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Was steuert Wirtschaftsjournalistinnen und Wirtschaftsjournalisten in der Tschechischen Republik?

Die innere Pressefreiheit in der Praxis tschechischer Printmedien

Masterarbeit 2005 155 Seiten

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

I. EINLEITUNG
1. Ausgangssituation und Aktualität
2. Forschungsfrage und Methode
3. Aufbau der Arbeit

II. THEORETISCHER TEIL
1. Begriffsbestimmung Printmedien
2. Die öffentliche Aufgabe – zur Besonderheit von Medienprodukten
2.1. Voraussetzungen zur Erfüllung der öffentlichen Aufgabe: Publizistische Vielfalt und Pressefreiheit
2.1.1. Publizistische Vielfalt in den Ausprägungen innere und äußere Vielfalt..
2.1.2. Pressfreiheit in den Ausprägungen innere und äußere Pressefreiheit
2.1.2.1. Abgrenzung innere und äußere Pressefreiheit
2.1.2.2. Historische Entwicklung der Diskussion um innere Pressefreiheit....
3. Die aktuelle Dimension der Problematik der inneren Pressefreiheit
3.1. Die Ökonomisierung der Medien
3.2. Ökonomisierung im Wirtschaftsund Finanzjournalismus
3.3. Die Boulevardisierung der Medien
3.4. Die Konzentration im Mediensektor
3.5. Die Europäisierung bzw. Globalisierung des Medienmarktes
3.6. Schlussfolgerungen für die innere Pressefreiheit und Ansätze zu deren Bewahrung
4. Rahmenbedingungen für innere Pressefreiheit in der Tschechischen Republik
4.1. Historische Grundlagen des tschechischen Journalismus
4.1.1. Allgemeine geschichtliche Entwicklung
4.1.2. Die Entwicklung der Medien vor 1989
4.1.2.1. Die Medien im gesamtgesellschaftlichen Gefüge
4.1.2.2. Rechtliche Grundlagen des Mediensystems und Medienpolitik...56 4.1.2.3. Professionelle und ethische Standards
4.1.2.4. Die Printmedienlandschaft vor 1989
4.2. Die Entwicklung seit der Wende 1989
4.2.1. Theoretische Grundlagen zu Transformationsprozessen
4.2.2. Die tschechischen Medien in der Transformationsphase
4.2.2.1. Die Rolle der Medien während der Wende
4.2.2.2. Die Entstehung eines neuen Pressegesetzes
4.2.2.3. Die Entwicklung der Printmedien in der Transformationsphase..
4.3. Das tschechische Mediensystem heute
4.3.1. Die Printmedienlandschaft
4.3.2. Die Besitzstrukturen tschechischer Printmedien
4.3.3. Das Verhältnis von Medien und Politik
4.3.4. Medienorganisationen und Medienpolitik
4.3.5. Demographische Merkmale und Professionalisierung
4.3.6. Rollenselbstverständnis tschechischer Journalisten
4.3.7. Entwicklungstrends im tschechischen Printjournalismus
4.4. Resümee und Schlussfolgerungen für die Pressefreiheit

III. EMPIRISCHER TEIL
1. Forschungsfrage und Zielsetzung
2. Methode
2.1. Verfahren
2.2. Grundgesamtheit und Stichprobe
2.3. Auswertung
3. Ergebnisse
3.1. Frage 1: Zustimmung zu Zukunftsszenarien
3.2. Frage 2: Einfluss auf journalistische Arbeit
3.3. Frage 3: Ziele des Medienunternehmens
3.4. Frage 4: Interessenskonflikte zwischen Anzeigenabteilung
und Redaktion
3.5. Frage 5: Bearbeitung von Anzeigen oder Werbe-Beiträgen
3.6. Frage 6: Einfluss des Managements
3.7. Frage 7: Stellenwert von Unterhaltung
3.8. Frage 8: Ausmaß empfundener Freiheit
3.9. Frage 9: Einengende Faktoren
3.10. Frage 10: Zurückhaltung von Nachrichten
3.11. Frage 11: Gründe für die Zurückhaltung von Nachrichten
3.12. Frage 12: Negativ beeinflussende Aspekte
3.13. Frage 13: Entwicklungen des Journalismus in den letzten fünf Jahren...121 IV. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND AUSBLICK

V. QUELLENNACHWEIS

VI. ANHANG
1. Anschreiben zum Fragebogen deutsch
2. Fragebogen deutsch
3. Anschreiben zum Fragebogen tschechisch
4. Fragebogen tschechisch
5. Kidon Media link
6. Journalist´s Code of ethics
7. Press Code of Practice of the Union of Publishers
8. Reporter ohne Grenzen: Dritte Rangliste der Pressefreiheit weltweit

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Kontexte des Journalismus – Gegenstände der Journalistik:

Das Kreismodell nach Weischenberg

Abbildung 2: Zustimmung zu Zukunftsszenarien

Abbildung 3: Einflussfaktoren auf journalistische Arbeit

Abbildung 4: Ziele tschechischer Medienunternehmen

Abbildung 5: Häufigkeit von Interessens-Konflikten zwischen Anzeigenabteilung

und Redaktion

Abbildung 6: Häufigkeit der Bearbeitung von Anzeigenund Werbebeiträgen

Abbildung 7: Einfluss des Managements

Abbildung 8: Stellenwert von Unterhaltung

Abbildung 9: Ausmaß empfundener Freiheit

Abbildung 10: Einengende Faktoren nach der Position in der Redaktionshierarchie

Abbildung 11: Zurückhaltung von Nachrichten

Abbildung 12: Gründe für die Zurückhaltung von Nachrichten

Abbildung 13: Negative Einflüsse auf Journalisten

Abbildung 14: Entwicklungen des Journalismus in den letzten fünf Jahren

TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1: Eigentümerstrukturen und Auflagen der wichtigsten nationalen Tageszeitungen 1989

Tabelle 2: Die größeren Regionalzeitungen und ihre ungefähre Auflage 1989

Tabelle 3: Media change at different stations of postcommunist transformation

Tabelle 4: Durchschnittlicher bis starker Einfluss von Instanzen und Faktoren auf die journalistische Arbeit

Tabelle 5: Das Medienunternehmen, für das ich primär arbeite, verfolgt

folgende Ziele kaum oder gar nicht

Tabelle 6: „Überleben am Markt“

Tabelle 7: „Einhaltung journalistischer Qualitätsstandards“

Tabelle 8: „Einhaltung der journalistischen Ethik und Moral“

Tabelle 9: „Erzielung möglichst hoher Gewinne“

Tabelle 10: „Gesellschaftskritik und Veränderung der Gesellschaft“

Tabelle 11: „Gewinnen des Medienkriegs“

Tabelle 12: Stellenwert von Unterhaltung in der journalistischen Information

Tabelle 13: Ausmaß empfundener Freiheit

Tabelle 14: Durchschnittliche bis sehr starke Einengung durch folgende Instanzen und Faktoren

Tabelle 15: Durchschnittlich bis sehr stark negativ beeinflussende Aspekte

I. EINLEITUNG

1. Ausgangssituation und Aktualität

Ist Pressefreiheit eine Frage guter Konjunktur geworden? Mit dieser Frage lässt sich pointiert die Problematik umreißen, die im Zentrum dieser Arbeit steht. Unter dem Titel „Was steuert Wirtschaftsjournalistinnen und -journalisten in der Tschechischen Republik? Die innere Pressefreiheit in der Praxis tschechischer Printmedien“ wird untersucht, inwieweit ideelle und demokratietheoretische Ansprüche an innere Pressefreiheit im Redaktionsalltag der Zeitungen und Magazine verwirklicht werden können. In der Folge wird der Frage nachgegangen, ob die Transformation des kürzlich der Europäischen Union beigetretenen Nachbarlandes Österreichs vom Ein-Parteien-Staat zur pluralistischen Demokratie und von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft dazu geführt hat, dass der tschechische Journalismus heute weniger durch Politik und Staat als vielmehr durch Wirtschaftsinteressen gesteuert wird.

Ausgangspunkt der Überlegungen ist der „Doppelcharakter“ von Medienprodukten, der im grundsätzlichen Antagonismus zwischen gewinnorientiertem Handel mit Informationen einerseits und der Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe zur Beteiligung der Bürger am politischen Prozess andererseits besteht. Die Vielfalt der öffentlich kommunizierten Meinungen wird als Voraussetzung dafür angesehen, dass sich eine „öffentliche“ Meinung bilden und ihren Ausdruck im Ergebnis des demokratischen Willensbildungsprozesses finden kann. Eine Grundvoraussetzung für publizistische Vielfalt innerhalb eines Mediums ist die innere Pressefreiheit. Während sich das Konzept der äußeren Pressefreiheit auf das Verhältnis von Presse und Staat bezieht, geht es bei innerer Pressefreiheit darum, die Massenmedien davor zu schützen, dass „Private“ die journalistische Arbeit behindern oder ungerechtfertigt beeinflussen. In diesem Zusammenhang ist auch die innere Struktur der Presse und die Position der Redakteure gegenüber den Eigentümern wichtig.

Die Gefahren für die Einlösung der demokratietheoretischen Ansprüche lauern in den Gesetzmäßigkeiten des ökonomischen Wettbewerbs. Denn die privatrechtlich organisierten Printmedien sind wie jedes andere Produkt dem freien Spiel des Marktes unterworfen und sehen sich auf diesem mit den Bedürfnissen des Lesermarktes und des Werbemarktes konfrontiert.

