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Professionelles Handeln in der Kindheitspädagogik. Auseinandersetzung mit biographischer Entwicklung

©2019 Hausarbeit 15 Seiten

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von professionellem Handeln und Biographiearbeit. Dazu wurde die These "Professionelles Handeln in der Kindheitspädagogik setzt die Auseinandersetzung mit biographischer Entwicklung voraus“ erstellt. Der erste Teil widmet sich dem Definitionsversuch der ausschlaggebenden Begriffe. Darauf aufbauend wird im zweiten Kapitel die Frage geklärt, welche Theorien es bereits zu diesem Thema gibt. Im Fokus des dritten Kapitels steht der Zusammenhang zwischen Biographiearbeit und Profession. Anschließend wird auf eigene praktische Erfahrungen zu Biographiearbeit eingegangen. Ein Fazit schließt die Ausarbeitung ab.

Mit dieser Arbeit wird das Ziel angestrebt, aufzuzeigen, welche Bedeutung die Auseinandersetzung mit der eigenen biographischen Entwicklung für das professionelle Handeln besitzt. Es wird sich ausgehend vom Begriff Profession auf den Aspekt der Biographiearbeit konzentriert, da aus eigenen praktischen Erfahrungen heraus großes Interesse an diesem Thema und dem Einfluss auf das professionelle Handeln in der pädagogischen Arbeit besteht.

Dabei wird die Frage aufgeworfen, ob und inwiefern sich die eigene biographische Entwicklung auf das professionelle Handeln auswirkt. Es wird vermutet, dass die Biographie großen Einfluss auf die pädagogische Arbeit hat. Dies könnte sowohl positiv als auch negativ sein.

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Versuch von Definitionen
2.1 Professionelles Handeln
2.2 Biographie
2.3 Biographiearbeit
2.4 Kindheitspädagogik

3 Kindheitspädagogik und Biographiearbeit

4 Zusammenhang Biographie und Profession

5 Praktische Erfahrungen

6 Fazit

7 Literatur- und Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von professionellem Handeln und Biographiearbeit. Dazu wurde die These „Professionelles Handeln in der Kindheitspädagogik setzt die Auseinandersetzung mit biographischer Entwicklung voraus“ erstellt. Der erste Teil widmet sich dem Definitionsversuch der auschlaggebenden Begriffe. Darauf aufbauend wird im zweiten Kapitel die Frage geklärt, welche Theorien es bereits zu diesem Thema gibt. Im Fokus des dritten Kapitels steht der Zusammenhang zwischen Biographiearbeit und Profession. Anschließend wird auf eigene praktische Erfahrungen zu Biographiearbeit eingegangen. Ein Fazit schließt die Ausarbeitung ab.

Mit dieser Arbeit wird das Ziel angestrebt, aufzuzeigen, welche Bedeutung die Auseinandersetzung mit der eigenen biographischen Entwicklung für das professionelle Handeln besitzt. Es wird sich ausgehend vom Begriff Profession auf den Aspekt der Biographiearbeit konzentriert, da aus eigenen praktischen Erfahrungen heraus großes Interesse an diesem Thema und dem Einfluss auf das professionelle Handeln in der pädagogischen Arbeit besteht.

Dabei wird die Frage aufgeworfen, ob und inwiefern sich die eigene biographische Entwicklung auf das professionelle Handeln auswirkt. Es wird vermutet, dass die Biographie großen Einfluss auf die pädagogische Arbeit hat. Dies könnte sowohl positiv als auch negativ sein.

2 Versuch von Definitionen

Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit dem Versuch, die Begriffe professionelles Handeln, Biographie, Biographiearbeit und Kindheitspädagogik zu definieren. Dabei werden einige Theorien und Erfahrungswerte zur Biographiearbeit im Zusammenhang mit professionellem Handeln erwähnt.

2.1 Professionelles Handeln

Um professionelles Handeln möglichst adäquat definieren zu können, wird zu Beginn geklärt, was eine Profession auszeichnet, um dann darauf zu schließen.

