Lade Inhalt...

Pompieus und die Neuordnung des Ostens

©2008 Hausarbeit (Hauptseminar) 19 Seiten

Zusammenfassung

Schon in den Jahrhunderten vor Christi Geburt waren die Verhältnisse im Nahen Osten schwierig. Im Laufe der Zeit beanspruchten viele Mächte das Gebiet und unterdrückten die jüdische Bevölkerung, welche ihrerseits ständig um die Gründung und Stabilisierung eines eigenen Staates kämpfte. War ihnen dies teilweise geglückt (zum Beispiel unter dem Hasmonäerherrscher Alexander Jannaj) und konnten sie ihr Gebiet vergrößern sowie nach den eigenen Gesetzen leben, trug oft auch die teilweise instabile Situation der umliegenden Gebiete zum Aufflammen neuer Konflikte und Kriege bei, welche mit Gebietsverlusten, Religionsverboten und Zerstörungen einhergingen.
In dieser Seminararbeit soll solch ein Fall genauer vorgestellt werden. Durch die instabile Situation der Diadochenreiche, insbesondere des Seleukidenreiches, gelangten Vertreter des Römischen Reiches in den Nahen Osten und ordneten die Machtverhältnisse neu.

[...]

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Cn. Pompeius Magnus

3 Pompeius in Rom

4 Pompeius auf dem Weg nach Osten
4.1 Die Piraten
4.2 König Mithridates
4.3 Neuordnung in Syrien

5 Pompeius in Palästina
5.1 Gegebenheiten vor Ort
5.2 Erste Lösungsversuche
5.3 Belagerung Jerusalems
5.4 Pompeius‘ Neuordnung

6 Konsequenzen

7 Schluss

8 Bibliografie
8.1 Quellen
8.2 Literatur

1 Einleitung

Die Region des Nahen Ostens ist schon seit sehr langer Zeit ein Krisenherd. Für die Bevölkerung vor Ort ist vor allem ein Faktor entscheidend: Die Religion. Um diese zu wahren, zu verteidigen und auch zu verbreiten kam es zu vielen Kriegen und Konflikten, welche bis in die heutige Zeit reichen.

Schon in den Jahrhunderten vor Christi Geburt waren die Verhältnisse im Nahen Osten schwierig. Im Laufe der Zeit beanspruchten viele Mächte das Gebiet und unterdrückten die jüdische Bevölkerung, welche ihrerseits ständig um die Gründung und Stabilisierung eines eigenen Staates kämpfte. War ihnen dies teilweise geglückt (zum Beispiel unter dem Hasmonäerherrscher Alexander Jannaj) und konnten sie ihr Gebiet vergrößern sowie nach den eigenen Gesetzen leben, trug oft auch die teilweise instabile Situation der umliegenden Gebiete zum Aufflammen neuer Konflikte und Kriege bei, welche mit Gebietsverlusten, Religionsverboten und Zerstörungen einhergingen.

In dieser Seminararbeit soll solch ein Fall genauer vorgestellt werden. Durch die instabile Situation der Diadochenreiche, insbesondere des Seleukidenreiches, gelangten Vertreter des Römischen Reiches in den Nahen Osten und ordneten die Machtverhältnisse neu.

Zu Beginn sollen die Verhältnisse im Römischen Reich und in den instabilen Gebieten dargestellt werden, um zu zeigen, mit welcher Absicht die Römer überhaupt bis in den Nahen Osten vorgedrungen sind. Daraufhin werden die Verhältnisse in Palästina genauer beleuchtet. Weiterhin wird genauer untersucht, wie die Neuordnung der Römer, in diesem Fall Pompeius‘, im Nahen Osten und, spezieller, in Palästina ausgesehen hat und welche Auswirkungen dies auf das betroffene Gebiet und die Bevölkerung hatte.

Zum Schluss wird versucht, diese Neuordnung auf die spätere Entwicklung im Nahen Osten zu werten.

