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Finanzwirtschaftliche Analyse der Lufthansa AG und der Swiss International Air Line Ltd

Seminararbeit 2005 26 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Die betriebliche Finanzwirtschaft
2.1 Zusammenhang zwischen Finanzierung und Investition
2.2 Finanzierungsalternativen
2.3 Finanzierungsregeln
2.3.1 Vertikale Finanzierungsregel
2.3.2 Horizontale Finanzierungsregeln

3 Liquidität
3.1 Begriff der Liquidität
3.2 Liquidität und finanzwirtschaftliche Analyse
3.3 Fristenkongruenz

4 Kennzahlen zur Liquiditätsanalyse
4.1 Lang- und mittelfristige Liquiditätskennzahlen
4.1.1 Deckungsgrad A
4.1.2 Deckungsgrad B
4.1.3 Deckungsgrad C
4.2 Kurzfristige Liquiditätskennzahlen
4.2.1 Liquidität 1. Grades
4.2.2 Liquidität 2. Grades
4.2.3 Liquidität 3. Grades
4.3 Working Capital
4.4 Weitere Kennzahlen zur finanzwirtschaftlichen Analyse
4.4.1 Effektivverschuldung
4.4.2 Netto-Finanzschulden

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einführung

Das Analyseziel der finanzwirtschaftlichen Jahresabschlussanalyse liegt in der Gewinnung von Informationen über die Kapitalverwendung (Investitionsanalyse), Kapitalaufbringung (Finanzierungsanalyse) und über die Beziehung zwischen Kapitalverwendung und -aufbringung (Liquiditätsanalyse). Aus dieser finanzwirtschaftlichen Analyse lassen sich Erkenntnisse über die finanzielle Stabilität des Unternehmens gewinnen, was wiederum die Grundlage für die anschließende Analyse der Ertragskraft bildet.[1]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Finanzwirtschaftliche Bilanzanalyse

Quelle: Coenenberg, Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, 2003, S. 947

Aus der Graphik ersichtlich sind die drei bereits genannten Bereiche der finanzwirtschaftlichen Analyse. Die vertikale finanzwirtschaftliche Bilanzanalyse umfasst die Analyse der Vermögens- und Kapitalstruktur. Die horizontale Bilanzanalyse hingegen umfasst die statische und dynamische Liquiditätsanalyse. Bei der dynamischen Liquiditätsanalyse wird der Cash Flow betrachtet.[2] In der Arbeit soll jedoch nur auf die Liquiditätsanalyse aufgrund von Bestandsgrößen eingegangen werden. Zunächst werden kurz die allgemeinen Finanzierungsmöglichkeiten eines Unternehmens und die entsprechenden Finanzierungsregeln erörtert. Anschließend erfolgt die Erläuterung der Liquidität und der Kennzahlen zur Liquiditätsanalyse.

2 Die betriebliche Finanzwirtschaft

Die betriebliche Finanzwirtschaft hat die Aufgabe, das finanzielle Gleichgewicht eines Unternehmens aufrecht zu erhalten. Dabei soll das erforderliche Kapital in quantitativer, qualitativer, lokaler und zeitlicher Hinsicht zu günstigen Konditionen zur Verfügung stehen.[3]

2.1 Zusammenhang zwischen Finanzierung und Investition

Grundsätzlich versteht man unter Finanzierung die Mittelbeschaffung und unter Investition die Mittelverwendung im Unternehmen. Die Passivseite der Bilanz lässt erkennen, woher die finanziellen Mittel im Unternehmen stammen. Dabei lässt sich unterscheiden in Eigenkapital und Fremdkapital. Investitionen werden nun mit diesem Kapital finanziert. Daraus wird deutlich, dass die Begriffe Investition und Finanzierung in einem engen Zusammenhang stehen.[4]