Vorangestellt wird die lexikale Definition: Das Wort „Profession“ lässt sich vom lateinischen „professio“ ableiten. Dies kann als „Beruf“ oder „Gewerbe“ übersetzt werden. Profession wird also mit Beruf, Gewerbe und Berufsgruppen gleichgesetzt.1 Andererseits ist die Profession ein „[…] für die Gesellschaft relevanter Dienstleistungsberuf mit hohem Prestige und Einkommen, der hochgradig spezialisiertes und systematisiertes, nur im Laufe langer Ausbildung erwerbbares technisches und/oder institutionelles Wissen relativ autonom und kollektivitätsorientiert anwendet (z.B. Arzt, Richter).“ 2 Bei dieser und anderen Definitionen ist auffällig, dass häufig die klassischen Professionen wie Arzt und Richter genannt werden. Wichtige Merkmale einer Profession sind: eine akademisierte Ausbildung, ein langer beruflicher Sozialisationsprozess, die exklusive Lizenz zur Berufsausübung, berufsethische und am Allgemeinwohl orientierte Grundsätze, ein herausgehobener gesellschaftlicher Status sowie ein hohes Maß an beruflicher Autonomie und Selbstorganisation.3

Im Bezug auf die kindheitspädagogische Arbeit ist Profession nur insofern gegeben, wenn diese Arbeit von ausgebildeten, examinierten und bezahlten PädagogInnen und ErzieherInnen ausgeübt wird. In manchen Bereichen liegen diese Voraussetzungen in hohem Maß vor, dazu zählt beispielsweise das Jugendamt.4

Handlung ist ebenfalls ein wichtiger Teil der Begriffserklärung. Esist jede menschliche Betätigung, die sich durch Motivation, Überlegung und Willensentschluss von tierischem Verhalten abhebt. Daneben bewirkt die Handlung im Gegensatz zu Denken und Wahrnehmung Reaktionen der Außenwelt und steht in einem Handlungszusammenhang.5 Daraus lässt sich ableiten, dass Handlung eine absichtliche Tätigkeit ist, welche im Zusammenhang mit anderen Handlungen steht.

2.2 Biographie

„Biographie“ ist ein Wort, welches man sowohl im privaten als auch im professionellen Sprachgebrauch vorfinden kann. Mit dem Begriff werden nicht nur alle Daten und zeitlichen Abfolgen erfasst, sondern zusätzlich auch die Bedeutungen verschiedener Ereignisse. Eine Biographie wird durch mehrere Merkmale ausgezeichnet. Zum einen ist sie bedeutungsstrukturiert, das heißt, dass man bereits von der Geburt an oder gar schon im Mutterleib mit Eindrücken konfrontiert wird. Ganz unbewusst werden diese selektiert danach, was als wichtig eingestuft wird. Es wird also unterbewusst eine Auswahl aus der Vielfalt der Eindrücke getroffen. Außerdem basieren Biographien auf sogenannten sequenziellen Erfahrungsaufschichtungen. Das bedeutet, dass ein Mensch unzählige Erfahrungen im Laufe seines Lebens macht. An manche kann man sich bewusst erinnern, an einige jedoch gar nicht. Somit trifft ein Mensch auch bestimmte Entscheidungen vor dem Hintergrund, was zu diesem Zeitpunkt an Erfahrungswerten vorhanden war.6 Biographie ist also ein wichtiger Bestandteil für viele Lebensbereiche, egal ob aus privater oder auch beruflicher Sicht.

2.3 Biographiearbeit

In der Literatur gibt es bisher keine einheitliche Definition für den Begriff Biographiearbeit. Ruhe definiert Biographiearbeit wie folgt: „Biographiearbeit ist der Versuch, Mensch-Sein als Körper, Geist und Seele in den individuellen, gesellschaftlichen und tiefenpsychologischen Dimensionen wahrzunehmen. In der Rückschau auf das eigene Leben geschieht Einbettung in das gesellschaftliche Leben, wächst Verständnis für das Eigene. Biographiearbeit ermöglicht, sich sinnhaft als Bestandteil eines Kontinuums zu definieren.“7 Eine andere Möglichkeit, Biographiearbeit zu definieren, ist folgende:

„Biographiearbeit ist ein absichtsvoller, zielgerichteter, bewusster und aktiver Gestaltungsprozess, bei dem die Biographie eines Menschen im Mittelpunkt steht. Biographiearbeit meint einerseits die Beschäftigung mit der eigenen Lebensgeschichte im Sinne der biographischen Selbstreflexion, andererseits umfasst der Begriff auch die Anleitung und Gestaltung des biographischen Arbeitens mit Individuen und Gruppen.“8 Demnach lässt sich von beiden Begriffsklärungen sagen, dass sich Biographiearbeit mit der Geschichte, also mit der Vergangenheit eines Menschen beschäftigt. Das kann sowohl individuell, aber auch in Gruppen geschehen. Durch Biographiearbeit definiert sich jeder Mensch unterschiedlich als ein Teil der Gesellschaft.

