Lade Inhalt...

Gewaltdarstellung in elektronischen Medien in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung von Vorschul- und Grundschulkindern und deren Rezeptionsfähigkeit

Studienarbeit 2007 21 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhalt

0 Einleitung

1 Begriffserklärungen
1.1 Medien
1.2 Gewalt

2 Kinder und Medien
2.1 Medienverfügbarkeit von Kindern in Deutschland
2.2 Mediennutzung von Kindern in Deutschland
2.3 Kontextfaktoren mit besonderem Risikopotential für Kinder

3 Gewaltdarstellungen im Kinderprogramm
3.1 Ergebnisse deutscher Inhaltsanalysen
3.2 Einflussfaktoren auf die Wirkung von Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen
3.2.1 Alter
3.2.2 Geschlecht
3.2.3 Persönlichkeitseigenschaften
3.2.4 soziales Umfeld

4 Gewaltdarstellungen in Computerspielen
4.1 Einflussfaktoren auf die Wirkung von Gewalt in Computerspielen
4.2 Zusammenfassende Betrachtung

5 Gewaltdarstellungen im Internet

6 Schlussbetrachtung

7 Literaturverzeichnis

0 Einleitung

Beschäftigt man sich mit dem Zusammenhang von Kindern, Medien und Gewalt, gilt es einerseits über das Verhältnis von Kindern und Medien nachzudenken, sowie die Verbindung von Medien und Gewalt zu analysieren. Im Hintergrund steht immer die Frage nach der Beziehung von Kindern und Gewalt.

Ausgehend von der Frage: „Welchen Einfluss haben elektronische Medien auf Kinder im Vorschul- und Grundschulalter bezogen auf verschiedene Formen der Gewaltdarstellung?“ gilt das zentrale Thema dieser Studienarbeit.

An den Anfang meiner Arbeit habe ich die Begriffserklärung von Medien sowie von Gewalt gesetzt. Medien und Gewalt, was ist das überhaupt? Wie werden diese Begriffe definiert?

Im zweiten Teil meiner Studienarbeit befasse ich mich mit dem Zusammenhang zwischen Kindern und Medien. Der Umfang der Medienverfügbarkeit und der Mediennutzung durch Kinder, lässt auf die große Bedeutung der Medien für den Alltag der Kinder schließen. Deswegen ist es auch wichtig Medien hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Sozialisationsprozesse zu sehen und zu diskutieren.

Im dritten Teil steht der Zusammenhang zwischen Medien und Gewalt im Vordergrund. Dabei werden zunächst Gewaltdarstellungen in Medien, sowie Inhaltsanalysen, in denen es um die Frage von Qualität und Quantität medialer Gewaltdarstellungen geht thematisiert. Daneben wird die Diskussion von Studien über die Wirkungen medialer Gewaltdarstellungen auf die Rezipienten ausführlich dargestellt und, in Anlehnung an die Studie „Medien und Gewalt. Befunde der Forschung seit 1998“ von Michael Kunczik und Astrid Zipfel, auf zentrale Thesen bezüglich des Zusammenhangs zwischen medialen Gewaltdarstellungen und realem Gewaltverhalten eingegangen.

1 Begriffserklärungen

1.1 Medien

Medien spielen im alltäglichen Leben unserer Gesellschaft eine bedeutende Rolle. Sie werden definiert als Vermittlungssysteme für Informationen aller Art, d.h. Nachrichten, Meinungen und Unterhaltung. Medien werden verwendet, um indirekt mit anderen Menschen zu kommunizieren. Der Medienbegriff ist jedoch sehr weit gefasst. In Form unterschiedlicher Kategorisierungen wird von verschiedener Seite versucht diese Vielfalt zu differenzieren um sie überschaubar zu machen. Es wird zwischen alten und neuen Medien unterschieden. Zu den alten Medien gehören die Print- oder Druckmedien, wie z.B. Zeitungen, Zeitschriften und Bücher, außerdem die audio-visuellen Medien, wie Film, Fernsehen und Video und die audio-technischen Medien, zu denen Hörfunk, Schallplatten und Kassetten zählen. Zu den neuen Medien gehören Computer, Internet, Telefax, Satelliten- und Kabelfernsehen, Video- und Bildschirmtext. Neue Medien üben auf Kinder und Jugendliche große Faszination aus. In jüngster Zeit sind so genannte Internet-Cafés bei frei-gewerblichen und bei frei-gemeinnützigen Trägern entstanden, in denen Sozialarbeiter und Sozialpädagogen den Umgang mit Medien pädagogisch vermitteln.