Gerade in westlichen Industriestaaten zeigt sich – nicht zuletzt im Gefolge der Zeitungskrise seit den 90er Jahren – ein zunehmender kommerzieller Druck auf die Medien. Dieser äußert sich beispielsweise in einer „Allmacht“ von Marktanteilen und Reichweiten, einer zunehmenden Konzentration und Globalisierung im Mediensektor, einem Verschwimmen der Grenzen zwischen Redaktion und Anzeigenabteilung etc. Die wachsende Abhängigkeit der Medien vom Wirtschaftsund Werbemarkt lässt die Befürchtung zu, dass dadurch die innere Pressefreiheit und Vielfalt bedroht werden. Der Journalismus ist damit nicht mehr ausschließlich über seine Informationsfunktion und über die Erfüllung einer öffentlichen, am Gemeinwohl ausgerichteten Aufgabe definierbar, sondern dient zunehmend der Unterhaltung und befriedigt ökonomische Interessen.

Die skizzierten Entwicklungen – die sich mit den Schlagworten Ökonomisierung, Boulevardisierung, Konzentration und Europäisierung bzw. Globalisierung des Mediensektors beschreiben lassen, sind heute allesamt auch in der Tschechischen Republik anzutreffen. Diese Trends, die in Westeuropa schon länger im Gange waren, beschleunigten sich hier enorm. Nach der Wende 1989 war es zunächst die äußere Pressefreiheit, die es durch entsprechende gesetzliche Normierungen und Abwehr von staatlicher Einflussnahme und Zensur zu gewährleisten galt. Mittlerweile stellt sich die Frage, ob nicht auch in der Tschechischen Republik ähnlich wie in vielen „alten“ EU-Ländern insbesondere die innere Pressefreiheit durch ökonomische Zwänge gefährdet ist und die Medien einer Einflussnahme z.B. durch die Anzeigenabteilung oder den Verleger und einem Anpassungszwang durch geänderte Publikumspräferenzen ausgesetzt sind.

2. Forschungsfrage und Methode

Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage nach der inneren Pressefreiheit tschechischer Finanzund Wirtschaftsjournalistinnen und -journalisten in Tageszeitungen und Magazinen und den Faktoren, durch die diese beeinträchtigt wird. Konkret analysiert die Arbeit die heutigen Einflussfaktoren auf tschechische Printmedien und deren Manifestation im journalistischen Alltag und ermittelt, inwieweit sich tschechische Redakteure in ihrer täglichen Arbeit insbesondere durch Wirtschaftsinteressen gesteuert fühlen.

Zusätzlich wird hinterfragt, ob politischer Einfluss aus der Zeit vor der Wende noch „nachwirkt“ oder ob Zensur und Druck von Seiten der Politik vielmehr durch das Diktat der Wirtschaft abgelöst wurden. Schließlich erfolgt ein Abgleich der Ergebnisse mit Österreich, um folgende Fragen zu ermitteln: Ist die Situation bezüglich innerer Pressefreiheit in den beiden Nachbarländern, die ähnlich historische Wurzeln und mittlerweile eine vergleichbare Größe und Medienstruktur aufweisen, vergleichbar? Oder gibt es hier Unterschiede zwischen einem Land mit langer demokratischer und marktwirtschaftlicher Tradition und einem postkommunistischen Land, das diesbezüglich in kurzer Zeit enorme Anpassungsund Modernisierungsprozesse zu bewältigen hatte?

Der Vergleich mit Österreich soll keinesfalls den Eindruck erwecken, dass dies aus der Position des fortschrittlichen westlichen Landes heraus erfolgt, das die Bedingungen im Nachbarland selbstgefällig an den eigenen Standards misst. Den Anstoß zu der Untersuchung gab vielmehr die Feststellung im Kontakt mit tschechischen Journalisten, dass diese teilweise auf Instrumente „westlicher“ PR-Arbeit erstaunlich sensibel reagierten. Daraus erwuchs das Interesse zu untersuchen, ob in dieser vergleichsweise jungen Demokratie vielleicht wirtschaftlichen oder politischen Einflüssen ein stärkerer Widerstand entgegengebracht wird, oder ob sich die Situation bereits so darstellt wie in „erprobten“ Demokratien und Marktwirtschaften, in denen die Medien teilweise einem massiven ökonomischen Diktat unterworfen sind.

Dazu wurde eine Befragung mittels schriftlicher, standardisierter Interviews unter Wirtschaftsjournalisten in tschechischen Printmedien durchgeführt. Um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit Österreich zu erzielen, wurde der Fragebogen in Anlehnung an das empirische Fallbeispiel „Wie und wovon sich österreichische Journalisten gesteuert fühlen“ von Stefan Weber aus dem Jahre 2000 erstellt.

Das Ziel dieser Studie ist es, auf Ebene des individuellen Journalisten Einblicke in seine Perzeption der Arbeitssituation und der Situation des Journalismus in seinem Land zu erhalten. Die Ergebnisse dokumentieren die persönliche Auffassung der einzelnen Journalisten über die Auswirkungen von wie auch immer gearteter Einflussnahme auf professionellen Journalismus. Denn im Rahmen von medienpolitischen Diskussionen – geführt von Politikern auf nationaler wie auf EU-Ebene, Wissenschaftern, Berufsangehörigen selbst und Berufsverbänden – ist es wichtig, dass auf Studien zurückgegriffen werden kann, welche die Realität der journalistischen Arbeitswelt herausarbeiten. Diese Untersuchung soll dazu einen Beitrag leisten.

3. Aufbau der Arbeit

Im theoretischen Teil dieser Arbeit wird eine Begriffsbestimmung der Konzepte innere Pressefreiheit und innere Vielfalt vorgenommen und deren Bedeutung für den Meinungsund Willensbildungsprozess in demokratischen Gesellschaftssystemen untersucht. Im dritten Kapitel wird Entwicklungen nachgegangen, die diese Konzepte und damit die Funktionsfähigkeit der Massenmedien in einem normativen, demokratietheoretischen Sinne zu beeinflussen drohen: Ökonomisierung, Boulevardisierung, Konzentration sowie Europäisierung und Globalisierung des Mediensektors.

Im vierten Kapitel wird der gewonnene Erkenntnisraster aus demokratisch und marktwirtschaftlich „konsolidierten“ Gesellschaften an die Tschechische Republik angelegt – ein Land, das in den letzten fünfzehn Jahren einen enormen Transformationsprozess durchgemacht hat. Es wird untersucht, wie sich die Medien in dieser Zeit entwickelt haben, wie sich das Mediensystem heute darstellt und ob man mittlerweile die gleichen Tendenzen ausmachen kann wie in westlichen Ländern.

Schließlich werden die so gewonnenen Einsichten im Rahmen der empirischen Studie in der Realität und somit im tschechischen Redaktionsalltag überprüft.

II. THEORETISCHER TEIL

1. Begriffsbestimmung Printmedien

Im Mittelpunkt der Betrachtung dieser Arbeit stehen Journalisten in Finanzund Wirtschaftsredaktionen in Printmedien der Tschechischen Republik. Deshalb soll zunächst eine Begriffsabgrenzung von Printmedien gegenüber elektronischen Medien vorgenommen werden.

Printmedien umfassen Zeitungen und Zeitschriften bzw. Magazine, wobei es sich bei Zeitungen um ein „in regelmäßiger Folge erscheinendes, grundsätzlich jedermann zugängliches Medium“ handelt, „das aktuelle Informationen aus allen Lebensbereichen verbreitet. Von der Zeitschrift, die durch thematische Begrenzung und gesonderte Stoffdarbietung gekennzeichnet ist, unterscheidet sich die Zeitung vor allem durch die Universalität ihres Inhalts, auch durch kürzere Erscheinungsintervalle, von den aktuellen Funkmedien (Hörfunk und Fernsehen) dadurch, dass Zeitungsinformationen hauptsächlich gedruckt, also in Schriftform, vermittelt werden.“1

Den Printmedien wird bei der Erfüllung der öffentlichen Aufgabe von Massenmedien (siehe folgendes Kapitel 2) ein besonders hoher Stellenwert zugeschrieben. Denn aktuelle Berichterstattung der „schnellen“ elektronischen Medien geht oft zu Lasten von Hintergrundinformationen, Orientierungsangeboten im Umgang mit Informationen und ausführlichem Diskurs über komplexe Themen. Während bei elektronischen Medien das Tempo der Informationsaufnahme vom Sender bestimmt wird, liest der Zeitungsleser selbst bestimmt und entscheidet autonom, wie schnell, wie langsam und vor allem, was er aufnimmt.2

Zusätzlich erfolgt eine Fokussierung auf periodische Printmedien, und somit auf Medien, die nach tschechischem Pressegesetz mindestens zweimal im Jahr herausgegeben werden (§ 3a)3. Auf die Besonderheiten des Finanzund Wirtschaftsjournalismus wird im Kapitel 3.2. (S. 32-33 dieser Arbeit) eingegangen. Wenn in der Folge von „Medien“, „Massenmedien“ oder der „Presse“ die Rede ist, dann geht es regelmäßig um Printmedien.

2. Die öffentliche Aufgabe – zur Besonderheit von Medienprodukten

Um die Rolle der Massenmedien im tschechischen Transformationsprozess und vice versa die Einflüsse der gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen auf das Mediensystem verstehen zu können, ist es zunächst erforderlich, die Funktion von Medien in demokratischen Gesellschaften und deren besonderen Status zu beleuchten.