2 Cn. Pompeius Magnus

Am 29. September 106 v.Chr. geboren, stammte Pompeius aus einer wohlhabenden Familie. Sein Vater war Gnaeus Pompeius Strabo, welcher 93 v.Chr. die Statthalterschaft von Makedonien erhielt. Verheiratet war er mit der Nichte des berühmten Dichters C.Luciulius, Lucilia. Unter der Aufsicht seines politisch tätigen Vaters wurde Pompeius zum Offizier ausgebildet.

Doch nicht nur die körperliche Ertüchtigung interessierte ihn, ebenso „[…] war er [..] in die politischen Pläne eingeweiht und entschlossen, das ihm zugefallene Erbe zu wahren und zu mehren[1]

Im Jahr 83 v.Chr. landete Sulla in Brundisium, um die verloren gegangene Gebiete zurückzuerobern. Pompeius stellte ihm dafür – 22-jährig – als privatus (Amtsloser) die ehemaligen Soldaten seines Vaters zur Verfügung und begab sich mit ihnen unter seinem Befehl in den Freiheitskampf. „Diese kühne [und revolutionäre] Tat hat seinem ganzen künftigen Leben die Richtung gewiesen[2] “ Mit der Anerkennung Sullas für dieses Vorgehen sicherte sich Pompeius für den Rest seines Lebens eine Sonderstellung. Der Senat in Rom akzeptierte jedoch sein Vorgehen nicht und es wurden drei Abteilungen geschickt, „[…] die den verwegenen Mann umzingeln und unschädlich machen sollten.[3][4] Doch Pompeius konnte den Anschlag rechtzeitig vereiteln und unterstütze weiterhin Sulla bei seinem Eroberungskampf in Italien bis zum Beginn der Diktatur. Auszeichnungen für Pompeius zeugen von einer hohen Achtung Sullas gegenüber Pompeius. Durch die von Sulla eingeleitete Hochzeit mit seiner Stieftochter Aemilia trat Pompeius in die damals vornehmste Gesellschaft ein, welcher er bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht angehört hatte.

Nach einem 40-tägigen erfolgreichen Feldzug in Afrika nannte sich Pompeius zum ersten Mal selbst mit dem Beinamen Magnus[5] und feierte im Jahr 79 v.Chr. seinen Triumph in Rom. Au- ßergewöhnlich war das Alter von nur 26 Jahren, in dem Pompeius „[…] bereits diesen Gipfel des Ruhmes erreichte[6] “. Cicero schrieb:

Was sonst ist denn wohl so unerhört, wie daß ein ganz junger Privatmann in einer Notzeit des Staates ein Heer zusammenbringt? Das hat er getan! Daß er es anführt? Jener hat es angeführt! Daß er als Feldherr größten Erfolg hat? Er hatte ihn! Was widerspricht so dem Herkommen, als einem blutjungen Menschen, dem es noch weit bis zum Senatorenalter fehlte, Kommando und Heer zu geben und ihm Sizilien mit Afrika und den Krieg fort anzuvertrauen? Pompeius weilte in diesen Provinzen und bewies strengste Rechtlichkeit, größte Würde, höchste Tatkraft; er beendete den großen Krieg in Afrika und führte sein Heer als Sieger zurück. Was vollends ist so unerhört, als daß ein römischer Ritter den Triumph feiert? Aber auch diese Neuerung hat das Volk von Rom nicht nur gesehen, sondern glaubte sogar, sie mit allgemeiner Teilnahme anschauen und mitfeiern zu sollen.[7]

3 Pompeius in Rom

Klaus Martin Girardet führt in seinem Artikel „Imperia et provinciae des Pompeius 82 bis 48 v.Chr.“ an, dass Pompeius in der Forschung allgemein als „[…] politische Ausnahmegestalt […] [und] eine Art Vorläufer des Imperator Caesar Augustus gewesen [sei].[8] “ Ebenfalls zeigt

