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Probleme der Umsetzung des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung, dargestellt am Beispiel Thailand

Diplomarbeit 2002 83 Seiten

VWL - Fallstudien, Länderstudien

Leseprobe

INHALT

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff und das Konzept der nachhaltigen Entwicklung
2.1 Entstehung der Idee und des Begriffs der nachhaltigen Entwicklung
2.2 Prägung des Begriffs der nachhaltigen Entwicklung im Brundtland-Bericht von 1987
2.3 Das Manifest der nachhaltigen Entwicklung in der Agenda 21 von 1992

3 Implikationen des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung für Entwicklungsländer
3.1 Bevölkerung und menschliche Ressourcen
3.1.1 Bevölkerungswachstum
3.1.2 Nahrungsmittelknappheit
3.1.3 Krankheiten und medizinische Versorgung
3.1.3.1 HIV/AIDS
3.1.3.2 Tuberkulose
3.1.3.3 Malaria
3.1.4 Armut
3.1.5 Bildung und Stärkung der Rolle der Frau
3.2 Umwelt und natürliche Ressourcen
3.2.1 Süßwasserknappheit und Wasserverschmutzung
3.2.2 Luftverschmutzung und Klimawandel
3.2.3 Tropenwaldvernichtung
3.2.4 Bodendegradation und Wüstenbildung
3.2.5 Verstädterung
3.3 Wirtschaft und politische Aspekte
3.3.1 Krisenprävention und Friedensentwicklung
3.3.2 Auslandsverschuldung
3.3.3 Landwirtschaft
3.3.4 Industrie
3.3.5 Außenhandel

4 Umsetzung des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung in Thailand
4.1 Bevölkerung und menschliche Ressourcen
4.1.1 Bevölkerungswachstum
4.1.2 Nahrungsmittelknappheit
4.1.3 Krankheiten und medizinische Versorgung
4.1.3.1 HIV/AIDS
4.1.3.2 Tuberkulose
4.1.3.3 Malaria
4.1.4 Armut
4.1.5 Bildung und Stärkung der Rolle der Frau
4.2 Umwelt und natürliche Ressourcen
4.2.1 Süßwasserknappheit und Wasserverschmutzung
4.2.2 Luftverschmutzung und Klimawandel
4.2.3 Tropenwaldvernichtung
4.2.4 Bodendegradation und Wüstenbildung
4.2.5 Verstädterung
4.3 Wirtschaft und politische Aspekte
4.3.1 Krisenprävention und Friedensentwicklung
4.3.2 Auslandsverschuldung
4.3.3 Landwirtschaft
4.3.4 Industrie
4.3.5 Außenhandel

5 Bilanz: Defizite und Erfolge bei der Umsetzung des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung in Thailand

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Zu den bedeutendsten Themen unserer Zeit zählen Umweltprobleme, die uns nicht nur gegenwärtig zu schaffen machen, sondern nachfolgende Generationen um so schwerer treffen werden, wenn sich unsere Entwicklung nicht zunehmend zukunftsorientiert ausrichtet. Aufgrund dieser Erkenntnis wurde der Begriff der „nachhaltigen Entwicklung“ geprägt. Als nachhaltig kann man eine Entwicklung dann bezeichnen, wenn sie neben der Befriedigung der Bedürfnisse der jetzigen Generation auch die Bedürfnisbefriedigung der künftigen Generationen zu sichern versucht. Hierfür ist ein schonender Umgang mit unserer Umwelt unausweichlich, denn diese ist die Grundlage all unseren Lebens. Dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung kommt spätestens seit der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro im Jahre 1992 internationale Anerkennung bei. Die Entstehungsgeschichte und die genaue Definition des Begriffs der nachhaltigen Entwicklung wird im zweiten Kapitel dieser Arbeit beschrieben.

Da Umweltzerstörung nicht nur ein Problem der reichen Länder ist, sondern vor allem für die Entwicklungsländer zu einer Überlebensfrage wurde, werden im dritten Kapitel dieser Arbeit die Implikationen des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung speziell für Entwicklungsländer aufgezeigt.