Häufig werden Medien als „Vierte Gewalt“ im Staat bezeichnet, die eine öffentliche Aufgabe wahrnehmen und ohne die der demokratische Rechtsstaat mit seinen pluralistischen Interessensvertretungen nicht funktionsfähig wäre.4 Es gehört zum „Grundinventar“ demokratischer Gesellschaften, dass Medien informieren, an der Meinungsbildung mitwirken und für Kritik und Kontrolle in Politik und Wirtschaft sorgen sollen.5

Freie Medien gelten somit als ein konstitutives Element für das Funktionieren einer Demokratie, wie dies beispielsweise der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (ECHR) auf Basis des Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskommission (EMRK) postuliert: „Freedom of the media (…) implies that the public has a right to a free media system, which provides overall balanced, full and varied information. The underlying idea is that a free system of this kind is an essential prerequisite for a functioning democracy.”6

Winfried Schulz formuliert folgende politische Primärfunktionen der Massenmedien für demokratische Gesellschaften:

- „Massenmedien sammeln, selektieren und verbreiten politische Informationen, aufgrund derer politische Eliten und Bürger handeln (normativ betrachtet gemeinhin die Informationsfunktion);
- Sie schaffen die Voraussetzung für die Entstehung von Öffentlichkeit;
- Sie machen Aussagen zum politischen Geschehen und nehmen damit Einfluss auf Erwartungen, die an das politische System gestellt werden bzw. auf Leistungen, die dieses produziert (in normativer Sicht als Kritikund Kontrollfunktion zu verstehen);
- Sie stehen bei der Konstruktion von Ereignissen in Wechselwirkung mit dem politischen Geschehen.“7

Die Bedeutung der Massenmedien liegt also darin, dass sie die informationellen Voraussetzungen für die Partizipation der Bürger schaffen. Basis dafür sind die Kommunikation eines breiten Spektrums an Sichtweisen und das Fehlen von Einflussnahme. Damit sind die Voraussetzungen für ein demokratisches Modell der Massenkommunikation die beiden Strukturprinzipien Vielfalt und Freiheit8, denn ohne eine freiheitliche Verfassung des Pressewesens ist die Austragung von Interessensgegensätzen in den Medien nicht möglich.9

Auf die beiden Konzepte Vielfalt in den Ausprägungen innere und äußere Vielfalt von Medien sowie innere und äußere Pressefreiheit wird in den nächsten Kapiteln eingegangen. Für die Fragestellung dieser Arbeit interessiert in weiterer Folge insbesondere die mikroökonomische Betrachtungsweise auf der Ebene des einzelnen Mediums und des einzelnen Journalisten und somit jeweils die „innere“ Dimension von Vielfalt und Pressefreiheit.

2.1. Voraussetzungen zur Erfüllung der öffentlichen Aufgabe: Publizistische Vielfalt und Pressefreiheit

2.1.1. Publizistische Vielfalt in den Ausprägungen innere und äußere Vielfalt

„Publizistische Vielfalt ist ein Angebot, das in unterschiedlichen Marktsegmenten der Massenmedien größtmögliche Vielzahl und Unterschiedlichkeit von Informationen und Meinungen repräsentiert10, so definieren Günther Rager und Bernd Weber den Begriff in der Einleitung ihres 1992 erschienen Werkes.

Dass publizistische Vielfalt dem Prozess der demokratischen Meinungsund Willensbildung dient, wird wie folgt argumentiert: „Das theoretische Konzept, das den Forderungen nach publizistischer Vielfalt zugrunde liegt, ist der Pluralismus. Das Pluralismusmodell, mit dem repräsentative Demokratien allgemein begründet werden, geht davon aus, dass es in der Gesellschaft sehr verschiedene, häufig gegensätzliche Meinungen und Interessen gibt, die prinzipiell gleichberechtigt sind und zwischen denen ein Ausgleich geschaffen werden muss(…). Das Feld, auf dem sich die unterschiedlichen Interessengruppen begegnen, streiten, verständigen sollen, ist die Öffentlichkeit. Massenmedien, so die hinter der Forderung nach publizistischer Vielfalt stehende Vorstellung, sollen die pluralen Interessen vermitteln, indem sie ihnen Artikulationsmöglichkeiten bieten. (…) Massenmedien dienen auch dem politischen System als Orientierung: Themen, die sich in der Öffentlichkeit durchsetzen, müssen auch von der Politik bearbeitet werden. Umgekehrt liefern die Medien Legitimation für politische Entscheidungen und beschaffen Massenloyalität.11

Zu unterscheiden sind das Konzept der inneren und der äußeren Vielfalt: Nach dem Modell der äußeren Vielfalt ist die Meinungsund Informationsvielfalt durch die Gesamtheit der vorhandenen Medien zu gewährleisten, das einzelne Medium darf also durchaus eine bestimmte politisch-ideologische Färbung aufweisen.12 Viele Medien bedeuten in Summe viele unterschiedliche Meinungen und Inhalte. Das Konzept fußt somit auf der Möglichkeit für den Bürger, möglichst viele voneinander unabhängige Quellen vergleichen zu können. Voraussetzung für äußere Vielfalt ist logischerweise das Vorhandensein einer entsprechenden Anzahl von Medien innerhalb eines geographischen Marktsegments. Geht man allerdings vom Szenario einer Monopolsituation aus, dann zeigt sich, dass ein reines Festhalten am außenpluralen Modell zu einer schwerwiegenden Reduktion der Meinungsund Informationsvielfalt führen könnte.

Hier greift die innere Vielfalt bzw. Binnenvielfalt, bei der sich das einzelne Medium zur Ausgewogenheit im Sinne einer Abbildung aller öffentlich relevanten Positionen verpflichtet.13 Für dieses Konzept spricht unter anderem, dass sich Konsumenten in der Realität kaum Informationen aus verschiedenen Zeitungen beschaffen und miteinander vergleichen.

Wenn das Pluralismusmodell funktionieren soll, müssten in ein und demselben Medium möglichst vielfältige Informationen und Meinungen berücksichtigt werden. In Widerspruch tritt diese Forderung nach einem größtmöglichen Angebot allerdings mit der Selektionsfunktion der Medien. Denn eine Aufgabe des Journalismus ist es systemtheoretisch betrachtet auch, „für die Gesellschaft Komplexität zu reduzieren, also aus der potentiell unendlichen Zahl der Themen und Positionen jene zu selektieren, die öffentlich bearbeitet werden sollen.14 In beiden Fällen – innerer wie äu- ßerer Vielfalt – setzt außerdem der Markt der Informationsfülle Grenzen. „Wenn Informationen keine ‘Abnehmer’ finden, werden sie sich nicht durchsetzen. Ob die publizistisch notwendige Vielfaltsgrenze der entspricht, die die Ökonomie setzt, ist zumindest zweifelhaft.15

Ein unmittelbarer (Kausal-)Zusammenhang besteht jedenfalls zwischen innerer Pressefreiheit und innerer publizistischer Vielfalt. Denn der – wie in der Folge noch gezeigt wird – „wenig trennscharfe16 Begriff der inneren Pressefreiheit „zielt letztlich auf die Sicherung pluralistischer Berichterstattung bzw. Meinungsbildung innerhalb eines einzelnen Presseorgans oder Presseunternehmens durch die (…) Weisungs- freiheit der Redaktionen gegenüber dem Presseunternehmer.17 Auch Siegfried Weischenberg weist auf den Zusammenhang zwischen den beiden Konzepten hin und identifiziert als zentrale Kriterien, anhand derer sich die Praxis der Pressefreiheit bestimmen lässt: Das Ausmaß der Vielfalt auf dem Meinungsmarkt, den Einfluss insbesondere des politischen Systems auf das Mediensystem, das Ausmaß der journalistischen Autonomie und schließlich das Ausmaß, in dem die Bevölkerung das Mediensystem „annimmt“, also wie intensiv die Mediennutzung ist und wie die Medienbewertung aussieht.18

Als Grundvoraussetzung für publizistische Vielfalt und damit für die Erfüllung der öffentlichen Aufgabe der Medien steht in der Folge die innere Pressefreiheit im Zentrum dieser Arbeit.

2.1.2. Pressefreiheit in den Ausprägungen innere und äußere Pressefreiheit

Der Begriff der Pressefreiheit zeichnet sich durch definitorische und konzeptuelle Auffassungsunterschiede aus und es sind in Literatur und Forschung unterschiedliche Zugänge zu dem Konzept zu finden. Darüber hinaus unterliegt der Begriff einem Wandel im Zuge der historischen Diskussion um das Thema. Zunächst ist hier zwischen innerer und äußerer Pressefreiheit zu unterscheiden.

2.1.2.1. Abgrenzung innere und äußere Pressefreiheit

Neben der Meinungsund Versammlungsfreiheit gilt die Pressefreiheit als ein unverzichtbarer Bestandteil einer Demokratie. Diese „Grundinventarien“19 demokratischer Gesellschaften finden ihren Niederschlag in entsprechenden Gesetzestexten, die zumeist im Verfassungsrang stehen. Darüber hinaus gibt es auf supranationaler Ebene Regelungen, die auf eine Sicherung der Pressefreiheit zielen, wie zum Beispiel Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen20 – die jedoch völkerrechtlich nicht verbindlich ist – oder Artikel 10 der 1950 vom Europarat verabschiedeten Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK)21, die sehr wohl vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingeklagt werden kann.22

Die juristische Absicherung bezieht sich allerdings lediglich auf die äußere Pressefreiheit. Dies hat historische Gründe, denn in früheren Zeiten war die Presse vor allem einer Einflussnahme seitens des Staates ausgesetzt. Bei der äußeren Pressefreiheit handelt es sich somit um das Recht der freien Presse im Verhältnis zum Staat, das jahrhundertelang gegen die Obrigkeit und ihre Herrschaftsmittel der Zensur, der Postverbote, der Papierzuteilung oder steuerlicher und persönlichkeitsrechtlicher Auflagen erkämpft wurde.23

Während der Begriff der äußeren Pressefreiheit also klar das Verhältnis von Staat und Presse abgrenzt, lässt das Konzept der inneren Pressefreiheit definitorische Spielräume offen. Jedenfalls ist innere Pressefreiheit kein Rechtsbegriff im strengen Sinne und taucht in keiner Rechtsordnung auf.