„Mittelverwendung setzt grundsätzlich Mittelbeschaffung voraus; Mittelbeschaffung muss grundsätzlich Mittelverwendung zur Folge haben.“[5] Dies bedeutet, dass zum einen Investitionen ohne das nötige Kapital nicht realisiert werden können und zum anderen, dass die Beschaffung finanzieller Mittel ohne eine entsprechende Verwendung zur Wertsteigerung des Unternehmens nicht sinnvoll ist.[6] Wie nun das beschaffte Kapital im Unternehmen verwendet wird, lässt sich auf der Aktivseite der Bilanz erkennen. Hierbei kann man die getätigten Investitionen in Positionen des Anlage- und Umlaufvermögens wieder finden. Finanzierung findet aber nicht nur durch externe Mittel statt, sondern auch durch Freisetzung bereits getätigter Investitionen (Desinvestition). Bei der Desinvestition werden Sachwerte in Liquidität umgewandelt, wobei das ausgewiesene Kapital auf der Passivseite nicht vergrößert wird. Die nun freigesetzten Mittel können reinvestiert werden. Dieser Prozess laufender Investitionen und Desinvestitionen stellt den gesamten Betriebsprozess dar.[7]

2.2 Finanzierungsalternativen

Die Finanzierungsalternativen werden am häufigsten nach Kapitalart und nach der Kapitalherkunft unterteilt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Finanzierungsalternativen

Quelle: Eigene Darstellung

Bei der Gliederung nach Kapitalherkunft wird in Innen- und Außenfinanzierung unterschieden. Die Innenfinanzierung entsteht, wenn den durch Desinvestition freigesetzten Mitteln keine auszahlungswirksamen Beträge in der gleichen Periode gegenüberstehen. Durch die aus Umsatzerlösen bereitstehenden Finanzierungsmittel entsteht ein finanzwirtschaftlicher Überschuss, der auch Cash Flow genannt wird. Die Finanzierung aus Umsatzerlösen wird unterteilt in Finanzierung aus Kapitalfreisetzungen, Finanzierung aus Rückstellungsgegenwerten und in Selbstfinanzierung aus zurückbehaltenen Gewinnen. Aus dieser Finanzierungsart lässt sich auf die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens schließen.[8] Als Außenfinanzierung wird bezeichnet, wenn dem Unternehmen externe Finanzierungsmittel zufließen. Dies kann durch Fremd- oder Eigenkapitalgeber geschehen.[9] Dabei kann zwischen Beteiligungs- und Fremdfinanzierung unterschieden werden. Bei der Beteiligungsfinanzierung fließt dem Unternehmen Eigenkapital von Eigentümern zu, z. B. bei Gründung, zur Kapitalerhöhung oder durch Neuaufnahme von Gesellschaftern. Fremdfinanzierung ist dann gegeben, wenn dem Unternehmen für einen bestimmten Zeitraum Kapital auf Kreditbasis zur Verfügung gestellt wird.[10] Bei der Fremdfinanzierung hat der Kapitalgeber einen Anspruch auf feste Verzinsung und Tilgung des bereitgestellten Kapitals. Dieser Anspruch besteht unabhängig vom Erfolg des Unternehmens. Die Kapitalgeber haben jedoch kein Mitspracherecht im Unternehmen und keinen Anspruch auf Beteiligung am Gewinn.[11]

Bei der Gliederung nach der Kapitalart wird unterschieden in Finanzierung mit Fremdkapital (Fremdfinanzierung) und Finanzierung mit Eigenkapital (Eigen-/Beteiligungsfinanzierung). Die Rechtsstellung des Kapitalgebers ist also entscheidend. Bei der Fremdfinanzierung wird dem Unternehmen, wie bereits beschrieben, Kapital auf Kreditbasis zur Verfügung gestellt. Bei der Eigenfinanzierung fließt zum einen dem Unternehmen zusätzliches Eigenkapital vom Finanzmarkt zu (externe Eigenfinanzierung = Beteiligungsfinanzierung), zum anderen verbleiben erwirtschaftete Gewinne zu Finanzierungszwecken im Unternehmen (interne Eigenfinanzierung = Selbstfinanzierung).[12]

