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Epidemiologie und Versorgungssituation von Diabetes mellitus. Zum Stand der Forschung

Hausarbeit 2008 17 Seiten

Gesundheitswissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Inhalt der Arbeit

2 Diabetes mellitus
2.1 Diabetes mellitus Typ I
2.2 Diabetes mellitus Typ II
2.3 Metabolisches Syndrom

3 Epidemiologie des Diabetes mellitus
3.1 Ergebnisse einzelner Datenerhebungen zur Prävalenz des Diabetes
3.2 Inzidenz des Diabetes
3.3 Dunkelziffer des Diabetes mellitus in Deutschland
3.4 Stand der Forschung und Ausblick

4 Entwicklung einer modernen Diabetesversorgung
4.1 Moderne Behandlungskonzepte für Diabetiker
4.2 Zur gesundheitsökonomischen Bedeutung des Diabetes

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Inhalt der Arbeit

Diabetes mellitus ist eine Volkskrankheit. Verschiedene Trends der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung, beispielsweise der Strukturwandel hin zur Informationsgesellschaft (und damit zur Dominanz von Büroarbeitsplätzen) sowie die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten breiter Bevölkerungsschichten, begünstigen ihre Verbreitung noch in fataler Weise. Das führt nach Expertenmeinungen und auch in der öffentlichen Wahrnehmung dazu, dass der Diabetes und damit auch dessen Erforschung, Behandlung und Prävention von enormer und noch zunehmender Bedeutung für die Volksgesundheit sind.

Umso mehr verblüfft es, dass die Recherche zum aktuellen Stand der epidemiologischen Forschung in der frei zugänglichen Literatur nicht zu der Bedeutung des Diabetes angemessen aktuellem und signifikantem Datenmaterial führt. Im Rahmen dieser Arbeit sollen der aktuelle Stand der Forschung beschrieben und die Ergebnisse verschiedener Studien vorgestellt werden.

Ungeachtet der Unterschiede bei der statistischen Herangehensweise und bei den Ergebnissen im Einzelnen lassen alle betrachteten Studien auf eine für eine Volkskrankheit enorm hohe Dunkelziffer schließen. Gegenstand des vierten Kapitels der Arbeit ist die Versorgungssituation in Deutschland. Aufbauend auf der Beschreibung der historischen Entwicklung sowie der kritischen Analyse der aktuellen Situation sollen Verbesserungspotentiale identifiziert und Ansätze und Initiativen zur Umsetzung vorgestellt werden. Ausgehend von den Erkenntnissen der vorherigen Kapitel soll ein besonderes Augenmerk auf der Diagnose und Prävention des Diabetes gelegt werden.

2 Diabetes mellitus

Beim Diabetes mellitus („honigsüßer Durchfluss“, griechisch, von altgriechisch, „hindurchgehen“, „hindurchfließen“ und lateinisch mellitus „honigsüß“)[1] handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel bei erniedrigter intrazellulärer Blutzuckerverfügbarkeit gekennzeichnet ist. In Deutschland sind ca. 4 -5% der Bevölkerung Diabetiker.

Hauptformen des Diabetes mellitus sind Typ I und Typ II. Seltener dagegen sind die sekundären Diabetesformen, die durch Grunderkrankungen wie z.B. Pankreatitis, Morbus Cushing, Akromegalie oder durch Arzneimittel, z.B. Glucokortikoide oder Thiazid-Diuretika, bedingt sind.

2.1 Diabetes mellitus Typ I

Von allen Diabetikern in Deutschland sind etwa 10% Diabetiker des Typ I. Das Manifestationsalter liegt meist vor dem 40. Lebensjahr.

Diabetes Typ I zählt zu den so genannten Autoimmunerkrankungen. Die genaue Ursache der Krankheit ist noch unklar. Derzeit wird davon ausgegangen, dass körpereigene Antikörper die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstören. Wenn ca. 80 – 90 % dieser Zellen zerstört sind, wird die Erkrankung klinisch erkennbar.

Das Krankheitsbild entwickelt sich relativ schnell innerhalb von einigen Tagen bis wenigen Wochen und lässt sich anhand folgender Beschwerden erkennen:

- Häufiges Wasserlassen (Polyurie): Durch die Erhöhung des Blutzuckers wird überflüssiger Blutzucker über den Urin ausgeschieden. Der Betroffene trinkt durch den der hohen Ausscheidung entsprechenden Flüssigkeitsbedarf sehr viel (Polydipsie), dennoch trocknet er zunehmend aus (Exsikkose).
- Gewichtsverlust (Wasserverlust und Fettabbau zur Energiegewinnung) trotz reichlicher Nahrungsaufnahme.
- Übelkeit, Schwäche und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma.
- Erhöhter Blutzuckerwert (Normwert: nüchtern 50 – 100 mg/dl, nach dem Essen 100 – 140 mg/dl, pathologisch: nüchtern >110 mg/dl, nach dem Essen 200 mg/dl)

Etwa 25 Prozent der Patienten zeigen überhaupt keine Symptome. Erst durch die Entwicklung der Ketoazidose wird die Krankheit erkannt.