Dabei gibt es für den Begriff „Entwicklungsländer“ keine einheitliche Definition. „Die überwiegende Mehrzahl dieser Staaten und abhängigen Gebiete weist jedoch gemeinsame Merkmale auf. Die wichtigsten sind: ungenügende Versorgung mit Nahrungsmitteln, niedriges Pro-Kopf-Einkommen, schlechter Gesundheitszustand, zu wenige Bildungsmöglichkeiten, Arbeitslosigkeit, niedriger Lebensstandard bei oft extrem ungleicher Verteilung der vorhandenen Güter und Dienstleistungen. Die Wirtschaft ist geprägt von einer Struktur, die einerseits, vor allem in der Landwirtschaft, in traditionellen Formen verharrt und andererseits über einen modernen dynamischen Sektor verfügt, meist im Industriebereich. Sie ist oft gekennzeichnet von Kapitalmangel für Investitionen, von wachsenden außenwirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgrund hoher Verschuldung bei gleichzeitigem Verfall der Exporterlöse sowie von anderen Problemen bei der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung aufgrund zahlreicher Faktoren unterschiedlichster Art.“[1] Da die Menschen in den Entwicklungsländern oft um ihr „nacktes Überleben“ kämpfen müssen und dem Umweltschutz aus diesem Grund keine große Bedeutung beimessen können, ist hier als Hauptziel einer nachhaltigen Entwicklung in erster Linie die Verbesserung des Lebensstandards der Menschen zu sehen. Daher werden im ersten Teil des dritten Kapitels die grundlegenden sozialen Belange, wie Bevölkerungsexplosion, Nahrungsmittelknappheit und Hunger, Armut, Krankheiten und mangelnde Bildung dargestellt. Im zweiten Teil werden die ökologischen Belange, wie Süßwasserknappheit, Klimaveränderungen, Tropenwaldabholzung, Bodenzerstörung und Verstädterung behandelt. Und im dritten Teil geht es um nationale und internationale Ökonomie und Politik, wobei die Punkte Krisenprävention und Friedensentwicklung, Auslandsverschuldung, Landwirtschaft, Industrie und Außenhandel besprochen werden.

Auch Thailand hat sich 1992 in Rio de Janeiro zu dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung bekannt und verpflichtet. Da ich dieses Land während meiner dreimonatigen Südostasien-Reise von Dezember 2001 bis Februar 2002 als wunderschönes und interessantes Land mit einer vielfältigen Kultur und bezaubernden Menschen - die trotz weit verbreiteter Armut stets aufgeschlossen und freundlich sind - kennen lernte, habe ich Thailand als Basis meiner Untersuchungen für diese Arbeit ausgewählt.

So wird in den drei Teilen des vierten Kapitels erörtert, welche der zuvor genannten Implikationen, die sich aus dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung für Entwicklungsländer im Allgemeinen ergeben, speziell in Thailand verwirklicht werden bzw. wo bei der Umsetzung noch Handlungsbedarf besteht.

Das fünfte Kapitel soll einen Überblick schaffen, inwieweit das Konzept der nachhaltigen Entwicklung in Thailand bereits Fuß gefasst hat. Es wird zusammengefasst, in welchen der vorher genannten Punkten Defizite und in welchen Belangen bereits Erfolge zu verzeichnen sind.

2 Der Begriff und das Konzept der nachhaltigen Entwicklung

Der Begriff und das Konzept der nachhaltigen Entwicklung („Sustainable Development“) wurde in dem Abschlußbericht „Unsere gemeinsame Zukunft“[2] der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED) von 1987 grundlegend geprägt und 1992 in der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro zum zentralen Leitbild für künftiges globales Handeln erklärt. Doch auch schon vorher gab es einige Ansätze einer nachhaltigen Entwicklung, wie im Folgenden gezeigt werden soll.

2.1 Entstehung der Idee und des Begriffs der nachhaltigen Entwicklung

Der Gedanke der nachhaltigen Entwicklung hat in der Forstwirtschaft bereits eine lange Tradition. Hier gab es erste Anzeichen für ein Umdenken hin zu einer zukunftsorientierten Entwicklung, nachdem sich die Menschen zunehmend der Folgen des unkontrollierten Holzeinschlags bewusst wurden. Seit der Antike wurden ungeheure Mengen an Holz für den Bau von Flotten und Häusern sowie zum Heizen geschlagen, ohne die Konsequenzen zu bedenken, die sich aus dem zunehmenden Kahlschlag zwangsläufig ergeben mussten - es kam in vielen Gebieten zu einer drastischen Holznot. Ein Nachwachsen des Bestandes würde erst nach Jahren, wenn nicht gar erst nach Jahrzehnten wieder den gewohnten Reichtum an Holz bringen können, ebenso wie eine Wiederaufforstung, wenn diese aufgrund der veränderten Gegebenheiten überhaupt möglich war. Durch die übermäßige Abholzung war der fruchtbare Waldboden immer mehr dem Wind und der Sonne ausgesetzt und wurde vom Regen weggeschwemmt. So wurden viele Gebiete der Erde zunehmend kahler; und dort, wo nur Fels übrig geblieben ist, wächst heute kein Wald mehr.

Frühe Ansätze, die dem Schutz des Waldes dienen sollten, waren zum Beispiel der „Waldbann“ der Stadt Amberg von 1310 und die „Schultheißen-Ordnung“ für das Siegerland von 1465.[3] Eine weitere erfolgreiche Beforstungsmethode führte 1713 der sächsische Adelige Hans Carl von Carlowitz ein. Mit seiner Methode sollte, trotz der immer drastischer werdenden Holzknappheit, eine dauerhafte Bereitstellung ausreichender Holzmengen, hier für den Silberbergbau, gewährleistet werden. So sollte, um den Waldbestand als natürliche Ressource auf Dauer zu sichern, immer nur so viel Holz geschlagen werden, wie im gleichen Zeitraum nachwachsen konnte. Zwar können die genannten Forstordnungen aus heutiger Sicht als nachhaltig bezeichnet werden, doch lag die Bedeutung dieser Beforstungsstrategien zu der damaligen Zeit vielmehr in der „wirtschaftlich langfristige[n] Nutzung des Waldes i. S. eines dauerhaften Holzertrags“.[4]