Alle Medien dienen der Unterhaltung, dem Überblickswissen, zur Information und Bildung. Außerdem sind sie Ratgeber und Zeitgeber.

Zu den elektronischen Medien gehören unter anderem das Fernsehen, der Hörfunk, der Computer und das Internet. Das Fernsehen ist ein Tagesbegleiter, Geräuschkulisse und Kontaktersatz zugleich. Durch das Fernsehen erhält man einen Überblick und schnelle Information. Der Hörfunk ist Alltagsbegleiter, Wecker und Geräuschkulisse. Er dient der Aufmunterung und Arbeitserleichterung. Außerdem bekommt man mit Hilfe des Hörfunks einen Überblick und schnelle Information über Verkehr, Wetter und die neusten Schlagzeilen. Onlineangebote sind zum Beispiel das Abrufen der Post und Einkaufen. Des Weiteren dienen sie der Informationssuche, als Wissensspeicher, Arbeitsmittel und zum Kontaktersatz.

Ich werde in meiner Studienarbeit speziell auf die elektronischen Medien Fernsehen, Computer bzw. Computerspiele und Internet eingehen, weil dies die Medien sind, die von Vorschul- und Grundschulkindern am meisten genutzt werden.

1.2 Gewalt

Es geht vor allem um die Frage, was von den Medienkonsumenten als Gewalt wahrgenommen wird und ob sich bei der Rezeption etwa geschlechts-, alters- oder bildungsspezifische Unterschiede feststellen lassen. Des Weiteren gilt es einen Blick darauf zu werfen, welche Formen der Gewalt die Wirkungsforschung oder auch jugendschützerische Zugänge berücksichtigen und welche Formen und welcher Umfang der Gewalt in Medien und damit auch in der Gesellschaft toleriert werden. Die wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Medienpädagogik in München, Helga Theunert, wendet sich in unterschiedlichen Arbeiten dem Zusammenhang zwischen Gewalt und Medien zu und kritisiert dabei die „Eindimensionalität der Gewaltwirkungsforschung“ im Hinblick auf ausschließliche Berücksichtigung direkter physischer Gewalt.

„Wenn in Action- und Horrorfilmen Menschen gequält und abgeschlachtet werden, ist das zweifellos Gewalt. Ist aber auch Gewalt, wenn in Film, Fernsehen oder Computerspielen beständig die siegreichen Helden ideologisch überhöht werden, die im Kampf für Recht und Ordnung ‚das Böse’ mit Gewalt beseitigen, wenn in Fernsehsendungen Menschen dazu animiert werden, sich oder andere bloßzustellen oder Andersdenkende verbal zu attackieren, wenn Fernseh- und Internetangebote ihre Nutzer zu Voyeuren degradieren, sei es indem sie ihnen Opfer von Katastrophen oder Verbrechen in allen grausamen Details vorführen oder sei es, indem sie Schnüffeln in der Privatsphäre als Normalität verbrämen“ (Theunert, Helga. (2005). S. 138).

Weder in der Wissenschaft noch in der Gesellschaft besteht Einigkeit darüber, was unter Gewalt zu verstehen ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommt in ihrem Bericht „Gewalt und Gesundheit“ von 2002 zur folgenden Einschätzung bezüglich des Gewaltbegriffes: „Gewalt ist ein äußerst konfuses und komplexes Phänomen, das sich einer exakten wissenschaftlichen Definition entzieht und dessen Definition eher dem Urteil des Einzelnen überlassen bleibt“ (WHO. (2002). S. 6).

