen sind in der Lage sich eine Vorstellung von dem beabsichtigten Verhalten oder von dem geistigen Zustand ihres Austauschpartners zu machen.

In der menschlichen Evolution hat jede beibehaltene Entwicklung ihren Zweck, ansonsten würden die Primaten die Kosten dieser Entwicklung nicht tragen. Die Evolution ist das Resultat aus dem Gleichgewicht der Kosten und Leitungen. Im Laufe der Zeit hat sich das Gehirn der Primaten vergrößert, weil sich auf dieser Weise die Fähigkeiten der Individuen entfalten könnten. Die expandierende soziale Gesellschaft erfordert einen schnelleren und effektiveren Informationsaustausch. Dunbar (2004) benutzt die Größe der sozialen Gruppe als einfache Messeinheit der sozialen Komplexität. In seinen Untersuchungen in diesem Bereich wird nur ein Aspekt des Umfelds umfasst, der leicht zugänglich und ohne große Schwierigkeiten messbar ist.

Die Hypothese des sozialen Gehirns betrachtet den Zusammenhang zwischen der Gruppengröße und der Kapazität des Gehirns, Informationsaustauschprozesse durchzuführen. Gleichzeitig ist es von Bedeutung wie die Beziehungen und Verlinkungen zwischen den Individuen aufgebaut und moderiert werden.

Das Konstrukt baut auf die Fähigkeit visuelle Signale zur Identifikation eines Individuums oder dessen Verhalten zu benutzen. Die Mitglieder einer Gesellschaft sind in der Lage Information zu manipulieren und emotionelle Information zu vermitteln, um ihre Beziehungen zu steuern. Die Koalition zwischen den Individuen erlaubt es denen, sich von anderen Primaten zu schützen und gleichzeitig die Vorteile des Gruppenlebens zu genießen. Das Umfeld befindet sich in einem feinen Gleichgewicht. Diese kritischen Aspekte beschreiben verschiedene kognitive Mechanismen, die den Informationsaustausch verlangsamen oder verhindern können.

Die Social Brain Hypothesis beschreibt die Fähigkeit Informationen zu manipulieren, nicht nur die zu behalten.

Einige Individuen besitzen spezifische Merkmale und Verhaltensweisen, die die Fortpflanzung begünstigen (Van Vugt, Van Lange 2006). Die Evolutionstheorie trifft die Annahme, dass diese Primaten mehr Nachwuchs hinterlassen im Vergleich zu denjenigen, die diese Eigenschaften nicht entwickelt haben. Das soziale Dilemma des Umfelds beschreibt das Verhalten eines Individuums. Soll man sich nur um das eigene Wohlergehen kümmern oder die Gruppe in ihrer Entwicklung und Fortbestehung unterstützen.

3. Warum haben Menschen ein so viel größeres Gehirn als alle anderen Primaten?

In einer größeren Gruppe können sich die Individuen besser gegen Angreifer verteidigen. Die komplexe soziale Welt der Primaten forderte größere Gehirne von der Evolution. Auf dieser Weise wird das Management und Verteidigung von knappen Ressourcen besser organisiert. Die Kooperativität und der Betrug in den Gesellschaften führten zu klaren Vorteilen für große Gehirne.

In seinen Ausführungen deutet Dunbar (1998) darauf hin, dass der Neokortex das Zentrum der kognitiven Prozesse ist, die mit Schlussfolgern und Bewusstsein in Verbindung stehen. Aus diesem Grund bestand im Laufe der natürlichen Selektion der Bedarf die Effektivität dieser Prozesse durch die Vergrößerung des Neokortex zu verbessern. Menschen nutzen Ihr Wissen über andere Gruppenmitglieder, um Beziehungen steuern und nutzen zu können.

Falls dieser Teil des Gehirns beeinträchtigt wird, führt das zu einem geminderten sozialen Bewusstsein. Das Vorhandensein des Neokortex ist die Voraussetzung für soziale Kognition. Blakemore, Winston und Frith (2004) betrachtet das Gehirn wie ein Mechanismus zur sozialen Kommunikation und erklären die neuropsychologische Basis der sozialen Kognition.

Adolphs (1999) stellt fest, dass die Komplexität der sozialen Struktur der Primaten im Zusammenhang mit den einzigartigen Eigenschaften wie Kooperativität und Betrug, zu der Vorteilhaftigkeit des größeren Gehirns geführt haben. In dem menschlichen Gehirn befinden sich die Mechanismen, die das menschliche Verhalten kontrollieren und für die Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten sorgen.

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Details

Seiten
16
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640218219
ISBN (Buch)
9783640218592
Dateigröße
432 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v118501
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpsychologie
Note
2,3
Schlagworte
Social Brain Hypothesis Evolutionspsychologie

Autor

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Titel: Die 'Social Brain Hypothesis'