Im 19. Jahrhundert kamen zum Schutz des Waldes zunehmend neue Gesichtspunkte hinzu, wie etwa der Erhalt der Landschaft und ökologische Belange wie Wasserspeicherung, Sauerstoffproduktion und Schutz vor Bodenerosion. 1980 wurde dann in der World Conservation Strategy (WCS), die von der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) veröffentlicht wurde, der Ausdruck „nachhaltige Entwicklung“ eingeführt.[5] Doch „die mit dem Begriff angesprochenen Probleme, nämlich globale Umweltzerstörungen einerseits und grundlegende Entwicklungsprobleme andererseits [...]“[6], wurden bereits vorher diskutiert, wobei vor allem die 1972 in Stockholm stattgefundene Weltkonferenz über die Umwelt des Menschen (UNCHE) zu nennen ist, „die erstmals im internationalen Rahmen Umwelt- und Entwicklungsfragen gemeinsam thematisierte.“[7]

Von großer Bedeutung war auch der Bericht „Die Grenzen des Wachstums“, der 1972 veröffentlicht wurde und viel Beachtung fand. Es handelte sich dabei um den Abschlußbericht eines internationalen Teams von Professoren und Wissenschaftlern des Massachusetts Institute of Technology (MIT), das im Auftrag des 1968 gegründeten Club of Rome eine Studie über die weltweite Entwicklung der Bevölkerungszahlen, der Nahrungsmittelproduktion, der Industrieproduktion, der Umweltbelastung und der Ausbeutung der Rohstoffe durchführte.[8] In ihrem Abschlussbericht machten Meadows und Mitarbeiter „auf den exponentiellen Charakter der kritischen Wachstumsgrößen Bevölkerung, Umweltzerstörung und Rohstoffabbau“[9] aufmerksam und fassten in Worte, dass eine prinzipielle Unmöglichkeit eines anhaltenden exponentiellen materiellen Wachstums innerhalb eines begrenzten Systems bestehe. Die Studie, die aufgrund dieser Erkenntnisse vor einem katastrophalen Niedergang des Lebensstandards, bedingt durch ungehemmtes Wirtschaftswachstum und ungebremsten Raubbau am Kapital unseres Planeten warnte, wird heute als Urstudie zur nachhaltigen Entwicklung angesehen, auch wenn hier noch von einem „dauerhaften Gleichgewichtszustand“ die Rede war.[10]

Ebenfalls von Bedeutung war die sogenannte „Erklärung von Cocoyok“, die 1974 nach einer Tagung von Vertretern des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und der UN-Handels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD) in Mexiko verabschiedet wurde und deren Fazit lautete: „Folglich sieht sich die Welt heute nicht nur dem Fehlzustand der Unterentwicklung gegenüber. Wir müssen auch über zu sehr auf Konsum ausgerichtete Arten der Entwicklung sprechen, die die inneren Grenzen des Menschen und die äußeren Grenzen der Natur schädigen. Unter diesem Blickwinkel gesehen, ist auch eine Neudefinition unserer Ziele, sind auch neue Entwicklungsstrategien, neue Lebensstile einschließlich bescheidener Konsumstrukturen bei den Reichen notwendig“.[11] Diese Erklärung, deren Kernaussagen sich bis heute als zentral erwiesen haben, hat wesentliche Akzente für die weitere Diskussion zum Thema „Umwelt und Entwicklung“ gesetzt.[12]