Die vorliegende Arbeit folgt dem nachstehenden Konzept von innerer Pressefreiheit: Innere Pressefreiheit zielt zum einen auf die Forderung, die Massenmedien dagegen zu schützen, dass „Private“, also einzelne Personen oder Organisationen des Privatrechts, die journalistische Arbeit behindern oder ungerechtfertigten Einfluss auf den Inhalt der Massenmedien gewinnen. Zum anderen zielt die Forderung nach innerer Pressefreiheit auf die Rechtsbeziehungen innerhalb der Massenmedien, auf die Stellung der Redaktion im Verlag ebenso wie auf die Stellung des einzelnen Journalisten und des freien Mitarbeiters innerhalb der Redaktion und innerhalb des Verlags.24

Walter Mallmann veranschaulicht die Thematik folgendermaßen: „Hier geht es um die innere Struktur der Presse, die Verteidigung ihrer inneren Unabhängigkeit, der Sauberkeit ihrer Berichterstattung, Meinungsbildung und Meinungsäußerung gegen übermächtige kommerzielle Einflüsse, gegen finanzielle Korrumpierung, dagegen, dass die Presse, statt ein Organ der öffentlichen Meinung zu sein, als Instrument wirtschaftlicher, zumal anonymer Kräfte missbraucht wird.25

2.1.2.2. Historische Entwicklung der Diskussion um innere Pressefreiheit

Der Begriff der inneren Pressefreiheit war auch einem historischen Wandel unterzogen. Abhängig von den jeweiligen Rahmenbedingungen der Presse standen unterschiedliche Aspekte im Fokus der Diskussion und erhob man unterschiedliche Ansprüche an das Konzept. Ihren Höhepunkt hatte die Debatte in den siebziger Jahren, heute ist es um das Thema vergleichsweise ruhig geworden.

Das Aufkommen der „Massenpresse“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts brachte eine tief greifende Änderung der rechtlichen und sozialen Beziehungen zwischen Journalisten und ihren Verlegern mit sich. „Hatte bis dahin der einzelne ‘Publizist‘ als Herr des Blattes gleichberechtigt neben dessen Verleger gestanden, entwickelten sich nun in den neuen Verlagen ähnliche Strukturen wie in den übrigen, zunehmend tayloristisch organisierten Betrieben. Wie aus dem Handwerksgesellen der Industriearbeiter wurde, so wurde aus dem unabhängigen Intellektuellen, der der Publizist gewesen war, mehr und mehr der in die betriebliche Hierarchie eingeordnete Journalist.“26 Aus der wirtschaftlichen Entwicklung des Pressewesens heraus war der starke Verleger-Typus mit seiner Weisungsbefugnis gegenüber der Redaktion entstanden. Zum einen weil durch die industriellen Produktionsmethoden von Zeitungen die Kosten in die Höhe geschnellt waren und damit nur noch wenige Personen in der Lage waren, ein Presseunternehmen zu gründen. Zum anderen weil durch die wirtschaftlichen Führungsprinzipien in den Zeitungsunternehmen mit dem bestimmenden Eigentümer (Verleger) und weisungsgebundenen Angestellten (Redakteur) die Journalisten ihre materielle und geistige Freiheit einbüßten.27 Dieser Verlust löste in Journalistenverbänden die Forderung nach Mitbestimmung der Redaktion bei verlegerischen Entscheidungen in personellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten aus.

Im Gefolge der ersten Pressekonzentrationswelle Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre und zusätzlich unterstützt durch eine allgemeine Demokratisierungstendenz in dieser Zeit gewann die Debatte zusätzlich an Dynamik. Unter dem Schlagwort „Redaktionsstatutenbewegung“ wurden zum Teil heftige Konflikte um die Kompetenzverteilung zwischen Redaktion und Verlag ausgefochten. Die Forderung nach Redaktionsstatuten, durch die den Redaktionen Mitwirkungsund Mitbestimmungsrechte bei verlegerischen Entscheidungen eingeräumt werden sollten, lag vor allem in der Sorge begründet, dass mit einem Eigentümerwechsel des Verlages zugleich ein (politischer) Richtungswechsel des Blattes verbunden sein könnte. Angestrebt wurden im Sinne einer Art „Binnenkonstitutionalisierung“ so genannte Kompetenzabgrenzungen (Grundsatz-, Richtlinien-, Detailkompetenz), „fragmentierte Weisungsstränge“ sowie neue Transparenzregeln und Mitwirkungsbefugnisse von Redakteursvertretungen bei einschlägigen Sachund Personalentscheidungen.28 So entstand zum Beispiel das Statut des deutschen Stern 1969 als Reaktion auf die Absicht von Richard Gruner, seine Anteile am Gruner+Jahr -Verlag an den Bauer -Verlag zu verkaufen.29 Besondere Aufmerksamkeit wurde der Spiegel -Affäre 1962 zuteil, die damit endete, dass der Herausgeber und Verleger Rudolf Augstein die Mitbestimmungsforderungen der Redaktion in Form eines Beteiligungsmodells abwendete. Die Protagonisten der Mitbestimmungsforderungen mussten den Spiegel verlassen.30

Rückblickend betrachtet war der Effekt von Redaktionsstatuten ein bescheidener, insbesondere mangelte es ihnen an Bestandsschutz. Sobald sich ernstere Konflikte zwischen Redaktionsbeirat und Verlag oder ein Eigentümerwechsel abzeichneten, drohte eine Kündigung des Statuts. Mittlerweile ist diese Diskussion in Vergessenheit geraten und es gilt weiterhin die Feststellung, die die Zeitschrift des deutschen Journalistenverbandes journalist 1989 traf: „Flaute in der Statutenbewegung – Tendenz bei den Beteiligten: lustlos.31

Über die Statutenbewegung hinaus wurden auch Alternativen zu bestehenden Besitzformen von Pressebetrieben diskutiert: Verteilung oder Verkauf von Aktien an Angestellte des Unternehmens, Staatsbesitz, Gewerkschaftseigentum über ein Konsortium der Druckerund Journalistengewerkschaften, breit gestreute Beteiligung der Leser, oder Besitzverteilung auf Redaktionsund Druckereipersonal über eine genossenschaftliche Gesellschaft.32

Heute ist es vergleichsweise ruhig um die Thematik der inneren Pressefreiheit geworden. Es stellt sich somit die Frage, ob die Debatte ihre Bedeutung für die Entwicklung der Massenmedien verloren hat oder ob sie nur unter anderen Vorzeichen geführt wird – bzw. werden sollte. In den siebziger Jahren war mit der Pressekonzentration in wenigen Händen vor allem die Sorge um die Festlegung der Blattlinie auf eine bestimmte politische Haltung, die vom Verleger bestimmt wurde, verbunden gewesen. Ein unmittelbarer Einfluss der Politik auf die Printmedien war schon insofern gegeben, als fast alle Zeitungen Parteizeitungen waren. Heute existieren kaum noch derartige Parteiorgane. Es stellt sich die Frage, ob Zeitungen heute überhaupt noch derart politisch motiviert sind, dass sie die Meinungsvielfalt dahingehend bedrohen, nur eine politische Meinung zu publizieren oder ob die Gefahr für die innere Pressefreiheit nicht vielmehr im wirtschaftlichen Bereich liegt. „Aus der ökonomischen Orientierung der Verlage ergibt sich für die Funktionsfähigkeit der Massenmedien (…) eine neue Gefahr. An die Stelle der Einflussnahme durch politische Vorgaben des Verlegers scheint eine Fremdbestimmung zu treten, die durch den Zwang ausgelöst wird, einen möglichst hohen Ertrag zu erwirtschaften.“33

3. Die aktuelle Dimension der Problematik der inneren Pressefreiheit

Im folgenden Kapitel steht die Frage im Mittelpunkt, welche aktuellen Trends und Entwicklungen es nun tatsächlich sind, die eine potentielle Gefahr für die innere Pressefreiheit darstellen und eine intensivere Thematisierung bzw. „Renaissance“ der Diskussion um die Problematik rechtfertigen würden.

