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Jean-Jacques Rousseau

Hausarbeit 2001 14 Seiten

Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie

Leseprobe

Gliederung

A. Einleitung

B. Hauptteil
1. Rousseau, Leben und Werk
2. Emil oder Über die Erziehung
2.1 Erstes Buch, frühe Kindheit bis zum Erlernen des Sprechens
2.2 Zweites Buch, Kindheit bis zum 12. Lebensjahr
2.3 Drittes Buch, Zeit zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr
2.4 Viertes Buch, Jugend
2.5 Fünftes Buch, Mädchenerziehung, Ehegattenwahl
3. Rousseaus Erziehungsbegriff

C. Schluss

Würdigung

Thema: Jean-Jacques Rousseau

A. Einleitung

„Kindheit hat es nicht immer gegeben – nämlich jener von uns wahrgenommene und wahrgemachte prinzipielle Abstand zwischen Erwachsenen und Kindern.“[1] Ich möchte mich in dieser Arbeit mit der Person befassen, deren Verdienst es unter anderem ist, das Interesse auf die individuellen Bedürfnisse der Kindheit gelenkt zu haben: Jean-Jacques Rousseau. Er gilt als der „Entdecker der Kindheit“ schlechthin. Zwar beschäftigten sich auch andere vor Rousseaus Zeit – so Gerson (1363-1429), Vires (1492-1540) und Fénelon (1651-1715) – mit dem Thema der Kindererziehung, allerdings sind es Rousseaus Ansichten, die bis heute immer wieder die Aufmerksamkeit der Gesellschaft erregten. In seinem „Emil“ ruft er dazu auf, die Kindheit auch als Kindheit mit eigenen Bedürfnissen zu akzeptieren. Denn „Die Menschheit hat ihren Platz in der Ordnung der Dinge: die Kindheit den ihren in der Ordnung des menschlichen Lebens. Man muss den Erwachsenen als Erwachsenen und das Kind als Kind betrachten“.[2]

B. Hauptteil

1. Leben und Werk

Am 18. Juni 1712 wurde Jean-Jacques Rousseau als zweiter Sohn von Suzanne Rousseau, geborene Bernard, und des Uhrmachers Isaac Rousseau in Genf geboren. Wenige Tage nach der Entbindung erlag Suzanne – wie heute angenommen wird – dem Kindbettfieber. 1722, Jean-Jacques ist gerade erst zehn Jahre alt, wird er von seinem Vater, der von der Justiz verfolgt aus Genf fliehen musste, im Stich gelassen. Zwei Jahre später begann für den damals zwölfjährigen die Zeit als Lehrling. Als ihm schon nach kurzer Zeit als Schreiberlehrling der Laufpass gegeben wurde, versuchte er sich bei einem Kupferstecher. Von diesem mehr schlecht als recht behandelt, verlässt Jean-Jacques im Frühjahr 1728 seine Heimatstadt Genf und tritt zum katholischen Glauben über. Fast 30 Jahre später