2.2 Prägung des Begriffs der nachhaltigen Entwicklung im Brundtland-Bericht von

1983 wurde mit der Gründung der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung durch die Vereinten Nationen der endgültige Grundstein für die nachhaltige Entwicklung gelegt. Die unabhängige Sachverständigenkommission, die sich aus 22 Mitgliedern, in der Mehrzahl aus Staaten der Dritten Welt, zusammensetzte und von der Vorsitzenden, der damaligen Norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland, geleitet wurde, war dazu aufgerufen, ein „Weltprogramm des Wandels auszuarbeiten“[13]. Dies bedeutete insbesondere „langfristige Umweltstrategien vorzuschlagen mit dem Ziel, eine stabile Entwicklung bis zum Jahre 2000 und darüber hinaus zu erreichen“[14]. In dem Abschlussbericht „Unsere gemeinsame Zukunft“, den die sogenannte „Brundtland-Kommission“ 1987 vorlegte, wurde die Notwendigkeit eines globalen Wandels hin zu einer nachhaltigen Entwicklung wie folgt begründet: „Viele der gegenwärtigen Bemühungen zum Schutz und zur Wahrung menschlichen Fortschritts, zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse und zur Verwirklichung menschlichen Strebens werden – in den reichen wie auch armen Ländern – nicht ohne weiteres aufrechtzuerhalten sein. Sie belasten unser bereits heute überzogenes Umweltressourcenkonto in einem Tempo und in einem Umfang, was wir uns für die Zukunft nicht mehr leisten können, wenn wir nicht bankrott gehen wollen. Mögen die Bilanzen unserer Generationen auch noch Gewinne zeigen, aber unsere Kinder werden die Verluste erben. Wir leihen ohne Absicht oder Aussicht auf Rückzahlung von künftigen Generationen Umweltkapital. Und die nach uns Kommenden können uns wegen unserer Verschwendung verdammen, aber unsere Schulden werden sie nie zurückerstattet bekommen. Wir handeln so, weil uns niemand zur Rechenschaft ziehen kann: Künftige Generationen stimmen heute nicht ab; sie verfügen über keinerlei politische und finanzielle Macht und sind daher unseren Entscheidungen ausgeliefert“[15]. Hieraus wurde deutlich, dass der Raubbau an unserer Natur nicht länger akzeptiert werden darf und sich die Weltgemeinschaft dem Schutz der Umwelt verpflichtet fühlen muss, da die Erhaltung der Umwelt Überlebensfrage für alle Menschen, auch für unsere Nachkommen, ist. Doch der Begriff der Nachhaltigkeit bedeutet „nicht nur den Erhalt einer intakten Umwelt, sondern umfaßt generell die Sicherung der Lebensgrundlagen für die Menschen. Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung zielt insofern auf die Bereiche Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft ab. Instabilitäten in einem Bereich haben automatisch Auswirkungen auf die anderen Bereiche und führen dort zu einer Destabilisierung (z.B. können Arbeitslosigkeit und Armut zu sozialen Konflikten führen, die wiederum ökologisch destabilisierend wirken). Erst die Stabilisierung und Integration der Teilbereiche Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft schaffen also die Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung“.[16]

Hierbei kommt in dem Bericht, der vor allem unter dem Namen „Brundtland-Bericht“ Bekanntheit erlangte, die positive Einstellung zum Ausdruck, dass eine nachhaltige Entwicklung prinzipiell umsetzbar ist: „Die Menschheit ist in der Lage, die Entwicklung stabil zu gestalten – eine Entwicklung, in der die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt werden, ohne dabei künftigen Generationen die Möglichkeit zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse zu nehmen“[17]. Dabei dürfe die Bedürfnisbefriedigung ein weltwirtschaftliches Ziel bleiben, unter der Prämisse nicht die ökologischen Grenzen der Erde zu sprengen und mit der Forderung, die Bedürfnisse der Entwicklungsländer, die Bedürfnisse der Industrieländer und die Bedürfnisse kommender Generationen, ob arm oder reich, auf einer gleichwertigen Ebene zu sehen. So sollten die Industrieländer „ihre Lebensgewohnheiten – beispielsweise hinsichtlich des Energieverbrauchs – in einer Weise verändern, die den ökologischen Möglichkeiten unseres Planeten angemessen ist“[18]. Aber nicht nur zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit unserer Umwelt und deren knappen Ressourcen wurden die reichen Nationen aufgefordert, sondern auch zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit den armen Ländern. Es wurde auf den dringenden Bedarf wirkungsvoller Maßnahmen zur Armutsbekämpfung in den Entwicklungsländern aufmerksam gemacht, denn „Armut ist nicht nur ein Übel schlechthin, vielmehr erfordert eine stabile Entwicklung geradezu die Befriedigung der Grundbedürfnisse aller und muß daher auch allen die Möglichkeit, ihr Streben nach einem besseren Leben zu erfüllen, eröffnen“[19]. Die Armut müsse überwunden werden, denn „viele kritische Probleme des Überlebens hängen mit der ungleichmäßigen Entwicklung, der Armut und dem Bevölkerungswachstum zusammen. Sie alle üben einen nicht vorhergesehenen Einfluß auf Boden, Gewässer, Wälder und andere natürliche Ressourcen unseres Planeten aus wie nie zuvor, und das nicht zuletzt in den Entwicklungsländern“[20]. In „Unsere gemeinsame Zukunft“ wird also deutlich, dass die Bekämpfung der zunehmenden Armut in den Entwicklungsländern nicht nur zum Schutz der dort lebenden Menschen notwendig ist, sondern auch zum Schutz der Umwelt, denn die Armen und Hungrigen „müssen“ oft ihre unmittelbare Umwelt zerstören, um überleben zu können: sie roden Wälder, ihr Vieh überweidet das Grasland, sie nutzen Grenzländer übermäßig und sie strömen in zunehmender Zahl in die überfüllten Städte. Im Brundtland-Bericht heißt es: „Die Befriedigung von Grundbedürfnissen macht nicht nur eine neue Ära des wirtschaftlichen Wachstums für Länder, in denen die Mehrheit arm ist, nötig, sondern die Zusicherung, diesen Armen einen gerechten Anteil an den zur Stabilisierung eines solchen Wachstums erforderlichen Ressourcen zu gewährleisten“[21]. So müsse den Armen nicht nur durch finanzielle, sondern auch durch technische Unterstützung und Schulung ermöglicht werden, eine nachhaltige Entwicklung verfolgen zu können und so langfristig mehr Lebensqualität gewinnen zu können. Neben der Armutsbekämpfung seien außerdem dringend Schritte zur Begrenzung der extremen Wachstumsraten der Bevölkerung zu unternehmen, da das Bevölkerungswachstum in vielen Gebieten der Erde so groß ist, „daß die verfügbaren Umweltressourcen nicht stabil gehalten werden können und alle begründeten Erwartungen hinsichtlich Verbesserungen im Wohnungs- und Gesundheitswesen sowie bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Energie hinfällig werden.“[22]