er, dass viele Forscher Pompeius einen großen Anteil an der Zerstörung der Römischen Republik zusprechen, andere dem aber auch widersprechen.[9] An welchem Anhaltspunkt wird diese Diskussion entfacht? Bezugspunkt sind hier die beiden außerordentlichen Ämter, die Pompeius erhalten hat (siehe Punkt 4). Grund für die Verleihung dieser Ämter war die damalige instabile Situation in der Römischen Republik, welche hauptsächlich durch außenpolitische Probleme weiter geschwächt wurde. Da sich Pompeius schon sehr früh in die politischen Geschäfte des Landes einmischte (siehe Punkt 2), sprachen genügend Erfahrung und prominente Befürworter (Cicero, siehe Punkt 4.2) für die Übernahme dieser verantwortungsvollen Ämter durch seine Person.

Klaus Bringmann:

Das Problem war, daß das von Rom geschaffene Staatensystem sich als unfähig erwies, seine großen und kleinen Streitigkeiten selbstständig zu lösen. In allen Fragen, auch in Bagatellsachen, wurde Rom angerufen, und es lag in der Natur der Sache, daß sowohl die Abneigung als auch die Entschlossenheit des Senats, in fremden Streitigkeiten zu intervenieren, das Potential an Mißvergnügen und Unzufriedenheit mit einer Ordnung steigerte, für die Rom letztlich die Verantwortung trug. In einer solchen politischen Atmosphäre gediehen Überreaktionen und der Griff zur Gewaltanwendung.[10]

Die Unruhen konzentrierten sich vor allem auf das Gebiet der ehemals hellenistischbeherrschten Welt. Hier war es vor allem die ungeklärte Herrschernachfolge in Syrien und Palästina, welche die Geduld des römischen Senats ständig herausforderten. Aufgrund dieser Streitigkeiten war die römische Macht schon vor der Ankunft Pompeius‘ in den Gebieten prä- sent.[11] Um jedoch ein weiteres Absinken des Ansehens Roms zu verhindern, war eine konkrete Vorgehensweise nötig. Die Gebiete mussten in das Römische Reich eingegliedert werden (Einrichten von Provinzen, siehe Punkt 4), auch wenn dabei der Anspruch, die Untertanen dieser Gebiete als autonome Einheit zu sehen, vernachlässigt werden musste.[12]

Es gab aber auch andere Probleme, die den Senat und vor allem das Militär herausforderten, so dass Pompeius die Gelegenheit gut nutzen konnte, sein militärisches Geschick zu beweisen. Er erhielt von L.Cornelius Sulla[13] ein imperium, welches er in Sizilien und Afrika ausübte und gab sich den Beinamen Magnus. Im Jahr 77 v.Chr. erhielt er das imperium consulare in Spanien, welches er bis zum Jahr 72 v.Chr. ausübte.[14] Nach seiner Rückkehr setzte man ihn im Kampf gegen die von Spartacus geführten Sklaven ein.[15] Im Jahr 70 v.Chr., also im Alter von 36 Jahren, wurde Pompeius dann neben Crassus zum Konsul gewählt.[16] Allerdings soll er bei der Ausführung seines Konsulates nicht geglänzt haben, so Heinz Bellen[17], und so bot es sich an, bei der Problemlösung der Konflikte im Osten erneut die militärischen und taktischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

4 Pompeius auf dem Weg nach Osten

Die Situation im Osten des Römischen Reiches war sehr instabil. Unruhestifter war der König Mithridates, welcher sich mit den Piraten des Mittelmeerraumes verbündet hatte und damit die Friedensbedingungen von 85 v.Chr. nicht erfüllte.[18] Zu Beginn wurde der Heerführer L.Licinius Lucullus mit dem Kampf gegen Mithridates beauftragt (3. Mithridatischer Krieg), erlitt jedoch eine Niederlage. Pompeius wurde nun mit dem Oberbefehl beauftragt, den Konflikt zu lösen, wogegen sich vor allem die Senatoren wehrten, da sie eine Gefahr für den Bestand der Republik sahen.[19] Bevor Pompeius aber gegen Mithridates in den Krieg zog, versuchte er, das Mittelmeer und somit die Piraterie als Gefahr für das Römische Reich zu beseitigen.