jedoch bereut er diesen Schritt und findet zum Calvinismus zurück. Dem inzwischen siebzehnjährigen gewährt die dreizehn Jahre ältere Madame de Warens Unterkunft. Sie übernimmt in diesem Lebensabschnitt Rousseaus neben der Rolle der Geliebten auch die der Mutter. Diese Zeit bei Madame de Warens war aber auch für Rousseaus Bildung nicht unbedeutend. Er beschäftigte sich vor allem mit Musik und Literatur, unter anderem aber auch mit Mathematik, Geschichte, Geographie etc. 1740 schließlich verlässt Rousseau seine – wie er sie selbst oft nannte – „Mama“ und findet nun in Lyon als Hauslehrer der Familie de Mably eine Anstellung. Hier macht er seine ersten und wohl auch einzigen praktischen Erfahrungen bezüglich der Erziehung, denn seine eigenen fünf Kinder mit Thérèse Levasseur übergibt er jeweils schon wenige Tage nach der Geburt – der Pariser Sitte der damaligen Zeit entsprechend – dem Findelhaus. Seine ersten Überlegungen zum Thema Erziehung schreibt er im „Plan zur Erziehung des Herrn Sainte-Marie“ nieder. 1742 entschließt sich Rousseau Lyon zu verlassen und geht nach Paris. Dort, anfänglich vor allem als Musiklehrer tätig, lernte er neben seinem späteren Widersacher Voltaire auch andere einflussreiche Leute seiner Zeit, wie Condillac, Diderot und d´Alambert kennen. Im Frühjahr 1745 traf er Thérèse Levasseur, eine Wäscherin, die ihn von diesem Zeitpunkt an sein ganzes Leben begleiten sollte. Rousseau heiratete sie allerdings erst dreizehn Jahre nach ihrem Kennenlernen. Im Jahr 1750 verändert sich Rousseaus Leben maßgeblich: Er beantwortet in seinem ersten Discours die Preisfrage der Akademie von Dijon „Hat die Neubelebung der Wissenschaften und Künste dazu beigetragen, die Sitten zu läutern?“, indem er recht unkonventionell davon ausgeht, dass die Wissenschaften und Künste wesentlich mehr negative als positive Folgen hätten. Nun war Rousseau ein berühmter Mann. Drei Jahre später verfasste Rousseau den zweiten Discours „Über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“. In der darauffolgenden Zeit, mit dem Beginn seiner gesellschaftlichen Isolierung beschäftigte sich Rousseau vor allem mit der Musik. Es entstand unter anderem sein Singspiel „Der Dorfwahrsager“. Später, im Jahr 1761 veröffentlicht er den Briefroman „Neue Heliose“, in dem es um die unglückliche Liebe eines Lehrers zu seiner adligen Schülerin geht. Im darauffolgenden Jahr erscheinen wohl seine beiden bekanntesten und immer wieder kritisierten Werke „Der Gesellschaftsvertrag“ und „ Emil oder Über die Erziehung “, das im vierten der fünf Bücher das

„Glaubensbekenntnis des savoyischen Vikars“ enthält. Rousseau spricht sich hier gegen eine kirchlich gebundene Religion aus und verurteilt die vom Menschen geschaffenen Dogmen. Aufgrund dieser geäußerten Ansichten flieht Rousseau, von den Behörden verfolgt, vorübergehend in die Schweiz und folgte 1766 einer Einladung David Humes nach England. Im Exil schloss er seine Arbeit an den „Bekenntnissen“ ab. Sein letztes Werk „Träumereien eines einsamen Spaziergängers“ vollendet Rousseau nicht. Er stirbt 1778 im Alter von 66 Jahren in Ermenonville bei Paris.

2. Emil oder Über die Erziehung

2.1 Erstes Buch, frühe Kindheit bis zum Erlernen des Sprechens

„Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfers kommt; alles entartet unter den Händen des Menschen.“[3] Mit dieser zentralen These leitet Rousseau das erste Buch seines fünfbändigen Erziehungsromans ein. Demnach orientiert sich Rousseaus Erziehungsgedanke unter anderem vor allem an der Natur. Allerdings bestehen neben der Natur auch noch zwei weitere Erzieher: die Menschen und die Dinge. Während die Natur Hilfe bei der Ausbildung von Fähigkeiten und Kräfte leistet, lernt das Kind durch die Menschen, wie es sich die zuvor erworbenen Fähigkeiten und Kräfte zunutze machen kann. Letztendlich wird das Kind durch die Dinge erzogen, indem es sich mit ihnen beschäftigt und dadurch Einsichten und Kenntnisse erlangt.

Im ersten Buch schreibt Rousseau seine Ansichten zur Kleinkindpflege nieder: Als Säugling bedarf das Kind vor allem der Zuwendung und Pflege der Mutter, deren Aufgabe es ist, grundlegende Bedürfnisse des Kindes zu befriedigen, denn das Kind ist in diesem Stadium der Entwicklung mit der eigenständigem Erfüllung dieser Aufgabe noch überfordert.

[...]


[1] Ariès, Geschichte der Kindheit,

[2] Rousseau, Emil oder Über die Erziehung,

[3] Rousseau, Emil oder Über die Erziehung, Seite 9

Details

Seiten
14
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638179645
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v11924
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät
Note
1,0
Schlagworte
Jean-Jacques Rousseau Einführung Personen- Ideengeschichte Pädagogik

Autor

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Titel: Jean-Jacques Rousseau