Dieser Analyse sei ein zynisches Statement vorangestellt, das der Publizist Paul Sethe 1965 in einem Leserbrief an den Spiegel abgab und das eine seither viel zitierte Negativformel für Pressefreiheit darstellt:

Das Verhängnis (…) besteht darin, dass die Besitzer der Zeitungen den Redaktionen immer weniger Freiheit lassen, dass sie ihnen immer mehr ihren Willen aufzwingen. Da aber die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer größeres Kapital erfordert, wird der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben können, immer kleiner (…). Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten. Journalisten, die diese Meinung teilen, finden sich immer. (…) Aber wer nun anders denkt, hat der nicht auch das Recht, seine Meinung auszudrücken? Die Verfassung gibt ihm das Recht, die ökonomische Wirklichkeit zerstört es. Frei ist, wer reich ist. Das ist nicht von Karl Marx, sondern von Paul Sethe. Aber richtig ist es trotzdem. Und da Journalisten nicht reich sind, sind sie auch nicht frei (…).34

3.1. Die Ökonomisierung der Medien

Ist die ökonomische Wirklichkeit tatsächlich so zerstörerisch, wie von Paul Sethe beschrieben? Ein wachsender wirtschaftlicher Druck auf die Medien ist jedenfalls nicht zu leugnen. Unter den Begriffen „Ökonomisierung“ bzw. „Kommerzialisierung“ von Medien ist zu verstehen, dass ökonomisch orientierte Handlungsweisen im Gegensatz zu journalistischen Handlungsweisen immer mehr an Gewicht gewinnen.35 Denn der Preis für die Unabhängigkeit von staatlichen Einflüssen von Medien in Privatbesitz ist es, dass sie dem freien Spiel des Marktes unterworfen sind. “Nobody would deny that newspapers in a free and open society have to be privately owned. Only then can they be independent from outside influences. The kind of state controlled journalism totalitarian regimes cherish is unacceptable in any model of democracy. Such independence, however, comes at a price. Publishers of privately owned newspapers have to generate enough business to withstand the normal pressure of competition which is the lifeblood of any market economy.36

Die Problematik liegt darin, dass Medien – wie im zweiten Kapitel dieser Arbeit analysiert – nicht wie jedes andere industrielle Produkt betrachtet und behandelt werden können. Die Besonderheit von Medienprodukten liegt darin, dass sie einen Doppelcharakter aufweisen: Weischenberg spricht von der „eingebauten Schizophrenie“ von öffentlicher Aufgabe und Profitmaximierung: „Medien werden als notwendiger Bestandteil demokratischer Gesellschaften verstanden, die politische, wirtschaftliche und kulturelle Prozesse transparent machen und somit für eine angemessen Partizipation der Menschen sorgen sollen. Denn demokratische Meinungsund Willensbildung beruht gewiss nicht ausschließlich, aber zu großen Teilen auf Medienberichterstattung. Das geschieht jedoch bei den Printund den elektronischen Medien unter den Prämissen von Wettbewerb, Wirtschaftlichkeit und Wachstum.37

Wie bei anderen Unternehmen sind die Produkte der Medien jedoch auch Waren, über deren Marktbedingungen Angebot und Nachfrage entscheiden. Eine Besonderheit ist zudem, dass sich Medienunternehmen einem dualen Markt gegenüber sehen: Die Produktion der Ware wird nicht allein über den Preis der Ware finanziert, sondern zu erheblichen Prozentanteilen über Werbung.38 Somit müssen sowohl die Bedürfnisse des Marktes für die redaktionellen Inhalte der Medien, also des Lesermarktes, als auch die Bedürfnisse des Werbemarktes, auf dem Anzeigen gehandelt werden, befriedigt werden.

Das wichtigste Ziel redaktioneller Berichterstattung besteht darin, das Publikum sachgerecht zu informieren und ihm dadurch die Möglichkeit zu geben, sich sowohl in Angelegenheiten im Eigeninteresse als auch in Fragen von allgemeiner Bedeutung eine eigene Meinung zu bilden und die erforderlichen Entscheidungen auf einer rationalen Grundlage zu treffen. Rationale Entscheidungen wiederum setzen voraus, dass die zur Beurteilung des betreffenden Sachverhalts relevanten Fakten möglichst vollständig bekannt sind. Die Qualität der Medien, ihr „Gebrauchswert“ für das Publikum wird also dadurch bestimmt, dass sie sich an den Informationsinteressen ihrer Rezipienten ausrichten und deren publizistische Nachfrage befriedigen.39 Über dieses Informationsinteresse hinaus sind auch noch weitere Bedürfnisse der Konsumenten wie z.B. nach Unterhaltung zu befriedigen.

Das primäre Ziel der Wirtschaftswerbung ist dem gegenüber ein ganz anderes: Mit ihrer Hilfe versuchen Wirtschaftsunternehmen, der Öffentlichkeit die Vorzüge ihrer Leistungen und Produkte zu vermitteln. Eine objektive Darstellung, die Vorund Nachteile einer Ware oder Leistung in gleicher Weise einbezieht, kann von einem Werbebeitrag naturgemäß nicht erwartet werden. Darüber hinaus hat das einzelne Wirtschaftsunternehmen ein elementares Interesse daran, dass seine Werbebotschaft durch die Berichterstattung im redaktionellen Teil möglichst unterstützt, aber zumindest nicht konterkariert wird. Die Befriedigung dieses Interesses würde jedoch die Funktionsfähigkeit der Massenmedien auf dem Feld der Wirtschaftsberichterstattung in ihrem Kern gefährden.40 Denn um ihre Glaubwürdigkeit beim Publikum zu bewahren und darüber hinaus ihrer öffentlichen Aufgabe gerecht zu werden, müssen Medien möglichst unabhängig von äußeren Einflüssen berichten.

Aus dem Umstand, dass sich Medien an zwei unterschiedliche Zielgruppen richten müssen, ergibt sich der Effekt der „Anzeigen-Auflagen-Spirale“. Dieser Theorie zufolge fehlen einer Zweitzeitung stets die Annoncen, sie muss sparen, was nur am Umfang möglich ist, wodurch Abonnenten fortbleiben. Diese Auflagenminderung führt zu einer Verringerung des Anzeigenaufkommens und so weiter und die Zweitzeitung befindet sich in einer Spirale nach unten, während der genau entgegengesetzte Vorgang für die Erstzeitung abläuft.41

Dieser „circulus vitiosus“ der Auflagenspirale wird in konjunkturell schwierigen Zeiten, in denen Werbeaufträge ausbleiben, besonders schlagend. Dies zeigte sich eindrucksvoll während der Zeitungskrise der 90er Jahre, als im Gefolge der internationalen Finanzkrise nach dem Platzen der „Dot-Com-Blase“ Werbeetats in großem Umfang gekürzt wurden. Die Situation wurde zusätzlich durch ein Abwandern der Werbeindustrie zu Privatfernsehen und Internet verschärft, sodass in allen Ländern Zeitungen in ihrer Existenz bedroht waren. Am stärksten betroffen von diesen Entwicklungen war der Bereich der Tageszeitungen, da dieser am massivsten an das Internet verlor42. Durch die Verlagerung von Rubrikenanzeigen (Stellen-, Auto-, Wohnungsmarkt) in das World Wide Web haben die nationalen und regionalen Tageszeitungen einen erheblichen Teil ihrer traditionellen Einnahmen verloren.43

In der Konsequenz wurde das Entscheidungshandeln der Medienbetriebe vorrangig von ökonomischen Erfordernissen anstatt von journalistisch-redaktionellen diktiert.

Über den Bestand journalistischer Informationsangebote entscheidet die bilanzierte Gewinnund Verlustrechnung (…)“ und es wird „(…) die journalistische Arbeit vorrangig von den Managementebenen der Medienbetriebe vorbestimmt, nach betriebswirtschaftlichen Kriterien von Wachstum und Gewinnmaximierung.44

Udo Branahl spricht in dem Zusammenhang von einer Tendenz der Verlagsseite, den redaktionellen Teil der Zeitung in erster Linie als Umfeld für den Anzeigenteil zu begreifen. Die Optimierung der redaktionellen Leistung einer Redaktion zielt dann vorrangig nicht mehr auf – wie auch immer geartete – Information oder Aufklärung der Leser, sondern auf die Gewinnung und Bindung von Zielgruppen, die wegen ihrer Konsumfähigkeit und -bereitschaft von besonderem Interesse für die Anzeigenkunden des jeweiligen Blattes sind.45 Noch weiter gehen Entwicklungen, die die Trennung zwischen redaktionell-unabhängigem und bezahltem Content gänzlich schwinden lassen. „Durch kostenlose Reiseangebote an Redaktionen ‘erkaufte’ positive Berichte auf den Reiseseiten gehören in Deutschland bereits zur Normalität, ähnliches gilt für Autound Bildungsseiten, bei denen Inserenten ein ‘freundliches redaktionelles Umfeld’ verlangen oder gleich mitliefern46, moniert Wolfgang Stock die Situation in seinem Land.

Verdrängungswettbewerb und Umsatzeinbußen durch ausbleibende Werbeeinnahmen bedeuten häufig Sparmaßnahmen wie Personalkürzungen, Verringerung des Seitenumfangs oder im Extremfall sogar eine Einstellung des Angebots. Die Redaktionen müssen mit knappem Personalbestand und möglichst geringem Sachmitteletat auskommen müssen. Dies bedeutet weniger Zeit für Recherche, was oft auf eine Übernahme von Texten abzielt, die von anderer Seite zum kostenfreien Abdruck zur Verfügung gestellt wurden (z.B. von PR-Abteilungen). Es drohe die Gefahr eines „Verlautbarungsjournalismus, der die Welt im wesentlichen aus der Perspektive derjenigen beschreibt, die an der Spitze der Organisationen stehen und ihre PR- Abteilungen für ihre Zwecke instrumentalisieren können. Kritischer Journalismus, Kritik und Kontrolle der einflussreichen staatlichen und gesellschaftlichen Organisationen können auf diese Weise nur schwer gedeihen.“47 Weiters begünstigt der Kostendruck die Tendenz zu einer weitgehend wortgleichen Übernahme von Artikeln und Meldungen von Agenturen, was zu einer Vereinheitlichung der Medieninhalte führt.

Auch Stefan Weber geht in seiner 2002 verfassten Studie „Was steuert Journalismus“ in Anlehnung an Imhof/Jarren/Blum48 der Frage nach, inwieweit man von einer Emanzipation bzw. „Ausdifferenzierung“ des Journalismus vom politischen System einerseits und einer zunehmenden Steuerung („Entdifferenzierung“) vom ökonomischen System andererseits sprechen könne. Mit der Entstehung der Boulevardpresse habe bereits im 19. Jahrhundert eine gewisse Emanzipation von der Politik stattgefunden. Diese dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Journalismus und Politik immer noch in vielen Bereichen symbiotisch miteinander verknüpft49 seien.