Auch das Problem des übermäßigen Bevölkerungswachstums betrifft in erster Linie die Entwicklungsländer. Da hier oft aufgrund traditioneller, religiöser oder kultureller Gegebenheiten, aus Motiven der „Alterssicherung“ oder aufgrund fehlender Verhütungsmittel sehr viele Kinder geboren werden, deren Grundbedürfnisse, zum Beispiel nach Nahrung und Kleidung, oft nicht befriedigt werden können, sind hier die „sozialen, kulturellen und ökonomischen Motivationen für die Familienplanung zu stärken und alle, die das wünschen, mit Aufklärung, empfängnisverhütenden Mitteln und den notwendigen Dienstleistungen zu versorgen“[23].

Im Brundtland-Report wird also besonders die Auflösung des Gefälles zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, des sogenannten Nord-Süd-Gefälles, als fundamentale Voraussetzung für eine nachhaltige ökologische Entwicklung in den Vordergrund gestellt, da Armut als „eine Hauptursache und eine Hauptfolge globaler Umweltprobleme“[24] anzusehen ist.

Das Zusammenwirken der Probleme, wie sie in ihrer jeweils spezifischen Form in beiden Teilen des Nord-Süd-Gefälles auftreten, werden hier noch einmal zusammengefasst: „Betroffen ist nicht nur eine Gruppe von Ländern. Die Entwicklungsländer sind mit den offensichtlich lebensbedrohenden Herausforderungen der Wüstenbildung, Entwaldung und Verunreinigung konfrontiert und erdulden die größte Armut als Folge der Verschlechterung der Umwelt. Die gesamte menschliche Familie aller Nationen hätte unter dem Verlust der tropischen Regenwälder, dem Aussterben der Pflanzen- und Tierarten und den Veränderungen in den Regenverteilungsstrukturen zu leiden. Die Industrienationen sehen sich den lebensgefährlichen Bedrohungen durch giftige Chemikalien, giftige Abprodukte und Versauerung gegenübergestellt. Alle Nationen könnten unter der Emission von Kohlendioxid und mit der Ozonschicht reagierenden Gasen aus Industrieländern leiden, und unter einem möglichen Krieg, der mit in diesen Ländern vorhandenen nuklearen Waffen geführt würde“.[25]

Daraus ergibt sich die Forderung, dass alle Länder Verantwortung übernehmen müssen, um die Richtung der Entwicklung zu ändern und das bestehende internationale Wirtschaftssystem durch ein Gerechteres zu ersetzen, das Gleichheit fördert und die Zahl der Armen und Hungrigen mindert.[26] Für die Umsetzung all ihrer Forderungen betont die Brundtland-Kommission, wie oben schon erwähnt, die Notwendigkeit Ökologie, Ökonomie und Soziales nicht mehr als in sich geschlossene, isolierte Bereiche zu betrachten, sondern die unabdingbare Verflechtung aller dieser drei Teilgebiete miteinander zu erfassen und diese Erkenntnis in die zukünftigen Entwicklungsbemühungen mit einzubeziehen. So wird im ersten Kapitel „Die globale Herausforderung“ des Kommissionsberichts umfassend dargelegt, dass es „unmöglich ist, Fragen wirtschaftlicher Entwicklung von Umweltfragen zu trennen. Viele Formen der Entwicklung greifen die Umweltressourcen an, auf die sie sich stützen müssen, und die Verschlechterung der Umwelt kann die ökonomische Entwicklung untergraben“.[27]

Der Brundtland-Bericht vermittelte in klarer und unmissverständlicher Form den dringenden Handlungsbedarf der gesamten internationalen Völkergemeinschaft und löste damit eine weltweite Diskussion über nachhaltige Entwicklung aus, doch bedurfte es, um die in dem Bericht genannten Anforderungen in die Tat umzusetzen, internationaler Verträge und Konventionen.

2.3 Das Manifest der nachhaltigen Entwicklung in der Agenda 21 von 1992

1992, genau 20 Jahre nach der ersten weltweiten Umweltkonferenz der Vereinten Nationen in Stockholm, in der deutlich wurde, dass die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen große Anstrengungen und ein noch nie da gewesenes Ausmaß an internationaler Zusammenarbeit erfordern würde, fand die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro statt. Diese größte Gipfelkonferenz des 20. Jahrhunderts, auch als „Erdgipfel“ oder „Rio-Konferenz“ bekannt, war Ausdruck eines gestiegenen Problembewusstseins bezüglich globaler Umweltgefährdungen und sollte als Instrument der Vereinten Nationen dienen, die Forderungen, die in dem Abschlußbericht „Unsere gemeinsame Zukunft“ der Brundtland-Kommission gestellt wurden, aufzugreifen und einen weltweit gemeinsamen Konsens zu finden, um diese grundlegenden Belange langfristig durchsetzen zu können.