2.4 Kindheitspädagogik

Der Berufszweig Kindheitspädagogik ist auf die familiäre und öffentliche Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit, die Lebenswelten, Lebensbedingungen und Kulturen von Kindern und deren Familien spezialisiert. Dabei ist vor allem die Zusammenarbeit mit den Familien wichtig. Die Schwerpunkte dieser Berufsrichtung liegen hier in der Konzeptionierung, der didaktischen und sozialräumlichen Unterstützung von Bildung, Betreuung und Erziehung in der Kindheit. Dabei wird die Mitwirkung der Kinder und Familien an der sozialen, politischen und kulturellen

Gestaltung eines guten und gelingenden Aufwachsens der Kinder eingeschlossen.9 Die Kindheitspädagogik kann sich zu einer eigenständigen Wissenschaftsdisziplin zwischen sozialer Arbeit und Pädagogik entwickeln. Für diesen Berufszweig sind auch andere Bezeichnungen wie beispielsweise Pädagogik der frühen Kindheit, Frühpädagogik, Krippenpädagogik sowie Elementar- und Kindergartenpädagogik vorzufinden. Der Fokus der Pädagogik der Kindheit liegt auf den Kindern, die bis zum Eintritt der Geschlechtsreife oder aber juristisch bis zum vollendeten 14. Lebensjahr im Strafgesetzbuch so genannt werden. Dabei erhält der Bereich des Unterrichts in der Grundschule weniger Berücksichtigung. Allerdings ist die Zusammenarbeit zwischen GrundschullehrerInnen und KindheitspädagogInnen ein wichtiger Schnittpunkt beider Berufszweige. Dies ist beispielsweise bei der Hortbetreuung oder der gemeinsamen Arbeit bei Ganztagsschulkonzepten der Fall.10

3 Kindheitspädagogik und Biographiearbeit

Der pädagogische Alltag ist besonders geprägt von Erzählen von Geschichten aus dem Leben der Einzelnen. Dies ist oftmals der Beginn eines kommunikativen Austausches und auch von Lernprozessen. Somit wird das gegenseitige Verstehen beziehungsweise auch das Fremdverstehen ermöglicht. Persönliche Erfahrungen werden häufig bei Wissensvermittlung erfragt und individuelle Erfahrungen werden beispielhaft für ein leichteres Verständnis und die Verinnerlichung von theoretischem Wissen herangezogen. Denn Lernen passiert oftmals durch Vernetzen neuer Informationen mit den eigenen biographischen Erfahrungen. Durch persönlichen Kontakt entstehten bestimmte Eindrücke zu Menschen, die erst im Kontext ihrer Biographie schlüssig werden. Bei der Arbeit mit Menschen ist es daher sehr wichtig, sich bereits im Studium grundlegende Informationen über biographisches Erzählen und biographisches Lernen anzueignen.11 Für die spätere Berufspraxis ist die Beschäftigung mit der Biographieforschung aus folgenden Gründen wichtig

[...]


1 Vgl.: Padrock, Sievers 2012, 1 ff.

2 Siehe: Fuchs-Heinritz, et al., 2007, 514

3 Vgl.: Schmeiser 2006, 302

4 Vgl.: Müller 2008, 1 ff.

5 Vgl.: Hacker 1993, 9-17

6 Vgl.: Miethe 2017, 11 ff.

7 Siehe: Ruhe 1998, 134

8 Siehe: Hacker 1993, 10

9 Vgl.: Stieve, Worsley, Dreyer 2014

10 Vgl.: Rißmann 2015, 260

11 Vgl.: Schlüter 2002, 289 ff.

Details

Seiten
15
Jahr
2019
ISBN (PDF)
9783346617293
ISBN (Buch)
9783346617309
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Fachhochschule Erfurt
Erscheinungsdatum
2022 (März)
Note
1,7
Schlagworte
professionelles handeln kindheitspädagogik auseinandersetzung entwicklung
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Titel: Professionelles Handeln in der Kindheitspädagogik. Auseinandersetzung mit biographischer Entwicklung