Es bestehen verschiedene Versuche den Gewaltbegriff zu definieren. Nach Johan Galtung (1975, 1993) liegt Gewalt dann vor, „wenn Menschen so beeinflusst werden, dass ihre tatsächliche körperliche und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre mögliche Verwirklichung.“ (Gugel, Günther. (2006). S. 51). Nach einer ersten Unterscheidung zwischen direkter und struktureller Gewalt vervollständigt er in den 90er Jahren sein „Dreieck der Gewalt“ um den Begriff der kulturellen Gewalt. Direkte Gewalt wird dabei definiert als äußerliche, d.h. sichtbare physische oder verbale Gewalt, die sich dadurch auszeichnet, dass der Täter klar identifizierbar ist. Die Verantwortung struktureller Gewalt liegt bei „spezifische(n) organisatorische(n) oder gesellschaftliche(n) Strukturen und Lebensbedingungen“ (Gugel, Günther. (2006). S. 51). Als kulturelle Gewalt werden Ideologien, Überzeugungen, Überlieferungen und Legitimationssysteme beschrieben, mit deren Hilfe direkte oder strukturelle Gewalt ermöglicht werden.

Die differenzierteste und wohl am weitesten entwickelte Definition von Gewalt liefert die WHO. Gewalt wird hier verstanden als: „Der absichtliche Gebrauch von angedrohtem oder tatsächlichem körperlichen Zwang oder physischer Macht gegen die eigene oder eine andere Person, gegen eine Gruppe oder Gemeinschaft, die entweder konkret oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklungen oder Deprivation führt“ (WHO. (2002). S. 6)

Im Rahmen einer detaillierten Typologie der Gewalt wird eine Unterscheidung danach vorgenommen, zwischen wem Gewalt stattfindet, d.h. selbstbezogen, interpersonal oder kollektiv, und um welche Form der Gewalt es sich handelt. Es wird zwischen physischer, sexueller und psychischer Gewalt sowie Vernachlässigung unterschieden.

2 Kinder und Medien

Die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen ist in einem zunehmenden Ausmaß durch die Medien geprägt. Ihre Auseinandersetzung mit und die Aneignung der Welt vollzieht sich mehr und mehr über medienvermittelte Erfahrungen. Heute haben Medien bereits einen allgegenwärtigen Einfluss auf den Alltag. Schon Kinder verfügen über eine beträchtliche Medienerfahrung sowie über eine relativ hohe Medienkompetenz im Hinblick auf den Umgang mit und der Bedienung von Geräten. Weniger ausgeprägt scheint jedoch die Kompetenz im Sinne eines kritischen Umgangs mit Medien. Betrachtet man dies genau ergeben sich je nach sozialem Umfeld und Bildungsniveau zum Teil erhebliche Unterschiede im Umfang und der Intensität der Mediennutzung.

Im Folgendem soll es um die Medienverfügbarkeit und die Mediennutzung von Kindern in Deutschland gehen. Anschließend gilt es die Frage nach der Rolle von Medien in der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen zu klären. Weiterhin ist festzustellen, welche Bedürfnisse Medien für Kinder in spezifischen Lebensphasen erfüllen und welche Entwicklungsprozesse sie unterstützen.

[...]

Details

Seiten
21
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640252435
ISBN (Buch)
9783640252473
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v121190
Institution / Hochschule
Berufsakademie Sachsen in Breitenbrunn
Note
1,3
Schlagworte
Formen Gewaltdarstellung Medien Bedeutung Persönlichkeitsentwicklung Vorschul- Grundschulkindern Aspekt Rezeptionsfähigkeit Medienpädagogik

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Gewaltdarstellung in elektronischen Medien in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung von Vorschul- und Grundschulkindern und deren Rezeptionsfähigkeit