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Die französische Wortbildungslehre

Hausarbeit 2005 13 Seiten

Romanistik - Französisch - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wortbildung
2.1.Derivation
2.1.1. Suffigierung
2.1.2. Präfigierung
2.1.3. Parasynthese
2.2. Komposition
2.3. Kürzungsverfahren

3. Wortstruktur
3.1. Simplex
3.2. Derivatum
3.3. Kompositum

4. Volkstümliche und gelehrte Bildungen

5. Produktive Wortbildung im Französischen

6. Schlussbemerkung

Literatur

1. Einleitung

In dieser Belegarbeit wird auf die allgemeine Wortbildung des Französischen eingegangen. Unter der Wortbildung versteht man die Gesamtheit der Verfahren, mit denen neue Wörter gebildet werden. Es sollen zunächst Wortbildungsverfahren im Französischen dargestellt werden. Ein zweiter Schwerpunkt liegt in der Wortstruktur, die im unmittelbaren Zusammenhang zu den Verfahren der Wortbildung steht. Weiterhin werden volkstümliche und gelehrte Bildungen sowie das Thema der Produktivität der Wortbildung im Französischen behandelt.

Dabei ist es wichtig die einzelnen Schwerpunkte mit Beispielen zu belegen um genauere Vorstellungen der Problematiken zu bekommen.

Das Thema der Wortbildung ist in dieser Arbeit längst nicht ausgeschöpft und lässt sich hier auch nicht vollständig darstellen. Dennoch wird hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Punkte im Bereich der französischen Wortbildung gegeben.

2. Wortbildung

In diesem Abschnitt werden die wichtigsten Wortbildungsverfahren diskutiert und mit Beispielen unterlegt.

In der französischen Sprache werden ständig, unter anderem auch bedingt durch den Sprachwandel, neue Wörter gebildet. Diese Bildung unterliegt mehreren Möglichkeiten der Verfahrensweise. Eine Möglichkeit zum Bilden neuer Wörter besteht in der Derivation. Zusätzlich lassen sich Wörter durch Komposition sowie verschiedene Kürzungsverfahren bilden. Diese drei Möglichkeiten der Wortbildung: die Derivation, die Komposition und das Kürzungsverfahren werden in den folgenden Kapiteln näher dargestellt.

2.1. Derivation

Bei der Derivation werden bereits vorhandene Wörter abgeleitet. Diese Ableitung erfolgt mit Hilfe von Affixen. Neue Wörter können sowohl durch Suffigierung, Präfigierung als auch durch die Parasynthese gebildet werden. Die Gesamtheit dieser drei Verfahren wird mit dem Begriff der Derivation zusammengefasst.

2.1.1 Suffigierung

Das Prinzip der Suffigierung besteht darin, ein Suffix, also eine Nachsilbe, an eine Wortstamm anzufügen. Beim Anfügen eines Suffixes kann die ursprüngliche Wortart verändert aber auch erhalten bleiben. In der folgenden Tabelle (Tab.2.1) werden die wortartverändernden Derivationsschemata in Form einer Tabelle dargestellt. In der Tabelle 2.2 sind die wortarterhaltenden Derivationsschemata abgebildet.

Tab.2.1: Wortartverändernde Derivationsschemata

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab.2.2: wortarterhaltende Derivationsschemata Suffigierung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Schpak-Dolt , 2002)

2.1.2 Präfigierung

Das Verfahren der Präfigierung beinhaltet das Anfügen eines Präfixes an einen Wortstamm. Dieses Verfahren dient der Wortbildung innerhalb der gleichen Wortart. Es werden damit grundsätzlich nur wortarterhaltende Derivationschemata gebildet.

Tab. 2.3: wortarterhaltende Derivationsschemata Präfigierung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hieraus ergibt sich die Konsequenz, dass beispielsweise das Anfügen des Präfixes af- an das Wort front (à affronter) nicht als Präfigierung bezeichnet werden kann, da hierbei eine wortartverändernde Ableitung entstanden ist (Schpak-Dolt,2002).

2.1.3 Parasynthese

Die Parasynthese beinhaltet das gleichzeitige Anfügen eines Suffixes und eines Präfixes an einen Wortstamm, z.B. cable à encablure.

Besonders häufig kommt diese Möglichkeit im Bereich der Verbderivation vor. Dabei wird die Infinitivendung -er nicht als Suffix betrachtet.

Die Parasynthese ist hierbei nicht mit den einzelnen Derivationsprozessen zu verwechseln, bei denen Präfigierung auf die Suffigierung folgt und umgekehrt.

Bsp. Accepteràacceptable (Suffigierung)àinacceptable(Präfigierung).

Bei der Parasynthese fehlt diese Zwischenstufe. Wichtig hierbei ist daher das gleichzeitige Anfügen der beiden Affixe, z.B. seuilàenseuillement. Das besondere hierbei besteht in der Nichtexistenz der beiden Einzelwörter enseuiller oder seuillement (Schpak-Dolt, 2002).

2.2. Komposition

Die Komposition ist ein Wortbildungsverfahren bei dem das Zusammenfügen von flektierten Wörtern beziehungsweise Wortstämmen zu einem neuen Wort Gegenstand ist. Es gibt zwei Verfahren im Französischen, mit denen Komposita gebildet werden. Ein Kompositionsverfahren bildet die Lexikalisierung von Syntagmen. Ein zweites Verfahren wird durch die Verbindung zweier oder mehrerer freier Lexeme ohne Angabe syntaktischer Relationen, das bedeutet asyndetische Zusammensetzung begründet (Fallegger, 1998).

Besonders wichtig für die französische Sprache ist hierbei, dass Mehrfachkomposita im Gegensatz zur deutschen Sprache sehr unproduktiv beziehungsweise nicht möglich sind. Die produktivsten Komposita im Französischen sind die Substantivkomposita (Schpak-Dolt, 2002).

2.3. Kürzungsverfahren

Zu den Kürzungsverfahren im Französischen zählen hauptsächlich die Wortkürzung und die Siglen. Wortkürzungen ergeben sich unter anderem in der Umgangssprache. Die Wortkürzung entsteht durch den Wegfall von Silben, Silbengruppen und über die Silbengrenze hinausreichenden Lautsequenzen. Von der Wortkürzung sind oft auch gelehrte Komposita betroffen wie beispielsweise automobile àauto.

Ein weiteres produktives Kürzungsverfahren bilden die Akronyme (Siglen) beziehungsweise Abkürzungen. Sie entwickeln sich aus zusammengesetzten Lexemen. Vor allem im fachsprachlichen Bereich ist die Bildung von Akronymen besonders produktiv. Ein Beispiel für ein Akronym zeigt sich im Folgenden: Centre National de la Recherche Scientifique à CNRS (Fallegger, 1998).

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Details

Seiten
13
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640271931
ISBN (Buch)
9783640272181
Dateigröße
386 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v121999
Institution / Hochschule
Universität Rostock – Institut für Romanistik
Note
1,3
Schlagworte
Wortbildungslehre Morphologie

Autor

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Titel: Die französische Wortbildungslehre