Als Indikatoren für die Ausdifferenzierung des Journalismus von der Politik für Österreich sieht Weber beispielsweise das Aussterben der Parteizeitungen oder die langsame Umwandlung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit seiner mehr oder weniger deutlich erkennbaren politischen Kontrolle. „Der Preis für die Autonomisierung des Journalismus von der Politik ist jedoch die steigende Steuerung durch die Wirtschaft50, die man in Österreich etwa an den optischen Veränderungen der Printmedien (Visualisierung, Farbdruck, Formatumstellungen), dem Aufkommen neuer Boulevardmedien im Printbereich (täglich Alles, News), der Einführung des privaten kommerziellen Rundfunks und der zunehmenden Konvergenz zwischen öffentlich-rechtlichem Fernsehprogramm und den Programmen privater bundesdeutscher Sender bemerken könne.51

Zur Beschreibung der zunehmend rigideren Fremdsteuerung des Journalismus durch die Ökonomie führt Weber den Terminus der „Formatierung“ ein. Indikatoren für diese Formatierung fasst er in einem Modell auf verschiedenen Ebenen – nämlich der Gesellschafts-, Organisations-, Interaktionsund der Textebene – zusammen.

Dieses Mehrebenen-Modell ist in der Folge dargestellt:

Gesellschaftsebene:

- Zunehmende Integration journalistischer Medien in die (globale) Unterhaltungsindustrie
- Zunehmende Finanzierung journalistischer Medien durch branchenfremdes Kapital
- Zunehmende ökonomische Presseund Medienkonzentration
- Zunehmende Internationalisierung und Globalisierung, abzulesen u.a. an teils drastischen Veränderungen in den Eigentümerstrukturen bei nationalen, regionalen oder lokalen journalistischen Medien
- Virtuelle Allmacht von Quoten, Auflagen, Reichweiten und Marktanteilen als ultimative „Währungen“ des Mediensystems
- Zunehmend rigideres Diktat der Werbewirtschaft

Organisationsebene:

- Entgrenzungen zwischen Redaktionen und hauseigenen Werbeund PR- Abteilungen, „redaktionelles Marketing“
- Entgrenzungen zwischen Redaktionen und Anzeigenabteilungen
- Steigender PR-Einfluss (Wirtschafts-PR und Politik-PR) Interaktionsebene:
- Entgrenzung journalistischer Kern-Tätigkeiten (weniger Recherchieren & Schreiben; mehr Management, Produktion und Technik)
- Zunehmende Personalunion zwischen redaktioneller Führungs-, Management- und Verlagsebene
- Zunehmende Entprofessionalisierung (alternative Ausbildungswege; weniger Angestellte; mehr Flexibilisierung)
- Zunehmend ökonomische Orientierung bei der journalistischen Ereignis- Wahrnehmung

Textebene:
- Entgrenzungen zwischen journalistischem Teil und Anzeigenteil (Beispiele: Laufband-Werbung in TV-Bildschirmfenstern; nicht gekennzeichnete, journalistisch gestaltete Anzeigen in Printmedien; Werbung in Online-Medien)
- Neue hybride Formen an der Schnittstelle von Journalismus und Werbung (Beispiele: „Infomercials“, „Advertorials“, „Themen-Placements“ usw.)
- Zunahme journalistisch aufbereiteter Berichte im Dienste der hauseigenen PR
- Entgrenzung zwischen genuin journalistischen Themen und Unterhaltung, Service, Lifestyle usw.
- Zunahme der Berichterstattung über ökonomische Themen (Aktienkurse, Börsennachrichten usw.)52

Im empirischen Teil der Studie versucht Weber, dieser „Formatierung“ des Journalismus durch die Ökonomie nachzuspüren. In der vorliegenden Arbeit wird in der empirischen Untersuchung auf Teile des Fragebogens, den Weber im Zuge der Untersuchung einsetzte, zurückgegriffen, um zu ermitteln, ob die These von der Ökonomisierung der Medien auch für den tschechischen Journalismus zutrifft.

Die zunehmende Abhängigkeit der Medien vom Wirtschaftsund Werbemarkt lässt die Befürchtung zu, dass dadurch die innere Pressefreiheit und Vielfalt bedroht werden. Wenn fundierte Recherche unter knappen Personalressourcen leidet und immer häufiger auf Inhalte aus Nachrichtenagenturen oder Pressetexte von PR- Agenturen zurückgegriffen wird, bleiben die Auswirkungen auf Qualität und Vielseitigkeit der Berichterstattung nicht aus. Wenn gigantische Volumina eines Anzeigenkunden winken: Wie kritisch-distanziert darf dann über einen solchen Kunden noch berichtet werden? Tagesund Wochenzeitungen beziehen im Schnitt dreiviertel ihrer Einnahmen aus Anzeigen und Beilagen. Es überrascht also nicht, dass die Medien eng an die Werbekonjunktur und deren Ausgabeverhalten gekoppelt sind. Zugespitzt könnte die Frage auch so formuliert werden: Ist Pressefreiheit eine Frage guter Konjunktur geworden?53

Dies betrifft ganz besonders auch kleine lokale Verlage, die eine wichtige Rolle in der Widerspiegelung lokaler bzw. regionaler Besonderheiten und kultureller Vielfalt einnehmen und bei denen sich die Abhängigkeit vom Anzeigengeschäft, die lokale/regionale Konkurrenz durch Privatfunk und Anzeigenblätter sowie die Auflagen- Anzeigenspirale besonders stark bemerkbar machen.54

Nicht zuletzt beeinträchtigt ökonomischer Druck auch investigativen Journalismus. Dieser stellt ohne Zweifel die teuerste Form von Journalismus dar, da es niemals eine Garantie für den Erfolg einer Recherche gibt. Gerade in Zeiten knapper finanzieller Ressourcen bedarf es einiger Risikobereitschaft eines Verlegers, in diese Form des Journalismus zu investieren.55

3.2. Ökonomisierung im Wirtschaftsund Finanzjournalismus

Im empirischen Teil dieser Arbeit erfolgt eine Konzentration auf Journalisten mit Finanz- bzw. Wirtschaftsfokus, da hier eine besondere Exponiertheit gegenüber dem ökonomischen Diktat besteht.

Ganz generell hat die Wirtschaftspresse in den letzten Jahren einen starken Aufschwung zu verzeichnen. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass „Leser (…) zunehmend mehr Eigenverantwortung im Zuge von Privatisierung und Marktöffnung übernehmen müssen und damit selbst mehr ökonomische Entscheidungen zu treffen haben.56 Dabei suchen Leser nicht nur die klassischen Handelsund Unternehmensnachrichten, sondern vor allem Orientierung und Informationen, die wirtschaftlich persönlich nutzbar sind – wie zum Beispiel Informationen über Geldanlage, Börse, Karriere und Internet. Die Wirtschaftsinformationen sollen den Konsumenten helfen, mit ihrer Rolle als Teilnehmer am Wirtschaftsleben zurechtzukommen – als Arbeitnehmer, Steuerzahler, Kreditnehmer oder Geldanleger. Dieses Bedürfnis begünstigte das Entstehen neuer Wirtschaftsund Verbrauchertitel, deren Boom seinen Höhepunkt allerdings bereits wieder überschritten hat.

Andererseits wurde der Anstieg an Wirtschaftsund Finanzberichterstattung auch zu einem nicht unbeachtlichen Teil durch die werbetreibende Wirtschaft ausgelöst. Unternehmen und Verbände schalten ihre Anzeigen bevorzugt in einem Umfeld von Themen, die mit Wirtschaft, Finanzen oder Börse zu tun haben. Dahinter steckt die Erwartung, dass diese Werbung von vielen Meinungsführern und Multiplikatoren aus Wirtschaft, Politik und Verbänden beachtet wird57, „(…) weil diese meist männlichen ‘Entscheider’ laut einschlägiger Media-Analysen überdurchschnittlich gut verdienen, Karriere im Beruf anstreben und zu imageträchtigem Konsumstil neigen, sind das beste Voraussetzungen für hochwertige Reklame.58

Im Umfeld der Wirtschaftspublizistik werden Anleger, Aktionäre, Investoren etc. angesprochen. Firmen, die an die Börse gehen oder eine Kapitalerhöhung durchführen wollen, suchen in der Umwerbung von Aktionären bewusst die Nähe zu Wirtschaftsund Finanzthemen und auch Anbieter gehobener Konsumgüter, von Finanzprodukten sowie Verbände und selbst Regierungen platzieren hier ihre Anzeigen.59 Dar- über hinaus liegt es – wie schon oben dargelegt – im Interesse der werbetreibenden Wirtschaft, dass ihre Werbebotschaft durch die Berichterstattung im redaktionellen Teil möglichst unterstützt wird.

Die Abhängigkeit von Werbeeinnahmen birgt also die Gefahr, dass die redaktionelle Berichterstattung für die Gewinnung potenter Werbekunden instrumentalisiert wird, die bereit sind, höhere Preise zu zahlen, wenn das Medium ihr Zielpublikum möglichst genau erreicht. Somit besteht die Tendenz, das redaktionelle Angebot auf die Interessen der Bevölkerungsteile auszurichten, die wegen ihrer Konsumbereitschaft und -fähigkeit für den Werbemarkt besonders attraktiv sind und darüber die Informationsbedürfnisse anderer Bevölkerungssegmente zu vernachlässigen.60

Die Finanzund Wirtschaftpresse ist somit – im Vergleich zu anderen Ressorts – besonders exponiert gegenüber potentieller Beeinflussung durch Werbekunden und dem Anspruch, ein „werbefreundliches Umfeld“ für diese zu schaffen. Diese besondere Abhängigkeit ist der Grund dafür, dass in dieser Arbeit die Finanzund Wirtschaftspresse im Fokus der Untersuchungen steht und der Frage nachgegangen wird, ob die zunehmende Ökonomisierung der Medien deren Unabhängigkeit bedroht.