In Rio wurden insgesamt fünf Berichte verfasst und verabschiedet, die alle mehr oder minder auf dem Grundprinzip der Nachhaltigkeit basieren: die sogenannte Rio-Deklaration über Umwelt und Entwicklung, die Klimaschutz-Konvention, die Artenschutz-Konvention, die Walddeklaration und die Agenda 21. In der Rio-Deklaration wurde erstmals das Recht auf nachhaltige Entwicklung verankert. Mit ihren 27 Grundsätzen zu Frieden, Entwicklung und Umweltschutz war diese Deklaration eine politische Verpflichtungserklärung, die in Grundsatz 3 die von der Brundtland-Kommission geprägte Definition einer nachhaltigen Entwicklung übernahm: „Das Recht auf Entwicklung muss so erfüllt werden, dass die Entwicklungs- und Umweltbedürfnisse heutiger und künftiger Generationen in gerechter Weise erfüllt werden“.[28] Auch hier wird also betont, dass ein wirtschaftlicher Fortschritt langfristig nur in Verbindung mit Umweltschutz möglich ist.

Als unerlässliche Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung wurden die Bekämpfung der Armut, eine angemessene Bevölkerungspolitik, Verringerung und Abbau nicht nachhaltiger Konsum- und Produktionsweisen und die umfassende Einbeziehung der Bevölkerung in politische Entscheidungsprozesse genannt.

Als Konzept von Zielen zur Umsetzung des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung wurde die Agenda 21 veröffentlicht, „die mit ihren 40 Kapiteln alle wesentlichen Politikbereiche einer umweltverträglichen, nachhaltigen Entwicklung anspricht [und somit] das in Rio von mehr als 170 Staaten verabschiedete Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert“[29] ist. Das Programm, das alle Staaten aufforderte, Konzepte und Strategien für eine nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten, „enthält wichtige Festlegungen, u.a. zur Armutsbekämpfung, Bevölkerungspolitik, zu Handel und Umwelt, zur Abfall-, Chemikalien-, Klima- und Energiepolitik, zur Landwirtschaftspolitik sowie zu finanzieller und technologischer Zusammenarbeit der Industrie- und Entwicklungsländer“[30]. Die Agenda 21 sollte als globales Handlungskonzept sowohl für Industrie- als auch für Entwicklungsländer gelten, das den ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden sollte. So heißt es in der Präambel: „Die Menschheit steht an einem entscheidenden Punkt ihrer Geschichte. Wir erleben eine zunehmende Ungleichheit zwischen Völkern und innerhalb von Völkern, eine immer größere Armut, immer mehr Hunger, Krankheit und Analphabetentum sowie eine fortschreitende Schädigung der Ökosysteme, von denen unser Wohlergehen abhängt. Durch eine Vereinigung von Umwelt- und Entwicklungsinteressen und ihre stärkere Beachtung kann es uns jedoch gelingen, die Deckung der Grundbedürfnisse, die Verbesserung des Lebensstandards aller Menschen, einen größeren Schutz und eine bessere Bewirtschaftung der Ökosysteme und eine gesicherte, gedeihlichere Zukunft zu gewährleisten. Das vermag keine Nation allein zu erreichen, während es uns gemeinsam gelingen kann: in einer globalen Partnerschaft, die auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet ist“[31].

In ihren ersten drei Teilen befasst sich die Agenda 21 mit den sozialen und wirtschaftlichen Dimensionen, mit der Erhaltung und Bewirtschaftung der Ressourcen für die Entwicklung und der Stärkung der Rolle wichtiger Gruppen; in ihrem vierten Teil zeigt sie Möglichkeiten der Umsetzung auf.

In jedem der 40 Kapitel wird erst der jeweilige Programmbereich in Form einer Ausgangsbasis beschrieben, die sich aus dem ökologischen und ökonomischen Zustand unseres Planeten ergibt und Handlungsgrundlage für Verbesserungen sein soll, dann werden die Ziele genannt und zuletzt Maßnahmen und Instrumente vorgeschlagen, mit Hilfe derer diese Ziele erreicht werden können.