Zur genauen Diagnose wird das C-Peptid gemessen, ein köpereigener Insulinvorläufer. Diese Messung ermöglicht die Abschätzung der Resteigeninsulinproduktion. Weiterhin werden Glucose und Ketonkörper, die als Folge des erhöhten Fettabbaus entstehen, bestimmt.

Die Therapie besteht aus dem Spritzen von Insulin, einer diabetesgerechten Ernährung und leichter sportlicher Betätigung. Je nach Persönlichkeit und Lebensgewohnheiten kann die Insulinbehandlung individuell angepasst werden, so dass ein weitgehend normales Leben möglich ist.

2.2 Diabetes mellitus Typ II

Etwa 90% aller Diabetiker leiden am Diabetes Typ II, dem so genannten Altersdiabetes. Betroffen sind meist Menschen im höheren Lebensalter. Die Mehrzahl der Diabetiker des Typs II sind älter als 40 Jahre, ca. 20 % sind älter als 70. Zwischen 80 und 90 Prozent der Typ-2-Diabetiker sind übergewichtig.

Ursache des Diabetes Typ II ist eine verminderte Insulinempfindlichkeit der Zielzellen. Anders als bei Typ I ist die Insulinproduktion hier erhalten. Die Bauchspeicheldrüse produziert immer größere Mengen Insulin, um die Insulinresistenz auszugleichen.

Hauptrisikofaktoren sind vor allem äußerliche Faktoren, wie Übergewicht, falsche, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel. Eine erbliche Komponente kann bei der Krankheitsentstehung eine Rolle spielen.

Viele Typ-2-Diabetiker haben jahrelang keine so stark wie bei Typ I ausgeprägten Symptome, daher ist die Diagnosestellung meist zufällig. Die Symptome sind:

- Gehäufte Harnwegsinfekte und Pilzinfektionen
- Juckreiz
- unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Schwäche und depressiver Verstimmung
- später vergleichbare Symptome wie bei Typ I, also vermehrter Durst und Wasserlassen
- Erhöhter Blutzucker

Die Therapie besteht zunächst aus Ernährungsumstellung und Bewegung. Bei erfolgreicher Gewichtsreduzierung ist eine medikamentöse Therapie meistens nicht erforderlich. Sollte diese doch unumgänglich sein, werden orale Diabetika verabreicht. Gelegentlich ist eine Insulinbehandlung notwendig. Weiterhin müssen Folge- und Begleiterkrankungen, vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vorgebeugt und gegebenfalls behandelt werden.

2.3 Metabolisches Syndrom

Das gemeinsame Auftreten von bauchbetonter Adipositas, erhöhtem Blutfettspiegel, Hypertonie und Diabetes mellitus Typ II bezeichnet man als metabolisches Syndrom (Synonym: tödliches Quartett, Reavan-Syndrom oder Syndrom X). Es wird als Risikofaktor für koronare Herzkrankheiten angesehen.

Bei länger bestehender Erkrankung können Ablagerungen in den Blutgefäßen (Arteriosklerose) zu Herzinfarkt, Schlaganfall etc. führen.

Die mit der bauchbetonten Adipositas einhergehenden Fetteinlagerungen im Bauchraum und an den inneren Organen beeinflussen den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel durch die hohe Stoffwechselaktivität so negativ, dass Diabetes eine Folge sein kann.

Die Grenzwerte, vor allem beim Taillenumfang, Blutdruck und Blutzucker wurden in letzter Zeit mehrmals nach unten korrigiert, wodurch auch die Prävalenz des metabolischen Syndroms in Deutschland mehrmals nach oben korrigiert wurde.[2]

[...]


[1] Vgl.: Online im Internet: URL: „http://de.wikipedia.org/wiki/Diabetes_mellitus [Stand: 05.08.2008]“.

[2] Vgl.: Schäffler, A.; Menche, N. (1998)

Details

Seiten
17
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640224395
ISBN (Buch)
9783668123748
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v119033
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
Schlagworte
Epidemiologie Versorgungssituation Diabetes Gesundheitswissenschaften

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