3.3. Die Boulevardisierung der Medien

Das Streben nach kommerziellem Erfolg begünstigt auch die „Boulevardisierung“ der Medien, womit im Wesentlichen eine Zunahme des Elementes Unterhaltung gemeint ist. „The fight for market shares and quotas opens the doors widely to superficial infotainment at the expense of serious professional journalism. ‘Emotion’ and ‘conflict’ have become the two most important criteria for information to become ‘newsworthy’.61

Einen Trend in diese Richtung orten auch Weischenberg/ Altmeppen/ Löffelholz in ihren Studien zur „Zukunft des Journalismus“: „Der Konkurrenzdruck der Medien, in den letzten Jahren vor allem vorangetrieben durch die privat-kommerziellen Rundfunkanbieter, prägt die redaktionelle Arbeit sehr viel mehr als früher (…). Dadurch werden Aktualität und Exklusivität von Informationen als Wettbewerbsindikatoren auf dem vergrößerten Marktplatz der Informationsangebote wichtiger. In der Konsequenz führt erhöhte Medienkonkurrenz zu Konsequenzen im Journalismussystem, wo Wettbewerb verschärft wird, ethische Grenzen der Berichterstattung verschoben werden und bisherige Tabus fallen.62 Darüber hinaus sehen auch sie eine Verschmelzung von Information und Unterhaltung zum so genannten „Infotainment“ – eine Entwicklung, die durch den Versuch privat-kommerzieller Rundfunkveranstalter eingeleitet wurde, sich von den traditionellen Nachrichtensendungen öffentlichrechtlicher Rundfunkanstalten abzugrenzen und ihre Sendungen für ein großes Publikum attraktiver zu gestalten, die aber nach den Ergebnissen der Studie auch auf andere Mediensysteme übergreift.63

Dazu tritt eine weitere Aufgabe des Journalismus, die ebenfalls ein häufiges Merkmal von Boulevardmedien darstellt: Die Ausweitung von Servicefunktionen, von Lebens- bzw. Orientierungshilfe, die die Rezipienten befähigen soll, in individuellen oder sozialen Situationen adäquat zu operieren.64

Ein Anpassungszwang ergibt sich für Printmedien auch daraus, dass Fernsehen, Videofilme und Computerspiele die Rezeptionsgewohnheiten der Konsumenten – insbesondere der jüngeren Generation – verändern. „Will die Zeitung ihre Bedeutung als Informationsmedium für die nächste Generation erhalten – oder wiedergewinnen – wird sie sich durch Verstärkung der Bildund Grafikanteile, aber auch durch eine Veränderung der Darstellungsformen und des Informationsstils – auf die veränderten Konsumgewohnheiten ihrer potentiellen Leser einstellen müssen.65

3.4. Die Konzentration im Mediensektor

Eine Folgeerscheinung des wirtschaftlichen Drucks, dem Medienunternehmen ausgesetzt sind, ist auch die zunehmende Konzentration im Mediensektor. Das Europäische Medieninstitut definiert Konzentration auf einem Medienmarkt als „an increase in the presence of one or a handful of media companies in any market as a result of various possible processes: acquisitions, mergers, deals with other companies, or even the disappearance of competitors.”66

Der Wettbewerb zwingt Medienunternehmen, nach überlebensfähigen Markteinheiten zu streben. Die hohen Kosten der Herstellung von Medienprodukten begünstigen den Trend zu immer größeren Unternehmenseinheiten „(…) because the number of consumers and hence the size of the market are limited, life for the single competitor ‘improves’ when the number of rivals drops. Concentration is the law of the fish pond applied to the economy: big fish gains ‘Lebensraum’ by eating small fry !”67

Die drei wesentlichen ökonomischen Ursachen für Konzentrationsprozesse im Mediensektor sind:

- Kostendegressionen, da sich auflagenfixe Kosten wie große Teile der technischen Herstellung und des Vertriebs bei größerer Verbreitung auf eine hö- here Anzahl von Exemplaren verteilen;
- die bereits erläuterte Anzeigen-Auflagen-Spirale, da bei größerer Verbreitung die Relation Umsatz/Kosten günstiger ist und größere Medien damit Werbung billiger anbieten und ihren Marktanteil auf dem Werbemarkt ausdehnen können;
- Verbundvorteile (Synergien), die sich auf mehreren Ebenen ergeben können: z.B. können Verwaltungskosten eingespart, Anzeigen gemeinsam akquiriert oder Maschinen besser ausgelastet werden; außerdem können aufgrund der höheren Kapitalkraft von Großverlagen finanzielle Risiken besser verkraftet werden.68

Nach der Richtung der Konzentration lassen sich verschiedene Typen unterscheiden:

- Horizontale Konzentration bezieht sich auf den Zusammenschluss von Unternehmen auf derselben Produktionsebene, das heißt, es schließen sich Medien gleichen Typs zusammen wie z.B. Zeitungsverlag kauft Zeitungsverlag.69 In einem Verlag zusammengeschlossene Zeitungen erscheinen dann zwar als separate publizistische Einheiten, aber alle anderen Verlagsfunktionen, insbesondere das Anzeigengeschäft, werden zentral wahrgenommen. Unter diese Form der Konzentration fällt auch die so genannte „cross media ownership“, die Konzentration über die Mediensektoren Zeitungen, TV und Rundfunk hinweg (z.B. Bertelsmann, AOL Time Warner). Verbundvorteile, die aus cross-media-ownerships entstehen, bestehen zum Beispiel in günstigen Produktionsbedingungen durch gemeinsame Nutzung von Recherchequellen oder Archiven.70
- Unter vertikaler Konzentration wird die Vereinigung von aufeinander folgenden Produktionsstufen verstanden. Ein Beispiel wäre der Aufkauf eines Papierproduzenten durch ein Medienunternehmen. Beweggründe für vertikale Zusammenschlüsse sind zum Beispiel Kostensenkungen durch Einsparung der Handelsspannen, Sicherung des Rohstoffund Absatzmarktes oder die Erweiterung der Kapitalund Kreditbasis.71
- Die diagonale Konzentration schließlich bezieht sich auf die Erstreckung der Tätigkeit von einem Medienunternehmen auf medienfremde Unternehmen sowie Unternehmen im Bereich von Datendiensten und Medieninfrastruktur.72 Vorteile ergeben sich aus größerer wirtschaftlicher Stabilität und Finanzkraft von Mehrproduktkonzernen.73

In ihrer Studie aus 2003 “The Impact of Media Concentration on Professional Journalism” geht die OSCE (Organization for Security and Co-operation in Europe) der Frage nach, inwieweit die verschiedenen Formen der Konzentration geeignet sind, journalistische Unabhängigkeit zu behindern: Horizontale Konzentration von vielen Zeitungen unter dem Dach eines Medieneigentümers könnte die Vielfalt und Pluralität der Meinungen beeinträchtigen. Ein Beispiel ist der Zusammenschluss einer Vielzahl von regionalen Zeitungen, die sich in Richtung uniformer Blätter mit lokalen Beilagen entwickeln. Bei cross-media-ownerships von Zeitungen, Radiound TV- Stationen besteht darüber hinaus die Gefahr einer konzernweiten Nivellierung der Inhalte über die Mediengattungen hinweg. Vertikale Konzentration wiederum erzeugt Barrieren, die neue Konkurrenten am Markteintritt hindern, während diagonale Konzentration die Befürchtung nahe legt, dass medienfremde (Industrie-) Unternehmen die „watchdog“-Funktion der Presse gegenüber dem privaten Sektor unterminieren.74

Letzteres Argument zielt auf die Problematik ab, „when investments from outside the media market into media firms change the quality of relations between industry and journalism. Journalists retain their credibility only as long as they are seen as neutral and as critical observers. They should never be put in a position of, nor should they be allowed to act as, industrial product promoters in disguise.75 Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „ökonomischer Zensur“: den Interessen der Eigentümer entgegenstehende Themen und Informationen könnten so unterdrückt werden, der Druck auf die Redaktionen könnte steigen.76

Die Konsequenz von Konzentrationsprozessen für den Arbeitsmarkt im Mediensektor, die in einer Limitierung potentieller Arbeitgeber besteht, ist nur eine der negativen Folgen. Die Problematik liegt wiederum vielmehr in der Besonderheit von Medienprodukten und ihrer Öffentlichkeitsaufgabe in einer demokratischen Gesellschaft – und somit im grundsätzlichen Konflikt zwischen der Notwendigkeit überlebensfähiger Markteinheiten und dem Erhalt des Pluralismus und der Vielfalt, sprich zwischen Unternehmerfreiheit und Kommunikationsgrundrecht. Der prinzipielle Antagonismus besteht darin, wirtschaftlich ertragreiche und auch international konkurrenzfähige Medienunternehmen zu etablieren, also Wachstum zu fördern und zugleich sicherzustellen, dass aus Meinungsvielfalt nicht Meinungseinfalt wird.