Dabei ist die Agenda 21 „ein dynamisches Programm. Sie wird von den einzelnen Beteiligten im Einklang mit den Gegebenheiten, Möglichkeiten und Prioritäten der einzelnen Länder und Regionen sowie unter umfassender Berücksichtigung aller in der Erklärung von Rio über Umwelt und Entwicklung enthaltenen Grundsätze umgesetzt. Sie kann sich im Laufe der Zeit angesichts veränderter Bedürfnisse und Umstände fortentwickeln“.[32] Es wird also betont, dass die Umsetzung der hier formulierten Anforderungen von den jeweiligen wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und geographischen Voraussetzungen abhängt und somit für Entwicklungs- und Industrieländer auf Grund ihrer ungleichen Ausgangslage unterschiedlich aussieht. „Die Industrieländer stehen vor der Aufgabe, das Prinzip eines sparsamen und schonenden Umgangs mit den Umweltressourcen in alle wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Handlungsfelder zu integrieren, um auf diese Weise ihre umweltintensive Wirtschafts- und Lebensweise mit den natürlichen Lebensgrundlagen in Einklang zu bringen. [...] Für die Entwicklungsländer steht zunächst die Bekämpfung der Armut im Vordergrund, die eine wesentliche Ursache für nicht-nachhaltige Produktions- und Lebensverhältnisse ist“[33]. Die Forderung an die Industriestaaten, ihr ressourcenintensives und umweltbelastendes Handeln zu ändern, wird, neben vielen anderen, durch folgendes Beispiel begründet: „In den Industriestaaten leben zwar nur 25 Prozent der Weltbevölkerung, die aber sind für 75 Prozent des weltweiten jährlichen Energieverbrauchs verantwortlich und haben damit auch einen entsprechend hohen Anteil an den Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Könnte jeder Chinese und jeder Inder soviel Energie verbrauchen wie ein Westeuropäer, bedeutete das mehr als eine Verdoppelung des weltweiten Energieverbrauchs mit entsprechenden Folgen für das Klima“.[34]

Doch die Anforderungen, die in der Agenda 21 und in den vier anderen unterzeichneten Dokumenten der Rio-Konferenz an die internationale Staatengemeinschaft gestellt wurden, stießen nicht bei allen teilnehmenden Staaten auf unumstrittene Zustimmung.

„George Bush, selbsternannter Umweltpräsident der USA und umworbener Gast des Gipfels, verkündete im Wahlkampf, daß er die Artenschutz-Konvention, eine der tragenden Säulen des Rio-Gipfels, nicht unterzeichnen wolle. Er lasse sich nicht ‚auf Ziele verpflichten, die der amerikanischen Wirtschaft schaden‘“.[35] Des weiteren zeigten die USA bezüglich der völkerrechtlich verbindlichen Klimaschutzkonvention zur Stabilisierung von CO2-Abgasen keinerlei Interesse, den Kohlendioxidausstoß bis zum Jahr 2000 auf dem Niveau von 1990 zu halten. Und das trotz der erschreckenden Bilanz: „Mit knapp 5 Prozent der Weltbevölkerung produzieren die USA ein Viertel aller weltweiten CO2-Emissionen; 1998 pusteten die Amerikaner 11,7 Prozent mehr Kohlendioxid in die Luft als 1990, die Europäer dagegen nur 0,6 Prozent“.[36] Aus dieser Einstellung einer der reichsten und mächtigsten Nationen der Erde wird ersichtlich, dass das „magische Dreieck der Nachhaltigkeit“, das sich aus ökonomischer Sicherheit, sozialer Gerechtigkeit und ökologischem Gleichgewicht zusammensetzt, trotz seines Leitbild-Charakters noch lange nicht als international allgemeingültiges Ziel angesehen wird. Solange sich an dieser Tatsache nicht grundlegend etwas ändert, wird auch kein großer Erfolg hinsichtlich der genannten Ziele zu verzeichnen sein.

Ein großer Stolperstein auf dem Weg hin zu einer global nachhaltigen Entwicklung ist der Umstand, dass mächtige Staaten oft nur dann in internationale Abkommen einwilligen, wenn durch diese ihre eigenen Ziele gesichert und keine verpflichtenden Bedingungen an sie selbst gerichtet sind. Ihnen drohen weder bei Nicht-Unterzeichnung, noch bei Nicht-Erfüllung der Abkommen Sanktionen; während Entwicklungsländer bei der Gestaltung internationaler Abkommen meist nur geringe Chancen haben, ihre Belange gegenüber denen der Industriestaaten durchzusetzen, da sie sich in einer grundsätzlichen Abhängigkeitsposition befinden.

So werden einige Industriestaaten auch weiterhin ungehindert die Umwelt verschmutzen, Ressourcen plündern, Entwicklungsländer ausbeuten und gegebenenfalls Krieg führen, um ihre ökonomischen Interessen durchzusetzen. Die Ausbeutung der Ärmsten ist immer noch an der Tagesordnung. Vor allem die Industrieländer, aber auch Schwellenländer auf dem Weg aus der eigenen „Krise“ ziehen Profit aus der Machtlosigkeit der ganz Armen. Anstatt die Armut konsequent und dauerhaft zu bekämpfen, bereichern sich viele Staaten noch an den Ressourcen anderer Länder, die somit immer tiefer in die Abhängigkeitsspirale geraten und immer weniger Aussicht haben, ihre Position aus eigener Kraft zu verbessern. So sind viele Entwicklungsländer „in wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Hinsicht gravierenden und teilweise existenzbedrohenden Gefährdungen ausgesetzt.“[37]

Doch trotz aller zu bewältigenden Probleme haben sich 1992 auch viele Entwicklungsländer mit der Unterzeichnung der Rio-Deklaration und der Agenda 21 dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Welche Implikationen sich aus diesem Konzept speziell für Entwicklungsländer ergeben, wird im folgenden Kapitel umfassend erläutert.