[...]


[1] Gelzer, Matthias: Pompeius. Lebensbild eines Römers, Stuttgart 1984, Nachdr. d. 2. ueberarb. Aufl. von 1959, München 2005, S.39 f. Auslassung: Annegret Jahn (AJ). Im Folgenden: Gelzer: Pompeius.

[2] Gelzer: Pompeius, S.41. Einfügung durch den Autor.

[3] Gelzer: Pompeius, S.41.Auslassung: AJ.

[4] Vgl.: Gelzer: Pompeius, S.35, 39 ff.

[5] Plut.Pom.13,8.

[6] Gelzer: Pompeius, S.46. Auslassung: AJ.

[7] Imp.Cn.Pomp.61.

[8] Girardet, Klaus Martin: „Imperia et provinciae des pp 82 bis 48 v.Chr.“, in: Chiron, 31 (2001) S. 153-209, S.153. Auslassung: AJ. Im Folgenden: Girardet: Imperia et provinciae.

[9] zu der Diskussion der Forscher Vgl.: Girardet: Imperia et provinciae, Anm.2, S.154.

[10] Bringmann, Klaus: Römische Geschichte. Von den Anfängen bis zur Spätantike, München 1995, S.30. Im Folgenden: Bringman: Römische Geschichte.

[11] Zur schon bestehenden Statthalterschaft in Syrien vgl: Baltrusch, Ernst: Caesar und Pompeius, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004, S.34. Im Folgenden: Baltrusch: Caesar und Pompeius.

[12] Vgl.: Baltrusch, Ernst: Die Juden und das Römische Reich. Geschichte einer konfliktreichen Beziehung, Darmstadt 2002, S.63 f. Im Folgenden: Baltrusch: Die Juden und das Römische Reich.

[13] Pompeius stellte L. Cornelius Sulla im Alter von 23 Jahren „[…] drei Legionen zur Verfügung, die er illegal aus der Klientel seiner Familie in Picenum gebildet hatte“, um diesen bei seinem zweiten Marsch auf Rom und der Machtergreifung zu unterstützen. Vgl.: Girardet, S.162. Auslassung: AJ

[14] Vgl.: Girardet: Imperia und provinciae, S.162, 168.

[15] Nachdem im Jahr 73 v.Chr. aus einer Gladiatorenkaserne in Capua Sklaven ausgebrochen waren, weitete sich der Aufstand zu einem Sklavenkrieg (Spartakusaufstand) ständig aus. Pompeius unterstützte M. Licinius Crassus mit seiner Armee und erhielt dafür einen größeren Triumph als der Prokonsul selbst. Vgl: Girardet: Imperia und provinciae, S.168; Bellen, Heinz: Grundzüge der Römischen Geschichte, Band 1: Von der Königszeit bis zum Übergang der Republik in den Prinzipat, Darmstadt 1994, S.119. Im Folgenden: Bellen: Grundzüge der Römischen Geschichte.

[16] Das gesetzliche Mindestalter für das Amt eines Konsuls lag bei 43 Jahren. Weiterhin hatte Pompeius zu diesem Zeitpunkt „[…] noch kein einziges der im cursus honorum nach Sullanischer Ordnung vorgeschriebenen, dem Konsulat vorausgehenden ,ordentlichen‘ Ämter bekleidet […]“.Girardet: Imperia und provinciae, S.169. Auslassung: AJ

[17] Vgl.: Bellen: Grundzüge der Römischen Geschichte, S.120.

[18] Vgl.: Bellen: Grundzüge der Römischen Geschichte, S. 120.

[19] Vgl.: Baltrusch: Caesar und Pompeius, S.29.

Details

Seiten
19
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640258475
ISBN (Paperback)
9783640362691
DOI
10.3239/9783640258475
Dateigröße
560 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Institut für Geschichte
Erscheinungsdatum
2009 (Februar)
Note
2,0
Schlagworte
Pompieus Neuordnung Ostens Juden Römer

Autor

Zurück

Titel: Pompieus und die Neuordnung des Ostens