In dieser Hinsicht kann ein gewisser Grad an Konzentration sogar förderlich sein, insofern dadurch wirtschaftlich „gesunde“ Unternehmen mit einer soliden finanziellen Basis entstehen, deren Überlebensfähigkeit sonst nicht gegeben gewesen wäre. Denn nur mit ausreichender finanzieller Unabhängigkeit können Medien direkter oder indirekter Einflussnahme durch werbetreibende Unternehmen, politische Akteure oder pressefördernde Stellen widerstehen.77 Weitere Argumente für eine gewisse Toleranz gegenüber Konzentrationsprozessen sind die Sicherung von Arbeitsplätzen und von Steuereinnahmen.78

Hier wird wiederum die Bedeutung des Konzepts der inneren Vielfalt evident: Wenn ein gewisses Ausmaß an Konzentration zugunsten eines vitalen wirtschaftlichen Fundaments von Medienunternehmen akzeptiert wird, gewinnen Instrumente zur Sicherung redaktioneller Unabhängigkeit und Vielfalt innerhalb des Medienunternehmens oder der Gruppe an Gewicht.

3.5. Die Europäisierung bzw. Globalisierung des Medienmarktes

Der Trend zu Konzentration und immer größeren Unternehmenseinheiten zeigt sich nicht nur auf nationaler Ebene. Vielmehr bilden sich multinationale Medienkonzerne heraus und die ökonomische Konzentration nimmt auch länderübergreifend zu.

Am Beginn eines solchen Prozesses kooperieren Medien aus verschiedenen Ländern miteinander, um rentabler arbeiten zu können (z.B. gemeinsame Korrespondentenposten, technische Zusammenarbeit). In einem nächsten Schritt versuchen Medien, ihren – im Heimatland oft gesättigten – Absatzmarkt zu erweitern, indem sie ihre Produkte (z.B. Zeitschriftenkonzepte) auf andere Länder übertragen.79 Die Internationalisierung betrifft in erster Linie Großunternehmen, die durch einen länderübergreifenden Medienverbund Synergieeffekte anstreben – durch die Auslastung von Druckereien, im Vertrieb und in der Werbung. Diese Entwicklung wurde und wird durch die Entwicklung und Ausweitung des europäischen Binnenmarktes entscheidend begünstigt.

Weischenberg/ Altmeppen/ Löffelholz bestätigen in ihrer Studie „Die Zukunft des Journalismus“ diese Trends. Sie halten es jedoch aufgrund der Untersuchungsergebnisse für nicht wahrscheinlich, dass sich effektiv „europäische Medien“ herausbilden, deren Zielgruppe das gesamteuropäische Publikum ist. Eher ist davon auszugehen, dass nationale bzw. sprachräumlich gegliederte Mediensysteme ihre zentrale Bedeutung behalten, weil europäische Medien kaum rentabel arbeiten können. Kulturelle Unterschiede und insbesondere die Vielfalt europäischer Sprachen erfordern einen enormen finanziellen Aufwand, um ein Medium länderübergreifend zu etablieren. „Europäische Medien können sich deshalb entweder nur mit einer eng begrenzten Zielgruppe (z.B. Manager) oder aber mit hohen Subventionen, die wegen der wachsenden politischen Integrationsbestrebungen innerhalb der Europäischen Gemeinschaft möglicherweise gezahlt werden, am Markt etablieren.“80

Dennoch sind in bestimmten Teilbereichen bereits gänzlich neue Handlungsbedingungen entstanden: Große Medienkonzerne weiten ihren Aktionsradius aus, indem sie ausländische Verlage kaufen, redaktionelle Konzepte exportieren oder in Zusammenarbeit mit Partnern aus dem jeweiligen Land adaptieren und vertreiben.

Einen Investitionsschwerpunkt stellen dabei die bevölkerungsreichen osteuropäischen Länder dar.81 Diese versprechen nach der politischen Öffnung und insbesondere nach ihrem jüngst erfolgten EU-Beitritt zusätzliche Absatzmärkte.

Dabei werden ausländische Investments – besonders bei Medien mit dünner Kapitalbasis – nicht ausschließlich negativ gesehen: „Especially the situation in the emerging and sometimes rather small markets in Eastern and South Eastern Europe, where the financial situation of newspapers and the revenue of advertisement is very insecure, makes journalists and media vulnerable to influence from companies and/or governments.

[...]


1 Brand/ Schulze (1997), S. 7.

2 Vgl. Laubach (2003), S. 103.

3 Vgl. Rahim (2000), S. 304.

4 Vgl. Brand/ Schulze (1997), S. 8.

5 Vgl. Thomaß (2001a), S. 44.

7 Schulz (1997), S. 47.

8 Vgl. McQuail (2001) zit. nach Thomaß (2001b), S. 237.

9 Vgl. Brand/ Schulze (1997), S. 8.

10 Rager/ Weber (1992), S. 10.

11 Rager/ Weber (1992), S. 8-9.

12 Vgl. Meier (2001), S. 13.

13 Vgl. Meier (2001), S. 13.

14 Rager/ Weber (1992), S. 10.

15 Rager/ Weber (1992), S. 10.

16 Kloepfer (1996), S. 18.

17 Kloepfer (1996), S. 19.

18 Vgl. Weischenberg (1992), S. 140-141.

19 Thomaß (2001a), S. 40.

20 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte Resolution 217 A (III) vom 10. Dezember 1948.

21 Europäische Konvention über Menschenrechte und Grundfreiheiten, abgeschlossen in Rom am 4. November 1950.

22 Zu sämtlichen Regelungen auf europäischer bzw. internationaler Ebene siehe Klein (2003), S. 181- 210.

23 Vgl. Assmann (2004), S. 5.

24 Vgl. Branahl (2002), S. 337, der hier Mallmann (1959) folgt.

25 Mallmann (1968), S. 13.

26 Branahl (2002), S. 338.

27 Vgl. Branahl (2002), S. 338.

28 Vgl. Stock (2001), S. 17-18.

29 Vgl. Branahl (2002), S. 340.

30 Vgl. Zeuner (1972). Der ehemalige Spiegel-Redakteur Bodo Zeuner gibt in „Veto gegen Augstein“ eine detaillierte Schilderung der Geschehnisse.

31 Vgl. Branahl (2002), S. 341-343.

32 Vgl. Fischer/ Molenveld/ Petzke/ Wolter (1975), S. 73.

33 Branahl (2002), S. 344.

34 Sethe (1965) zit. nach Weischenberg (1992), S. 140-141.

35 Vgl. Altmeppen (2002), S. 189-190.

36 Dohnanyi (2003), S. 22-23.

37 Weischenberg/ Altmeppen/ Löffelholz (1994), S. 108.

38 Vgl. Weischenberg/ Altmeppen/ Löffelholz (1994), S. 107.

39 Vgl. Branahl (1997), S. 71.

40 Vgl. Branahl (1997), S. 71-72.

41 Vgl. zum Beispiel Fischer/ Molenveld/ Petzke/ Wolter (1975), S. 239.

42 Vgl. Dohnanyi (2003), S. 26.

43 Vgl. Stock (2003), S. 34.

44 Weischenberg/ Altmeppen/ Löffelholz (1994), S. 109.

45 Vgl. Branahl (2002), S. 345.

46 Stock (2003), S. 34.

47 Branahl (2002), S. 344.

48 Imhof/ Jarren/ Blum (1998).

49 Weber (2000), S. 21.

50 Weber (2000), S. 21.

51 Vgl. Weber (2000), S. 21-22.

52 Weber (2000), S. 22-23.

53 Vgl. Viehöfer (2003), S. 14.

54 Vgl. Weischenberg/ Altmeppen/ Löffelholz (1994), S. 130.

55 Vgl. Organization for Security and Co-operation in Europe (2003), S. 77.

56 Viehöfer (2003), S. 14.

57 Vgl. Viehöfer (2003), S.15.

58 Viehöfer (2003), S. 15.

59 Vgl. Viehöfer (2003), S. 15-16.

60 Vgl. Branahl (1997), S. 79.

61 Dohnanyi (2003), S. 49.

62 Weischenberg/ Altmeppen/ Löffelholz (1994), S. 110-111.

63 Vgl. Weischenberg/ Altmeppen/ Löffelholz (1994), S. 143.

64 Vgl. Viehöfer (2003), S. 78.

65 Branahl (2002), S. 346.

66 Europäisches Medieninstitut (1993) zit. nach Grisold (1996), S. 31.

67 Dohnanyi (2003), S. 28.

68 Vgl. Weber (1992), S. 261.

69 Vgl. Weber (1992), S. 260.

70 Vgl. Weberling (2003), S. 27-28.

71 Vgl. Weberling (2003), S. 27.

72 Vgl. Knoche (2002), S. 220.

73 Vgl. Weber (1992), S. 260.

74 Vgl. Duve (2003), S. 9.

75 Dohnanyi (2003), S. 54.

76 Vgl. Brantner/ Langenbucher (2003), S. 7.

77 Vgl. Dohnanyi (2003), S. 32.

78 Vgl. Dohnanyi (2003), S. 38.

79 Vgl. Weischenberg/ Altmeppen/ Löffelholz (1994), S. 137.

80 Weischenberg/ Altmeppen/ Löffelholz (1994), S. 137-138.

81 Vgl. Dohnanyi (2003), S. 38.

Details

Seiten
155
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640307463
ISBN (Buch)
9783640305742
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v118727
Institution / Hochschule
Donau-Universität Krems - Universität für Weiterbildung – Internationales Journalismuszentrum
Note
1
Schlagworte
Wirtschaftsjournalistinnen Wirtschaftsjournalisten Tschechischen Republik Master Programm Qualitätsjournalismus

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