2.3 Finanzierungsregeln

Finanzierungsregeln untersuchen die finanzielle Situation eines Unternehmens und versuchen, diese auch zu bewerten. Mit Hilfe der Finanzierungsregeln sollen Finanzlücken, die im Zusammenhang mit der Finanzplanung entstehen, aufgedeckt und auf den erkennbaren Finanzbedarf mit geeigneten Methoden reagiert werden. Es ist jedoch anzumerken, dass die folgenden Finanzierungsregeln keine unbedingt einzuhaltende Norm darstellen, sondern als finanzielle Qualitätsfaktoren gesehen werden sollen. Diese Regeln sind theoretisch nicht begründet, werden jedoch in der Praxis als wichtig erachtet.[13]

2.3.1 Vertikale Finanzierungsregel

Die vertikale Finanzierungsregel bezieht sich auf die Passivseite der Bilanz und trifft Aussagen über Art und Zusammensetzung des Kapitals. Sie dient der Beurteilung der Art und Qualität der Finanzierung.[14] Diese Finanzierungsregel misst den Quotient aus Fremdkapital und Eigenkapital, also den Verschuldungsgrad.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Streng genommen sollte dieser Quotient kleiner als 1 sein.[15] In der Praxis jedoch wird von einem Verhältnis von 2:1 als Qualitätsnorm ausgegangen, wohingegen ein Verhältnis von 3:1 als bedenklich angesehen wird.[16]

2.3.2 Horizontale Finanzierungsregeln

Mit Hilfe der horizontalen Finanzierungsregeln sollen bestimmte Deckungsverhältnisse zwischen der Aktiv- und Passivseite aufgezeigt werden.[17]

Die goldene Finanzierungsregel besagt, dass Kapitalverwendungsdauer und Kapitalüberlassungszeitraum fristenkongruent sein sollen.[18]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Verhältnisse sollten jeweils 1:1 sein.

Die Goldene Bilanzregel besagt, dass die Relation von bestimmten Vermögensarten zu bestimmten Kapitalarten eingehalten werden muss. Die Goldene Bilanzregel i. e. S. sagt dabei aus, dass das Verhältnis des Anlagevermögens zum Eigenkapital mindestens 1:1 sein muss, während die Goldene Bilanzregel i. w. S. diese Regelung lockert und besagt, dass das Anlagevermögen mindestens durch das Eigenkapital und das langfristige Fremdkapital gedeckt sein muss.[19]

[...]


[1] Vgl. Coenenberg, Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse, 2003, S. 947

[2] Vgl. ebenda, S. 947

[3] Vgl. Clausius, Betriebswirtschaftslehre II, 2000, S. 41

[4] Vgl. Sprink, Finanzierung, 2000, S. 4 f.

[5] Sprink, Finanzierung, 2000, S. 5

[6] Vgl. ebenda, S. 5

[7] Vgl. ebenda, S. 5

[8] Vgl. Jahrmann, Finanzierung, 2003, S. 17 f.

[9] Vgl. Sprink, Finanzierung, 2000, S. 6

[10] Vgl. Jahrmann, Finanzierung, 2003, S. 18

[11] Vgl. Clausius, Betriebswirtschaftslehre II, 2000, S. 100

[12] Vgl. Jahrmann, Finanzierung, 2003, S. 19

[13] Vgl. Clausius, Betriebswirtschaftslehre II, 2000, S. 62

[14] Vgl. Jahrmann, Finanzierung, 2003, S. 457

[15] Vgl. Busse, Grundlagen der betrieblichen Finanzwirtschaft, 1989, S. 258

[16] Vgl. Jahrmann, Finanzierung, 2003, S. 458

[17] Vgl. Clausius, Betriebswirtschaftslehre II, 2000, S. 62 f.

[18] Vgl. Jahrmann, Finanzierung, 2003, S. 459

[19] Vgl. Matschke, Hering, Klingelhöfer, Finanzanalyse und Finanzplanung, 2002, S. 48 f.

Details

Seiten
26
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640270576
ISBN (Buch)
9783640273119
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v122192
Institution / Hochschule
Hochschule Heilbronn, ehem. Fachhochschule Heilbronn
Note
1,0
Schlagworte
Finanzwirtschaftliche Analyse Lufthansa Swiss International Line

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