3 Implikationen des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung für Entwicklungsländer

Die Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung muss in Entwicklungsländern zwangsläufig an völlig anderen Punkten ansetzen als in Industrieländern. Die Menschen dort haben vor allem mit „grundsätzlichen“ Problemen zu kämpfen. Im Vordergrund stehen die Bevölkerungsexplosion und die Armut, die mehr bedeutet, „als nur geringes Einkommen: hohe Kindersterblichkeit und geringe Lebenserwartung, Unterernährung und Hunger, häufige Krankheit und mangelnde Gesundheitsdienste, fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, mangelnde oder fehlende Schulen, wirtschaftliche, soziale und politische Benachteiligung und Analphabetismus, unsichere Arbeitsverhältnisse und Ausbeutung der Arbeitskraft, sowie Vorenthaltung von Menschenrechten.“[38]

3.1 Bevölkerung und menschliche Ressourcen

Die beiden Hauptprobleme Bevölkerungsexplosion und Armut stehen in einer engen wechselseitigen Beziehung mit Nahrungsmittelknappheit, Krankheit und Mangel an Bildung. Die Bekämpfung all dieser Probleme ist nicht nur ein zwingend notwendiger Schritt hin zu einem menschenwürdigen Dasein im Sinne unseres Menschenrechts, sondern außerdem grundlegende Voraussetzung für eine globale nachhaltige Entwicklung. Im Folgenden soll erörtert werden, welche Maßnahmen Entwicklungsländer ergreifen sollten, um langfristig mehr Lebensqualität zu erzielen.

[...]


[1] BMZ: Medienhandbuch Entwicklungspolitik 2002, Berlin 2002, S. 336.

[2] Im Original: WCED: Our Common Future, Oxford u. New York 1987.

[3] Vgl. WOHLGEMUTH, H. (2001): Umweltchemikalien und Umweltbewusstsein, in: www.bifau.de/umweltnachrichten/uNachr/Jahrgang_2001/1_xenobiotika.html.

[4] KREIBICH, R.: Nachhaltige Entwicklung, Weinheim u. Basel 1996, S. 21.

[5] Vgl. ebenda, S. 21.

[6] Ebenda, S. 21.

[7] Ebenda, S. 21.

[8] Vgl. ebenda, S. 21.

[9] Ebenda, S. 22.

[10] Vgl. Aachener Stiftung: Was eigentlich ist Nachhaltigkeit?, in: www.nachhaltigkeit.aachener-stiftung.de/frontend/print.php?lID_page=1000.

[11] HARBORTH, H. J.: Dauerhafte Entwicklung statt globaler Selbstzerstörung, Berlin 1991, S. 27.

[12] Vgl. KREIBICH, R.: Nachhaltige Entwicklung, a. a. O., S. 22.

[13] WCED: Unsere gemeinsame Zukunft, 2. Auflage, Berlin 1990, S. 13.

[14] Ebenda, S. 13.

[15] Ebenda, S. 25.

[16] KREIBICH, R.: Nachhaltige Entwicklung, a. a. O., S. 25.

[17] WCED: Unsere gemeinsame Zukunft, a. a. O., S. 26 f.

[18] Ebenda, S. 26.

[19] Ebenda, S. 26.

[20] Ebenda, S. 15 f.

[21] Ebenda, S. 26.

[22] Ebenda, S. 28.

[23] Ebenda, S. 29.

[24] Ebenda, S. 21.

[25] Ebenda, S. 39.

[26] Vgl. ebenda, S. 39.

[27] Ebenda, S. 20 f.

[28] Aus dem Englischen: UNCED (1997): Rio Declaration on Environment and Development, in: www.un.org/documents/ecosoc/cn17/1997/ecn171997-8.htm, S. 6.

[29] BMU: Agenda 21, 2. Auflage, Bonn 1997, S. 3.

[30] Ebenda, S. 3.

[31] Ebenda, S. 9.

[32] Ebenda, S. 9.

[33] BMU: Wirtschaftliche Globalisierung und Umwelt, Berlin 2002, S. 21.

[34] BMU: Aus Verantwortung für die Zukunft, Magdeburg 2002, S. 9 f.

[35] TENHAGEN, H.-J. (1992): Dunkle Wolken über dem Zuckerhut, in: TAZ Nr. 3721, S. 2.

[36] TENBROCK, C. (2001): Die energierige Nation, in: Die Zeit Nr. 20/01.

[37] BMU: Aus Verantwortung für die Zukunft, a. a. O., S. 17.

[38] ZILLMER, H. W.: Die Zukunft beginnt heute... und wohin gehst Du, Homo Sapiens?, Reinbek 1999, S. 42 f. (im folgenden zitiert als ZILLMER, H. W.: Die Zukunft beginnt heute).

Details

Seiten
83
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638179676
ISBN (Buch)
9783638698382
Dateigröße
598 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v11930
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Institut für Volkswirtschaftslehre
Note
1,7
Schlagworte
Konzept der Nachhaltigen Entwicklung Thailand

Autor

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Titel: Probleme der Umsetzung des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung, dargestellt am Beispiel Thailand